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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Waschen von Wäsche in einer Waschmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Zum Waschen von Wäsche in einer Waschmaschine wird die Wäsche in einer ersten Phase mit erwärmtem Wasser unter Zugabe von Waschmittel mit starker Trommelbewegung gewaschen. Um eine gute Entfaltung des Waschmittels und eine gute Schmutzlösung zu erreichen, wird die Wäsche in der Regel für etwa 20 bis 30 Minuten in der Waschflüssigkeit bewegt. Anschließend wird die Wäsche gespült, wobei verbrauchte Waschflüssigkeit abgepumpt wird. Nach dem Spülen wird die Wäsche geschleudert, um sie zu entwässern. Da der gesamte Ablauf häufig über eine Stunde dauert, werden sogenannte kurze Waschzyklen von einigen Waschmaschinen bereitgestellt, die nur 15 bis 30 Minuten dauern. Hierbei werden die Waschphase und die Spülphase stark verkürzt. Deshalb werden diese kurzen Waschzyklen nur für leicht verschmutzte Wäsche verwendet.
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Aus der
KR 10 2004 006 9625 A Korean Patent Abstracts ist ein Verfahren zum Waschen von Wäsche in einer Waschmaschine bekannt, bei der die Waschphase zwei Abschnitte umfasst. Im ersten Abschnitt wird die Hälfte des vorgesehenen Wassers in den Laugenbehälter unter Zugabe von der halben Menge des Waschmittels, bezogen auf die im Laugenbehälter befindliche Wäschemenge, in den Laugenbehälter eingelassen. Die Wäsche wird anschließend bewegt und somit mit der vorgegebenen Waschmittelkonzentration gewaschen. Nach einer vorgegebenen Zeit wird weiteres Wasser in den Laugenbehälter hinzugefügt, so dass die Wäsche anschließend mit einer geringeren Waschmittelkonzentration gewaschen wird. Mit diesem Verfahren kann Waschmittel gespart werden.
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Ein anderes Verfahren zum Waschen von Wäsche ist aus der
KR 10 2004 006 9626 A Korean Patent Abstracts bekannt. Hierbei wird nach der Vorwäsche der Wasserstand allmählich erhöht, um die Zeiten kurz zu halten, in denen die Wäsche ohne Waschmittel behandelt wird. Auf diese Weise soll ebenfalls Waschmittel gespart werden.
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Im Fachbuch „Elektrische Haushaltsgeräte”, 3. Auflage, erschienen im Verlag Hüthig & Pflaum wird ab Seite 320 der Faktor „Mechanik” als Teil des Sinnerschen Kreises als verantwortlich definiert für die Bewegung der Wäsche in der Waschflotte und trägt entscheidend zum Waschergebnis bei. [...] Durch die Bewegung der Trommel wird die Wäsche von den Mitnehmerrippen hochgehoben und fällt dann wieder nach unten. Der dadurch entstehende mechanische Wascheffekt wird bestimmt von der Fallhöhe der Wäsche, dem Trommeldurchmesser, von der Durchflutung, d. h. der Lochung der Trommel, und letztlich von der Fallhäufigkeit, der Trommeldrehzahl.
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In „Grundlagen Haushaltstechnik; Waschmaschinen” erschienen 2008 bei HEA Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung im Kapitel 3.4 wird beschrieben, dass unter Mechanik beim Waschen in der Waschmaschine die Bewegung der Wäsche in der Waschflotte zu verstehen ist. Alle Wäscheteile werden gleichmäßig bewegt und damit entsprechend mechanisch behandelt. Die Intensität der Mechanik wird bestimmt durch die Faktoren Fallhöhe, Fallhäufigkeit und Durchflutung der Wäsche.
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Aus der
DE 35 01 760 A1 oder der
DE 11 61 230 A ist es bekannt, zum Waschen von Wäsche eine vorgegebene Wassermenge auf eine vorgegebene Temperatur zu erwärmen. Hierbei wird in einer ersten Phase eine geringe Wassermenge verwendet, wobei nach Ablauf einer vorbestimmten Zeit zusätzlich Frischwasser dem Laugenbehälter zugeführt wird und in einem zweiten Abschnitt der Waschgang fortgesetzt wird.
