DE102007059740A1 - Fugenabdichtungselement zur Abdichtung von Trennfugen, insbesondere Betonierfugen, und Verfahren zur Instandsetzung einer Abdichtung einer Trennfuge zwischen zwei Bauteilen, insbesondere Betonierfuge, in die ein derartiges Fugenabdichtungselement eingelegt und einbetoniert ist - Google Patents
Fugenabdichtungselement zur Abdichtung von Trennfugen, insbesondere Betonierfugen, und Verfahren zur Instandsetzung einer Abdichtung einer Trennfuge zwischen zwei Bauteilen, insbesondere Betonierfuge, in die ein derartiges Fugenabdichtungselement eingelegt und einbetoniert ist Download PDFInfo
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Abstract
Fugenabdichtungselement zur Abdichtung von Trennfugen, insbesondere Betonierfugen, dadurch gekennzeichnet, daß es ein flaches Kunststoffprofil umfaßt, das in seinem Inneren ein offenes Hohlkammersystem aufweist und das an seinen beiden Außenseiten jeweils mit einer Dichtungsbeschichtung versehen ist, welche mit einer Schutzfolie bedeckt ist, und Verfahren zur Instandsetzung einer Trennfuge zwischen zwei Bauteilen, insbesondere Betonierfuge, in die ein Fugenabdichtungselement nach einem der vorangehenden Ansprüche eingelegt oder einbetoniert ist, dadurch gekennzeichnet, daß es die Schritte umfaßt: Anbohren des Fugenabdichtungselements durch eines der Bauteile hindurch bis in das offene Hohlkammersystem hinein, Injizieren von Injektionsmaterial von außerhalb des Bauteils durch die entstandene Bohrung in das Hohlkammersystem unter Druck, zumindest bis das Injektionsmaterial aus dem Hohlkammersystem in das Bauteil austritt, und Aushärtenlassen des Injektionsmaterials.
Description
- Die vorliegende Erfindung betrifft ein Fugenabdichtungselement zur Abdichtung von Trennfugen, insbesondere Betonierfugen und ein Verfahren zur Instandsetzung einer Abdichtung einer Trennfuge zwischen zwei Bauteilen, insbesondere Betonierfuge, in die ein Fugenabdichtungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 10 eingelegt oder einbetoniert ist.
- Trennfugen, die auch als Arbeitsfugen bezeichnet werden, insbesondere Betonierfugen, entstehen bei der Erstellung von Bauteilen, insbesondere Betonbauteilen, wenn zum Beispiel auf eine gegossene Bodenplatte aus Beton anschließend eine Wand aufbetoniert wird. Die hier durch entstehende Trennfuge bzw. Arbeitsfuge läßt zumindest ohne Abdichtung Wasser in den Baukörper gelangen. Zur Abdichtung werden bisher zum Beispiel Fugenbleche, das heißt Fugenabdichtungselemente aus Blech, Fugenbänder, Injektionsschläuche, Quellfugenbänder oder Kombinationen aus diesen während der Betoniervorgänge in diese Arbeitsfuge eingelegt bzw. einbetoniert. Diese bekannten Verfahren weisen jedoch im Hinblick auf eine mögliche Instandsetzung bei Undichtigkeiten erhebliche Probleme auf.
- Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine Abdichtung zu schaffen, die im Bedarfsfall später auf einfache Weise instandgesetzt werden kann.
- Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei dem Fugenabdichtungselement der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß es ein flaches Kunststoffprofil umfaßt, das in seinem Inneren ein offenes Hohlkammersystem aufweist und das an seinen beiden Außenseiten jeweils mit einer Dichtungsbeschichtung versehen ist, welche mit einer Schutzfolie bedeckt ist.
- Weiterhin wird diese Aufgabe bei dem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß es die folgenden Schritte umfaßt: Anbohren des Fugenabdichtungselements durch eines der Bauteile hindurch bis in das offene Hohlkammersystem hinein, Injizieren von Injektionsmaterial von außerhalb des Bauteils durch die entstandene Bohrung in das Hohlkammersystem unter Druck, zumindest bis das Injektionsmaterial aus dem Hohlkammersystem in das Bauteil austritt, und Aushärtenlassen des Injektionsmaterials.
- Günstigerweise besteht das Kunststoffprofil aus einem hydrophoben Polymer, insbesondere PE, PP oder PU.
- Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung enthält das offene Hohlkammersystem Waben oder Noppen derart, daß sich ein zusammenhängender Hohlraum ergibt.
- Günstigerweise ist die Dichtungsbeschichtung eine an Beton haftende Beschichtung. Insbesondere kann es sich um eine selbstklebende Beschichtung handeln.
- Vorteilhafterweise ist die Dichtungsbeschichtung eine Beschichtung auf Basis von Bitumen oder Butyl.
