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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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1. Gebiet der Erfindung
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Die Erfindung betrifft eine Fahrzeugseitenairbagvorrichtung.
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2. Beschreibung des Stands der Technik
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Die Veröffentlichung der
japanischen Patentanmeldung Nr. 2004-291845 (
JP-A-2004-291845 ) beschreibt eine Fahrzeugseitenairbagvorrichtung, bei welcher die Dicke des Abschnitts des Seitenairbags, der entfaltet wird, um den Teil des Körpers eines Insassen von seiner oder ihrer Schulter oder einem Bereich in deren Nähe bis zu seinem oder ihrem Bauch bzw. Unterleib oder einem Bereich in dessen Nähe zu bedecken, kleiner als die Dicke des Abschnitts des Seitenairbags ist, der entfaltet wird, um die Schulter des Insassen oder einen Bereich in deren Nähe zu bedecken.
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Diese Fahrzeugseitenairbagvorrichtung wirft jedoch das nachstehende Problem auf. Da das Schlüsselbein eines Menschen von dem Brustbein zu der Schulter (der Scapula bzw. dem Schulterblatt) geneigt ist bzw. schräg steht, besteht eine Möglichkeit, dass die Schulter des Insassen P sich bei Kontakt mit dem Seitenairbag 3 gemäß der Darstellung in 9 nach oben bewegen würde. Wenn sich die Schulter des Insassen P nach oben bewegt, bewegt sich der Seitenairbag 3 im Gegenzug nach unten (der Seitenairbag 3 bewegt sich dahin, wo der Zwischenraum zwischen dem Insassen P und der Tür D in der seitlichen Richtung des Fahrzeugs groß ist), und daher kann es sein, dass der Seitenairbag 3 die Schulter des Insassen P nicht ausreichend zurückhalten kann.
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Eine Seitenairbagvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 der vorliegenden Erfindung ist aus den Druckschriften
DE 60 2004 009 116 T2 und
EP 1 657 123 A2 bekannt. Ferner ist ein Seitenairbag gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 15 der vorliegenden Erfindung aus der Druckschrift
EP 1 829 755 A1 bekannt. In der Druckschrift
DE 698 22 599 T2 sind eine Struktur und ein Verfahren zum Zusammenfalten eines Luftsacks mit einer im Wesentlichen L-förmigen Konfiguration im entfalteten Zustand offenbart. Dieser Luftsack weist einen Brustschutzabschnitt und einen Kopfschutzabschnitt auf.
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KURZFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die Erfindung stellt eine Fahrzeugseitenairbagvorrichtung bereit, welche sicherstellt, dass die Schulter des Insassen durch den Seitenairbag auf stabile Weise zurückgehalten wird.
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Der erste Gesichtspunkt der Erfindung betrifft eine Fahrzeugseitenairbagvorrichtung mit einem Seitenairbag, der in einer Rücklehne eines Sitzes eines Fahrzeuges montiert ist, und einem Gasgenerator, der dem Seitenairbag Gas zuführt, wobei das obere Ende des Seitenairbags höher als eine Schulter des Insassen gelegen ist und dessen unteres Ende tiefer als die Schulter und tiefer als ein Brustkorb des Insassen gelegen ist, wenn sich der Seitenairbag in einem entfalteten Zustand befindet, und der Seitenairbag einen Bereich bedeckt, der sich von der Schulter bis zum Brustkorb des Insassen erstreckt. Bei dieser Seitenairbagvorrichtung weist der Seitenairbag einen konkaven Abschnitt auf, der an einer der Schulter des Insassen in der Hoch-tief-Richtung des Fahrzeugs entsprechenden Position vorgesehen ist und der in der seitlichen Richtung des Fahrzeugs dünner als andere Abschnitte des Seitenairbags ist, wobei ein oberer Abschnitt des Seitenairbags, der sich oberhalb der der Schulter des Insassen entsprechenden Position befindet, wenn sich der Seitenairbag in dem entfalteten Zustand befindet, in der Längsrichtung des Fahrzeugs länger ist als ein unterer Abschnitt des Seitenairbags, der sich unterhalb der der Schulter des Insassen entsprechenden Position befindet, wenn sich der Seitenairbag in dem entfalteten Zustand befindet. Das obere Ende des Seitenairbags ist unterhalb des oberen Endes des Kopfes des Insassen angeordnet, wenn sich der Seitenairbag in einem entfalteten Zustand befindet. Eine Seitenform des entfalteten Seitenairbags ist dreieckig oder im Wesentlichen dreieckig, wobei dessen Ausdehnung in Fahrzeuglängsrichtung von der oberen zur unteren Seite kontinuierlich abnimmt. Ferner ist der obere Abschnitt so ausgebildet, dass er bei Entfaltung des Seitenairbags vor dem unteren Abschnitt entfaltet wird. Der untere Abschnitt wird entfaltet, indem er durch die Entfaltungskraft des oberen Abschnitts nach oben gezogen wird, wenn der obere Abschnitt des Seitenairbags entfaltet wird, und wenn während eines Seitenaufpralls des Fahrzeuges die Schulter des Insassen den konkaven Abschnitt und einen Abschnitt des Seitenairbags um den konkaven Abschnitt von der frühen Phase bis zur späten Phase des Seitenaufpralls berührt, wird der konkave Abschnitt und der Abschnitt des Seitenairbags um den konkaven Abschnitt des Seitenairbags die Schulter von oben her stützen.
