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Die
Erfindung bezieht sich auf ein Umrichter-Bedienfeld gemäß Oberbegriff
des Anspruchs 1.
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Bei
einem im Handel erhältlichen Umrichtergerät, insbesondere
Umrichter-Schrankgerät, wird zum Bedienen und Beobachten
wie zur Inbetriebnahme ein gattungsgemäßes Umrichter-Bedienfeld
verwendet. Ein derartiges Umrichter-Bedienfeld ist in der Betriebsanleitung
mit dem Titel "sinamics, Umrichter-Schrankgeräte,
SINAMICS G150, 75 kW bis 1500 kW", Ausgabe 03/2006, Kapitel 5 und
6, insbesondere den Seiten 5–33 und 6–49,
näher beschrieben. Dieses Umrichter-Bedienfeld, das auch
als Advanced Operation Panel (AOP) bezeichnet wird, ist in einer
Schranktür eines Umrichter-Schrankgerätes angeordnet
und mittels einer Kommunikationsverbindung, beispielsweise einem
Bus, mit einer Steuereinrichtung dieses Umrichters signal-technisch
verbunden. Dieses Bedienfeld dient zum Parametrieren (Inbetriebnahme),
Beobachten von Zustandsgrößen, Steuerung eines
Antriebs und zur Diagnose von Störungen und Warnungen.
Diese Funktionen sind mittels eines Hauptmenüs erreichbar.
Dieses Hauptmenü, das einzelne Menüs in einer
Listendarstellung zeigt, ist mittels einer Menü-Taste des
Bedienfeldes aufrufbar. Die Ansicht des Hauptmenüs und
alle Ansichten weiterer Menüs stellen jeweils eine Dialogmaske
dar, in denen mittels einer Navigations-Einheit navigiert werden
kann.
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Ein
derartiges Umrichter-Bedienfeld 2 ist in der 1 schematisch
dargestellt. Dieses Umrichter-Bedienfeld 2 weist neben
einem mehrzeiligen Display 4 und einer Navigations-Einheit 6,
bestehend aus mehreren Funktions-Tasten F1, ..., F5, einer Zehnertastatur 8,
einem Tastenblock 10 zur Antriebssteuerung, mehrere Kontrollleuchten 12, 14 und 16, eine
Menü-Taste 18, eine Tastatursperre 20 und
eine Taste 22 zur Auswahl der Steuerungshoheit (Remote)
auf. Als mehrzeiliges Dis plag 4 ist ein klartextfähiges
LCD-Display mit Hintergrundbeleuchtung für Klartextanzeigen
und Balkenanzeigen von Prozessgrößen vorgesehen.
Als Kontrollleuchten 12, 14 und 16 sind
lichtemittierende Dioden in grün, rot und gelb vorgesehen,
mit denen Betriebszustände angezeigt werden. Die Kontrollleuchte 12 leuchtet
grün (Ein-Zustand/ON), die Kontrollleuchte 14 leuchtet
gelb (Warn-Zustand/Alarm) und die Kontrollleuchte 16 leuchtet
rot (Stör-Zustand/Fault). Die Navigations-Einheit 6,
bestehend aus mehreren Funktions-Tasten F1, F2, F3, F4 und F5, sind
derart im Bedienfeld 2 angeordnet, dass diese Funktionstasten F1,
..., F5 unterhalb und entlang des Displays 4 angeordnet
sind. Die Zehnertastatur 8 wird zur numerischen Eingabe
von Soll- und Parameterwerten, wogegen der Tastenblock 10 zur
betriebsmäßigen Steuerung eines Antriebs, bestehend
aus einem Umrichter mit Umrichter-Bedienfeld 2 und einem
Elektromotor, benutzt werden. Die Zehnertastatur 8 weist
neben Zifferntasten noch eine Vorzeichen-Taste 24 auf. Der
Tastenblock 10 weist neben einer Ein- und Aus-Taste 26, 27 außerdem
eine Höher- und Tiefer-Taste 28 und 29,
eine Drehrichtungs-Umkehrtaste 30 und eine Tipp-Taste 32 auf.
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Die 2 zeigt
das mehrzeilige Display 4, das eine Dialogmaske 34 für
ein Hauptmenü darstellt. Dieses Hauptmenü weist
mehrere Menüs auf, die in einer Listendarstellung aufgelistet
sind. Zu diesen Menüs gehören das Menü "Parametrierung",
das Menü "Störspeicher/Warnungsspeicher", das
Menü "Inbetriebnahme/Service" und das Menü "Betriebsmaske".
