DE19522347C1 - Verfahren und Anordnung zur Stabilisierung der Temperatur eines Heizelementes für einen Gassensor - Google Patents
Verfahren und Anordnung zur Stabilisierung der Temperatur eines Heizelementes für einen GassensorInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Anordnung und ein Verfahren zur
Stabilisierung der Temperatur eines Heizelements für einen
Gassensor
Widerstandsabhängige Gassensoren auf der Basis eines halblei
tenden Metalloxids, wie zum Beispiel Ga₂O₃ oder AlVO₄ zeigen
bei hohen Temperaturen (typischer Weise größer als 500°C)
eine deutliche Querempfindlichkeit bezüglich der Sensortempe
ratur. Um eine möglichst genaue Messung durchführen zu kön
nen, gilt es die Betriebstemperatur des Gassensors so kon
stant wie möglich zu halten. Deshalb wird der Gassensor in
der Regel mit Hilfe eines, sich auf dem Gassensor befinden
den, geregelten resistiven Heizelementes betrieben.
Aus dem Stand der Technik DE 43 18 327 A1 ist ein Gassensor
bekannt, dessen Betriebstemperatur unabhängig von äußeren
Einflüssen beizubehalten ist. Ziel ist die Schaffung eines
Gassensors, indem sich während des Aufheizens und des Be
triebs keine die Sensorfunktion beeinträchtigenden mechani
schen Spannungen aufbauen.
Aus dem Stand der Technik (vgl. Geraberger Gassensor - GGS)
ist eine Anordnung zur Temperaturstabilisierung gemäß Fig. 1
bekannt. Hierbei wird davon ausgegangen, daß der Widerstand
RH des Heizelementes lediglich von der Temperatur abhängt.
Somit ist der Widerstand RH des Heizelementes ein Maß für die
Temperatur. Um den Widerstand RH des Heizelementes möglichst
konstant halten zu können, wird das Heizelement in eine Wi
derstandsbrücke eingesetzt. Zum Abgleich der Brücke ist ein
einstellbarer Widerstand Ra vorhanden. Mit diesem erfolgt die
Einstellung des Arbeitspunktes, also der Solltemperatur, im
folgenden auch als Betriebstemperatur des Gassensors bezeich
net. Die Widerstände Rb und Rc der Widerstandsbrücke stellen
Festwiderstände dar. Ein Fehlerverstärker F und ein Regler R
mit einem nachgeschalteten Leistungsteil LT halten das
Gleichgewicht der Widerstandsbrücke.
Probleme ergeben sich bei einer derartigen Anordnung aufgrund
des Alterungseffekts des Widerstands RH des Heizelementes.
Eine alterungsbedingte Drift des Heizwiderstands RH führt
dazu, daß bei derselben Temperatur der Heizwiderstand RH
langsam steigt. Bei der in Fig. 1 gezeigten Anordnung bleibt
diese Drift jedoch unberücksichtigt. Da die Regelung den
Heizwiderstand RH auf einem konstanten Wert hält, führt dies
zu einer Betriebstemperaturdrift, was wiederum eine Verfäl
schung des Gassensormeßsignals zur Folge hat. Zur Verdeutli
chung des Problems wird anhand der Fig. 3 exemplarisch der
Widerstandsverlauf abhängig von der Zeit t gezeigt. Zeigt der
Widerstand RH des Heizelementes innerhalb eines Monats von
26,88 um auf ca. 26,96 Ohm an (bei 550°C Betriebstemperatur),
nimmt die Temperatur um ca. 10°C ab. Dieser Temperaturrück
gang hat am Gassensor eine Sensorwiderstandserhöhung um den
Faktor 1,3 zur Folge. Die Funktion des Gassensorwiderstands
ist expondentiell abhängig von der absoluten Betriebstempera
tur.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine Anordnung und ein Ver
fahren zur Stabilisierung der Temperatur anzugeben, welches
eine mögliche Drift des Heizwiderstandes berücksichtigt, um
die Temperatur so konstant wie möglich zu halten.
Die Aufgabe wird durch ein Verfahren und eine Anordnung gemäß
Patentanspruch 1, 2 bzw. 3 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus
den Unteransprüchen.
So ist es besonders von Vorteil, den Kalibriervorgang bei
konstanten Umgebungsbedingungen, wie Luftströmung und Außen
temperatur durchzuführen, um die Betriebstemperatur so exakt
wie möglich einstellen zu können.
