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Die
Erfindung bezieht sich auf eine Angelrute mit einem beweglichen
Handteil.
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Stand
der Technik: Bei herkömmlichen Angelruten ist das Handteil
der Angelrute in einer geraden, durchgehenden Linie mit dem vorderen
Teil der Angelrute angebracht. Das hat Nachteile in der individuellen
Handhabung der Angelrute.
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Aus
DE 102 02 773 ist eine
Angelrute mit einem reversibel beweglichem Handteil bekannt, deren Gelenke
unterschiedlich konstruiert sind.
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Die
Vorteile dieser Angelruten sind in
DE
102 02 773 beschrieben.
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Die,
in
DE 102 02 773 vorgestellten
Angelruten weisen Gelenke auf, welche zum Teil aufwändig zu
fertigen und dadurch nicht kostengünstig sind. Durch längeren
Gebrauch und häufigeres Abwinkeln der Gelenke entsteht
Verschleiß, welcher eine dauerhafte stabile spielfreie
Arretierung des Handteiles in der gewünschten Position
bei einigen Gelenken nicht mehr zulässt. Weiterhin kann
das Handteil der Angelrute durch die, in vorgenannter Schrift beschriebenen,
Gelenke in nur einer, nicht veränderbaren, Ebene abwinkeln,
wodurch die Möglichkeit zur individuellen Einstellung an
den Bedarf des Anglers eingeschränkt ist.
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Aufgabenstellung:
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Aufgabe
der Erfindung ist es daher, eine Angelrute vorzustellen, deren Handteil
mit mindestens einem reversibel abwinkelbaren Gelenk versehen ist, welches
günstig herzustellen ist, und welches es erlaubt, auftretendes
Spiel auszugleichen, so dass eine rasche und sichere Positionierung
und Arretierung des Handteiles der Angelrute dauerhaft möglich
ist. Weiterhin soll das Gelenk die Möglichkeit bieten,
das Angelrutenhandteil nicht nur abzuwinkeln, sondern das gekippte
Handteil auch um die Längsachse des vorderen Teiles der
Angelrute zu schwenken, wodurch individuelle Einstellungen an die
persönlichen Bedürfnisse des Anglers möglich
sind.
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Die
Erfindung löst diese Aufgaben entsprechend den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruches 1.
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Weiterbildungen
der Erfindung sind aus den Unteransprüchen zu entnehmen.
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Weitere
Vorteile, als bereits in
DE
102 02 773 geschildert, ergeben sich auch bei der Verwendung erfindungsgemäßer
Angelruten bei den so genannten „Jerk Bait" Modellen. Diese
Ruten sind relativ kurz, werden in der Regel mit Multirolle gefischt,
haben verkürzte Handteile und müssen mit, zur
Wasseroberfläche gerichtetem Rutenvorderteil aus dem Handgelenk
geführt werden, was für das Handgelenk belastend
ist und nur geringe Kraftausübung auf die Rute zulässt.
Normal lange Handteile wie bei herkömmlichen Ruten sind
bei diesem Bewegungsablauf sehr störend.
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Die
Handgriffe herkömmlicher „Jerk Bait" Ruten sind
gerade ausgerichtet, sind mit einer Multirolle bestückt
und lassen deshalb ein Abstützen des Handteiles am Unterarm
oder am Körper nicht zu. Eine Führung der Rute
durch Klemmung des Handteiles zwischen Arm und Oberkörper
ist nicht möglich.
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Hat
jedoch die Angelrute ein abgewinkeltes und schwenkbares Handteil,
so wird exakte Rutenführung und bessere Kraftausübung
möglich, weil das Handteil der Rute am Unterarm anliegen
kann. Durch ein, vorzugsweise bis zu 60 Grad von der Geraden abgewinkeltes
Handteil wird der Bewegungsablauf ergonomischer, das Handgelenk
des Anglers wird entlastet, die Reaktionsfähigkeit des
Anglers wird verbessert.
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Wird
zusätzlich zum Kippgelenk noch ein Drehgelenk, z. B. einer
um die Längsachse drehbaren und feststellbaren Verbindung,
in das Handteil integriert, so werden individuelle Einstellungen
des Angelrutenhandteiles an die Bedürfnisse des Anglers möglich.