Dieses Hauptmenü ist mittels der Funktionstaste 18 immer
anzeigbar. Durch Drücken der Funktionstasten F2 und F3
der Navigations-Einheit 6 kann innerhalb der Menüpunkte
des Hauptmenüs navigiert werden. Mittels der Funktionstaste
F5 wechselt die Anzeige des mehrzeiligen Displays 4 in
eine erste Dialogmaske eines ausgewählten Menüs.
Was sich hinter diesen Menüs des Hauptmenüs jeweils
verbirgt, ist nicht für jeden Bediener ersichtlich.
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Ein
derartiges Umrichtergerät, insbesondere Umrichter-Schrankgerät,
besitzt eine Vielzahl von Möglichkeiten, Funktionen und
Aktionen, die ein Bediener mit diesem Gerät durch führen
kann. Diese Bediener können unterschiedliche Kenntnisstände
haben. Ein Servicemann als Bediener benutzt nur einen beschränkten
Teil der Möglichkeiten des Umrichtergerätes, wogegen
ein Experte als Bediener alle Möglichkeiten des Umrichtergerätes
kennt und diese auch einstellen kann. Das heißt, dass in
Abhängigkeit des Kenntnisstandes eines Bedieners ein und
dasselbe Umrichtergerät unterschiedlich benutzerfreundlich
erscheint. Durch den unterschiedlichen Kenntnisstand der Bediener
eines Umrichtergerätes mit einem bekannten Umrichter-Bedienfeld
findet dieser Bediener nicht immer einen Einstiegspunkt in die vorhandenen
Funktionen des Umrichtergerätes. Um dennoch den richtigen
Einstiegspunkt in eine gewünschte Funktion zu bekommen,
muss die benötigte Information in einer Bedienungsanleitung
dieses Umrichtergerätes nachgeschlagen werden, was entsprechend
Zeit beansprucht.
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Der
Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, das bekannte Umrichter-Bedienfeld
derart weiterzubilden, dass unabhängig vom Kenntnisstand
eines Bedieners dieser ohne die Verwendung einer Bedienungsanleitung
einen richtigen Einstiegspunkt in eine gewünschte Funktion
eines Umrichtergerätes findet.
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Diese
Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 erfindungsgemäß gelöst.
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Dadurch,
dass beim erfindungsgemäßen Umrichter-Bedienfeld
in eine vom mehrzeiligen Display dargestellten Startmaske mehrere
Softkeys zur Auswahl stehen, mit denen jeweils ein menügeführter
Nutzungsfall startbar ist, findet jeder Bediener unabhängig
seines Kenntnisstandes ein Softkey, mittels dem dieser zu einer
gewünschten Funktion eines zugehörigen Umrichtergerätes
geführt wird. Gegenüber dem bekannten Umrichter-Bedienfeld
weist eine Startmaske keine einzelnen Menüs eines Hauptmenüs,
sondern Nutzungsfälle, so genannte "use-cases", auf. Jede
Nutzungshandlung eines Bedieners lässt sich unter einen
der angezeigten Nutzungsfällen subsummieren. Außerdem
muss ein Bediener nicht mehr die Bedienungsanleitung studieren,
um für eine seiner Nutzungshandlungen ein entsprechendes Menü des
Hauptmenüs zu starten. Beim erfindungsgemäßen
Umrichter-Bedienfeld steht im Vordergrund der Bediener, der eine
gewünschte Aktion am Umrichtergerät ausführen
will und nicht das Umrichtergerät mit einer Vielzahl seiner
Möglichkeiten. Somit stellt die Startmaske des Umrichter-Bedienfeldes
nach der Erfindung eine Vermittlungsebene zwischen den Bedürfnissen
unterschiedlicher Bediener mit unterschiedlichen Kenntnisständen
und der Vielzahl von Möglichkeiten des zugehörigen
Umrichtergerätes. Dadurch wird die Benutzerfreundlichkeit für
jeden Bediener erhöht.
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Zur
weiteren Erläuterung der Erfindung wird auf die Zeichnung
Bezug genommen, in der eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Umrichter-Bedienfeldes eines Umrichtergerätes schematisch
veranschaulicht ist.
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1 zeigt
ein gattungsgemäßes Umrichter-Bedienfeld, in der
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2 ist
eine Dialogmaske eines Umrichter-Bedienfeldes gemäß 1 dargestellt
und die
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3 zeigt
eine Startmaske eines Umrichter-Bedienfeldes nach der Erfindung.
