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Die
Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Überwachung
des Betreibens einer Synchronmaschine mit einer bestromten Stator-
oder Ständerwicklung
zur Erzeugung eines Ständerfeldes
und mit einem Läufer
mit einer Anzahl von Magnetpolen. Unter Synchronmaschine wird hierbei
sowohl eine rotatorische Synchronmaschine als auch eine lineare
Synchronmaschine (Linearmaschine) verstanden. Bei einer solchen,
beispielsweise als Werkzeugmaschine eingesetzten Linearmaschine
werden der bestromte Maschinenteil als Primärteil und der mit Magneten
versehene, permanetmagnetische Maschinenteil als Sekundärteil bezeichnet.
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Eine
derartige Synchronmaschine mit einer ständer- bzw. sekundärseitigen, üblicherweise dreisträngigen und
mit einem dreiphasigen sinusförmigen
Wechselstrom oder Drehstrom gespeisten Drehfeldwicklung weist einen
auch als Polrad bezeichneten wicklungslosen Läufer auf, der mit Permanent-
oder Dauermagneten versehen ist. Diese bilden alternierende Magnetpole,
d. h. die zum Luftspalt zwischen dem Ständer und dem Läufer hin gerichteten
Nord- und Südpole
der Magnetpole wechseln sich entlang des Läufers oder Läuferumfangs
ab. Die Gesamtzahl aller Magnetpole gibt dabei die Polzahl (2 p)
an, wobei benachbarte Nord- und Südpole so genannte Polpaare
(Polpaarzahl p) bilden.
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Unabhängig von
einer speziellen Anordnung der Dauermagnete erzeugen diese im Luftspalt
ein auch als Erregerfeld bezeichnetes Läuferfeld. Die mittels eines
Speisestroms gespeiste Ständerwicklung
erzeugt im Luftspalt ein rotierendes bzw. lineares magnetisches
Ständerfeld
mit der der Polzahl des Läuferfeldes
entsprechenden Polzahl. In Folge der Wechselwirkung zwischen dem
Läuferfeld
und dem Ständerfeld
entsteht ein Drehmoment (M) bzw. eine Kraft (F) der Synchronmaschine.
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Die
Synchronmaschine wird, beispielsweise in Verbindung mit einem Frequenzumrichter
und einer Pulsweitenmodulation, geregelt mit variabler Drehzahl
bzw. Geschwindigkeit betrieben. Dabei wird der Ständerwicklung
der Synchronmaschine über den
Umrichter ein (elektrischer) Strom zugeführt, der sich aus einem so
genannten Längsstromanteil
(Id) und einem Querstromanteil (Iq) zusammensetzt.
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Im
stationären
Betrieb bewegt sich die Synchronmaschine mit synchroner Drehzahl
(Geschwindigkeit), indem sich der Läufer mit einer der Drehzahl (Geschwindigkeit)
des Ständerfeldes
entsprechenden Drehzahl (Geschwindigkeit) bewegt. Je nach Winkellage
(Position) des Läufers
relativ zum Ständerfeld
ist dieses Drehmoment bzw. die Kraft positiv (M bzw. F > 0) oder negativ (M
bzw. F < 0). Die
Winkellage (Position) des Läufers
ist daher ein für
den geregelten oder gesteuerten Betrieb einer solchen Maschine maßgebender
Parameter, indem die Orientierung des Reglers (Feldorientierung)
aus der aktuellen Winkellage berechnet ist.
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Im
Normalbetrieb einer solchen Synchronmaschine entspricht die Richtung
des Drehmomentes bzw. der Kraft stets der Richtung der Beschleunigung.
Diese Gesetzmäßigkeit
bezieht sich auf alle im System vorhandenen Drehmomente (Kräfte), so dass
auch externe, d. h. nicht vom Antrieb unmittelbar verursachte Drehmomente
(Kräfte),
wie insbesondere ein externes Drehmoment, schwingungsfähige Systeme
und die Energiespeicherung im System, berücksichtigt werden. Entspricht
demgegenüber
die Beschleunigung nicht der Richtung des Drehmomentes bzw. der
Kraft, so tritt die so genannte Mitkopplung auf. Eine solche Fehlersituation
während
des Betriebs der Synchronmaschine kann zu Schäden führen, so dass in einem solchen
Fehlerfall die Synchronmaschine möglichst schnell abgebremst
werden muss.
