DE102007044021A1 - Cabriolet-Fahrzeug mit einem in zwei gegensinnigen Richtungen öffnungsfähigen Deckelteil - Google Patents
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Abstract
Ein Cabriolet-Fahrzeug (1) mit einem beweglichen Dach (2), das zumindest teilweise unterhalb eines Deckelteils (6) ablegbar ist, das in einem ersten Öffnungssinn zur Freigabe einer Durchtrittsöffnung für das Dach (2) und in einem zweiten, gegensinnigen Öffnungssinn zur Freigabe einer Ladeöffnung für Gepäck öffnungsfähig ist, wobei das Deckelteil (6) über seitliche, in der Karosserie (7) angeordnete Sockel (8) gehalten ist, an denen jeweils zumindest ein Antriebsorgan (9) zur Öffnung des Deckelteils (6) im Freigabesinn der Durchtrittsöffnung für das Dach (2) gehalten ist, wird so ausgebildet, dass durch die Antriebsorgane (9) das Deckelteil (6) bei Öffnung im Freigabesinn für die Durchtrittsöffnung des Daches (2) einerseits mit seinem vorderen Ende (12) und andererseits auch insgesamt anhebbar ist und das Deckelteil (6) in seiner Offenstellung zur Freigabe der Durchtrittsöffnung für das Dach (2) außerhalb der Verbindung über die Sockel (8) keine Verbindung zur Karosserie (7) hat.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Cabriolet-Fahrzeug mit einem beweglichen Dach, das zumindest teilweise unterhalb eines Deckelteils ablegbar ist, das in einem ersten Öffnungssinn zur Freigabe einer Durchtrittsöffnung für das Dach und in einem zweiten Öffnungssinn zur Freigabe einer Ladeöffnung für Gepäck öffnungsfähig ist, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
- Aus der
EP 1 084 883 B1 ist ein Cabriolet-Fahrzeug gezeigt, das ein in zwei gegensinnigen Öffnungssinnen zu öffnendes Deckelteil aufweist. Dieses ist bei seiner Öffnung im Freigabesinn für eine Durchtrittsöffnung des Daches einerseits über seitliche Sockel und anderseits mit seinem hinteren Kantenbereich an einem scharnierartigen Schloss abgestützt. Dadurch taucht in diesem Öffnungssinn das Deckelteil weit in die hintere Stoßstange ein, so dass die Gestaltungsmöglichkeiten für das Fahrzeugheck eingeschränkt sind. - Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, hier eine Verbesserung zu erreichen.
- Die Erfindung löst dieses Problem durch ein Cabriolet-Fahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch ein Deckelteilmodul mit den Merkmalen des Anspruchs 9. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den weiteren Ansprüchen 2 bis 8 angegeben.
- Durch die Erfindung ist bei einem gattungsgemäßen Cabriolet-Fahrzeug ein Eintauchen des Deckelteils mit seiner hinteren Kante in heckseitige Karosserieteile, insbesondere den Bereich der Stoßstange, verhindert. Hierfür wird bei Öffnung im Freigabesinn für die Durchtrittsöffnung des Da ches nicht nur das vordere Ende, sondern auch das Deckelteil insgesamt derart angehoben, dass dieses in seiner Offenstellung zur Freigabe der Durchtrittsöffnung für das Dach außerhalb der Verbindung über die Sockel keine Verbindung zur Karosserie hat, sondern ansonsten frei über dieser steht.
- Sehr vorteilhaft für eine schnelle Deckelteilöffnung steht dieses in Öffnungsstellung zur Freigabe der Durchtrittsöffnung für das Dach in einer Schrägstellung mit angehobenem hinterem Ende und stärker angehobenem vorderem Ende steht, so dass das hintere Ende nur gering bewegt werden muss.
- Um die gegensinnige Deckelteilöffnung zu ermöglichen, kann günstig über die Antriebe ein das Deckelteil untergreifender Rahmen bewegbar sein, gegenüber dem das Deckelteil zur Freigabe der Ladeöffnung für Gepäck heckseitig aufwärts bewegbar ist.