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Da gemäß dieser Fahrzeugseitenairbagvorrichtung der konkave Abschnitt an der der Schulter des Insassen entsprechenden Position vorgesehen ist und der konkave Abschnitt dünner als andere Abschnitte des Seitenairbags ist und der obere Abschnitt des Seitenairbags so ausgebildet ist, dass er vor dem unteren Abschnitt des Seitenairbags entfaltet wird, kann die Schulter des Insassen, wenn sie sich in den konkaven Abschnitt und einen Bereich in dessen Nähe einschmiegt, von der oberen Seite des Fahrzeugs aus genau so gut wie von der äußeren Seite des Fahrzeugs in dessen seitlicher Richtung aus gestützt werden, und daher bewegt sich die Schulter des Insassen bei Kontakt mit dem Seitenairbag nicht nach oben. An und für sich stellt die vorstehend beschriebene Seitenairbagvorrichtung sicher, dass die Schulter des Insassen durch den Seitenairbag im Vergleich mit den Seitenairbagvorrichtungen nach dem Stand der Technik auf stabile Weise gestützt wird. Des Weiteren ist bei der vorstehend beschriebenen Seitenairbagvorrichtung der obere Abschnitt des Seitenairbags in der Längsrichtung des Fahrzeugs länger als der untere Abschnitt des Seitenairbags und ist der obere Abschnitt so ausgebildet, dass er vor dem unteren Abschnitt entfaltet wird. Wenn daher der obere Abschnitt entfaltet wird, wird der untere Abschnitt auch entfaltet, indem er durch die Entfaltungskraft des oberen Abschnitts nach oben gezogen wird. Somit kann der untere Abschnitt zwischen den Insassen und die Tür entfaltet werden, bevor dem unteren Abschnitt eine ausreichende Gasmenge zugeführt wird.
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Die vorstehend beschriebene Fahrzeugseitenairbagvorrichtung kann derart ausgebildet sein, dass der Seitenairbag zuerst in der Längsrichtung des Fahrzeugs und dann in der Hoch-tief-Richtung des Fahrzeugs gefaltet oder gerollt wird und dann in einer gegebenen Position eingebaut wird.
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Da ein Airbag in der umgekehrten Reihenfolge zu derjenigen, in welcher er gefaltet oder gerollt wurde, entfaltet wird, ermöglicht der vorstehende Aufbau, dass bei Entfaltung des Seitenairbags der obere Abschnitt des Seitenairbags vor dem unteren Abschnitt entfaltet wird.
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Des Weiteren kann die vorstehend beschriebene Fahrzeugseitenairbagvorrichtung so ausgebildet sein, dass der Gasgenerator einen Aufblasgasauslass aufweist, von welchem aus das Gas nach oben abgegeben wird.
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Dieser Aufbau ermöglicht es, dass der obere Abschnitt bei Entfaltung des Seitenairbags vor dem unteren Abschnitt entfaltet wird.
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Des Weiteren kann die vorstehend beschriebene Fahrzeugseitenairbagvorrichtung so ausgebildet sein, dass der Seitenairbag einen oberen Kammerabschnitt und einen unteren Kammerabschnitt, der unterhalb des oberen Kammerabschnitts vorgesehen ist und bei Entfaltung des Seitenairbags gegen einen niedrigeren Druck entfaltet wird als denjenigen, gegen den der obere Abschnitt entfaltet wird, aufweist und der Gasgenerator dem oberen Kammerabschnitt Gas über den Aufblasgasauslass zuführt und der Gasgenerator auch einen zweiten Aufblasgasauslass aufweist und dem unteren Kammerabschnitt Gas über den zweiten Aufblasgasauslass zuführt.