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Diese
Gelenkkombination ist bevorzugt zwischen Handteil und Rutenvorderteil
hinter dem Rollenhalter in das Handteil einerseits und den Rollenhalter
andererseits integriert. Es können auch mehrere dieser
Gelenkkombinationen an unterschiedlichen Positionen in das Handteil
integriert sein.
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Im
Folgenden wird ein Beispiel eines für Angelruten geeigneten
Gelenkes beschrieben. Diese Beschreibung schließt andere
Ausführungsformen nicht aus.
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Ein
erfindungsgemäßes Gelenk besteht aus zwei Gelenkteilen,
welche mittels einer, in einem Gelenkteil beweglich gelagerten Schraube,
verbundenen sind. In einem Gelenkteil ist ein Verbindungselement
in Form einer, um den Schraubenkopf schwenkbaren Schraube, gelagert.
Der Schraubenkopf hat bevorzugt die Form einer Kugel. Mit dieser
Schraube als Verbindungselement wird die Verbindung zu dem zweiten
Teil des Gelenkes hergestellt, wobei die Schraube in eine zentral
angeordnete Bohrung mit Gewinde in der Stirnfläche des
anderen Gelenkteiles geschraubt wird. Die Arretierung der Verbindung
erfolgt durch das Festziehen des Gewindes.
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In
einer weiteren Ausführungsform ist ein drehbarer Zylinder
quer zur Längsachse in einem Gelenkteil gelagert, wobei
der Zylinder eine Bohrung mit Gewinde aufweist, in welche eine,
am anderen Gelenkteil befestigte Schraube eingeschraubt wird, so
dass wiederum eine bewegliche Verbindung resultiert.
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Die
Ausrichtung der Gelenkteile in unterschiedlichen gewinkelten Positionen
wird durch plane Flächen, welche in die Stirnseiten der
Gelenkteile eingearbeitet sind, erreicht. Das, bevorzugt in Richtung
des Angelrutenvorderteiles angebrachte Gelenkteil weist eine plane,
im rechten Winkel zur Längsachse angebrachte Fläche
auf, in welche mindestens eine weitere, bis zu 90 Grad zur Längsachse geneigte
weitere Fläche im Randbereich eingearbeitet ist. Alle Flächen
weisen eine zusammenhängende Ausnehmung für die
Aufnahme der Schraube auf.
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Das,
bevorzugt am Handteil der Angelrute angebrachte Gelenkteil weist
eine 90 Grad zur Längsachse angeordnete plane Fläche,
mit einer zentralen Gewindebohrung auf.
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Das
Gelenk ermöglicht es, das Handteil der Angelrute sowohl
in gerader, als auch in abgewinkelter Position schnell und sicher
zu arretieren. Es lassen sich so bevorzugt Neigungswinkel des Handteiles
von ca. 5 Grad bis 70 Grad einstellen, aber auch Winkel bis 90 Grad
sind möglich.
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In
einer weiteren Ausführungsform erfolgt die Verschraubung
in eine längsbeweglich und verdrehsicher gelagerte Mutter
gegen den Druck von Federn im Gelenkteil, wodurch eine definierte
Elastizität der Verbindung eingestellt werden kann.
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Um
auch, von der geraden Abwinkelung abweichende, also geschwenkte
Positionen des Handteil einstellen zu können, ist bevorzugt
zwischen dem Rollenhalter und dem Gelenkteil, eine, um die Längsachse
der Angelrute drehbare Verbindung bekannter Bauart, welche in beliebiger
Position feststellbar ist, angebracht, bevorzugt in den Rollenhalter
oder das Vorderteil der Angelrute einerseits und Gelenkteil andererseits
integriert.
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Diese,
um die Längsachse drehbare und arretierbare axiale Verbindung
kann z. B. aus einer zylindrischen oder konischen Steckverbindung
bestehen, welche mittels einer berwurfmutter gesichert und gehalten
ist. Aber auch alle bekannten Arten von, um die Längsachse
drehbaren und in Stufen, oder stufenlos feststellbaren, axialen
Verbindungen sind möglich.
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Unter
die Erfindung fallen auch Sonderformen von Schrauben, wie z. B.
so genannte Schnellverschluss – Schraubgewinde.