- Eine einfache Konstruktion sieht vor, dass das Deckelteil über jeweils ein Mehrgelenk an den Sockeln gehalten ist.
- Insbesondere kann das Mehrgelenk zwangsweise und ohne weitere Steuerungselemente bei seiner Öffnung eine gleichzeitige Gesamtanhebung des Deckelteils und eine Verkippung um eine horizontale Achse bewirken.
- Im einfachsten Fall ist das Mehrgelenk ein Viergelenk Dieses kann zwei oder mehr um horizontale Achsen schwenkbare Lenker umfassen, die zueinander unterschiedlich orientiert und/oder unterschiedlich lang sind. Dann ist bei Aufstellen der Lenker automatisch und zwangsweise das Anheben des Deckelteils und sein Verkippen ohne Weiteres realisierbar.
- Ein weiterer großer Vorteil der Erfindung ist, dass das Deckelteil mit den untergreifenden Sockeln modular ausgebildet und außerhalb des Fahrzeugs auf Funktion testbar sein kann, da es auch bei Öffnung im Freigabesinn der Durchtrittsöffnung für das Dach keine karosserieseitige Abstützung und somit kein Zusammenspiel mit dem Rohbau benötigt. Die Bewegung kann daher vollständig vor dem Einbau des Deckelteilmoduls in die Karosserie durchgeführt werden. Ein solches Modul ist daher separat beansprucht.
- Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus einem in der Zeichnung schematisch dargestellten und nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung.
- In der Zeichnung zeigt:
-
1 eine schematische Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Cabriolet-Fahrzeugs in nach vorne abgebrochener Darstellung bei geschlossenem Dach und geschlossenem Deckelteil, -
2 eine ähnliche Ansicht wie1 , jedoch ohne die Karosseriekonturen gezeichnet, während der Dachöffnung mit nach vorne übereinandergelagerten Dachteilen und zur Freigabe der Durchtrittsöffnung für das Dach aufgeschwenktem Deckelteil, -
3 eine ähnliche Ansicht wie2 bei Verlagerung der Dachteile unter das aufgeschwenkte Deckelteil, -
4 eine Detailansicht des zur Freigabe der Durchtrittsöffnung für das Dach aufgeschwenkten Deckelteils, -
5 eine Detailansicht eines seitlichen Sockels mit der Übersicht halber transparent eingezeichneten Flächen in Stellung nach4 , -
6 eine ähnliche Ansicht wie4 bei geschlossenem Deckelteil,5 bei vollständig geöffneter Heckklappe und Heckscheibe, die in dieser Stellung teilweise von der Heckklappe überlappt ist, -
7 bis9 den Ablauf des Aufschwenkens des Deckelteils zur Freigabe der Durchtrittsöffnung für das Dach von der vollständig geschlossenen zur vollständig geöffneten Stellung in Seitenansicht, -
10 eine Seitenansicht des Deckelteils in gegensinnig geöffneter Stellung zur Freigabe einer Ladeöffnung für Gepäck. - Das erfindungsgemäße Cabriolet-Fahrzeug
1 kann ein mit zumindest einer Rückbank versehenes vier- oder mehrsitziges Fahrzeug oder auch ein Zweisitzer sein. Es umfasst ein bewegliches Dach2 , das in geschlossener Stellung mittelbar oder unmittelbar an einen Windschutzscheibenrahmen anschließt und als Retractable Hardtop (RHT) mehrere an ihrer Außenfläche voneinander getrennte und mehr oder minder plattenförmig ausgebildete Baueinheiten3 ,4 ,5 als Dachteile umfassen kann – oder auch als sog. Softtop mit einem gemeinsamen flexiblen Bezug (nicht gezeichnet) überspannt sein kann. - In jedem Fall ist das Dach
