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Die
vorliegende Erfindung betrifft Emulsionspolymere und wässrige
Dispersionen, die diese Emulsionspolymere enthalten. Des Weiteren
betrifft die vorliegende Erfindung Verfahren zur Herstellung dieser
Dispersionen und Emulsionspolymere.
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Beschichtungsmittel,
insbesondere Lacke werden seit langer Zeit synthetisch hergestellt.
Viele dieser Beschichtungsmittel basieren auf so genannten Alkyd-Harzen,
die unter Verwendung von mehrwertigen Säuren, Alkoholen
und Fettsäuren und/oder Fettsäurederivaten hergestellt
werden. Eine besondere Gruppe dieser Alkyd-Harze bilden bei Sauerstoffeinwirkung
vernetzte Filme, wobei die Vernetzung durch Oxidation mit Beteiligung
von ungesättigten Gruppen erfolgt. Viele dieser Alkyd-Harze
umfassen organische Lösungs- oder Dispersionsmittel, um
die Harze in einer dünnen Schicht auf Beschichtungskörper
auftragen zu können. Auf die Verwendung dieser Lösungsmittel
sollte jedoch aus Gründen des Umweltschutzes sowie der
Arbeitssicherheit verzichtet werden. Daher wurden entsprechende
Harze auf Basis von wässrigen Dispersionen entwickelt,
deren Lagerstabilität jedoch begrenzt ist. Des Weiteren
ist die Wasseraufnahme vieler Alkyd-Harze zu hoch oder deren Lösungsmittelbeständigkeit
sowie deren Härte zu gering. Dementsprechend wurden Versuche
unternommen die zuvor dargelegten klassischen Lacke auf Alkyd-Basis
zu modifizieren oder zu ersetzen.
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Beispielsweise
sind aus
US 4,010,126 Zusammensetzungen
bekannt, die ein mit (Meth)acrylat-Polymeren modifiziertes Alkyd-Harz
umfassen, welches anschließend in einer Emulsionspolymerisation
eingesetzt wird. Die Herstellung der beschriebenen Zusammensetzungen
erfolgt über mehrere Schritte, so dass die beschriebenen
Harze sehr aufwendig in der Herstellung sind.
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Eine
auf Lösungspolymeren basierende Lackzusammensetzung auf
Basis von Vinylmonomeren wird beispielsweise in
DE-A-101 06 561 beschrieben.
Allerdings umfasst diese Zusammensetzung einen hohen Anteil an organischen
Lösungsmitteln.
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Des
Weiteren sind auch wässrige Dispersionen auf Basis von
(Meth)acrylat-Polymeren bekannt. Beispielsweise beschreibt die Druckschrift
DE-A-41 05 134 wässrige
Dispersionen, die als Bindemittel in Lacken eingesetzt werden können.
Die Herstellung dieser Bindemittel erfolgt jedoch über
mehrere Stufen, wobei zunächst ein Lösungspolymerisat
erzeugt wird, welches nach einer Neutralisation in einer Emulsionspolymerisation
eingesetzt wird.
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Darüber
hinaus werden in
DE-A-25
13 516 wässrige Dispersionen beschrieben, die
Polymere auf Basis von (Meth)acrylaten umfassen, wobei ein Teil
(Meth)acrylate ungesättigte Alkoholreste enthält.
Nachteilig an den beschriebenen Dispersionen ist insbesondere deren
aufwendige Herstellung, wobei die Polymere auf Basis von (Meth)acrylaten
durch Lösungspolymerisation erhalten werden. Hierbei weisen
diese Polymere einen hohen Anteil an Säuregruppen auf,
der im Bereich von 5 bis 20 Gew.-% liegt, bezogen auf das Lösungspolymer.
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Die
Druckschrift
DE-A-26
38 544 beschreibt oxidativ trocknende wässrige
Dispersionen, die Emulsionspolymere auf Basis von (Meth)acrylaten
umfassen, wobei ein Teil der eingesetzten (Meth)acrylate ungesättigte
Alkoholreste aufweist. Allerdings wurden Kettenüberträger
zur Herstellung der Emulsionspolymere eingesetzt, so dass das Emulsionspolymer
eine hohe Löslichkeit zeigt.
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Des
Weiteren werden wässrige Dispersionen, die oxidativ trocknende
Polymere umfassen, in F.-B. Chen, G. Bufkin, „Crosslinkable
Emulsion Polymers by Autooxidation II", Journal of Applied Polymer
Science, Vol. 30, 4551–4570 (1985) dargelegt.
Die Polymere enthalten 2 bis 8 Gew.-% an Einheiten, die von (Meth)acrylaten
mit ungesättigten, langkettigen Alkoholresten abgeleitet
sind. Allerdings enthalten diese Polymere keinen Einheiten, die
durch Polymerisation von Säuregruppen-enthaltenden Monomeren
erhalten werden. Die Haltbarkeit dieser Dispersionen sowie die Härte
der Lacke sind für viele Anwendungen nicht ausreichend.
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Darüber
hinaus beschreibt die Druckschrift
US
5,750,751 Polymere auf Basis von Vinylmonomeren, die bei
Raumtemperatur vernetzen können. Die Polymere können
sowohl durch Lösungspolymerisation als auch durch Emulsionspolymerisation
erhalten werden. Die zu polymerisierenden Monomermischungen können
unter anderem (Meth)acrylate umfassen, deren Alkoholreste durch
ungesättigte Fettsäuren modifiziert sind. Die
durch Lösungs- und Emulsionspolymerisation von modifizierten
(Meth)acrylaten erhaltenen Polymere zeigen eine hohe Löslichkeit,
da Kettenüberträger verwendet wurden. Nachteilig
an den in
US 5,750,751 beschriebenen
Beschichtungsmitteln ist jedoch, dass weich machende Lösungsmittel
hinzugegeben werden müssen, die aus Umweltschutzgründen
zu vermeiden sind.
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Eine
Verbesserung in dieser Hinsicht wird durch die Lehre der Druckschrift
EP-A-1 044 993 erzielt. Dieses
Dokument beschreibt wässrige Dispersionen auf Basis von
(Meth)acrylaten. Die zu polymerisierenden Mischungen umfassen (Meth)acrylate,
die durch ungesättigte Fettsäuren modifiziert
wurden. Ein wesentlicher Aspekt dieser Lösung besteht in
der Verwendung von Polymeren, die eine besonders breite Molekulargewichtsverteilung
aufweisen, wobei das Zahlenmittel des Molekulargewichts im Bereich
von 300 bis 3000 g/mol liegt. Nachteilig an diesem System ist jedoch,
dass die erhaltenen Filme für viele Anwendungen zu weich
sind.
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Weiterhin
beschreibt das Dokument
WO
2006/013061 Dispersionen, die Partikel auf Basis von (Meth)acrylaten
umfassen. Die zur Herstellung der Partikel verwendeten Monomermischungen
umfassen (Meth)acrylate, die durch ungesättigte Fettsäuren
modifiziert wurden. Allerdings werden in den Beispielen keine Monomere
polymerisiert, die Säuregruppen umfassen. Des Weiteren
ist der Anteil der mit ungesättigten Fettsäuren
modifizierten (Meth)acrylate sehr hoch. Nachteilig an den in
WO 2006/013061 beschriebenen
Dispersionen sind insbesondere deren komplexe Herstellung sowie
der hohe Anteil an Restmonomeren. Ein Mindestanteil an löslichem
Emulsionspolymer wird in dieser Druckschrift nicht beschrieben.
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Darüber
hinaus sind aus dem Stand der Technik auch Dispersionen bekannt,
die neben Polymeren auf Basis von (Meth)acrylaten auch Alkyd-Harze
umfassen können. Beispielsweise beschreibt das Dokument
WO 98/22545 Polymere mit
Einheiten, die von (Meth)acrylaten mit ungesättigten Alkoholresten
abgeleitet sind. Diese Polymere können zusammen mit Alkyd-Harzen
eingesetzt werden. Allerdings werden Lösungsmittel eingesetzt,
um aus den beschriebenen Polymeren Lacke herzustellen. Wässrige
Dispersionen werden in
WO 98/22545 nicht
beschrieben. Dementsprechend sind diese Zusammensetzungen mit den
zuvor dargelegten Nachteilen behaftet.
