DE102007040006A1 - Notbremssystem für ein Kraftfahrzeug - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Notbremssystem (1) für ein Kraftfahrzeug (2), mit einem am Chassis des Kraftfahrzeugs (2) angeordneten Bremselement (3), welches im Auslösefall auf die Fahrbahn (4) bewegt und mit dieser in Kontakt gebracht wird und so zu einer Verzögerung des Kraftfahrzeuges (2) beiträgt, wobei das Bremselement (3) über zumindest ein Verbindungselement (7) mit dem Kraftfahrzeug (2) verbunden ist. Das Verbindungselement (7) ist mit einem dem Bremselement (3) abgewandten Bereich in einer fahrzeugseitigen Lagereinrichtung gelagert und durch eine am Kraftfahrzeug (2) fixierte und verbindungsmäßig zwischen Lagereinrichtung und Bremselement (3) angeordnete Bremseinrichtung (9) beweglich geführt. Die Bremseinrichtung (9) verzögert ein Herausziehen des Verbindungselementes (7) aus der Lagereinrichtung bei ausgelöstem Notbremssystem (1).
Description
- Die vorliegende Erfindung betrifft ein Notbremssystem für ein Kraftfahrzeug, mit einem unten am Chassis des Kraftfahrzeug angeordneten Bremselement gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft außerdem ein mit einem derartigen Notbremssystem ausgestattetes Kraftfahrzeug.
- Aus der
DE 41 04 381 A1 ist ein gattungsgemäßes Notbremssystem für ein Kraftfahrzeug bekannt, welches aus einem unten am Chassis angelenkten und festgehaltenen Bügel mit einem zackenbewehrten Bremsschuh besteht. Ausgelöst wird das Notbremssystem durch eine Handbetätigung am Armaturenbrett, wodurch eine Federeinrichtung den Bremsschuh schlagartig auf die Fahrbahnoberfläche bewegt. Ist das Notbremssystem aktiviert, setzt das Kraftfahrzeug dabei auf, wodurch sich unter dem Hinterachsgewicht des Kraftfahrzeuges die Bremsschuhzacken in die Fahrbahn eingraben. Bei einem derartigen Notbremssystem wird jedoch während des Notbremsvorganges die Fahrbahnoberfläche stark beschädigt, was zu nicht unerheblichen zusätzlichen Reparaturkosten zur Beseitigung der Unfallfolgen führen kann. - Die vorliegende Erfindung beschäftigt sich mit dem Problem, für ein Notbremssystem der gattungsgemäßen Art eine verbesserte Ausführungsform anzugeben, welche eine besonders effektive und gut kontrollierbare Bremsverzögerung im Auslösefall aufweist.
- Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch den Gegenstand des unabhängigen Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
- Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, dass das Verbindungselement durch eine am Kraftfahrzeug fixierte und verbindungsmäßig zwischen Lagereinrichtung und Bremselement angeordnete Bremseinrichtung beweglich geführt ist, welche ein Herausziehen des Verbindungselementes aus einer Lagereinrichtung bei ausgelöstem Notbremssystem verzögert. Dadurch ist keine starre Verbindung zwischen dem Bremselement einerseits und dem Kraftfahrzeug andererseits gegeben, welche im Bedarfsfalle zu einer schlagartigen und dadurch gefährlichen Verzögerung oder zu einem Abheben des Bremselementes von der Fahrbahn führen würde. Vielmehr ist die erfindungsgemäße Bremseinrichtung in der Lage, eine so hohe Bremsverzögerung auf das Verbindungselement, vorzugsweise ein Seil, auszuüben, dass sich einerseits das Bremselement nicht von der Fahrbahn löst, andererseits aber die Bremsverzögerung in einem für die Fahrzeuginsassen erträglichen Rahmen gehalten wird. Das Verbindungselement kann dabei mehrere Meter lang sein und in einer fahrzeugseitigen Lagereinrichtung, beispielsweise aufgerollt auf einer Trommel, gelagert werden.
- Ein derartiges Notbremssystem ist vorzugsweise in der Lage, über eine Distanz von ca. 10 bis 15 m, eine Bremsverzögerung vom 50 bis 100 m/s2 aufzubauen und dadurch die Aufprallenergie sowie die Verletzungsfolgen der Fahrzeuginsassen deutlich zu reduzieren.
- Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der erfindungsgemäßen Lösung ist das Verbindungselement als Seil, insbesondere als ein Stahlseil oder als ein Kunstfaserseil (z.B. mit Polyamid), ausgebildet. Das Seil ist vorzugsweise an einer Kontaktfläche der Bremseinrichtung beweglich geführt und verzögert bei aktiviertem bzw. ausgelöstem Notbremssystem mittels dieser Bewegungsführung ein Herausziehen des Seiles aus der Lagereinrichtung. Vorzugsweise weist die Bremseinrichtung eine Art rotierende oder feststehende Trommel auf, an deren Umfangsrand als Kontaktfläche das Seil abschnittsweise anliegt und dabei dieser Seilabschnitt mindestens eine Seilwindung um die Trommel herum bildet.
