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Die
Erfindung betrifft eine Druckmaschine zum Drucken auf einen Bogen
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Bei
Druckmaschinen in Reihenbauweise ist es bekannt, Bogen von einem
Druckwerk zum nächsten Druckwerk mittels Übertragungstrommeln
zu fördern. An den Trommelkörpern der Übertragungstrommeln
ist mindestens ein Greifersystem angeordnet, mit dem ein Bogen während
des Förderns am vorlaufenden Bogenrand gehalten wird. Zur
Führung des Bogens entlang einer gewünschten Bahn
ist mindestens eine Leitplatte vorgesehen. Mit einer Blasluft oder
Saugvorrichtung wird zwischen der Leitplatte und dem Bogen ein Tragluftpolster
aufgebaut, so dass es zu keiner Kollision des Bogens mit der Leitplatte
und mit dem Trommelkörper oder Ausbauten am Trommelkörper
kommt. Das Tragluftpolster kann gesteuert oder geregelt werden,
wozu laufend der Abstand des Bogens von der Leitplatte gemessen wird.
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Treten
während des Förderns Störungen auf, kann
es passieren, dass der Bogen die Leitplatte berührt und
sich an der Leitplatte Druckfarbe absetzt. Des weiteren setzen sich
auf der Leitfläche der Leitplatte Schmutzpartikel ab. In
jedem Fall kann es erforderlich werden, an der Leitplatte und am
Trommelkörper Reinigungsarbeiten und sonstige Wartungsarbeiten
durchzuführen.
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Aus
der
DE 42 10 432 C2 ist
eine Druckmaschine bekannt, bei der eine Leiteinrichtung für
einen Bogen aus einer Leitposition in eine Ruheposition geschwenkt
werden kann. In der Ruheposition kann ein den Bogen förderndender
Druckzylinder gewaschen werden oder eine sonstige Bedienhandlung
durchgeführt werden. Die Leiteinrichtung ist über
die Breite des Bogens angeordnet. Die Schwenkachse der Leiteinrichtung
liegt oberhalb einer benachbarten Wendetrommel.
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Bei
einer Leiteinrichtung für einen Bogen in einer Druckmaschine
nach der
DE 100 23
435 A1 sind in Umfangsrichtung entlang einer Wendetrommel
ein Luftpolsterblech und ein Kammsauger angeordnet. Im Wendebetrieb
wird die Leitfläche des Kammsaugers mit einem Hebelgetriebe
von der Umlaufkontur der Wendetrommel weggeschwenkt. Zwischen der
Leitfläche und der Wendetrommel entsteht kein Freiraum,
in dem manuelle Reinigungshandlungen durchgeführt werden
können.
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Die
DE 43 44 039 C2 zeigt
eine Bogenleiteinrichtung einer Druckmaschine mit einem an die Umlaufkontur
einer Wendetrommel an- und abstellbare Luftkasten. Im abgeschwenkten
Zustand des Luftkastens entsteht zwischen der Umlaufkontur und der Oberfläche
des Luftkastens ein schmaler keilförmiger Spalt, der nicht
ausreichend ist, um manuelles Reinigen vornehmen zu können.
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Bei
einem Verfahren nach der
DE
101 00 197 A1 wird eine Bogenleiteinrichtung durch Drehen
einer Transfertrommel in eine Wartungsposition oberhalb der Transfertrommel
gebracht. Hierbei dürfen die Abmessungen der Leiteinrichtung
nicht die Abmessung der Umlaufkontur der Transfertrommel überschreiten.
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Die
DE 101 04 050 A1 offenbart
eine Leiteinrichtung, die sich über die Breite eines Bogenförderweges
erstreckt und die durch eine Öffnung in einer Seitenwand
einer Druckmaschine aus und eingebaut werden kann. Außerhalb
der Druckmaschine kann die Leiteinrichtung manuell gereinigt werden.
Zum Ein- und Ausbau der Leiteinrichtung bedarf es aufwendiger Führungen
und Halterungen. Weiterhin muss neben der Druckmaschine ausreichend
Platz vorhanden sein, um vollständigen Zugang zu der Leiteinrichtung
zu erhalten.
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Aufgabe
der Erfindung ist es, eine Druckmaschine zum Drucken auf Bogen zu
entwickeln, die einen vereinfachten Zugang zu Förder- und
Führungsvorrichtungen ermöglicht, um Wartungs-
und Inspektionsarbeiten durchführen zu können.
