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Die
Erfindung betrifft einen Zünder
für ein Geschoss
mit einer primären
Zündanordnung
und einer durch eine Barriere von der primären Zündanordnung getrennten sekundären Zündanordnung,
die einen Zündübertrager
mit einem Übertragersprengstoff in
einem Hülsenbauteil
und einen Zündverstärker aufweist.
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Zünder für Artilleriegeschosse,
Mörsergranaten
oder direkte Geschosse tragen üblicherweise eine
primäre
Zündanordnung
mit einer primären Zündkette
oder einem primären
Zündelement
und eine sekundäre
Zündanordnung
mit einer sekundären
Zündkette
oder einem sekundären
Zündelement. Zwischen
den Zündketten
bzw. Zündelementen
ist eine Barriere angeordnet, durch die eine ungewollte Überzündung von
der primären
zur sekundären Zündkette
verhindert wird. Die Barriere kann durch eine Platte gebildet sein,
die in Sicherstellung zwischen den Zündketten angeordnet ist und
zur Scharfstellung aus dem Bereich zwischen den Zündketten ausgeschwenkt
wird. Häufig
ist die Barriere durch einen Detonator der primären Zündkette gebildet, der in Sicherstellung
aus einer Zündlinie
ausgeschwenkt ist, so dass ein Zündimpuls
eines Initialdetonators den Detonator nicht treffen kann und ein
Zündimpuls des
Detonators die zweite Zündkette
nicht treffen kann.
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Um
ein ungewolltes Zünden
innerhalb der sekundären
Zündkette
zu vermeiden, ist es vorteilhaft, wenn die Zündelemente der sekundären Zündanordnung
mit insensitivem Sprengstoff versehen sind. Ein insensitiver Sprengstoff
ist nach der internationalen Norm STANAG solcher Sprengstoff, der
bei Detonation eines genormten Initiators in einer Entfernung von
höchstens
15 mm Wassersäule
nicht zündet.
Er muss also die durch 15 mm Wassersäule übertragene Druckwelle aushalten,
ohne zu zünden. Hierdurch
wird eine hohe Unempfindlichkeit des Sprengstoffs gegen ein versehentliches
Auftreffen einer Geschosskugel oder Granatsplitters oder gegen eine
benachbarte Explosion erreicht, so dass ein Munitionslager beispielsweise
einen Beschuss überstehen
kann.
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Aus
der
DE 25 09 058 A ist
ein Verzögerungskapsel
für einen
Zünder
eines Geschosses bekannt, bei dem eine sekundäre Zündanordnung in einem Ring gelagert
und durch eine Metallfolie von der primären Zündanordnung getrennt ist.
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Es
ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen zuverlässig zündenden
Zünder
für ein Geschoss
anzugeben, der eine hohe Sicherheit gegen ungewolltes Zünden aufweist.
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Diese
Aufgabe wird durch einen Zünder
der eingangs genannten Art gelöst,
bei dem das Hülsenbauteil
erfindungsgemäß eine gasdichte
Abdichtung der sekundären
Zündanordnung
gegen die primäre Zündanordnung
bildet.
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Die
Erfindung geht hierbei von der Überlegung
aus, dass insensitiver Sprengstoff relativ schwer zu zünden ist.
Ein Zündelement
der primären Zündkette,
z. B. ein Detonator, sollte daher möglichst dicht an den zu zündenden
insensitiven Sprengstoff, z. B. eines Zündübertragers der sekundären Zündkette,
gebracht werden. Dieser Forderung stehen Detonatorsicherheitsforderungen
z. B. nach der Norm AOP 20 entgegen, die zusätzlich zur Barriere eine Abdichtung
der sekundären
Zündkette
gegen einen Kontakt mit den heißen
Gasen, die bei der Umsetzung eines primären Zündmittels entstehen, verlangen.
So dürfen
keine Fragmente, Perforierungen, Brandstellen, Schmauch, Verkohlung
oder Seng- oder Schmelzschäden
an der sekundären
Zündanordnung
entstehen, die auch keinen Gluthauch erfahren darf. Es muss also
eine Abdichtung zwischen der primären und der sekundären Zündanordnung
vorliegen, die dann ausreichend gasdicht ist, wenn sie die oben
genannten Schäden
zuverlässig
verhindert. Die Barriere kann eine solche Abdichtung in der Regel nicht
liefern, da sie eine vorgesehene Überzündung erlauben soll, also z.
B. offen sein muss. Die Abdichtung muss daher durch ein zusätzliches
Bauteil realisiert werden.
