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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Einrichtung zur
Ermittlung eines Streckenverlaufes, insbesondere einer Navigationseinrichtung
oder eines Mobiltelefons mit Datenanbindung, nach der Lehre des
Anspruches 1.
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Bei
der Verwendung von Navigationsgeräten oder Mobiltelefonen
mit GPS-Funktionalität ist es üblich, Suchanfragen
manuell durch Benutzereingaben zu initiieren. Diese Suchanfragen
können sich beispielsweise auf Objekte beziehen, welche
entlang der aktuell verfolgten Route und meist auch innerhalb eines
bestimmten Umkreises bezüglich der aktuellen Position eines
Fortbewegungsmittels liegen. Dem Benutzer des Navigationssystems
oder Mobiltelefons wird im Rahmen einer solchen Suche üblicherweise die
Möglichkeit geboten, die Suche anhand bestimmter Suchkriterien
einzuschränken, beispielsweise durch Vorgabe von Sonderzielkategorien
wie beispielsweise Restaurants, Tankstellen oder Museen.
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Problematisch
bei diesem Ansatz ist, dass der Benutzer im Rahmen der Suche selbst
aktiv werden muss und dadurch gegebenenfalls vom Stra ßenverkehr
abgelenkt wird. Außerdem entgehen dem Benutzer für
ihn möglicherweise interessante Sonderziele, da er sich
nicht bewusst ist, dass sich ein solches potentielles Sonderziel,
beispielsweise ein besonders bevorzugtes Restaurant, auf seiner
bevorstehenden Route befindet.
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Eine
mögliche Lösung für dieses Problem lehrt
die
US-Patentschrift
US 7,155,339 B2 . Hier wird dem Benutzer des Navigationssystems
eine Liste möglicher Sonderziele innerhalb definierter
Entfernungsbereiche relativ zur aktuellen Position des Fortbewegungsmittels
angezeigt. Die Sonderziele werden gemäß Ihrer
Entfernung vom Fortbewegungsmittel entlang des aktuell befahrenen
Streckenverlaufes vom Navigationssystem dargestellt. Zur Suche werden
Kreisflächen definiert, deren Mittelpunkte auf der vom
Fortbewegungsmittel befahrenen Strecke liegen und deren Radius variabel
ist, so dass mittels der Kreisflächen diverse Regionen
definierbar sind, innerhalb derer nach möglichen Sonderzielen
entlang der Route gesucht wird. Die Kreisradien müssen
dabei manuell vom Benutzer der Navigationseinrichtung vorgegeben
werden. Auch muss der Benutzer vor Beginn der Fahrt oder während
der Fahrt eine umfangreiche Konfiguration des Systems vornehmen.
Er muss zunächst mittels der Benutzerschnittstelle des
Navigationssystems den Menüpunkt „Sonderziele"
auswählen und anschließend die Sonderzielkategorie
festlegen, beispielsweise „Restaurants". Anschließend
wäre gegebenenfalls noch zu wählen welche Art
von Restaurant angezeigt werden soll. Beispielsweise eine ganz bestimmte
Restaurantkette. Diese gefundene Auswahl muss dann vom Benutzer
bestätigt werden, um bei der Berechnung des weiteren Streckenverlaufes
berücksichtigt zu werden.
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Nachteilig
bei diesem Ansatz ist sowohl die manuell erforderliche Interaktion
zwischen Benutzer und Gerät als auch die Tatsache, dass
möglicherweise nicht alle für den Benutzer interessanten
Sonderziele innerhalb des spezifizierten Suchumfeldes angezeigt
werden, da der Benutzer entweder eine für ihn möglicherweise
interessante Sonderzielkategorie nicht konfiguriert hat oder weil
er sich nicht bewusst ist, dass ein für ihn möglicherweise
interessantes Sonderziel auf der Strecke liegen könnte.
Aktiviert der Benutzer andererseits möglichst viele Sonderzielkategorien,
so wird er höchst wahrscheinlich mit zu vielen Informationen
versorgt, so dass er den Überblick verlieren kann oder
gar Informationen erhält, welche für ihn nicht
von Interesse sind.
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Die
US-Schrift
US
2003/0167120 A1 lehrt den Aufbau eines Navigationssystems,
welches mittels eines Datendienstes Kartendaten bezieht, die mit Sonderzielen
versehen sind und welches diese Sonderziele abhängig von
der aktuellen Position des Fortbewegungsmittels mittels einer Anzeigevorrichtung
zusammen mit dem errechneten Streckenverlauf anzeigt. Auch umfasst
das System einen Sonderzielspeicher, in dem vom Benutzer besonders
bevorzugte Sonderziele abgespeichert werden können.
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Nachteilig
bei diesem Ansatz ist vor allen Dingen, dass im Falle von mehreren
Benutzern des Navigationsgerätes, beispielsweise bei Navigationsgeräten
in Firmenwagen oder im Falle von tragbaren Navigationsgeräten,
für den aktuellen Benutzer nicht relevante Sonderziele
angezeigt werden, die möglicherweise von einem Vorbenutzer
stammen. Außerdem muss der aktuelle Benutzer bei dieser
konkreten Lösung unter Verwendung einer Fernbedienung Systemkonfigurationen
vornehmen, welche wie zuvor schon erläutert zur Ablenkung
vom Straßenverkehr führen können.
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Ausgehend
von diesem Stand der Technik besteht die Aufgabe der vorliegenden
Erfindung darin, ein neues Verfahren zum Betrieb einer gattungsgemäßen
Einrichtung zur Ermittlung einer Route vorzuschlagen, bei dem der
Benutzer ohne aufwändige Interaktionen mit der Einrichtung
jederzeit die Gelegenheit hat, ein speziell von ihm bevorzugtes
Sonderziel automatisch bei der Ermittlung der Route auch kurzfristig
noch in die aktuelle Routenberechnung mit einzubeziehen.
