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Rhenium
ist ein Refraktärmetall, welches einen hohen Schmelzpunkt
von 3180°C und einen hohen Elastizitätsmodul aufweist.
Bauteile aus Rhenium können wiederholte Aufheiz- und Abkühlungszyklen
durchlaufen, ohne dass eine signifikante mechanische Schädigung
auftritt. Aus diesen und anderen Gründen wird Rhenium oft
in Raketendüsen und anderen thermisch hoch belastbaren
Teilen eingesetzt. Üblicherweise werden komplexe Bauteile
aus Rhenium durch mechanische Bearbeitung hergestellt, welches aufwendig
und kostspielig ist, weshalb ein Bedürfnis an endformnah
gesinterten Bauteilen aus Rhenium und seinen Legierungen besteht,
welche beispielsweise durch Plasmaspritzen aufgebracht werden können.
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Zur
Herstellung von Röntgendrehanodentellern sind beispielsweise
Legierungen mit geringem Rheniumgehalt und hohem Gehalt Wolframmetall
vorteilhaft.
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US 6551377 zeigt ein Verfahren
zur Herstellung sphärischer Wolfram-Rhenium-Legierungspulver
in einer Plasmaflamme, wobei sphärische Pulver erhalten
werden.
US 3623860 zeigt
ein Verfahren zur Herstellung von Wolfram-Rhenium-Legierungspulvern,
wobei Lösungen von Wolfram- und Rheniumsalzen verdöst und
im Wasserstoffstrom reduziert werden.
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Diese
Verfahren haben entweder Nachteile beim apparativen Aufwand, oder
aber die Teilchengröße muss bereits vor Ausführung
des Verfahrens durch z. B. die Verdüsungsbedingungen eingestellt
werden, wodurch ein hohes Risiko der Verunreinigung des erhaltenen
Legierungspulvers resultiert, oder aber die Verfahren bieten keine
Möglichkeit eine homogene Verteilung des Rheniums in den
Legierungspartikeln sicher zu stellen, so dass zweiphasige Partikel
oder ein Pulvergemisch aus Rhenium- und Wolframpartikeln erhalten werden.
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Es
war daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein einfaches
Verfahren zur Herstellung von hochreinen, einphasigen Wolfram-Rhenium-Legierungspulvern
mit homogener Verteilung der Legierungsbestandteile in den einzelnen
Partikeln bereit zu stellen, welches eine hohe Flexibilität
zur Einstellung der Teilchengrößenverteilungen
am Ende des Verfahrens erlaubt.
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Diese
Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung
eines Metallpulvers bestehend aus 3 Gew.-% bis 15 Gew.-% Rhenium
und ad 100 Gew.-% Wolfram, welches weniger als 200 ppm metallische
Verunreinigungen aufweist, eine homogene Verteilung von Rhenium
und Wolfram aufweist und aus nicht-sphärischen Partikeln
mit spratziger, plättchenförmiger, nadelförmiger
oder flockenförmiger Form besteht und die folgende Schritte
aufweist:
- – Trocknen von Ammoniumperrhenat
- – Mischen von Ammoniumperrhenat mit Wolframpulver,
wobei maximal 60% der gewünschten Wolframmenge mit der
Gesamtmenge des Ammoniumperrhenates eingesetzt werden, um eine erste
Pulvermischung zu erhalten;
- – Sieben der ersten Pulvermischung;
- – Vermischen der restlichen Wolframmenge mit der ersten
Pulvermischung, um eine zweite Pulvermischung zu erhalten;
- – Pressen der Pulvermischung zu Formkörpern;
- – Sintern der Formkörper zu Sinterlingen bei
einer Temperatur von 700°C bis 2000°C;
- – Brechen und Sieben der Sinterlinge um das Metallpulver
zu erhalten.
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Zur
Durchführung ist das Trocknen des Ammoniumperrhenates wesentlich,
da es leicht Feuchtigkeit aus der Luft anzieht und eine genaue Einwaage
nicht möglich ist. Das Ammoniumperrhenat wird vorzugsweise in
einem leichten Überschuss von 1 mol-% bis 3 mol% eingesetzt.