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Weiterhin
beschreibt die japanische Druckschrift
JP 59011376 Emulsionspolymere auf
Basis von (Meth)acrylaten. Die Dispersionen weisen bei einem Feststoffgehalt
von ca. 40% eine dynamische Viskosität von mindestens 200
mPas auf. Eine Partikelgröße wird in dieser Druckschrift
nicht genannt. Aufgrund der hohen Viskosität der Dispersion
kann jedoch angenommen werden, dass die Emulsionspolymere eine Teilchengröße
unterhalb von 40 nm aufweisen. Nachteilig an den in dieser Druckschrift
beschriebenen Dispersionen ist deren geringe Lagerfähigkeit.
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In
Anbetracht des Standes der Technik ist es nun Aufgabe der vorliegenden
Erfindung Emulsionspolymere zur Verfügung zu stellen, die
sich zu Beschichtungsmitteln und Beschichtungen mit hervorragenden
Eigenschaften verarbeiten lassen. Insbesondere sollten die Dispersionen
bzw. Emulsionspolymere einen sehr geringen Restmonomergehalt aufweisen.
Weiterhin war es mithin eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine
Dispersion bereitzustellen, die eine besonders lange Lagerfähigkeit
und Haltbarkeit aufweist. Des Weiteren sollte die Härte
der Beschichtungen, die aus Beschichtungsmitteln mit den Emulsionspolymeren
erhältlich sind, über einen weiten Bereich variiert
werden können. Insbesondere sollten besonders harte, kratzfeste
Beschichtungen erhalten werden können. Eine weitere Aufgabe
ist darin zu sehen Emulsionspolymere zur Verfügung zu stellen,
durch deren Verwendung Beschichtungsmittel ohne flüchtige
organische Lösungsmittel erhältlich sind. Die
aus den wässrigen Dispersionen erhältlichen Beschichtungen
sollten eine hohe Witterungsbeständigkeit, insbesondere
eine hohe UV-Beständigkeit aufweisen. Darüber
hinaus sollten die aus den wässrigen Dispersionen erhältlichen
Filme nach kurzer Zeit eine geringe Klebrigkeit aufweisen.
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Gelöst
werden diese sowie weitere nicht explizit genannte Aufgaben, die
jedoch aus den hierin einleitend diskutierten Zusammenhängen
ohne weiteres ableitbar oder erschließbar sind, durch Emulsionspolymere mit
allen Merkmalen des Patentanspruchs 1. Zweckmäßige
Abwandlungen der erfindungsgemäßen Emulsionspolymere
werden in Unteransprüchen unter Schutz gestellt.
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Gegenstand
der vorliegenden Erfindung ist dementsprechend ein Emulsionspolymer
umfassend mindestens ein (Meth)acrylat-Segment, das
1 bis 30
Gew.-% Einheiten, die von (Meth)acrylaten abgeleitet sind, die im
Alkylrest mindestens eine Doppelbindung und 8 bis 40 Kohlenstoffatome
aufweisen,
0,1 bis 10 Gew.-% Einheiten, die von Säuregruppen-haltigen
Monomeren abgeleitet sind, und
50 bis 98,9 Gew.-% Einheiten,
die von (Meth)acrylaten mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen im Alkylrest
abgeleitet sind, jeweils bezogen auf das (Meth)acrylat-Segment,
umfasst, das dadurch gekennzeichnet ist, dass das Emulsionspolymer
einen Teilchenradius von mindestens 50 nm aufweist.
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Durch
die erfindungsgemäßen Maßnahmen können
des Weiteren unter anderem die folgenden Vorteile erzielt werden:
Die
erfindungsgemäßen Dispersionen und Emulsionspolymere
weisen einen sehr geringen Restmonomergehalt auf.
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Die
Härte der Beschichtungen, die aus erfindungsgemäßen
Dispersionen mit den Emulsionspolymeren erhältlich sind,
kann über einen weiten Bereich variiert werden. Gemäß einer
bevorzugten Abwandlung können erfindungsgemäß insbesondere
besonders harte, kratzfeste Beschichtungen erhalten werden. Die
aus den erfindungsgemäßen Dispersionen und Emulsionspolymeren
erhältlichen Beschichtungen zeigen eine überraschend
hohe Lösungsmittelbeständigkeit, die sich insbesondere
in Versuchen mit Methylisobutylketon (MIBK) oder Ethanol zeigt.
So zeigen die erhaltenen Beschichtungen insbesondere bei Versuchen
gemäß dem Möbeltest DIN 68861-1 eine
hervorragende Einstufung.
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Beschichtungsmittel,
die unter Verwendung der erfindungsgemäßen Emulsionspolymere
erhältlich sind, benötigen im Allgemeinen keine
flüchtigen organischen Lösungsmittel. Darüber
hinaus zeigen die erfindungsgemäßen Dispersionen
eine hohe Lagerungsbeständigkeit, eine hohe Haltbarkeit
und eine sehr gute Lagerfähigkeit. Insbesondere tritt kaum
eine Aggregatbildung auf.
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Die
aus den wässrigen Dispersionen erhältlichen Beschichtungen
zeigen eine hohe Witterungsbeständigkeit, insbesondere
eine hohe UV-Beständigkeit. Des Weiteren weisen die aus
den wässrigen Dispersionen erhältlichen Filme
nach kurzer Zeit eine geringe Klebrigkeit auf.
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Die
erfindungsgemäßen Dispersionen und Emulsionspolymere
lassen sich kostengünstig in großem Maßstab
herstellen. Die erfindungsgemäßen Dispersionen
und Emulsionspolymere sind umweltfreundlich und können
sicher und ohne großen Aufwand verarbeitet und hergestellt
werden. Hierbei zeigen die erfindungsgemäßen Dispersionen
eine sehr hohe Scherstabilität.
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Die
erfindungsgemäßen Emulsionspolymere umfassen mindestens
ein (Meth)acrylat-Segment. Der Ausdruck „Emulsionspolymer"
bezeichnet hierin eine makromolekulare Verbindung, die durch Emulsionspolymerisation
erhalten werden kann. Der Begriff „Segment" bedeutet, dass
das Emulsionspolymere mindestens einen Abschnitt mit (Meth)acrylat-Wiederholungseinheiten
umfasst. Hierbei kann das Emulsionspolymere aus einem derart aufgebauten
Segment bestehen oder weitere Segmente aufweisen. Die Emulsionspolymere
können bevorzugt durch radikalische Polymerisation erhalten
werden. Dementsprechend ergibt sich der Gewichtsanteil an Einheiten
aus den zur Herstellung der Polymere eingesetzten Gewichtsanteilen
an entsprechenden Monomeren. Der Gewichtsanteil des (Meth)acrylat-Segments,
bezogen auf das Gewicht des Emulsionspolymeren beträgt
vorzugsweise mindestens 10 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens
20 Gew.-%. Das Emulsionspolymere umfasst vorzugsweise mindestens
40 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens 60 Gew.-% und ganz besonders
bevorzugt mindestens 90 Gew.-% (Meth)acrylate.
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Das
(Meth)acrylat-Segment umfasst 1 bis 30 Gew.-%, bevorzugt 5 bis 25
Gew.-% und besonders bevorzugt 10 bis 20 Gew.-% Einheiten, die von
(Meth)acrylaten abgeleitet sind, die im Alkylrest mindestens eine Doppelbindung
und 8 bis 40 Kohlenstoffatome aufweisen, bezogen auf das Gesamtgewicht
des (Meth)acrylat-Segments.
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Der
Ausdruck (Meth)acrylate umfasst Methacrylate und Acrylate sowie
Mischungen aus beiden. (Meth)acrylate, die im Alkylrest mindestens
eine Doppelbindung und 8 bis 40 Kohlenstoffatome aufweisen sind Ester
der (Meth)acrylsäure, deren Alkoholrest mindestens eine
Doppelbindung und 8 bis 40 Kohlenstoffatome aufweist. Der Alkyl-
bzw. Alkoholrest kann vorzugsweise 10 bis 30 und besonders bevorzugt
12 bis 20 Kohlenstoffatome aufweisen, wobei dieser Rest Heteroatome,
insbesondere Sauerstoff-, Stickstoff oder Schwefelatome umfassen
kann. Der Alkoholrest kann eine, zwei, drei oder mehr Doppelbindungen
aufweisen. Die Polymerisationsbedingungen bei denen das Emulsionspolymere
hergestellt wird, werden vorzugsweise so gewählt, dass
ein möglichst großer Anteil der Doppelbindungen
des Alkoholrests bei der Polymerisation erhalten bleibt. Dies kann
beispielsweise durch sterische Hinderung der im Alkoholrest enthaltenen
Doppelbindungen erfolgen.