- Zweckmäßigerweise ist die Schutzfolie zweiteilig aufgebracht.
- Vorteilhafterweise ist die Schutzfolie eine silikonisierte Folie.
- Weiterhin kann gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung vorgesehen sein, daß das Fugenabdichtungselement länglich ist.
- Gemäß einer weiteren besonderen Ausführungsform der Erfindung sind seine Schmalseiten an seinen kurzen Seiten flüssigkeitsdicht, insbesondere wasserdicht, geschlossen.
- Schließlich kann bei dem Fugenabdichtungselement in einer besonderen Ausführungsform vorgesehen sein, daß seine Schmalseiten an seinen Längsseiten offen sind.
- Günstigerweise ist bei dem Verfahren das Injektionsmaterial niedrigviskos.
- Schließlich ist das Injektionsmaterial günstigerweise Injektionsharz.
- Der Erfindung liegt die überraschende Erkenntnis zugrunde, daß durch das Hohlkammersystem, zum Beispiel in Wabenform, die Möglichkeit einer, insbesondere nachträglichen, Injektion von Injektionsmaterial zur Verfügung gestellt wird. Dadurch wird eine einfache Möglichkeit zur Instandsetzung sichergestellt.
- Des weiteren liefert die Verwendung von Kunststoff anstelle von Blech ein leichtes und formstabiles Fugenabdichtungselement, das auch bei leichter Biegung in seine Ursprungsform zurückkehrt, also eine höhere Flexibilität als Bleche aufweist, da Bleche gebogen bleiben und nur unter schwierigsten Umständen zurückgeformt werden können. Dieser Vorteil zeigt sich vor allem während der Betoniervorgänge. Das Kunststoffprofil bietet dadurch höhere Dichtungseigenschaften und einfachere Anwendungsmöglichkeiten.
- Im Prinzip bietet somit die vorliegende Erfindung eine doppelte Fugensicherung. Einmal durch das erfindungsgemäße Fugenabdichtungselement und zum anderen über die Möglichkeit einer späteren Injektion bei Undichtigkeiten, das heißt über die Möglichkeit der Instandsetzung.
- Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und der nachstehenden Beschreibung, in der eine besondere Ausführungsform des Fugenabdichtungselements und des Verfahrens zur Instandsetzung einer Abdichtung einer Trennfuge zwischen zwei Bauteilen, insbesondere Betonierfuge, in die das Fugenabdichtungselement eingelegt bzw. einbetoniert ist, anhand der schematischen Zeichnungen im einzelnen erläutert werden.
- Dabei zeigt:
-
1 eine perspektivische Ansicht eines Fugenabdichtungselements gemäß einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung; -
2 eine Schnittansicht entlang der Linie II-II von1 ; -
3 eine perspektivische Schnittansicht von dem Fugenabdichtungselement von -
1 ; -
4 eine Schnittansicht von dem Fugenabdichtungselement von1 im einbetonierten Zustand; und -
5 ein Verfahren gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung zur Instandsetzung der in4 gezeigten Abdichtung einer Trennfuge. - Das in
1 gezeigte Fugenabdichtungselement10 umfaßt ein flaches, längliches Kunststoffprofil12 , das in seinem Inneren ein offenes Hohlkammersystem in Form von Waben, von denen nur zwei mit der Bezugszahl14 versehen sind, aufweist. Die Waben14 ,14 sind so angeordnet, daß ein zusammenhängender Hohlraum16 resultiert. Der Hohlraum16 ist in1 nach oben und nach unten, das heißt an seinen Schmalseiten18 und20 an seinen Längsseiten offen und an seinen Schmalseiten22 und24 an seinen kurzen Seiten wasserdicht geschlossen. An seinen beiden Außenseiten26 und28 ist es jeweils mit einer Dichtungsbeschichtung30 (siehe auch2 und3 ) versehen, die selbstklebend ist. Beide Dichtungsbeschichtungen30 ,30 sind jeweils mit einer Schutzfolie32 aus silikonisierter Folie bedeckt, die nur in den1 und3 gezeigt ist, wobei sie in der1 zu Darstellungszwecken nur zum Teil gezeigt ist. Normalerweise erstreckt sie sich vor der Verwendung des Fugenabdichtungselements10 vollflächig über beide Außenseiten26 und28 . Wie zudem in der1 angedeutet und in3 gezeigt ist, ist die Schutzfolie32 zweiteilig aufgebracht, wobei sich die Trennlinie34 in Längsrichtung des Fugenabdichtungselements10 erstreckt. Die Trennlinie34 kann sich durch eine Perforation in der Schutzfolie32 ergeben. - Die Dichtungsbeschichtung
30 besteht im vorliegenden Fall aus einer Beschichtung auf Basis von Bitumen. Wie sich anhand der2 und3 ergibt, bilden die Waben14 bzw. Noppen eine offene vernetzte Noppenstruktur aus Kunststoff. Dies liefert ein injizierbares Fugenabdichtungselement. - Wie durch die
