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Die
Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Abtrennung eines
Fahrgastraums eines Kraftfahrzeuges von einem Laderaum mit einem
flexiblen Rückhalteteil und einem Verankerungsteil zum Befestigen
des Rückhalteteiles.
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Aus
der
EP 1 153 795 B1 ist
eine Vorrichtung zur Abtrennung eines Fahrgastraums von einem Laderaum
eines Kraftfahrzeuges mit einem flexiblen Rückhalteteil
und einem Verankerungsteil zum Befestigen des Rückhalteteiles
an der Fahrzeugkarosserie bekannt, bei der als Rückhalteteil
ein bandartiges Haltenetz vorgesehen ist, das in einem Aufroller aufgenommen
ist. Der Aufroller ist an einer Bodenplatte ausgebildet, die zusammen
mit einer zweiten Bodenplatte eine quadratische Öffnung
verschließt, die der Aufnahme eines Ersatzrades dient.
An der oberen Kante des Haltenetzes ist ein stabartiges Verankerungsteil
angeordnet, an dessen Enden Einhängeeinrichtungen bzw.
Schlaufen zum Einhängen des Haltenetzes an im Kraftfahrzeug
befestigten Haken vorgesehen sind. Als nachteilig ist bei der bekannten Vorrichtung
insbesondere die relativ komplizierte Art der Sicherung von Gepäck
im Laderaum anzusehen, bei der das Haltenetz aus dem Aufroller herausgezogen,
um das festzuhaltende Gepäckstück gelegt wird und
anschließend die Schlaufen in entsprechend posi tionierte
Haken eingehängt werden. Durch diese Maßnahmen
wird insbesondere der Zugriff auf das Gepäck vom Innenraum
des Kraftfahrzeuges erheblich erschwert. Als nachteilig sind auch
die relativ hohen Herstellungskosten anzusehen, die mit der Verwendung
von Aufrollmechanismen verbunden sind.
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Es
ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art zu schaffen, die kostengünstig herstellbar ist und
einen einfachen Zugriff auf in dem Laderaum gelagerte Gegenstände vom
Innenraum des Kraftfahrzeuges ermöglicht, wobei sowohl
ein großer Komfort als auch eine hohe Sicherheit für
Fahrzeuginsassen gewährleistet ist.
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Erfindungsgemäß wird
die Aufgabe dadurch gelöst, dass das Rückhalteteil
mindestens zwei zueinander beabstandete Versteifungselemente umfasst,
die gegenüber einer in der Fahrtrichtung des Kraftfahrzeuges
wirkenden Kraft ein hohes Widerstandsmoment und gegenüber
einer der Fahrtrichtung entgegen gesetzten Richtung wirkenden Kraft ein
niedriges Widerstandsmoment aufweisen.
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Aufgrund
dieser Ausgestaltung wirkt das Rückhalteteil bei einer
plötzlichen Bremsung oder einem Auffahrunfall des Kraftfahrzeuges
einer Verlagerung von Ladegut aus dem Laderaum in den Fahrgastraum
entgegen und gibt bei einer Kraftbeaufschlagung in Richtung des
Laderaums denselben frei, damit ein Fahrzeuginsasse vom Fahrgastraum aus
auf das Ladegut zugreifen kann. Unter einem Kraftfahrzeug in Sinne
der Erfindung sind sowohl so genannte Kombis als auch Vans oder
Lieferwagen zu verstehen und der Fahrgastraum kann lediglich eine Sitzreihe
aber auch zwei oder mehr Sitzreihen umfassen. Das Rückhalteteil
erstreckt sich im Wesentlichen über die gesamte Innenbreite
des Kraftfahrzeuges und reicht insbesondere bis zum Himmel. Unter Angepassung
an die Geometrie des Kraftfahrzeuges im Querschnitt kann das Rückhalteteil
beispielsweise rechteck- oder trapezförmig ausgebildet
sein.