Die Menge des erforderlichen Ammoniumperrhenates wird entsprechend
dem Rheniumgehalt des Ammoniumperrhenates und des gewünschten
Rheniumgehaltes des Pulvers bestimmt.
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Die
Trocknung kann mit üblichen Mitteln erfolgen, beispielsweise
durch Trocknen bei einer Temperatur von 50°C bis 110°C,
vorzugsweise 65°C bis 85°C, insbesondere 70°C
bis 80°C, bei Normaldruck oder unter vermindertem Druck
für eine Zeit von etwa 2 bis 20 Stunden, insbesondere 3
bis 10 Stunden oder von 4 bis 6 Stunden. Im Allgemeinen ist eine
Trocknung bei Normaldruck und einer Temperatur von etwa 70°C
für 3 bis 5 Stunden ausreichend, wobei vorteilhaft ein
Gasstrom durch die Trockenvorrichtung geleitet wird, um die Feuchtigkeit
zu entfernen.
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Anschließend
wird die benötigte Menge Ammoniumperrhenat abgewogen und
mit maximal 60% der gewünschten Wolframmenge an Wolframpulver
vermischt. Hierbei kann vorteilhaft das getrocknete Ammoniumperrhenat
und das Wolframpulver in üblichen Vorrichtungen, z. B.
einem Edelstahlgefäß, vermischt und abgesiebt
werden.
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Anschließend
wird in einem Intensivmischer für 5 bis 30 Minuten, vorteilhaft
10 bis 20 Minuten gemischt und die erste Pulvermischung erhalten.
Die restliche Menge des Wolframpulvers wird anschließend
zugegeben und erneut für 10 bis 40 Minuten, insbesondere
15 bis 30 Minuten, weiter gemischt, wobei die zweite Pulvermischung
erhalten wird.
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Die
erhaltene zweite Pulvermischung wird anschließend in einer
Hydraulikpresse mit einer Haltezeit von 1 bis 60 Sekunden, insbesondere
3 bis 10 Sekunden, und einem Pressdruck von 40 bis 80 Tonnen, vorteilhaft
50 bis 60 Tonnen, zu Formkörpern gepresst. Diese Formkörper
werden anschließend in einer Wasserstoffatmosphäre
gleichzeitig gesintert und reduziert. Dieser Schritt wird bei einer
Temperatur von 700°C bis 2000°C durchgeführt,
vorteilhaft bei 1100°C bis 2000°C, insbesondere
bei 1300°C bis 1900°C.
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Dieser
Verfahrensschritt wird bei Normaldruck bei einem Wasserstoffstrom
von etwa 1 bis 4 m3/Stunde, vorteilhaft
bei 1,5 bis 2 m3/h durchgeführt,
so dass bei der Reduktion entstehender Wasserdampf durch den Wasserstoffstrom
abgeführt wird. Die Haltezeit bei der angegebenen Temperatur
beträgt 3 bis 8 Stunden, vorteilhaft 5 bis 6 Stunden. Vorteilhaft
ist ein stufenweises Aufheizen, wobei zunächst innerhalb
von 60 bis 120 Minuten, insbesondere 80 oder 90 bis 100 Minuten
auf 600°C bis 800°C, insbesondere 680°C
bis 720°C erhitzt und etwa 30 bis 90 Minuten, insbesondere
50 bis 70 Minuten bei dieser Temperatur gehalten wird. Anschließend
wird vorteilhaft innerhalb von 60 bis 120 Minuten, insbesondere
80 oder 90 bis 100 Minuten auf 1100°C bis weniger als 1300°C,
insbesondere 1170°C bis 1220°C erhitzt und etwa
60 bis 180 Minuten, insbesondere 100 bis 140 Minuten bei dieser
Temperatur gehalten. Anschließend kann dann innerhalb von
120 bis 240 Minuten, insbesondere 160 bis 200 Minuten, auf die oben
angegebene Endtemperatur von 700°C bis 2000°C, vorteilhaft
eine Endtemperatur von 1300°C bis 2000°C, insbesondere
1600°C bis 1950°C aufgeheizt werden, wobei die
erreichte Endtemperatur wie oben beschrieben etwa 3 bis 8 Stunden
unter den oben angegebenen Bedingungen gehalten wird.