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Die
DE 35 01 760 A1 beschreibt, die Trommel mindestens mit Anlegedrehzahl zu drehen. Dabei wird die Wäsche dann aber im o. g. Sinne mit einer niedrigen Mechanik beaufschlagt weil sie wenig Bewegung ausgesetzt wird.
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Aus der
DE 31 34 546 A1 ist ein Waschzyklus bekannt, bei dem die Wäsche mit einer geringen ersten Wassermenge mit einer hohen Temperatur für 60 bis 90 Minuten gewaschen wird, wobei anschließend eine zusätzliche Wassermenge zugeführt wird. Die zweite Wassermenge wird auf eine vorgegebene Temperatur gebracht, die niedriger ist, als die Temperatur der ersten Wassermenge. Die Waschwirkung wird hierbei unter anderem durch recht lange Waschzeiten erreicht.
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Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zu Grunde, die Waschwirkung in einem kurzen Waschzyklus zu verbessern.
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Die Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausführungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
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Der wesentliche Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, dass auf einfache Weise Waschwirkung in einem kurzen Waschzyklus verbessert wird.
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Beim erfindungsgemäßen Verfahren umfasst die Phase Waschen einen ersten Abschnitt, der mit einer ersten Wassermenge bei der vorgegebenen Temperatur durchgeführt wird, dem sich ein zweiter Abschnitt anschließt, in dem eine zusätzliche Wassermenge der ersten Wassermenge zugefügt wird, wobei die erhöhte Wassermenge im zweiten Abschnitt auf eine andere, vorgegebene Temperatur erwärmt wird. Mit der Erwärmung des Wassers im zweiten Abschnitt wird in Verbindung mit der erhöhten Wassermenge eine verbesserte Durchflutung des Gewebes der Wäsche erreicht. Schmutz wird in der Lauge aufgenommen bzw. aufgelöst und durch die hohe Wassermenge ergibt sich eine verringerte Schmutzkonzentration. Auf diese Weise wird ferner ein Spüleffekt im zweiten Abschnitt der Waschphase eingeleitet.
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Bei einer Trommelwaschmaschine für den Haushalt ist es zweckmäßig, dass die erste Wassermenge einen Wasserstand von etwa 20 bis 35 mmWs und die zweite Wassermenge einen Wasserstand von etwa 40 bis 75 mmWs hat. Mit diesen Mengen wird im ersten Abschnitt die gute Waschwirkung und Schmutzablösung bei hoher Waschmittelkonzentration erreicht, wobei im zweiten Abschnitt die mit Schmutz versetzte Waschflüssigkeit ausreichend verdünnt wird, um noch eine etwas verminderte Waschwirkung und eine beginnende Spülwirkung zu erzielen.
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Erfindungsgemäß wird die Wäsche im ersten Abschnitt der Phase Waschen mit einer hohen Mechanik beaufschlagt. Damit wird bei hoher Waschmittelkonzentration ein schnelles Lösen des Schmutzes erreicht.
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Gemäß einer zweckmäßigen Ausführung wird bei einer Trommelwaschmaschine hierzu die Trommel mit einer Drehzahl von 40 bis 60 u/min und einem Bewegungsanteil von 70 bis 90% reversierend gedreht. Der erste Abschnitt hat hierbei eine Dauer von etwa 6 bis 12 Minuten.
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Weiterhin erfindungsgemäß wird die Wäsche im zweiten Abschnitt der Phase Waschen mit einer niedrigen Mechanik beaufschlagt. Somit wird quasi in der Waschphase durch den Übergang auf die verminderte Mechanik eine Spülwirkung bei gleichzeitigem Waschen erreicht, so dass eine anschließende Spülphase verkürzt werden kann.
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Gemäß einer zweckmäßigen Ausführung wird bei einer Trommelwaschmaschine hierzu die Trommel mit einer Drehzahl von 20 bis 50 u/min und einem Bewegungsanteil von 30 bis 60% reversierend gedreht. Der zweite Abschnitt hat hierbei eine Dauer von etwa 3 bis 6 Minuten, so dass sich der kurze Waschzyklus nicht oder nur unwesentlich verlängert.