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Diese
Aufgabe wird mittels des Verfahrens nach der Lehre des unabhängigen
Anspruches gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen
der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
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Gemäß dem
gattungsgemäßen Verfahren erfolgt von der Einrichtung
fortlaufend und selbsttätig ein Hinweis auf ein mögliches
Sonderziel, sofern sich dieses in der näheren Umgebung
des Einrichtungsstandortes befindet. Um dies zu realisieren, bewirkt das
erfindungsgemäße Verfahren eine permanente Positionsermittlung
unter Berücksichtigung empfangener Positionssignale. Zusätzlich
muss sich ein Benutzer mittels entsprechender Eingaben unter Verwendung
der Benutzerschnittstelle der Einrichtung identifiziert haben. Die
Einrichtung führt diese Benutzeridentifikation selbsttätig
mittels Abfrage der Benutzerschnittstelle und Erfassung der Benutzereingaben
durch. Nach Erfassung des Benutzers startet die Einrichtung selbsttätig
einen Sonderzielsuchvorgang zur Ermittlung positionsabhängiger
und benutzerspezifischer Sonderziele unter Berücksichtigung
der ermittelten aktuellen Position und des identifizierten Benutzers.
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Vorzugsweise
durchsucht bei dem Start des Sonderzielsuchvorgangs eine von der
Einrichtung umfasste Sucheinrichtung den Speicher nach vom Benutzer
vorgegebenen Sonderzielen oder Sonderzielkategorien.
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Es
wird hierbei davon ausgegangen, dass der Benutzer bei der Registrierung
seiner Daten von ihm besonders bevorzugte Sonderziele oder Sonderzielkategorien
vor Antritt der Reise registriert hat, so dass die Einrichtung ohne
weitere Benutzereingaben in der Lage ist, die benutzerspezifischen
Sonderziele zu identifizieren und bei dem Suchvorgang zu berücksichtigen.
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Die
Kommunikation des Ergebnisses des Sonderzielsuchvorganges an den
aktuellen Benutzer erfolgt mittels der Benutzerschnittstelle, beispielsweise
unter Verwendung einer Anzeigeeinrichtung, wie beispielsweise einem
Display. Zusätzlich ist es vorteilhaft, wenn die Anzeige
der Sonderziele mittels spezifischer Zusatzinformationen, wie beispielsweise Werbebotschaften,
ergänzt wird.
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Insbesondere
ist auch eine Ergänzung der Anzeige mit sonderzielgebundenen
Information vorteilhaft, deren Anzeige ausschließlich in
der Nähe der aktuellen Position des Fortbewegungsmittels
sinnvoll ist.
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Die
Einrichtung führt die Sonderzielsuche für den
Benutzer mit jeder neuen Position vollautomatisch anhand der mittels
der Benutzeridentifikation gewonnenen Informationen selbsttätig
durch. Abgesehen von einer Benutzeridentifikation vor Fahrtantritt
sind dann zunächst keine weiteren Interaktionen zwischen
Gerät und Benutzer erforderlich. Der Benutzer kann sich
während dieser Zeit vollständig auf den Verkehr
konzentrieren und muss keine aufwändigen Suchkriterienkonfigurationen
durchführen. Falls ein entsprechendes Sonderziel von der
Einrichtung gefunden wird, macht die Einrichtung den Benutzer auf
das Suchergebnis selbsttätig aufmerksam.
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Dies
hat den Vorteil, dass kein für den Benutzer interessanter
Ort unbemerkt passiert wird, insbesondere dann nicht, wenn es sich
bei einem solchen Ort zunächst nicht um das eigentliche
Endziel der Gesamtroute handelt, welches der Routenführung zugrunde
liegt.
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Auch
werden dem Benutzer potentiell für ihn interessante Ziele
automatisch mitgeteilt, von deren Existenz der Benutzer gegebenenfalls
nicht informiert war und welche er ohne entsprechenden Hinweis der
Einrichtung eventuell unbemerkt passieren würde.
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Vorzugsweise
kann der Benutzer wählen, ob und gegebenenfalls in welchem
Umfang das Ergebnis des Sonderzielsuchvorganges bei der Ermittlung des
weiteren Streckenverlaufes von der Einrichtung berücksichtigt
werden soll. Nimmt der Benutzer einen entsprechenden Hinweis der
Einrichtung an, wird er automatisch zum Sonderziel geführt.
Das Sonderziel wird dazu selbsttätig in die Route eingefügt
und von der Einrichtung als Zwischenziel bei der Ermittlung des
von der aktuellen Position des Fortbewegungsmittels ausgehenden
weiteren Streckenverlaufes berücksichtigt. Der Streckenverlauf
führt damit zwangsläufig an dem Sonderziel vorbei.
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Die
Einrichtung steuert den Start des Sonderzielsuchvorganges vorzugsweise
selbsttätig unter Berücksichtigung derjenigen
Position des Fortbewegungsmittels, bei der zuletzt ein Sonderzielsuchvorgang
gestartet wurde. Lediglich bei für die Ermittlung von Sonderzielen
signifikanten Positionsänderungen des Fortbewegungsmittels
erfolgt somit eine Suchanfrage. Es wird hierdurch vermieden, dass
die Datenverarbeitungseinrichtung durch unnötige Starts des
Suchalgorithmus übermäßig beansprucht
wird.
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Es
wird empfohlen, die Implementierung des Verfahrens derart zu gestalten,
dass ein im Rahmen des Sonderzielsuchvorganges bereits ermitteltes Sonderziel
von der Einrichtung selbsttätig und/oder mittels einer
Abfrage an der Benutzerschnittstelle abgespeichert wird. Beispielsweise
könnte ein von der Einrichtung ermitteltes Sonderziel in
einem von der Einrichtung umfassten Adressbuch abgespeichert werden.
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Dieser
Automatismus führt letztlich zu dem Vorteil, dass das Navigationssystem
das Profil des derzeitigen Benutzers permanent, dynamisch und selbsttätig
erweitert, wodurch ein gewisser Lerneffekt entsteht und wodurch
die speziellen Bedürfnisse des Benutzers zukünftig
noch besser abgedeckt werden können. Die Einrichtung kann
bereits im Rahmen eines vorhergehenden Sonderzielsuchvorganges ermittelte
und abgespeicherte Sonderziele bei neuen Sonderzielsuchvorgängen,
auch schon im Rahmen der aktuellen Fahrt, erneut berücksichtigen.
Ebenso könnten zusätzliche Suchparameter berücksichtigt werden.