3 angedeutet, wird der untere Teil32a der Schutzfolie vor Einlegen bzw. Einbetonieren in beispielsweise eine Bodenplatte, wie die Bodenplatte36 aus Beton in4 , abgezogen. -
4 zeigt die mittels des Fugenabdichtungselements10 erzielte Abdichtung bei einer horizontalen Fuge38 zwischen der Bodenplatte36 und einem Wandbauteil40 aus Beton. Die Schutzfolie ist komplett entfernt. - Schließlich wird in
5 gezeigt, wie eine Instandsetzung der Fugenabdichtung von4 erzielt wird. Beispielweise kann bei schlechter Betonierung Feuchtigkeit trotz des Fugenabdichtungselements10 in die Bodenplatte36 und das Wandbauteil40 eindringen, indem es Fugenabdichtungselement10 umläuft. In einem derartigen Fall wird das Fugenabdichtungselement10 von außen, im vorliegenden Fall durch das Wandbauteil40 hindurch, bis in den Hohlraum16 angebohrt und nachfolgend Injektionsharz zum Beispiel mittels eines Injektionspackers42 injiziert. Das Injektionsharz füllt nicht nur den Hohlraum16 in dem Fugenabdichtungselement10 aus, sondern auch Bereiche oberhalb und unterhalb des Fugenabdichtungselements10 . - Die in der vorliegenden Beschreibung, in den Zeichnungen sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebigen Kombinationen für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.
-
- 10
- Fugenabdichtungselement
- 12
- Kunststoffprofil
- 14
- Waben
- 16
- Hohlraum
- 18, 20
- Schmalseiten
- 22, 24
- Schmalseiten
- 26, 28
- Außenseiten
- 30
- Dichtungsbeschichtung
- 32
- Schutzfolie
- 32a
- unterer Teil der Schutzfolie
- 34
- Trennlinie
- 36
- Bodenplatte
- 38
- Fuge
- 40
- Wandbauteil
- 42
- Injektionspacker
Claims (13)
- Fugenabdichtungselement (
10 ) zur Abdichtung von Trennfugen, insbesondere Betonierfugen, dadurch gekennzeichnet, daß es ein flaches Kunststoffprofil (12 ) umfaßt, das in seinem Inneren ein offenes Hohlkammersystem aufweist und das an seinen beiden Außenseiten (26 ,28 ) jeweils mit einer Dichtungsbeschichtung (30 ) versehen ist, welche mit einer (32 ) bedeckt ist. - Fugenabdichtungselement (
10 ) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kunststoffprofil (12 ) aus einem hydrophoben Polymer, insbesondere PE, PP oder PU, besteht. - Fugenabdichtungselement (
10 ) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das offene Hohlkammersystem Waben (14 ,14 ) oder Noppen enthält derart, daß sich ein zusammenhängender Hohlraum (16 ) ergibt. - Fugenabdichtungselement (
10 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtungsbeschichtung (30 ) eine an Beton haftende Beschichtung ist. - Fugenabdichtungselement (
10 ) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtungsbeschichtung (30 ) eine Beschichtung auf Basis von Bitumen oder Butyl ist. - Fugenabdichtungselement (
10 ) nach einem vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die (32 ) zweiteilig aufgebracht ist. - Fugenabdichtungselement (
10 ) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die (32 ) eine silikonisierte Folie ist. - Fugenabdichtungselement (
10 ) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es länglich ist. - Fugenabdichtungselement (
10 ) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß seine Schmalseiten (22 ,24 ) an seinen kurzen Seiten flüssigkeitsdicht, insbesondere wasserdicht, geschlossen sind. - Fugenabdichtungselement (
10 ) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß seine Schmalseiten (18 ,20 ) an seinen Längsseiten offen sind. - Verfahren zur Instandsetzung einer Trennfuge zwischen zwei Bauteilen, insbesondere Betonierfuge, in die ein Fugenabdichtungselement (
10 ) nach einem der vorangehenden Ansprüche eingelegt oder einbetoniert ist, das die folgenden Schritte umfaßt: – Anbohren des Fugenabdichtungselements (10 ) durch eines der Bauteile hindurch bis in das offene Hohlkammersystem hinein, – Injizieren von Injektionsmaterial von außerhalb des Bauteils durch die entstandene Bohrung in das Hohlkammersystem unter Druck, zumindest bis das Injektionsmaterial aus dem Hohlkammersystem in das Bauteil austritt, und – Aushärtenlassen des Injektionsmaterials. - Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Injektionsmaterial niedrigviskos ist.
- Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Injektionsmaterial Injektionsharz ist.
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2007
- 2007-12-07 DE DE200710059740 patent/DE102007059740A1/de not_active Withdrawn
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