DE8136383U1 - Granate - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine aus einem Rohr mit Hilfe einer Treibladung abzuschießende Granate mit einem
pyrotechnischen Verzögerungszünder, wobei für die Zündung des Verzögerungssatzes ein unter der Wirkung der Treibladungsgase
auf die Zündpille des Verzögerungssatzes schlagender Zündbolzen vorgesehen ist.
Granaten, die anstelle eines Aufschlagzünders einen pyrotechnischen
Verzögerungszünder aufweisen, sind bereits bekannt geworden. Zu diesem bekannten Stand gehören nicht
nur Handgranaten, bei denen der pyrotechnische Verzögerungszünder der Regelfall ist, sondern auch aus Rohren oder
Läufen abzuschießende Granaten bzw. Gewehrgranaten, vor
allem solche, die Tränengas, Leuchtsätze oder Nebelsätze enthalten.
Es kann aber auch bei Sprenggranaten bzw. Sprengsplittergranaten zweckmäßig sein, anstelle des üblichen Aufschlagzünders
einen pyrotechnischen Verzögerungszünder zu ver-
r 4.-
wenden, beispielsweise bei relativ kleinkalibrigen Sprenggranaten,
etwa 40 mm Sprengsplittergranaten, bei denen bedingt durch die begrenzten und ungünstigen räumlichen
Verhältnisse der Abschußvorrichtung in Verbindung mit den schwachen Beschleunigungs- und Zentrifugalkräften, die
beim Abschuß aus dem Rohr auftreten, Aufschlagzünder häufig versagen.
Wenn man aber bei einer Sprenggranate bzw. Sprengsplittergranate einen pyrotechnischen Verzögerungszünder verwenden
will, dessen Zündpille vom Zündbolzen unter der Wirkung der Treibladungsgase angeschlagen werden soll, dann wird das
Problem der Abdichtung der pyrotechnischen Ladungen der Granate gegenüber den Treibladungsgasen noch verschärft,
im Vergleich zu Granaten, die Tränengas, Leuchtstoffe oder Nebelstoffe als Wirkstoffsätze enthalten.
Es muß nämlich unbedingt verhindert werden, daß die hochbrisante Sprengladung der Sprenggranate bzw. Sprengsplittergranate
vorzeitig, d.h. bereits beim Abschuß der Granate gezündet wird,- was aber der Fall wäre, wenn die Treibladungsgase mit der Sprengladung in Berührung kämen.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Granate mit pyrotechnischem
Verzögerungszünder zu schaffen, wobei die Treibladungsgase zwar den Zündmechanismus für den Verzögerungszünder
betätigen, trotzdem aber gegenüber den pyrotechnischen Sätzen bzw. Ladungen im Inneren der Granate sicher abgedichtet
sind.
Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß im Boden der Granate eine unter der Wirkung der Treibladungsgase
in Richtung zum Inneren der Granate deformierbare Membran aus Metall angeordnet ist, die das Innere der Granate gegenüber
den Treibladungsgasen abdichtet und an ihrer, dem Inneren der Granate zugewandten Innenseite die Zündpille
oder den Zündbolzen für die Zündung des Verzögerungssatzes trägt.
I 1 I I ·
Die Membran setzt infolge ihrer Verformbarkeit unter der Wirkung der Treibladungsgase den Zündmechanismus
für den Verzögerungssatz in Gang, dichtet aber gleichzeitig das Innere der Granate und somit die im Inneren
der Granate befindlichen pyrotechnischen Sätze und Ladungen gegenüber den Treibladungsgasen ab.
Je nachdem ob die deformierbare Membran an ihrer Innenseite den Zündbolzen oder die Zündpille trägt, bewegt
sich unter der Wirkung der beim Abschuß plötzlich sich entspannenden Treibladungsgase entweder der Zündbolzen
auf die relativ zur Granate ruhende Zündpille, oder umgekehrt, die Zündpille auf den relativ zur Granate
ruhenden und mit der Spitze nach hinten gerichteten Zündbolzen zu.