2 bei seiner Öffnung abwärts und heckwärts verlagerbar. Zur Aufnahme des geöffneten Daches kann ein Aufnahmeraum vorgesehen sein, der zumindest teilweise von einem Deckelteil6 abdeckbar sein kann. Hier ver schließt das gezeichnete Deckelteil6 den Aufnahmeraum vollständig ober- und heckseitig. Es dient dabei in Doppelfunktion zur Abdeckung des Aufnahmeraums für das Dach2 und eines Gepäckraums, der bei geschlossenem Dach2 (1 ;7 ) den Aufnahmeraum mit umfassen kann. Das Deckelteil6 kann wahlweise zur Freigabe einer Durchtrittsöffnung für das Dach2 oder zur Freigabe einer Ladeöffnung für Gepäck aufbewegt werden, beispielsweise aufschwenken. Die unterschiedlichen Öffnungsbewegungen des Deckelteils6 erfolgen gegensinnig zueinander. - Das Deckelteil
6 ist hier über zwei seitliche, seitlich außen innerhalb der Karosserie7 angeordnete Sockel8 gehalten. Diese stehen hier auf dem Kofferraumboden, könnten jedoch auch seitlich gehalten sein. Sie tragen auch jeweils zumindest ein Antriebsorgan9 , hier einen Hydraulikzylinder, zur Öffnung des Deckelteils6 im Freigabesinn der Durchtrittsöffnung für das Dach2 . - Über die Antriebe
9 ist ein das Deckelteil6 untergreifender und zum Beispiel nach hinten offener U-förmiger Rahmen10 bewegbar. Gegenüber diesem Rahmen10 ist in seiner unbewegten und dann ungefähr horizontal liegenden Stellung das Deckelteil6 zur Freigabe der Ladeöffnung für Gepäck heckseitig aufwärts bewegbar ist (10 ). Für diese Öffnung bleibt der Rahmen10 unbewegt. - Um hingegen für die Freigabe der Durchtrittsöffnung für das Dach
2 die Bewegung des Rahmens10 zu ermöglichen, ist das Deckelteil6 über jeweils ein Mehrgelenk, hier Viergelenk,11 an den Sockeln8 gehalten. Das Mehrgelenk11 umfasst hier zwei übereinander angeordnete Lenker12 ,13 , die jeweils um horizontale Achsen12a ,13a schwenkbar sind und unterschiedlich orientiert und/oder unterschiedlich lang sind. Hier ist der obere Lenker12 kürzer und weniger ge neigt. Dadurch bewirkt der Antrieb9 bei Ausfahren seiner Kolbenstange mit dem Aufwärtsschwenken der Lenker12 ,13 über das Mehrgelenk11 nicht nur eine Gesamtanhebung des Deckelteils6 , sondern auch seine Verkippung um eine horizontale Achse. Dadurch ergibt sich die zumindest am Ende vorne15 höher gestellte Schrägstellung des Deckelteils6 , in der jedoch auch das hintere Ende16 des Deckelteils6 angehoben ist, wie zum Beispiel in2 dargestellt ist. - Das Deckelteil
6 ist somit bei Öffnung im Freigabesinn für die Durchtrittsöffnung des Daches2 mit seinem vorderen Ende12 und auch insgesamt anhebbar. Wie in den7 bis9 deutlich wird, taucht das hintere Ende16 des Deckelteils6 nicht in die Stoßstange14 ein, sondern bleibt stets oberhalb von dieser. Zudem hat (2 ) das Deckelteil6 in seiner Offenstellung zur Freigabe der Durchtrittsöffnung für das Dach außerhalb der Verbindung über die Sockel8 keine Verbindung zur Karosserie7 . - Das Antriebsorgan
9 steht in geschlossener Stellung des Deckelteils6 leicht schräg nach hinten geneigt, und somit nahezu rechtwinklig zu den Lenkern12 ,13 des Viergelenks11 . Damit ergibt sich bei der beginnenden Deckelteilöffnung ein maximales Drehmoment. Die Deckelteilöffnung ist damit sehr schnell durchführbar. - Das Deckelteil
6 ist mit den untergreifenden Sockeln8 als insgesamt modulare Einheit17 . Da der hintere Rand13 des Deckelteils während der Öffnung frei oberhalb der Karosserie7 bewegt wird, kann dieses Modul17 ohne karosserieseitige Abstützung bereits vor der Montage in den Rohbau außerhalb des Fahrzeugs1 auf Funktion testbar. - Da in der gegensinnigen Öffnung der Rahmen
