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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Beeinflussung des Durchgangs
von Licht, Wärmestrahlung, Schall und Luft bei Hüllkonstruktionen, vorzugsweise
für Gebäudefassaden.
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Diverse
Systeme zur Beeinflussung des Strahlungsdurchgangs (Licht, Wärmestrahlung)
als Sonnen- und/oder Blend- und/oder Sichtschutz und/oder zur Lichtlenkung
für Hüllkonstruktionen sind bekannt. Die Vorrichtungen
sind meist in sich und/oder als Ganzes beweglich, um die Durchlässigkeit
für Strahlung, aber oft auch gleichzeitig für
Luft und ggf. Schall an wechselnde Aussenverhältnisse (wie
z. B. Lichtsituationen) oder sich ändernde Anforderungen
des Nutzers anpassen zu können. Die dabei verwendeten Bauteile
können plattenartig sein, aus gewebten oder gitterartigen
Elementen bestehen, sich aus Stäben, Latten oder Lamellen
zusammensetzen. Sie sind Teil der Hüllkonstruktionen und meist
vor oder hinter verglasten Öffnungen angeordnet. Platzsparende
Paketierungen der verwendeten Elemente (Strukturen) sind sinnvoll
und können je nach Art und Geometrie der Strukturen durch
Falten, Raffen oder Aufrollen erzielt werden.
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Es
ist auch bekannt, dass dabei gleiche oder verschiedene Strukturen
in mehreren Ebenen beweglich zueinander angeordnet werden können,
um durch gezielte Überlagerungen die Durchlässigkeit für
Strahlung und/oder Luft und/oder Schall zu verändern und
dadurch das System wechselnden Bedingungen anpassen zu können.
Die aussenliegende Sonnenschutzeinrichtung über den Schrägverglasungen
des Terminal I des Flughafen München ist dafür
ein Beispiel. Einheiten mit auf Lücke gesetzten Rundrohren
sind in drei Ebenen hintereinander angeordnet.
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Die
Firma HunterDouglas hat unter dem Namen ,Luciel' eine Sonnenschutzeinrichtung
auf dem Markt, bei der zwei unmittelbar nebeneinander angeordnete
Gewebeschichten mit horizontalen, blickdichten und blickoffenen
Streifen im Wechsel gegeneinander um das Maß der Streifen
(ca. 1–2 cm) verschoben werden können. Dadurch
kann Durchsicht und Lichteinfall verändert werden. Die
beiden Bahnen können gleichzeitig wie ein Rollo aufgewickelt werden.
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Aus
folgenden Gründen ergeben sich bei den bekannten technischen
Einrichtungen Nachteile bei Funktion und Konstruktion:
Fassaden
für den Geschossbau gliedern sich in der Höhe
in drei Funktionsbereiche, die sich mit ihren Anforderungen deutlich
unterscheiden. Diese sind von unten nach oben der Brüstungsbereich,
der Bereich des Blickfeldes für sitzende und stehende Tätig keiten und
schließlich der Oberlichtbereich, der vor allem für die
Ausleuchtung des Raumes in der Tiefe von großer Bedeutung
ist. Je nach Nutzung im Gebäudeinneren und je nach Außenlichtsituation
(im Tages- und Jahresverlauf und je nach Witterung bzw. Bewölkungsgrad)
erfordern die drei Bereiche unterschiedliche Durchlässigkeiten
für Strahlung, aber auch für Luft im Falle der
Notwendigkeit einer natürlichen Lüftung. Eine
gut funktionierende Vorrichtung sollte diesem Umstand mit vertretbarem
technischen Aufwand Rechnung tragen. Bekannte Lösungen
zeigen bei dieser wichtigen Anforderung deutliche Nachteile.
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In
horizontaler Richtung bewegliche Systeme wie z. B. Schiebeläden,
Drehflügel oder Faltläden können den
Anforderungen, die vertikal zoniert sind, nicht gerecht werden.
Die bekannten in vertikaler Richtung beweglichen Systeme wie z.