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Bevorzugt
wird der Benutzer auf die im Rahmen des Sonderzielsuchvorganges
gefundenen Sonderziele nach Maßgabe einer vom Benutzer
parametrierbaren Sonderziel-Rangfolge hingewiesen, die an einem
von der Benutzerschnittstelle umfassten Anzeigemittel visuell dargestellt
werden, so dass der Benutzer schnell einen Überblick bezüglich
des Suchergebnisses erhält und bezüglich für
ihn hochrelevanter Ziele zuerst informiert wird. Es ist auch vorteilhaft,
wenn während der Ergebnisanzeige eine Sortierung nach einer
benutzerspezifischen Bewertung der Sonderziele und/oder gemäß weiterer
möglicher benutzerspezifischer Kriterien erfolgt.
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Besonders
bevorzugt ist von der Einrichtung ein, insbesondere mittels der
Benutzerschnittstelle frei parametrierbares, erstes Steuermittel
umfasst, mittels dessen die Einrichtung die Startfrequenz des Sonderzielsuchvorganges
selbsttätig steuert. Das Steuermittel passt den Start des
Suchvorgangs an die örtlichen Gegebenheiten an und beeinflusst
damit die Startfrequenz des Suchvorganges aktiv.
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Aufgrund
der einfachen geometrischen Eigenschaften eignet sich besonders
die Verwendung einer Kreisfläche zur Steuerung der Startfrequenz. Anhand
der aktuellen Position des Fortbewegungsmittels wird ein erster
Kreismittelpunkt definiert und mittels des ersten Steuermittels
wird ein erster Kreisradius definiert, wobei die Startfrequenz des
Sonderzielsuchvorganges anschließend unter Berücksichtigung
des mittels des Kreismittelpunktes und des Kreisradius definierten
ersten Kreises gesteuert wird, indem geprüft wird, ob die
aktuelle Position des Fortbewegungsmittels noch innerhalb des im
Rahmen des vorherigen Suchvorganges definierten ersten Kreises liegt.
Falls die Position im Wesentlichen am Umfang des Kreises liegt,
wird dies als Anlass genommen, einen erneuten Suchvorgang zu starten. Damit
kann ein den Streckenverlauf umgebendes Gebiet automatisch und rhythmisch
gezielt und bei Bedarf auch benutzerspezifisch nach Sonderzielen abgesucht
werden.
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Besonders
bevorzugt ist von der Einrichtung ein zweites, vorzugsweise mittels
der Benutzerschnittstelle frei parametrierbares, Steuermittel umfasst,
mittels dessen die Einrichtung das Ergebnis der Sonderzielsuche
selbsttätig beeinflusst.
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Hierzu
wird beispielsweise anhand der aktuellen Position des Fortbewegungsmittels
zum Zeitpunkt des Starts des Sonderzielsuchvorganges ein zweiter
Kreismittelpunkt definiert und mittels des zweiten Steuermittels
ein zweiter Kreisradius definiert, wobei insbesondere die im Rahmen
des Sonderzielsuchvorganges ermittelbaren Sonderziele unter Berücksichtigung
des mittels des zweiten Kreismittelpunktes und des zweiten Kreisradius
definierten zweiten Kreises, insbesondere mittels der Kreisfläche,
von der Einrichtung vorselektiert werden. Die Einrichtung durchsucht
hierbei das mittels der Kreisfläche definierte Gebiet vor
dem eigentlichen Sonderzielsuchvorgang nach für den im
Anschluss folgenden Sonderzielsuchvorgang in Frage kommende potentielle
Sonderziele ab.
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Weiter
bevorzugt ist ein, insbesondere mittels der Benutzerschnittstelle
frei parametrierbares, drittes Steuermittel von der Einrichtung
umfasst, mittels dessen die Einrichtung den Umfang der Sonderzielsuche
selbsttätig steuert. Vorzugsweise wird dabei anhand der
aktuellen Position des Fortbewegungsmittels zum Zeitpunkt des Starts
des Sonderzielsuchvorganges ein dritter Kreismittelpunkt definiert
und mittels des dritten Steuermittels ein dritter Kreisradius definiert,
wobei das im Rahmen des Sonderzielsuchvorganges durchsuchte Gebiet
unter Berücksichtigung des mittels des dritten Kreismittelpunktes
und des dritten Kreisradius definierten dritten Kreises von der
Einrichtung definiert und begrenzt wird. Dieser Kreis liegt üblicherweise
innerhalb des ersten und/oder des zweiten zuvor erläuterten
Kreises.
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Solange
sich das Fortbewegungsmittel entlang des Streckenverlaufes bewegt
und solange kein neuer Suchvorgang gestartet wurde, wird ausschließlich
das mittels zumindest eines der Kreise definierte Gebiet, und somit
die im Umfeld des Fortbewegungsmittels befindliche Landschaft, nach
Sonderzielen durchsucht. Der Benutzer hat damit die Möglichkeit,
die Sonderzielsuche und eine gegebenenfalls durchzuführende
Modifikation des Streckenverlaufes auf einen für ihn akzeptablen
Radius zu beschränken.
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Ganz
besonders bevorzugt ist, dass zumindest eines der drei Steuermittel
unter Berücksichtigung des Ergebnisses des Sonderzielsuchvorganges
von der Einrichtung selbsttätig beeinflusst wird, so dass
die Einrichtung abhängig von der Anzahl der gefundenen
Sonderziele den Suchvorgang selbsttätig optimieren kann.
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Navigationssysteme,
insbesondere auch Mobiltelefone, welche mit Navigationsfunktionalität ausgestattet
sind, verwenden anstelle von lokalen Datenträgern wie DVDs/CDs
oder Speicherkarten häufig auch Online-Portale, auf die
beispielsweise mittels üblicher Datenübertragungsmethoden (GPRS/UMTS/HSDPA/EDGE/WIMAX/WLAN/ETC.) zugegriffen
wird. Die Durchführung der Suche nach Sonderzielen mittels
eines Online-Portals kann daher vom Nutzer direkt an der Einrichtung
initiiert werden, wobei auch von der Standardsuche abweichende Suchkriterien
vorgebbar sind.
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Vorzugsweise
ist die bisher erwähnte Einrichtung als erste Einrichtung
realisiert, wobei eine zweite Einrichtung zusätzlich oder
ausschließlich zum Betrieb der ersten Einrichtung vorgesehen
ist, beispielsweise in Form eines Online-Portals.