Die Erfindung wird anhand mehrerer Figuren näher erläutert.
Fig. 1 zeigt den Aufbau einer Heizungsregelung mit
Widerstandsbrücke, wie sie aus dein Stand der Technik
bekannt ist.
Fig. 2 zeigt den erfindungsgemäßen Aufbau der
Heizungsregelung.
Fig. 3 zeigt ein Diagramm zur Veranschaulichung der
alterungsbedingten Drift des Heizwiderstands.
Fig. 4 zeigt einen Vergleich der Drift des
Gassensorwiderstands mit und ohne Kompensation der
Drift des Heizwiderstands.
Fig. 5 zeigt ein Diagramm zur Veranschaulichung des
Heizleistungsbedarfs des Gassensors.
Bei dem in Fig. 2 gezeigten erfindungsgemäßen Aufbau der
Heizungsregelung wird das Prinzip zu Nutze gemacht, daß bei
konstanten Umgebungsbedingungen, wie konstante Luftströmung
und definierte Umgebungstemperatur die Sensortemperatur T
ausschließlich von der zur Verfügung gestellten elektrischen
Heizleistung P(T) und den mechanischen Eigenschaften
bezüglich Wärmeabfuhr) des Gassensors abhängt. Die Drift des
Heizwiderstands RH, wie sie in Fig. 3 veranschaulicht ist,
spielt dabei keine Rolle. Dadurch wird die gewünschte
Betriebstemperatur T reproduzierbar erreicht.
Die erfindungsgemäße Regelung arbeitet wie folgt:
Zu Beginn wird die den Heizwiderstand RH umgebende Temperatur Ta gemessen. Da, wie bereits erwähnt, die elektrische Heizleistung P(t) nur von der gewünschten Betriebstemperatur und der Wärmeabfuhr abhängt, kann die für die gewünschte Betriebstemperatur T notwendige Heizleistung P(T) nach der Formel:
Zu Beginn wird die den Heizwiderstand RH umgebende Temperatur Ta gemessen. Da, wie bereits erwähnt, die elektrische Heizleistung P(t) nur von der gewünschten Betriebstemperatur und der Wärmeabfuhr abhängt, kann die für die gewünschte Betriebstemperatur T notwendige Heizleistung P(T) nach der Formel:
P(T) = δ · (T - Ta) + ε (I)
berechnet werden, wobei:
T = Betriebstemperatur oder auch Solltemperatur,
Ta = Umgebungstemperatur zu Beginn,
δ = Maß für die Wärmeabfuhr des Gassensors,
ε = Maß für die Wärmeabfuhr des Gassensors.
T = Betriebstemperatur oder auch Solltemperatur,
Ta = Umgebungstemperatur zu Beginn,
δ = Maß für die Wärmeabfuhr des Gassensors,
ε = Maß für die Wärmeabfuhr des Gassensors.
Die Werte für δ und ε lassen sich beispielsweise aus einem
Diagramm, wie es in Fig. 5 gezeigt ist, ermitteln. Zwei
Kennlinien sind exemplarisch für zwei verschiedene
Gassensoren GS1 und GS2 aufgetragen. Auf der Ordinate und der
Abszisse des Diagramms sind die Temperatur T in °C bzw. die
Heizleistung P in Volt aufgetragen. Eine Linearisierung der
Kennlinie führt zu den Werten δ und ε.
Es ist anzumerken, daß die Gleichung (I) nur für einen
bestimmten Temperaturbereich gilt, weil die Gleichung (I)
linearisiert ist.
Das Heizelement wird mit der berechneten Heizleistung betrie
ben, um die Betriebstemperatur zu erreichen.
Vorteilhafterweise erfolgt der Betrieb mit der berechneten
Heizleistung unter Abwesenheit von Luftströmungen, um die
Betriebstemperatur T möglichst exakt zu erreichen.
Anschließend wird der aktuelle Heizwiderstand RH gemessen und
gespeichert. Nun wird von Leistungsregelung zu
Heizwiderstandsregelung umgestellt. Der Heizwiderstand RH
kann für die Dauer des Gasmeßvorganges als nur von der
Temperatur abhängig angesehen werden. Der Heizwiderstand RH
kann wie folgt berechnet werden:
RH(T) = RTa · (1 + α · (T - Ta) + β · (T - Ta)²) (II)
wobei
RTa = Heizwiderstand bei der Umgebungstemperatur Ta
α = Temperaturkoeffizient,
β = Temperaturkoeffizient.