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Die
Aufgabe wird mit einer Druckmaschine gelöst, welche die
Merkmale nach Anspruch 1 aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Gemäß der
Erfindung ist bei einer Druckmaschine ein Teil einer Bogenführung
von einer Arbeitsposition entlang einer Förderbahn in eine
Wartungsposition verschiebbar und/oder verschwenkbar. Zwischen den
Bogen fördernden Elementen und dem Teil in der Wartungsposition
entsteht ein Freiraum, der für eine Person durch ein Mannloch
in einer Seitenwand der Druckmaschine zugänglich ist.
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Die
Erfindung ist insbesondere bei Druckmaschinen anwendbar, die zum
Drucken auf großformatige Bogen ausgebildet ist, wobei
als Bogenführungselemente mindestens zwei nebeneinander
angeordnete Leitbleche vorgesehen sind, von denen mindestens eines
in die Wartungsposition schwenkbar angeordnet ist. Die Schwenkachse
des Leitblechs liegt oberhalb des Mannlochs. An einem auf Bogenmitte liegenden
schwenkbaren Leitblech können Blas- oder Saugluftvorrichtungen
vorgesehen sein. In dem Freiraum können an einem feststehenden
Teil der Bogenführung eine Reinigungsvorrichtung wie Reinigungstücher,
Reinigungsmittel oder an Stielen befestigte Reinigungswerkzeuge,
vorgehalten werden. Während des Durchführens eines
Reinigungsvorganges ist es möglich, dass den Bogen fördernde Glied
zu positionieren.
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Die
Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles
erläutert werden, es zeigen:
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1:
ein Schema einer Bogenführungsanordnung an einer Übertragungstrommel
mit Leitblechen in Arbeitsstellung,
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2:
ein Leitblech in einer Umstellzwischenposition,
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3:
ein Leitblech in einer Wartungsposition, und
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4:
eine isometrische Ansicht einer Bogenführung mit einem
Leitblech in Wartungsposition.
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1 zeigt
eine Übertragungstrommel 1 zwischen zwei Druckzylindern 2, 3 einer
Bogendruckmaschine in Reihenbauweise. Die Druckzylinder 2, 3 und
die Übertragungstrommel 1 sind in Seitenwänden 4 gelagert
und mit einem Zahnradgetriebe in Richtung der Pfeile 5 antreibbar.
An den Druckzylindern 2, 3 und an der Übertragungstrommel 1 sind
Greifersysteme 6 angeordnet, die beim Fördern einen
Bogen 7 am vorlaufenden Bogenrand halten. Im Profil bilden
die Verbindungsgeraden zwischen den Drehachsen des Druckzylinders 2 und
der Übertragungstrommel 1 und zwischen der Übertragungstrommel 1 und
dem Druckzylinder 3 Übergabezentralen 8, 9.
Die Greifersysteme 6 umfassen jeweils eine Vielzahl von
Greiferfingern 10 und Greiferauflagen 11. Die
Greiferauflagen 11 liegen auf einer Linie parallel zur
jeweiligen Drehachse. Beim Umlauf um die jeweilige Drehachse liegen
die Greiferauflagen 11 im Profil auf einer kreisförmigen
Umlaufkontur 12–14. Die Umlaufkonturen 12, 13 bzw. 13, 14 berühren
sich jeweils in der Übergabezentralen 8, 9.
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Unterhalb
der Übertragungstrommel 1 ist eine mehrteilige
Bogenführung vorgesehen. Die Bogenführung erstreckt
sich über die gesamte Breite des Bogens 7. Wie
näher aus 4 hervorgeht, besteht die Bogenführung
aus zwei außen liegenden Leitbleche 15, 16 und
zwei mittig liegenden Leitblechen 17, 18. Die
außenliegenden Leitbleche 15, 16 bilden
eine geschlossene Leitfläche im wesentlichen parallel zur
Umlaufkontur 13. Die äußeren Leitbleche 15, 16 sind
mit Lamellen 19 stabilisiert und mit Halter 20.1, 20.2 am
Gestell 21 der Druckmaschine verschraubt. Das stromabwärts
gelegene mittlere Leitblech 18 ist fest mit den äußeren
Leitblechen 15, 16 verbunden. Die Leitfläche
des Leitblechs 18 fluchtet mit den Leitflächen
der Leitbleche 15, 16. Das stromaufwärts
angeordnete mittlere Leitblech 17 ist schwenkbar an einer
Achse 22 gehalten. Die Achse 22 liegt parallel
zur Drehachse der Übertragungstrommel 1 am oberen
Ende des Leitblechs 17. Die Achse 22 ist an den
Halter 20.1, 20.2 gelagert. Die Leitbleche 17, 18 besitzen
reihenweise Saug/Blasluftöffnungen 23. Auf der
der Umlaufkontur 13 abgewandten Seite der Leitbleche 17, 18 sind
Luftkästen 24, 25 und Gebläse 26.1, 26.2, 27.1, 27.2 vorgesehen.