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Diese
zweite Einrichtung umfasst ebenfalls ein Speichermittel (z. B. mit
Online-Datenbank), welches auch Sonderzieldaten speichert und von
der Sucheinrichtung während eines Sonderzielsuchvorganges
durchsucht werden kann. Alle für die Suche relevanten Daten,
insbesondere auch die weiter oben erwähnten möglichen
zusätzlichen Suchkriterien, müssen hierzu von
der ersten Einrichtung zum Online Portal übertragen werden.
Die Ergebnisse werden nach Abschluss der Sucharbeiten vom Online-Portal
zur ersten Einrichtung übertragen und dort lokal mittels
der Benutzerschnittstelle an den Benutzer kommuniziert. Beide Einrichtungen
kommunizieren hierzu mittels eines von jeder Einrichtung umfassten
Kommunikationsmittels, vorzugsweise drahtlos, miteinander.
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Die
erste Einrichtung nutzt den Zugriff auf das Online-Portal unter
anderem dazu, um auf für den identifizierten Benutzer besonders
interessante Ziele zuzugreifen, welche im zweiten Speichermittel gespeichert
sind. Um auf diese Daten zuzugreifen, wird ferngesteuert im Anschluss
an den Vorgang der Benutzeridentifikation, welcher beispielsweise
lokal mittels der Benutzerschnittstelle der ersten Einrichtung erfolgen
könnte, ein Zugriff auf das im Speichermittel der zweiten
Einrichtung gespeicherte Benutzerprofil durchgeführt. Das
Benutzerprofil kann auch zusätzliche Suchkriterien zur
Konfiguration des Suchvorganges umfassen.
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Vorzugsweise
erfolgt die Identifikation des Benutzers und/oder die Erfassung
benutzerspezifischer Sonderziele mittels der ersten und/oder der zweiten
Einrichtung, wobei die Einrichtungen diese Daten stets oder nur
bei Bedarf untereinander austauschen. Der Benutzer hat dann die
Möglichkeit, beispielsweise sein Benutzerprofil mittels
Internetzugang bequem von zu Hause aus auf dem Portal zu erstellen
oder zu ergänzen, während diese Daten dynamisch
und automatisch bei jeder Fahrt aktualisiert beziehungsweise ergänzt
werden, so dass unabhängig davon welche Einrichtung die
Sonderziele ermittelt, stets nur die aktuellen Daten dem Suchvorgang zugrunde
gelegt werden. Dies gilt sowohl für die Sonderziele als
auch für bezüglich der Suche relevante Konfigurationsdaten.
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Diese
Funktion kann dadurch vorteilhaft ergänzt werden, dass
beide Einrichtungen benutzerspezifische Daten, insbesondere Sonderziele,
vorzugsweise mit Positionsangaben, von auf den Einrichtungen registrierten
weiteren Benutzern austauschen, insbesondere nach Maßgabe
eines Benutzerdatenfreigabemittels. Hierzu greift die Einrichtung
auf Bereiche des zweiten Speichermittels zu, welche für andere
Benutzer reserviert sind und mittels Identifikationsparametern geschützt
sind. Beispielweise könnten dies Daten von Benutzern eines
Benutzerforums sein, wobei allen Mitgliedern des Forums Zugriff auf
bestimmte Daten (z. B. benutzerspezifische Sonderziele) gewährt
wird. Mittels dieser Maßnahme wird die Ausbeute des Suchvorganges
mittels der nun zusätz lich vorhandenen Datenbasis, die
weit über den Umfang der Datenbasis des eigentlichen Benutzers der
Einrichtung hinaus geht, drastisch verbessert.
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Es
existieren demnach prinzipiell wenigstens zwei unterschiedliche
Betriebsarten zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens. Im Rahmen der ersten Betriebsart erfolgt die Ermittlung
und Erfassung der Sonderziele lokal auf der ersten Einrichtung und
im Rahmen der zweiten Betriebsart erfolgt die Ermittlung und Erfassung
der Sonderziele unter Verwendung eines Zugriffes auf eine von der Einrichtung
entfernte zweite Einrichtung. Auch ein Mischbetrieb zwischen beiden
Betriebsarten ist, wie aus den vorhergehenden Erläuterungen
deutlich wurde, möglich. Die zweite Einrichtung könnte
auch eine eigene Sucheinrichtung umfassen, welche beispielsweise
mittels der ersten Einrichtung angesteuert wird.
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Ergänzend
kann im Rahmen der zweiten Betriebsart mittels der zweiten Einrichtung,
insbesondere unter Berücksichtigung zumindest eines der
Steuermittel, eine Vorselektion von für die Sonderzielsuche
relevanten Sonderzielen erfolgen. Vorzugsweise werden dabei die
im Rahmen der Vorselektion ermittelten Sonderziele von der zweiten
Einrichtung an die erste Einrichtung übermittelt und vorzugsweise
von der ersten Einrichtung zur Verwendung im Rahmen einer Sonderzielsuche
zwischengespeichert. Hierdurch wird es möglich, die Anzahl
der Zugriffe der ersten Einrichtung auf die zweite Einrichtung drastisch
zu reduzieren. Der Speicher der ersten Einrichtung erfüllt
dabei die Funktion eines Cache-Speichers (Zwischenspeicher).