B. aufrollbare Stoffbahnen, Jalousien mit drehbaren Lamellen oder Rollläden
'entfalten' sich meist von oben nach unten (der Schwerkraft folgend),
in einigen Fällen auch von unten nach oben. Möchte
man z. B. nur die mittlere Zone als Sicht- oder Blendschutz mit
Strukturen belegen, so wird meist auch der obere bzw. untere Bereich
systembedingt belegt. Bei Jalousienbehängen mit drehbaren
Lamellen versucht man diesen Nachteil zu verringern, indem die Lamellen
im Oberlichtbereich separat vom mittleren oder unteren Bereich drehbar
sind. Auch können die Lamellen im Oberlichtbereich eine
höhere Transparenz besitzen (siehe dazu Patentanmeldung
DE 195 37 190 A1 ).
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Behänge,
die als Sonnenschutzeinrichtung dienen, beeinträchtigen
zudem in vielen Fällen den Luftaustausch zwischen Innen-
und Außenraum, indem im geschlossenen oder teils geschlossenen
Zustand keine ausreichenden freien Öffnungen mehr vorhanden
sind (besonders wichtig an der Unterseite der Decke und auf Boden-
bzw. Brüstungsniveau). So kann sich bei mangelnder Hinter-
und Durchlüftung einer Sonnenschutzeinrichtung diese stark durch
die absorbierte Sonneneinstrahlung erwärmen und die Energie
durch Wärmestrahlung an den Innenraum abgeben.
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Die
Patentanmeldung
FR
2 789 728 – A1 beinhaltet ein System mit einem
von oben nach unten zu fahrenden zweiteiligen Behang, wobei zwischen Abschnitt
1 und 2 ein in der Größe veränderbarer
Abstand eingestellt werden kann, der z. B. für den Sichtkontakt
des Nutzers zum Außenraum genutzt werden kann. Beide Abschnitte
sind in einer Ebene angeordnet.
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Die
Patentschrift
EP 1
524 400 B1 beinhaltet eine Roll-Laden-Vorrichtung mit variabler
Schlitzöffnung. Dies wird durch zwei getrennt voneinander
aufwickelbare Rollläden oder auch Bahnen aus Gewebe oder
Kunststoff in einem oberen und einem unteren Kasten erreicht. Ein
Nachteil besteht darin, dass immer nur eine Schlitzöffnung
erzeugt werden kann, wodurch eine effiziente Spaltlüftung,
mit Zuluft- und Abluftöffnung nicht geschaf fen wird. Auch
wird die Möglichkeit der Überlagerung der abgerollten
Bahnen z. B. zur Beeinflussung des Lichteinfalls nicht genutzt.
Die Durchlässigkeit für Licht und/oder Luft der abgerollten
Bahnen selbst ist nicht veränderbar. Der technische Aufwand
mit zwei unabhängig voneinander zu bedienenden Trommeln
ist sehr groß.
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In
der Patentanmeldung
DE
10 2004 025 583 A1 wird ein System mit mehreren vertikal
in verschiedenen Ebenen zu verfahrenden Einzelelementen in Rahmenbauweise
vorgeschlagen, die einzeln beweglich sind und jeweils für
eine bestimmte Funktion (z. B. für Blendschutz oder Lichtlenkung
oder Sonnenschutz etc.) mit entsprechenden Strukturen als Füllungen
ausgestattet sind. Das System ermöglicht gute Anpassung
an unterschiedliche Außen- und Innenbedingungen und trägt
der vertikalen Zonierung der Anforderungen einer Fassade im Geschossbau Rechnung.
Die Bauweise erfordert jedoch einen hohen technischen Aufwand, u.
a. um die Einzelelemente gegen die wirkende Schwerkraft in Position bringen
bzw. halten zu können. Auch die Bedienung von insgesamt
sechs (einschließlich dreier verglaster Lüftungselemente)
voneinander unabhängig bewegbarer Einzelelemente in einem
Fassadensegment ist nicht einfach zu bewältigen. Die vielen
möglichen Kombinationen können vom Nutzer vermutlich
nicht sinnvoll ausgeschöpft werden.