Mit den Gebläsen 26, 27 ist es möglich,
ein tragendes Luftpolster zwischen den Leitflächen und dem
Bogen 7 aufzubauen. Oder den Bogen 7 Anzusaugen.
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1 zeigt
alle Leitbleche 15–18 in Arbeitsposition.
Die Leitbleche 15–18 bilden in Arbeitsposition
eine gemeinsame Leitfläche, die im wesentlichen in einem
Abstand der Umlaufkontur 13 folgt.
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Zum
Umstellen in eine Wartungsposition wird das Leitblech 17 in
zwei Schritten verstellt.
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In
einem ersten Schritt wird das Leitblech 17 radial in eine
Zwischenposition verschoben, was näher in 2 gezeigt
ist. Für diese Verschiebung sind an den Halter 20 Führungsschlitze 28 vorgesehen,
in die Führungsbolzen 29 des Leitblechs 17 eingreifen. Entsprechende
Führungen sind auch für die radiale Verlagerung
der Achse 22 vorgesehen. In einem zweiten Schritt wird
das Leitblech 17 um die Achse 22 verschwenkt.
Die Achse 22 verbleibt in der Position nach der Verschiebung
im ersten Schritt. Das Leitblech 17 wird, wie in 3 dargestellt,
so weit verschwenkt, dass sich zwischen der Umlaufkontur 13 und
dem Leitblech 17 ein Freiraum 30 bildet, der ausreichend
für den Aufenthalt einer Person ist. Durch die vorhergehende
Verschiebung ist sichergestellt, dass sich beim Abschwenken das
Leitblech 17 stets außerhalb der Umlaufkonturen 12, 13 befindet,
so dass keine Kollision zwischen Bauteilen eintritt. Das Leitblech 17 ist
durch die Kraft einer Gasdruckfeder 32 in der ausgeschwenkten
Warteposition gehalten. In der Seitenwand 4 befindet sich
ein Mannloch 31, durch das die Person Zugang zu dem Freiraum 30 hat.
In dem Freiraum 30 kann die Person aufrecht sitzend Wartungsarbeiten,
insbesondere Reinigungsarbeiten, an der Übertragungstrommel 1 und
an den Leitblechen 15–18 durchführen.
Durch das Ausschwenken des in der Mitte liegenden Leitblechs 17 kann
die Person von Hand alle Teile erreichen, die gewartet oder gereinigt
werden sollen. Die Steuerung der Druckmaschine kann so ausgelegt
sein, dass es beim Aufenthalt einer Person in den Freiraum 30 nicht
möglich ist, die Maschine mit einer im Druckbetrieb üblichen
Geschwindigkeit zu betreiben. Es ist für die Person möglich,
die Übertragungstrommel 1 im Schleichbetrieb schrittweise
so zu drehen, dass alle zu wartenden oder zu reinigenden Elemente
und Flächen erreicht werden. Neben Wartungswerkzeugen, Reinigungsmitteln,
und Reinigungsgeräten und einer Beleuchtungsanordnung 33 können
in dem Freiraum Bedien- und Anzeigelemente der Maschinensteuerung
vorhanden sein.
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- 1
- Übertragungstrommel
- 2,
3
- Druckzylinder
- 4
- Seitenwand
- 5
- Pfeil
- 6
- Greifersystem
- 7
- Bogen
- 8,
9
- Übergabezentrale
- 10
- Greiferfinger
- 11
- Greiferauflage
- 12–14
- Umlaufkontur
- 15–18
- Leitblech
- 19
- Lamelle
- 20
- Halter
- 21
- Gestell
- 22
- Achse
- 23
- Blasluftöffnung
- 24,
25
- Luftkasten
- 26,
27
- Gebläse
- 28
- Führungsschlitz
- 29
- Führungsbolzen
- 30
- Freiraum
- 31
- Mannloch
- 32
- Gasdruckfeder
- 33
- Beleuchtungsanordnung
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 4210432
C2 [0004]
- - DE 10023435 A1 [0005]
- - DE 4344039 C2 [0006]
- - DE 10100197 A1 [0007]
- - DE 10104050 A1 [0008]