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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Fertigung von Erdwärmesonden-Rohrformteile aus Kunststoff zum Herstellen einer erdverlegten Erdwärmesonde.
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Erdverlegte Erdwärmesonden bzw. Erdwärmesonden zur Erdverlegung sind an und für sich für einen Fachmann auf diesem Gebiet bekannt. Hierbei wird zur Gewinnung von Erdwärme üblicherweise ein Bohrloch in ein geeignetes Erdreich eingebracht und anschließend ein von einem strömungsfähigen Medium zu durchströmendes Rohrsystem als Erdwärmesonde eingeführt und schließlich das Bohrloch wieder verfüllt. Das Rohrsystem bzw. die Erdwärmesonde weist wenigstens ein Zuleitungsrohr sowie wenigstens ein Ableitungsrohr auf, die am unteren Ende der Sonde, dem Sondenendstück, über einen im Wesentlichen U-förmigen Rohrkrümmer verbunden sind. Ferner können auch mehrere Zuleitungsrohre und/oder mehrere Ableitungsrohre über einen im Wesentlichen Y-förmigen Verteiler bereit gestellt bzw. Reduzierer zusammengeführt sein, so dass letztlich z. B. nur jeweils eine Zuleitung und Ableitung von außerhalb des wieder verfüllten Erdreichs betrieben werden müssen. Die beim Durchströmen durch das Rohrsystem von dem Medium aufgenommene Energie in Form von Erdwärme wird anschließend einem Wärmetauscher oder einer Pumpe zugeführt, zur weiteren Nutzung der über den Wärmetauscher oder die Wärmepumpe gewonnenen Wärme.
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Aus dem
deutschen Gebrauchsmuster 20 2005 004 815 U1 derselben Anmelderin ist z. B. ein Sondenendstück für den Einsatz bei einer erdverlegten Erdwärmesonde nach dem Stand der Technik beschrieben. Dieses verbindet ein unteres Ende eines Zulaufrohres und ein oberes Ende eines Ablaufrohres über Schweißnähte mit einem eine weitere Schweißnaht aufweisenden Rohrkrümmer. Zusätzlich wird das Sondenendstück zum Schutz gegen mechanische Beeinflussungen mit einem Schutzkörper überdeckt. Es sei darauf hingewiesen, dass die Offenbarung dieses Gebrauchsmuster vollumfänglich in den Offenbarungsgehalt vorliegender Erfindung mit einbezogen ist.
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Ferner sind Sondenendfüße aus Kunststoff für eine Erdsonde mit jeweils lediglich einer im Wesentlichen U-förmig geformten Rohrkrümmung aus der
CH 687268 A und der
DE 202 025 78 U1 bekannt.
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Aus der
EP 1 036 974 A1 ist ein Spritzgussverfahren zum Herstellen eines y-förmigen Erdsonden-Rohrformteiles bekannt. Die verfahrensbedingt notwendigen Kernformen führen zu Gussgraten oder Nähten im Strömungskanal des Formteiles.
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Eine Aufgabe der Erfindung ist es, einen technischen Weg aufzuzeigen, mit welchem erdverlegte Erdwärmesonden eine nochmals gesteigerte Effizienz für die Erdwärmegewinnung zutage bringen, insbesondere auch durch Reduzierung von fluidmechanischen Widerständen.
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Die erfindungsgemäße Lösung der Aufgabe ist auf höchst überraschende Weise bereits mit einem Verfahren nach dem unabhängigen Anspruch gegeben. Vorteilhafte und/oder bevorzugte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der jeweiligen Unteransprüche.
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Es ist folglich ein Erdwärmesonden-Rohrformteil aus Kunststoff, insbesondere aus einem thermostabilisierten, zum Herstellen einer erdverlegten Erdwärmesonde vorgesehen, welches wenigstens eine Rohrkrümmung besitzt, mit wenigstens drei sich daran anschließenden geöffneten Rohrenden zum Bereitstellen eines Verteilers oder eines Reduzierers, und welches an der Rohrformteil-Innenwand frei von Schweißnähten oder von anderen unerwünschten wulstartigen Unregelmäßigkeiten in einer Ausrichtung quer zur vom Rohrformteil im Betrieb grundsätzlich vorgebenden Strömungsrichtung ist.