- Vorzugsweise sind an dem Bremselement Ankerelemente vorgesehen, welche im Auslösefall des Notbremssystems in die Fahrbahn geschossen werden können und dadurch eine feste Verbindung zwischen Bremselement einerseits und Fahrbahn andererseits verbunden mit einer weiter verbesserten Verzögerung erzielen.
- Das Bremselement ist vorzugsweise als Ankerplatte ausgebildet und weist vorteilhaft eine Vielzahl von pyrotechnisch auslösbaren Ankerelementen auf, die insbesondere beim Aufprall des Bremselementes mittels eines zündbaren Treibsatzes in die Fahrbahn geschossen werden können. Hierdurch kann eine formschlüssige Verbindung zwischen dem Bremselement und der Fahrbahn erreicht werden, wodurch die Verzögerung des Fahrzeuges zusätzlich erhöht werden kann.
- Zweckmäßig ist zur Aktivierung des Notbremssystems ein. Bremsassistenzsystem vorgesehen. Ein derartiges Bremsassistenzsystem kann dabei die heutzutage in Kraftfahrzeugen eingesetzte Sensorik, beispielsweise die Radartechnologie, benutzen, um die Situation direkt vor dem Kraftfahrzeug zu erfassen und einen drohenden Unfall zu erkennen. Wird eine derartige Gefahrensituation erkannt, betätigt das Bremsassistenzsystem die Bremsen des Kraftfahrzeuges und bremst dieses vor dem drohenden Auffahrunfall automatisch stark ab. Ein händisches Auslösen des Notbremssystems, wie dies beispielsweise im Stand der Technik beschrieben ist, kann dadurch vermieden werden, wodurch die Ansprechzeit und damit auch die Wirkung des Notbremssystems verbessert werden können.
- Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnungen.
- Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
- Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert, wobei sich gleiche Bezugszeichen auf gleiche oder ähnliche oder funktionsgleiche Bauteile beziehen.
- Dabei zeigen, jeweils schematisch,
-
1 eine Draufsicht auf ein erfindungsgemäßes Notbremssystem, -
2 eine Seitenansicht auf ein Kraftfahrzeug mit einem erfindungsgemäßen Notbremssystem. - Entsprechend
1 weist ein erfindungsgemäßes Notbremssystem1 für ein in2 dargestelltes Kraftfahrzeug2 ein Bremselement3 auf, welches beispielsweise als Ankerplatte ausgebildet sein kann. Wie der2 dabei zu entnehmen ist, ist das Bremselement3 unten an einem Chassis des Kraftfahrzeuges2 angeordnet und im Auslösefall, welcher gemäß2 dargestellt ist, auf die Fahrbahn4 bewegbar. - Erfindungsgemäß weist nun das Bremselement
3 mehrere pyrotechnisch auslösbare Ankerelemente5 auf, welche im Auslösefall des Notbremssystems1 in die Fahrbahn4 geschossen und somit fest in dieser verankert werden können. Die Ankerelemente5 können dabei als Stahlnägel ausgebildet sein. Gemäß der2 ist dabei erkennbar, dass auf einer dem Kraftfahrzeug2 zugewandten Seite des Bremselementes3 pyrotechnische Treibsätze6 angeordnet sind, welche im Auslösefall die Ankerelemente5 in die Fahrbahn4 schießen. - Verbunden ist das Bremselement
3 mit dem Chassis des Kraftfahrzeuges2 über zumindest ein Verbindungselement7 , welches beispielsweise als Stahlseil ausgebildet ist, wobei das Verbindungselement7 fahrzeugseitig in einer Lagereinrichtung8 , beispielsweise einer Seiltrommel, bis zum Einsatzfall gelagert ist. Darüber hinaus ist das Verbindungselement7 fahrzeugseitig durch eine fest mit dem Chassis verbundene Bremseinrichtung9 geführt, welche ein Ausziehen des Verbindungselementes7 aus seiner Ruheposition bei aktiviertem Notbremssystem1 verzögert und dadurch die Notbremsung bewirkt. Dabei muss die Bremseinrichtung9 , wie dies beispielsweise in1 gezeigt ist, an besonders stabilen und insbesondere an mehreren Punkten10 am Kraftfahrzeug2 fest angebunden sein. - Aktiviert werden kann das erfindungsgemäße Notbremssystem