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Die
Erfindung geht von der weiteren Überlegung
aus, dass zur Bildung eines insensitiven Zündübertragers dessen Übertragersprengstoff
in ein Gehäuse
gepresst und in einem Gehäuse
im Zünder
gehalten werden muss. Eine beabsich tigte Überzündung muss daher sowohl die
Abdichtung als auch das Gehäuse
des Zündübertragers
durchdringen und dann noch genügend
Energie zur Überzündung auf den
insensitiven Zündübertrager
zur Verfügung
stellen. Um die Überzündung auf
einen insensitiven Zündübertrager
zuverlässig
zu gewährleisten
sollte daher ein Energieverlust durch Abdichtung und Gehäuse möglichst
gering sein.
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Bildet
das Gehäuse
für den Übertragersprengstoff
bzw. das Hülsenbauteil
bereits von sich aus eine gasdichte Abdichtung, so kann auf eine
separate Abdichtung verzichtet und der Energieverlust gegenüber zwei
getrennten Bauteilen verringert werden. Hierdurch steht mehr Energie
für die
Zündung des
Zündübertragers
zur Verfügung,
der somit insensitiver gestaltet werden kann. Durch das abdichtende Hülsenbauteil
kann somit die Sicherheit gegen eine unbeabsichtigte Zündung des
Zündübertragers
erhöht
werden, da dieser insensitiv gehalten werden kann.
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Das
Geschoss kann ein Artilleriegeschoss, eine Mörsergranate oder ein direktes
Geschoss sein, insbesondere im Kaliberbereich von 30 mm bis 70 mm.
Die Barriere kann ein aus einer Scharfstellung herausschwenkbarer
Detonator oder eine plattenförmige
Abschirmung sein. Sie ist zweckmäßigerweise zusätzlich zum
Hülsenbauteil
vorhanden. Eine Gasdichtigkeit liegt vor, wenn bei Zündung eines
Detonators der primären
Zündanordnung
in Sicherstellung keine Fragmente, Perforierungen, Brandstellen, Schmauchspuren,
Verkohlung oder Seng- oder Schmelzschäden an der sekundären Zündanordnung
entstehen. Das Hülsenbauteil
ist zweckmäßigerweise
einstückig
gebildet. Es kann Bestandteil der gasdichten Abdichtung sein und
muss diese nicht allein übernehmen.
Die Zündanordnungen
können
jeweils Zündketten
umfassen, wobei die primäre Zündanordnung
anstelle der Zündkette
nur mit einem Zündelement
versehen sein kann. Die sekundäre Zündanordnung
umfasst den Zündübertrager,
der zum Zünden
des Zündverstärkers vorgesehen
ist. Der Zündverstärker dient
zum Zünden
der Hauptladung des Geschosses.
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In
einer vorteilhaften Ausführungsform
der Erfindung bildet das Hülsenbauteil
ein Gehäuse
für Verstärkersprengstoff
des Zündverstärkers. Der
Verstärkersprengstoff
kann so definiert am Übertragersprengstoff
gehalten werden, ohne dass die beiden Sprengstoffe von zwei Bauteilen
gehalten werden. Es kann eine ungewünschter Abstand zwischen den
beiden Sprengstoffen vermieden werden, der z. B. durch Fertigungstoleranzen
von zwei Bauteilen entstehen könnte.
Da die Überzündung durch
eine Druckwelle verursacht wird, kann der Zündübertrager bei zuverlässig nicht
vorhandener oder sehr kleiner Lücke
kleiner dimensioniert werden, als wenn eine größere Lücke aus Sicherheitsgründen oder
Toleranzgründen eingerechnet
werden muss. Bei einem kleinen Zündübertrager
kann ein Detonator der primären
Zündeinrichtung
klein bauend aus der Zündlinie
bzw. dem Bereich des Zündübertragers
geschwenkt werden.
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Vorteilhafterweise
umgreift das Hülsenbauteil
den Verstärkersprengstoff
zumindest von zwei Richtungen, insbesondere von vorne und an allen Seiten,
wobei die Seiten in Bezug zur Zünderausrichtung
zu verstehen sind. Lediglich hinten – was in diesem Zusammenhang
nicht als Seite verstanden wird – kann das Hülsenbauteil
zur Befüllung
offen bleiben und nach Befüllung
durch einen Verschluss, z. B. eine Platte, verschlossen und gegen
Feuchtigkeit versiegelt werden.