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Allein durch den hierdurch bedingten strömungstechnischen Effekt im Bereich der wesentlichen Krafteinleitung, d. h. im Rohrkrümmungsbereich, auf das bei in Betrieb durchströmende Medium, ist eine gesteigerte Energie-Effizienz erzielbar. Von Vorteil ist ferner, dass in diesem Bereich ein Gefüge bereitgestellt wird, welches aufgrund der Freiheit von diesen Unregelmäßigkeiten wesentlich homogener ist und folglich gegenüber äußeren Belastungen, z. B. Scherkräften, widerstandsfähiger ist.
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Darüber hinaus können auch nach der Verbindung des erfindungsgemäß hergestellten Rohrformteils mit weiteren Rohrteilen der Erdwärmesonde hierdurch zunächst entstandene weitere Schweißnähte oder fügebedingte andere Wulst-Unregelmäßigkeiten auf einfache Weise durch ein geeignetes Projektil „herausgeschossen” bzw. „herausgemolcht” werden, da ein solches Projektil unbehindert die Rohrkrümmung durchqueren kann. In Folge können somit auch Diagnoseeinrichtungen, wie z. B. eine Mess-Kamera oder Mess-Sonde, auf einfache Weise durch die gesamte erdverlegte Erdwärmesonde hindurchgeführt werden ohne, dass ein Hängenbleiben dieser Einrichtungen zu erwarten ist.
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Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass besonders effiziente Ausführungsformen des erfindungsgemäß hergestellten Rohrformteils unter Verwendung eines an und für sich bekannten Blasformverfahrens zweckmäßig herzustellen und auch hergestellt sind. Durch Anwendung eines Blasformverfahrens, werden ferner verschiedene, bei der Anwendung eines Spritzgussverfahrens oder einer mechanischen Fertigung aus Vollmaterial bisher noch bestehende Schwierigkeiten gelöst oder sogar von vornherein unterbunden.
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So ist im Vergleich zu Spritzgussverfahren der Einsatz von Kernen zur Fertigung des Rohrform-Inneren nicht notwendig, wodurch insbesondere damit verbundene Nachteile und Einschränkungen beim Formgeben der wenigstens einen Rohrkrümmung sowie beim anschließenden Entkernen überwunden.
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Auch ist gegenüber einer mechanischen Fertigung eine wesentlich gesteigerte Reproduzierbarkeit und somit auch Prozesssicherheit bei der Fertigung gegeben.
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Zusätzlich kann durch die erfindungsgemäße Verwendung eines Blasformverfahrens die Gesamtlänge des die Rohrkrümmung umfassenden Rohrformteils auf einfache Weise variiert werden, so dass z. B. vom Bereich der wesentlichen Krafteinwirkung aus erst weitaus weiter beabstandet durch Verbindung des Rohrformteils mit weiteren Rohrteilen der Erdwärmesonde in quer zur Strömungsrichtung bzw. im Wesentlichen in Umfangsrichtung verlaufende Schweißnähte oder fügebedingte andere Wulst-Unregelmäßigkeiten anfallen, die „herausschießbar” sind. Das erfindungsgemäße Rohrformteil kann somit durch Anwendung eines Blasformverfahrens erstmalig auch in einem Stück mit einer Form und Gesamtlänge bereitgestellt werden, welche einem Drall entgegenwirken, der häufig beim Abwickeln einer Erdwärmesonde von einer Trommel und Einführen in das Erdreich entsteht.
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So wird zum Einbringen von Erdwärmesonden häufig ein sich vom Sondenfuß und also von einer U-förmigen Rohrkrümmung bzw. Umlenkung aus erstreckender Bereich, z. B. von ca. 1 bis 2 Meter, zunächst gerade fixiert, um beim Einbringen eine bessere Zentrierung zu bieten und den in den Ringbunden vorhandenen Drall zu beseitigen. Durch eine bereits gerade gefertigte Ausführung des Rohres in diesem sich vom von der U-förmigen Rohrkrümmung bzw. Umlenkung aus erstreckenden Bereich wird automatisch eine bessere Zentrierung des Krafteinleitungspunktes am Sondenfuß erreicht. Wird der Sondenfuß jedoch z. B. im Spritzgussverfahren hergestellt, werden hierzu Rohrstücke aus Stangenmaterial eingeschweißt, wodurch weitere Schweißnähte und somit Widerstände entstehen. Im Gegensatz hierzu ist es durch Verwendung eines Blasformverfahrens nunmehr vorteilhafterweise möglich, diese geraden Rohrstücke direkt mit der Umlenkung zu fertigen, welches somit zu geringeren Herstellungskosten und zusätzlich auch zu geringeren Strömungswiderständen führt.