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Ein
solcher Mitkopplungseffekt wird bisher üblicherweise erst erkannt,
wenn die Drehzahl (Geschwindigkeit) der Synchronmaschine einen Schwellwert
erreicht hat, der beispielsweise auf den Grenzwert des zur Regelung
oder Steuerung der Synchronmaschine eingesetzten Regler (Drehzahl- oder
Geschwindigkeitsregler) abgestimmt ist. In vielen Anwendungsfällen ist
die diesbezüglich
vorgegebene oder eingestellte Zeit, innerhalb derer bei dieser Art
der Überwachung
ein fehlerhafter Zustand erkannt wird, unerwünscht lang.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Überwachung
des Betreibens einer solchen, rotatorischen bzw. linearen Synchronmaschine
anzugeben, bei dem ein solcher Mitkopplungseffekt zuverlässig überwacht
und insbesondere in möglichst
kurzer Zeit erkannt wird. Des weiteren soll eine hierzu besonders
geeignete Vorrichtung angegeben werden.
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Bezüglich des
Verfahrens wird die genannte Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch
die Merkmale des Anspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand
der hierauf rückbezogenen
Unteransprüche.
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Dazu
wird aus einer Abweichung der Richtung der Beschleunigung des Läufers und
der Richtung des betriebsbedingt erzeugten Drehmomentes oder der
Kraft bzw. der Dreh- oder Bewegungsrichtung der Synchronmaschine
oder deren Läufers
auf einen Mittkopplungszustand erkannt. Hierbei werden zweckmäßigerweise
sowohl der zeitliche Verlauf der Drehzahl bzw. der Geschwindigkeit
erfasst als auch die zeitliche Änderung
der Drehzahl bzw. der Geschwindigkeit ermittelt.
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Zweckmäßigerweise
wird die Richtung der Beschleunigung des Läufers aus dem Vorzeichen (+/–) der zeitlichen Änderung
der Drehzahl (dn/dt) bzw. der Geschwindigkeit (dv/dt) ermittelt
wird. Auch wird geeigneterweise der zeitliche Verlauf des drehmoment-
bzw. kraftbildenden Querstroms der bestromten Ständerwicklung erfasst.
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Die
Richtung des betriebsbedingt erzeugten Drehmomentes bzw. der Kraft
wird aus einem dem Drehmoment bzw. der Kraft zugeordneten Vorzeichen
(+/–)
ermittelt. Dabei wird vorzugsweise einem über die Zeit ansteigenden oder
zunehmenden, positiven Drehmoment bzw. einer über die Zeit ansteigenden oder
zunehmenden, positiven Kraft ein positives Vorzeichen (Plus-Zeichen)
und einem über
die Zeit ansteigenden (zunehmenden), negativen Drehmoment bzw. einer über die
Zeit ansteigenden (zunehmenden), negativen Kraft ein negatives Vorzeichen (Minus-Zeichen) zugeordnet.
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In
besonders vorteilhafter Weiterbildung wird ein Steuersignal zum
Abbremsen der Synchronmaschine erst dann erzeugt, wenn zumindest
die beiden nachfolgenden Bedingungen gemeinsam erfüllt sind. So
besteht die erste Bedingung darin, dass eine Abweichung der Richtung
der Beschleunigung des Läufers
und der Richtung des Drehmomentes bzw. der Kraft erkannt wird. Die
zweite Bedingung besteht darin, dass ein vorgegebener Grenzwert
des Drehmomentes bzw. der Kraft, insbesondere das betriebsbedingte
Maximum des Drehmomentes bzw. der Kraft, vorzugsweise dauerhaft
erreicht ist.