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Zweckmäßigerweise
bildet das Hülsenbauteil
zumindest einen Teil einer hermetischen Kapselung des Übertragersprengstoffs
und des Verstärkersprengstoffs
des Zündverstärkers. Es
kann auf zusätzliche,
z. B. seitliche Abdichtungen verzichtet und eine hohe Sicherheit
erreicht werden.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung bildet das Hülsenbauteil
ein Gehäuse
für die primäre Zündanordnung.
Auf diese Weise kann die primäre
Zündanordnung
und somit auch dessen Detonator nach außen gut geschirmt werden, so
dass keine Verbrennungsgase von der primären Zündanordnung an die sekundäre Zündanordnung
gelangen.
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Der
Verstärkersprengstoff
des Zündverstärkers kann
besonders insensitiv und somit besonders sicher ausgeführt und
trotzdem zuverlässig
gezündet werden,
wenn der Übertragersprengstoff
andere Zündeigenschaften
aufweist als der Verstärkersprengstoff
des Zündverstärkers. Durch
eine einfachere Zündbarkeit
des Übertragersprengstoffs
kann die zuverlässige Überzündung gewährleistet
werden. Da der Zündübertrager
wesentlich kleiner ist, als der Zündverstärker, und er daher wesentlich
schwerer von Granatsplittern oder dergleichen getroffen wird, kann
beim Übertragersprengstoff
auf eine vollständige
Insensitivität
nach STANAG verzichtet werden. Der Verstärkersprengstoff ist jedoch
zweckmäßigerweise
insensitiv, insbesondere nach STANAG. Der Übertragersprengstoff ist daher
vorteilhafterweise ein anderer Stoff als der Verstärkersprengstoff
des Zündverstärkers.
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Es
kann dennoch eine hohe Sicherheit erreicht werden, wenn der Übertragersprengstoff
zumindest insensitiv gegenüber
einer Temperatur bis 200°C
ist, da hohe Temperaturen auch zu einem kleinen Zündübertrager
durchdringen können.
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In
einer weiteren vorteilhaften Ausführungsvariante der Erfindung
bildet das Hülsenbauteil
die einzige materielle Barriere zwischen dem Übertragersprengstoff und einem
scharf gestellten Detonator der primären Zündanordnung. Es kann eine zuverlässige Überzündung in
Scharfstellung der primären Zündanordnung
erreicht werden.
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Der
Zünder
weist ein Zündergehäuse auf, welches
die in ihm angeordneten Bauelemente nach außen hin abschirmt und für Stabilität bei Abschuss und
Aufprall sorgt. Eine gute Abschirmung der sekundären Zündanordnung ohne die Verwendung
zusätzlicher
Bauteile kann erreicht werden, wenn das Hülsenbauteil ein tragendes Gehäuseteil
des Zündergehäuses bildet.
Es kann die Abschirmeigenschaft des Zündergehäuses zur Abschirmung der sekundären Zündanordnung
verwendet werden. Der Übertragersprengstoff
kann direkt in das Hülsenbauteil
und somit direkt in das Zündergehäuse eingebracht
werden.
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Der
Zünder
ist bei Abschuss und Aufprall des Geschosses extrem hohen Beschleunigungen
unterworfen, die mechanische und ggf. elektrische Bauteile vor allem
der primären
Zündanordnung
möglichst schadlos überstehen
sollten. Zu diesem Zweck können
die Bauteile durch eine massive Abstützplatte fest in einem Zündergehäuse gehalten
sein. Eine kompakte Anordnung kann erreicht werden, wenn das Hülsenbauteil
eine Abstützplatte
zum Abstützen der
primären
Zündanordnung
ist. Die Abstützplatte kann
das festeste Glied sein, das weiter vorne angeordnete Zünderbauteile
am Zündergehäuse hält. Es kann
selbst eine Komponente des Zündergehäuses sein,
das alle Elemente des Zünders
umgibt, bis auf die sekundäre
Zündanordnung,
die außen
am tragenden Teil des Zündergehäuses angeordnet
und nur mit einer Abdeckung nach außen geschützt sein kann.
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Zweckmäßigerweise
bildet das Hülsenbauteil
eine Bodenschraube des Zünders,
wodurch die beschriebene sichere Lagerung mit der kompakten Bauweise
verbunden werden kann.