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Zur Erhöhung der Stabilität bei Durchströmung des Rohrformteils durch das Medium aber auch gegenüber äußeren Krafteinwirkungen ist es zweckmäßig, zumindest im Bereich der Rohrkrümmung an der Außenwandung des Rohrformteils durch den Fertigungsprozess gezielt verpresste Bereiche auszubilden, wozu sich wiederum die Verwendung von Blasformverfahren als besonders geeignet erwiesen haben. Je nach spezifischen einsatzbedingten Umgebungsbedingungen des Rohrformteils kann es von Vorteil sein, dass sich derartige verpresste oder druckverschweißte, die Stabilität und Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischen Einwirkungen steigernde Bereiche innerhalb des gekrümmt geformten Rohrverlaufes und/oder außerhalb des gekrümmt geformten Rohrverlaufes befinden.
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Um das Rohrformteil zu fixieren oder mit anderen Teilen wie beispielsweise auch Zuggewichten zu verbinden, ist es von Vorteil, wenn wenigstens eine Durchgangsöffnung im verpressten Bereich angebracht ist. Ergänzend oder alternativ kann zweckmäßig ferner vorgesehen sein, im verpressten Bereich eine Sicke einzubringen, um daran beispielsweise einen Transponder, Chip oder Sender unverlierbar an dem Rohrformteil anzubringen. An dem Kunststoffmaterial des Rohrformteils kann auch eine von außen sichtbare Kennzeichnungsprägung aufgebracht sein, insbesondere eine bereits während des nach der Erfindung bei der Fertigung des Rohrformteils besonders bevorzugt und vorteilhaft eingesetzten Blasformverfahrens aufgebrachte. Zur Herstellung des Rohrformteils wird zweckmäßig ein schweißbares Kunststoffmaterial eingesetzt, so dass im Wesentlichen auf bekannte Verbindungstechniken beim Verbinden mit weiteren Rohrteilen der Erdwärmesonde zurückgegriffen werden kann.
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Auch ist es bekanntermaßen von Vorteil, wenn das Rohrformteil als solches nicht starr ist, sondern aus Kunststoff gefertigt ist, welcher dauerhaft eine gewisse Flexibilität besitzt bzw. elastisch verformbar ist. Durch Verwendung eines Blasformverfahrens zur Herstellung des Rohrformteils besteht ferner die zweckmäßige Möglichkeit, auf einfache Weise die Wandung des Rohrformteils mittels einer Vielzahl von in radialer und/oder in axial Richtung benachbart angeordneten Kunststoffschichten bereits bei der Herstellung des Rohrformteil-Vorformlings anwendungsspezifisch zu beeinflussen, beispielsweise auch zur Vermeidung von Permeation und/oder zum Schutz vor mechanischen, chemischen oder biologischen Einflüssen. Ergänzend oder alternativ ist es zweckmäßig und durch Verwendung eines Blasformverfahrens auf einfache Weise möglich, das Rohrformteil anwendungsspezifisch mit unterschiedlichen Wandungsdicken bzw. -abmessungen auszubilden. So können insbesondere auch sich in das Rohrinnere auswirkende Wandungsabmessungen auf die durchströmenden Medien z. B. in Bezug auf Akustik, Strömung und Abrasion steuernd einwirken. Ferner können erforderliche Wandstärken für das im Einsatz unter Druck stehende Rohrformteil gezielt eingestellt werden.
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Es hat sich gezeigt, dass die vorgenannten Wirkungen und vorteilhaften Eigenschaften durch Verwendung eines Blasformverfahrens teilweise erstmalig, zumindest effizienter ermöglicht sind als bei durch andere Fertigungsverfahren gefertigte Erdwärmesonden-Rohrformteile aus Kunststoff zur Herstellung einer erdverlegten Erdwärmesonde, wie insbesondere Spritzgussverfahren oder Verfahren zur mechanischen Fertigung aus einem Vollmaterial.