Die Verbindung des Zündbolzens mit der Membran kann z.B. auf die Weise erfolgen, daß der Zündbolzen eine Fußplatte
aufweist, die auf der Membran durch Weichlöten befestigt wird. Trägt die Membran nicht den Zündbolzen, sondern
die Zündpille,- so kann diese,· z.B, in einer Kapsel aus
Metall angeordnet, ebenfalls durch Weichlöten mit der Dichtungsscheibe verbunden werden. In beiden Fällen wird
jedoch die Verformbarkeit der Membran entweder durch die Fußplatte des Zündbolzens oder die Kapsel der Zündpille -
\ wodurch eine Versteifung der Dichtungsscheibe eintritt -
etwas beeinträchtigt. Dies kann gemäß einem bevorzugten
Merkmal der Erfindung dadurch vermieden werden, daß eine weitere unter der Wirkung der Treibladungsgase deformierbare
innere Membran vorgesehen ist, die die Zündpille für
die Zündung des Verzögerungssatzes umschließt und Öffnungen *
Ü für den Eingriff des zwischen Verzögerungssatz und Zünd-
pille mit nach hinten gerichteter Spitze relativ zur Granate
\ ' in Ruhe befindlichen Zündbolzens und für den Austritt des
Zündstrahles in Richtung Verzögerungssatz aufweist.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der Zeichnung durch ein Ausführungsbeispiel näher erläutert, ohne
darauf beschränkt zu sein. Die Zeichnung zeigt vergrößert eine 40 mm - Sprengsplittergranate samt Kartusche im
Längsschnitt.
Die in der Zeichnung dargestellte Sprengsplittergranate weist einen mehrteiligen Geschoßmantel, bestehend aus
einem Vorderteil 1, z.B. aus Stahl, einem Mittelteil 2, z.B. aus Aluminium, und einem Bodenteil 3, z.B. aus
Aluminium, auf. Im Bereich des Vorderteiles 1 und des Mittelteiles 2 ist ferner ein Innenmantel, bestehend
aus in Kunststoff eingebetteten Stahlkugeln 4 vorgesehen. - Der Mittelteil ist an der Außenseite profiliert, um der
Granate beim Abschuß aus dem Rohr einen Drall zu verleihen. Dieser Aufbau des Geschoßmantels ist jedoch in keiner
Weise erfindungswesentlich.
Im Inneren der Sprengsplittergranate ist eine hochbrisante Sprengladung, z.B. aus Nitropenta, sowie ein pyrotechnischer
Verzögerungszünder angeordnet. Der Verzögerungszünder weist einen Verzögerungssatz 6 auf, der in einer
Hülse 7, z.B. aus Messing, angeordnet ist. Die Hülse 7 ist teilweise von einer Hülse 8, z.B. aus Stahl,umgeben. In
ihrem vorderen Teil ist auf die Hülse 7 eine Hülse 91, z.B.
aus kupferfreiem Aluminium, aufgesteckt,.die die Detonatorladung 9 enthält.
Der Zündmechanismus für den Verzögerungssatz 6 besteht aus Zündpille 10 und Zündbolzen 11. Die Zündpille 1O ist auf
einer deformierbaren Membran 12 aus Metall, z.B. Kupfer, mit Hilfe einer weiteren, inneren Membran 13, z.B. ebenfalls aus
Kupfer, befestigt. Dazu weist die innere Membran 13 eine näpfchenartige Ausbildung auf, die die Zündpille 10 umschließt.
Die innere Membran 13 muß deformierbar sein, aber nicht unbedingt
aus Metall bestehen. Ferner weist die innere Membran 13 Öffnungen für den Eintritt des Zündbolzens 11 und für den
Austritt des Zündstrahles der Zündpille 10 in Richtung
Verzögerungssatz 6 auf. Der Zündbolzen 11 ist an einer
Trägerscheibe 14, z.B. aus Stahl, ausgebildet, welche ebenfalls eine Öffnung für den Durchtritt des Zündstrahles
von der Zündpille 10 zum Verzögerungssatz 6 aufweist. Zwischen der Trägerscheibe 14 des Zündbolzens 11 und den
deformierbaren Membranen 12, 13 zur Halterung der Sündpille
10 befindet sich ein Ring 15 aus Metall, z.B. Aluminium,
der eine konische Stirnfläche aufweist. Zwischen diesem Ring 15 und einem äußeren Ring 17 aus Metall, z.B. Aluminium,
der mit dem Bodenteil 3 der Granate verschraubt ist, ist der periphere Rand der beiden deformierbaren Membranen 12,13
eingeklemmt.
Für den Abschuß der Granate ist eine Kartusche 18, z.B.
aus Aluminium, vorgesehen, in die der Granatkörper eingesetzt ist. Im Boden der Kartusche 18 ist eine Treibladungspatrone
19 mit der Treibladung 20 und Treibladungs-Zündpille
21 eingeschraubt. Für den Austritt der Treibladungsgase aus der Treibladung 20 in den inneren Hohlraum 22 der Kartusche
18 weist die Treibladungspatrone 19 Bohrungen bzw. Kanäle auf.