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Die
Bedienung einer erfindungsgemäßen Einrichtung
wird nun beispielhaft aus der Sicht eines Benutzers erläutert:
Zunächst
muss der Benutzer mittels der Benutzerschnittstelle eingeben, welche
Ziele er für besonders interessant hält. Die Einrichtung
speichert diese Eingaben ab. Um dem Benutzer eine Hilfestellung
bei der Eingabe der Sonderziele zu geben, könnte die Einrichtung
sogenannte POI (Points of Interest) – Kategorien vorgeben,
welche zum Beispiel die Kategorie „Tankstelle" umfassen,
wobei alle Orte in der Karte entlang des ermittelten Streckenverlaufes
markiert werden, an denen Treibstoff für das Fahrzeug erworben
werden kann. Nun hat der Benutzer zusätzlich noch die Möglichkeit,
ein einzelnes Objekt in der Karte (mit einer genau bestimmten geografischen
Position) als sein Lieblings-Ziel zu definieren. Derartige Lieblingsziele
könnten beispielsweise von dem zuvor erwähnten
Online-Portal abgerufen werden. Auf einem solchen Online-Portal
können Daten zu bestimmten interessanten Orten auf verschiedenste
Art und Weise vorgehalten werden. Zusätzlich können vom
Benutzer auch Bewertungen für bestimmte Ziele/Orte oder
Gruppen von Zielen/Orten, z. B. Restaurantketten oder Restaurantkategorien,
vorgenommen werden. Mittels dieser Bewertungen kann der Benutzer
die zugehörigen Orte als relevant oder nicht relevant für
die Suche kennzeichnen. Zudem ist es denkbar, dass von weiteren
Parametern abhängige Bewertungen vorgenommen werden, wobei
diese Parameter von der Einrichtung als zusätzliche Parameter
während des Sonderzielsuchvorganges berücksichtigt
werden. So könnten beispielsweise bestimmte Orte zu bestimmten
Tageszeiten interessanter sein als zu anderen Zeiten. Diese Zusatzparameter
können entweder manuell mittels der Benutzerschnittstelle
der Einrichtung eingegeben werden oder generisch definiert werden,
so dass z. B. nur während der üblichen Öffnungszeiten
eines möglichen Ziels, beispielsweise eines Restaurants,
dieses auch als Sonderziel gekennzeichnet wird. In diesem Zusammenhang
ist es auch vorteilhaft, dass Objekte, welche von anderen Mitgliedern
eine sehr positive Bewertung erhalten haben, ebenfalls als Sonderziele erkannt
werden. Hierbei können solche Mitglieder, welche dem Benutzer
bekannt sind oder deren Profile dem des Benutzers hinreichend ähnlich
sind, als bevorzugte Mitglieder eingestuft werden. Bei bevorzugten
Mitgliedern erhält deren Bewertung bei der Beurteilung
eines potentielles Sonderziels eine erhöhte Relevanz.
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Der
Benutzer hat selbst die Möglichkeit, eine Suche auf dem
Online-Portal mittels der ersten Einrichtung zu initiieren, wobei
in diesem Fall eigene Kriterien wie bestimmte Kategorien, Namen,
Preisniveau, Bewertungen etc. mittels der Benutzerschnittstelle
der ersten Einrichtung eingebbar sind und in Form einer Suchanfrage
an das Online-Portal übermittelt werden, so dass dort auf
diese Suchkriterien passende Resultate im aktuellen Umfeld des Fortbewegungsmittels
ermittelt werden können, wobei die Ergebnisliste auf die
erste Einrichtung zurück übertragen wird und dort
mittels der Benutzerschnittstelle dargestellt wird. Für
diesen manuellen Modus ist es vorteilhaft, wenn der Suchradius größer
gewählt wird als im Rahmen des automatischen Modus der
Einrichtung, bei dem keine Benutzerinteraktion während er
Suche erfolgt. Bei unbefriedigenden Ergebnismengen kann sukzessive
der Suchradius bis zu einem vorgebbaren Grenzradius vergrößert
werden. Dieser Vorgang wiederholt sich solange, bis eine vorgebbare
Mindestanzahl an Ergebnissen bei der Suche erzielt wurde.
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Anstelle
einer Information bezüglich der Adresse des interessanten
Ortes könnten mittels des Online-Portals zur Verfügung
gestellte dynamische Informationen, wie beispielsweise tagesaktuelle
Informationen, angezeigt werden. Genauso wie die herkömmlichen
interessanten Orte können auch die mittels dieser Informationen übermittelten
Daten gegebenenfalls als Zwischenziel (sofern es sich um Positionsdaten
handelt) oder als Adressbucheintrag verwendet werden.
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Die
folgenden drei Szenarien beschreiben nun beispielhaft mögliche
Anwendungen für die erfindungsgemäße
Einrichtung.
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1. Szenario:
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Ein
Benutzer der Einrichtung ist Mitglied eines Online-Portals, in welchem
interessante Orte beschrieben und mit zusätzlichen Informationen
(beispielsweise Adresse und geographische Position) versehen sind
und von anderen Benutzern bewertet werden können. Jeder
Benutzer besitzt in dem Portal ein eigenes Benutzerprofil, in welchem
die eigenen Präferenzen gespeichert werden können.
Die Benutzer können mit anderen registrierten Benutzern
kommunizieren. Der Benutzer der Einrichtung ist ein Sammler von
Champagnerflaschen. Während der Fahrt sucht das erfindungsgemäß betriebene
Navigationssystem im direkten Umkreis seines jeweiligen Standortes
nach interessanten Zielen unter Berücksichtigung der aus
dem Online-Portal bezogenen Daten. Bei der Fahrt durch Berlin wird
das Navigationssystem fündig: Ein Mitglied des Online-Portals,
mit dem der Benutzer über das Online-Portal einen Kontakt
hergestellt hat und welches dieselbe Sammelleidenschaft teilt, hat
vor einigen Monaten ein Antiquariat gefunden, wo derartige Flaschen
zu finden sind, und die Adresse in das Online-Portal eingetragen. Das
erfindungsgemäße Navigationssystem meldet daher
dem Benutzer, dass sich dieses Antiquariat aktuell in der Nähe
befindet. Durch eine kurze Benutzereingabe erfährt der
Benutzer auch weitere Details, z. B. über wessen Empfehlung
dieses Geschäft in das Online-Portal gelangt ist. Durch
eine weitere Benutzereingabe wird die Position des Antiquariates
in die Berechnung des weiteren Streckenverlaufes, betrachtet von
der aktuellen Position des Fortbewegungsmittels, als (Zwischen-)
Ziel übernommen und der Streckenverlauf dahingehend abgeändert,
dass die Strecke nun am Antiquariat vorbei führt. Auch kann
die neue Adresse des Antiquariates zusätzlich in das Adressbuch
das Navigationssystems übernommen werden.
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2. Szenario:
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Ein
Benutzer ist in Frankfurt geschäftlich unterwegs. Als er
Hunger bekam macht er sich auf die Suche nach einem Restaurant.
Das ausgewählte Ziel war ein Volltreffer. Das Essen schmeckte
so gut, dass er dieses Restaurant mittels des Online-Portals anderen
Benutzern empfiehlt und die Adresse als besonders lohnenswertes
Sonderziel abspeichert. Ein Jahr später ist der Benutzer
wieder in Frankfurt unterwegs. Die erfindungsgemäße
Einrichtung stellt nun die Annäherung an dieses Sonderziel
selbsttätig fest und zeigt dies dem Benutzer auch sofort
an. Dieser erinnert sich sofort an das positive Erlebnis vor einem Jahr
und entscheidet sich spontan dort erneut einzukehren. Durch eine
einfache Benutzereingabe wird das angezeigte Restaurant als Zwischenziel
in seine aktuelle Route übernommen und der Benutzer vollautomatisch
zu dem Restaurant mittels der Einrichtung geführt.