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Da gemäß diesem Aufbau der Seitenairbag den oberen Kammerabschnitt und den unteren Kammerabschnitt, der unterhalb des oberen Kammerabschnitts vorgesehen ist und bei Entfaltung des Seitenairbags gegen einen niedrigeren Druck entfaltet wird als denjenigen, gegen den der obere Abschnitt entfaltet wird, aufweist, wird der vergleichsweise starke Teil des Körpers des Insassen (das Schulterblatt) durch den oberen Kammerabschnitt gestützt und wird der vergleichsweise schwache Teil des Körpers des Insassen (Brustkorb, Rippen) durch den unteren Abschnitt gestützt, d. h., der vergleichsweise starke Teil des Körpers des Insassen (das Schulterblatt) wird durch den Seitenairbag vergleichsweise fest gestützt, und er vergleichsweise schwache Teil des Körpers des Insassen (Brustkorb, Rippen) wird durch den Seitenairbag vergleichsweise behutsam gestützt. Dies vermindert die Last, welcher der vergleichsweise schwache Teil des Körpers des Insassen bei Kontakt des Insassen mit dem Seitenairbag ausgesetzt ist. Da des Weiteren bei dem vorstehend beschriebenen Aufbau der Gasgenerator dem oberen Kammerabschnitt Gas über den Aufblasgasauslass zuführt und der Gasgenerator auch den zweiten Aufblasgasauslass aufweist und dem unteren Kammerabschnitt Gas über den zweiten Aufblasgasauslass zuführt, kann der Druck des unteren Kammerabschnitts niedriger als derjenige der oberen Kammer hergestellt werden, indem die von dem Aufblasgasauslass aus abgegebene Gasmenge und die von dem zweiten Aufblasgasauslass aus abgegebene Gasmenge geeignet festgelegt werden.
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Des Weiteren kann die vorstehend beschriebene Fahrzeugseitenairbagvorrichtung so ausgebildet sein, dass der obere Kammerabschnitt ein Oberkammerabschnitt-Seitenlüftungsloch aufweist, der untere Kammerabschnitt ein Unterkammerabschnitt-Seitenlüftungsloch aufweist und die Querschnittsfläche des Oberkammerabschnitt-Seitenlüftungslochs kleiner als die Querschnittsfläche des Unterkammerabschnitt-Seitenlüftungslochs ist.
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Da gemäß diesem Aufbau die Querschnittsfläche des Oberkammerabschnitt-Seitenlüftungslochs kleiner als die Querschnittsfläche des Unterkammerabschnitt-Seitenlüftungslochs ist, kann der Druck des unteren Kammerabschnitts unabhängig von der dem oberen Kammerabschnitt von dem Gasgenerator aus zugeführten Gasmenge und der dem unteren Kammerabschnitt von dem Gasgenerator aus zugeführten Gasmenge niedriger als der Druck des oberen Kammerabschnitts gemacht werden.
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Der zweite Gesichtspunkt der Erfindung betrifft einen Seitenairbag für eine Fahrzeugseitenairbagvorrichtung, mit einem oberen Aufblasabschnitt, einem unteren Aufblasabschnitt, der unterhalb des oberen Aufblasabschnitts vorgesehen ist, einem konkaven Abschnitt, der zwischen dem oberen Aufblasabschnitt und dem unteren Aufblasabschnitt vorgesehen ist, und einem Verbindungsteil, das an dem konkaven Abschnitt vorgesehen ist und die Innenfläche des Seitenairbags auf der Seite des Insassen mit der Innenfläche des Seitenairbags auf der Seite nahe der Außenseite des Fahrzeugs verbindet, wobei das obere Ende des Seitenairbags höher als die Schulter des Insassen angeordnet ist und das untere Ende des Seitenairbags tiefer als die Schulter und tiefer als der Brustkorb des Insassen angeordnet ist, wenn sich der Seitenairbag in dem entfalteten Zustand befindet, und der Seitenairbag einen Bereich bedeckt, der sich von der Schulter bis zum Brustkorb des Insassen erstreckt. Der konkave Abschnitt ist so ausgebildet, dass er dünner als der obere Aufblasabschnitt und der untere Aufblasabschnitt ist, und das obere Ende des Seitenairbags unterhalb des oberen Endes des Kopfes des Insassen angeordnet ist, wenn sich der Seitenairbag in einem entfalteten Zustand befindet. Der obere Aufblasabschnitt ist in der Längsrichtung des Fahrzeugs länger als der untere Aufblasabschnitt und eine Seitenform des entfalteten Seitenairbags ist dreieckig oder im Wesentlichen dreieckig, wobei dessen Ausdehnung in die Fahrzeuglängsrichtung von der oberen zur unteren Seite kontinuierlich abnimmt. Der obere Aufblasabschnitt ist so ausgebildet, dass er bei Entfaltung des Seitenairbags vor dem unteren Aufblasabschnitt entfaltet wird, wobei der untere Abschnitt entfaltet wird, indem er durch die Entfaltungskraft des oberen Abschnitts nach oben gezogen wird, wenn der obere Abschnitt des Seitenairbags entfaltet wird, und wenn während eines Seitenaufpralls des Fahrzeuges die Schulter des Insassen den konkaven Abschnitt und einen Abschnitt des Seitenairbags um den konkaven Abschnitt von der frühen Phase bis zur späten Phase des Seitenaufpralls berührt, stützen der konkave Abschnitt und der Abschnitt des Seitenairbags um den konkaven Abschnitt des Seitenairbags die Schulter von oben her.
