-
Die Erfindung betrifft ein Verfahren
zur Erzeugung von CT-Bildern
eines periodisch bewegten Organs eines Lebewesens, wobei das Organ
Bereiche mit Ruhe- oder Bewegungsphasen aufweist und die Ruhephasen
unterschiedlicher Bereiche des Organs zu unterschiedlichen Zeitpunkten
auftreten, mittels eines CT-Gerätes
mit einer zur Erzeugung der CT-Bilder um den Körper des zu untersuchenden
Lebewesens bewegten Röntgenstrahlenquelle,
bei dem zur Rekonstruktion eines Bildes des Organs eine Vielzahl
von der Bilderzeugung dienenden Projektionen während wenigstens eines Umlaufs
der Röntgenstrahlenquelle
um das zu untersuchende Objekt und einer Zeitdauer, die wenigstens
gleich einer Periode der Bewegung ist, aufgenommen werden. Die Erfindung
betrifft außerdem
ein CT-Gerät
zur Durchführung
eines solchen Verfahrens.
-
Verfahren der eingangs genannten
Art findet beispielsweise Anwendung bei der Erzeugung von CT-Bildern
des Herzens, die das Herz in einer Ruhephase zeigen.
-
Mittels der bekannten Verfahren ist
es im allgemeinen nicht möglich,
CT-Bilder der Koronargefäße zu erstellen,
die so wenig Bewegungsartefakte enthalten, dass beispielsweise die
Bestimmung des Verkalkungsgrades (Calcium Scoring) oder die Suche
nach Stenosen in den Koronargefäßen möglich ist.
Bei den Bereichen des Herzens, die für solche Untersuchungen in
bewegungsartefaktarmen CT-Bildern abgebildet werden müssen, handelt
es sich um die rechte Koronararterie (RCA = Right Coronary Artery),
die linke Hauptschlagader (LM = Left Main), linke arteria circumflex
(LCX = Left Circumflex) und die linke absteigende Arterie (LAD =
Left Artery Descendent). Für
die vier genannten Bereiche sind die Geschwindigkeit und die Phase
der räumlichen
Bewegung während
eines Herzzyklus verschieden.
-
Da die Lage der diastolischen Phase
des Herzens z.B. aus einem während
der Untersuchung aufgenommenen EKG-Signal des Patienten abgeschätzt werden
kann, und die Ventrikel sowie LM und LAD während der Diastole weitgehend
ruhig sind, ist es eine gängige
Vorgehensweise, die zur bewegungsartefaktarmen Darstellung des Herzens
erforderlichen Daten EKG-getriggert in Form von Axial-Scans aufzunehmen.
Außerdem
ist es bekannt, zunächst
Daten aufzunehmen und gleichzeitig mit der Datenaufnahme das EKG-Signal
aufzuzeichnen, um dann retrospektiv anhand des EKG-Signals diejenigen
Daten zu ermitteln, die während
der Diastole gewonnen wurden und auf Grundlage dieser Daten ein
Bild zu rekonstruieren.
-
Die Rekonstruktion eines Bildes des
Herzens auf Grundlage von Daten, die während der Diastole ermittelt
wurden, erlaubt aber im allgemeinen keine scharfe Abbildung von
RCA und LCX, da deren Bewegung in der Diastole signifikant sein
kann. Lediglich mit Elektronenstrahl-Computertomographen (EBT) kann
infolge der bei diesen Geräten
kurzen Scanzeiten pro Schicht (100 ms) manchmal ein Messintervall
in einer Phase des Herzzyklus gefunden werden, während dessen die vier genannten
Gefäße nur wenig
Bewegung aufweisen. Für
Patienten mit hoher Pulsfrequenz gelingt dies allerdings meist nicht.
Mit heute üblichen
konventionellen CT-Geräten,
die Scanzeiten von nicht unter 330 ms pro Schicht aufweisen, ist
es selbst für
Patienten mit niedriger Pulsfrequenz unmöglich, ein Messintervall zu
finden, in dem alle genannten Bereiche relativ geringe Bewegung
aufweisen.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren der eingangs genannten Art so auszubilden, dass es möglich ist,
bezüglich
eines gewünschten
Bereichs bewegungsartefaktarme CT-Bilder zu erzeugen. Der Erfindung
liegt außerdem
die Auf gabe zugrunde, ein CT-Gerät
zur Durchführung eines
solchen Verfahrens anzugeben.