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Das Rohrformteil kann zum weiteren Schutz auch mit einem Schrumpfschlauch überzogen werden.
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Die Erfindung sieht ein Blasformverfahren zur Fertigung eines vorstehend beschriebenen Erdwärmesonden-Rohrformteils aus Kunststoff vor, gemäß welchem in einem erstem Schritt eines Blasformverfahrens ein Kunststoff-Vorformling hergestellt wird und in einem zweiten Schritt der Vorformling mit einer Blasform durch inneren Überdruck zu einem Rohr-Vorformteil mit einem, in sich und/oder nach außen geschlossenen Rohrverlaufes aufgeweitet wird und durch Beschneiden des aufgeweiteten Rohr-Vorformteil ein erstes Rohrformteil erzeugt wird, welches wenigstens eine Rohrkrümmung und wenigstens drei geöffnete Rohrenden für einen Reduzierer oder Verteiler besitzt. Durch Beschneiden kann ein weiteres Rohrformteil erzeugt werden, welches wenigstens eine Rohrkrümmung und zwei geöffnete Rohrenden für ein Sondenendstück besitzt. Die Herstellung des Vorformlings kann kontinuierlich oder diskontinuierlich und unter Einsatz verschiedener Kunststoff-Schichten erfolgen. Zur Stabilisierung, insbesondere im Bereich einer Rohrkrümmung, wird an der Außenwandung des Rohrformteils durch den Blasformprozess eine Materialverpressung bewirkt und dieser verpresste Materialbereich ggf. mit einer oder mehreren Durchgangsöffnungen als Befestigungseinrichtungen versehen. Ein weiter Vorteil der Verwendung eines Blasformverfahren liegt darin, dass anwendungsspezifisch im Wesentlichen jedes geeignete Kunststoffmaterial eingesetzt werden kann und beim Aufweiten des Vorformlings unterschiedliche Wandungsdicken bzw. -abmessungen auf einfache und kosteneffiziente Weise erzeugt werden können, auch mit ein und demselben Werkzeug.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsformen eines unter Verwendung eines Blasformverfahrens hergestellten Erdwärmesonden-Rohrformteils unter Bezugnahme auf die Zeichnung beispielhaft beschrieben. Hierbei zeigen:
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1 eine vereinfachte Schnittansicht durch einen Teil eines Sondenendstückes,
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2 eine vereinfachte Schnittansicht eines als Verteiler oder Reduzierer einsetzbaren Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäß hergestellten Rohrformteils, und
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3 eine vereinfachte Schnittansicht eines unter erfindungsgemäßer Verwendung eines bevorzugten Blasformverfahrens gefertigten Rohr-Vorformteils vor Beschneidung zu wenigstens einem erfindungsgemäß hergestellten Rohrformteil.
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Nachfolgend wird zunächst auf die 1 Bezug genommen. Ein im Ganzen mit 10 bezeichnetes Sondenendstück in Art und Weise eines im Wesentlichen U-förmig verlaufenden Erdwärmesonden-Rohrformteils aus Kunststoff, insbesondere thermostabilisiertem Kunststoff, zur Herstellung einer Erdwärmesonde weist, erfindungsgemäß hergestellt, im Inneren des Rohrverlaufs keinerlei Wülste oder Nähte auf, die in einer Ausrichtung quer zur vom Rohrformteil im Betrieb grundsätzlich vorgebenden Strömungsrichtung verlaufen und somit in der Strömung stehende Widerstände bilden würden. Jegliches Medium, welches durch die im Rohrverlauf U-artig geformte Krümmung 14 hindurch muss oder soll, kann dies somit im Wesentlichen vollständig behinderungsfrei. Das verringert somit in Bezug auf das strömungsfähige Medium zur Wärmegewinnung im Bereich der Umlenkung den Widerstand und die Wirbelbildungsmöglichkeit. Andererseits birgt dieses den weiteren Vorteil, dass beim Verbinden des Sondenendstücks mit weiteren, nicht dargestellten Rohrteilen für den Zu- und Ablauf der Erdwärmesonde entstehende Schweißnähte auf einfache Weise mittels eines Projektils, welches anschließend durch den Rohrverlauf geschossen wird, wieder entfernt werden können. Auch an weiteren Stellen im Rohrinnern der Erdwärmesonde ist folglich eine Freiheit von solchen Verbindungswülsten nachträglich wieder herstellbar. Insgesamt ist somit auch in Bezug auf jegliche andere Einrichtungen, welche ein solches Erdwärmesonden-Rohrformteil, hergestellt nach der Erfindung, durchqueren müssen oder sollen, festzuhalten, dass diese dieses im Wesentlichen unbehindert durchqueren können.
