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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren und Vorrichtung zur Unterstützung
einer Bedienung eines von Hand bewegbaren Karosseriebauteils eines Fahrzeuges,
wobei das Karosseriebauteil mittels eines steuerbaren elektrischen
Antriebs bewegt wird.
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Aus
der
DE 196 19 210
A1 ist eine Schiebetür mit steuerbarem elektrischen
Antrieb bekannt. Der steuerbare elektrische Antrieb wirkt über
ein Ritzel derart auf eine mit der Schiebetür verbundene Zahnstange,
dass die Schiebetür jederzeit und ohne großen
Aufwand bedarfsweise auch von Hand betätigbar ist und auch
bei Handbetrieb sicher in den jeweiligen Endpositionen arretierbar
ist. Dazu weist die Schiebetür einen elektrischen, auf
deren Schloss wirkenden Öffner auf.
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Ferner
beschreibt die
DE
10 2005 061 610 A1 ein Verfahren sowie eine Vorrichtung
zum Steuern einer Schließbewegung eines Karosseriebauteils
für Fahrzeuge, insbesondere für Kraftfahrzeuge.
Das Verfahren sieht vor, eine Belastung beim Schließen eines
von Hand schließbaren Karosseriebauteiles, beispielsweise
das Schließen einer Tür, zu reduzieren. Dabei
durchläuft das Karosseriebauteil bei der Schließbewegung,
ausgehend von einer geöffneten Stellung, einen ersten Verstellbereich,
in dem das Karosseriebauteil ohne Eingriff einer Steuerelektronik
auf einen elektrischen Antrieb zu einer geschlossenen Stellung hinbewegt
wird. In einem zweiten Verstellbereich greift die Steuerelektronik
ein, wobei die Schließbewegung mittels des elektrischen
Antriebs derart verändert wird, dass eine kinetische Energie des
Karosseriebauteils nach Durchlaufen des zweiten Verstellbereiches
unabhängig von einer Anfangsgeschwindigkeit einen vorgebbaren
Grenzwert nicht überschreitet. In einem dritten Verstellbereich
wird das Karosseriebauteil automatisch zugezogen, bis eine Vor-
oder Hauptraste eines Schlosses erreicht ist.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren
sowie eine Vorrichtung zur Ansteuerung eines von Hand bewegbaren
Karosseriebauteils, insbesondere eine Tür, eines Fahrzeuges
unter dem Aspekt einer Unterstützung und einer Reduzierung
des Kraftaufwandes zum Öffnen oder Schließen des
Karosseriebauteils anzugeben.
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Die
Aufgabe wird erfindungsgemäß hinsichtlich des
Verfahrens durch die in Anspruch 1 angegebenen und hinsichtlich
der Vorrichtung durch die in Anspruch 8 angegebenen Merkmale gelöst.
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Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
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Beim
erfindungsgemäßen Verfahren zur Unterstützung
einer Bedienung eines von Hand bewegbaren Karosseriebauteils eines
Fahrzeuges wird das Karosseriebauteil mittels eines steuerbaren
elektrischen Antriebs bewegt, wobei anhand von mindestens einem
an einem Bedienelement des Karosseriebauteils und/oder in dessen
Umgebungsbereich angeordneten Sensor ein Signal erfasst wird, anhand dessen
mittels einer Steuereinheit der elektrische Antrieb derart gesteuert
wird, dass das Karosseriebauteil zwischen einer Offenstellung und
einer Geschlossenstellung in die Offenstellung oder die Geschlossenstellung
oder in eine beliebige Zwischenstellung bewegt wird.