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Die
Iodzahl der zur Herstellung der Emulsionspolymere einzusetzenden
(Meth)acrylate, die im Alkylrest mindestens eine Doppelbindung und
8 bis 40 Kohlenstoffatome aufweisen, beträgt vorzugsweise
mindestens 40, besonders bevorzugt mindestens 80 und ganz besonders
bevorzugt mindestens 140 g Iod/100 g (Meth)acrylat.
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Derartige
(Meth)acrylate entsprechen im Allgemeinen der Formel (I)
worin
der Rest R Wasserstoff oder Methyl darstellt und R
1 einen
linearen oder verzweigten Rest mit 8 bis 40 Kohlenstoffatomen bedeutet,
der mindestens eine Doppelbindung aufweist.
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(Meth)acrylate,
die im Alkylrest mindestens eine Doppelbindung und 8 bis 40 Kohlenstoffatome
aufweisen, können beispielsweise durch Veresterung von
(Meth)acrylsäure, Umsetzung von (Meth)acryloylhalogeniden
oder Umesterung von (Meth)acrylaten mit Alkoholen erhalten werden,
die mindestens eine Doppelbindung und 8 bis 40 Kohlenstoffatomen
aufweisen. Diese Reaktionen sind beispielsweise in Ullmann's
Encyclopedia of Industrial Chemistry 5. Auflage auf CD-ROM
oder F.-B. Chen, G. Bufkin, "Crosslinkable Emulsion Polymers
by Autooxidation I", Journal of Applied Polymer Science, Vol. 30,
4571–4582 (1985) dargelegt.
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Zu
den hierfür geeigneten Alkoholen gehören unter
anderem Octenol, Nonenol, Decenol, Undecenol, Dodecenol, Tridecenol,
Tetradecenol, Pentadecenol, Hexadecenol, Heptadecenol, Octadecenol,
Nonadecenol, Ikosenol, Docosenol, Octan-dien-ol, Nonan-dien-ol,
Decan-dien-ol, Undecan-dien-ol, Dodecan-dien-ol, Tridecan-dien-ol,
Tetradecan-dien-ol, Pentadecan-dien-ol, Hexadecan-dien-ol, Heptadecan-dien-ol,
Octadecan-dien-ol, Nonadecan-dien-ol, Ikosan-dien-ol und/oder Docosan-dien-ol.
Diese so genannten Fettalkohole sind teilweise kommerziell erhältlich
oder können aus Fettsäuren erhalten werden, wobei
diese Umsetzung beispielsweise in F.-B. Chen, G. Bufkin,
Journal of Applied Polymer Science, Vol. 30, 4571–4582
(1985) dargelegt ist.
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Zu
den bevorzugten (Meth)acrylaten, die durch dieses Verfahren erhältlich
sind, gehören insbesondere Octadecan-dien-yl-(meth)acrylat,
Octadecan-trien-yl-(meth)acrylat, Hexadecenyl(meth)acrylat, Octadecenyl(meth)acrylat
und Hexadecan-dien-yl-(meth)acrylat.
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Darüber
hinaus können (Meth)acrylate, die im Alkylrest mindestens
eine Doppelbindung und 8 bis 40 Kohlenstoffatome aufweisen, auch
durch Umsetzung von ungesättigten Fettsäuren mit
(Meth)acrylaten, die im Alkoholrest reaktive Gruppen aufweisen,
erhalten werden. Zu den reaktiven Gruppen gehören insbesondere Hydroxygruppen
sowie Epoxygruppen. Dementsprechend können beispielsweise
auch Hydroxylalkyl(meth)acrylate, wie 3-Hydroxypropyl(meth)acrylat,
3,4-Dihydroxybutyl(meth)acrylat, 2-Hydroxyethyl(meth)acrylat, 2-Hydroxypropyl(meth)acrylat,
2,5-Dimethyl-1,6-hexandiol(meth)acrylat, 1,10-Decandiol(meth)acrylat;
oder Epoxygruppen enthaltende (Meth)acrylate, beispielsweise Glycidyl(meth)acrylat
als Edukte zur Herstellung der zuvor genannten (Meth)acrylate eingesetzt
werden.
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Geeignete
Fettsäuren zur Umsetzung mit den zuvor genannten (Meth)acrylaten
sind vielfach kommerziell erhältlich und werden aus natürlichen
Quellen erhalten. Zu diesen gehören unter anderem Undecylensäure,
Palmitoleinsäure, Ölsäure, Elaidinsäure,
Vaccensäure, Icosensäure, Cetoleinsäure,
Erucasäure, Nervonsäure, Linolsäure,
Linolensäure, Arachidonsäure, Timnodonsäure,
Clupanodonsäure und/oder Cervonsäure.
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Zu
den bevorzugten (Meth)acrylaten, die durch dieses Verfahren erhältlich
sind, gehören insbesondere (Meth)acryloyloxy-2-hydroxypropyl-linolsäureester,
(Meth)acryloyloxy-2-hydroxypropyl-linolensäureester und
(Meth)acryloyloxy-2-hydroxypropyl-ölsäureester.
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Die
zuvor dargelegten (Meth)acrylate mit mindestens einer Doppelbindung
können einzeln oder als Mischung von zwei oder mehr (Meth)acrylaten
eingesetzt werden.
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Des
Weiteren umfasst das (Meth)acrylat-Segment der erfindungsgemäßen
Emulsionspolymere 0,1 bis 10 Gew.-%, bevorzugt 0,5 bis 8 Gew.-%
und besonders bevorzugt 1 bis 5 Gew.-% Einheiten, die von Säuregruppen-haltigen
Monomeren abgeleitet sind, bezogen auf das Gesamtgewicht des (Meth)acrylat-Segments.
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Säuregruppen-haltige
Monomere sind Verbindungen, die sich vorzugsweise radikalisch mit
den zuvor dargelegten (Meth)acrylaten copolymerisieren lassen. Hierzu
gehören beispielsweise Monomere mit einer Sulfonsäuregruppe,
wie zum Beispiel Vinylsulfonsäure; Monomere mit einer Phosphonsäuregruppe,
wie zum Beispiel Vinylphosphonsäure und ungesättigte
Carbonsäuren, wie zum Beispiel Methacrylsäure,
Acrylsäure, Fumarsäure und Maleinsäure.
Besonders bevorzugt sind Methacrylsäure und Acrylsäure.
Die Säuregruppen-haltigen Monomere können einzeln
oder als Mischung von zwei, drei oder mehr Säuregruppen-haltigen
Monomeren eingesetzt werden.
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Des
Weiteren umfasst das (Meth)acrylat-Segment der erfindungsgemäßen
Emulsionspolymere 50 bis 98,9 Gew.-%, bevorzugt 60 bis 95 Gew.-%
und besonders bevorzugt 70 bis 90 Gew.-% Einheiten, die von (Meth)acrylaten
mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen im Alkylrest abgeleitet sind, bezogen
auf das Gesamtgewicht des (Meth)acrylat-Segments.
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Derartige
(Meth)acrylate entsprechen im Allgemeinen der Formel (II)
worin
der Rest R Wasserstoff oder Methyl darstellt und R
2 einen
linearen oder verzweigten Rest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise
mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen bedeutet.
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Hierzu
gehören insbesondere (Meth)acrylate, die sich von gesättigten
Alkoholen ableiten, wie Methyl(meth)acrylat, Ethyl(meth)acrylat,
n-Propyl(meth)acrylat, iso-Propyl(meth)acrylat, n-Butyl(meth)acrylat, tert.-Butyl(meth)acrylat
und Pentyl(meth)acrylat, Hexyl(meth)acrylat;
Cycloalkyl(meth)acrylate,
wie Cyclopentyl(meth)acrylat, Cyclohexyl(meth)acrylat; und
(Meth)acrylate,
die sich von ungesättigten Alkoholen ableiten, wie 2-Propinyl(meth)acrylat,
Allyl(meth)acrylat und Vinyl(meth)acrylat.
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Besonders
bevorzugt werden Mischungen eingesetzt, die Methacrylate und Acrylate
umfassen. So können insbesondere Mischungen von Methylmethacrylat und
Acrylaten mit 2 bis 6 Kohlenstoffen, wie Ethylacrylat, Butylacrylat
und Hexylacrylat verwendet werden.
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Neben
den zuvor genannten Einheiten kann das (Meth)acrylat-Segment der
erfindungsgemäßen Emulsionspolymere Einheiten
aufweisen, die von Comonomeren abgeleitet sind. Diese Comonomere
unterscheiden sich von den zuvor dargelegten Einheiten des Emulsionspolymeren,
lassen sich jedoch mit den zuvor dargelegten Monomeren copolymerisieren.
