DE102008010706A1 - Sprenggeschoss - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Sprenggeschoss mit einer Geschosshülle (2), die einen Innenraum (5) umschließt, der zum grö'ßten Teil mit einem Sprengstoff (6) gefüllt ist, an den sich ein den verbleibenden Innenraum ausfüllendes Volumenausgleichselement (7) anschließt. Um zu erreichen, dass die Gefahr einer ungewollten Zündung des Sprengstoffes (6) beim Abschuss gering ist, schlägt die Erfindung vor, als Sprengstoff (6) einen Flüssigsprengstoff zu verwenden, welcher nach dem Einbringen in den Innenraum (5) der Geschosshülle (2) nicht aushärtet, sondern flüssig bleibt.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Sprenggeschoss mit einer Geschosshülle, die einen Innenraum umschließt, der zum größten Teil mit einem Sprengstoff gefüllt ist, an den sich ein den verbleibenden Innenraum ausfüllendes Volumenausgleichselement anschließt.
- Ein verkapseltes, leicht handhabbar gemachtes Sprengmittel beschreibt die
DE 23 45 070 B2 , einen Sprengkörper dieDE 38 43 443 A1 . Verschiedene Sprenggeschosse sind unter anderem aus derDE 602 02 419 T2 , derDE 601 08 817 T2 , derDE 20 2004 019 504 U1 , derDE 295 19 568 U1 , derDE 39 13 543 C1 sowie derDE 196 26 660 C2 bekannt. - Wird ein Sprengstoff in flüssiger Form verwendet, wird der Sprengstoff üblicherweise in flüssiger Form in den Innenraum der Geschosshülle eingefüllt und anschließend ausgehärtet. Dabei kann es sowohl beim Gießen als auch beim Aushärten des Sprengstoffes zu Lunkerbildungen und gegebenenfalls auch zu Rissbildungen in dem Sprengstoff kommen. Derartige Lunker und Risse stellen ein nicht unwesentliches Sicherheitsrisiko dar, weil aufgrund der hohen Beschleunigung beim Abschuss des Sprenggeschosses die Lunker und Risse sehr schnell ihre Form ändern und sich die Luft in den Lunkern und Rissen aufgrund der dadurch auftretenden Kompression so stark erhitzen kann, dass es zu einer Zündung des entsprechenden Sprengstoffes kommt.
- Es ist daher in der Regel erforderlich, die Sprenggeschosse nach Einbringen und Aushärten des Sprengstoffes mittels einer Röntgenanlage auf Lunker und Risse zu überprüfen, was mit einem erheblichen Zeit- und Kostenaufwand verbunden ist.
- Aus der
EP 1 338 860 A2 ist ferner ein Verfahren zur Herstellung eines großkalibrigen Sprenggeschosses bekannt, bei dem sich in dem Innenraum der Geschosshülle eine kunststoffgebundene Sprengladung befindet, die in einem in das Geschoss eingebrachte entfaltbare Kunststoffhülle eingebracht wird. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Sprenggeschoss anzugeben, bei dem die Gefahr einer ungewollten Zündung des Sprengstoffes beim Abschuss geringer ist als bei Sprenggeschossen mit ausgehärtetem Flüssigsprengstoff.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere, besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.
- Die Erfindung beruht im Wesentlichen auf dem Gedanken, als Sprengstoff einen Flüssigsprengstoff zu verwenden, welcher nach dem Einbringen in den Innenraum der Geschoßhülle nicht aushärtet, sondern flüssig bleibt. Der nicht von dem Sprengstoff ausgefüllte Raum in der Geschosshülle wird durch ein Volumenausgleichselement aufgefüllt, welches sowohl die Volumenänderungen des Flüssigsprengstoffes bei Temperaturänderungen kompensiert, als auch den Flüssigsprengstoff abdichtet und ein Auslaufen des Sprengstoffes aus der Geschosshülle sicher verhindert.
- Das erfindungsgemäße Sprenggeschoss weist unter anderem den Vorteil auf, dass es auf einfache Weise herstellbar ist, da ein Aushärten des Sprengstoffes nach seinem Einbringen in die Geschosshülle entfällt.
- Vorzugsweise besteht das Volumenausgleichselement aus einem Behälter aus einem elastischen Material (beispielsweise einer geeigneten Kunststofffolie), der mit einem komprimierbaren Gas oder einer komprimierbaren Flüssigkeit gefüllt ist, wobei der Behälter mit der Innenwand der Geschosshülle gasdicht verbunden (beispielsweise verklebt) ist, so dass kein Gas, insbesondere keine Luft, zwischen das Ausgleichselement und den Flüssigsprengstoff gelangen kann.