-
Nach der Erfindung wird diese Aufgabe
gelöst
durch ein Verfahren zur Erzeugung von CT-Bildern eines periodisch
bewirkten Organs eines Lebewesens, wobei das Organ Bereiche mit
Ruhe- oder Bewegungsphasen aufweist und die Ruhephasen unterschiedlicher
Bereiche des Organs zu unterschiedlichen Zeitpunkten auftreten,
mittels eines CT-Gerätes
mit einer zur Erzeugung der CT-Bilder um den Körper des zu untersuchenden
Lebewesens bewegten Röntgenstrahlenquelle,
aufweisend folgende Verfahrensschritte:
- a)
Aufnehmen einer Vielzahl von der Bilderzeugung dienenden Projektion
während
wenigstens eines Umlaufs der Röntgenstrahlenquelle
um das zu untersuchende Objekt und einer Zeitdauer, die wenigstens
gleich einer Periode der Bewegung ist,
- b) Analysieren der den Projektionen entsprechenden Daten daraufhin,
ob sie während
einer Ruhe- oder Bewegungsphase eines jeweils interessierenden Bereichs
des Organs gewonnen wurden, und
- c) Rekonstruktion eines Bildes des Organs und Verwendung nur
solcher Daten, welche während einer
Ruhephase des jeweils interessierenden Bereichs des Organs gewonnen
wurden.
-
Es wird also deutlich, dass es mit
Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens
möglich
ist, CT-Bilder des Organs zu erzeugen, die beliebige Bereiche des
Organs in ihrer Ruhephase zeigen. Damit ist es im Falle des Herzens
möglich,
alle interessierenden Gefäße in ihrer
spezifischen Ruhephase darzustellen. Mit den erforderlichenfalls
in verschiedenen Herzphasen rekonstruierten CT-Bildern ist eine
Gesamtdiagnose für
alle Gefäße anhand
der die einzelnen Gefäße in ihrer
Ruhephase zeigenden Bilder möglich.
Die erforderlichen Projektionen können z.B. aus einem Spiralscan
gewonnen werden, der mittels eines CT-Gerätes aufgenommen wird, das ein
Detektorsystem mit einer oder mehreren Zeilen von Detektorelementen
aufweist.
-
Gemäß einer Variante der Erfindung
ist vorgesehen, dass das Analysieren der den Projektionen entsprechenden
Daten umfasst, dass sie bezüglich mehrerer
Bereiche des Organs daraufhin analysiert werden, ob sie während einer
Ruhe- oder einer Bewegungsphase des jeweiligen Bereichs gewonnen wurden,
wobei bezüglich
aller interessierender Bereiche des Organs jeweils ein Bild des
Organs unter Verwendung solcher Daten rekonstruiert wird, welche
während
einer Ruhephase des jeweiligen interessierenden Bereichs des Organs
gewonnen wurden und wobei ein alle interessierende Bereiche des
Organs in ihrer jeweiligen Ruhephase umfassendes Bild aus den die
Ruhephase der einzelnen interessierenden Bereiche des Organs repräsentierenden
Bildern erstellt wird. Das so erhaltene Bild stellt also sämtliche
interessierende Bereiche, also beispielsweise die vier eingangs
genannten Arterien des Herzens, in ihrer jeweiligen Ruhephase dar
und bietet somit Informationen, die andernfalls in einem einzigen
Bild nicht verfügbar
wären.