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Hierzu
gehören beispielsweise (Meth)acrylate mit mindestens 7
Kohlenstoffatomen im Alkylrest, die sich von gesättigten
Alkoholen ableiten, wie wie beispielsweise 2-Ethylhexyl(meth)acrylat,
Heptyl(meth)acrylat, 2-tert.-Butylheptyl(meth)acrylat, Octyl(meth)acrylat,
3-iso-Propylheptyl(meth)acrylat, Nonyl(meth)acrylat, Decyl(meth)acrylat,
Undecyl(meth)acrylat, 5-Methylundecyl(meth)acrylat, Dodecyl(meth)acrylat,
2-Methyldodecyl(meth)acrylat, Tridecyl(meth)acrylat, 5-Methyltridecyl(meth)acrylat,
Tetradecyl(meth)acrylat, Pentadecyl(meth)acrylat, Hexadecyl(meth)acrylat,
2-Methylhexadecyl(meth)acrylat, Heptadecyl(meth)acrylat, 5-iso-Propylheptadecyl(meth)acrylat,
4-tert.-Butyloctadecyl(meth)acrylat, 5-Ethyloctadecyl(meth)acrylat,
3-iso-Propyloctadecyl(meth)acrylat, Octadecyl(meth)acrylat, Nonadecyl(meth)acrylat,
Eicosyl(meth)acrylat, Cetyleicosyl(meth)acrylat, Stearyleicosyl(meth)acrylat,
Docosyl(meth)acrylat und/oder Eicosyltetratriacontyl(meth)acrylat;
Cycloalkyl(meth)acrylate, wie 3-Vinylcyclohexyl(meth)acrylat, Bornyl(meth)acrylat,
Cycloalkyl(meth)acrylate, wie 2,4,5-Tri-t-butyl-3-vinylcyclohexyl(meth)acrylat,
2,3,4,5-Tetra-t-butylcyclohexyl(meth)acrylat; Nitrile der (Meth)acrylsäure
und andere stickstoffhaltige Methacrylate, wie N-(Methacryloyloxyethyl)diisobutylketimin,
N-(Methacryloyloxyethyl)dihexadecylketimin, Methacryloylamidoacetonitril,
2- Methacryloyloxyethylmethylcyanamid, Cyanomethylmethacrylat; Aryl(meth)acrylate,
wie Benzyl(meth)acrylat oder Phenyl(meth)acrylat, wobei die Arylreste
jeweils unsubstituiert oder bis zu vierfach substituiert sein können;
(Meth)acrylate, die zwei oder mehr (Meth)acryl-Gruppen aufweisen,
Glycoldi(meth)acrylate, wie Ethylenglycoldi(meth)acrylat, Diethylenglycoldi(meth)acrylat,
Triethylenglycoldi(meth)acrylat, Tetra- und Polyethylenglycoldi(meth)acrylat,
1,3-Butandiol(meth)acrylat, 1,4-Butandiol(meth)acrylat, 1,6-Hexandioldi(meth)acrylat,
Glycerindi(meth)acrylat; Dimethacrylate von ethoxyliertem Bisphenol
A; (Meth)acrylate mit drei oder mehr Doppelbindungen, wie z. B.
Glycerintri(meth)acrylat, Trimethylolpropantri(meth)acrylat, Pentaerythrittetra(meth)acrylat
und Dipentaerythritpenta(meth)acrylat;
Vinylhalogenide, wie
beispielsweise Vinylchlorid, Vinylfluorid, Vinylidenchlorid und
Vinylidenfluorid; heterocyclische (Meth)acrylate, wie 2 (1 Imidazolyl)ethyl(meth)acrylat,
2 (4 Morpholinyl)ethyl(meth)acrylat und 1 (2 Methacryloyloxyethyl)-2-pyrrolidon;
Vinylester,
wie Vinylacetat;
Styrol, substituierte Styrole mit einem Alkylsubstituenten
in der Seitenkette, wie z. B. ☐-Methylstyrol und ☐-Ethylstyrol,
substituierte Styrole mit einem Alkylsubstitutenten am Ring, wie
Vinyltuluol und p-Methylstyrol, halogenierte Styrole, wie beispielsweise
Monochlorstyrole, Dichlorstyrole, Tribromstyrole und Tetrabromstyrole;
Heterocyclische
Vinylverbindungen, wie 2-Vinylpyridin, 3-Vinylpyridin, 2-Methyl-5-vinylpyridin,
3-Ethyl-4-vinylpyridin, 2,3-Dimethyl-5-vinylpyridin, Vinylpyrimidin,
Vinylpiperidin, 9-Vinylcarbazol, 3-Vinylcarbazol, 4-Vinylcarbazol,
1-Vinylimidazol, 2-Methyl-1-vinylimidazol, N-Vinylpyrrolidon, 2-Vinylpyrrolidon,
N-Vinylpyrrolidin, 3-Vinylpyrrolidin, N-Vinylcaprolactam, N-Vinylbutyrolactam,
Vinyloxolan, Vinylfuran, Vinylthiophen, Vinylthiolan, Vinylthiazole
und hydrierte Vinylthiazole, Vinyloxazole und hydrierte Vinyloxazole;
Vinyl-
und Isoprenylether;
Maleinsäurederivate, wie beispielsweise
Maleinsäureanhydrid, Ester der Maleinsäure, beispielsweise
Maleinsäuredimethylester, Methylmaleinsäureanhydrid,
Maleinimid, Methylmaleinimid; und
Fumarsäurederivate,
wie Fumarsäuredimethylester.
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Der
Anteil an Einheiten, die von Comonomeren abgeleitet sind, kann je
nach Einsatzzweck und Eigenschaftsprofil des Polymers variiert werden.
Im Allgemeinen kann dieser Anteil im Bereich von 0 bis 45 Gew.-%, vorzugsweise
2 bis 30 Gew.-% und besonders bevorzugt 3 bis 10 Gew.-% liegen,
bezogen auf das Gesamtgewicht des (Meth)acrylat-Segments.
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Vorzugsweise
kann das Emulsionspolymer einen Anteil von 2 bis 60 Gew.-%, besonders
bevorzugt 10 bis 50 Gew.-% und ganz besonders bevorzugt 20 bis 40
Gew.-% aufweisen, bezogen auf das Gewicht des Emulsionspolymeren,
der in Tetrahydrofuran (THF) bei 20°C löslich
ist. Zur Bestimmung des löslichen Anteils wird eine unter
Sauerstoffausschluss getrocknete Probe des Polymerisats mit mindestens
einem (Meth)acrylat-Segment in einer 200fachen Menge an Lösungsmittel,
bezogen auf das Gewicht der Probe, bei 20°C für
4 h gelagert. Zum Ausschluss des Sauerstoffs kann die Probe beispielsweise
unter Stickstoff oder unter Vakuum getrocknet werden. Anschließend
wird die Lösung von dem unlöslichen Anteil, beispielsweise durch
Filtration getrennt. Nach dem Verdampfen des Lösungsmittels
wird das Gewicht des Rückstands bestimmt. Beispielsweise
kann eine 0,5 g Probe eines unter Vakuum getrockneten Emulsionspolymeren
in 150 ml THF 4 Stunden gelagert werden.
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Gemäß einer
bevorzugten Abwandlung der vorliegenden Erfindung kann ein Emulsionspolymer
eine Quellung von mindestens 1000%, besonders bevorzugt mindestens
1400% und ganz besonders bevorzugt mindestens 1600% in Tetrahydrofuran
(THF) bei 20°C aufweisen. Der obere Grenzwert der Quellung
ist an sich nicht kritisch, wobei die Quellung bevorzugt höchstens
5000%, besonders bevorzugt höchstens 3000% und ganz besonders
bevorzugt höchstens 2500% beträgt. Zur Bestimmung
der Quellung wird eine unter Sauerstoffausschluss getrocknete Probe
des Emulsionspolymeren bei 20°C für 4 Stunden
in einer 200fachen Menge an THF gelagert. Hierdurch quillt die Probe
auf. Die so gequollene Probe wird von dem überstehenden
Lösungsmittel getrennt. Anschließend wird das
Lösungsmittel aus der Probe entfernt. Beispielsweise kann
ein Großteil des Lösungsmittels bei Raumtemperatur
(20°C) verdampft werden. Lösungsmittelreste können
im Trockenschrank (140°C) entfernt werden, wobei dies im
Allgemeinen innerhalb von 1 Stunde gelingt. Aus dem Gewicht des
durch die Probe aufgenommenen Lösungsmittels und dem Gewicht
der trocknen Probe ergibt sich die Quellung. Darüber hinaus
ergibt sich durch die Differenz des Gewichts der Probe vor dem Quellungsexperiment
und dem Gewicht der getrockneten Probe nach dem Quellungsexperiment
der lösliche Anteil des Emulsionspolymeren.