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3. Szenario:
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Der
Sammler aus dem 1. Szenario befindet sich erneut in Berlin, allerdings
nicht in der unmittelbaren Nähe des weiter oben genannten
Antiquariats. Mittels einer Anfrage an das Online-Portal sucht er erneut
nach Adressen von Sammlern. Er gibt die relevanten Suchkriterien
ein und sendet diese zum Online-Portal. Aufgrund der guten Bewertung
wird er erneut auf das Antiquariat aufmerksam gemacht, welches nun
als erster Eintrag im Anzeigemittel der Benutzerschnittstelle der
Einrichtung visualisiert wird, weil er es damals als Sonderziel
registriert hatte.
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Detaillierte
Ausführungsformen der Erfindung werden in den nachfolgend
erläuterten Zeichnungen schematisch dargestellt und beispielhaft
erläutert, wobei nicht alle dargestellten Aspekte für
die Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens wesentlich sind.
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Es
zeigen:
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1 einen
Ausschnitt des Ablaufschemas für das erfindungsgemäße
Verfahren;
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2 eine
mögliche Vorgehensweise zur Steuerung der Suchfrequenz
und des Suchradius;
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3 die
Funktionsweise eines Navigationssystems, welches die erfindungsgemäße
Einrichtung umfasst.
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Im
Rahmen der folgenden Erläuterungen wird angenommen, dass
bereits Sonderziele vom Benutzer mittels der Benutzerschnittstelle
oder des Online-Portals definiert wurden. Die Einrichtung ermittelt
unter Berücksichtigung aller im Speichermittel abgelegten
Sonderziele innerhalb eines bestimmten Kartenausschnittes (beispielsweise
innerhalb einer Kreisfläche um die gegenwärtige
GPS-Position) vorhandene potentielle Sonderziele. Jedes gefundene Sonderziel
wird anschließend daraufhin überprüft,
ob es zur Menge der benutzerspezifischen Sonderziele gehört,
z. B. durch Überprüfung, ob es einer bestimmten
POI – Kategorie zugeordnet werden kann. Da eine entsprechende Überprüfung
mit jeder neuen GPS-Position durchgeführt werden muss,
erfolgt der Start des Suchvorganges unter Berücksichtigung
besonderer Bedingungen.
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1 stellt
denjenigen Teil des erfindungsgemäßen Verfahrens
schematisch dar, welcher mit jeder neuen von der Einrichtung erkannten
GPS-Position ausgeführt wird, damit nur signifikante Positionsänderungen
zum Start des Sonderzielsuchalgorithmus führen.
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Es
wird stets nur dann eine neue Suche durchgeführt, wenn
der Abstand zwischen der aktuellen GPS-Position und derjenigen GPS-Position 2a–h (siehe 2),
bei der der vorherige Suchvorgang gestartet wurde, eine parametrierbare
Distanz (erster Radius 3a–h in 2) überschreitet
(„Hinreichende Positionsveränderung wurde festgestellt").
Diese parametrierbare Distanz kann beispielsweise mittels des ersten
Steuermittels 3a–h definiert werden. Diese Maßnahme
vermeidet, dass kleinste Positionsänderungen zu einem Start
des Suchalgorithmus und damit zur Dauerbelastung der Datenverarbeitungseinrichtung
führen. Mittels des ersten Steuermittels 3a–h
ist somit unmittelbar die Frequenz der Suchanfragen bezüglich
der Suche nach umliegenden Sonderzielen direkt durch die Einrichtung
steuerbar.
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Die
Ermittlung potentieller Sonderziele erfolgt innerhalb einer zweiten
Distanz (zweiter Radius 4a–h in 2),
ausgehend von der GPS-Position des Fortbewegungsmittels zum Startzeitpunkt
des vorherigen Suchvorganges („Nahegelegene Objekte werden
ermittelt"). Diese zweite Distanz überschreitet die mittels
des ersten Steuermittels 3a–h definierte erste
Distanz, so dass in jedem Falle keine weitere Suche notwendig ist,
solange sich der Benutzer innerhalb des mittels des ersten Steuermittels 3a–h
definierten ersten Distanzbereiches aufhält. Der eigentliche
Sonderzielsuchvorgang erfolgt jedoch innerhalb einer dritten Distanz
(Suchradius, nicht gezeigt), ausgehend von der GPS-Position 2a–h.
Dieser Suchradius ist in der Regel kleiner als die mittels der Distanzen 3a–h
oder 4a–h definierten Radien. Ermittelte Sonderziele
bleiben jeweils bis zur nächsten, als hinreichend verändert
erkannte, Positionsänderung gespeichert und werden erst
mit erneutem Start des Suchvorganges aktualisiert.
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Das
Verfahren läuft prinzipiell nach folgendem Schema ab:
Bei
einer ermittelten Änderung der Position des Fortbewegungsmittels
wird zunächst geprüft, ob es sich um eine hinreichende
Veränderung der Position handelt. Hinreichend ist eine
Veränderung immer nur dann, wenn seit dem letzten Start
des Suchvorgangs mindestens die erste frei definierbare Distanz 3a–h zurückgelegt
wurde. Im Rahmen der Implementierung des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird dies vorzugsweise mittels einer Vergleichsoperation
zwischen der zurückgelegten Distanz und einem Vergleichsparameter
(z. B. dem ersten Steuermittel 3a–h) realisiert.
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Wurde
die Positionsänderung als hinreichend erkannt (zurückgelegte
Distanz größer oder gleich dem aktuellen Wert
des Vergleichparameters 3a–h), so erfolgt die
Ermittlung nahe gelegener etwaiger Sonderziele (Objekte, Containerelemente),
welche mittels einer ersten Liste im Speichermittel (vorausgewählte
Objekte) abgelegt werden. Dieser Vorgang wird auch als „Ablage
in Container" bezeichnet. Anschließend wird jedes vorausgewählte
Objekt innerhalb der ersten Liste analysiert. Eine derartige Analyse
erfolgt auch dann, wenn die Positionsänderung nicht als
hinreichend erkannt wurde. In diesem Falle werden jedoch nur die
vor der Prüfung der Positionsänderung bereits
vorhandenen Containerelemente (potentielle Sonderziele) analysiert,
da keine neue Suche gestartet wurde und demzufolge keine neuen nahe
gelegenen potentiellen Sonderziele (Objekte) ermittelt werden konnten.