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Außerdem wird
vorgeschlagen, dass das Hülsenbauteil
in Richtung zur primären
Zündanordnung
eine Nase ausbildet, in der insbesondere Übertagersprengstoff angeordnet
ist. Durch eine solche Ausformung, kann der Übertragersprengstoff zur primären Zündanordnung
gerückt
sein, also näher
an der primären
Zündanordnung
angeordnet sein als ohne Nase. Eine größere Entfernung zwischen Detonator
und Zündübertrager
kann vermieden und eine Absorption von Druckwellenenergie durch
einen Luftraum kann gering gehalten werden.
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Eine
kompakte Bauweise des Zünders
und eine stabile Lagerung von Baugruppen der primären Zündanordnung
kann erreicht werden, wenn die Nase in eine Ausnehmung eines Baugruppenträgers der
primären
Zündanordnung
eingreift. Durch den Baugruppenträger kann die stabile Lagerung
erreicht werden und durch das Eingreifen ein Abstand, der nur wenig
Energie absorbiert.
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Weitere
Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele
der Erfindung dargestellt. Die Zeichnung und die Beschreibung enthalten
zahlreiche Merkmale in Kombination, die der Fachmann zweckmäßigerweise
auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen
zusammenfassen wird.
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Es
zeigen:
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1 einen
Zünder
für ein
Geschoss in einer teilgeschnittenen Darstellung,
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2 einen
vergrößerten Ausschnitt
aus 1 mit einem Hülsenbauteil
der sekundären Zündanordnung
und
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3 ein
alternatives Hülsenbauteil
der sekundären
Zündanordnung.
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1 zeigt
einen Zünder 2 für ein Geschoss mit
einem Zündergehäuse 4,
das in seinem hinteren Bereich 8 teilgeschnitten dargestellt
ist. Im vorderen Bereich 6 kann das Zündergehäuse 4 beispielsweise eine
Aufschlagmechanik und ggf. Elektronikbauelemente umschließen, wohingegen
im hinteren Bereich 8 eine primäre Zündanordnung 10 und
dahinter eine sekundäre
Zündanordnung 12 angeordnet
sind.
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Die
beiden Zündanordnungen 10, 12 sind
in 2 vergrößert dargestellt.
Die primäre
Zündanordnung 10 umfasst
einen Detonator 14, der in 2 in seiner
Scharfstellung dargestellt ist. Mittels einer Mechanik 16 kann
der Detonator aus einer Sicherstellung in die Scharfstellung geschwenkt
werden, wobei der Detonator 14 in der Sicherstellung seitlich
versetzt zur Mittelachse 18 des Zünders 2 angeordnet ist,
so dass er nicht in einer Flucht mit einer Öffnung 20 einer Platte 22 steht,
die als Baugruppenträger zum
tragen von Baugruppen der primären
Zündanordnung 10 dient.
Mittels einer Verriegelung 24, z. B. einem Doppelbolzensystem,
kann die Mechanik 16 verriegelt werden, so dass sie den
Detonator 14 zuverlässig
in seiner Sicherstellung hält.
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Die
sekundäre
Zündanordnung 12 umfasst einen
Zündübertrager 26 mit Übertragersprengstoff 28,
der unmittelbar an Verstärkersprengstoff 30 eines Zündverstärkers 32 anliegt.
Der Übertragersprengstoff 28 ist
in einem Hülsenbauteil 34 gelagert,
das ihn nach vorne hin und nach den vier Seiten umgibt und lediglich
nach hinten hin zum Verstärkersprengstoff 30 geöffnet ist.
Das Hülsenbauteil 34 bildet
außerdem
ein Gehäuse
für den
Verstärkersprengstoff 30,
das diesen in einer Topfform mit in allen seitlich Richtungen abschirmenden
Seitenwänden 36 hält. Nach
hinten hin ist das Gehäuse
für den
Verstärkersprengstoff 30 durch
einen Deckel 38 und eine zusätzliche Versiegelung aus einem
Lack verschlossen, so dass der Übertragersprengstoff 28 und
der Verstärkersprengstoff 30 hermetisch
nach außen
abgeschlossen sind.
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Das
Zündergehäuse 4 des
Zünders 2 trägt alle
in ihm vorhandenen Baugruppen und ist für die mechanische Stabilität des Zünders 2 und
die mechanisch stabile Lage der Baugruppen im Zünder 2 bei Lagerung,
Abschuss, Flug und Aufprall verantwortlich. Hierzu weist das Zündergehäuse 4 unter
anderem eine Bodenplatte 40 auf, die von innen in eine weiter
vorne angeordnete Gehäusesektion
eingeschraubt wird. Der größte Teil
der Bodenplatte 40 wird durch eine Bodenschraube 42 gebildet,
die in den umfänglichen
Teil der Bodenplatte 40 eingeschraubt wird. Die Bodenschraube 42 wird
durch den vorderen Plattenteil des Hülsenbauteils 34 gebildet und
stützt
Baugruppen des Zünders 2 nach
hinten ab. Das Hülsenbauteil 34 bildet
somit einen Teil des Zündergehäuses 4 des
Zünders 2.