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Um
eine hohe Verformbarkeit bzw. Flexibilität des Rückhalteteils
zu erzielen, sind zweckmäßigerweise die Versteifungselemente
durch kettenartig verbundene Scharnierglieder gebildet. Zur Schaffung einer
relativ großen Stabilität ist jedes Scharnierglied im
Wesentlichen durch einen Grundkörper sowie am Grundkörper
angeformte Verbindungslaschen mit Lagerbohrungen gebildet, die Lagerbolzen
des Grundkörpers eines folgenden Scharniergliedes in einer
Richtung schwenkbar lagern. Selbstverständlich sind mindestens
zwei seitliche Verbindungslaschen als auch eine zentrale, also mittig
angeordnete, Verbindungslasche vorgesehen und der Lagerbolzen kann
entweder an dem Grundkörper angeformt oder als separates
Bauteil ausgebildet und in eine entsprechende Bohrung des Grundkörpers
eingesetzt sein.
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Zweckmäßigerweise
ist das niedrige Widerstandsmoment der Versteifungselemente durch
einen Freigang zweier benachbarter Scharnierglieder realisiert.
Im Weiteren ist das hohe Widerstandsmoment der Versteifungselemente
durch einen Kraftschluss zweier benachbarter Scharnierglieder realisiert.
In Ausgestaltung weist der Grundkörper eine Grundfläche
auf, von der im Wesentlichen rechtwinklig Stirnflächen
abgehen, die über ein konvexe Wölbung miteinander
verbunden sind, wobei von der einen Stirnfläche die Verbindungslaschen
rechtwinklig abgehen, die Lagerbohrungen der Verbindungslaschen
um den Radius der Wölbung von der zugeordneten Stirnfläche
beabstandet und die in die Lagerbohrungen eingreifenden Lagerbolzen
im Radius der Wölbung angeordnet sind. Aufgrund dieser
einfachen geometrischen Ausgestaltung ist zum einen eine Verschwenkbarkeit
und zum anderen eine Selbstaussteifung der miteinander verbundenen Grundkörper
gewährleistet. Nach der Einarbeitung von entsprechenden
Aussparungen in die Grundkörper kann die Versteifung der
Versteifungselemente durch Formschluss erfolgen. Dadurch kann das Rückhalteteil
im Falle einer Nichtbenutzung teilweise oder ganz zusammen gerollt
oder umgeklappt werden, wodurch zum einen eine freie Sicht nach
hinten gegeben und zum faderen ein besseres Verstauen von Ladegut
möglich ist.
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Vorzugsweise
sind in die Versteifungselemente Federelemente integriert, die ein
selbständiges Aufstellen des Rückhalteteiles bewirken.
Die Federelemente sind bevorzugt als Drehschenkelfedern oder Federstahlstreifen
ausgeführt. Durch diese Maßnahme wird erreicht,
dass sich das Rückhalteteil federbeaufschlagt selbsttätig
aufrichtet, in einer vertikalen Position bleibt und nicht selbsttätig
in Richtung Laderaum kollabiert.
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Das
flexible Rückhalteteil umfasst zweckmäßigerweise
ein Netz. Diese Ausführung zeichnet sich insbesondere durch
ein optimales niedriges Gewicht und eine mögliche Sicht
nach hinten aus. ist In alternativer Ausgestaltung weist das flexible
Rückhalteteil eine Matte auf, was eine Erhöhung
der Festigkeit der Vorrichtung bewirkt.
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Eine
sichere und einfach zu bewerkstelligende Montage in einer eindeutigen
Position ist dadurch gewährleistet, dass das Verankerungsteil
im unteren Bereich des Rückhalteteiles angeordnet ist und
Mittel aufweist, die ein falsches Montieren des Rückhalteteiles
im Kraftfahrzeug verhindern. Die Mittel sind durch Vorsprünge
oder Stifte mit unterschiedlichem Durchmesser gebildet. Die Stifte
sind in entsprechend ausgebildete Ausnehmungen des Kraftfahrzeuges
einsteckbar bzw. einrastbar. Die Ausnehmungen können in
hinteren Seitenwänden der Fahrzeugkaros serie oder an der
hinteren Seite der Sitze, insbesondere der Rücksitze, ausgebildet
sein.
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Um
den Schutz vor in den Fahrgastraum eindringender Ladung, beispielsweise
in einem Crash-Fall oder bei einer starken Bremsung, weitergehend
zu verbessern, sind im Dachbereich des Kraftfahrzeuges form- oder
kraftschlüssige Haltemittel zum oberseitigen Befestigen
des flexiblen Rückhalteteiles vorgesehen.