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Der
Teilchenradius der Emulsionspolymere beträgt mindestens
50 nm. Vorzugsweise liegt der Radius der Teilchen im Bereich von
60 nm bis 500 nm, besonders bevorzugt 70 bis 150 nm und ganz besonders
bevorzugt 75 bis 100 nm. Der Radius der Teilchen kann durch PCS
(Photon Correlation Spektroscopy) bestimmt werden, wobei sich die
angegebenen Daten auf den d50-Wert beziehen (50% der Teilchen sind
kleiner, 50% sind größer). Hierzu kann beispielsweise
ein Beckman Coulter N5 Submicron Particle Size Analyzer eingesetzt werden.
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Die
Glasübergangstemperatur des (Meth)acrylat-Segments liegt
vorzugsweise im Bereich von –30°C bis 70°C
besonders bevorzugt im Bereich von –20 bis 40°C
und ganz besonders bevorzugt im Bereich von 0 bis 25°C.
Die Glasüber gangstemperatur kann über die Art
und den Anteil der zur Herstellung des (Meth)acrylat-Segments verwendeten
Monomere beeinflusst werden. Dabei kann die Glasübergangstemperatur
Tg des Polymerisates in bekannter Weise mittels Differential Scanning
Calorimetry (DSC) ermittelt werden. Weiterhin kann die Glasübergangstemperatur
Tg auch mittels der Fox-Gleichung näherungsweise voraus
berechnet werden. Nach
Fox T. G., Bull. Am. Physics Soc.
1, 3, Seite 123 (1956) gilt:
wobei x
n für
den Massebruch (Gew.-%/100) des Monomeren n steht und Tg
n die Glasübergangstemperatur in Kelvin
des Homopolymeren des Monomeren n bezeichnet. Weitere hilfreiche
Hinweise kann der Fachmann dem Polymer
Handbook 2nd Edition,
J. Wiley & Sons,
New York (1975) entnehmen, welche Tg-Werte für
die geläufigsten Homopolymerisate angibt.
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Die
Architektur des Emulsionspolymeren bzw. des (Meth)acrylat-Segments
ist für viele Anwendungen und Eigenschaften nicht kritisch.
Dementsprechend können die Emulsionspolymere bzw. die (Meth)acrylat-Segmente
statistische Copolymere, Gradienten-Copolymere, Blockcopolymere
und/oder Pfropfcopolymere darstellen. Blockcopolymere bzw. Gradienten-Copolymere
kann man beispielsweise dadurch erhalten, dass man die Monomerenzusammensetzung
während des Kettenwachstums diskontinuierlich verändert.
Gemäß einem bevorzugten Aspekt der vorliegenden
Erfindung ist das Emulsionspolymer ein statistisches Copolymer,
bei welchem die Monomerzusammensetzung über die Polymerisation
im Wesentlichen konstant ist. Da die Monomere jedoch unterschiedliche
Copolymerisationsparameter aufweisen können, kann die genaue
Zusammensetzung über die Polymerkette des Emulsionspolymers
bzw. des (Meth)acrylat-Segments schwanken.
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Das
Emulsionspolymer kann ein homogenes Polymer darstellen, welches
beispielsweise in einer wässrigen Dispersion Teilchen mit
einer gleich bleibenden Zusammensetzung bildet. In diesem Fall kann
das Emulsionspolymer aus einem oder mehrere (Meth)acrylat-Segmenten
bestehen, die 1 bis 30 Gew.-% Einheiten, die von (Meth)acrylaten
abgeleitet sind, die im Alkylrest mindestens eine Doppelbindung
und 8 bis 40 Kohlenstoffatome aufweisen, 0,1 bis 10 Gew.-% Einheiten,
die von Säuregruppen-haltigen Monomeren abgeleitet sind,
und 50 bis 98,9 Gew.-% Einheiten, die von (Meth)acrylaten mit 1
bis 6 Kohlenstoffatomen im Alkylrest abgeleitet sind, bezogen auf
das Gewicht des (Meth)acrylat-Segments, umfassen.
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Gemäß einer
weiteren Ausführungsform kann das Emulsionspolymer ein
Kern-Schale-Polymer darstellen, welches eine, zwei, drei oder mehr
Schalen aufweisen kann. Hierbei bildet das (Meth)acrylat-Segment vorzugsweise
die äußerste Schale des Kern-Schale-Polymers.
Die Schale kann über kovalente Bindungen mit dem Kern oder
den inneren Schalen verbunden sein. Weiterhin kann die Schale auch
auf den Kern oder eine innere Schale polymerisiert werden. In dieser
Ausführungsform können die (Meth)acrylat-Segmente
vielfach durch geeignete Lösungsmittel vom Kern getrennt
und isoliert werden.
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Vorzugsweise
kann das Gewichtsverhältnis von (Meth)acrylat-Segment zu
Kern im Bereich von 2:1 bis 1:6, besonders bevorzugt 1:1 bis 1:3
liegen.
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Der
Kern kann vorzugsweise aus Polymeren gebildet werden, die 50 bis
100 Gew.-%, vorzugsweise 60 bis 90 Gew.-% Einheiten umfasst, die
von (Meth)acrylaten abgeleitet sind. Bevorzugt sind hierbei Ester
der (Meth)acrylsäure, deren Alkoholrest vorzugsweise 1
bis 30 Kohlenstoffatome, besonders bevorzugt 1 bis 20 Kohlenstoffatome
und ganz besonders bevorzugt 1 bis 10 Kohlenstoffatome umfasst.
Hierzu gehören insbesondere (Meth)acrylate, die sich von
gesättigten Alkoholen ableiten, wie Methyl(meth)acrylat, Ethyl(meth)acrylat,
n-Propyl(meth)acrylat, iso-Propyl(meth)acrylat, n-Butyl(meth)acrylat,
tert.-Butyl(meth)acrylat und Pentyl(meth)acrylat, Hexyl(meth)acrylat.
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Gemäß einer
besonderen Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung kann zur Herstellung
des Kerns eine Mischung eingesetzt werden, die Methacrylate und
Acrylate umfasst. So können insbesondere Mischungen von
Methylmethacrylat und Acrylaten mit 2 bis 6 Kohlenstoffen, wie Ethylacrylat,
Butylacrylat und Hexylacrylat verwendet werden.
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Darüber
hinaus können die Polymere des Kerns die zuvor dargelegten
Comonomere umfassen. Gemäß einer bevorzugten Abwandlung
kann der Kern vernetzt sein. Diese Vernetzung kann durch die Verwendung
von Monomeren mit zwei, drei oder mehr radikalisch polymerisierbaren
Doppelbindungen erzielt werden.
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Die
das (Meth)acrylat-Segment aufweisende Schale eines Emulsionspolymeren
der vorliegenden Erfindung kann bevorzugt 15 bis 28 Gew.-% Einheiten
umfasst, die von (Meth)acrylaten abgeleitet sind, die im Alkylrest
mindestens eine Doppelbindung und 8 bis 40 Kohlenstoffatome aufweisen.
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Gemäß einem
besonderen Aspekt kann der Kern vorzugsweise eine Glasübergangstemperatur
im Bereich von –30 bis 200°C, besonders bevorzugt
im Bereich von –20 bis 150°C aufweisen. Die Schale,
die vorzugsweise durch das (Meth)acrylat-Segment des erfindungsgemäßen
Emulsionspolymers gebildet wird, kann vorzugsweise eine Glasübergangstemperatur
im Bereich von –30°C bis 70°C besonders
bevorzugt im Bereich von –20 bis 40°C und ganz
besonders bevorzugt im Bereich von 0 bis 25°C aufweisen.
Gemäß einem besonde ren Aspekt der vorliegenden
Erfindung kann die Glasübergangstemperatur des Kerns größer
sein als die Glasübergangstemperatur der Schale. Zweckmäßig
kann die Glasübergangstemperatur des Kerns mindestens 10°C,
bevorzugt mindestens 20°C oberhalb der Glasübergangstemperatur
der Schale liegen.