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So kann z. B. eine Mess-Sonde oder Mess-Kamera in eine erdverlegte Erdwärmesonde eingelassen werden und diese im Wesentlichen vollständig unbehindert durchqueren, um beispielsweise das Rohrsystem der erdverlegten Erdwärmesonde oder den Raum zwischen der Rohraußenwandung und des noch unerfüllten oder bereits wieder verfüllten restlichen Bohrlochs zu diagnostizieren.
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Ein geöffnetes erstes Rohrende 17, welches insbesondere fertigungsbedingt unterschiedlich lang ist, dient zur Verbindung mit einem weiteren Zulaufrohr bei der Herstellung einer erdverlegten Erdwärmesonde und somit später bei Durchströmung mit einem entsprechenden Medium als Zulauf. Die Ablaufseite wird entsprechend über das andere Rohrende 18 bereitgestellt.
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Die beiden Rohrenden 17 und 18 des unter Verwendung eines Blasformverfahrens gefertigten Rohrformteils 10 gehen in der U-artig geformten Rohrkrümmung 14 nahtlos ineinander über. Durch Anwendung eines Blasformverfahrens zur Fertigung eines solchen Rohrformteils 10 können die Rohrenden 17 und 18 folglich auch derart verlängert und gerade und in einem Stück mit der Rohrkrümmung 14 bereitgestellt werden, dass das Rohrformteil 10 bereits alleine eine Art Kurzsonde ist, die die vertikale Erdverlegung nochmals vereinfacht und z. B. auch einem Drall entgegenwirkt, der häufig beim Abwickeln einer Erdwärmesonde von einer Trommel oder ähnlichem und dem Einführen in das Erdreich entsteht. Durch Anwendung eines Blasformverfahrens zur Fertigung eines solchen Rohrformteils 10 ist es somit nunmehr in vorteilhafter Weise möglich, sich von der Rohrkrümmung 14 aus erstreckende Abschnitte mit geraden Rohrverläufen direkt mit der U-förmigen Rohrkrümmung bzw. Umlenkung in einem gemeinsamen Arbeitsschritt zu fertigen, welches mit einer wesentlichen Reduzierung der Herstellungskosten und unerwünschten Strömungswiderständen einher geht.
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Zwischen den Rohrenden 17 und 18, an und nahe am Rohrkrümmungsbereich ist an der Außenwandung des Rohrformteils ein diese Rohrenden verbindender, verpresster Bereich 11 bereitgestellt. Im verpressten Bereich 11 ist ferner eine Öffnung 12 ausgebildet. Auch an der im Wesentlichen gegenüberliegenden Außenwandung der Krümmung 14 des Rohrverlaufs befindet sich ein gezielt verpresster Bereich 13, der ebenfalls mit einer Öffnung 19 versehen ist. Die Bereiche 11 und 13 dienen insbesondere zur Stabilisierung und Verstärkung und können auch aus der bei 1 dargestellten Ansichtsebene hervorstehen. Für die gezielte bzw. bewusste Erzeugung solcher verpressten Bereiche ist die Anwendung eines Blasformverfahrens gegenüber anderen, bereits bekannten Verfahren zur Fertigung von Erdwärmesonden-Rohrformteilen aus Kunststoff zur Herstellung einer erdverlegten Erdwärmesonde besonders effizient und wirkungsvoll. Die Öffnungen 12 und 19 können z. B. zur Befestigung oder Verbindung des Rohrformteils 10 an bzw. mit anderen Komponenten, wie beispielsweise auch Zuggewichten, dienen.