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Das
Gelenk ist auf bekannte Art in das Handteil der Angelrute integriert.
Es kann bereits bei der Herstellung der Angelrute, aber auch nachträglich
in den Angelrutenblank und das Handteil einlaminiert, eingeklebt
oder anderweitig befestigt werden. Bevorzugt wird das Gelenk nahe
am Rollenhalter integriert. Das Gelenk ist aus beliebigen Materialien
mit ausreichender Festigkeit, bevorzugt jedoch aus Metall, Kunststoff
oder Verbundwerkstoffen, oder Kombinationen davon hergestellt.
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Ausführungsbeispiel:
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In
den 1 bis 2a ist ein erfindungsgemäßes
Gelenk dargestellt. Diese Darstellungen schränken jedoch
die Erfindung nicht ein.
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1 zeigt
ein teilweise geschnittenes Gelenk für eine Angelrute,
welches in gerader Linie ausgerichtet und fixiert ist. Es besteht
aus zwei, bevorzugt zylindrischen Gelenkteilen (I, II)
welche zur Unterstützung der Fixierung in gerader Linie
Flächen (1, 2), ein Befestigungselemente
(4) für die Integration des Gelenkes im Handteil,
sowie einem Zapfen (20), welcher Bestandteil des, um die
Längsachse drehbaren Gelenkes ist. Um die Fixierung der
Gelenkteile (I, II) in abgewinkelter Position
zu ermöglichen, hat Gelenkteil (I) eine, im Winkel
von vorzugsweise 5 Grad bis zu 70 Grad zur Längsachse eingearbeitete
weitere Fläche (3). Das Gelenkteil (I)
enthält in einer Aushöhlung (10), eine
beweglich gelagerte Schraube (7) mit einem abgerundeten
Schraubenkopf (8). Dieser ist, zur Fixierung und um ein
Mitdrehen der Schraube (7) zu verhindern, mit einer Bohrung
(6) versehen. Durch diese Bohrung führt eine Schraube
oder eine Stift (12) welcher im Gelenkteil (I)
befestigt ist.
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Der
Schraubenkopf (8) kann statt der kugeligen Form auch andere
Formen aufweisen, er kann z. B. als quer liegender Zylinder in das
Gelenkteil (I) schwenkbar beweglich eingepasst sein, wobei
die Bohrung (6) und der Stift (12), entfallen
können.
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Das
Gewinde (14) der Schraube (7) ragt durch diese
axiale Bohrung (11), deren Durchmesser größer
ist, als der Durchmesser des Schraubengewindes (14). Diese
Bohrung (11) ist mit einer erweiternden Ausfräsung
(15), in die Fläche (3) hinein, versehen.
Die Ausfräsung (15) hat die Breite des Durchmessers
der Bohrung (11). Die Verbindung der beiden Gelenkteile
(I, II) erfolgt durch eine axiale Gewindebohrung
(13) im Gelenkteil (II) in welche die Schraube
(7) durch Drehen des Handteiles (5) eingeschraubt
ist, wobei die Flächen (1, 2) gegeneinander gespannt
werden und so eine kraftschlüssige Verbindung der beiden
Gelenkteile (I, II) in gerader Linie entsteht.
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In
einer weiteren, zeichnerisch nicht dargestellten, Ausführungsform
ist in Gelenkteil (I) ein Verbindungselement in Form eines
schwenkbaren, quer zur Längsrichtung der Angelrute liegenden
Zylinders mit einer, im rechten Winkel zur Längsachse des
Zylinders angeordneten Bohrung eingebracht, in welche eine, am Gelenkteil
(II) befestigte, Schraube greift.
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An
dem Gelenkteil (I), welches die bewegliche Schraube (7)
enthält, ist eine um die Längsachse der Angelrute
drehbare und feststellbare Verbindung (III) angebracht.
Bevorzugt besteht diese aus einer Zapfen – Hülse
Steckverbindung (22) welche mittels einer Überwurfmutter
(19) fixiert ist. Ein bevorzugt konischer, Zapfen (20)
ist, bevorzugt an Gelenkteil (I) angebracht und in eine,
im Rollenhalter (21) angebrachte, bevorzugt ebenfalls konische,
Hülse (24), eingepasst. Zum Schutz gegen Verdrehen
und Lockern der Verbindung ist eine Überwurfmutter (19) angeordnet,
welche über ein Gewinde (9) am Rollenhalter (21)
greift, diesen zum Gelenkteil (I) zieht und so die Verbindung
fixiert.