1 beispielsweise durch einen nicht gezeigten Bremsassistenten, welcher durch Einsatz moderner Sensortechnik, beispielsweise Radartechnologie, eine Situation vor dem Kraftfahrzeug2 überwacht. Erkennt das Bremsassistenzsystem einen unabwendbaren Aufprall des Kraftfahrzeuges2 auf ein vor ihm liegendes Hindernis, so aktiviert er das Notbremssystem1 , indem er das Bremselement3 schlagartig auf die Fahrbahn4 absenkt und unmittelbar nach dem Absenken die pyrotechnischen Treibsätze6 zündet, welche die Ankerelemente5 in die Fahrbahn4 schießen. Ist das Bremselement3 fest mit der Fahrbahn4 verbunden, so wird das zwischen dem Bremselement3 einerseits und dem Kraftfahrzeug2 andererseits angeordnete Verbindungselement7 aus seiner Lagereinrichtung8 am Kraftfahrzeug2 ausgezogen, wobei die Ausziehbewegung gleichzeitig durch die Bremseinrichtung9 stark verzögert wird. Das Notbremssystem1 ist dabei in der Lage, beispielsweise über eine Distanz von 10 bis 15 m, das Kraftfahrzeug mit einer Bremsverzögerung von 50 bis 100 m/s2 abzubremsen und dadurch die Aufprallenergie deutlich zu reduzieren. - Generell ist dabei denkbar, dass ein fahrzeugseitiges Ende des Verbindungselementes
7 entweder fest mit dem Kraftfahrzeug2 verbunden oder lose in der Lagereinrichtung8 gelagert ist, wobei in letzterem Fall nach Überschreiten eines bestimmten Bremsweges das Verbindungselement7 aus der Bremseinrichtung9 herausgezogen wird und nicht mehr mit dem Kraftfahrzeug2 verbunden ist. -
- 1
- Notbremssystem
- 2
- Kraftfahrzeug
- 3
- Bremselement
- 4
- Fahrbahn
- 5
- Ankerelement
- 6
- Treibsatz
- 7
- Verbindungselement
- 8
- Lagereinrichtung
- 9
- Bremseinrichtung
- 10
- Verbindungspunkt
zwischen Kraftfahrzeug
2 und Bremseinrichtung9
Claims (7)
- Notbremssystem (
1 ) für ein Kraftfahrzeug (2 ), mit einem am Chassis des Kraftfahrzeugs (2 ) angeordneten Bremselement (3 ), welches im Auslösefall auf die Fahrbahn (4 ) bewegt und mit dieser in Kontakt gebracht wird und so zu einer Verzögerung des Kraftfahrzeuges (2 ) beiträgt, wobei das Bremselement (3 ) über zumindest ein Verbindungselement (7 ) mit dem Kraftfahrzeug (2 ) verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (7 ) – mit einem dem Bremselement (3 ) abgewandten Bereich in einer fahrzeugseitigen Lagereinrichtung (8 ) gelagert ist und – durch eine am Kraftfahrzeug (2 ) fixierte und verbindungsmäßig zwischen Lagereinrichtung (8 ) und Bremselement (3 ) angeordnete Bremseinrichtung (9 ) beweglich geführt ist, welche ein Herausziehen des Verbindungselementes (7 ) aus der Lagereinrichtung (8 ) bei ausgelöstem Notbremssystem (1 ) verzögert. - Notbremssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (
7 ) als Seil, insbesondere als Stahlseil, ausgebildet ist. - Notbremssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Bremselement (
3 ) eine Platte mit über die Plattenebene hinausragenden Ankerelementen (5 ) aufweist. - Notbremssystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Bremselement (
3 ) pyrotechnisch auslösbare Ankerelemente (5 ) aufweist, welche im Auslösefall des Notbremssystems (1 ) fest in der Fahrbahn (4 ) verankert werden. - Notbremssystem nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Ankerelemente (
4 ) stiftartig, insbesondere als Stahlnägel, ausgebildet sind. - Notbremssystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Auslösung des Notbremssystems (
1 ) ein Bremsassistenzsystem vorgesehen ist. - Kraftfahrzeug mit einem Notbremssystem (
1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE200710040006 DE102007040006A1 (de) | 2007-08-24 | 2007-08-24 | Notbremssystem für ein Kraftfahrzeug |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE200710040006 DE102007040006A1 (de) | 2007-08-24 | 2007-08-24 | Notbremssystem für ein Kraftfahrzeug |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE102007040006A1 true DE102007040006A1 (de) | 2008-05-08 |
Family
ID=39265069
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE200710040006 Withdrawn DE102007040006A1 (de) | 2007-08-24 | 2007-08-24 | Notbremssystem für ein Kraftfahrzeug |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE102007040006A1 (de) |
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| JP2022504980A (ja) * | 2018-11-02 | 2022-01-13 | ニューロ・インコーポレーテッド | 車両を急減速させるためのシステムおよび方法 |
| DE102021200778A1 (de) | 2021-01-28 | 2022-07-28 | Zf Friedrichshafen Ag | Verbindungsanordnung für eine Fahrzeug-Notbremsvorrichtung und Fahrzeug-Notbremsvorrichtung |
-
2007
- 2007-08-24 DE DE200710040006 patent/DE102007040006A1/de not_active Withdrawn
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| DE102021200778A1 (de) | 2021-01-28 | 2022-07-28 | Zf Friedrichshafen Ag | Verbindungsanordnung für eine Fahrzeug-Notbremsvorrichtung und Fahrzeug-Notbremsvorrichtung |
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