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Das bei 2 dargestellte und im Ganzen mit 20 gekennzeichnete Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäß hergestellten Rohrformteils besitzt drei geöffnete Rohrenden 27, 28 und 29, wobei das Rohrformteil 20 im Ganzen im Wesentlichen Y-artig geformt ist und eine hierzu entsprechend geeignet geformte Rohrkrümmung 24 im Rohrverlauf besitzt, so dass die Rohröffnung 27 im Wesentlichen in eine entgegengesetzte Richtung zeigt als die Rohröffnungen 28 und 29. Entsprechend wird das Rohrformteil 20 in der Funktion eines Verteilers mit dem Rohrende 27 als Zulauf und den Rohrenden 28 und 29 als Ablauf beim Durchströmen eines Mediums dienend eingesetzt, bzw. in der Funktion eines Reduzierers entgegengesetzt.
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Der sich zwischen den Rohrenden 28 und 29 erstreckende Rohrverlauf im Bereich der Rohrkrümmung 24 bildet wiederum eine im Wesentlichen U-artige Form aus, wobei die dargestellte Form nicht zwingend ist. In einem hiervon teilweise umrahmten Bereich ist zwischen den Außenwandungen wiederum ein verpresster Materialbereich 21 zur Stabilisierung ausgebildet. Im Innern des Rohrformteils sind keine Schweißnähte oder andere durch Fügeverfahren bedingten Wülste vorhanden, die in einer Ausrichtung quer zur vom Rohrformteil im Betrieb grundsätzlich vorgebenden Strömungsrichtung verlaufen und somit beim Durchqueren des Rohrformteils 20 als Widerstände hervorstehen könnten. Darüber hinaus ist beim Beispiel gemäß 2 sichtbar, dass im Wandungsbereich 25 z. B. die Wanddicke unterschiedlich zur Wanddicke im Wandungsbereich 26 ist bzw. durch die jeweilige Wandabmessung der Durchmesser des Rohrinneren erweitert bzw. vermindert ist. Hierüber kann folglich auch ein gewünschtes Strömungsverhalten optimiert werden.
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Wie bereits ausgeführt, sind die Rohrformteile nach 1 und 2 zur zweckgerichteten Einwirkung auf das durchströmende Medium bevorzugt unter entsprechender Vorgabe einer Blasform gefertigt.
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Ferner können bereits durch die Blasform z. B. eindeutige Kennzeichnungen in das Material eingebracht werden, um die Unverwechselbarkeit zu dokumentieren.
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Darüber hinaus, was bei den Figuren nicht dargestellt ist, können bereits bei der Herstellung des Vorformlings mehrere Kunststoffschichten gleicher oder unterschiedlicher Kunststoffe miteinander kombiniert werden. Auch eine sequentielle Extrusion des Vorformlings, beispielsweise zum Verbinden mehrerer Schichten in Längs- bzw. Axialrichtung ist möglich, so dass unterschiedliche vorteilhafte Materialeigenschaften anwendungsspezifisch zur langlebigen Beständigkeit einsetzbar sind. Ferner nicht dargestellt in den Figuren sind als praktische Ergänzung eingebrachte Sicken oder ähnliches, beispielsweise im Bereich der verpressten Materialbereiche, zur dauerhaften Befestigung von Transponder, Sender, Chips etc.
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Insgesamt ergeben sich somit gegenüber anderen, bereits bekannten Verfahren zur Fertigung von Erdwärmesonden-Rohrformteilen aus Kunststoff zur Herstellung einer erdverlegten Erdwärmesonde besonders vielfältige und effiziente Gestaltungsvariationen und Möglichkeiten und wesentliche Vorteile stellen sich in Folge des in Ausrichtung quer zur vom Rohrformteil im Betrieb grundsätzlich vorgebenden Strömungsrichtung nahtfrei geformten Krümmungsbereichs 14 oder 24 ein. Da somit auch in diesen grundsätzlich kraftübertragenden Bereichen unerwünschte, in der Strömung stehende Widerstände durch Nähte oder Wülste für ein durchquerendes Medium entfallen, sind Strömungswiderstände und Verwirbelungsverluste eines zur Wärmegewinnung durchströmenden Mediums wesentlich vermindert und wird insgesamt eine im Wesentlichen unbehinderte Durchquerung des Krümmungsbereichs 14 oder 24 ermöglicht. Auch stellt sich folglich um den Bereich der hauptsächlichen Krafteinleitung herum ein wesentlich homogeneres Materialgefüge ein.