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An
die Abkühlrate werden keine besonderen Anforderungen gestellt,
im einfachsten Fall wird die Abkühlung nach Abschalten
des Ofens gestattet, wobei dieser Schritt vorteilhaft ebenfalls
im Wasserstoffstrom stattfindet oder aber einem Inertgas wie z.
B. Helium, Neon oder Stickstoff oder einem beliebigen anderen Gas, um
eine mögliche Oxidation oder andere Reaktion wie Gasaufnahme
während des Abkühlens zu verhindern.
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Nach
dem Abkühlen werden die erhaltenen Sinterlinge gebrochen,
beispielsweise in einem Backenbrecher, so dass vorteilhaft Stücke
mit einer Größe von weniger als 3 mm erhalten
werden. Dies kann durch Absieben mit einem Sieb einer Maschenweite
von etwa 3 mm und erneutes Brechen der Grobfraktion erfolgen. Anschließend
werden die erhaltenen Bruchstücke gemahlen, vorzugsweise
in einer Siebkugelmühle unter Verwendung von kugel- oder
zylinderförmigen Stahl- oder vorteilhaft Wolframmahlkörpern.
Die Maschenweite der verwendeten Siebbespannungen wird nach der
gewünschten Teilchengrößenverteilung
ausgewählt. Um die Mahlzeit zu verringern, kann vor einem
folgenden Mahlschritt das feine Pulver zunächst abgesiebt
werden, so dass nur die Teilchen erneut gemahlen werden, welche
größer als die im folgenden Mahlschritt verwendete Siebbespannung
sind. Das heißt, bei einer vorteilhaften stufenweisen Mahlung
mit Siebbespannungen von 1,6 mm, 1 mm, 0,315 mm und 0,1 mm wird
nach der Mahlung auf 1,6 mm über 1 mm abgesiebt und die
Grobfraktion mit einer Siebbespannung von 1 mm weiter gemahlen,
während die Feinfraktion entweder weiter durch entsprechende
Siebe der Folgeschritte abgesiebt und in Pulverfraktionen aufgeteilt
werden kann, um diese nur den erforderlichen weiteren Mahlschritten
zuzuführen. In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung
kann die Feinfraktion nach der Mahlung mit der gemahlenen Grobfraktion
wieder vereint und erneut über das nächste feinere
Sieb abgesiebt (in diesem Beispiel 0,315 mm) werden, wobei dann
erneut die Grobfraktion gemahlen wird.
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Bei
einer weiteren Mahlung über Siebe mit Maschenweiten von
beispielsweise 0,063 mm und 0,04 mm kann ebenfalls nach einer dieser
Vorgehensweisen verfahren werden, wobei hier vorteilhaft Wolframmahlkörper
eingesetzt werden. Es ist vorteilhaft, wenn das Pulver vollständig
aus Teilchen mit einer Größe von weniger als 0,045
mm besteht.
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Nach
dieser Mahlung kann das erhaltene Pulver erneut in einer Gegenstrahlmühle,
beispielsweise einer Fliessbettgegenstrahlmühle, gemahlen
werden, um noch feinere Pulver zu erhalten. Hierbei können
dann Teilchengrößen von weniger als 15 μm
erreicht werden.