-
Um erkennen zu können, welche Daten während einer
Ruhephase und welche Daten während
einer Bewegungsphase eines interessierenden Bereichs des Organs
gewonnen wurden, werden gemäß einer
Variante der Erfindung für
einen einen interessierenden Bereich des Organs darstellenden Bildbereich
in einer Folge von kurz aufeinanderfolgenden Testbildern Bewegungsartefakte
detektiert, wobei solche Daten als während einer Ruhephase des jeweiligen
interessierenden Bereichs des Organs gewonnen werden, die zu einem
Testbild beigetragen haben, das in dem den jeweiligen interessierenden Bereich
des Organs darstellenden Bildbereich wenigstens im wesentlichen
frei von Bewegungsartefakten ist. Dabei kann die Detektion von Bewegungsartefakten
erfolgen, indem Strichartefakte und/oder Doppelkonturen als Hinweis
auf Bewegungsartefakte berücksichtigt werden.
Das Detektieren von Bewegungsartefakten kann aber auch anhand von
durch Subtraktion aufeinanderfolgender Testbilder gewonnener Differenzbilder
erfolgen. Um die erforderlichen Testbilder schnell zur Verfügung zu
haben, kann deren Rekonstruktion mit verringerter Rechenleistung und/oder
Auflösung
und/oder als Teilumlaufrekonstruktion erfolgen.
-
Alternativ zu der Ermittlung von
Ruhe- und Bewegungsphasen anhand von Bewegungsartefakten kann vorgesehen
sein, dass gleichzeitig mit der Aufnahme der Vielzahl von der Bilderzeugung
dienenden Projektionen die Erfassung eines eine die periodische
Bewegung des Organs widerspiegelnde physiologische Funktion repräsentierenden
Signals erfolgt, wobei das Analysieren der den Projektionen entsprechenden
Daten daraufhin, ob sie während
einer Ruhe- oder einer Bewegungsphase eines interessierenden Bereichs
des Organs gewonnen wurden, das zeitliche Zuordnen der Daten zu
dem zeitlichen Verlauf des die physiologische Funktion repräsentierenden
Signals umfasst, wobei solche Daten als während einer Ruhephase eines
jeweils interessierenden Bereichs des Organs gewonnen werden, die
während
eines Zeitintervalls gewonnen wurden, indem der Verlauf des Signals
anzeigt, dass sich der jeweils interessierende Bereich in einer
Ruhephase befindet. Es werden also anhand des die physiologische
Funktion repräsentierenden
Signals nachträglich
diejenigen Daten ausgewählt,
die den jeweils interessierenden Bereich in einer Ruhephase repräsentieren,
und nur solche Daten zur Bildrekonstruktion herangezogen.
-
Bei der Erzeugung von CT-Bildern
des Herzens wird somit gemäß einer
Variante der Erfindung während
der Aufnahme der Projektionen das EKG des Lebewesens erfasst und
bezüglich
eines jeweils interessierenden Bereichs des Herzens wenigstens ein
jeweils zwischen zwei aufeinanderfolgenden R-Zacken des EKG liegendes
nutzbares Zeitintervall identifiziert, wobei solche Daten als während einer Ruhephase
des jeweils interessierenden Bereich des Herzens gewonnen gelten
und zur Bildrekon struktion herangezogen werden, welche während des
nutzbaren Zeitintervalls gewonnen wurden.
-
Da die Periodendauer der Herztätigkeit
nicht konstant ist, ist gemäß einer
Variante der Erfindung vorgesehen, dass als nutzbares Zeitintervall
ein Zeitintervall identifiziert ist, das jeweils einen vorgegebenen
ersten Bruchteil der jeweiligen Herzperiode nach der den jeweiligen
Herzzyklus einleitenden R-Zacke des RKG beginnt und eine Dauer aufweist,
die gleich einem zweiten vorbestimmten Bruchteil der jeweiligen
Herzperiode ist.
-
Um den Patienten mit einer möglichst
geringen Strahlendosis zu beaufschlagen, ist gemäß einer Variante der Erfindung
vorgesehen, dass ein Schwellwertkriterium für das Signal vorgegeben wird, bei
dessen Erfüllung
ein jeweils interessierender Bereich des Organs in einer Ruhephase
ist, und bei dem zum Aufnehmen der für die Erzeugung eines Bildes
erforderlichen Projektionen die Röntgenstrahlenquelle nur während solcher
Zeitabschnitte aktiviert wird, während
derer das Schwellwertkriterium erfüllt ist.
