-
Die
Erfindung betrifft ein Verfahren und ein Tomographiegerät
zur Erzeugung tomographischer Bilder zu unterschiedlichen Bewegungsphasen
eines sich periodisch bewegenden Organs eines Patienten, bei dem
zu jeder der abgebildeten Bewegungsphase unter Auswertung eines
die Bewegung des Organs darstellenden Bewegungssignals Projektionen aus
einer Vielzahl von unterschiedlichen Projektionsrichtungen erfasst
und zu einem Bild verrechnet werden.
-
Bei
medizinischen Bildaufnahmen zur Abbildung des Herzens und insbesondere
der herznahen Blutgefäße besteht generell das
Problem, dass der aufzunehmende Untersuchungsbereich infolge des Herzschlags
einer ständigen periodischen Bewegung unterliegt, aufgrund
derer tomographische Bilder nur dann miteinander vergleichbar sind,
wenn sie zu gleichen Phasen eines Herzzyklus aufgenommen wurden.
Dieser Umstand ist insbesondere bei Computertomographieuntersuchungen
problematisch, bei denen die zu erzeugenden tomographischen Bilder
durch Rückprojektion einer Vielzahl von aus unterschiedlichen
Projektionswinkeln erfassten Projektionen berechnet werden. Die
Rückprojektion gelingt in der Regel nur dann störungsfrei,
wenn die zugrunde gelegten Projektionen eine im Wesentlichen identische
Phase des Herzzyklus abbilden. Eine durch Arrhythmien des Herzschlages
verursachte Verschiebung der Abtastung in Bezug auf die Phase äußert
sich in Bewegungsartefakte im resultierenden tomographischen Bild.
-
Aus
der
DE 199 57 083
A1 ist ein Verfahren zur Untersuchung des Herzens bekannt,
bei dem unter Auswertung eines vom Patienten abgeleiteten EKG-Signals
Projektionen zu ein und derselben Phase aus einer Vielzahl von unterschiedlichen
Projektionsrichtungen gewonnen werden, so dass eine Rekonstruktion
eines das Herz darstellenden tomographischen Bildes mit ge ringen
Bewegungsartefakten möglich ist. Es existieren zwei Verfahrung
zur EKG-gesteuerten Erfassung von Projektionen, die sich vom Ansatz
prinzipiell unterscheiden lassen.
-
Bei
dem ersten Ansatz werden während der gesamten Zyklusdauer
der Herzbewegung Projektionen erfasst und zusammen mit dem EKG-Signal
abgespeichert. Die Rekonstruktion eines tomographischen Bildes erfolgt
im Anschluss an die Datenerfassung, wobei mit Hilfe des EKG-Signals
retrospektiv Projektionen zu definierten Phasen ausgewählt
werden. Ein Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass sich beliebige
Bewegungsphasen des Herzens durch entsprechende Wahl der Datenintervalle
darstellen lassen. Voraussetzung zur retrospektiven Rekonstruktion
von tomographischen Bildern ist jedoch, dass der Patient während
der gesamten Abtastung mit voller Röntgendosis bestrahlt
wird, so dass deutlich mehr Röntgendosis als erforderlich
appliziert wird.
-
Bei
dem zweiten Ansatz zur EKG-gesteuerten Erfassung von Projektionen
wird die R-Zacke des EKG-Signals dazu benutzt, die Abtastung mit
einer wählbaren Verzögerung nach einer registrierten R-Zacke
auszulösen. In der Regel werden die Verzögerung
und damit der Startzeitpunkt der Abtastung nach der R-Zacke aus
der aktuellen RR-Intervalldauer ermittelt, z. B. in Prozent zur
Intervalldauer. Da diese prospektiv aus der Dauer der vorangegangenen Herzzyklen
abgeschätzt werden muss, besteht die Gefahr, dass sich
durch Arrhythmien des Herzschlages die Phasenlage der Bewegung gegenüber
den vergangenen Herzzyklen geändert hat. Ein Vorteil der
prospektiven Rekonstruktion von tomographischen Bildern ist, dass
der Röhrenstrom so moduliert wird, dass nur in einem kleinen
Zeitintervall Röntgendosis appliziert wird.