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In einer vorteilhaften Weiterbildung wird im zweiten Abschnitt der Phase Waschen die Trommel zu Beginn mit einer Drehzahl von 40 bis 60 u/min und einem Bewegungsanteil von 70 bis 90% reversierend gedreht, wodurch die Wäsche mit einer hohen Mechanik beaufschlagt wird. Nach einer vorbestimmten Zeit wird die Drehzahl auf 20 bis 50 u/min und der Bewegungsanteil auf 30 bis 60% abgesenkt, wodurch eine geringe mechanische Einwirkung auf die Wäsche erfolgt. Damit wird die Waschwirkung bei hohem Wasserstand im zweiten Abschnitt erhöht.
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Hierbei ist es zweckmäßig, dass im zweiten Abschnitt der Phase Waschen die Trommel ungefähr 1,5 bis 3 Minuten mit einer Drehzahl von 40 bis 60 u/min und einem Bewegungsanteil von 70 bis 90% und anschließend ungefähr 1,5 bis 3 Minuten mit einer Drehzahl von 20 bis 50 u/min und einem Bewegungsanteil von 30 bis 60% gedreht wird. Somit kann bei verbesserter Waschwirkung nochmals Zeit eingespart werden bzw. der gesamte Waschzyklus wird nicht oder zumindest nicht wesentlich verlängert.
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In einer vorteilhaften Ausführung wird die andere, vorgegebene Temperatur für den zweiten Abschnitt anhand der vorgegebenen Temperatur für den ersten Abschnitt durch die Formel T2 = T1/2 + 10°C festgelegt. T2 ist die Temperatur der Waschflüssigkeit im zweiten Abschnitt, T1 die Temperatur der Waschflüssigkeit im ersten Abschnitt. Das bedeutet, dass bei einer Temperaturauswahl von 50°C das Wasser bzw. die Waschflüssigkeit, die aus Wasser und Waschmittel gebildet ist, im ersten Abschnitt auf diese vorgegebene Temperatur erwärmt wird.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigen
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1: eine Waschmaschine in einer skizzierten Schnittdarstellung und
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2, 3, 4: die Phasen und Abschnitte des Waschprogramms als Diagramm im zeitlichen Ablauf.
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In 1 ist in rein schematischer Darstellung eine Waschmaschine 1, mit einem Laugenbehälter 2 dargestellt. Die Positions- und Richtungsangaben beziehen sich auf die betriebsgemäße Aufstellposition der Waschmaschine 1. Innerhalb des Laugenbehälters 2 ist eine drehbar gelagerte und über einen elektrischen Motor 13 angetriebene Trommel 3 angeordnet, die die im Laugenbehälter 2 bzw. Trommel befindlichen Wäschestücke 8 bewegt. Die Trommel 3 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel aus Edelstahl hergestellt und mit einer Vielzahl an Öffnungen für die Durchflutung versehen. Das Gehäuse 4 hat eine Beladungsöffnung 9, über die das Innere der Trommel 3 durch die Dichtungsmanschette 6 hindurch erreichbar ist. Die Beladungsöffnung 9 ist mittels der Tür 5 verschließbar. Im unteren Bereich des Laugenbehälters 2 ist die Waschflüssigkeit 7, welche zum Reinigen oder Behandeln der Wäsche 8 benötigt wird. Zur Erwärmung oder zum Erhitzen der Flüssigkeit 7 ist im unteren Bereich des Laugenbehälters 2 ein Heizkörper 10 angeordnet. Im oberen Bereich der Maschine 1 ist ein Einlassventil 15 skizziert, welches das Einlaufen des Wassers aus dem Versorgungsnetz steuert. Über den Einspülkasten 11 wird das Wasser über das Verbindungsrohr 14 in den Laugenbehälter 2 geleitet, wobei im Einspülkasten 11 eingegebenes Waschmittel mit in den Laugenbehälter 2 gespült wird. Unterhalb des Laugenbehälters ist eine Ablaufeinrichtung 12 angeordnet, die die verbrauchte Waschflüssigkeit oder das Spülwasser 7 aus dem Laugenbehälter 2 zur Ablaufleitung 16 herausführt, die in der Regel in einen Abwasserkanal mündet.
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Die Steuereinrichtung 17 steuert den Wassereinlauf 15, die Aktivität der Ablaufeinrichtung 12 und den Antriebsmotor 13, der über das Leistungsteil oder einen Frequenzumrichter 18 bestromt wird, und den Heizkörper 10.