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KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Die vorgenannten und Vorteile der Erfindung werden aus der nachstehenden Beschreibung beispielhafter Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen ersichtlich werden, wobei gleiche Bezugszeichen verwendet werden, um gleiche Bauteile zu repräsentieren, und in welchen:
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1 eine Seitenansicht ist, welche eine Fahrzeugseitenairbagvorrichtung gemäß der ersten beispielhaften Ausführungsform der Erfindung und ihren Umgebungsbereich zeigt;
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2 eine Querschnittsansicht ist, welche die Fahrzeugseitenairbagvorrichtung gemäß der ersten beispielhaften Ausführungsform der Erfindung und ihren Umgebungsbereich in dem frühen Zustand eines Seitenaufpralls zeigt;
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3 eine Querschnittsansicht ist, welche die Fahrzeugseitenairbagvorrichtung gemäß der ersten beispielhaften Ausführungsform der Erfindung und ihren Umgebungsbereich in dem späten Zustand eines Seitenaufpralls zeigt;
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4 eine perspektivische Ansicht ist, die eine Lasche für die Fahrzeugseitenairbagvorrichtung gemäß der ersten beispielhaften Ausführungsform der Erfindung zeigt;
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5 eine Querschnittsansicht der Fahrzeugseitenairbagvorrichtung gemäß der ersten beispielhaften Ausführungsform der Erfindung ist;
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6A eine perspektivische Ansicht ist, welche den Beginn des Faltvorgangs des Seitenairbags der Fahrzeugseitenairbagvorrichtung gemäß der ersten beispielhaften Ausführungsform der Erfindung schematisch zeigt;
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6B eine perspektivische Ansicht ist, welche schematisch den Zustand zeigt, in welchem der Seitenairbag der Fahrzeugseitenairbagvorrichtung gemäß der ersten beispielhaften Ausführungsform der Erfindung in der Längsrichtung des Fahrzeugs gerollt ist;
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6C eine perspektivische Ansicht ist, welche schematisch den Zustand zeigt, in welchem der Seitenairbag der Fahrzeugseitenairbagvorrichtung gemäß der ersten beispielhaften Ausführungsform der Erfindung in der Hoch-tief-Richtung des Fahrzeugs gefaltet ist;
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7 eine Seitenansicht ist, welche eine Fahrzeugseitenairbagvorrichtung gemäß der zweiten beispielhaften Ausführungsform der Erfindung und ihren Umgebungsbereich zeigt;
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8 eine Querschnittsansicht ist, welche die Fahrzeugseitenairbagvorrichtung gemäß der zweiten beispielhaften Ausführungsform der Erfindung zeigt; und
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9 eine Querschnittsansicht ist, welche eine Fahrzeugseitenairbagvorrichtung nach dem Stand der Technik und ihren Umgebungsbereich in einem Zustand zeigt, in welchem sich die Schulter des Insassen nach Kontakt mit dem Seitenairbag nach oben bewegt.
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GENAUE BESCHREIBUNG DER AUSFÜHRUNGSFORMEN
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Nachstehend werden Fahrzeugseitenairbagvorrichtungen (die nachstehend, falls erforderlich, als ”Seitenairbagvorrichtungen” bezeichnet werden) gemäß der ersten und der zweiten bespielhaften Ausführungsform der Erfindung unter Bezugnahme auf 1 bis 8 beschrieben werden. 1 bis 6 zeigen die Fahrzeugseitenairbagvorrichtung gemäß der ersten beispielhaften Ausführungsform der Erfindung, und 7 und 8 zeigen die Fahrzeugseitenairbagvorrichtung gemäß der zweiten beispielhaften Ausführungsform der Erfindung. Man beachte, dass die in 4 gezeigte Airbaglasche und das in 6 gezeigte Airbag-Falt/Roll-Verfahren auch auf die zweite beispielhafte Ausführungsform der Erfindung anwendbar sind. In 1 bis 8 werden gleiche Teile und Komponenten durch gleiche Bezugszeichen angegeben.
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(Erste beispielhafte Ausführungsform)
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Zuerst wird die Konfiguration einer Seitenairbagvorrichtung 10 gemäß der ersten beispielhaften Ausführungsform der Erfindung unter Bezugnahme auf 1 bis 6 beschrieben werden. Die Seitenairbagvorrichtung 10 der ersten beispielhaften Ausführungsform ist in einer Rücklehne 40 (in den Zeichnungen ist nur deren Rahmen dargestellt) eingebettet.