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Wird
zudem bei Erreichen des Grenzwertes ein Zeitglied gestartet und
das Steuersignal zum Abbremsen der Synchronmaschine erst nach Ablauf
der mittels des Zeitgliedes eingestellte Zeit erzeugt, so wird eine
besonders günstige
Robustheit der Synchronmaschine erreicht. Die bedeutet, dass mittels des
als vorgebbarer Paramter bereitgestellten Zeitgliedes die Empfindlichkeit
der erfindungsgemäßen Mitkopplungs-Überwachung derart eingestellt
werden kann, dass unnötige
Betriebsunterbrechungen der Synchronmaschine vermieden werden.
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Die
Erfindung geht von der Überlegung
aus, dass ein verbessertes Betriebsverhalten einer Synchronmaschine
erreicht wer den kann, wenn das Auftreten einer Mitkopplung möglichst
frühzeitig
und insbesondere bereits bei vergleichsweise niedrigen Drehzahlen
zuverlässig
erkannt wird. Eine solche Fehlererkennung bereits bei niedrigen
Drehzahlen (Geschwindigkeiten) ist aus Sicherheitsgründen deshalb
von Bedeutung, weil die Energie einer solchen Synchronmaschine während deren
Betrieb proportional zum Quadrat der Drehzahl bzw. der Geschwindigkeit
ansteigt.
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So
tritt beispielsweise eine solche Mitkopplung auf, wenn die Pol-
oder Läuferlage
und die in der Regelung oder Steuerung der Synchronmaschine herangezogene
Pollage-Information um einen bestimmten Wert voneinander abweichen.
Dabei kann sich die Synchronmaschine mit unter Umständen maximaler
Drehzahl (Geschwindigkeit) unkontrolliert in die falsche Richtung
bewegen. Dieser zu vermeidende Zustand der Synchronmaschine muss
zunächst
erkannt werden, um entsprechende Gegenmaßnahmen zur Vermeidung von
Schäden
an Mensch und Maschine treffen zu können.
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So
kann eine falsche Pollage oder Pollage-Information verursacht werden,
wenn ein entsprechender Geber eine fehlerhafte Absolutinformation, insbesondere
während
des Hochlaufs der Synchronmaschine, oder aber eine fehlerhafte Inkremental-Information
während
des Betriebes der Synchronmaschine liefert. Fehler bei der Pollage-Identifikation oder
im sensorlosen Betrieb können
ebenfalls Ursache für
eine falsche Pollage sein.
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Zwar
können
zur Überwachung
einer korrekten Pollage beim Hochlaufen der Synchronmaschine eine
so genannte Rotor- oder Pollagen-Identifikation und die vom Geber
ausgelesene Absolutlage miteinander verglichen und bei einer groben
Abweichung ein fehlerhafter Zustand identifiziert werden. Diese Identifikation
benötigt
jedoch eine relativ lange Zeit und verursacht zudem Bewegungen und
Geräusche, die
bei vielen Anwendungen unakzeptabel sind.
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Eine
weitere Überwachungsmöglichkeit
besteht in einer Kontrolle des Reglers (Drehzahl-/Geschwindigkeitsregler).
Arbeitet nämlich
der Regler über
einen längeren
Zeitraum, beispielsweise in einem Bereich von mehreren 10 ms als
einstellbarer Parameter im Bereich der Sättigung, so ist der Regler nicht
mehr in der Lage, Regler- oder Regelungsabweichungen auszugleichen.
Da ein Beschleunigungsvorgang bei normalem Betrieb der Synchronmaschine
typischerweise in dieser zeitlichen Größenordnung liegt, kann zwangsläufig ein
entsprechender Fehler erst nach Ablauf dieser relativ langen Zeitspanne
erkannt werden. Während
dieser Zeitspanne kann die Synchronmaschine jedoch bereits eine
sehr große,
aus Sicherheitsgründen
für Mensch und
Maschine unzulässig
hohe Drehzahl bzw. Geschwindigkeit erreicht haben.
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Bezogen
auf ein läufer-
oder läuferflussfestes
Koordinatensystem (d-q-Koordinatensystem) stellt der quer zur Längsrichtung
des Läufers
(d-Achse) und somit in Richtung der q-Achse orientierte Querstrom
(Iq) den Drehmoment (Kraft) bildenden Strom
dar. Der Querstrom kann daher als Parameter, Regel-, Steuer- und/oder
Messgröße zur Bestimmung
des aktuellen, betriebsbedingten Drehmomentes (M) und somit als
Ist-Wert des Drehmomentes herangezogen werden. Analog ist bei einer
Linearmaschine der Querstrom ein Maß für die Kraft (F).