10 unbewegt bleibt und damit ein Widerlager für die Deckelteilbewegung bildet, kann auch dieses gegensinnige Bewegung bei Halterung allein über die seitlichen Sockel8 außerhalb des Fahrzeugs1 durchgeführt werden, was den Funktionstest erleichtert. Durch den Verzicht auf die heckseitige Halterung des Deckelteils ist zudem die Montage gegenüber karosserieseitigen Toleranzen unempfindlich. - ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
-
- - EP 1084883 B1 [0002]
Claims (9)
- Cabriolet-Fahrzeug (
1 ) mit einem beweglichen Dach (2 ), das zumindest teilweise unterhalb eines Deckelteils (6 ) ablegbar ist, das in einem ersten Öffnungssinn zur Freigabe einer Durchtrittsöffnung für das Dach (2 ) und in einem zweiten, gegensinnigen Öffnungssinn zur Freigabe einer Ladeöffnung für Gepäck öffnungsfähig ist, wobei das Deckelteil (6 ) über seitliche, in der Karosserie (7 ) angeordnete Sockel (8 ) gehalten ist, an denen jeweils zumindest ein Antriebsorgan (9 ) zur Öffnung des Deckelteils (6 ) im Freigabesinn der Durchtrittsöffnung für das Dach (2 ) gehalten ist, dadurch gekennzeichnet, dass durch die Antriebsorgane (9 ) das Deckelteil (6 ) bei Öffnung im Freigabesinn für die Durchtrittsöffnung des Daches (2 ) einerseits mit seinem vorderen Ende (12 ) und andererseits auch insgesamt anhebbar ist und das Deckelteil (6 ) in seiner Offenstellung zur Freigabe der Durchtrittsöffnung für das Dach (2 ) außerhalb der Verbindung über die Sockel (8 ) keine Verbindung zur Karosserie (7 ) hat. - Cabriolet-Fahrzeug (
1 ) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Deckelteil (6 ) in Öffnungsstellung zur Freigabe der Durchtrittsöffnung für das Dach (2 ) in einer Schrägstellung mit angehobenem hinterem Ende (16 ) und stärker angehobenem vorderem Ende (15 ) steht. - Cabriolet-Fahrzeug (
1 ) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass über die Antriebe (9 ) ein das Deckelteil (6 ) untergreifender Rahmen (10 ) bewegbar ist, gegenüber dem das Deckelteil (6 ) zur Freigabe der Ladeöffnung für Gepäck heckseitig aufwärts bewegbar ist. - Cabriolet-Fahrzeug (
1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Deckelteil (6 ) über jeweils ein Mehrgelenk (11 ) an den Sockeln gehalten ist. - Cabriolet-Fahrzeug (
1 ) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Mehrgelenk (11 ) bei seiner Öffnung eine gleichzeitige Gesamtanhebung des Deckelteils (6 ) und eine Verkippung um eine horizontale Achse bewirkt. - Cabriolet-Fahrzeug (
1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Mehrgelenk (11 ) ein Viergelenk ist. - Cabriolet-Fahrzeug (
1 ) nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Mehrgelenk (11 ) zwei oder mehr um horizontale Achsen (12a ;13a ) schwenkbare Lenker (12 ;13 ) umfasst, die zueinander unterschiedlich orientiert und/oder unterschiedlich lang sind. - Cabriolet-Fahrzeug (
1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Deckelteil (6 ) mit den untergreifenden Sockeln (8 ) modular (17 ) ausgebildet und außerhalb des Fahrzeugs (1 ) auf Funktion testbar ist. - Modul (
17 ) für ein Cabriolet-Fahrzeug (1 ) mit einem beweglichen Dach (2 ), wobei das Modul ein in zwei gegensinnigen Öffnungssinnen bewegliches und über seitliche Sockel (8 ) abstützbares Deckelteil (6 ) umfasst, zum Einsatz in ein Cabriolet-Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 8.
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Publications (1)
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| DE102007044021A1 true DE102007044021A1 (de) | 2009-04-02 |
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Family Applications (1)
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