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Die Rücklehne 40 wird gemäß der Darstellung in 1 verwendet, um den Rücken eines Insassen P zu stützen. Die Rücklehne 40 ist an dem fahrzeugrückseitigen Ende eines Sitzpolsters 41 (in den Zeichnungen ist nur dessen Rahmen dargestellt), auf welchem der Insasse P sitzt, angeordnet. Die Rücklehne 40 ist bezüglich des Sitzpolsters 41 in der Längsrichtung des Fahrzeugs neigbar. Auf der Rücklehne 40 ist eine Kopfstütze (in den Zeichnungen nicht dargestellt) vorgesehen, um den Kopf des Insassen P zu stützen.
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Die Seitenairbagvorrichtung 10 ist in der Rücklehne 40 eingebettet. Die Seitenairbagvorrichtung 10 ist mit einem Gasgenerator 20 und einem Seitenairbag 30, der in der Rücklehne 40 gefaltet oder gerollt ist, versehen. Der Seitenairbag wird durch das von dem Gasgenerator 20 aus abgegebene (zugeführte) Gas entfaltet.
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Der Gasgenerator 20 ist in dem Seitenairbag 30 angeordnet. Der Gasgenerator 20 weist einen Aufblasgasauslass 21 auf, von welcher aus Gas nach oben abgegeben wird (dies schließt Richtungen nach schräg oben oberhalb der horizontalen Richtung ebenso ein wie die vertikale Richtung).
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Wenn sich der Seitenairbag 30 in dem entfalteten Zustand befindet, bedeckt der Seitenairbag 30 den Bereich, der sich von einer Schulter (Schulterblatt) P1 bis zu dem Brustkorb des Insassen P erstreckt. Wenn sich der Seitenairbag 30 in dem entfalteten Zustand befindet, befindet sich ein oberes Ende 30a des Seitenairbags 30 höher als die Schulter P1 des Insassen P und tiefer als der Kopf des Insassen P und befindet sich ein unteres Ende 30b des Seitenairbags 30 tiefer als der Brustkorb des Insassen P und höher als der Bauch bzw. Unterleib des Insassen P.
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Die Seitenform des entfalteten Seitenairbags 30 ist der Seitenform der Schulter (des Schulterblatts) P1 ähnlich bzw. gleich oder im Wesentlichen gleich. D. h., die Seitenform des entfalteten Seitenairbags 30 ist dreieckig oder allgemein dreieckig, wobei seine Ausdehnung in der Längsrichtung des Fahrzeugs von der oberen Seite zu der unteren Seite kontinuierlich abnimmt.
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Der Seitenairbag 30 weist einen oberen Abschnitt 31, der sich, wenn sich der Seitenairbag 30 in dem entfalteten Zustand befindet, höher als das obere Ende der Schulter P1 des Insassen P befindet, einen unteren Abschnitt 32, der sich, wenn sich der Seitenairbag 30 in dem entfalteten Zustand befindet, tiefer als die Schulter P1 des Insassen P befindet, einen Schulterentsprechungsabschnitt 33, der sich, wenn sich der Seitenairbag 30 in dem entfalteten Zustand befindet, an einer der Schulter P1 des Insassen P entsprechenden Position befindet, und einen konkaven Abschnitt 34, an welchem die Ausdehnung des entfalteten Seitenairbags 30 in der seitlichen Richtung des Fahrzeugs kleiner als an anderen Abschnitten ist, auf (siehe 2). Die Ausdehnung des oberen Abschnitts 31 in der Längsrichtung des Fahrzeugs ist größer als diejenige des unteren Abschnitts 32.
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Der konkave Abschnitt 34 ist an dem Schulterentsprechungsabschnitt 33 vorgesehen. D. h., der konkave Abschnitt 34 ist gemäß der Darstellung in 2 an dem Abschnitt des Seitenairbags 30 vorgesehen, der die äußere Seite des Schlüsselbeins des Insassen P oder einen Bereich in dessen Nähe stützt. Die Dicke des Seitenairbags 30 an dem konkaven Abschnitt 34 in der seitlichen Richtung des Fahrzeugs ist auf einen Wert festgelegt, der Null ausschließt und es ermöglicht, dass sich die Schulter P1 des Insassen P in den konkaven Abschnitt 34 und den Bereich in dessen Nähe einschmiegt.