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Durch
eine derartige bedien- und sensorgesteuerte Bewegung des Karosseriebauteils
ist sichergestellt, dass die zum Betätigen des Karosseriebauteils
aufzubringende manuelle Kraft eines Benutzers reduziert wird. Hierdurch
ist der Bedienkomfort eines von Hand bewegbaren Karosseriebauteils
deutlich verbessert. Dabei wird ein Bediener mittels des steuerbaren
elektrischen Antriebs unterstützt und ein Kraftaufwand
zum Bedienen des Karosseriebauteils vorteilhaft reduziert. Bei dem
bewegbaren Karosseriebauteil kann es sich insbesondere um eine Schiebetür,
Schwenktür oder Heckklappe oder dergleichen handeln. Gegenüber
herkömmlichen automatischen Betätigungen des Karosseriebauteils
ist beim erfindungsgemäßen Verfahren sichergestellt,
dass bei Loslassen des Bedienelements und somit Unterbrechen der
manuellen Betätigung des Bedienelements und/oder des Karosseriebauteils
automatisch die Bewegung des Karosseriebauteils gestoppt wird, wodurch
das Karosseriebauteil in der gewünschten Position gehalten
wird. Darüber hinaus kann auf zusätzliche, aus
dem Stand der Technik bei automatischen Öffnungs- und Schließbewegungen
des Karosseriebauteils bekannte akustische Warntöne verzichtet werden,
da der Benutzer selbst die Bewegung des Karosseriebauteils beeinflusst
und durch die sensorgesteuerte Betätigung in dieser Betätigung
unterstützt wird, so dass nur eine geringe oder nur eine Berührung
und somit keine Betätigungskraft ausgeführt werden
muss.
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Durch
das erfindungsgemäße Verfahren kann somit der
Bediener des Karosseriebauteils in vorteilhafter Weise seinen gewohnten
Bewegungsablauf beibehalten und wird mittels des steuerbaren elektrischen
Antriebs unterstützt.
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Zweckmäßigerweise
wird an einem Bedienelement, insbesondere an einem Türgriff,
und/oder in dessen unmittelbaren Umgebungsbereich mindestens ein
Sensor angeordnet. Bei Karosseriebauteilen, wie z. B. bei einer
Heckklappe, ist mindestens ein Sensor an dem Bedienelement, insbesondere
dem Heckklappengriff, -taster oder -öffner angeordnet.
In einer möglichen Ausführungsform können
weitere Sensoren vorgesehen sein, welche in Bereichen angeordnet
sind, die üblicher Weise für ein manuelles öffnen
genutzt werden, zum Beispiel ein unterer Rand der Heckklappe, wodurch
der Bediener in seinem gewohnten Bewegungsablauf vorteilhaft beim Schließen
oder öffnen unterstützt wird.
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Anhand
des mindestens einen Sensors wird eine auf das Bedienelement wirkende
oder aufgewendete Kraft und/oder eine am Bedienelement wirkende
Berührung erfasst. Vorzugsweise wird die Kraft und/oder
Berührung richtungsbezogen erfasst. Beispielsweise wird über
die auf das Bedienelement wirkende Kraft und deren Richtung erfasst,
ob das Karosseriebauteil geöffnet oder geschlossen werden soll.
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Anhand
des erfassten Signals und insbesondere in Abhängigkeit
von der erfassten Richtung der wirkenden Kraft, z. B. Druck- oder
Zugkraft, und/oder Berührung sowie in Abhängigkeit
vom Wert der erfassten Kraft bzw. von der Art der Berührung
wird der elektrische Antrieb dann derart gesteuert, dass das Karosseriebauteil
selbsttätig geschlossen bzw. geöffnet wird. D.
h. das Karosseriebauteil bewegt sich in die vorgesehene Richtung
und gibt den öffnungsweg frei oder schließt diesen.
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Dabei
wird eine Steuerelektronik der Steuereinheit derart ausgelegt, dass
bereits bei einer möglichst gering wirkenden Kraft oder
nur anhand der Art der Berührung (Ziehen oder Drücken)
das Karosseriebauteil in die betreffende Richtung in die Offenstellung,
in eine Zwischenstellung oder in die Geschlossenstellung bewegt
wird. Bei einer Änderung der Bewegung oder der Richtung
der wirkenden Kraft am Bedienelement wird automatisch die Bewegung
des Karosseriebauteils reversiert. Auch kann die Bewegung des Karosseriebauteils
verändert, insbesondere beschleunigt, gebremst oder mit
konstanter Geschwindigkeit in Abhängigkeit von der ausgeübten Kraft
am Bedienelement ausgeführt werden, vorausgesetzt, dass
der Benutzer dabei das Bedienelement und/oder das Karosseriebauteil
berührt. Alternativ oder zusätzlich kann die Bewegungsrichtung,
die Geschwindigkeit und/oder die Geschwindigkeitsänderung
der Bewegung des Karosseriebauteils erfasst und zur Steuerung des
elektrischen Antriebs verwendet werden. So kann beispielsweise unabhängig
von der Betätigung des Bedienelements bei einem beispielsweise
auf einer geneigten Straße abgestellten Fahrzeug mit als
Schiebetür ausgebildeten Karosseriebauteil, das ungewollt öffnet,
die aus der Neigung resultierende ungewollte Bewegung der Schiebetür erfasst
und gegebenenfalls geändert, beispielsweise reversiert
werden.