Diese Vorselektion von potentiellen Sonderzielen spielt vor allen
Dingen in Verbindung mit der zweiten Einrichtung 5 eine
Rolle. Mittels des Online-Portals 5 werden die für
eine Sonderzielsuche in Frage kommenden und innerhalb der zweiten
Distanz 4a–h vorhandenen potentiellen Sonderziele
vorselektiert und in den Cache-Speicher der ersten Einrichtung 4 geladen
oder von dieser abgerufen, um auch einen Offline-Betrieb der ersten Einrichtung 4 zu
ermöglichen.
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Im
Rahmen der Analyse der gefundenen Objekte (potentielle Sonderziele)
erfolgen mehrere Vergleichsoperationen. Es wird zunächst
geprüft, ob das aktuell aus der ersten Liste ausgewählte
Objekt sich innerhalb eines mittels eines dritten Steuermittels (nicht
gezeigt) definierten Suchradius (dritter Radius) befindet („Ist
Objekt im Ziel-Radius"). Hierbei handelt es sich um den eigentlichen
Sonderzielsuchvorgang, dessen Ergebnis dann auch unmittelbar an
den Anwender kommuniziert werden soll.
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Falls
dies der Fall ist, wird geprüft, ob das Objekt den benutzerspezifischen
Auswahlkriterien gerecht wird („Entspricht Objekt Nutzerpräferenz
?"). Falls dies ebenfalls der Fall ist, speichert die Einrichtung
das Objekt in einer zweiten Liste und legt es in einem Container
mit darzustellenden Objekten ab („Speichere Objekt in Liste
darzustellender Objekte"). Die in der zweiten Liste abgelegten Objekte
werden zur Visualisierung mittels der Benutzerschnittstelle nacheinander
abgearbeitet.
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Befindet
sich das Objekt nicht im Zielradius, so wird überprüft,
ob weitere Objekte aus der ersten Liste zu überprüfen
sind („Gibt es weitere Objekte zu untersuchen ?"). Dies
ist auch für den Fall vorgesehen, dass ein innerhalb des
Zielradius (dritter Radius) befindliches Objekt nicht den benutzerspezifischen Auswahlkriterien
entspricht.
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Sofern
weitere Objekte innerhalb der ersten Liste (vorausgewählte
Objekte) abgespeichert sind, werden die zuvor genannten Analyseschritte
erneut für diese Objekte durchgeführt. Falls keine
weiteren Objekte in der Liste abgelegt sind, ist der aktuelle Suchvorgang
damit beendet.
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2 zeigt
schematisch erneut die zuvor beschriebene Vorgehensweise unter Berücksichtigung des
Streckenverlaufes. Der eigentliche Sonderzielsuchradius (dritter
Radius) wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit
nicht eingezeichnet.
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Entlang
eines gefahrenen Weges 1 wird regelmäßig
von der Einrichtung überprüft, wann ein mittels
des ersten Steuermittels (erster Radius 3a–h) definiertes
Gebiet vom Fahrzeug verlassen wird. Die Definition des Gebietes
erfolgt mittels des Mittelpunktes 2a–h und des
ersten Radius 3a–h. Falls dieses Gebiet 2a–h, 3a–h
verlassen wird, wird bei Nutzung der zweiten Einrichtung (Online-Betriebsart)
ein erneuter vorselektierender Suchvorgang gestartet und unter Verwendung
des zweiten Steuermittels (zweiter Radius 4a–h)
durchgeführt. Anschließend erfolgt mittels des
dritten Steuermittels (dritter Radius, nicht gezeigt) der eigentliche
Suchvorgang unter Berücksichtigung der vorselektierten
potentiellen Sonderziele. Der Startzeitpunkt des Suchvorganges definiert
die neue GPS-Position, bei der sich die oben erwähnten Schritte
wiederholen.
-
Solange
sich das Fahrzeug im Wesentlichen innerhalb des mittels des ersten
Steuermittels (Radien 3a–3h) und des
mittels des zweiten Steuermittels (Radien 4a–4h)
definierten Gebietes aufhält (Kreisringe), ist sichergestellt,
dass gegebenenfalls vorhandene Sonderziele im Rahmen des vorherigen Suchvorganges
bereits berücksichtigt wurden. Bewegt sich das Fahrzeug über
dieses Gebiet hinaus, so werden gegebenenfalls vorhandene Sonderziele mittels
eines neuen Suchvorganges ermittelt, welcher bei Überschreiten
des mittels des ersten Steuermittels (3a–h) definierten
Grenzbereiches gestartet wird.
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In
Rahmen eines jeden Suchvorganges wird gemäß der
Erläuterungen zu 1 geprüft,
welche Sonderziele sich in der zur Vorauswahl bestimmten ersten
Liste befinden und welches dieser Sonderziele sich innerhalb eines
Abstandes, der kleiner oder gleich dem mittels des zweiten Steuermittels
(4a–h) definierten Abstandes zum Benutzer ist,
befindet. Derartige Sonderziele (Objekte) werden unter Berücksichtigung
ihrer Priorität in der zweiten Liste aufgelistet (1, „Liste
darzustellender Objekte").
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Die
Priorität der Sonderziele kann beispielsweise mittels der
Luftliniendistanz oder mittels ausschließlich vom Sonderziel
selbst abhängiger und/oder mittels benutzerspezifischer
Vorgaben definiert werden.
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Der
Benutzer wird von der Einrichtung auf die in der zweiten Liste aufgeführten
Sonderziele mittels der Benutzerschnittstelle aufmerksam gemacht, zumindest
aber auf diejenigen Einträge mit der höchsten
Priorität.
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Ein
Sonderziel kann bei entsprechender Benutzerbestätigung
direkt in die Route eingefügt werden. Sollte zum Zeitpunkt
der Suche, beispielsweise wegen einer deaktivierten Streckenermittlung,
keine Route angezeigt werden, so kann unter Berücksichtigung
der aktuell ermittelten Sonderziele ein Streckenberechnungsvorgang
gestartet werden, welcher die aktuell ermittelten Sonderziele berücksichtigt.