-
Der ein CT-Gerät betreffende Teil der Aufgabe
wird durch ein CT-Gerät
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 12 gelöst. Demnach kann ein Benutzer
unter einer Anzahl von Test-Bildern,
diejenigen auswählen,
die bewegungsartefaktarm sind. Auf Basis der so ausgewählten Test-Bilder
identifiziert das CT-Gerät
wenigstens ein nutzbaren Zeitintervalls identifiziert, innerhalb
dessen Daten während
einer Ruhephase aufgenommen werden können und zieht dann nur entsprechend
zur Bildrekonstruktion heran.
-
Die Erfindung wird nachfolgend anhand
der beigefügten
schematischen Figuren näher
erläutert. Es
zeigen:
-
1 und 2 zwei die Ruhephasen unterschiedlicher
Bereiche des Herzens veranschaulichende CT-Bilder,
-
3 bis 7 in Form von qualitativen
Diagrammen die Darstellung der Bewegungsgeschwindigkeit verschiedener
Bereiche des Herzens während
eines Herzzyklus,
-
8 den
Verlauf des EKG-Signals eines Patienten und die für die unterschiedlichen
Bereiche des Herzens gemäß den 4 bis 8 geeigneten Rekonstruktionsphasen, und
-
9 in
schematischer, teilweise blockschaltbildartiger Darstellung ein
CT-Gerät
zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens.
-
Wie aus den 1 und 2 ersichtlich
ist, variiert die räumliche
Bewegung der Koronargefäße und der
Herzkammern in der jeweils betrachteten Schnittebene während eines
Herzzyklus in Geschwindigkeit und Phase. Die 1 und 2 zeigen
die gleiche Schichtebene eines Herzens, jedoch wurden die den 1 und 2 jeweils zugrundeliegenden Daten während unterschiedlicher
Zeiträume
innerhalb eines Herzzyklus gewonnen. So zeigt die 1 die diastolische Ruhephase, die nach
etwa 30% der Gesamtdauer eines Herzzyklus beginnt und nach etwa
70% der Gesamtdauer einer Herzphase endet (30%-70%-R-Intervall).
Die 2 zeigt die systolische
Kontraktionsphase (80%-120%-RR-Intervall). Beide
Bilder wurden mit 250 ms-Zeitauflösung rekonstruiert.
-
Anhand von 1 ist deutlich erkennbar, dass in der
Diastole das gesamte Herz im Bereich des linken Ventrikels scharf
sichtbar ist, während
die Darstellung der RCA durch bewegungsbedingte Verschmierung stark
beeinträchtigt
ist.
-
Das in der Systole rekonstruierte
Bild gemäß 2 zeigt dagegen die RCA
scharf, den Bereich um den linken Ventrikel dagegen mit Bewegungsartefakten.
-
Linker Ventrikel und RCA bewegen
sich also offensichtlich phasenverschoben. Diese Aussage gilt sinngemäß auch für andere
Koronargefäße, wobei sich
CX und RCA im wesentlichen gleichphasig bewegen, während sich
LM und LAD etwa gleichphasig mit dem linken Ventrikel bewegen.
-
Dies ist in den 3 bis 7 nochmals
veranschaulicht, die in Form von qualitativen Diagrammen die Darstellung
der Bewegungsgeschwindigkeit verschiedener Bereiche des Herzens
während
eines Herzzyklus, also während
des Zeitraums zwischen zwei aufeinanderfolgenden R-Zacken des EKG,
zeigen, wobei der Quotient aus momentaner und maximaler Bewegungsgeschwindigkeit
[v/vmax] des jeweiligen Bereichs über der
in Prozent angegebenen Dauer eines Herzzyklus [%RR] aufgetragen
ist.
-
Zur artefaktfreien Darstellung aller
interessierenden Bereiche käme
gemäß den 3 bis 7 nur die Phase 30%RR bis 60%RR in Frage,
die aber insbesondere für
höhere
Pulsraten zur Aufnahme aller zur Rekonstruktion eines CT-Bildes
erforderlichen Projektionen nicht ausreicht.