-
Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und ein Tomographiegerät
zur Erzeugung tomographischer Bilder zu unterschiedlichen Bewegungsphasen
eines sich periodisch bewegenden Organs eines Patienten so auszugestalten,
dass sich eine dem Patienten applizierte Röntgendosis darüber
hinaus reduzieren lässt.
-
Diese
Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Erzeugung tomographischer Bilder
zu unterschiedlichen Bewegungsphasen eines sich periodisch bewegenden
Organs gemäß dem unabhängigen Anspruch
1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens sind
Gegenstand der Unteransprüche 2 bis 8. Die Aufgabe wird
außerdem von einem Tomographiegerät gemäß dem
unabhängigen Anspruch 9 gelöst.
-
Die
Erfinder haben erkannt, dass sich die applizierte Röntgendosis
zur Erzeugung tomographischer Bilder zu unterschiedlichen Bewegungsphasen dann
weiter reduzieren lässt, wenn die Abtastung entsprechend
einer zur Beantwortung der medizinischen Fragestellung notwendigen
Mindestbildqualität der darzustellenden Bewegungsphase
durchgeführt wird. Bei der Bilderzeugung wird der Röhrenstrom
zu dem jeweiligen Zeitfenster, in welchem Projektionen für
die Rekonstruktion einer bestimmten Bewegungsphase des Organs gesammelt
werden, so eingestellt, dass ein vorgebbares Mindestsignal- zu Rauschverhältnis
in dem erzeugten Bild erzielbar ist, wobei zwischen den beiden Zeitfenstern
der Röhrenstrom auf einen niedrigen Wert runtergeregelt wird.
Mit diesen während der Abtastung eingestellten mindestens
drei unterschiedlichen Werten des Röhrenstroms wird erreicht,
dass die dem Patienten applizierte Röntgendosis signifikant
reduziert wird.
-
Bei
diesem Vorgehen wird also berücksichtigt, dass nicht jede
Bewegungsphase des Herzens in gleich guter Bildqualität
dargestellt werden muss. So ist es beispielsweise zur Bestimmung
der Ejektionsfraktion des Herzens ausreichend, wenn die Phase der
maximalen Kontraktion (Endsystole) mit vergleichsweise niedriger
Bildqualität dargestellt wird. Andererseits ist es in vielen
Fällen gleichzeitig erforderlich, dass die Enddiastole
mit einer hohen Bildqualität, d. h. mit einem sehr hohen
Signal- zu Rauschverhältnis, abgebildet wird.
-
Entsprechend
diesem Grundgedanken schlagen die Erfinder vor, dass getriggert
durch das Bewegungssignal zu einer ersten Bewegungsphase des Organs
Projektionen in einem ersten Zeitfenster und zu einer zumindest
zweiten Bewegungsphase des Organs Projektionen in einem zweiten
Zeitfenster erfasst werden, wobei eine Modulation des Röhrenstroms
derart erfolgt, dass in dem ersten und in dem zweiten Zeitfenster
zur Erzielung eines vorgebbaren unterschiedlichen Signal- zu Rauschverhältnisses
in den erzeugten Bildern unterschiedliche Werte des Röhrenstroms
eingestellt werden, und wobei zwischen den Zeitfenstern der Röhrenstrom
auf einen Wert abgesenkt wird, der unterhalb der Werte der Röhrenströme
in den beiden Zeitfenstern liegt. Zur Darstellung von zwei unterschiedlichen
Bewegungsphasen wird die Röhrenstrommodulation also mit
insgesamt drei verschiedenen Niveaus durchgeführt.
-
Vorzugsweise
wird zwischen den beiden Zeitfenstern der Röhrenstrom auf
den Wert Null abgesenkt. Zwischen den Zeitfenstern wird somit keinerlei
Röntgendosis dem Patienten appliziert, wodurch sich die
Strahlenbelastung durch die Untersuchung für den Patienten
weiter reduziert.
-
Das
erfindungsgemäße Verfahren bzw. das erfindungsgemäße
Tomographiegerät eignet sich insbesondere für
Cardio-CT-Untersuchungen. In einer vorteilhaften Ausgestaltung der
Erfindung ist daher das zu untersuchende Organ das Herz des Patienten.
Weiterhin werden vorteilhaft als erste Bewegungsphase die Enddiastole
und als zweite Bewegungsphase die Endsystole zur Erzeugung tomographischer
Bilder ausgewählt. Für diese beiden Bewegungsphasen
können die tomographischen Bilder für Diagnosezwecke
in einer sehr unterschiedlichen Qualität dargestellt werden,
so dass die Ersparnis der applizierten Röntgendosis für
diese Situation besonders groß ist.