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Die
Aufgabe der Erfindung ist eine Vorrichtung, über die die
Durchlässigkeit von Hüllkonstruktionen auf einfache,
kostengünstige und vielfältige Art und Weise verändert
werden kann. Dabei sollen die unterschiedlichen Anforderungen und
Funktionen, die sich aus der vertikalen Zonierung von Hüllflächen (insbesondere
im Geschossbau) ergeben, erfüllt werden. Sonnenschutz,
Blendschutz und eine gute Tageslichtnutzung bei ausreichender Durchsicht
und guten Lüftungsmöglichkeiten (besonders eine
effektive Spaltlüftung) werden angestrebt. Freie Öffnungen sollen
in verschiedenen Höhenlagen und Größen leicht
einstellbar sein. Eine Aufheizung der Abdeckungselemente (Strukturen)
soll durch gute Durch- und Hinterlüftung vermieden werden.
Auch soll die Vorrichtung für den Einsatz und auch Austausch
von sehr unterschiedlichen Strukturen aus unterschiedlichen Materialien
geeignet sein.
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Die
erfindungsgemäße Vorrichtung zur Beeinflussung
des Durchgangs von Licht, Wärmestrahlung, Schall und Luft
bei Hüllkonstruktionen ist ein umfassendes Funktions- und
Konstruktionsprinzip (1), das auf vielfältige
Art und Weise variiert und technisch umgesetzt werden kann. Es ist
für Hüllkonstruktionen von Gebäuden und
Fahrzeugen geeignet, kann aber auch in Außen- und Innenräumen
(z. B. als eine Trennwand mit veränderbarer Durchlässigkeit)
Anwendung finden. Bei einem Einsatz im Geschossbau wird die Vorrichtung
in, vor oder hinter verglasten Öffnungen angeordnet. Auch
eine Installation im Scheibenzwischenraum von Zweischeibenisolierverglasungen
ist generell möglich und sinnvoll.
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Die
Vorrichtung besteht aus einem geschlossenen, umlaufenden, zugbeanspruchten
und vorgespannten System, in das (bervorzugt in abschnittsweisen
Flächeneinheiten) gleiche oder unterschiedliche Strukturen,
gleicher oder unterschiedlicher Größe (Beispiele
in 3), aus gleichen oder unterschiedlichen Materialien
eingebunden sind. Diese Strukturen können sich aus linearen
Einzelbauteilen wie z. B. Stäben, Latten und dergleichen
zusammensetzen oder flächige Elemente aus Geweben oder Folien
sein. So werden Strukturen in einem bestimmten Abstand in zwei parallelen
Ebenen angeordnet und gleichzeitig vertikal gegenläufig
zueinander verschoben. Die über Zugelemente miteinander
verbundenen Strukturen werden an den gegenüberliegenden
Rändern (meist Ober- bzw. Unterseite) des Systems über
Rollen und/oder Walzen auf die jeweils andere Seite synchron umgelenkt.
Für eine Umlenkung auf die jeweils andere Seite müssen
die Strukturen in der Bewegungsrichtung ausreichend biegeweich sein.
Durch den Wendevorgang werden Oben und Unten, Innen und Außen
der Strukturen und ihrer Einzelteile vertauscht.
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Die
Kopplung der Strukturen über die umlaufenden Zugelemente
neutralisiert weitgehend vertikale Lasten. Es genügt ein
Bewegungsvorgang, nämlich eine Drehbewegung, um in zwei
Ebenen gleichzeitig Strukturen vertikal zu bewegen. Dadurch wird
der technische Aufwand für Herstellung, Betrieb, Bedienung
und Wartung gering gehalten. Abhängig von der abschnittsweisen
Belegung mit Strukturen können sowohl einlagige als auch
zweilagige Bereiche als auch Bereiche ohne Belegung in unterschiedlichen
Höhenlagen erzeugt werden (Beispiel in 2).