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In 2 ist die Trommeldrehzahl (Speed) in einem Diagramm für die unterschiedlichen Phasen eines kurzen Waschzyklusses bzw. eines Programms zum Waschen von Wäsche 8 (1) dargestellt. Auf der gemeinsamen Zeitachse t (4) ist hierbei beispielhaft die Dauer der jeweiligen Phasen und Abschnitte in Minuten aufgezeigt.
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Zum Zeitpunkt t = 0 beginnt der kurze Waschzyklus mit dem ersten Abschnitt WA1 der Waschphase WA, in dem Wasser bis zu einem Wasserstand von etwa 35 mmWS (35 Millimeter Wassersäule) in den Laugenbehälter eingelassen wird. Die Waschflotte 7 wird im ersten Abschnitt WA1 auf die vom Benutzer eingestellte Temperatur T1, in diesem Beispiel vom kalten Zustand 20°C auf 50°C erhitzt, wobei die Trommel, wie im Diagramm 2 dargestellt, mit hohem Bewegungsanteil und einer Drehzahl (Speed) von etwa 60 u/min (= rpm) gedreht wird. Zum Zeitpunkt t = 10 beginnt der zweite Abschnitt WA2 der Waschphase WA, in dem zusätzlich Wasser in den Laugenbehälter eingelassen wird. Wie in 4 dargestellt, wird der Laugenbehälter 2 bis zu einem Wasserstand von etwa 70 mmWS (70 Millimeter Wassersäule) aufgefüllt. Diese erhöhte Wassermenge wird, wie in 3 verdeutlicht, ab dem Zeitpunkt t = 10 min auf die Temperatur T2 erwärmt, die anhand der Formel T2 = T1/2 + 10°C festgelegt wird. Die vom Benutzer eingestellte Temperatur T1 beträgt 50°C, so dass die Temperatur der Waschflüssigkeit im zweiten Abschnitt WA2 35°C beträgt. Die Trommel wird hierbei für etwa 2 Minuten bis zum Zeitpunkt t = 12 mit dem hohen Bewegungsanteil von etwa 90% und der Drehzahl (Speed) von etwa 60 u/min reversierend weitergedreht. Ab dem Zeitpunkt t = 12 wird die Trommel mit einem geringeren Bewegungsanteil von etwa 50% und einer reduzierten Drehzahl (Speed) von etwa 35 u/min gedreht, wodurch die mechanische Einwirkung auf die Wäsche vermindert wird. Zum Ende der Waschphase WA zum Zeitpunkt t = 16 min wird das Zwischenschleudern IS bei einer Drehzahl (Speed) von etwa 450 bis 600 u/min für etwa 1 bis 2 Minuten durchgeführt. Zum Zeitpunkt t = 17 min wird die Spülphase Ri aktiviert, bei der Wasser bis zu einem Pegel von etwa 70 mmWs in den Laugenbehälter 2 eingelassen und die Trommel 3 mit einer Drehzahl (Speed) von etwa 35 u/min reversierend mit vermindertem Bewegungsanteil von etwa 50% gedreht wird. Beim Spülen wird das Wasser in dieser Anwendung nicht erwärmt, so dass es die Umgebungstemperatur von ungefähr 20°C hat.
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Am Ende der Spülphase Ri zum Zeitpunkt ungefähr t = 21 min folgt ein Zwischenschleudern mit einer Drehzahl (Speed) von etwa 600 u/min und einer Dauer von ungefähr 1 bis 2 Minuten. Anschließend folgt das Endschleudern FS, Die Ablaufeinrichtung ist jeweils beim Zwischenschleudern und beim Endschleudern aktiviert, wodurch die Flüssigkeit aus dem Laugenbehälter entfernt wird. In diesem Beispiel sind für das Endschleudern FS eine Dauer von etwa 5 Minuten und eine maximale Drehzahl (Speed) von 1200 u/min vorgesehen. Wenn die Waschmaschine in der Lage ist, mit höheren Drehzahlen zu schleudern, so können diese höheren Drehzahlen entsprechend verwendet werden. Auch niedrigere Drehzahlen sind möglich, wobei zu beachten ist, dass es beim Endschleudern auf eine gute Entwässerung der Wäsche ankommt. Anhand der 2 ist zu erkennen, dass der gesamte kurze Waschzyklus bzw. der Ablauf des Waschprogramms etwa 25 Minuten dauert, was bei guter Waschwirkung als vorteilhaft kurz angesehen wird.