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Der konkave Abschnitt 34 ist unter Verwendung eines Streifens bzw. einer Lasche 34a ausgebildet, die aus einem Material hergestellt ist, das entweder das gleiche oder ein anderes Material als der Basisstoff des Seitenairbags 30 sein kann. Der konkave Abschnitt 34 ist zum Beispiel durch Nähen linker und rechter gefalteter Abschnitte 34b der Lasche 34a an linke bzw. rechte Basisstoffe des Seitenairbags 30 ausgebildet (siehe 4). Ersatzweise kann der konkave Abschnitt 34 durch Kleben oder Schweißen des linken und des rechten gefalteten Abschnitts 34b der Lasche 34a an den linken bzw. rechten Basisstoff des Seitenairbags 30 ausgebildet sein.
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Der konkave Abschnitt 34 ist an dem Seitenairbag 30 so ausgebildet, dass sich die Schulter des Insassen P unabhängig von der Größe des Insassen P in den konkaven Abschnitt 34 und den Bereich in dessen Nähe einschmiegen kann. Insbesondere ist die Lasche 34a derart geneigt, dass dann, wenn sich der Seitenairbag 30 in dem entfalteten Zustand befindet, das vordere Ende der Lasche 34a des Seitenairbags 30, welches das Ende der Lasche 34a auf der vorderen Seite des Fahrzeugs ist, sich tiefer als das hintere Ende der Lasche 34a, welches das Ende der Lasche 34a auf der hinteren Seite des Fahrzeugs ist, befindet, sodass eine Person mit einer Größe von AF05 (die fünftkleinste Person von einhundert Amerikanern weiblichen Geschlechts) bis AF95 (die fünundneunzigkleinste Person von einhundert Amerikanern weiblichen Geschlechts), die durch die Bestimmungen in den Vereinigten Staaten angegeben sind, sich richtig an den entfalteten Seitenairbag 30 anschmiegen können. D. h., die Lasche 34a ist derart angeordnet, dass sie von dem hinteren Ende aus betrachtet als sich nach unten erstreckend erscheint. Die Lasche 34a erstreckt sich zum Beispiel schräg geradeaus derart, dass sich das vordere Ende der Lasche 34a tiefer als das hintere Ende der Lasche 34a befindet. Ersatzweise kann die Lasche 34a wenigstens einen gekrümmten Abschnitt aufweisen und sich schräg derart erstrecken, dass sich das vordere Ende der Lasche 34a tiefer als das hintere Ende der Lasche 34a befindet. Man beachte, dass 1 einen Fall darstellt, in welchem sich die Lasche 34a schräg geradeaus derart erstreckt, dass sich das vordere Ende der Lasche 34a tiefer als das hintere Ende der Lasche 34a befindet.
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Gemäß 6A, 6B und 6C wird der Seitenairbag 30 zuerst in der Längsrichtung des Fahrzeugs und dann in der Hoch-tief-Richtung des Fahrzeugs gerollt oder balgartig gefaltet und dann in der Rücklehne 40 eingebaut. Man beachte, dass diese Anordnung auch auf die zweite beispielhafte Ausführungsform der Erfindung anwendbar ist.
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Der Seitenairbag 30 der ersten beispielhaften Ausführungsform weist nur eine Kammer auf. Gemäß 5 weist der Seitenairbag 30 ein Einsatzloch 35 auf, das an oder nahe dem unteren Ende des Seitenairbags 30 vorgesehen ist. Der Gasgenerator 20 ist in das Einsatzloch 35 eingesetzt. Das Einsatzloch 35 befindet sich in der Rücklehne 40. Das Einsatzloch 35 dient als ein Lüftungsloch zum Abgeben des Gases nach außen, nachdem es zum Entfalten des Seitenairbags 30 verwendet worden ist.
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Als Nächstes werden die Vorteile der Seitenairbagvorrichtung 10 der ersten beispielhaften Ausführungsform beschrieben werden. (a) Gemäß der Darstellung in 6A bis 6C wird der Seitenairbag 30 zuerst in der Längsrichtung des Fahrzeugs und dann in der Hoch-tief-Richtung des Fahrzeugs gerollt oder balgartig gefaltet und dann in der Rücklehne 40 eingebaut. Da ein Airbag in der umgekehrten Reihenfolge wie derjenigen, in welcher er gefaltet oder gerollt wurde, entfaltet wird, bewirkt die Anordnung der ersten beispielhaften Ausführungsform, dass der obere Abschnitt 31 des Seitenairbags 30 bei Entfaltung des Seitenairbags 30 vor dem unteren Abschnitt 32 entfaltet wird. (b) Da der Aufblasgasauslass 21 des Gasgenerators 20 angepasst ist, Gas gemäß der Darstellung in 1 nach oben abzugeben, wird der obere Abschnitt 31 des Seitenairbags 30 vor dem unteren Abschnitt 32 entfaltet. Infolge wenigstens eines der Merkmale (a) und (b) kann der obere Abschnitt 31 des Seitenairbags 30 vor dem unteren Abschnitt 32 entfaltet werden. Da sich ferner der obere Abschnitt 31 höher als die Schulter P1 des Insassen P befindet und der Abstand zwischen dem Insassen P und einer Tür D in der seitlichen Richtung des Fahrzeugs am Nacken (Kopf) des Insassen P größer als an und unterhalb der Schulter P1 des Insassen P ist, kann der Seitenairbag 30 im Vergleich mit dem Fall, in welchem der obere Abschnitt 31 des Seitenairbags 30 auf der gleichen Höhe oder tiefer als die Schulter P1 angeordnet ist, auf einfache Weise entfaltet werden. Man beachte, dass der Gasgenerator 20 durch ein Airbag-Steuergerät (in den Zeichnungen nicht dargestellt) aktiviert wird, wenn ein an einer vorbestimmten Position in dem Seitenabschnitt des Fahrzeugs angeordneter Seitenaufprallsensor (in den Zeichnungen nicht dargestellt) einen Seitenaufprall erfasst.