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Nach
der Mahlung/Siebung, unabhängig davon bei welcher Teilchengröße
und welchem Schritt der Mahlung das Material entnommen wird, weist
das Pulver durch den Abrieb aus den Mühlen nun eisenhaltige Verunreinigungen
auf. Diese können in einem gesonderten Schritt entfernt
werden. Hierzu wird das erhaltene Wolfram-Rhenium-Pulver in einem
ersten Reinigungsschritt, vorzugsweise in einem Kunststoff-Keramik-
oder Glasbehälter, in konz. Salzsäure gegeben
und gerührt. Die Temperatur der Salzsäure beträgt
30°C bis 80°C, vorteilhaft 40°C bis 70°C,
insbesondere 50°C bis 60°C, wobei die Zugabe so
erfolgt, dass die Gasentwicklung nicht zu stark wird. Die Temperatur
darf hierbei nicht zu hoch gewählt werden, da die Löslichkeit
des Chlorwasserstoffs dann abnimmt und die Konzentration der Säure
sinkt. Bei zu niedriger Temperatur ist dagegen die Reaktionsgeschwindigkeit
zu niedrig, um eine Auflösung der Eisenhaltigen Verunreinigungen
in kurzer Zeit zu erreichen. Nach Rühren in einem Zeitraum
von 30 bis 120 Minuten wird dem Pulver bei der gewählten
Temperatur für 4 bis 30 Stunden, vorteilhaft 6 bis 24 Stunden,
insbesondere 8 bis 18 Stunden die Sedimentierung gestattet und die
Salzsäure anschließend abdekantiert. In einem
zweiten Reinigungsschritt wird dann ebenfalls auf 30°C
bis 80°C erwärmte Salzsäure zugegeben
und erneut 30 bis 120 Minuten gerührt. Nach Sedimentieren für
etwa 1 bis 4 Stunden, insbesondere 2 bis 3 Stunden, wird die Salzsäure
abfiltriert und der Filterrückstand mit destilliertem Wasser
säurefrei gewaschen, d. h. es wird solange gewaschen, bis
keine Salzsäure mehr im Filtrat nachweisbar ist. Anschließend
wird der Rückstand der Filtration (ebenfalls in einem Glas-
oder Keramikgefäß) getrocknet, vorteilhaft bei
weniger als 70°C, insbesondere bei 30 bis 50°C,
wobei optional unter verringertem Druck und/oder in einem Gasstrom
gearbeitet werden kann. Anschließend können durch
eine weitere Siebung möglicherweise gebildete Klumpen aufgelöst
werden.
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In
einer vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung kann
das Filtrat des zweiten Reinigungsschrittes im ersten Reinigungsschritt
erneut verwendet werden, wobei aber darauf zu achten ist, dass zumindest
die im zweiten Reinigungsschritt verwendete Salzsäure eine
höherer Reinheit aufweist. In der Regel genügt
handelsübliche, mit der Reinheit „p.A." verkaufte
Salzsäure den Ansprüchen dieses Verfahrens. Eine mehr
als dreimalige Verwendung der Salzsäure im ersten Reinigungsschritt
führt nicht mehr zum gewünschten Reinigungseffekt.
Es ist darauf hinzuweisen, dass beide Reinigungsschritte vorteilhaft
nicht in Metallgefäßen stattfinden oder mit anderen
Metallen (z. B. als Rührwerke) in Berührung kommen
sollen, um die gewünschte Reinheit zu erreichen. Das Mengenverhältnis
(bezogen auf das Gewicht) von Wolfram-Rhenium-Pulver zu Salzsäure
beträgt etwa 6 bis 9 zu 1, insbesondere 8 bis 8,5 zu 1
im ersten Reinigungsschritt, im zweiten Reinigungsschritt kann die
gleiche oder eine etwas niedrigere Zugabe an Salzsäure
erfolgen, wie etwa 10 bis 10,5 zu 1.
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Zur
Reduktion des Sauerstoffgehaltes kann ein weiterer Verfahrensschritt
durchgeführt werden, unabhängig davon auf welche
Weise das Wolfram-Rhenium-Pulver gemahlen oder nachgereinigt wurde.
Diese Verringerung des Sauerstoffgehaltes ist durch eine Wärmebehandlung
des erhaltenen Pulvers unter verringertem Druck möglich.
Hierzu wird das Wolfram-Rhenium-Pulver auf eine Temperatur von 1000°C
bis 1200°C, vorteilhaft 1050°C bis 1150°C
erhitzt, wobei der Druck weniger als 100 mbar, vorteilhaft weniger
als 50 mbar, insbesondere weniger als 15 mbar oder weniger als 10
oder 5 mbar beträgt. Bei diesen Bedingungen wird das Pulver
für 3 bis 8 Stunden, insbesondere 4 bis 6 Stunden unter
reduziertem Druck wärmebehandelt.