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Die
Iodzahl der erfindungsgemäßen Emulsionspolymere
liegt vorzugsweise im Bereich von 1 bis 150 g Iod pro 100 g Emulsionspolymer,
besonders bevorzugt im Bereich von 2 bis 100 g Iod pro 100 g Emulsionspolymer
und ganz besonders bevorzugt 5 bis 40 g Iod pro 100 g Emulsionspolymer,
gemessen gemäß DIN 53241-1. Die
Iodzahl kann insbesondere anhand einer erfindungsgemäßen
Dispersion gemessen werden.
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Zweckmäßig
kann das Emulsionspolymere eine Säurezahl im Bereich von
0,1 bis 40 mg KOH/g, bevorzugt 1 bis 20 mg KOH/g und ganz besonders
bevorzugt im Bereich von 2 bis 10 mg KOH/g aufweisen. Die Säurezahl
kann gemäß DIN EN ISO 2114 anhand
einer Dispersion bestimmt werden.
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Die
Hydroxyzahl des Emulsionspolymeren kann vorzugsweise im Bereich
von 0 bis 200 mg KOH/g, besonders bevorzugt 1 bis 100 mg KOH/g und
ganz besonders bevorzugt im Bereich von 3 bis 50 mg KOH/g liegen.
Die Hydroxyzahl kann gemäß ASTM E222 anhand einer
Dispersion bestimmt werden.
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Die
erfindungsgemäßen Emulsionspolymere können
durch bekannte Verfahren der Emulsionspolymerisation erhalten werden,
die unter anderem in Ullmann's Encyclopedia of Industrial
Chemistry, Fifth Edition dargelegt sind. Im Allgemeinen
wird hierfür eine wässrige Phase hergestellt,
die neben Wasser übliche Additive, insbesondere Emulgatoren
und Schutzkolloide zur Stabilisierung der Emulsion umfassen kann.
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Zu
dieser wässrigen Phase werden anschließend Monomere
hinzugegeben und in der wässrigen Phase polymerisiert.
Bei Herstellung homogener Polymerteilchen kann hierbei eine Monomermischung über
ein Zeitintervall kontinuierlich oder chargenweise zugegeben werden.
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Das
Dispergieren der Monomer-haltigen Phase in der wässrigen
Phase kann mit bekannten Mitteln erfolgen. Hierzu gehören
insbesondere mechanische Verfahren sowie die Anwendung von Ultraschall.
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Die
Monomermischung zur Herstellung der erfindungsgemäßen
Emulsionspolymere umfasst vorzugsweise
1 bis 30 Gew.-% (Meth)acrylate,
die im Alkylrest mindestens eine Doppelbindung und 8 bis 40 Kohlenstoffatome
aufweisen,
0,1 bis 10 Gew.-% Säuregruppen-haltige
Monomere und
50 bis 98,9 Gew.-% (Meth)acrylate mit 1 bis 6
Kohlenstoffen im Alkylrest.
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Besonders
bevorzugt weist die Monomermischung 1 bis 5 Gew.-% Säuregruppen-haltige
Monomere auf.
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Bei
der Herstellung von homogenen Emulsionspolymerisaten kann vorzugsweise
eine Monomermischung eingesetzt werden, die 10 bis 20 Gew.-% (Meth)acrylate,
die im Alkylrest mindestens eine Doppelbindung und 8 bis 40 Kohlenstoffatome
aufweisen, umfasst.
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Bei
Herstellung von Kern-Schale-Polymeren kann die Zusammensetzung der
Monomermischung schrittweise geändert werden, wobei vor Änderung
der Zusammensetzung die Polymerisation vorzugsweise bis zu einem
Umsatz von mindestens 80 Gew.-%, besonders bevorzugt mindestens
95 Gew.-%, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht der eingesetzten
Monomermischung, polymerisiert wird. Die Verfolgung des Reaktionsfortschrittes
der Polymerisation in jeden Schritt kann auf bekannte Weise, beispielsweise
gravimetrisch oder mittels Gaschromatographie erfolgen.
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Die
Monomermischung zur Herstellung des Kerns umfasst vorzugsweise 50
bis 100 Gew.-% (Meth)acrylate, wobei besonders bevorzugt eine Mischung
von Acrylaten und Methacrylaten eingesetzt wird. Nach der Herstellung
des Kerns kann auf diesen vorzugsweise eine Monomermischung aufgepfropft
oder auf den Kern polymerisiert werden, die 15 bis 28 Gew.-% (Meth)acrylate,
die im Alkylrest mindestens eine Doppelbindung und 8 bis 40 Kohlenstoffatome
aufweisen, umfasst.
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Die
Emulsionspolymerisation wird vorzugsweise bei einer Temperatur im
Bereich von 0 bis 120°C, besonders bevorzugt im Bereich
von 30 bis 100°C durchgeführt. Dabei haben sich
Polymersiationstemperaturen im Bereich von größer
60 bis kleiner 90°C, zweckmäßigerweise
im Bereich von größer 70 bis kleiner 85°C, vorzugsweise
im Bereich von größer 75 bis kleiner 85°C,
als ganz besonders günstig erwiesen.
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Die
Initiierung der Polymerisation erfolgt mit den für die
Emulsionspolymerisation gebräuchlichen Initiatoren. Geeignete
organische Initiatoren sind beispielsweise Hydroperoxide, wie tert.-Butyl-Hydroperoxid oder
Cumolhydroperoxid. Geeignete anorganische Initiatoren sind Wasserstoffperoxid
sowie die Alkalimetall- und die Ammoniumsalze der Peroxodischwefelsäure,
insbesondere Ammonium, Natrium- und Kaliumperoxodisulfat. Geeignete
Redox-Initiatorsysteme sind beispielsweise Kombinationen von tertiären
Aminen mit Peroxiden oder Natriumdisulfit und Alkalimetall- und
die Ammoniumsalze der Peroxodischwefelsäure, insbesondere
Natrium- und Kaliumperoxodisulfat. Weitere Details können
der Fachliteratur, insbesondere
H. Rauch-Puntigam, Th. Völker,
"Acryl- und Methacrylverbindungen", Springer, Heidelberg, 1967 oder
Kirk-Othmer,
Encyclopedia of Chemical Technology, Vol. 1, Seiten 386ff, J. Wiley,
New York, 1978 entnommen werden. Im Rahmen der vorliegenden
Erfindung ist der Einsatz von organischen und/oder anorganischen
Initiatoren besonders bevorzugt.
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Die
genannten Initiatoren können sowohl einzeln als auch in
Mischung verwendet werden. Sie werden vorzugsweise in einer Menge
von 0,05 bis 3,0 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Monomere
der jeweiligen Stufe, eingesetzt. Man kann auch bevorzugt die Polymerisation
mit einem Gemisch verschiedener Polymerisationsinitiatoren unterschiedlicher
Halbwertzeit durchführen, um den Radikalstrom im Verlauf
der Polymerisation sowie bei verschiedenen Polymerisationstemperaturen
konstant zu halten.
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Die
Stabilisierung des Ansatzes erfolgt vorzugsweise mittels Emulgatoren
und/oder Schutzkolloiden. Bevorzugt wird die Emulsion durch Emulgatoren
stabilisiert, um eine niedrige Dispersionsviskosität zu
erhalten. Die Gesamtmenge an Emulgator beträgt vorzugsweise
0,1 bis 15 Gew.-%, insbesondere 1 bis 10 Gew.-% und besonders bevorzugt
2 bis 5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der eingesetzten Monomere.
Gemäß einem besonderen Aspekt der vorliegenden
Erfindung kann ein Teil der Emulgatoren während der Polymerisation
zugegeben werden.
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Besonders
geeignete Emulgatoren sind an ionische oder nichtionische Emulgatoren
oder deren Mischungen, insbesondere
- – Alkylsulfate,
vorzugsweise solche mit 8 bis 18 Kohlenstoffatomen im Alkylrest,
Alkyl- und Alkylarylethersulfate mit 8 bis 18 Kohlenstoffatomen
im Alkylrest und 1 bis 50 Ethylenoxideinheiten;
- – Sulfonate, vorzugsweise Alkylsulfonate mit 8 bis
18 Kohlenstoffatomen im Alkylrest, Alkylarylsulfonate mit 8 bis
18 Kohlenstoffatomen im Alkylrest, Ester und Halbester der Sulfobernsteinsäure
mit einwertigen Alkoholen oder Alkylphenolen mit 4 bis 15 Kohlenstoffatomen
im Alkylrest; gegebenenfalls können diese Alkohole oder
Alkylphenole auch mit 1 bis 40 Ethylenoxideinheiten ethoxyliert
sein;
- – Phosphorsäureteilester und deren Alkali-
und Ammoniumsalze, vorzugsweise Alkyl- und Alkylarylphosphate mit
8 bis 20 Kohlenstoffatomen im Alkyl- bzw. Alkylarylrest und 1 bis
5 Ethylenoxideinheiten;
- – Alkylpolyglykolether, vorzugsweise mit 8 bis 20 Kohlenstoffatomen
im Alkylrest und 8 bis 40 Ethylenoxideinheiten;
- – Alkylarylpolyglykolether, vorzugsweise mit 8 bis
20 Kohlenstoffatomen im Alkyl- bzw. Alkylarylrest und 8 bis 40 Ethylenoxideinheiten;
- – Ethylenoxid/Propylenoxid-Copolymere, vorzugsweise
Blockcopolymere, günstigerweise mit 8 bis 40 Ethylenoxid-
bzw. Propylenoxideinheiten.