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Es
versteht sich, dass die vorstehend genannten und nachstehend noch
zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen
Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen verwendbar sind.
Der Rahmen der Erfindung ist nur durch die Ansprüche definiert.
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Die
Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispieles
unter Bezugnahme auf die zugehörigen Zeichnungen näher
erläutert. Es zeig:
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1 einen
schematischen Längsschnitt eines Kraftfahrzeuges mit einer
erfindungsgemäßen Vorrichtung,
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2 eine
schematische Darstellung der Vorrichtung mit einer Teildarstellung
des Kraftfahrzeuges nach 1,
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3 eine
vergrößerte Teildarstellung eines Versteifungselementes
der Vorrichtung nach 1,
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4 Darstellungen
einer Schwenkbewegung des Versteifungselementes nach 3 und
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5a bis 5c Darstellungen
des Kraftfahrzeuges nach 1 mit der Vorrichtung in unterschiedlichen
Lagen.
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Das
Kraftfahrzeug 1, dessen Fahrtrichtung mit einem Pfeil 6 angedeutet
ist, umfasst einen Laderaum 2, der mittels eines flexiblen
Rückhalteteiles 3 von einem Fahrgastraum 4 getrennt
ist, um Ladegut 7 im Laderaum 2 vor einer Verlagerung,
beispielsweise durch eine Bremsung des Kraftfahrzeuges bedingt,
in den Fahrgastraum 4 zu verhindern. Das Rückhalteteil 3 erstreckt
sich quer zur Längsrichtung des Kraftfahrzeuges 1 über
dessen gesamte Breite und in vertikaler Richtung mindestens von
unterhalb der Oberkante einer Sitzlehne bis zu einem Himmel des
Kraftfahrzeuges 1, damit Insassen wirksam vor sich verlagerndem
Ladegut 7 geschützt sind. Das Rückhalteteil 3 ist
mit Hilfe eines Verankerungsteiles 5 im Bodenbereich des
Laderaums 2 karosserieseitig befestigt. Zusätzlich
können nicht dargestellte form- oder kraftschlüssige
Befestigungselemente zum Einhängen des Rückhalteteiles 3 im
Dachbereich des Kraftfahrzeuges 1 vorgesehen sein.
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Das
Rückhalteteil 3 umfasst im Wesentlichen ein Haltenetz 17,
das in gleichen Abständen an parallel zueinander angeordneten
Versteifungselementen 8 gehalten ist, die mit einem Ende
an dem Verankerungsteil 5 festgelegt sind. Zum Aufspannen
des Haltenetzes 17 sind mindestens zwei Versteifungselemente 8 erforderlich.
Die Befestigung der Versteifungselemente 8 erfolgt beispielsweise
in Taschen, die in das Haltenetz 17 eingearbeitet sind.
Um eine falschen Montage des Verankerungsteils 5 zu vermeiden,
weist das Verankerungsteil 5 Vorsprünge bzw. Stifte 9, 10 mit
unterschiedlichen Durchmessern auf, die in entsprechend geformte
karosserieseitige Ausnehmungen 11, 12 einsetzbar
und durch Steck- oder Rastverbindungen fixierbar sind.
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Die
Versteifungselemente 8 bestehen jeweils aus einer kettenartigen
Anordnung einzelner Scharnierglieder 13, die jeweils im
Wesentlichen durch einen Grundkörper 14 sowie
am Grundkörper 14 angeformte Verbindungslaschen 15 mit
Lagerbohrungen 19 gebildet sind, die Lagerbolzen 20 des
Grundkörpers 14 eines folgenden Scharniergliedes 13 in
einer Richtung schwenkbar lagern. Die Auslegung der Scharnierglieder 13 ist
derart, dass die Versteifungselemente 8 gegenüber
einer in einer Richtung wirkenden Kraft ein geringes Widerstandsmoment,
d. h. eine hohe Verformbarkeit bzw. Flexibilität, aufweisen, während
sie gegenüber einer in einer entgegengesetzten Richtung
wirkenden Kraft ein hohes Widerstandsmoment, d. h. eine hohe Formstabilität
aufweisen.