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Zusätzlich
kann die Zapfenverbindung z. B. durch ein Profil wie z. B. ein Zacken-
oder Zahnprofil oder durch ein Material mit definierter Oberflächenrauhigkeit
der Stirnfläche (23) der Hülse und dem
Gegenlager im Gelenkteil (I) gegen unbeabsichtigtes Verdrehen
gesichert sein. Aber auch ineinander greifende Profile, in Längsrichtung
an der Außenseite des Zapfens (20) sowie der inneren
Wandung der Hülse (24) sind möglich.
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2 zeigt
ein, in abgewinkelter Position fixiertes Gelenk, bei dem im Gelenkteil
(I) die schwenkbare Schraube (7) mit dem Schraubenkopf (8)
um den Stift (12) soweit in die Ausnehmung (15) gekippt
ist, so dass die Schraube (7) im rechten Winkel zur Fläche
(3) durch die Ausnehmung (15) ragt. In dieser
Position sind die Gelenkteile (I, II) durch Drehen
des Handteiles (5) mit dem axialen Gewinde (13) auf
die Schraube (7) in Gelenkteil (II) gegeneinander verschraubtt,
bis die Flächen (2) und (3) kraftschlüssig
verbunden sind.
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Bevorzugt
an Gelenkteil (I) ist eine Überwurfmutter (19)
angebracht, welche am Rollenhalter (21) verschraubt ist
und Gelenkteil (I) am Rollenhalter (21) befestigt.
Ein, bevorzugt leicht konischer, Zapfen (20) und eine Hülse
(24) im Rollenhalter gewährleisten eine spielfreie
Verbindung, stufenlose axiale Verdrehmöglichkeit, und machen
auch eine Trennung von Handteil und Vorderteil für den
Transport der Angelrute möglich. In verbundenem Zustand
sichert die Überwurfmutter (19), welche mit dem
Gewinde (25) am Rollenhalter (21) befestigt ist,
gegen eine unbeabsichtigte Trennung von Rollenhalter (21)
und Gelenkteil (I) sowie gegen unbeabsichtigtes Verdrehen des
Gelenkteiles (I).
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In 2a ist
in einer weiteren Ausgestaltung ein Abschnitt eines Gelenkes dargestellt,
bei dem die Gelenkteile (I, II) gegen die Kraft
einer Feder (18) in einem verdrehsicher gelagerten, aber
längs der Achse (16) beweglichem Gewinde, bevorzugt
einer Mutter (17), verspannt sind.
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- I
- Gelenkteil I
- II
- Gelenkteil II
- III
- Um
die Längsachse der Angelrute drehbare, arretierbare Verbindung
- 1
- Fläche 1 auf
Gelenkteil (I)
- 2
- Fläche 2 auf
Gelenkteil (II)
- 3
- Schräge
Fläche auf Gelenkteil (I)
- 4
- Befestigungselement
für Angelrutenhandteil
- 5
- Handteil
der Angelrute
- 6
- Bohrung
im Schraubenkopf
- 7
- Schraube
- 8
- Schraubenkopf
- 9
- Gewinde
am Rollenhalter
- 10
- Aushöhlung
in Gelenkteil (I)
- 11
- Gewindebohrung
Gelenkteil (II)
- 12
- Stift
zur Schraubenkopfsicherung
- 13
- Axiales
Gewinde in Gelenkteil (II)
- 14
- Gewinde
der Schraube (7)
- 15
- Erweiternde
Ausfräsung
- 16
- Längsachse
Gelenk
- 17
- Mutter
in Gelenkteil (II) – Verbindungselement
- 18
- Federn
in Gelenkteil (II)
- 19
- Überwurfmutter
- 20
- Zapfen
- 21
- Rollenhalter
- 22
- Steckverbindung
- 23
- Stirnfläche
und Lager
- 24
- Hülse
im Rollenhalter
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- - DE 10202773 [0003, 0004, 0005, 0009]