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Auch
können weitere Parameter, wie beispielsweise Fahrzeugparameter,
z. B. Fahrzeugstillstand, Fahrzeuggeschwindigkeit, und/oder Bedienparameter,
z. B. Betätigung des Tasters oder Griffs einer Heckklappe,
erfasst und zur Anpassung der momentanen Bewegung und/oder Auslösen
einer Bewegung des Karosseriebauteils verwendet werden.
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Sobald
vom Sensor keine auf das Bedienelement wirkende Kraft oder eine
Berührung erfasst wird, beispielsweise beim Loslassen des
Bedienelements, wird der elektrische Antrieb gestoppt, wodurch das
Karosseriebauteil angehalten und bevorzugt arretiert wird. Dadurch,
dass der elektrische Antrieb ausschließlich bei wirkender
Kraft angesteuert wird, kann vorzugsweise auf einen Einsatz von
sonst üblichen erforderlichen Sensoren und/Aktoren zum Einklemmschutz
verzichtet werden.
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Alternativ
zu dem Kraft erfassenden Sensor kann mindestens ein großflächig
angeordneter kapazitiver Sensor verwendet werden. Diese Ausführungsform
von Sensoren erfasst vorzugsweise eine Berührung des Bedieners.
Bei Verwendung eines solchen ausgeführten Sensors kann
dieser an beliebigen Flächen des Fahrzeuges bzw. der Karosserie angeordnet
werden, wobei bei Berührung dieser Flächen die
Bewegung des Karosseriebauteils ausgelöst wird.
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Üblicherweise
wird bei Fahrzeugen mit automatischem Öffnen oder Schließen
beispielsweise einer Heckklappe ein akustisches Warnsignal ausgegeben.
Durch die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens
kann dieses entfallen, da die Heckklappe nur dann betätigt
wird, wenn das betreffende Bedienelement oder die Heckklappe selbst
entsprechend bedient und/oder berührt wird.
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Darüber
hinaus ist gegenüber dem häufig lauten und kräftigen
Schließen des Karosseriebauteils beim erfindungsgemäßen
Verfahren selbst bei einer langsamen Bewegung des Karosseriebauteils sichergestellt,
dass das Karosseriebauteil lediglich in Abhängigkeit von
einer Betätigung des Bedienelements und/oder einer Berührung
des Karosseriebauteils und unabhängig von der Geschwindigkeit
selbsttätig schließt, besonders vorteilhaft selbsttätig
in eine zu dem Karosseriebauteil korrespondierende Schließvorrichtung
eingreift und dort arretiert.
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Für
einen gewohnten Bewegungsablauf, wie Beschleunigung und Abbremsen
des Karosseriebauteils hinsichtlich eines Öffnens und Schließens
wird der ansteuerbare elektrische Antrieb derart ausgeführt,
dass dieser gegenüber automatischen Türen einen
größeren dynamischen Bereich aufweist. Dabei wird
beispielsweise bei einer geringen Geschwindigkeit bei der Öffnungs-
oder Schließbewegung des Karosseriebauteils ein großes
Antriebsmoment vorgehalten, wodurch ein exaktes Schließen,
insbesondere das Eingreifen des Karosseriebauteils in die Schließvorrichtung
sichergestellt wird.
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Ferner
wird der elektrische Antrieb dergestalt ausgeführt, dass
dieser eine Selbsthemmung aufweist, um beispielsweise beim Loslassen
des Bedienelements die Karosserieklappe abgebremst, gehalten und
arretiert wird.
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung werden anhand von Zeichnungen näher erläutert.