RTa = Heizwiderstand bei der Umgebungstemperatur Ta
α = Temperaturkoeffizient,
β = Temperaturkoeffizient.
Sobald das System auf Heizwiderstandsregelung umgestellt ist,
spielten Veränderungen in den Umgebungsbedingungen wie
Luftströmung und Außentemperatur keine Rolle mehr.
Eine mögliche Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Stabilisierung der Temperatur ist in Fig. 2 gezeigt. Der
Heizwiderstand RH, welcher das elektrische Ersatzschaltbild
der Sensorheizung darstellt, bildet mit den Widerständen Ra,
Rb, Rc eine Widerstandsmeßbrücke. Die Abweichung des
Heizwiderstands RH vom über den Widerstand Ra eingestellten
Sollwert, wird am Fehlerverstärker F detektiert. Neben diesem
Fehlersignal liegt am Fehlerverstärker F weiterhin das von
einer Recheneinheit RE berechnete Driftkorrektursignal an.
Der Fehlerverstärker F liefert ein Regelsignal RS, welches,
sofern der Schalter S den Fehlerverstärker F mit dem
Leistungsteil LT verbindet, was dem Regelvorgang entspricht,
an der Widerstandsbrücke anliegt.
Verbindet der Schalter S den Leistungsregeler LR mit dem
Leistungsteil LT, was dem Kalibriervorgang entspricht, so
wird die Widerstandsmeßbrücke mit der von der Recheneinheit
RE berechneten Heizleistung betrieben. Zur Berechnung der
Heizleistung benötigt die Recheneinheit RE die
Außentemperatur Ta und den Strom der durch den Heizwiderstand
RK fließt, oder die Spannung die am Heizwiderstand RH
abfällt. Der von der Recheneinheit RE berechnete Wert der
Heizleistung wird an den Leistungsregler LR als Sollwert
gegeben. Weiterhin erfolgt über die Recheneinheit RE die
Steuerung des Schalters S.
Als Recheneinheit RE eignet sich beispielsweise ein
Mikroprozessor.
Um den Unterschied gegenüber der bekannten Ausführungsform
gemäß Fig. 1 darzustellen, ist in Fig. 4 der Verlauf des
geglätteten Gassensorwiderstands GSWkg gemäß konventioneller
Anordnung den Verlauf des geglätteten Gassensorwiderstands
GSWkg gemäß konventioneller Anordnung den Verlauf des
geglätteten Gassensorwiderstandes GSWag gemäß der
erfindungsgemäßen Regelung, welche eine adaptive Anpassung
des Sollwiderstands Swa aufweist, aufgetragen. Der geglättete
Gasensorwiderstand GSWag steigt im Lauf der Zeit t erheblich
weniger an, als der geglättete Gaswiderstand GSWkg bei
konventioneller Temperaturregelung. Die dennoch vorhandene
Drift des geglätteten Gassensorwiderstandes GSWag ist auf
Veränderungen im Sensormaterial des Gassensors
zurückzuführen. Der tatsächlich meßbare Gassensorwiderstand
bei der erfindungsgemäßen Regelung entspricht dem Verlauf der
Kurve GSWa. Gegenüber dem konventionellen Sollwiderstand SWk
der Anordnung gemäß Fig. 1 wird der Sollwiderstand Swa der
erfindungsgemäßen Regelung an die Drift des Heizwiderstandes
RH angepaßt. Auf der linken Koordinate ist der Sollwiderstand
in Kiloohm für den konventionellen Sollwiderstand Swk und den
adaptiven Sollwiderstand Swa angegeben. Auf der rechten
Ordinate ist der Gassensorwiderstand in Kiloohm für den
konventionellen geglätteten Gaswiderstand GSWkg, den
ungeglätteten Gaswiderstand und den geglätteten Gaswiderstand
GSWa, GSWa der erfindungsgemäßen Regelung angegeben. Auf der
Abszisse ist die Zeit in Stunden eingetragen.