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In
der 3 ist eine Startmaske 36 dargestellt,
die nach Betätigung der Ein-Taste 26 im Display 4 erscheint.
Gemäß dieser 3 weist diese Startmaske 36 mehrere
Softkeys 38 auf, die jeweils für einen Nutzungsfall
vorgesehen sind. Außerdem weist diese Startmaske 36 zwei
Navigations-Buttons 40 und 42 auf. Mittels Hilfe
des Navigations-Buttons 40, der mit der Bezeichnung "SELECT"
versehen ist, kann einer der dargestellten Nutzungsfälle,
so genannte "use-cases", ausgewählt und gestartet werden.
Ein ausgewählter Nutzungsfall ist daran zu erkennen, dass
die Bezeichnung des entsprechenden Softkeys 38 mit weißen
Buchstaben auf schwarzem Grund dargestellt ist. Im nicht ausgewählten
Zustand ist eine Bezeichnung entsprechend der Softkeys 38 jeweils
mit schwarzen Buchstaben auf weißem Grund dargestellt.
Mit dem Navigations-Button 42, der mit der Bezeichnung
"END" versehen ist, kann aus dieser Startmaske 36 beispielsweise
in eine so genannte Betriebsmaske, die nicht näher dargestellt ist,
gewechselt werden. Wird der Navigations-Button 40 ein zweites
Mal betätigt, so wird ein zum Nutzungsfall gehörendes
Menü gestartet, das einen Bediener führt.
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Wenn
ein Bediener beispielsweise bei einem nicht in seinem Blickfeld
drehenden Antrieb, dessen Status, nämlich stehend, drehend,
insbesondere mit oder ohne Sollwert, Sicherheitsfunktion aktiviert
oder erreicht, oder Informationen über Prozessdaten dieses
Antriebs wünscht, erhält er diese Information, wenn
er den Softkey 38 mit der Bezeichnung "DIAGNOSTIC" auswählt.
Zu diesem Nutzungsfall "DIAGNOSTIC" gehören auch Informationen
bezüglich einer Konfiguration des Antriebs bzw. Änderung
einer Konfiguration des Antriebs. Auch Informationen bezüglich
eines Störfalls oder eines Alarms erhält ein Bediener
mittels des Nutzungsfalls "DIAGNOSTIC". Beim Nutzungsfall "PARAMETERS"
findet ein Experte als Bediener einen direkten Einstieg, um einen
Antrieb, bestehend aus Umrichtergerät mit Umrichter-Bedienfeld
und Elektromotor, einstellen zu können. Ein Neuling als
Bediener findet einen Einstieg in die Einstellung eines Antriebs
dadurch, dass der Softkey 38 mit der Bezeichnung "ASSISTANTS"
ausgewählt und aktiviert wird. Will ein Bediener Datensätze
setzen vom Umrichter-Bedienfeld 2 zum Antrieb bzw. umgekehrt
laden, so findet dieser einen menügeführten Prozess
beim Nutzungsfall "UP/DOWN-LORD". Will hingegen ein Bediener einen
parametrierten Antrieb starten, anhalten, seine Drehrichtung umkehren
oder seine Drehgeschwindigkeit korrigieren, so findet dieser den
Einstieg zu diesen Funktionen, wenn der Softkey 38 mit
der Bezeichnung "CONTROL" aktiviert wird. Soll eine Bedienungssprache
oder anzuzeigende Prozessdaten in einer Betriebsmaske angezeigt
werden, so aktiviert ein Bediener den Nutzungsfall "EXTRAS".
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Mit
diesem erfindungsgemäßen Umrichter-Bedienfeld 2 eines
Umrichtergerätes findet unabhängig vom Kenntnisstand
eines Bediener (Neuling, Experte, Servicemann) dieser Bediener für sein
Aufgabengebiet den direkten Einstieg in eine der vielen Möglichkeiten
eines Antriebs, bestehend aus einem Umrichtergerät mit
Umrichter-Bedienfeld und Elektromotor, ohne dabei eine Bedienungsanleitung
zu Hilfe nehmen zu müssen.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
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- - "sinamics,
Umrichter-Schrankgeräte, SINAMICS G150, 75 kW bis 1500
kW", Ausgabe 03/2006, Kapitel 5 und 6, insbesondere den Seiten 5–33 und
6–49 [0002]