-
Prinzipiell
können mit dem Verfahren und dem Tomographiegerät
auch andere Organe des Patienten untersucht werden, beispielsweise
die Lungen des Patienten.
-
Bei
Herzuntersuchungen wird zur Erfassung des Bewegungssignals vorzugsweise
ein EKG-Signal vom Patienten abgeleitet, da dieses Signal eine besonders
hohe Korrelation zum Bewegungszustand des Herzens aufweist.
-
Da
die Lage der Zeitfenster in Bezug auf die R-Zacke des Herzzyklus
prospektiv zuverlässig geschätzt werden muss,
werden in einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ein Anfangszeitpunkt und
ein Endzeitpunkt zu jedem der Zeitfenster unter Berücksichtigung
mindestens eines Schwankungsparameters bestimmt, wobei der Schwankungsparameter
eine Unregelmäßigkeit der periodischen Bewegung
des Organs charakterisiert. Dadurch passt sich die Abtastung dynamisch
an auftretende Änderungen der Herzfrequenz an. Änderungen
der Herzfrequenz können beispielsweise durch ergometrische
Belastung und durch den Einsatz von Kontrastmittel, beispielsweise
durch den Einsatz Adenosin, entstehen. Als Schwankungsparameter
wird beispielsweise vorteilhaft der Trend der Periodendauer der
analysierten Perioden verwendet, wie z. B. aus
DE 10 2005 036 963 B3 bekannt.
-
Ausführungsbeispiele
der Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gemäß den
Unteransprüchen sind in den folgenden schematischen Zeichnungen
dargestellt. Es zeigen:
-
1 ein
erfindungsgemäßes Computertomographiegerät
in einer perspektivischen 3D-Darstellung und
-
2 ein
Zeitverhalten zwischen Strommodulation des Röhrenstroms
in Relation zum EKG-Signal des Patienten gemäß einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung.
-
In 1 ist
ein Mehrschicht-Computertomographiegerät 1 der
dritten Generation schematisch dargestellt. Dessen Messanordnung
weist eine Röntgenröhre 2 mit einer dieser
vorgelagerten quellennahen Einblendvorrichtung 3 und einen
als mehrzeiliges oder flächenhaftes Array von mehreren
Zeilen und Spalten von Detektorelementen 4 ausgebildeten Röntgendetektor 5 auf.
In der Darstellung der 1 sind der Übersichtlichkeit
halber nur vier Zeilen von Detektorelementen 4 dargestellt.
Der Röntgendetektor kann jedoch weitere Zeilen von Detektorelementen 4 auch
mit unterschiedlicher Breite b aufweisen. Die Röntgenröhre 2 mit
der Einblendvorrichtung 3 einerseits und der Röntgendetektor 5 mit
seiner nicht dargestellten Strahlenblende andererseits sind an einem
Drehrahmen einander gegenüberliegend angebracht. Im Betrieb
des Computertomographiegerätes 1 geht von einem
Fokus 8 der Röntgenröhre 2 ein
pyramidenförmiges Röntgenstrahlenbündel
aus, welches durch die einstellbare Einblendvorrichtung 3 eingeblendet
wird und dessen Randstrahlen in der 1 mit dem
Bezugszeichen 6 bezeichnet sind.
-
Der
Drehrahmen kann mittels einer nicht dargestellten Antriebseinrichtung
um eine Systemachse 7 in Rotation versetzt werden. Die
Systemachse 7 verläuft parallel zu der z-Achse
eines in 1 dargestellten räumlichen
rechtwinkligen Koordinatensystems. Die Spalten des Röntgendetektors 5 verlaufen ebenfalls
in Richtung der z-Achse, während die Zeilen, deren Breite
b in Richtung der z-Achse gemessen wird und beispielsweise 1 mm
beträgt, quer zu der Systemachse 7 bzw. der z-Achse
verlaufen.