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Der
Variantenreichtum sinnvoller Belegungen mit Strukturen und deren
Anordnung ist sehr groß. Besonders geeignet sind Strukturen,
die durch entsprechende Überlagerung in zwei Ebenen den Grad
und die Art des Durchgangs von Strahlung, Luft und ggf. Schall auf
vielfältige Art und Weise beeinflussen. Durch gezielte
reale spekulare oder diffuse Reflexion bzw. Transmission von Strahlung
an Oberflächen bzw. durch lichtdurchlässige Materialien
der verwendeten Strukturen können gut und vielfältig
Anforderungen des Sonnen-, Blend- und Sichtschutzes, aber auch Maßnahmen
zur besseren Raumausleuchtung erzielt werden. Auch der durch den
Durchmesser der Umlenkrollen bzw. -walzen gebildete Abstand der
Ebenen, in denen die Strukturen liegen, ist bei vielen Strukturen
von großer Relevanz. Mit verschieden großen Durchmessern
lassen sich selbstverständlich unterschiedliche Abstände
erzeugen. Auch lassen sich durch weitere ggf. bewegbare Rollen,
die im Feldbereich angeordnet sind und somit nicht der Umlenkung
dienen, die Abstände der Strukturen verändern.
Die Strukturen können jeweils seitlich, parallel zur Bewegungsrichtung
z. B. in U-förmigen Schienen geführt werden, wodurch
das System auch generell außenseitig bei Windbeanspruchung funktioniert.
Mit einem kompletten Bewegungsumlauf lassen sich sehr unterschiedliche
Konstellatio nen (Beispiele in 16)
mit wechselnden Abdeckungsmustern z. B. über die Höhe
der Gebäudeöffnung erzeugen, die den Durchgang
von Strahlung und auch Luft über die Höhe der Öffnung
sehr unterschiedlich beeinflussen. Auch bei z. B. völliger
Ausblendung direkter Sonnenstrahlung ist bei Verwendung von Stabstrukturen
immer auch eine gute Durchströmung mit Luft möglich.
Auch lassen sich leicht an Ober- und Unterseite Spaltöffnungen
erzeugen, die eine gute Hinterlüftung der Vorrichtung selbst
und die Be- und Entlüftung von z. B. dahinter liegenden
Räumen ermöglicht.
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Das
umlaufende Bewegungsprinzip der Vorrichtung ermöglicht
zusammenfassend in einer Konstruktionseinheit folgende geometrische
Lageänderungen von Einzelelementen bzw. flächigen
Einheiten der Strukturen:
- – stufenlose
Einstellung jeder Höhenlage
- – Anordnung in zwei Ebenen
- – Vertauschbarkeit der Abfolge von Innen nach Außen
bei der Überlagerung
- – Vertauschbarkeit von Innen- und Außenseite
- – Vertauschbarkeit von Oben und Unten
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Unterscheidungen
von Ober- und Unterseite, Vorder- und Rückseite bei Einzelelementen
und/oder Flächeneinheiten bezüglich Formgebung
und/oder Oberflächenstruktur und/oder Farbe und/oder Helligkeit
ermöglichen z. B. eine gezielt unterschiedliche Reflexion
und Absorption von Strahlen und Schallwellen.
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Das
System kann über die ganze Höhe einer z. B. verglasten
Gebäudeöffnung angeordnet werden, kann aber auch
diese überlappen (z. B. im Brüstungsbereich) oder
auch nur einen Teilbereich einer Öffnung belegen. Es wird
vorzugsweise vertikal eingesetzt, kann aber auch in geneigten Ebenen
angeordnet werden. Auch kann eine Funktionseinheit sich über
mehrere Ebenen erstrecken (z. B. vertikal angeordnetes Element mit
horizontalen Auslegern).
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Das
System kann als ein Baukasten konzipiert und umgesetzt werden, der
vom Nutzer selbst mit Strukturen bestückt und z. B. im
jahreszeitlichen Wechsel verändert wird.