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In
einem weiteren Schritt kann eine weitere Verringerung des Sauerstoffgehaltes
erreicht werden. Hierzu wird im Anschluss an die Wärmebehandlung
unter verringertem Druck das Wolfram-Rhenium-Pulver unter verringertem
Druck unter Wasserstoffatmosphäre erneut erhitzt. Der Druck
beträgt in diesem Schritt weniger als 10 mbar, vorteilhaft
weniger als 5 mbar, insbesondere weniger als 3 mbar. Unter diesen
Bedingungen wird auf eine Temperatur von 1000°C bis 1200°C,
vorteilhaft 1050°C bis 1150°C erhitzt, und die
erreichte Temperatur für 3 bis 8 Stunden, insbesondere
4 bis 6 Stunden gehalten. Nach dem Abkühlen können
durch eine weitere Siebung möglicherweise gebildete Klumpen
aufgelöst werden. Der Sauerstoffgehalt des Wolfram-Rhenium-Pulvers
beträgt nach Durchführung beider Schritte zur
Sauerstoffreduktion weniger als 400 ppm, vorteilhaft weniger als
250 ppm, insbesondere weniger als 100 ppm oder 80 ppm, insbesondere
weniger als 50 ppm.
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Um
die besonders hohen Reinheiten der Pulver zu gewährleisten
sind die üblichen Bedingungen, unter denen Legierungspulver
für pulvermetallurgische Zwecke hergestellt werden meist
nicht ausreichend.
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Die
hohe Reinheit der Pulver gemäß der Erfindung ist
vorteilhaft durch das oben beschriebene Verfahren zu gewährleisten,
wenn es unter Reinraumbedingungen durchgeführt wird. Hierzu
wird die Raumluft mit einem Staubfilter F5 oder dergleichen gefiltert,
so dass Staubpartikel mit einer Partikelgröße
von mehr als 12 μm zu 100%, mit einer Größe
von 10 μm zu 50% und mit einer Partikelgröße
von 0,5 μm zu 15% zurückgehalten werden. In einer
weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist der Raum
mit einer Schleuse zum Betreten ausgestattet um Kontamination zu
verhindern, und es werden nur Wolfram und Rhenium in diesem so ausgestatteten
Raum verarbeitet.
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Das
Metallpulver gemäß der Erfindung ist somit ein
hochreines Wolfram-Rhenium-Pulver. Dieses Metallpulver bestehend
aus 3 Gew.-% bis 15 Gew.-% Rhenium und ad 100 Gew.-% Wolfram, welches
weniger als 200 ppm metallische Verunreinigungen aufweist, eine
homogene Verteilung von Rhenium und Wolfram aufweist und aus nicht-sphärischen
Partikeln mit spratziger, plättchenförmiger, nadelförmiger
oder flockenförmiger Form besteht. Das Metallpulver gemäß der
Erfindung weist eine einheitliche, gleichmäßige
Verteilung des Rheniums und Wolframs auf, so dass die einzelnen
Partikeln aus Rhenium und Wolfram bestehen, in welchen die Legierungsbestandteile
homogen miteinander gemischt sind und somit keine diskreten, röntgenographisch detektierbaren
Phasen, wie σ-ReW, χ-Re8W3 oder reine Re-Phasen bilden.
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Dies
bedeutet, dass das Metallpulver gemäß der Erfindung
somit ein hochreines Metallpulver bestehend aus 3 Gew.-% bis 15
Gew.-% Rhenium und ad 100 Gew.-% Wolfram ist, welches weniger als
200 ppm metallische Verunreinigungen aufweist und das Rhenium in
Form eines WRe-Mischkristalls mit Wolframstruktur vorliegt. Insbesondere
liegt in dem Metallpulver gemäß der Erfindung
keine Pulvermischung aus Wolfram- und Rheniumpartikeln vor sondern
vorteilhaft sind weniger als 0,1 Gew.-% reine Rhenium- oder Wolframpartikel.