-
Um
den Patienten 20 in den Strahlengang des Röntgenstrahlbündels
bringen zu können, ist eine Lagerungsvorrichtung 9 vorgesehen,
die parallel zu der Systemachse 7 verschiebbar angeordnet
ist. Die Verschiebung erfolgt derart, dass eine Synchronisation
zwischen der Rotationsbewegung des Drehrahmens und der Translationsbewegung
der Lagerungsvorrichtung 9 vorliegt, wobei das Verhältnis von
Translations- zu Rotationsgeschwindigkeit durch Vorgabe eines gewünschten
Wertes für den Vorschub h der Lagerungsvorrichtung 9 pro
Umdrehung des Drehrahmens einstellbar ist (Pitchwert). Die Abtastung
verläuft auf diese Weise spiralförmig um den Untersuchungsbereich.
-
Die
Röntgenröhre 2 wird von einer Generatoreinheit 13 mit
den notwendigen Spannungen und Strömen beaufschlagt. Um
diese auf die jeweils notwendigen Werte einstellen zu können,
ist der Generatoreinheit 13 eine Steuereinheit 14 mit
Tastatur 15 zugeordnet, welche die notwendigen Einstellungen gestattet.
Auch die sonstige Bedienung und Steuerung des Computertomographiegerätes 1 erfolgt
mittels der Steuereinheit 14 und der Tastatur 15.
Unter anderem kann die Anzahl der aktiven Zeilen von Detektorelementen 4 und
damit die Position der Einblendvorrichtung 3 und der optionalen
detektornahen Strahlenblende eingestellt werden, wozu die Steuereinheit 14 mit
der Einblendvorrichtung 3 und der optionalen detektornahen
Strahlenblende zugeordneten Verstelleinheiten 16, 17 verbunden
ist. Weiterhin kann auch die Rotationszeit eingestellt werden, mit der
der Drehrahmen um den Untersuchungsbereich rotiert.
-
Durch
den Betrieb des Computertomographiegerätes 1 kann
auf diese Weise ein Untersuchungsvolumen abgetastet werden, indem
sich ein periodisch bewegendes Organ des Patienten 20,
beispielsweise ein Herz des Patienten, befindet. Bei der spiralförmigen
Abtastung werden unter Rotation des Drehrahmens gleichzeitig Translationsbewegungen der
Lagerungsvorrichtung 9 ausgeführt, so dass Projektionen
entlang der Spiralbahn 18 aus verschiedenen Projektionsrichtungen
aufgenommen werden. Die Projektionen werden über eine Datenaufbereitungseinheit 10 an
eine Bildrechnereinheit 11 übermittelt, wo sie
zu einem Schichtbild verrechnet werden. Das so berechnete Schichtbild
ist anschließend auf einer Anzeigeeinheit 12 darstellbar.
Ein entsprechendes Programm zum Betrieb des Computertomographiegerätes 1 ist
in einem Speicher 19 abgespeichert und kann von einem Benutzer
bedarfsweise aktiviert werden.
-
Zur
Durchführung von Untersuchungen des Herzens oder herznaher
Bereiche im Körper des Patienten 20 weist das
Computertomographiegerät 1 gemäß 1 außerdem
einen an sich bekannten Elektrokardiographen 22 auf, der über
Elektroden 23 mit dem Patienten 20 verbunden ist.
Dieses Gerät dient zur Erfassung des EKG-Signals des Patienten parallel
zur Untersuchung.
-
Dem
EKG-Signal entsprechende, vorzugsweise digitale Daten sind der Bildrechnereinheit 11 zugeführt.
Die Erfassung von Projektionen erfolgt unter Auswertung des registrierten
EKG-Signals. Die Lage der Zeitfenster zur Erfassung von Projektionen zu
einer bestimmten Bewegungsphase in Bezug zur R-Zacke wird dabei
prospektiv durch Auswertung einer Anzahl von vergangenen Perioden
bestimmt. Bei der Abschätzung des zeitlichen Abstands eines
Zeitfensters zur letzten R-Zacke werden insbesondere Schwankungsparameter
berücksichtigt, die eine Änderung der periodischen
Bewegung des Herzens charakterisieren. Beispielsweise wird dabei
der Trend der beobachteten RR-Intervalllänge ausgewertet.
Auf diese Weise findet eine dynamische Anpassung der Lage der Zeitfenster
in Bezug auf den Herzzyklus statt.