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Es
können zwei grundsätzlich unterschiedliche Konstruktionsprinzipien
unterschieden werden:
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Im
ersten Fall (4) werden umlaufende Zugelemente
(mindestens zwei) über Rollen geführt, die jeweils
mit Wellen untereinander gekoppelt sind (für synchrone
Drehungen). Dafür kommen in Betracht: Bänder,
gelochte Bänder, Zahnriemen, Ketten etc.
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Die
einzelnen Umlenkrollen sind reib- und/oder formschlüssig
mit den Zugelementen gekoppelt, damit ein ungewolltes Abrutschen
und damit Schiefstellen der Strukturen vermieden wird. An den Zugelementen
sind die Strukturen befestigt. Rollen können aus Metall
oder Kunststoffen gefertigt sein. Die Bänder bestehen entweder
aus Metall (z. B. aus Bandedelstahl geringer Stärke), Kunststoffen,
Geweben und Kombinationen daraus oder setzen sich aus kettenartigen
Gliedern aus Metall und/oder Kunststoff zusammen. Beim zweiten Konstruktionsprinzip (5)
bilden die Strukturen selbst zugbeanspruchbare (z. B. Gewebe) Einheiten,
sie werden -wenn nur abschnittsweise angeordnet- über einzelne
Zugelemente miteinander zu einem umlaufenden Ganzen gekoppelt, das
z. B. über Walzen jeweils an den Rändern umgelenkt
wird.
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Anhand
eines Ausführungsbeispiels werden technische Umsetzung,
erzielbare Wirkungen und Vorteile der erfindungsgemäßen
Vorrichtung aufgezeigt:
Die technische Einheit ist für
den Geschossbau konzipiert (z. B. witterungsgeschützt im
Fassadenzwischenraum einer Zweite-Haut-Fassade angeordnet) und kann
unterschiedliche Breiten haben, die Höhe richtet sich vornehmlich
nach der Raumhöhe bzw. Höhe der Fensteröffnung
(Übersicht in 6 und 7, Details
in 8, 9 und 10). Zahnriemen
z. B. aus Polyurethan mit Edelstahleinlagen bilden die seitlichen
umlaufenden Zugelemente, die oben und unten über Zahnriemenscheiben
aus Metall (Durchmesser ca. 20 bis 50 mm, je nach gewünschtem
Abstand der Strukturen) umgelenkt werden. Die Zahnriemenscheiben
sind oben und/oder unten paarweise über Wellen aus Metall
miteinander gekoppelt. Die Wellen bzw. Achsen sind oben und unten
in Halterungen drehbar gelagert (nicht dargestellt). Die Halterungen
sind entweder an Boden und Decke befestigt oder in einem eigens
dafür vorgesehenen Rahmen (der als Ganzes wiederrum beweglich
ausgeführt sein kann) montiert. Über diese Halterungen
werden die Zahnriemen vorgespannt. Auf den Außenseiten
der ca. 10 bis 20 mm breiten Zahnriemen sind T-förmige
Adapter z. B. aus Polyurethan in regelmäßigen
Abständen angebracht, vorzugsweise durch Verschweißung
mit der Decke des Zahnriemens. Die Adpater dienen der Befestigung
der Strukturen.
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Im
dargestellten Ausführungsbeispiel (6 bis 10)
werden mit der Hand (ohne die Notwendigkeit von Werkzeug) an den
jeweiligen Enden geschlitzte Rechteckprofile aus Holz aufgesteckt.