-
Nach dem erfindungsgemäß Verfahren
wird nun nicht versucht, alle interessierenden Bereiche des Herzens
während
eines einzigen Messintervalls abzubilden. Es wird vielmehr gemäß einem
ersten Lösungsprinzip
so vorgegangen, dass
- a) eine Vielzahl von der
Bilderzeugung dienenden Projektionen während wenigstens eines Umlaufs der
Röntgenstrahlenquelle
um das zu Herz und einer Zeitdauer, die wenigstens gleich einer
Periode des Herzzyklus ist, aufgenommen wird,
- b) die den Projektionen entsprechenden Daten daraufhin analysiert
werden, ob sie während
einer Ruhe- oder Bewegungsphase eines jeweils interessierenden Bereichs
des Herzens gewonnen wurden, und
- c) ein Bild des Organs unter Verwendung nur solcher Daten rekonstruiert
wird, welche während
einer Ruhephase eines jeweils interessierenden Bereichs des Organs
gewonnen wurden.
-
Was die genannten Bereiche des Herzens angeht,
so ist aus 8 ersichtlich,
dass zwei unterschiedliche Intervalle (δ1, ε1)
für LAD
und LM sowie (δ2 , ε2) für
RCA und LCX zur spezifischen Rekonstruktion verwendet werden, δn definiert
dabei bezogen auf das Auftreten der einen Herzzyklus einleitenden R-Zacke
den Startpunkt, εn die Dauer des Intervalls bezogen auf die
Dauer ΔTRR eines RR-Zyklus.
-
In 9 ist
schematisch ein CT-Gerät
zur Durchführung
der erläuterten
Verfahren dargestellt.
-
Das CT-Gerät weist eine Messeinheit aus
einer Röntgenstrahlenquelle 1,
die ein Röntgenstrahlenbündel 2 aussendet,
und einem Detektor 3 auf, welcher aus einer oder mehreren
in z-Richtung aufeinanderfolgenden
Zeilen von Einzeldetektoren, z.B. jeweils 512 Einzeldetektoren,
zusammengesetzt ist. Der Fokus der Röntgenstrahlenquelle 1,
von der das Röntgenstrahlenbündel 2 ausgeht,
ist mit 4 bezeichnet. Je nachdem ob mit einer oder mehreren Zeilen von
Einzeldetektoren gearbeitet wird, ist das Röntgenstrahlenbündel mittels
einer in 9 nicht dargestellten
Primärstrahlenblende
fächerförmig oder
pyramiden- bzw. kegelförmig
eingeblendet.
-
Das Untersuchungsobjekt, im Falle
des dargestellten Ausführungsbeispiels
ein menschlicher Patient 5, liegt auf einem Lagerungstisch 6,
der sich durch die Messöffnung 7 einer
Gantry 8 erstreckt.
-
An der Gantry 8 sind die
Röntgenstrahlenquelle 1 und
der Detektor 3 einander gegenüberliegend angebracht, und
zwar an einem Rotor 10. Dieser ist um die mit z bezeichnete,
rechtwinklig zur Zeicheneben der 9 verlaufende
z-Achse des CT-Geräts,
die die Systemachse darstellt, drehbar gelagert und wird zur Abtastung
des Patienten 5 in α-Richtung
in Richtung des mit α bezeichneten
Pfeiles um die z-Achse gedreht, und zwar um einen Winkel, der wenigstens
gleich 180°(π) plus Fächerwinkel (Öffnungswinkel
des fächerförmigen Röntgenstrahlenbündels 2)
beträgt.
Dabei erfasst das von der mittels ei= ner Generatoreinrichtung 9 betriebenen Röntgenstrahlenquelle 1 ausgehende
Röntgenstrahlenbündel 2 ein
Messfeld kreisförmigen
Querschnitts. Der Fokus 4 der Röntgenstrahlenquelle 1 bewegt sich
auf einer um das auf der z-Achse liegende Drehzentrum kreisförmig gekrümmten Fokusbahn 15.