-
In 2 ist
ein Zeitverhalten zwischen Strommodulation des Röhrenstroms
I in Relation zum EKG-Signal 26 des Patienten 20 über
die Zeit t gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung gezeigt, bei dem von der Endsystole 24 und
der Enddiastole 25 des Herzens tomographische Bilder mit
unterschiedlicher Bildqualität durch entsprechende Modulation
des Röhrenstroms I erzeugt werden. Das in den beiden Bildern
geforderte Signal- zu Rauschverhältnis wurde beispielsweise
mittels einer Tastatur von einem Benutzer zu Beginn der Untersuchung eingegeben.
Es wäre ebenso denkbar, dass die in den einzelnen Bewegungsphasen
geforderten Mindestsignal- zu Rauschverhältnisse in einer
Datenbank der Steuereinheit hinterlegt sind und zu Beginn der Untersuchung
aus der Datenbank ausgelesen werden.
-
In
dem gezeigten Beispiel schlägt das Herz mit einer Frequenz
von 60 bpm (Schläge pro Minute). Zur Rekonstruktion eines
eine Bewegungsphase 24, 25 abbildenden tomographischen
Bildes müssen so viele Projektionen erfasst werden, dass
Messdaten für Parallelprojektionen über ein Winkelintervall
von mindestens 180 Grad vorliegen. Dies ist bei der Abtastgeometrie
eines in 1 gezeigten Computertomographiegerätes
in der Regel dann der Fall, wenn von dem Aufnahmesystem ein Winkelbereich
180 Grad plus Fächerwinkel überstrichen werden.
Wenn die Rotationsgeschwindigkeit des Drehrahmens hoch genug gewählt
wird, rotiert das Aufnahmesystem im Bereich der jeweils aufzunehmenden
Bewegungsphase um einen Winkelbereich, der größer
ist als das erforderliche Rekonstruktionsintervall. In diesem Fall
können in nur einem Herzzyklus die zur Rekonstruktion eines
Schnittbildes erforderlichen Projektionen zu der Bewegungsphase
gesammelt werden.
-
Die
Rotationsgeschwindigkeit des Drehrahmens ist so gewählt,
dass in einem Zeitfenster von höchstens 250 ms die zur
Rekonstruktion eines Schichtbildes benötigten Projektionen
erfasst werden. Bei Computertomographiegeräten mit zwei
Aufnahmesystemen halbiert sich das benötigte Zeitintervall,
so dass auch bei hohen Herzfrequenzen alle erforderlichen Projektionen
in einem Herzzyklus erfasst werden können.
-
Ist
die Herzfrequenz so hoch, so dass es nicht möglich ist,
die zu einem vollständigen Rekonstruktionsintervall gehörigen
Projektionen während eines einzigen Herzzyklus aufzunehmen,
kann dies während der jeweils aufzunehmenden Phase mehrerer
aufeinanderfolgender Herzzyklen erfolgen. Das Rekonstruktionsintervall
setzt sich dann aus mehreren zu unterschiedlichen Herzzyklen gehörigen
Datenintervallen zusammen.
-
Zur
Erfassung tomographischer Bilder zu den beiden Bewegungsphasen der
Endsystole 24 und der Enddiastole 25 werden in
zwei unterschiedlichen Zeitfenstern 28, 29 Projektionen
zu der jeweiligen Bewegungsphase erfasst. Die Lage der Zeitfenster 28, 29,
insbesondere der Anfangs- (t1, t3) und der Endzeitpunkte (t2, t4)
des Zeitfensters, in Bezug auf die R-Zacke 27 des EKG-Signals 26,
wird dabei prospektiv auf der Grundlage einer Auswertung zumindest
der vergangenen Periodendauer des Herzzyklus geschätzt.
Um einen Trend in der zeitlichen Änderung der Periodendauer
registrieren zu können, findet die Schätzung jedoch
vorzugsweise durch Auswertung einer Mehrzahl von in der Vergangenheit
registrierten Periodendauern statt. Bei der Schätzung werden
auch Schwankungsparameter, wie beispielsweise der Trend oder die
Streuung der Periodendauer, berücksichtigt, mit denen sich Änderungen
der Periodendauern mathematisch beschreiben lassen. Die Optimierung
der Phasenlage der Enddiastole 24 liegt zwischen 60% und
70% des RR-Zyklus 21, während die der Endsystole 25 im
Bereich zwischen 30% und 40% des RR-Zyklus 21 zu finden
ist.