In stark vereinfachten schematischen Darstellungen (14)
wird aufgezeigt, welche Möglichkeiten es gibt, direktes
Sonnenlicht auszublenden, bzw. teilweise durch Mehrfachreflexionen
an den Reckteckprofilen gestreut ins Innere zu lenken. Bei bestimmten
Konstellationen bleibt erfindungsgemäß gute Durchsicht
bei völliger Ausblendung der direkten Sonnenstrahlung erhalten,
bei anderen kann anteilig direktes Sonnenlicht bei gleichzeitigem
guten Sichtschutz passieren. An den T-förmigen Adaptern
können selbstverständlich auch andere lineare
Bauteile mit unterschiedlicher Querschnittsform befestigt werden
(Beispiele in 15). In 12 und 13 wird die
Befestigung von liegenden Rechteckquerschnitten als Horizontallamellen
dargestellt. Aber auch Gewebebahnen oder mit Mustern bedruckte transluzente
oder transparente Folien lassen sich z. B. über Klemmschienen
(11), die an den Enden geschlitzt sind und in die
T-förmigen Adapter geschoben werden, befestigen. Die Strukturen
können aus unterschiedlichen Materialien bestehen, wie
z. B. Holz, Holzwerkstoffen, Bambus, Metallen und Kunststoffen.
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Das
umlaufende technische System ist als ein Baukasten angelegt, der
es erlaubt, die beiden synchron umlaufenden Zugelemente (Zahnriemen) auf
sehr unterschiedliche Art und Weise mit Strukturen zu belegen. Auch
können vom Nutzer leicht Veränderungen z. B. in
der Belegung mit Holzleisten vorgenommen werden, um auf den Wechsel
der Jahreszeiten in gemäßigten Klimazonen reagieren
zu können oder um beschädigte Elemente auszutauschen. Auch
kann die Einheit als Ganzes leicht montiert und demontiert werden.
Die Belegung kann mit regional gut verfügbaren Materialien
aus nachwachsenden Rohstoffen erfolgen, die keinen hohen Bearbeitungsgrad
erfordern. Daher ist das System auch für den Einsatz in
Schwellen- und Entwicklungsländern gut geeignet. 16 zeigt in insgesamt 18 Einzelzeichnungen
markant unterschiedliche Positionen (dazwischen gibt es noch viele
sinnvolle Zwischeneinstellungen) eines kompletten Umlaufs bei einer
Belegung mit stabförmigen Einzelelementen auf, die zu zwei
unterschiedlich großen Flächenabschnitten zusammengefasst
sind. Die Einzelstäbe können z. B. für
den größeren Abschnitt opak, für den
anderen transluzent (lichtdurchscheinend) gewählt werden. Diffus
transmittierende Lichtstrahlen verbessern die gleichmäßige
Ausleuchtung eines dahinter liegenden Raumes. Die Zeichnungen verdeutlichen,
wie unterschiedlich sich von Stäben freie Zonen unterschiedlicher
Größe in jeder Höhenlage für
eine ungehinderte Durchsicht erzeugen lassen, weiter wie sich in
verschiedenen Höhenlagen 'geschlossene' Bereiche unterschiedlicher
Größe (z. B. für Blend- und Sichtschutz
für stehende, sitzende und sogar liegende Tätigkeiten)
erzielen lassen. So kann mit einem System die Durchlässigkeit
einer Gebäudeöffnung vertikal variiert werden.
Von Bedeutung ist, dass dabei das Oben und Unten spiegelbildlich,
aber auch (in den Zeichnungen nicht dargestellt) Innen- und Aussenseite
vertauscht werden.