Nach Erzeugen einer Schicht mittels eines Plasmaspritzverfahrens
unter Verwendung des Metallpulvers gemäß der Erfindung
schwankt auf einer Fläche von 200 μm2 die
Rhenium-Konzentration nicht um mehr als 15%, vorteilhaft nicht mehr
als 5%. Das Metallpulver weist einen Sauerstoffgehalt von weniger
als 400 ppm, vorteilhaft weniger als 250 ppm, insbesondere weniger
als 100 ppm oder 80 ppm, insbesondere weniger als 50 ppm auf.
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Der
Kohlenstoffgehalt des Metallpulvers ist kleiner als 50 ppm, insbesondere
kleiner als 30 ppm. Der Eisengehalt ist kleiner als 50 ppm. Die
Gehalte an Nickel, Kobalt, Kupfer, Mangan oder Calcium sind unabhängig
voneinander und unabhängig vom Kohlenstoff- oder Sauerstoffgehalt
kleiner als 50 ppm, vorteilhaft kleiner als 20 ppm, insbesondere
kleiner als 10 ppm. Die Gehalte an Titan und Zirkon sind unabhängig
voneinander kleiner als 40 ppm, vorteilhaft kleiner als 20 ppm,
insbesondere kleiner als 10 ppm.
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Die
mittlere Korngrößenverteilung des Metallpulvers
ist gemäß der Erfindung D10 kleiner als 25 μm, D50
ist kleiner als 40 μm und D90 kleiner als 55 μm
oder aber die mittlere Korngrößenverteilung D10
kleiner als 5 μm ist, D50 kleiner als 9 μm und
D90 kleiner als 13 μm. Die Korngrößenverteilung
ist vorteilhaft monomodal.
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Das
erhaltene Wolfram-Rhenium-Pulver ist in hervorragender Weise für
Beschichtungsverfahren durch Vakuumplasmaspritzen geeignet. Die
geeigneten Schichten sind besonders belastbar bei Hochtemperaturanwendungen
im Vakuum, wie beispielsweise als röntgenaktive Schicht
auf Röntgen-Drehanodentellern. Die vorliegende Erfindung
betrifft daher auch Verfahren zur Herstellung von Formteilen, wobei
das oben beschriebene Metallpulver gemäß der Erfindung
nach einem Plasmaspritzverfahren aufgebracht wird, insbesondere
die Herstellung von Röntgendrehanodentellern, die erhältlichen
Formteile sowie die Verwendung von Metallpulver gemäß der
Erfindung zum Plasmaspritzen und zur Herstellung von Röntgendrehanodentellern.
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Beispiele
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Beispiel 1
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Unter
Reinraumbedingungen wurden 36 kg Wolframpulver und 5,762 kg Ammoniumperrhenat
zur Herstellung eines Wolfram-Rhenium-Metallpulvers mit einem Rheniumanteil
von 10% gemischt. Das Ammoniumperrhenat wurde vor dem Wiegen 4 Stunden
bei 70°C getrocknet, portionsweise mit der doppelten Menge (bezogen
auf das Gewicht) an Mahlkörpern aus Wolfram durch ein Sieb
mit einer Maschenweite von 0,04 mm passiert und erneut für
4 Stunden bei 70°C getrocknet. 60% des Wolframpulvers wurden
abgewogen und mit der Gesamtmenge des Ammoniumperrhenates gemischt,
portionsweise durch ein Stirlsieb mit einer Maschenweite von 0,063
mm passiert und in einem Intensivmischer für 10 Minuten
bei 210 Umdrehungen pro Minute gemischt. Die restliche Wolframmenge
wurde zugegeben and anschließend unter gleichen Bedingungen
für 15 Minuten weiter gemischt.
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Die
erhaltene Mischung aus Wolframpulver und Ammoniumperrhenat wurde
in einer hydraulischen Presse bei 60 t Pressdruck zu Scheiben gepresst.