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Wie aus vorangegangener Beschreibung der Ausführungsbeispiele mit jeweiligen Merkmalen, die auch unterschiedlich miteinander kombinierbar sind, ersichtlich, ist ein solches erfindungsgemäßes Rohrformteil besonders zweckmäßig in überraschender Weise unter Verwendung von Blasformverfahren herstellbar. Blasformtechniken sind an und für sich bekannt und der Fachmann auf diesem Gebiet erkennt, dass abgewandelte Strömungsquerschnitte realisierbar sind.
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3 zeigt skizzenhaft ein unter erfindungsgemäßer Verwendung eines Blasformverfahrens gefertigtes Kunststoff-Rohr-Vorformteil vor Beschneidung zu zwei Rohrformteilen 10 und 20 nach der Erfindung. Zur Fertigung des dargestellten Rohr-Vorformteils wurde zunächst ein Kunststoff-Vorformling mittels Extrusion hergestellt, welcher anschließend in einer Blasform durch Einleiten eines inneren Überdruck über eine Einblasöffnung 31 zu dem Rohr-Vorformteil mit einem, im dargestellten Beispiel in sich und nach außen geschlossenen Rohrverlauf aufgeweitet wurde. Durch Beschneiden des aufgeweiteten Rohr-Vorformteils entlang der Linie S2 kann daraus ein erstes Rohrformteil 10 erzeugt werden, welches dann einen Rohrkrümmungsbereich 14 und zwei geöffnete Rohrenden besitzt und also ein Sondenendstück gemäß 1 bildet. Ferner wird durch Beschneiden des aufgeweiteten Rohr-Vorformteils entlang der Linie S1 und S2 ein Rohrformteil 20 erzeugt, welches einen Rohrkrümmungsbereich 24 besitzt, im Wesentlichen Y-artig geformt ist und drei geöffnete Rohrenden besitzt und also einen Verteiler oder Reduzierer gemäß 2 bildet. Die Herstellung des Vorformlings kann kontinuierlich oder diskontinuierlich und unter Einsatz verschiedener Schichten hergestellt werden. Zur Stabilisierung, insbesondere im Bereich der Rohrkrümmungsbereiche, werden an der Außenwandung der Rohrformteile durch den Blasformprozess gezielt verpresste Bereiche 30 erzeugt, die nach Beschneiden zweckmäßig zumindest in den Bereichen 21 bzw. 11 und 13 stehen gelassen werden und ggf., wie vorstehend beschrieben mit einer oder mehreren Durchgangsöffnungen als Befestigungseinrichtungen versehen.
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Durch Verwendung eines Blasformverfahren ist es somit anwendungsspezifisch möglich, im Wesentlichen jedes geeignete Kunststoffmaterial einzusetzen und beim Aufweiten des Vorformlings unterschiedliche Wandungsdicken bzw. -abmessungen zu erzeugen, welche auf die beim Einsatz durchströmenden Medien z. B. in Bezug auf Akustik, Strömung und Abrasion steuernd einwirken. Zum Schutz gegenüber äußeren Einflüssen können ferner eine Vielzahl von Kunststoff-Schichten bereits beim Extrudieren radial und/oder axial aneinandergefügt werden. Eine Vielzahl von anwendungsspezifisch unterschiedlichen Ausführungsformen lassen sich somit im Rahmen der Erfindung durch Verwendung eines Blasformverfahrens, im Gegensatz zu anderen Verfahren zur Fertigung von Erdwärmesonden-Rohrformteilen aus Kunststoff, durch ein und dasselbe Werkzeug erzeugen, beispielsweise über die Steuerung der Fließgeschwindigkeit des Vorformlings.
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Das Rohrformteil kann zum weiteren Schutz z. B. noch mit einem Schrumpfschlauch überzogen und/oder mit einem weiteren Schutzkörper teilweise bedeckt bzw. eingehaust werden.