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Die
zeitliche Änderung
der Drehzahl bei der rotatorischen Maschine bzw. die zeitliche Änderung der
Geschwindigkeit bei der Linearmaschine ist ein Maß für die Beschleunigung
der Synchronmaschine.
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Bezüglich der
Vorrichtung wird die genannte Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch
die Merkmale des Anspruchs 9. Hierzu ist ein Überwachungsmodul vorgesehen,
dem eingangsseitig ein die zeitliche Änderung der Drehzahl bzw. der
Geschwindigkeit repräsentierendes
Signal und ein den zeitlichen Verlaufs des Querstroms repräsentierendes
Signal zugeführt
ist.
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Das Überwachungsmodul
ist dazu ausgebildet, aus einer Abweichung der aus der Drehzahl- oder
Geschwindigkeitsänderung
ermittelten Richtung der Beschleunigung und der aus dem Querstrom
ermittelten Richtung des Drehmomentes bzw. der Kraft einen Mitkopplungs-Zustand
der Synchronmaschine zu erkennen. Die Ermittlung einer derartigen
Abweichung erfolgt dadurch, dass das Überwachungsmodul lediglich
ein Vorzeichenvergleich durchführt
und aus unterschiedlichen Vorzeichen auf eine Mittkopplung der Synchronmaschine
bzw. auf ein Kippen deren Regelung schließt.
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Nachfolgend
werden Ausführungsbeispiele der
Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
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1 schematisch
eine rotatorische Synchronmaschine mit in entgegengesetzter Drehrichtung
orientiertem Drehmoment und zeitlicher Drehzahländerung (Mitkopplung),
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2 die
Verhältnisse
gemäß 1 bei
einer linearen Synchronmaschine (Linearmaschine),
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3 in
einer Diagrammdarstellung ein Drehzahl- und Querstrom-Verlauf über die
Zeit im Falle einer Mitkopplung ohne Mitkopplungs-Überwachung
und ohne Überwachung
der Reglerfunktion auf eine maximal kontrollierbare Drehzahl bzw.
Geschwindigkeit (Regler-Sättigung),
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4 in
einem Diagramm gemäß 3 die entsprechenden
Verhältnisse
im Falle einer Mitkopplung wiederum ohne Mitkopplungs-Überwachung,
jedoch mit Überwachung
der Reglerfunktion (Regler-Sättigung),
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5 in
einer Diagrammdarstellung einen Drehzahl- sowie Querstrom-Verlauf über die
Zeit mit resultierenden Vorzeichen der zeitlichen Drehzahl-/Geschwindigkeitsänderung
und des Drehmomentes (m) bzw. der Kraft (f),
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6 in
einem Diagramm gemäß den 3 und 4 die
Verhältnisse
im Falle einer Mitkopplung mit Mitkopplungs-Überwachung,
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7 ein
zugehöriges
Zählraten-Zeit-Diagramm,
und
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8 schematisch
in einer Blockdarstellung Funktionsbausteine einer Vorrichtung zur Überwachung
des Betriebszustandes der Synchronmaschine.
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Einander
entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
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1 zeigt
schematisch eine permanenterregte Synchronmaschine 1 mit
in nicht näher
dargestellter Art und Weise einem mit Dauermagneten versehenen Rotor
oder Läufer 2 sowie
mit einem diesen unter Bildung eines Luftspaltes umgebenden Ständer oder
Stator mit einer Ständerwicklung 3.
Die entgegengerichteten Pfeile symbolisieren einen Betriebszustand
der Synchronmaschine 1, bei dem Mitkopplung aufgetreten
ist.
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In
einem solchen Mittkopplungs-Fall ist je nach Drehrichtung oder Orientierung
entweder das Drehmoment M größer als
Null (M > 0) und die
zeitliche Ableitung der Drehzahl n kleiner als Null (dn/dt < 0) oder das Drehmoment
M kleiner Null (M < 0)
und die zeitliche Änderung
der Drehzahl größer als
Null (dn/dt > 0).