- Selbstverständlich muss der Behälter des Volumenausgleichselementes aus einem Werkstoff bestehen, der sowohl mit dem Sprengstoff als auch mit den übrigen im Geschoss verwendeten Materialien (sofern diese mit dem Behälter in Berührung kommen) verträglich ist, so dass die entsprechenden Werkstoffeigenschaften über einen längeren Zeitraum in dem vorgegebenen Temperaturbereich beibehalten werden. So ist es nicht selten, dass der Käufer entsprechender Sprenggeschosse eine Nutzungsdauer derartiger Geschosse von beispielsweise 25 Jahren vorschreibt.
- Außerdem muss der Werkstoff des Behälters derart gewählt werden, dass kein Entweichen des in ihm befindlichen Gases oder der in ihm befindlichen Flüssigkeit während der gewährleisteten Nutzungsdauer erfolgen kann.
- Das Volumenausgleichselement ist vorgeformt und auf die geplante Position in der Geschossogive angepasst. Beim Einführen, in einen Vakuum bzw. Unterdruck, in das Geschoss wird das Volumenausgleichselement vorzugsweise gefaltet oder zusammengedrückt. Durch die Vorformung des Volumenausgleichselements und das enthaltene Gas entspannt sich der Körper nach dem Einführen wieder und fügt sich in die Ogive ein bzw. dieser an. Der Klebstoff sollte vorher im Bereich der Ogive aufgebracht werden, wo das Volumenausgleichselement sitzen wird, um eine gleichmäßige Klebstoffschicht zu bekommen. Das Aufbringen kann vorzugsweise durch Aufspritzen erfolgen.
- Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem folgenden, anhand einer Figur erläuterten Ausführungsbeispiel.
- In der Figur ist der Längsschnitt durch ein nur schematisch dargestelltes drallstabilisiertes Sprenggeschoss (Artilleriegeschoß) ohne Kopfzünder wiedergegeben. Das Sprenggeschoss
1 umfasst eine Geschosshülle2 aus Stahl, die vorderseitig eine Öffnung3 aufweist, in welche ein nicht dargestellter Aufschlagzünder einschraubbar ist. - In der Geschosshülle
2 befindet sich ein in Richtung der Längsachse4 des Sprenggeschosses1 erstreckender Innenraum5 , der Sprengstoff6 aufnimmt. Dabei handelt es sich bei dem Sprengstoff6 erfindungsgemäß um Flüssigsprengstoff. - Der sich vorderseitig an den Flüssigsprengstoff
6 anschließende Raum ist durch ein elastisches Volumenausgleichselement7 ausgefüllt, welches beispielsweise mittels einer zünderseitig angeordneten Druckplatte (nicht dargestellt) unter Vorspannung steht. Dabei besteht dieses Volumenausgleichselement7 aus einem Behälter8 aus elastischem Material (beispielsweise einer Kunststofffolie), in dem sich ein komprimierbares Gas9 befindet. Bei einer Erwärmung des Flüssigsprengstoffes6 wird das Volumenausgleichselement7 durch die Ausdehnung des Sprengstoffes6 zusammengedrückt. Bei einer Abkühlung des Flüssigsprengstoffes6 dehnt sich das Volumenausgleichselement7 hingegen aus, um in diesem Fall das Schrumpfen des Sprengstoffes6 auszugleichen. - Der elastische Behälter
8 ist mit der Innenwand10 der Geschosshülle2 verklebt (die Klebeschicht ist in der Figur mit dem Bezugszeichen11 versehen), so dass das Volumenausgleichselement7 lagefixiert in der Geschosshülle2 angeordnet ist und keine Luft an dem Kopfzünder vorbei zwischen das Volumenausgleichselement7 und den Flüssigsprengstoff6 gelangen kann. -
- 1
- Sprenggeschoss, Geschoss
- 2
- Geschosshülle
- 3
- Öffnung
- 4
- Längsachse
- 5
- Innenraum
- 6
- Sprengstoff, Flüssigsprengstoff
- 7
- Volumenausgleichselement
- 8
- Behälter
- 9
- Gas
- 10
- Innenwand
- 11
- Klebeschicht
- ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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- Zitierte Patentliteratur
-
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- - DE 3913543 C1 [0002]
- - DE 19626660 C2 [0002]
- - EP 1338860 A2 [0005]
Claims (3)
- Sprenggeschoss mit einer Geschosshülle (
2 ), die einen Innenraum (5 ) umschließt, der zum größten Teil mit einem Sprengstoff (6 ) gefüllt ist, dadurch gekennzeichnet, dass sich an den Innenraum (5 ) ein den verbleibenden Innenraum ausfüllendes Volumenausgleichselement (7 ) anschließt und es sich bei dem Sprengstoff (6 ) um einen Flüssigsprengstoff handelt. - Sprenggeschoss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Volumenausgleichselement (
7 ) aus einem Behälter (8 ) aus elastischem Material besteht, der mit einem komprimierbaren Gas (9 ) oder einer komprimierbaren Flüssigkeit gefüllt ist. - Sprenggeschoss nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (
8 ) des Volumenausgleichselementes (7 ) mit der Innenwand (10 ) der Geschosshülle (2 ) verklebt ist.
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