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Dabei
zeigen:
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1 schematisch
in Blockdarstellung einen Steuerkreis des erfindungsgemäßen
Verfahrens zur Betätigung eines bewegbaren Karosseriebauteils
eines Fahrzeugs,
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2a bis 2g schematisch
mögliche Positionen zur Anordnung von Sensoren, insbesondere
Kraftsensoren oder Berührungssensoren an der Karosserie
oder an Karosseriebauteilen des Fahrzeuges,
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2a schematisch
eine Schiebetür mit an dieser außen und/oder innen
angeordneten Sensoren,
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2b schematisch
eine Schwenktür mit innen an einem Türöffner
und einer Türverkleidung angeordneten Sensoren,
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2c schematisch
eine Schwenktür mit einem außen an einem Türgriff
angeordneten Sensor,
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2d schematisch
eine geöffnete Heckklappe mit innen an einem Bedienelement
angeordneten Sensoren,
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2e schematisch
eine weitere Heckklappe mit innen an Bedienelementen angeordneten Sensoren,
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2f schematisch
eine weitere Heckklappe mit innen an Bedienelementen angeordneten Sensoren,
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2g schematisch
eine geschlossene Heckklappe mit außen an einem Türöffner
angeordneten Sensoren, und
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3 schematisch
eine weitere Darstellung eines Steuerkreises zur Ausführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens am Beispiel einer
Schiebetür mit an dieser angeordneten kapazitiven Sensoren.
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Einander
entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
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1 zeigt
schematisch eine Darstellung eines Steuerkreises 1 einer
Vorrichtung für eine Unterstützung einer Bedienung
eines von Hand bewegbaren Karosseriebauteils 2, z. B. einer
Fahrzeugtür, einer Schiebetür, einer Heckklappe,
eines Heckdeckels oder dergleichen.
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Für
eine bedien- und sensorgesteuerte Betätigung des Karosseriebauteils 2 umfasst
dieses mindestens einen Sensor 4, der beispielsweise an
einem Bedienelement 5 des Karosseriebauteils 2 oder
in einem Umgebungsbereich des Karosseriebauteils 2, insbesondere
an einer anderen Fahrzeugkomponente angeordnet ist. Das vom Sensor 4 erfasste
Signal wird einer Steuereinheit SE zugeführt, die anhand des
erfassten Signals einen elektrischen Antrieb 3 steuert,
der das Karosseriebauteil 2 zwischen einer Offenstellung
und einer Geschlossenstellung in die Offenstellung oder die Geschlossenstellung
oder in eine beliebige Zwischenstellung bewegt.
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In 2a ist
als eine mögliche Ausführungsform für
das Karosseriebauteil 2 eine Schiebetür 2.1 gezeigt.
Als Sensor 4 umfasst das Karosseriebauteil 2 mehrere
Sensoren 4, die beispielsweise als Kraftsensoren 4.1, 4.2 fahrzeuginnenseitig
im Fensterbereich A und fahrzeugaußenseitig an einem als
Türgriff 5.1 ausgebildeten Bedienelement 5 angeordnet sind.
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Alternativ
können die Kraftsensoren 4.1 auch dort angeordnet
sein, wo ein Bediener bei einer manuellen Betätigung üblicher
Weise das Karosseriebauteil 2 anfassen würde.
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Im
Betrieb der Vorrichtung wird beim Betätigen oder Berühren
des Bedienelements 5 und/oder des Karosseriebauteils 2 selbst
mittels mindestens einer der Sensoren 4, d. h. einer der
Kraftsensoren 4.1, die auf das Bedienelement 5 wirkende
Kraft und/oder die am Bedienelement 5 wirkende Berührung
erfasst. Die erfassten Signale werden der Steuereinheit SE zugeführt
und verarbeitet. Hierbei wertet die Steuereinheit SE die zugeführten
Signale hinsichtlich einer Richtung, einer Geschwindigkeit und/oder
Geschwindigkeitsänderung der getätigten Bewegung
des Karosseriebauteils 2, insbesondere der Schiebetür 2.1 aus.