-
Bei vorbestimmten Winkelpositionen
der Messeinheit 1, 3, den sogenannten Projektionswinkeln,
werden Messwerte in Form sogenannter Projektionen aufgenommen, wobei
die entsprechenden Messdaten von dem Detektor 3 zu einer
elektronischen Recheneinrichtung 11 gelangen, welche aus den
den Projektionen entsprechenden Folgen von Messpunkten die Schwächungskoeffizienten
der Bildpunkte einer Bildpunktmatrix rekonstruiert und diese auf
einem Sichtgerät,
z.B. einem Monitor 12, bildlich wiedergibt, auf dem somit
Bilder der von den Projektionen erfassten Schichten des Patienten 5 erscheinen.
-
Wenn der Detektor 3 mehrere
Zeilen von Detektorelementen aufweist, können bei Bedarf mehrere Schichten
des Patienten 5 gleichzeitig aufgenommen werden, wobei
dann pro Projektionswinkel eine der Anzahl der aktiven Detektorzeilen
entsprechende Anzahl von Projektion aufgenommen wird.
-
Wenn der der Gantry 8 zugeordnete
Antrieb 13 nicht nur für
einen Teil- oder Vollumlauf der Gantry 8 ausreicht, sondern
dazu geeignet ist, die Gantry 8 kontinuierlich rotieren
zu lassen, und außerdem
ein weiterer Antrieb vorgesehen ist, der eine Relativverschiebung
des Lagerungstisches 6 und damit des Untersuchungsobjektes 5 einerseits
und der Gantry 8 mit der Messeinheit 1, 3 andererseits
in z-Richtung ermöglicht,
können
auch sogenannte Spiralscans durchgeführt werden.
-
Zur Durchführung von Untersuchungen des Herzens
oder herznaher, im Rhythmus der Herzaktion bewegter Bereiche des
Körpers
des Patienten 5 weist das CT-Gerät gemäß 1 außerdem
einen an sich bekannten Elektrokardiographen 17 auf, der über Elektroden,
von denen eine in 1 dargestellt und
mit 18 bezeichnet ist, mit dem Patienten 5 verbunden werden
kann und zur Erfassung des EKG-Signals des Untersuchungsobjektes
parallel zu der Untersuchung mittels des CT-Gerätes dient. Dem EKG-Signal entsprechende
vorzugsweise digitale Daten sind der zugeführt.
-
Die Elektroden des Elektrokardiographen 17 sind
nach Möglichkeit
derart am Körper
des Patienten 5 angebracht, dass sie die Untersuchung des
Patienten 5 nicht beeinträchtigen.
-
An die elektronische Recheneinrichtung 11 sind
eine Tastatur 19 und eine Mouse 20 angeschlossen,
die die Bedienung des CT-Gerätes ermöglichen. Außerdem ist
an die elektronische Recheneinrichtung 11 ein weiterer
Monitor 21 angeschlossen, auf dem das EKG des Patienten 5 dargestellt
werden kann.
-
Bei einer ersten auf einem erfindungsgemäßen Verfahren
beruhenden Betriebsart des beschriebenen CT-Geräts markiert eine Bedienperson
mittels der Mouse 20 auf dem Monitor 21 denjenigen
Bereich einer Periode des EKG, der der Ruhephase desjenigen Bereichs
des Herzens entspricht, der in den CT-Bildern dargestellt werden
soll.
-
Es wird also im EKG des Patienten 5 bezüglich des
jeweils interessierenden Bereichs des Herzens 1 zwischen
zwei aufeinanderfolgenden R-Zacken des EKG liegendes nutzbares Zeitintervall
markiert, worauf die elektronische Recheneinrichtung 11 bei
der Bildrekonstruktion nur solche Daten heranzieht, die in den einzelnen
Herzzyklen jeweils während
des nutzbaren Zeitintervalls gewonnen wurden. Diese Daten betrachtet
die elektronische Recheneinrichtung 11 als während einer
Ruhephase gewonnen.