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Hierzu
weist der Grundkörper 14 eine ebene Grundfläche 21 auf,
von der rechtwinklig Stirnflächen 22 abgehen,
die über ein konvexe Wölbung 23 miteinander
verbunden sind, wobei von der einen Stirnfläche 22 die
Verbindungslaschen 15 rechtwinklig abgehen. Die Lagerbohrungen 19 sind
um den Radius der Wölbung 23 von der zugeordneten
Stirnfläche 22 beabstandet angeordnet und die
Lagerbolzen 20 befinden sich im Radius der Wölbung 23.
Sonach ist in einer Richtung gemäß einem Pfeil 16 ein
Freigang zwischen benachbarten Scharniergliedern 13 bzw. deren
Grundkörpern 14 vorhanden und das Versteifungselement 8 ist
schwenkbar über die Wölbungen 23, die über
die zugeordneten Stirnflächen 22 abgleiten. In
der dazu entgegengesetzten Richtung ist das Versteifungselement 8 nicht
schwenkbar, da sich die Seitenflächen 22 benachbarter
Scharnierglieder 13 gegenseitig in ihrer Bewegung hemmen,
da sie in kraft schlüssige gegenseitige Anlage kommen, wodurch
ein hohes Widerstandsmoment herrscht.
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Die
Vorrichtung wird zur Abtrennung des Fahrgastraums 4 vom
Laderaum 2 derart in dem Kraftfahrzeug 1 angeordnet,
dass die Wölbungen 23 der Grundkörper 14 der
Scharnierglieder 13 in Richtung des Laderaums 2 weisen
und in Fahrtrichtung gemäß Pfeil 6 ein
hohes Widerstandsmoment vorhanden ist, wobei das Rückhalteteil 3,
wenn es oberseitig nicht im Dachbereich gehalten ist, eine geringfügige
Verformung in Richtung des Fahrgastraumes 4 aufweisen kann,
wie es durch die dünne Linie 24 nach 5a angedeutet
ist. Diese Verformung ist durch ein notwendiges Spiel zwischen den
einzelnen Scharniergliedern 13 sowie deren elastischer
Verformung hervorgerufen. Das Rückhalteteil 3 verhindert in
dieser Lage bis zu einem vorgegebenen bzw. konstruktiv realisierbaren
Maß das Eindringen des Ladegutes 7 in den Fahrgastraum 4,
wenn das Rückhalteteil 3 in Fahrtrichtung gemäß dem
Pfeil 6 belastet wird. Andernfalls kann das Rückhalteteil 3 gemäß der gestrichelten
Linie 25 in den Laderaum 2 verschwenkt werden,
so dass dieser für Fahrzeuginsassen von Fahrgastraum 4 aus
zugänglich ist.
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5b zeigt
eine weitere Betriebsstellung, in der das Rückhalteteil 3 durch
die Wirkung einer entgegen der Fahrtrichtung gerichteten Kraft derart umgelegt
wird, dass es beispielsweise auf Ladegut 7 aufliegt. Durch
diese Betriebsstellung wird eine optimale Durchlademöglichkeit
des Laderaums 2 von außen und eine Möglichkeit
des Zugriffs in den Laderaum 2 vom Fahrgastraum 4 her
gewährleistet.
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In 5c ist
eine Möglichkeit dargestellt, die Vorrichtung im Falle
der Nichtnutzung oder beim Transport von sehr langem Ladegut 18 im
Kraftfahrzeug 1 derart zu positionieren, dass sich das
Rückhalteteil 3 nahezu senkrecht nach unten erstreckt.
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- 1
- Kraftfahrzeug
- 2
- Laderaum
- 3
- Rückhalteteil
- 4
- Fahrgastraum
- 5
- Verankerungsteil
- 6
- Pfeil
- 7
- Ladegut
- 8
- Versteifungselement
- 9
- Stift
- 10
- Stift
- 11
- Ausnehmung
- 12
- Ausnehmung
- 13
- Scharnierglied
- 14
- Grundkörper
- 15
- Verbindungslasche
- 16
- Pfeil
- 17
- Haltenetz
- 18
- langes
Ladegut
- 19
- Lagerbohrung
- 20
- Lagerbolzen
- 21
- Grundfläche
- 22
- Stirnfläche
- 23
- Wölbung
- 24
- Linie
- 25
- Linie
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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