Der Übertragersprengstoff 28 ist
somit direkt in das Zündergehäuse 4 eingebracht
bzw. eingepresst.
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Das
Hülsenbauteil 34 ist
mit einer Nase 44 versehen, die in eine Ausnehmung 46 der
Platte 22 greift. In diese Ausnehmung 46 ist die Öffnung 20 in der
Platte 22 eingearbeitet. Die Nase 44 schließt nach
vorne hin in einem Deckel 48 ab, der unmittelbar an die Öffnung 20 angrenzt
oder alternativ in der Öffnung 20 liegen
kann. Auf diese Weise ist das Hülsenbauteil 34 sehr
nah an den Detonator 14 herangeführt, so dass wenig Überzündenergie
vom Detonator 14 auf den Zündübertrager 26 verloren
geht.
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Bei
einem Abschuss des Zünders 2 wird
die Verriegelung 24 durch die Abschussbeschleunigung entriegelt
und gibt die Mechanik 16 frei. Diese bewegt den Detonator 14 aus
einer peripheren Stellung in seine Scharfstellung, in der er in
der Mittelachse 18 angeordnet ist, wie in 2 dargestellt
ist. Bei einem Aufschlag des Zünders 2 oder
bei einem durch eine Elektronik vorgegebenen Zeitpunkt wird ein
nicht dargestellter Initialdetonator gezündet, der seine Überzündenergie
durch einen Kanal 50 zum Detonator 14 leitet.
Dessen konventioneller Sprengstoff zündet und zerstört mit seiner
Druckwelle den Deckel 48 des Hülsenbauteils 34, so
dass die Druckwelle den insensitiven Übertragersprengstoff 28 erreichen
kann.
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Durch
einerseits die große
Nähe des Übertragersprengstoffs 28 zum
Detonator 14 und andererseits die Trennung von Übertragersprengstoff 28 und Detonator 14 von
nur einem einzigen Bauteil, nämlich dem
Deckel 48, geht wenig Überzündenergie
verloren und der Detonator 14 ist in der Lage, den Zündübertrager 26 zu
zünden.
Denkbar ist auch, dass der Übertragersprengstoff 28 zwar
kein insensitiver Sprengstoff nach STANAG ist, jedoch auch kein
konventioneller Sprengstoff, sondern durch zumindest eine Unempfindlichkeit
gegen hohe Temperaturen, z. B. bis 200°C gekennzeichnet ist.
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Der
gezündete Übertragersprengstoff 28 zündet nun
seinerseits den nach STANAG insensitiven Verstärkersprengstoff 30,
der wiederum die Hauptladung des Geschosses zündet. Durch die unmittelbare
Anlage des Übertragersprengstoffs 28 am Verstärkersprengstoff 30,
die auch dann als vorliegend angesehen wird, wenn zwischen Übertragersprengstoff 28 und
Verstärkersprengstoff 30 nur
eine Schicht aus Luft oder Material, z. B. Lack, von weniger als
300 μm vorhanden
ist, geht keine oder nur wenig Überzündenergie
verloren, so dass die Energie des relativ kleinen Zündübertragers 26 ausreicht, um
den insensitiven Verstärkersprengstoff 30 zu
zünden.
Dessen Druckwelle sprengt den Deckel 38 und einen Deckel 52,
der zum Schutz der sekundären Zündanordnung 12 am
Zündergehäuse 4 angeschraubt
ist und zündet
die Hauptladung.
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Wird
der Zünder 2 in
seiner Sicherstellung mit hoher Energie beaufschlagt, z. B. durch
hohe Temperatur durch Brandeinwirkung oder durch Aufprall einer
Kugel oder eines Splitters auf den Zünder 2, so zündet kein
Sprengstoff der sekundären
Zündanordnung 12,
da sowohl der Übertragersprengstoff 28 als
auch der Verstärkersprengstoff 30 insensitiv nach
STANAG sind. Ist der Übertragersprengstoff 28 nur
temperaturinsensitiv, so könnte
er zwar von z. B. einem auf ihm direkt auftreffenden Splitter gezündet werden,
ein solches Auftreffen wird jedoch durch die sehr geschützte Lage
des Zündübertragers 26 im Hülsenbauteil 34 und
in der Platte 22 mit hoher Wahrscheinlichkeit unterbunden.