In Abhängigkeit von der Größe und der
Richtung der wirkenden Kraft bzw. der Art der Berührung,
Drücken oder Ziehen, wird mittels der Steuereinheit SE
der elektrische Antrieb 3 derart gesteuert, dass das Karosseriebauteil 2 in
die betreffende Richtung oder in umgekehrter Richtung mit entsprechender
oder einer vorgebbaren Geschwindigkeit bewegt wird.
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Dabei
ist die Steuereinheit SE insbesondere ein dort hinterlegter Steueralgorithmus
derart ausgelegt, dass bereits bei sehr kleinen am Türgriff 5.1 wirkenden
Kräften, z. B. nur bei einem Berühren des Türgriffs 5.1 oder
des Karosseriebauteils 2 der elektrische Antrieb 3 zur
Bewegung und somit zum Öffnen bzw. Schließen des
Karosseriebauteils 2 entsprechend gesteuert wird. Insbesondere
wird der elektrische Antrieb 3 solange gesteuert und somit eine
Bewegung des Karosseriebauteils 2 ausgeführt, wie
das Bedienelement 5 bzw. das Karosseriebauteil 2 entsprechend
betätigt oder berührt wird. Mit anderen Worten:
Die Bewegung des Karosseriebauteils 2 korrespondiert mit
der Betätigung des Bedienelements 5 und/oder des
Karosseriebauteils 2 durch einen Benutzer. Somit erfolgt
eine Unterstützung der Bedienung des von Hand bewegbaren
Karosseriebauteils 2 schon bei geringen Kräften
mittels des steuerbaren elektrischen Antriebs 3 für
die Dauer der auf die Kraftsensoren 4.1 wirkenden Kraft
und in die betreffende, mit der Kraftrichtung korrespondierenden
Richtung. Wirkt durch den Bediener eine Kraft in entgegen gesetzte
Richtung an dem Türgriff 5.1, wird die Bewegung
vorzugsweise umgehend umgekehrt.
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Sobald
keine Kraft auf die Kraftsensoren 4.1 wirkt, beispielsweise
der Bediener lässt das Bedienelement 5, insbesondere
den Türgriff 5.1 los, hält der elektrische
Antrieb 3 vorzugsweise an, so dass das Karosseriebauteil 2 in
der betreffenden Stellung gehalten und gegebenenfalls in dieser
Stellung arretiert wird.
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Hierzu
weist der ansteuerbare elektrische Antrieb 3 beispielsweise
eine Selbsthemmung auf, wodurch das Karosseriebauteil 2 bei
Loslassen anhält und arretiert.
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Vorteil
der erfindungsgemäßen bedien- und sensorgesteuerten
Bewegung des Karosseriebauteils 2 ist, dass insbesondere
Sensoren für einen Einklemmschutz sicher vermieden sind.
Hierdurch ist die erfindungsgemäße Vorrichtung
besonders kostengünstig und einfach sowie wartungsarm.
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Der
ansteuerbare elektrische Antrieb 3 kann darüber
hinaus derart ausgelegt sein, dass dieser einen dynamischen Bereich
aufweist. Dabei stellt der ansteuerbare elektrische Antrieb 3 ein
aus dem manuellen Betätigen durch den Bediener resultierenden Bewegungsablauf
einer Beschleunigung und eines Abbremsens der Schließ-
oder Öffnungsbewegung des Karosseriebauteils 2 sicher.
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Bei
geringer Geschwindigkeit der Öffnungs- oder Schließbewegung
des Karosseriebauteils 2 wird ferner von dem ansteuerbaren
elektrischen Antrieb 3 ein großes Antriebsmoment
vorgehalten, wodurch ein exaktes Schließen, insbesondere
ein Eingreifen des Karosseriebauteils 2 in eine zu diesem
korrespondierende Schließvorrichtung sichergestellt wird. Durch
das Antriebsmoment ist ein geräuscharmes Schließen
des Karosseriebauteils 2 möglich.
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In
den 2a bis 2g sind
verschiedene Positionen zur Anordnung von Sensoren 4 an
verschiedenen Karosseriebauteilen 2 verschiedener Fahrzeuge
dargestellt.