Durch Anschlagen der Treibladungs-Zündpille 21, wobei der
dazu nötige Schlagbolzen zur Ausrüstung des Abschußrohres (bei 40 mm Munition auch Granatpistole genannt) gehört, erfolgt
die Zündung der Treibladung 20. Die Treibladungsgase dringen in den Hohlraum 22 ein und bauen dort einen Druck
auf, der einerseits die Granate aus dem Abschußrohr treibt und andererseits die deformierbaren Membranen 12, 13 des
Zündmechanismus für den Verzögerungszünder der Granate verformen, bis sie an der konischen Stirnfläche 16 des Ringes
15 anliegen. Bei dieser Verformung stößt die Zündpille 10 auf die Spitze des Zündbolzens 11. Der dadurch entstehende
Feuerstrahl der Zündpille 10 gelangt durch die öffnungen
der inneren Membran 13 und der Trägerscheibe 14 des Zündbolzens
11 zum Verzögerungssatz 6 und entzündet diesen.
Während des Fluges der Granate brennt der Verzögerungssatz 6 ab und entzündet nach vorbestimmter Zeit den
Detonator 9, der seinerseits die Detonation der Sprengladung 5 einleitet-
Wie bereits einleitend ausgeführt, kann die Zündpille oder der Zündbolzen des Verzögerungszünders auch ohne
Vermittlung der inneren Membran 13 mit der Membran 12 f
verbunden, z.B. verlötet sein.
Die Dimensionierung der Membran 12 und gegebenenfalls
der inneren Membran 13 kann so gewählt werden,- daß bei
ungenügendem Gasdruck der Treibladungsgase, bei dem ein Abschuß der Granate aus dem Rohr nicht oder mit zu geringer
Abschußgeschwindigkeit vQ erfolgt, die Verformung der
Membran 12 und gegebenenfalls der inneren Membran 13 nicht
zur Entzündung der Zündpille 10 ausreicht.
Dadurch wird sichergestellt, daß die Granate bzw. deren Sprengladung nicht im Rohr oder in zu geringer Entfernung
vom Abschußrohr detoniert.
Obgleich der erfindungsgemäße Verzögerungszünder speziell für Sprenggranaten bzw. Sprengsplittergranaten mit hochbrisanter Sprengladung entwickelt wurde, ist die Erfindung
aber auch mit Vorteil bei Granaten mit Wirkstoffsätzen für
Tränengas, Leuchtstoff oder Nebelstoff anwendbar.
t · · ι
ZUSAMMENFASSUNG
Aus einem Rohr mit Hilfe einer Treibladung abzuschießende Granate mit einem pyrotechnischen v.-_ri-verungs zünder. Die
Zündung des Verzögerungssatzes erfo; ;t .^urch einen unter
der Wirkung der Treibladungsgase auf aie Zündpille des Verzögerungssatzes
schlagenden 'Zündbolzen. Im Boden der Granate ist eine das Innere der Granate gegenüber den Treibladungsgasen abdichtende und unter der Wirkung der Treibladungsgase
in Richtung zum Inneren der Granate deformierbare Membran aus Metall angeordnet, die an ihrer dem Inneren der Granate
zugewandten Innenseite die Zündpille oder den Zündbolzen für die Zündung des Verzögerungssatzes trägt.
Claims (3)
1. Aus einem Rohr mit Hilfe einer Treibladung abzuschießende
Granate mit einem pyrotechnischen Verzögerungszünder, wobei für die Zündung des Verzögerung £-**.- ,?r3 ein anter der
Wirkung der Treibladungsgase auf di - '-'.' Spille des Verzogerungssatzes
schlagender Zündbolzen vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß im Boden (3) der Granate eine
unter der Wirkung der Treibladungsgase in Richtung zum Inneren der Granate deformierbare Membran (12) aus Metall
angeordnet ist, die das Innere der Granate gegenüber den Treibladungsgasen abdichtet und an ihrer, dem Inneren der
Granate zugewandten Innenseite die Zündpille (10) oder den Zündbolzen für die Zündung des Verzogerungssatzes (6) trägt.
2. Granate nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine
weitere unter der Wirkung der Treibladungsgase deformierbare innere Membran (13) vorgesehen ist, die die Zündpille
(10) für die Zündung des Verzogerungssatzes (S) umschließt
und öffnungen für den Eingriff des zwischen Verzögerungssatz (6) und Zündpille (10) mit nach hinten gerichteter
Spitze relativ zur Granate in Ruhe befindlichen Zündbolzens
(11) und für den Austritt des Zündstrahles in Richtung
Verzögerungssatz (6) aufweist.
3. Granate nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der periphere Rand der Dichtungsmembran (12) und gegebenenfalls der inneren Membran (13) zwischen zwei
Ringen (15,17) eingeklemmt ist, wobei der äußere Ring
(17) mit dem Boden (3) der Granate verschraubt ist und
der innere Ring (15) eine gegen die Dxchtungsmembran (12) und gegebenenfalls innere Membran (13) gewandte konische
Stirnfläche aufweist, an die sich die Dichtungsmembran (12), gegebenenfalls samt der inneren Membran (13), unter der
Wirkung der Treibladungsgase anlegt.
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