-
Dabei ist im Falle des beschriebenen
CT-Geräts
die Anordnung derart getroffen, dass die elektronische Recheneinrichtung 11 Lage
und Dauer eines mittels der Mouse 20 auf dem Monitor 21 als
nutzbares Zeitintervall markierten Zeitintervalls innerhalb einer
Herzperiode einerseits durch einen ersten Bruchteil der jeweiligen
Herzperiode kennzeichnet, der nach der den Herzzyklus einleitenden
R-Zacke und dem Beginn des nutzbaren Zeitintervalls verstreicht, und
andererseits durch einen zweiten Bruchteil der Dauer des Herzzyklus,
der sich an den ersten Bruchteil anschließt und der Dauer des nutzbaren
Zeitintervalls entspricht.
-
Auf diese Weise ist es auch bei Schwankungen
der Herzperiode möglich,
die den aufgenommenen Projektionen entsprechenden Daten daraufhin zu
analysieren, ob sie während
einer Ruheoder Bewegungsphase des jeweils interessierenden Bereichs
des Herzens gewonnen wurden. Die elektronische Recheneinrichtung 11 betrachtet
dann diejenigen Daten, die während
nutzbarer Zeitintervalle gewonnen wurden, als während einer Ruhephase gewonnene
Daten und verwendet wie erwähnt
ausschließlich
diese zur Rekonstruktion eines CT-Bildes.
-
In einer alternativen zweiten Betriebsart
des beschriebenen CT-Geräts
beruht das Analysieren der den Projektionen entsprechenden Daten
daraufhin, ob sie während
einer Ruhe- oder einer Bewegungsphase des jeweils interessierenden
Bereichs des Herzens gewonnen wurden, auf dem Detektieren von Bewegungsartefakten
in Testbildern.
-
Dabei wird so vorgegangen, dass aus
den zur Verfügung
stehenden Daten eine Anzahl von zeitlich kurz aufeinanderfolgenden
Testbildern rekonstruiert wird, die auf Bewegungsartefakte hin analysiert werden.
-
Dies kann dadurch geschehen, dass
die elektronische Recheneinrichtung 11 die Testbilder auf
das Vorhandensein von Strichartefakten und/oder Doppelkonturen untersucht
und das Vorhandensein von Strichartefakten und/oder Doppelkonturen
als Hinweis auf Bewegungsartefakte ansieht.
-
Die elektronische Recheneinrichtung 11 berücksichtigt
dann in der Folge solche Daten als während einer Ruhephase des jeweils
interessierenden Bereich des Herzens gewonnen, die zu einem Testbild
beigetragen haben, das zumindest in dem den jeweils interessierenden
Bereich des Herzens darstellenden Bildbereich wenigstens im Wesentlichen
frei von Bewegungsartefakten ist, und zieht ausschließlich solche
Daten zur eigentlichen Bildrekonstruktion heran.
-
In einer Abwandlung der zweiten Betriebsart detektiert
die elektronische Recheneinrichtung 11 Bewegungsartefakte
anhand von durch Subtraktion aufeinanderfolgender Testbilder gewonnener
Differenzbilder, wobei bei Abwesenheit von Bewegungsartefakten ein
Differenzbild theoretisch keinerlei Bildinformation enthält.
-
Um den zeitlichen Aufwand zur Rekonstruktion
der Testbilder zu verringern, kann vorgesehen sein, dass die elektronische
Recheneinrichtung 11 die Rekonstruktion der Testbilder
mit verringerter Rechenleistung und/oder verringerter Auflösung und/oder
als Teilumlaufrekonstruktion vornimmt.
-
In einer der zweiten Betriebsart ähnelnden dritten
Betriebsart rekonstruiert die elektronische Recheneinrichtung 11 Testbilder
nicht aus den gleichen Daten, die auch der Rekonstruktion der eigentlichen Bilder
zugrunde liegen, sondern aus Daten, die während eines Testmodus aufgenommen
werden, der dem Aufnahmemodus vorausgeht.