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2b zeigt
einen Ausschnitt eines insbesondere als Schwenktür 2.2 ausgebildeten
Karosseriebauteils 2 von innen. Hierbei sind für
eine Öffnungsbewegung an der Innenseite der Schwenktür 2.2 zwei
Kraftsensoren 4.1 angeordnet. Einer der Kraftsensoren 4.1 ist
an dem Bedienelement 5, dem Türöffner 5.2,
angeordnet. Ein weiterer Kraftsensor 4.1 ist beispielsweise
an einer Armlehne 6 einer Türverkleidung 7 angeordnet. Üblicherweise
dient die Armlehne 6 zusätzlich einem Bewegungsablauf
einer Öffnungs- und einer Schließbewegung der
Schwenktür 2.2. Bei Betätigung des Bedienelements 5 und/oder
beim Berühren bzw. Betätigen der Armlehne 6 wird
anhand der Kraftsensoren 4.1 ein Signal erfasst, anhand
dessen dann der elektrische Antrieb 3 derart gesteuert
wird, dass die Schwenktür 2.2 in entsprechende
Richtung mit entsprechender Geschwindigkeit bewegt wird.
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In 2c ist
ein vergrößerter Ausschnitt der Schwenktür 2.2 von
außen mit einem äußeren Türgriff 5.1 dargestellt.
Dabei ist mindestens ein Kraftsensor 4.1 an dem Türgriff 5.1 angeordnet.
Erfasst der Kraftsensor 4.1 eine auf ihn wirkende Kraft,
wird der elektrische Antrieb 3 ausgelöst und eine
entsprechende Bewegung der Schwenktür 2.2 ausgeführt.
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Ein
Ausschnitt einer geöffneten Heckklappe 2.3 ist
in 2d dargestellt. Hierbei ist zu einer Unterstützung
einer Schließbewegung der Heckklappe 2.3 beispielsweise
ein dafür vorgesehenes Bedienelement 5, insbesondere
eine Schlaufe 5.3, insbesondere eine Handschlaufe angeordnet.
Dabei ist der Kraftsensor 4.1 an der Schlaufe 5.3 angeordnet
oder in diese integriert.
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Der
Bediener wird dahingehend unterstützt, dass bei entsprechendem
Greifen der Schlaufe 5.3 der elektrische Antrieb 3 derart
gesteuert wird, dass der Bewegungsablauf zum Öffnen oder
Schließen der Heckklappe 2.3 unterstützt
wird. Lässt der Bediener der Heckklappe 2.3 die
Schlaufe 5.3 los, hält die Heckklappe 2.3 in
dieser Position und wird dort vorteilhaft arretiert.
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2e zeigt
weitere mögliche, fahrzeuginnenseitige Bedienflächen
B zur Anordnung von Kraftsensoren 4.1 an einem als Heckklappe 2.3 ausgebildeten
Karosseriebauteil. Hierbei weist die Heckklappe 2.3 Bedienelemente 5 in
Form von Griffmulden 5.4 auf, in welche der Bediener eingreift,
um die Heckklappe 2.3 zu schließen. Bei dieser
Ausführungsform sind die Kraftsensoren 4.1 vorteilhaft
an bzw. in den Griffmulden 5.4 angeordnet.
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In 2f ist
die Heckklappe 2.3 mit den innenseitig, insbesondere an
der Unterkante der Heckklappe 2.3 angeordneten Griffmulden 5.4 im
vergrößerten Ausschnitt gezeigt.
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2g zeigt
eine Heckansicht des Fahrzeugs mit geschlossener Heckklappe 2.3 mit
einem Heckklappengriff 5.5 in Explosionsdarstellung. Hierbei
sind fahrzeugaußenseitig die Kraftsensoren 4.1 an
dem als Heckklappengriff 5.5 ausgebildeten Bedienelement 5 angeordnet.
Wird der Heckklappengriff 5.5 betätigt oder berührt,
wird der elektrische Antrieb 3 ausgelöst, wodurch
sich die Heckklappe 2.3 ohne erhöhten Kraftaufwand öffnen
lässt und in einer durch den Bediener vorgebbaren Position
arretiert. Dabei wird die Position durch die andauernde Betätigung
oder Berührung des Heckklappengriffs 5.5 bestimmt.