In beiden Fällen
ist das Produkt aus Drehmoment M und Drehzahländerung dn/dt kleiner Null (M·dn/dt < 0).
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Analog
verhält
es sich bei einer in 2 veranschaulichten linearen
Synchronmaschine (Linearmaschine) 1' mit einem mit einer Wicklung versehenen
Primärteil 3' und einem Sekundärteil 2'. Bei einer derartigen,
beispielsweise als Werkzeugmaschine eingesetzten Linearmaschine 1' treten an die
Stelle des Drehmomentes die Kraft F und an die Stelle der Drehzahländerung
die Geschwindigkeitsänderung dv/dt.
In den Fällen
des dargestellten Mitkopplungs-Zustandes ist auch hier das Produkt
aus Kraft und Geschwindigkeitsänderung
kleiner Null (F·dv/dt < 0).
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Aufgrund
der Proportionalität
des Drehmomentes M bzw. der Kraft F zum so genannten Querstrom Iq einer derartigen elektrischen Synchronmaschine 1, 1' kann zur Bestimmung
des Drehmomentes M bzw. der Kraft F der als Parameter oder Messgröße bzw.
als Ist-Wert in der Regelung oder Steuerung einer solchen Synchronmaschine 1, 1' vorhandene
Querstrom Iq herangezogen und daraus das Drehmoment
M bzw. die Kraft F bestimmt werden. Bei den nachfolgenden Ausführungen
wird daher der Querstrom Iq repräsentativ
für das
Drehmoment M der rotatorischen Synchronmaschine 1 bzw.
für die Kraft
F der Linearmaschine 1' herangezogen.
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In
den 3 und 4 sind typische, beispielsweise
durch die Simulation einer fehlerhaften Pollage-Information innerhalb
der Regelung der Synchronmaschine 1, 1' herbeigeführte zeitliche
Verläufe der
Drehzahl n(t) und des Querstroms Iq(t) im
Falle einer Mitkopplung dargestellt. Dabei zeigt 3 den Zustand
der Mitkopplung ohne erfindungsgemäße Mitkopplungs-Überwachung und ohne Überwachung des
in die Regelung der Synchronmaschine 1, 1' eingebundenen
Reglers (ohne "Drehzahlregler
am Anschlag"-Überwachung).
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4 zeigt
einen Mitkopplungs-Zustand wiederum ohne Mitkopplungs-Überwachung,
jedoch mit einer Überwachung
des Einlaufens des Drehzahlreglers in die Sättigung (mit "Drehzahlregler am
Anschlag"-Überwachung).
Ausgangszustand der in den 3 und 4 dargestellten
Verläufe
sind eine Drehzahl n = 0 und eine falsche Pollage-Information der
Synchronmaschine 1, 1' sowie das daraus folgende Verhalten
der Regelung der Synchronmaschine 1, 1'.
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Aufgrund
der fehlerhaften Pollage oder Pollage-Information steuert die Regelung
die Synchronmaschine 1, 1' über den Querstrom Iq(t) in einen Betriebszustand mit kontinuierlich
zunehmender (negativer) Drehzahl, um den dem Soll-Wert (n = 0) entsprechenden
Betriebszustand der Synchronmaschine 1, 1' zu erreichen.
Erst bei Erreichen eines eingestellten abhängigen Drehzahlgrenzwertes
wird dieser Fehlerzustand erkannt und die Synchronmaschine 1, 1' abgeschaltet
oder abgebremst. Dies ist in den Darstellungen nach den 3 und 4 anhand
des spontanen Absinkens des Querstroms Iq ersichtlich.
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Dieser
Vorgang erfordert gemäß der Darstellung
nach 3 bei einer Zeiteinteilung von beispielsweise
20 ms pro strichliniert dargestellter Zeiteinteilung einer Reaktionszeit
von etwa 100 ms (ohne "Drehzahlregler
am Anschlag"-Überwachung).