-
Während
des Testmodus, der dem Aufnahmemodus möglichst unmittelbar vorausgehen
sollte, werden bei gleichzeitiger Auf zeichnung des EKG Projektionen
aufgenommen und aus diesen Testbilder rekonstruiert, die auf dem
Monitor 12 angezeigt werden. Eine Bedienperson bewertet
diese Bilder und kennzeichnet mittels der Mouse 20 diejenigen Bilder,
die sie als hinsichtlich des jeweils interessierenden Bereichs des
Herzens als bewegungsartefaktarm erkennt. Auf Grundlage der zeitlichen
Lage der so gekennzeichneten Testbilder relativ zum EKG ermittelt
die elektronische Recheneinrichtung 11 unter Berücksichtigung
des EKG-Signals ein bezüglich des
jeweils interessierenden Bereichs nutzbares Zeitintervall, dessen
Lage und Dauer innerhalb eines Herzzyklus, wie bereits beschrieben,
durch einen ersten und einen zweiten Bruchteil der Herzperiode definiert
werden kann, und die Ruhephase des jeweils interessierenden Bereichs
kennzeichnet.
-
Im anschließenden Aufnahmemodus werden der
eigentlichen Bilderzeugung dienende Projektionen aufgenommen, von
denen die elektronische Recheneinrichtung 11 nur diejenigen
zur Bildrekonstruktion des jeweils interessierenden Bereichs heranzieht,
die jeweils während
eines wie beschrieben auf Basis der Testbilder ermittelten nutzbaren
Zeitintervalls und somit während
einer Ruhephase des interessierenden Bereichs aufgenommen wurden.
-
Um dem Patienten unnötige Röntgendosis zu
ersparen, kann in allen beschriebenen Betriebsarten ein Modus gewählt werden,
in dem die elektronische Recheneinrichtung 11 die Röntgenstrahlenquelle 1 in
Abhängigkeit
von dem EKG-Signal nur dann aktiviert, wenn überhaupt die Chance besteht,
dass sich der jeweils interessierende Bereich in einer Ruhephase
befindet.
-
Dazu ist vorgesehen, dass die elektronische Recheneinrichtung 11 das
EKG-Signal mit einem Schwellwert vergleicht und die Generatoreinrichtung 9 so
steuert, dass die Röntgenstrahlenquelle 1 nur dann
aktiviert ist, wenn der Schwellwert unterschritten ist.
-
Im Falle sämtlicher Betriebsarten besteht
außerdem
die Möglichkeit,
die Daten hinsichtlich mehrerer Bereiche des Herzens daraufhin zu
analysieren, ob sie während
einer Ruhe- oder während
einer Bewegungsphase des jeweiligen Betreichs gewonnen wurden, mit
der Folge, dass beispielsweise bezüglich eines ersten und eines
zweiten interessierenden Bereichs CT-Bilder rekonstruiert werden können, die
nur auf solchen Daten beruhen, die während einer Ruhephase des ersten
bzw. zweiten interessierenden Bereichs des Herzens gewonnen wurden. Diese
beiden CT-Bilder können
dann zu einem einzigen Bild zusammengefasst werden, das sowohl des ersten
als auch den zweiten interessierenden Bereich in der Ruhephase darstellt.
-
Dazu kann die elektronische Recheneinrichtung 11 beispielsweise
beide Bilder auf dem Monitor 12 anzeigen, so dass eine
Bedienperson mittels der Mouse 20 diejenigen Bereiche der
beiden Bilder markieren kann, die zu einem gemeinsamen Bild zusammengefasst
werden sollen, worauf die elektronische Recheneinrichtung 11 das
zusammengefasste Bild darstellt.
-
Selbstverständlich kann diese Vorgehensweise
auch für
mehr als zwei interessierende Bereiche angewendet werden.
-
Die Erfindung wurde vorstehend am
Beispiel von Untersuchungen des Herzens beschrieben; sie kann aber
auch bei der Untersuchung eines anderen periodisch bewegten Organs
eines Lebewesens Anwendung finden, wobei der Begriff Organ im Rahmen der
vorliegenden Anmeldung im weiteren Sinne, d.h. auch im Sinne eines
Körperbereichs,
verstanden werden soll.