Anschließend wurde bei einer Temperatur von 1950°C
für 6 Stunden gesintert. Nach dem Abkühlen wurden
die erhaltenen Sinterlinge in einem Backenbrecher gebrochen und
in einer Siebkugelmühle stufenweise mit einer kleinsten
Netzbespannung von 0,045 mm gemahlen. Das erhaltene Pulver besaß eine
monomodale Teilchengrößenverteilung mit einem
D10 von 20 μm, D50 von 38 μm und D90 von 53 μm.
Die vollständige Prozedur fand unter Reinraumbedingungen
statt.
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Beispiel 2
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Das
in Beispiel 1 erhaltene Pulver wurde mit Wolfram Mahlkörpern
in einer Siebkugelmühle mit einer Bespannung einer Maschenweite
von 0,04 mm gemahlen und anschließend in einer Fließbettgegenstrahlmühle
Alpine AFG 100 weiter gemahlen und gleichzeitig gesichtet. Von diesem
Pulver wurden dann 35 kg der Fraktion 2–15 μm
entnommen und in ein Becherglas (Portionen zu je 5 kg) mit KPG-Rührer,
welches auf 55°C temperierte Salzsäure enthielt,
portionsweise mit einem PVC-Löffel zugegeben und ca. 10
Minuten mit dem KPG-Rührer nachgerührt.
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Anschließend
wurde über Nacht stehen gelassen, die Salzsäure
abdekantiert und mit 400 ml Salzsäure einer Temperatur
von 55°C portionsweise unter Rühren mit dem KPG-Rührer
versetzt, 10 Minuten nachgerührt und anschließend
2 Stunden stehen gelassen, wobei alle 10 Minuten mit einem PVC-Löffel
gerührt wurde. Anschließend wurde über
eine Filternutsche filtriert und der Rückstand mit destilliertem
Wasser säurefrei gewaschen. Anschließend wird
der erhaltene Filterkuchen in einer Keramikschale 12 Stunden bei
einer Temperatur von 45°C getrocknet.
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Anschließend
wurde über ein Analysesieb mit einer Maschenweite von 0,025
mm gesiebt und in einer Hochvakuumanlage 4 Stunden bei 1100°C
getrocknet unter Wasserstoffpartialdruck < 10 mbar.
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Abschließend
wurde über ein Analysesieb mit einer Maschenweite von 0,025
mm gesiebt. Das erhaltene Pulver wies eine monomodale Teilchengrößenverteilung
mit einem D10 von 5 μm, D50 von 7 μm und D90 von
15 μm auf. Die vollständige Prozedur fand unter
Reinraumbedingungen statt. Die Pulver wiesen in der chemischen Analyse
einen Wolframgehalt von 90 Gew.-% und einen Rheniumgehalt von 10
Gew.-% auf. Durch Röntgendiffraktometrie wurden lediglich
Reflexe für Wolfram festgestellt, jedoch keine Reflexe
die auf ein Rheniumgitter oder σ- oder χ-Phase
hindeuten.
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Beispiel 3
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Es
wurde wie in den Beispielen 1 und 2 verfahren, aber die Wolfram-
und Rheniummengen so angepasst, dass der Rheniumgehalt 5% betrug.
Die Pulver wiesen in der chemischen Analyse einen Wolframgehalt von
95 Gew.-% und einen Rheniumgehalt von 5 Gew.-% auf. Durch Röntgendiffraktometrie
wurden lediglich Reflexe für Wolfram festgestellt, jedoch
keine Reflexe die auf ein Rheniumgitter oder σ- oder χ-Phase
hindeuten.
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Vergleichsbeispiele 4 und 5
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Es
wurden handelsübliche, sphärische Pulver, welche
nach
US 6551377 erhalten
wurden, verwendet. Die Rheniumgehalte betrugen 10% (Vergleichspeispiel
4) und 5% (Vergleichbeispiel 5). Diese Pulver zeigten bei der röntgendiffraktometrischen
Untersuchung Reflexe für Rhenium und Wolfram. Somit lagen
hier keine homogenen Re-Verteilungen im Pulver vor sondern auch
Re-Anreicherungen.