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Die
Kommunikation zwischen der ersten und der zweiten Einrichtung bei
Verwendung derjenigen Betriebsart, welche das Online-Portal nutzt,
ist in 3 skizziert. Die erste Einrichtung 4 umfasst
zumindest ein Kommunikationsmittel 10, eine Kontrolleinheit 8,
eine Positionsermittlungseinheit 7 und ein erstes Speichermittel
(Kartendatenbank) 9. Die zweite Einrichtung 5 umfasst
zumindest ein korrespondierendes Kommunikationsmittel 11 sowie
ein zweites Speichermittel (Portaldatenbank) 6. Bei Kontaktaufnahme
der ersten Einrichtung 4 mit der zweiten Einrichtung 5 sendet
die erste Einrichtung 4 eine Anfrage an die zweite Einrich tung 5,
wobei die Anfrage zumindest eine Benutzerkennung des aktuell von
der ersten Einrichtung identifizierten Benutzers und die aktuelle
GPS-Position umfasst. Die Übermittlung erfolgt mittels
der Kommunikationsmittel 10, 11 vorzugsweise drahtlos
unter Verwendung eines Protokolls, vorzugsweise eines Internetprotokolls.
Aufgrund der Anfrage prüft die zweite Einrichtung 5 mittels
der Benutzerkennung, ob es sich bei dem anfragenden Benutzer um
einen auf dem Online-Portal registrierten Benutzer handelt. Die
Benutzerkennung, die den Benutzer als registrierten Teilnehmer der zweiten
Einrichtung 5 (Online-Portal) identifizieren kann, wird
vorzugsweise ergänzt mittels eines Passwortes oder mittels
einer anderen aus dem Stand der Technik bekannte Authentifizierungsmethode.
Aufgrund der übermittelten GPS-Position des Fortbewegungsmittels
kennt die zweiten Einrichtung 5 die aktuelle Position der
ersten Einrichtung 4. Weitere Daten könnten je
nach momentaner Anwendung mittels des Protokolls zusätzlich übertragen
werden, beispielweise die Versionsnummer der Firmware, eine Geräte-Kennung
oder ein gewünschtes Format der Rückantwort und
vieles mehr. Die zweite Einrichtung 5 bearbeitet nun die
Anfrage und durchsucht den zweiten Speicher (Portal-Datenbank) 6 nach
bezüglich der Anfrage relevanten Einträgen (Sonderziele). Als
Rückantwort an die anfragende Seite (erste Einrichtung 4)
wird eine Ergebnisliste übermittelt, die auch leer sein
kann, sofern keine Daten (Sonderziele) gefunden wurden. Die Ergebnisse
werden mittels der ersten Einrichtung 4 unter Verwendung
der Kommunikationseinrichtung 10 entgegengenommen und an
die Kontrolleinheit 8 weitergegeben. Ist die Ergebnisliste
nicht leer, wird unter Verwendung der Kartendatenbank 9 versucht,
die Ergebnisse, welche vorzugsweise eine Koordinate aufweisen, auf
der in der Kartendatenbank 9 gespeicherten digitalen Karte
zu verorten (Map-Matching) und dem Nutzer mittels des von der Benutzerschnittstelle
umfassten Anzeigemittels zu präsentieren. Diese Präsentation
kann beispielsweise visuell oder akustisch erfolgen. Der Benutzer
hat nun vorzugsweise die Möglichkeit, eines oder mehrere
der Ergebnisse zu begutachten und abzuspeichern oder eine Route
dahingehend berechnen zu lassen, dass zumindest ein Ergebnis bei der
Ermittlung des weiteren Streckenverlaufes automatisch als Zwischenziel
(Sonderziel) verwendet wird. Bei der Begutachtung der Ergebnisse
besteht die Möglichkeit, die mit der Ergebnisliste gelieferten Informationen
zusammen mit den Ergebnissen anzuzeigen und/oder akustisch auszugeben.
Es können zusätzlich mittels einer Anfrage an
die zweite Einrichtung 5 weitere Informationen, z. B. Bilder,
Töne und Videos, angefordert werden. Die erste Einrichtung 4 muss
nicht notwendigerweise ein dediziertes Navigationssystem sein, auch
andere Mobilgeräte, wie Mobiltelefone, die eine Positionierungseinrichtung
zur Verfügung haben, z. B. ein internes oder ein externes GPS-Modul,
welches über Bluetooth ansprechbar ist, kommen hierfür
in Frage.
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Die
Abfrage der relevanten Ziele mittels der ersten Einrichtung 4 in
der Umgebung kann auf zwei Arten geschehen:
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- a) im Voraus, z. B. innerhalb eines Korridors
entlang der aktuell befahrenen Route oder innerhalb eines größeren
Umkreises, werden Sonderziele vom Online-Portal in die erste Einrichtung
geladen. Entsprechend dem oben beschriebenen Verfahren werden dann
bei der Bewegung des Fahrzeuges innerhalb der Suchradien 4a–h
Sonderziele gesucht, wobei die aus dem Online-Portal 5 geladenen
Sonderziele dabei berücksichtigt werden.
- b) die Suchanfrage wird direkt an das Online-Portal 5 gestellt.
Voraussetzung hierfür ist eine permanente Verbindung zum
Online-Portal 5, vorzugsweise über das Internet,
z. B. mittels UMTS, GPRS, EDGE, HSDPA, WINMAX, WLAN, etc..
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Eine
weitere mögliche Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens sieht vor, dass Nutzerinteraktionen an der Benutzerschnittstelle
der ersten Einrichtung 4, welche in Verbindung mit den
vom Online-Portal 5 gelieferten Suchergebnissen stehen, wiederum
an das Online-Portal übermittelt werden. Hiermit kann in
der Portal-Datenbank 6 zumindest eine Kennzeichnung vorgenommen
werden, dass der Benutzer näheres Interesse bezüglich
des vom Online-Portal 5 gefundenen Sonderzieles bekundet hat.
Dies kann Vorteile bezüglich der Ergebnisse zukünftiger
Suchen haben.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - US 7155339
B2 [0004]
- - US 2003/0167120 A1 [0006]