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Der konkave Abschnitt 34 ist an dem Schulterentsprechungsabschnitt 33 des Seitenairbags 30 vorgesehen, und der obere Abschnitt 31 ist so angeordnet, dass er vor dem unteren Abschnitt 32 entfaltet wird. Wenn sich daher gemäß der Darstellung in 3 die Schulter P1 des Insassen P in den konkave Abschnitt 34 des Seitenairbags 30 und einen Bereich in dessen Nähe einschmiegt, kann sie von der oberen Seite des Fahrzeugs aus genau so gut wie von der äußeren Seite des Fahrzeugs in dessen seitlicher Richtung aus gestützt werden, und daher bewegt sich die Schulter P1 des Insassen P nicht nach oben, wenn sie den Seitenairbag 30 berührt. An und für sich hält der Seitenairbag 30 die Schulter P1 des Insassen P während eines Seitenaufpralls des Fahrzeugs auf stabile Weise zurück.
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Des Weiteren ist die Ausdehnung des oberen Abschnitts 31 des Seitenairbags 30 in der Längsrichtung des Fahrzeugs größer hergestellt als die Ausdehnung des unteren Abschnitts 32 des Seitenairbags 30 in der Längsrichtung und ist der obere Abschnitt 31 so angeordnet, dass er bei Entfaltung des Seitenairbags 30 vor dem unteren Abschnitt 32 entfaltet wird. Wenn daher der obere Abschnitt 31 entfaltet wird, wird auch der untere Abschnitt 32 entfaltet, indem er durch die Entfaltungskraft des oberen Abschnitts 31 nach oben gezogen wird. So kann der untere Abschnitt 32 zwischen den Insassen P und die Tür D entfaltet werden, bevor dem unteren Abschnitt 32 eine ausreichende Gasmenge zugeführt wird (bevor der untere Abschnitt 32 ausreichend aufgeblasen ist). So kann auch dann, wenn die Tür D während eines Aufpralls des Fahrzeugs schnell in den Fahrgastraum eindringt, der untere Abschnitt 32 des Seitenairbags 30 zuverlässig zwischen den Insassen P und die Tür D entfaltet werden. Man beachte, dass die vorstehend beschriebenen Vorteile auch mit der zweiten beispielhaften Ausführungsform der Erfindung erzielt werden können.
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Die erste beispielhafte Ausführungsform weist ferner die nachstehenden Vorteile auf. Da nämlich das Einsatzloch 35, in welches der Gasgenerator 20 eingesetzt wird, in der Rücklehne 40 angeordnet ist und das Einsatzloch 35 als ein Lüftungsloch zum Abgeben des Gases nach außen, nachdem es zur Entfaltung des Seitenairbags 30 verwendet worden ist, verwendet wird, wird das Gas von dem Seitenairbag 30 aus in die Rücklehne 40 abgegeben und kommt/kommen daher der/die Insasse/-n nicht direkt in Kontakt mit dem von dem Seitenairbag 30 aus abgegebenen Gas.
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(Zweite beispielhafte Ausführungsform)
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Als Nächstes werden die Eigenschaften der Seitenairbagvorrichtung gemäß der zweiten beispielhaften Ausführungsform der Erfindung unter Bezugnahme auf 7 und 8 beschrieben werden. Der Seitenairbag 30 der zweiten beispielhaften Ausführungsform weist eine obere Kammer 36 und eine untere Kammer 37 auf. Wenn sich der Seitenairbag 30 in dem entfalteten Zustand befindet, befindet sich die untere Kammer 37 tiefer als die obere Kammer 36 und berührt den Insassen P mit einem Druck, der niedriger als derjenige ist, mit welchem die obere Kammer 36 den Insassen P berührt. Wenn sich der Seitenairbag 30 in dem entfalteten Zustand befindet, stützt die obere Kammer 36 einen vergleichsweise starken Teil des Körpers des Insassen P (Schulter P1) und stützt die untere Kammer 37 einen vergleichsweise schwachen Teil des Körpers des Insassen P (Brustkorb, Rippen).