-
In
den Bildern werden für Diagnosezwecke in der Regel unterschiedliche
Bildmerkmale betrachtet, wobei sich die Bildmerkmale mit einer unterschiedlichen
Mindestbildqualität extrahieren lassen. Zur Einsparung
einer dem Patienten 20 applizierten Dosis wird die Abtastung
der Bewegungsphasen daher vorteilhaft so durchgeführt,
dass für die erzeugten tomographischen Bilder lediglich
die Mindestbildqualität erreicht wird. Zu Beginn der Untersuchung
kann der Benutzer daher die Mindestbildqualität beispielsweise
durch die Vorgabe des Signal- zu Rauschverhältnisses mittels
Eingabe über eine Tastatur eingeben. Es wäre auch
denkbar, dass in Abhängigkeit der ausgewählten
darzustellenden Phasen das für die Diagnose notwendige
Signal- zu Rauschverhältnis automatisch aus einer Datenbank
ausgelesen wird, in der die experimentell oder durch eine Simulation
ermittelten optimalen Werte abgespeichert sind.
-
Entsprechend
den vorgegebenen Werten findet während der Abtastung eine
Modulation des Röhrenstroms I derart statt, dass in den
beiden Zeitfenstern 28, 29 unterschiedliche Röhrenströme
eingestellt werden, wobei zwischen den Zeitfenstern eine weitere
Absenkung des Röhrenstroms, beispielsweise auf 5% des Röhrenstroms
I1, im Idealfall jedoch auf den Wert Null, vorgenommen wird. Die Modulation
erfolgt in diesem Beispiel also mit drei unterschiedlichen Niveaus
der Röhrenstromwerte. In dem konkreten Ausführungsbeispiel
wird in dem ersten Zeitfenster der Röhrenstrom I1, in dem
zweiten Zeitfenster der Röhrenstrom I2 und zwischen den beiden
Zeitfenstern der Röhrenstrom I3 eingestellt. Da der Röhrenstrom
I1 kleiner ist als der Röhrenstrom I2, ist auch die Qualität
des rekonstruierten Bildes zur Endsystole 24 niedriger
als die Qualität des Bildes zur Enddiastole 25.
Die Bildqualität ist je doch dabei jeweils an die auszuwertenden
Bildmerkmale angepasst. Auf diese Weise kann eine Abtastung realisiert
werden, mit der die dem Patienten 20 applizierte Dosis
auf ein notwendiges Minimum reduziert wird, wobei eine Reduktion
der Röntgendosis bis zu 30% erzielt wird.
-
Auch
kann das Signal- zu Rauschverhältnis in der Endsystole 28 höher
eingestellt werden als in der Enddiastole 29, z. B. im
Fall von hohen Herzraten, bei denen sich die Endsystole besser für
die Bewertung der Koronargefäße eignet als die
Enddiastole.
-
Es
sei darauf hingewiesen, dass dieses Verfahren sich zur Erzeugung
tomographischer Bilder von mehr als zwei Bewegungsphasen eignet.
Die Modulation des Röhrenstroms erfolgt entsprechend so,
dass in jedem Zeitfenster ein bestimmter Röhrenstromwert
erreicht wird.
-
Zusammenfassend
kann gesagt werden:
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und
ein Tomographiegerät 1 zur Erzeugung tomographischer
Bilder zu unterschiedlichen Bewegungsphasen 24, 25 eines
sich periodisch bewegenden Organs eines Patienten 20. Bei
der Bilderzeugung wird der Röhrenstrom I zu dem jeweiligen
Zeitfenster 28, 29, in welchem Projektionen für
die Rekonstruktion einer bestimmten Bewegungsphase 24, 25 des
Organs gesammelt werden, so eingestellt, dass ein vorgebbares Mindestsignal-
zu Rauschverhältnis in dem erzeugten Bild erzielbar ist,
wobei zwischen den beiden Zeitfenstern 28, 29 der
Röhrenstrom I auf einen niedrigen Wert runtergeregelt wird.
Mit diesen während der Abtastung eingestellten, mindestens
drei unterschiedlichen Werten des Röhrenstroms I1, I2,
I3 wird erreicht, dass die dem Patienten applizierte Röntgendosis
signifikant reduziert wird.
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste
der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information
des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen
Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt
keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- - DE 19957083
A1 [0003]
- - DE 102005036963 B3 [0015]