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Zu
den besonders bevorzugten anionische Emulgatoren zählen
insbesondere Fettalkoholethersulfate, Diisooctylsulfosuccinat, Laurylsulfat,
C15-Paraffinsulfonat, wobei diese Verbindungen im Allgemeinen als
Alkalimetallsalz, insbesondere als Natriumsalz eingesetzt werden
können. Diese Verbindungen können insbesondere
unter den Handelsbezeichnungen Disponil® FES
32, Aerosol® OT 75, Texapon® K1296 und Statexan® K1
von den Firmen Cognis GmbH, Cytec Industries, Inc. und Bayer AG
kommerziell erhalten werden.
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Zweckmäßige
nichtionische Emulgatoren sind unter anderem tert-Octylphenolethoxylat
mit 30 Ethylenoxideinheiten und Fettalkoholpolyethylenglykolether,
die bevorzugt 8 bis 20 Kohlenstoffatome im Alkylrest und 8 bis 40
Ethylenoxideinheiten aufweisen. Diese Emulgatoren sind unter den
Handelsbe zeichnungen Triton® X
305 (Fluka), Tergitol® 15-S-7 (Sigma-Aldrich
Co.), Marlipal® 1618/25 (Sasol
Germany) und Marlipal® O 13/400
(Sasol Germany) kommerziell erhältlich.
-
Bevorzugt
können Gemische aus anionischem Emulgator und nichtionischen
Emulgator eingesetzt werden. Zweckmäßig kann das
Gewichtsverhältnis von anionischem Emulgator zu nichtionischem
Emulgator im Bereich von 20:1 bis 1:20, bevorzugt 2:1 bis 1:10 und
besonders bevorzugt 1:1 bis 1:5 liegen. Dabei haben sich Gemische,
die ein Sulfat, insbesondere ein Fettalkoholethersulfat, ein Laurylsulfat,
oder ein Sulfonat, insbesondere ein Diisooctylsulfosuccinat oder
ein Paraffinsulfonat als anionischen Emulgator und ein Alkylphenolethoxylat
oder ein Fettalkoholpolyethylenglykolether, die jeweils bevorzugt
8 bis 20 Kohlenstoffatome im Alkylrest und 8 bis 40 Ethylenoxideinheiten
aufweisen, als nichtionischem Emulgator ganz besonders bewährt.
-
Gegebenenfalls
können die Emulgatoren auch in Mischung mit Schutzkolloiden
eingesetzt werden. Geeignete Schutzkolloide umfassen u. a. teilverseifte
Polyvinylacetate, Polyvinylpyrrolidone, Carboxymethyl-, Methyl-,
Hydroxyethyl-, Hydroxypropyl-Cellulose, Stärken, Proteine,
Poly(meth)acrylsäure, Poly(meth)acrylamid, Polyvinylsulfonsäuren,
Melaminformaldehydsulfonate, Naphthalinformaldehydsulfonate, Styrol-Maleinsäure-
und Vinylethermaleinsäure-Copolymere. Falls Schutzkolloide
eingesetzt werden, erfolgt dies vorzugsweise in einer Menge von
0,01 bis 1,0 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Monomere. Die
Schutzkolloide können vor dem Start der Polymerisation
vorgelegt oder zudosiert werden. Der Initiator kann vorgelegt oder
zudosiert werden. Weiterhin ist es auch möglich, einen
Teil des Initiators vorzulegen und den Rest zuzudosieren.
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Bevorzugt
wird die Polymerisation durch Erhitzen des Ansatzes auf die Polymerisationstemperatur und
Zudosierung des Initiators, vorzugsweise in wässriger Lösung,
gestartet. Die Dosierungen von Emulgator und Monomeren können
separat durchgeführt werden oder als Gemisch. Bei der Zudosierung
von Gemischen aus Emulgator und Monomer wird so vorgegangen, dass
Emulgator und Monomer in einem dem Polymerisationsreaktor vorgeschalteten
Mischer vorgemischt werden. Bevorzugt werden die Reste an Emulgator
und an Monomer, welche nicht vorgelegt wurden, nach dem Start der
Polymerisation getrennt voneinander zudosiert. Vorzugsweise kann
mit der Dosierung 15 bis 35 Minuten nach dem Start der Polymerisation
begonnen werden.
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Emulsionspolymere
mit einem hohen Anteil an unlöslichen Polymeren können
auf die zuvor dargelegte Weise erhalten werden, wobei die Reaktionsparameter,
um ein hohes Molekulargewicht zu erhalten, bekannt sind. So kann
hierbei insbesondere auf die Verwendung von Molekulargewichtsreglern
verzichtet werden.
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Die
Einstellung der Teilchenradien kann unter anderem über
den Anteil an Emulgatoren beeinflusst werden. Je höher
dieser Anteil, insbesondere zu Beginn der Polymerisation, desto
kleinere Partikel werden erhalten.
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Die
wässrigen Dispersionen, die durch das erfindungsgemäße
Verfahren erhalten werden, können als Beschichtungsmittel
eingesetzt werden. Dementsprechend sind wässrige Dispersionen
ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung. Bevorzugt weisen
die wässrigen Dispersionen einen Feststoffgehalt im Bereich
von 10 bis 70 Gew.-%, besonders bevorzugt 20 bis 60 Gew.-% auf.
Zweckmäßig kann die Dispersion eine dynamische
Viskosität im Bereich von 0,1 bis 180 mPas, bevorzugt 1
bis 80 mPas und ganz besonders bevorzugt 5 bis 20 mPas aufweisen,
gemessen gemäß DIN EN ISO 2555 bei
25°C (Brookfield).
-
Weiterhin
können die erfindungsgemäßen wässrigen
Dispersionen auf bekannte Weise mit Additiven oder weiteren Komponenten
versehen werden, um die Eigenschaften des Beschichtungsmittels an
spezifische Anforderungen anzupassen. Zu diesen Zusatzstoffen gehören
insbesondere Trocknungshilfsmittel, so genannte Sikkative, Fließverbesserer,
Pigmente und Farbstoffe.
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Vorzugsweise
weisen die erfindungsgemäßen Beschichtungsmittel
eine Mindest-Filmbildungs-Temperatur von höchstens 50°C,
besonders bevorzugt höchstens 35°C und ganz besonders
bevorzugt höchstens 25°C auf, die gemäß DIN
ISO 2115 gemessen werden kann.
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Besonders
bevorzugt können Sikkative den wässrigen Dispersionen
hinzugefügt werden. Hierzu gehören insbesondere
organometallische Verbindungen, beispielsweise Metallseifen von Übergangsmetallen, wie
beispielsweise Cobalt, Mangan, Blei, Zirkonium; Alkali- oder Erdalkalimetallen,
wie beispielsweise Lithium, Kalium und Calcium. Exemplarisch sei
beispielsweise Cobaltnaphthalat und Cobaltacetat erwähnt.
Die Sikkative können einzeln oder als Mischung eingesetzt
werden, wobei insbesondere Mischungen, die Cobalt-, Zirkonium- und
Lithiumsalze enthalten, besonders bevorzugt sind.
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Die
wässrigen Dispersionen der vorliegenden Erfindung können
insbesondere als Beschichtungsmittel oder als Zusatzstoff für
eingesetzt werden. Hierzu gehören insbesondere Lacke, Imprägniermittel,
Klebstoffe und/oder Grundierungen. Besonders bevorzugt können
die wässrigen Dispersionen zur Herstellung von Lacken oder
Imprägniermitteln für Anwendungen auf Holz und/oder
Metall dienen.