Auch hierdurch ist ein hohes Maß an
Sicherheit erreicht.
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Weniger
geschützt
und zudem sensitiver sind der Sprengstoff des Detonators 14 und
des ggf. vorhandenen Initialdetonators. Bei einem ungewollten Zünden des
Detonators 14 oder des Initialdetonators darf der Zündübertrager 26 bzw.
dessen Übertragersprengstoff 28 keine
Beeinträchtigung
erfahren. Dies wird durch die hermetische Abriegelung der sekundären Zündketten
durch das die sekundäre
Zündkette
umgreifende und einstückig
ausgeführte
Hülsenelement 34 in
Verbindung mit dem Deckel 38 erreicht.
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3 zeigt
ein alternatives Hülsenelement 54 mit
einem darin eingebrachten Zündübertrager 56 mit Übertragersprengstoff 58.
Die nachfolgende Beschreibung beschränkt sich im Wesentlichen auf
die Unterschiede zum Ausführungsbeispiel
in den 1 und 2, auf das bezüglich gleich
bleibender Merkmale und Funktionen verwiesen wird. Im Wesentlichen
gleich bleibende Bauteile sind grundsätzlich mit den gleichen Bezugszeichen
beziffert und nicht erwähnte
Merkmale sind im folgenden Ausführungsbeispiel übernommen,
ohne dass sie erneut beschrieben sind.
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Das
Hülsenelement 54 bildet
nach vorne hin durch eine seitlich umlaufende Wand 60 ein
Gehäuse für die primäre Zündanordnung 10.
Das Hülsenbauteil 54 bildet
einen Teil des Zündergehäuses 4 und
ist mit Hilfe eines Gewindes 62 mit einer weiter vorne
liegenden Sektion des Zündergehäuses 4 verschraubbar.
Ein rückwärtiges Gewinde 64 dient
zum Aufschrauben des Deckels 52. Wie beim Hülsenbauteil 34 ist
der Übertragersprengstoff 58 direkt
in das Hülsenbauteil 54 und
damit in das Zündergehäuse 4 eingebracht,
z. B. eingepresst. Der Zündverstärker 32 kann
am Hülsenelement 54 hinter
dem Zündübertrager 56 befestigt
werden, z. B. mit Hilfe von Schraublöchern 66. Ebenfalls
denkbar ist es, eine Seitenwand 36 an das Hülsenelement 54 anzuarbeiten,
wie beim Hülsenelement 34,
insbesondere einstückig.
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Durch
das topfartige Umfassen der primären Zündanordnung 10 und
die Verschraubung mit der weiter vorne liegenden Sektion des Zündergehäuses 4 ist
die sekundäre
Zündkette 12 mit
Zündübertrager 56 und
weiter hinten liegendem Zündverstärker 32 gasdicht
vom Detonator 14 getrennt.
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- 2
- Zünder
- 4
- Zündergehäuse (von 2)
- 6
- Bereich
(von 4) vorne
- 8
- Bereich
(von 4) hinten
- 10
- primäre Zündanordnung
(von 2)
- 12
- sekundäre Zündanordnung
(von 2)
- 14
- Detonator
(von 10)
- 16
- Mechanik
(von 10)
- 18
- Mittelachse
(von 2)
- 20
- Öffnung (von 22)
- 22
- Platte
(von 2)
- 24
- Verriegelung
(von 10)
- 26
- Zündübertrager
(von 12)
- 28
- Übertragersprengstoff
(von 26)
- 30
- Verstärkersprengstoff
(von 32)
- 32
- Zündverstärker (von 12)
- 34
- Hülsenbauteil
(von 12)
- 36
- Seitenwand
(von 34)
- 38
- Deckel
(von 34)
- 40
- Bodenplatte
(von 4)
- 42
- Bodenschraube
(von 4)
- 44
- Nase
(von 34)
- 46
- Ausnehmung
(von 22)
- 48
- Deckel
(von 44)
- 50
- Kanal
(von 10)
- 52
- Deckel
(von 2)
- 54
- Hülsenelement
(von 2)
- 56
- Zündübertrager
(von 12)
- 58
- Übertragersprengstoff
(von 56)
- 60
- Wand
(von 54)
- 62
- Gewinde
(von 54)
- 64
- Gewinde
(von 54)
- 66
- Schraubloch
(von 54)