Claims (3)
1. Verfahren zur Stabilisierung der Temperatur eines Heizele
ments für einen Gassensor,
- 1.1 bei dem die Umgebungstemperatur Ta gemessen wird,
- 1.2 bei dem die elektrische Leistung berechnet wird, die nötig ist,um das Heizelement auf eine Solltemperatur zu bringen,
- 1.3 bei dem das Heizelement mit der berechneten elektrischen Leistung betrieben wird,
- 1.4 bei dem der Widerstand RH des Heizelementes gemessen wird,
- 1.5 bei dem vom Betrieb mit der berechneten elektrischen Heizleistung umgestellt wird auf den Betrieb mit konstantem Widerstand RH,
- 1.6 bei dem aus der zeitlichen Drift des Widerstands RH bestimmt wird, in welchem zeitlichen Abstand die Schritte 1.1 bis 1.4 wiederholt werden.
2. Verfahren zur Stabilisierung der Temperatur eines Heizele
ments für einen Gassensor,
- 1.1 bei dem die Umgebungstemperatur Ta gemessen wird,
- 1.2 bei dem die elektrische Leistung berechnet wird, die nötig ist,um das Heizelement auf eine Solltemperatur zu bringen,
- 1.3 bei dem das Heizelement mit der berechneten elektrischen Leistung betrieben wird,
- 1.4 bei dem der Widerstand RH des Heizelementes gemessen wird,
- 1.5 bei dem vom Betrieb mit der berechneten elektrischen Heizleistung umgestellt wird auf den Betrieb mit konstantem Widerstand RH,
- 1.6 bei dem vor einer Gasmessung mit dem Gassensor die Schritte 1.1 bis 1.4 durchgeführt werden.
3. Anordnung zur Stabilisierung der Temperatur eines Heizele
ments für einen Gassensor,
- - bei der eine den Widerstand RH des Heizelements aufweisende Widerstandsmeßbrücke vorgesehen ist,
- - bei der ein Fehlerverstärker (F) vorgesehen ist, welcher eingangsseitig mit der Widerstandsmeßbrücke verbunden ist,
- - bei der ein Mittel zum Schalten (S) vorgesehen ist, welches wahlweise den Fehlerverstärker (F) oder einen Leistungsregler (LR) mit einem Leistungsteil (LT) verbindet,
- - bei der zur Berechnung der Heizleistung eine Recheneinheit (RE) vorgesehen ist, welche mit dem Leistungsregler (LR) verbunden ist, welche zur Messung des Widerstands RH mit dem Heizelement verbunden ist, und welche mit dem Fehlerverstärker (F) verbunden ist, um diesem ein Driftkorrektursignal zur Verfügung zu stellen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995122347 DE19522347C1 (de) | 1995-06-20 | 1995-06-20 | Verfahren und Anordnung zur Stabilisierung der Temperatur eines Heizelementes für einen Gassensor |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE1995122347 DE19522347C1 (de) | 1995-06-20 | 1995-06-20 | Verfahren und Anordnung zur Stabilisierung der Temperatur eines Heizelementes für einen Gassensor |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19522347C1 true DE19522347C1 (de) | 1996-09-19 |
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|---|---|---|---|
| DE1995122347 Expired - Fee Related DE19522347C1 (de) | 1995-06-20 | 1995-06-20 | Verfahren und Anordnung zur Stabilisierung der Temperatur eines Heizelementes für einen Gassensor |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19522347C1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19651328A1 (de) * | 1996-12-11 | 1998-06-18 | Dittrich Elektronik J | Temperaturregelung für Gassensoren |
| WO2000028785A1 (de) * | 1998-11-11 | 2000-05-18 | Robert Bosch Gmbh | Keramisches schichtsystem und verfahren zur herstellung einer keramischen heizeinrichtung |
| EP1500926A1 (de) * | 2003-07-21 | 2005-01-26 | Vaillant GmbH | Verfahren zur Kompensation der Alterung eines Sensors zur Erfassung einer Gaskonzentration |
| DE102008011834A1 (de) * | 2008-02-27 | 2009-09-03 | Volkswagen Ag | Verfahren zum Betreiben einer Lambdasonde |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4318327A1 (de) * | 1993-06-02 | 1994-12-08 | Siemens Ag | Gassensor |
-
1995
- 1995-06-20 DE DE1995122347 patent/DE19522347C1/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE4318327A1 (de) * | 1993-06-02 | 1994-12-08 | Siemens Ag | Gassensor |
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| DE102008011834B4 (de) * | 2008-02-27 | 2017-09-21 | Volkswagen Ag | Verfahren zum Betreiben einer Lambdasonde |
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