Wird der Heckklappengriff 5.5 losgelassen, so wird automatisch
der elektrische Antrieb 3 gestoppt und die Heckklappe 2.3 bleibt
in der betreffenden Position stehen und wird dort arretiert.
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3 zeigt
schematisch eine weitere Darstellung eines Steuerkreises 1,
wobei anstelle der Kraftsensoren 4.1 kapazitive Sensoren 4.2 am
Bedienelement 5 und/oder an dem bewegbaren Karosseriebauteil 2 angeordnet
sein können.
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Anhand
der kapazitiven Sensoren 4.2 wird insbesondere eine Berührung
des Bedieners erfasst. Dabei kann mindestens ein kapazitiver Sensor 4.2 großflächig
an das Karosseriebauteil 2 angeordnet sein. Das Berühren
des Karosseriebauteils 2, insbesondere die Berührung
des mindestens einen kapazitiven Sensors 4.2 wird als ein
Bedienwunsch erfasst. Die Signale werden der Steuereinheit SE zugeführt,
wodurch der elektrische Antrieb 3 angesteuert wird. Durch
diese Anordnung kann der Bediener des Karosseriebauteils 2 die
Bewegung an beliebigen Flächen auslösen sowie
stoppen.
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In
einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird eine Bewegung, insbesondere eine Türgeschwindigkeit
v der Schiebetür 2.1 erfasst und der Steuereinheit
SE als Eingangsgröße zugeführt, wo diese
bei der Steuerung des elektrischen Antriebs 3 berücksichtigt
wird. Dabei ist beispielsweise an dem steuerbaren elektrischen Antrieb 3 ein
Geschwindigkeitssensor 7, z. B. ein Drehzahlsensor, angeordnet.
Wird beispielsweise mittels des Geschwindigkeitssensors 7 eine
Geschwindigkeitsänderung erfasst, so kann über
die Steuereinheit SE die Türbewegung und somit wiederum
die Geschwindigkeit der Türbewegung angepasst und verändert
werden, indem der elektrische Antrieb 3 entsprechend gesteuert
wird.
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Dabei
kann durch Kombination der Kraft- und Berührungssensoren 4.1, 4.2 und
des Geschwindigkeitssensors 7 ein ungewolltes Öffnen
oder Schließen des Karosseriebauteils 2 erfasst
und vermieden werden. Steht das Fahrzeug beispielsweise an einem
Hang und die Schiebetür 2.1 ist offen. So kann durch
die Hangabtriebskraft die Schiebetür 2.1 in Bewegung
gesetzt, beschleunigt und ungewollte geöffnet werden. Der
Geschwindigkeitssensor 7 erfasst die Geschwindigkeit und
interpretiert diese als Bedienwunsch, wodurch der Antrieb 3 derart
gesteuert werden würde, dass die Schiebetür 2.1 beschleunigt geschlossen
oder geöffnet wird. Durch die Kombination mit den Kraft-
und Berührungssensoren 4.1, 4.2 ergibt
eine parallel Abfrage, dass weder das Bedienelement 5 noch
das Karosseriebauteil 2 betätigt oder berührt
wurden, so dass automatisch der Antrieb 3 gestoppt und
das Karosseriebauteil 2 in der betreffenden Position gehalten
wird. Somit ist sichergestellt, dass nur ein Bediener eine Bewegung
des Karosseriebauteils 2 auslösen kann.
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- 1
- Steuerkreis
- 2
- Karosseriebauteil
- 2.1
- Schiebetür
- 2.2
- Schwenktür
- 2.3
- Heckklappe
- 3
- steuerbarer
elektrischer Antrieb
- 4
- Sensoren
- 4.1
- Kraftsensor
- 4.2
- kapazitive
Sensor
- 5
- Bedienelement
- 5.1
- Türgriff
- 5.2
- Türöffner
- 5.3
- Schlaufe
- 5.4
- Griffmulde
- 5.5
- Heckklappengriff
- 6
- Armlehne
- 7
- Geschwindigkeitssensor
- A
- Fensterbereich
- B
- Bedienfläche
- SE
- Steuereinheit
- v
- Türgeschwindigkeit
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 19619210
A1 [0002]
- - DE 102005061610 A1 [0003]