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Die
wesentlichen Merkmale und Vorteile der erfindungsgemäßen
Lösung lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- – in zwei Ebenen lassen sich Strukturen überlagern
und vertikal verschieben, wodurch auf sehr unterschiedliche Art
und Weise die Durchlässigkeit für Strahlung, Luft
und Schall verändert werden kann
- – das System eignet sich für sehr unterschiedliche Strukturen
aus verschiedenen Materialien (auch innerhalb einer Funktionseinheit)
- – das Bewegungsprinzip erfordert nur einen Bewegungsvorgang/Antrieb
in Form einer Drehbewegung, die auch leicht mit Elektromotoren umgesetzt
werden kann
- – vertikale Lasten aus den Strukturen werden weitgehend
neutralisiert, technische aufwändige Lösungen
mit Gegengewichten sind nicht erforderlich
- – das komplett umlaufende Prinzip ermöglicht
bei abschnittsweiser Belegung mit Strukturen über die Höhe
einer Gebäudeöffnung unterschiedliche Bereiche,
die entweder frei von Strukturen sind, mit einer Struktur oder mit
Strukturen in zwei Ebenen bedeckt sind
- – als Baukasten konzipiert lassen sich sehr unterschiedliche
Lösungen technisch umsetzen, vom Nutzer können
ohne Werkzeug Strukturen je nach Bedarf montiert oder demontiert
werden
- – durch das Wenden von Strukturen von der einen auf
die andere Seite wird sowohl das Oben und Unten als auch das Innen
und Außen vertauscht. Gegensätzliche Formen und
Oberflächenbeschaffenheiten lassen sich gut einsetzen,
um die Reflexion bzw. Absorption von Strahlung unterschiedlich zu
beeinflussen
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Das
Prinzip der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird
anhand von Zeichnungen erläutert. Sie zeigen im Einzelnen:
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1 Schema
des Systems, Vertikalschnitt
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2 Schemata
des Systems mit verschiedenen Positionen von Strukturen bei einem
Bewegungsumlauf, Vertikalschnitt
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3 Schemata
von Beispielen des Systems mit Strukturen verschiedener Größe
und Abfolge, Vertikalschnitte
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4 Schema
eines Konstruktionsprinzips
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5 Schema
eines Konstruktionsprinzips
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Das
Ausführungsbeispiel wird anhand von Zeichnungen erläutert.
Sie zeigen im Einzelnen:
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6 Übersicht
des Ausführungsbeispiels, Vertikalschnitt
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7 Übersicht
des Ausführungsbeispiels, Ansicht
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8 Detailausschnitt
des Ausführungsbeispiels, Vertikalschnitt
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9 Detailausschnitt
des Ausführungsbeispiels, Vertikalschnitt
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10 Detailausschnitt
des Ausführungsbeispiels, Ansicht
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11 Detail
für die Befestigung von Geweben und Folien, Vertikalschnitt
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12 Detail
für die Befestigung eines liegenden Rechteckprofils als
Horizontallamelle, Vertikalschnitt
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13 Detail
für die Befestigung eines liegenden Rechteckprofils als
Horizontallamelle, Ansicht
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14 Detailausschnitte
des Ausführungsbeispiels, Vertikalschnitte Durchlässigkeit
für direktes Sonnenlicht unterschiedlicher Neigung bei
unterschiedlicher Stellung der Leisten, vereinfachte schematische
Darstellung
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15 Beispiele
für die Belegung mit Stabgeometrien
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16a, b Verschiedene Positionen eines Umlaufs eines
Ausführungsbeispiels in Schnitten (jeweils links angeordnet)
und Ansichten
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- 1
- Struktur
zur Beeinflussung des Lichtdurchgangs
- 2
- umlaufendes
Zugelement
- 3
- Umlenkrolle
- 4
- Gebäudeöffnung
- 5
- Welle
- 6
- Umlenkwalze
- 7
- Zahnriemen
aus Polyurethan mit Edelstahleinlagen als umlaufendes Zugelement
- 8
- Rechteckprofil
aus Holz
- 9
- T-förmiger
Adapter, z. B. aus Polyurethan, mit Zahnriemenoberseite verschweißt
- 10
- Zahnriemenscheibe
- 11
- U-Profil
- 12
- Flachprofil
(mit U-Profil verschraubt)
- 13
- Gewebe
oder Folie
- 14
- Rechteckprofil
aus Holz, als Horizontallamelle
- 15
- Rechteckprofil
aus Holz, mit Horizontallamelle verleimt, zur Befestigung auf T-Profil
aufgeschoben
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 19537190
A1 [0006]
- - FR 2789728 A1 [0008]
- - EP 1524400 B1 [0009]
- - DE 102004025583 A1 [0010]