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Vergleichsbeispiele 6 und 7
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Es
wurde wie unter Beispiel 3 verfahren und ein Wolfram-Rhenium-Pulver
mit einem Rheniumgehalt von 5% erhalten. Es wurde nicht unter Reinraumbedingungen
gearbeitet und in Räumlichkeiten, in welchen auch andere
Metalle pulvermetallurgisch verarbeitet wurden.
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Analysenergebnisse:
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Die
Gehalte der Materialien an Verunreinigungen sind in ppm angegeben.
| Material | O | C | Fe | Ni | Co | Cu | Mn | Ca | Ti | Zr |
| Vergleichsbeispiel
5 | 500 | 191 | 700 | 41 | 250 | < 10 | < 10 | < 20 | 27 | 47 |
| Vergleichsbeispiel
4 | 600 | 31 | 300 | 40 | 30 | < 10 | < 10 | < 20 | < 10 | 16 |
| Beispiel
3 | 99 | 26 | 18 | < 10 | < 10 | < 10 | < 10 | < 20 | < 10 | < 10 |
| Beispiel2 | 91 | 20 | 37 | < 10 | < 10 | < 10 | < 10 | < 10 | < 10 | < 10 |
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Herstellung von Röntgendrehanodentellern
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Durch
Vakuumplasmaspritzen (VPS) wurden auf Röntgendrehanodentellern
röntgenaktive Schichten gespritzt.
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Die
Ergebnisse und die verwendeten Pulver sind in der folgenden Tabelle
aufgeführt.
| Pulver: | Ti
[ppm] | Zr
[ppm] | Beurteilung
Sauberkeit der WRe-Charge | Verhalten
der WRe-Charge auf die Brennbahn nach Einsatz des Tellers in der
Röntgenröhre |
| |
| Vergleichsbeispiel
6 | 65 | 45 | Ti-verunreinigt
(u. Zr-verunreinigt) | führte
zu Aufplatzungen der Brennbahn und zur Implosion des Tellers (in
Aufplatzungen der Brennbahn wurde Ti gefunden) |
| Vergleichsbeispiel
7 | < 25 | 190 | Zr-verunreinigt | führte
zu Aufplatzungen der Brennbahn (in Aufplatzungen wurde Zr gefunden) |
| |
| Beispiel
3 | < 10 | < 10 | sauber | Brennbahn
o. k. keine Aufplatzungen |
| Beispiel
2 | < 10 | < 10 | sauber | Brennbahn
o. k. keine Aufplatzungen |
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Nach
dem Einsatz von Drehanoden-Tellern mit VPS-Beschichtung in einer
Röntgenröhre zeigten die Teller Aufplatzungen
an der Oberfläche der Brennbahn. Diese Aufplatzungen waren
ungewöhnlich und hatten als Ursache Ti- und Zr-Verunreinigungen.
Die Verunreinigungen hatten Schmelzpunkte < 2000°C. Somit konnten sie
im Brennfleck (> 3000°C)
aufschmelzen und aufgrund des in der Röntgenröhre
herrschenden Hochvakuums teilweise verdampfen und so die Aufplatzungen
bewirken. In einem Fall kam es sogar zur Implosion der Röntgenröhre.
Die Metallpulver gemäß der Erfindung dagegen zeigten
dieses Verhalten nicht, wenn sie durch Vakuumplasmaspritzen auf
Röntgendrehanodenteller aufgebracht wurden. Die Pulver
gemäß der Erfindung wiesen außerdem keine
Reflexe auf, die auf die Anwesenheit eines Rhenium-Metallgitters
hindeuteten, obwohl Rhenium in den Pulverpartikeln nachweisbar war.
Dies bedeutet, dass keine oder nur sehr wenige reine Rheniumpartikel
vorhanden sind und das vorhandene Rhenium in Form eines Mischkristalls
in Wolfram anwesend war.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
-
- - US 6551377 [0003, 0035]
- - US 3623860 [0003]