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Die
aus den erfindungsgemäßen Beschichtungsmitteln
erhältlichen Beschichtungen zeigen eine hohe Lösungsmittelbeständigkeit,
wobei insbesondere nur geringe Anteile durch Lösungsmittel
aus der Beschichtung gelöst werden. Bevorzugte Beschichtungen
zeigen insbesondere gegenüber Methylisobutylketon (MIBK) eine
hohe Beständigkeit. So beträgt der Gewichtsverlust
nach einer Behandlung mit MIBK vorzugsweise höchstens 50
Gew.-%, bevorzugt höchstens 35 Gew.-%. Die Aufnahme an
MIBK beträgt vorzugsweise höchstens 300 Gew.-%,
besonders bevorzugt höchstens 250 Gew.-%, bezogen auf das
Gewicht der Beschichtung. Diese Werte werden bei einer Temperatur
von ca. 25°C und einer Einwirkzeit von mindestens 4 Stunden
gemessen, wobei eine vollständig getrocknete Beschichtung
vermessen wird. Hierbei findet die Trocknung in Gegenwart von Sauerstoff,
beispielsweise Luft statt, um eine Vernetzung zu ermöglichen.
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Die
Beschichtungen, die aus den erfindungsgemäßen
Beschichtungsmittel erhalten werden, zeigen eine hohe mechanische
Beständigkeit. Bevorzugt beträgt die Pendelhärte
mindestens 20 s, vorzugsweise mindestens 25 s, gemessen gemäß DIN
ISO 1522.
-
Nachfolgend
soll die vorliegende Erfindung anhand eines Beispiels und Vergleichsbeispielen
näher erläutert werden, ohne dass hierdurch eine
Beschränkung erfolgen soll.
-
Beispiel 1
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Zunächst
wurden in einem 2 l PE-Becherglas 172 g Butylacrylat (BA), 128 g
Methylmethacrylat (MMA), 80 g Methacryloyloxy-2-hydroxypropyllinolsäureester,
20 g Methacrylsäure (MAS), 1,2 g Ammoniumperoxodisulfat (APS),
12,0 g Disponil FES 32 (30%ig) und 359,18 g Wasser mittels Ultra-Turrax
3 Minuten bei 4000 UpM emulgiert. Der Methacryloyloxy-2-hydroxypropyl-linolsäureester
wurde durch Reaktion von Linolsäure mit Glycidylmethacrylat
erhalten.
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In
einem 2 l Glasreaktor, der mit einem Wasserbad temperiert werden
konnte und mit einem Blattrührer ausgestattet war, wurden
230 g Wasser und 0,3 g Disponil FES 32 (30%ig) vorgelegt, auf 80°C
erhitzt und mit 0,3 g Ammoniumperoxodisulfat (APS) gelöst
in 10 g Wasser versetzt. 5 Minuten nach der APS-Zugabe wurde hierzu
die zuvor hergestellte Emulsion innerhalb 240 Minuten (Intervall:
3 Minuten Zulauf, 4 Minuten Pause, 237 Minuten Restzulauf) zudosiert.
-
Nach
Zulaufende wurde 1 Std. bei 80°C nachgerührt.
Danach wurde auf Raumtemperatur abgekühlt und die Dispersion über
VA-Siebgewebe mit 0,09 mm Maschenweite abfiltriert.
-
Die
hergestellte Emulsion hatte einen Feststoffgehalt von 40 ± 1%,
einen pH-Wert von 2,6, eine Viskosität von 15 m Pas und
einen rN5-Wert von 83 nm.
-
Anschließend
wurde die Quellung des Emulsionspolymeren in THF sowie der hierin
lösliche Anteil bestimmt. Hierzu wurde eine Probe des Emulsionspolymeren
unter Vakuum bei 20°C getrocknet. Die getrocknete Probe
hatte ein Gewicht von 0,462 g. Diese Probe wurde 4 Stunden in 150
ml THF gelagert, wonach die gequollene Probe über ein Siebgewebe
(Maschenweite 0,09 mm) abgetrennt wurde. Die gequollene Probe wog 5,795
g und wurde zunächst bei Raumtemperatur und anschließend
im Trockenschrank getrocknet. Die getrocknete Probe wog 0,332 g.
Hieraus ergibt sich ein löslicher Anteil von (0,462 – 0,332)/0,462·100
= 28,1%. Die Quellung betrug (5,975 – 0,332)/0,332·100
= 1645%.
-
Die
Eigenschaften des so erhaltenen Beschichtungsmittels wurden anhand
von unterschiedlichen Verfahren untersucht. Hierzu wurden an getrockneten
Filmen wurden Versuche zur Lösungsmittelbeständigkeit, der
Wasseraufnahme und der Härte durchgeführt.
-
Die
Bestimmung der Lösungsmittelbeständigkeit erfolgte
unter Verwendung von Methylisobutylketon (MIBK), wobei eine Probe
mit MIBK bei Raumtemperatur 4 Stunden gequollen wurde. Anschließend
wurde die Probe aus dem Lösungsmittel genommen und überschüssiges
Lösungsmittel entfernt. Anschließend wurde die
Probe 1 Stunde bei ca. 140°C getrocknet. Aus dem Gewichtsverlust
errechnet sich der durch das Lösungsmittel entfernte Anteil
der Probe.
-
Zur
Bestimmung der Wasseraufnahme kann ein Probekörper aus
unbehandeltem massivem Kiefernholz (Maße: 45–50
mm × 45–50 mm × 17 mm) eingesetzt werden.
Der Probekörper wurde mit einer Lackschicht versehen und
bei Raumtemperatur in Wasser gegeben, so dass nur die beschichtete
Fläche in Kontakt mit Wasser stand. Aus der Gewichtszunahme
des Probekörpers errechnet sich die Wasseraufnahme.
-
Die
Härte der Beschichtung, die üblich ein Maß für
die Kratzfestigkeit darstellt, wurde mit dem Bleistifthärtetest
und mit dem Pendeltest untersucht.
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Die
erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgeführt.
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Zum
Vergleich wurden kommerziell erhältlich Alkyd-Harze untersucht,
wobei als Vergleichsbeispiel 1 ein kommerziell von der Fa. Worlée
unter der Bezeichnung E150W erhältliches Alkyd-Harz und
als Vergleichsbeispiel 2 Xyladecor untersucht wurde, welches von
der Firma ICI kommerziell vertrieben wird. Die erhaltenen Ergebnisse
sind in Tabelle 1 dargelegt.
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Vergleichsbeispiel 3
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Zunächst
wurden in einem 2 l PE-Becherglas 216 g Butylacrylat (BA), 180 g
Methylmethacrylat (MMA), 4 g Methacrylsäure (MAS), 1,2
g Ammoniumperoxodisulfat (APS), 12,0 g Disponil FES 32 (30%ig) und
359,18 g Wasser mittels Ultra-Turrax 3 Minuten bei 4000 UpM emulgiert.
-
In
einem 2 l Glasreaktor, der mit einem Wasserbad temperiert werden
konnte und mit einem Blattrührer ausgestattet war, wurden
230 g Wasser und 0,3 g Disponil FES 32 (30%ig) vorgelegt, auf 80°C
erhitzt und mit 0,3 g Ammoniumperoxodisulfat (APS) gelöst
in 10 g Wasser versetzt. 5 Minuten nach der APS-Zugabe wurde hierzu
die zuvor hergestellte Emulsion innerhalb 240 Minuten (Intervall:
3 Minuten Zulauf, 4 Minuten Pause, 237 Minuten Restzulauf) zudosiert.
-
Nach
Zulaufende wurde 1 Std. bei 80°C nachgerührt.
Danach wurde auf Raumtemperatur abgekühlt und die Dispersion über
VA-Siebgewebe mit 0,09 mm Maschenweite abfiltriert.
-
An
getrockneten Filmen wurden Versuche zur Lösungsmittelbeständigkeit,
der Wasseraufnahme und der Kratzfestigkeit durchgeführt. Tabelle 1: Ergebnisse der Eigenschaftsuntersuchungen
| | Beispiel
1 | Vergleichsbeispiel 1 | Vergleichsbeispiel 2 | Vergleichsbeispiel 3 |
| Pendelhärte
[s] | 14 | 13,3 | 12,6 | 7 |
| Bleistifthärte | 3H | < 6B | B | - |
| Gewichtsverlust
in MIBK [%] | 11,7 | 47,7 | 23,5 | gelöst |
| Gewichtsverlust
in Ethanol [%] | 14,7 | - | 24,0 | 6,3 |
| Wasseraufnahme nach
24 h (Blindwert 38,7%) | 22,2% | 45,5% | 25,2% | - |
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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