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Die obere Kammer 36 und die untere Kammer 37 sind durch eine Trennwand 38 von einander abgeteilt. Man beachte, dass die Trennwand 38 entweder derart angeordnet sein kann, dass die obere Kammer 36 und die untere Kammer 37 vollständig voneinander abgeteilt sind, oder derart, dass die obere Kammer 36 und die untere Kammer 37 voneinander abgeteilt sind, wobei wenigstens ein Verbindungsweg zwischen diesen ausgebildet ist. Gemäß der Darstellung in 8 ist die Trennwand 38 z. B. durch Nähen der linken und rechten gefalteten Abschnitte 38a der Trennwand 38 an die linken bzw. rechten Basisstoffe des Seitenairbags 30 ausgebildet. Ersatzweise kann die Trennwand 38 durch Kleben oder Schweißender des linken und des rechten gefalteten Abschnitts 38a der Trennwand 38 an den linken bzw. rechten Basisstoff des Seitenairbags 30 ausgebildet sein. Man beachte, dass die Trennwand 38 tiefer als die Lasche 34a vorgesehen ist, wie es in 7 gezeigt ist.
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Gemäß der Darstellung in 7 weist die untere Kammer 36 ein Oberkammerlüftungsloch 36a auf und weist die untere Kammer 37 ein Unterkammerlüftungsloch 37a auf. Die Querschnittsfläche des Oberkammerlüftungslochs 36a ist kleiner als diejenige des Unterkammerlüftungslochs 37a.
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Der Gasgenerator 20 führt der oberen Kammer 36 Gas über den Aufblasgasauslass 21 zu. Der Gasgenerator 20 weist auch einen zweiten Aufblasgasauslass 22 zum Zuführen von Gas an die untere Kammer 37 auf. Die Menge von dem Aufblasgasauslass 21 aus zugeführten Gases ist größer als die Menge von dem zweiten Aufblasgasauslass 22 aus zugeführten Gases festgelegt.
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Als Nächstes werden die besonderen Vorteile der zweiten beispielhaften Ausführungsform beschrieben werden. Bei der zweiten beispielhaften Ausführungsform weist gemäß vorstehender Beschreibung der Seitenairbag 30 die untere Kammer 37 auf, die tiefer als die obere Kammer 36 angeordnet ist, wenn sich der Seitenairbag 30 in dem entfalteten Zustand befindet, und die gegen einen niedrigeren Druck aufgeblasen wird als denjenigen, gegen den die obere Kammer 36 aufgeblasen wird. Daher wird der vergleichsweise starke Teil des Körpers des Insassen P (Schulter P1) durch den Seitenairbag 30 vergleichsweise fest gestützt und wird der vergleichsweise schwache Teil des Körpers des Insassen P durch den Seitenairbag 30 vergleichsweise behutsam gestützt. D. h., die Last, welcher der vergleichsweise schwache Teil des Körpers des Insassen P ausgesetzt ist, wenn der Insasse P den Seitenairbag 30 berührt, nimmt ab.
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Da ferner der Gasgenerator 20 der oberen Kammer 36 Gas durch das Aufblasgasauslass 21 zuführt und der unteren Kammer 37 Gas durch den zweiten Aufblasgasauslass 22 zuführt, kann der Druck der unteren Kammer 37 niedriger hergestellt werden als der Druck der oberen Kammer 36, indem die Menge von dem Aufblasgasauslass 21 aus abgegebenen Gases und die Menge von dem zweiten Aufblasgasauslass 22 aus abgegebenen Gases in geeigneter Weise festgelegt werden (die Drücke der oberen Kammer 36 und der unteren Kammer 37 können nach Bedarf gesteuert werden).
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Da ferner die Querschnittsfläche des Oberkammerlüftungslochs 36a kleiner als diejenige des Unterkammerlüftungslochs 37a ist, kann der Druck der unteren Kammer 37 unabhängig von der Menge des der oberen Kammer 36 von dem Aufblasgasauslass 21 des Gasgenerators 20 aus zugeführten Gases und der Menge des der unteren Kammer 37 von dem zweiten Aufblasgasauslass 22 des Gasgenerators 20 aus zugeführten Gases niedriger als derjenige der oberen Kammer 36 hergestellt werden. D. h., die Drücke der oberen Kammer 36 und der unteren Kammer 37 können nach Bedarf auf der Grundlage der Querschnittsflächen des Oberkammerlüftungslochs 36a und des Unterkammerlüftungslochs 37a eingestellt werden.