Mit der in 4 veranschaulichten Überwachung
auf den Sättigungszustand
des Reglers (mit "Drehzahlregler
am Anschlag"-Überwachung) ist diese Reaktionszeit
zwar auf ca. 60 ms reduziert, jedoch hinsichtlich geforderter oder
gewünschter
Sicherheitsaspekte verhältnismäßig lang.
Hierbei ist zu berücksichtigen,
dass innerhalb dieser vergleichsweise langen Reaktionszeit die Synchronmaschine 1, 1' bereits eine
sehr hohe Drehzahl (Geschwindigkeit) erreicht und damit eine entsprechend
große
Energie gespeichert hat.
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In 5 ist
im oberen Diagrammteil ein typischer Drehzahlverlauf n(t), ausgehend
von einer über
die Zeit ansteigenden Drehzahl n und einer sich daran anschließenden schwankenden
Drehzahl n, veranschaulicht. In dem darunter liegenden Diagramm
ist der zugehörige
Verlauf des Querstroms Iq(t) veranschaulicht.
Zudem ist oberhalb des oberen Diagramms das zu dem Drehzahlverlauf
n(t) zugehörige
Vorzeichen der Drehzahl- bzw.
Geschwindigkeitsänderung
(dn/dt, dv/dt) eingetragen. Analog ist unterhalb des unteren Diagramms
in den korrespondierenden Zeitabschnitten oder Zeitintervallen das entsprechende
Vorzeichen des Momenten- bzw. Kraftverlaufes (m, f) eingetragen.
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Erkennbar
ist, dass die Vorzeichen (+/–)
innerhalb der entsprechenden Zeitintervalle übereinstimmen. Dies bedeutet,
dass in diesem Betriebszustand der Synchronmaschine 1, 1' die Richtung
des Drehmomentes M, m bzw. der Kraft F, f der Richtung der Beschleunigung
(dn/dt; dv/dt) der Synchronmaschine 1, 1' entspricht.
Die erfindungsgemäße Überwachung
des Betriebszustandes der Synchronmaschine 1, 1' erkennt somit,
dass keine Mitkopplung vorliegt.
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Sind
demgegenüber
innerhalb derartiger Zeitintervalle die Vorzeichen (+), (–) der Drehzahl- oder
Geschwindigkeitsänderung
(dn/dt bzw. dv/dt) einerseits und das Vorzeichen (+), (–) des Querstrom
Iq – und
damit des Drehmomentes M, m bzw. der Kraft F, f – unterschiedlich, so erkennt
die erfindungsgemäße Überwachung
einen Mitkopplungs-Zustand. Die Reaktionszeit ist dabei vergleichsweise
gering und beträgt
gemäß den nachfolgend
anhand der 6 und 7 erläuterten
Bedingungen weniger als 20 ms.
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So
zeigt 6 wiederum den zeitlichen Verlauf der Drehzahl
n(t) bei einem Drehzahl-Soll-Wert von n = 0 und einer wiederum fehlerhaften
Pollage oder Pollage-Information der Regelung der Synchronmaschine 1, 1'. Der Verlauf
des von der Regelung der Synchronmaschine 1, 1' eingestellten
Querstroms Iq(t) steigt wiederum mit der
Folge an, dass die Synchronmaschine 1, 1' beschleunigt
wird und demzufolge die Drehzahl n zu (negativen) Drehzahlwerten
hin ansteigt. Innerhalb des dargestellten Zeitintervalls Δt erkennt
die erfindungsgemäß Überwachung
aufgrund des unterschiedlichen Vorzeichens (+/–) der Drehzahl- bzw. Geschwindigkeitsänderung (dn/dt;
dv/dt) einerseits und des Vorzeichens (+/–) des Verlaufes des Drehmomentes
M, m bzw. der Kraft F, f auf einen fehlerhaften Betriebszustand
(Mitkopplung bzw. kippen der Regelung) der Synchronmaschine 1, 1'.
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Im
vorliegenden Fall ist die Änderung
(dn/dt bzw. dv/dt) der Beschleunigung und somit das Vorzeichen negativ
(–), während in
diesem Zeitintervall Δt
der Verlauf des Drehmomentes M, m bzw. der Kraft F, f und somit
das Vorzeichen positiv (+) ist. Somit ist für die Überwachung des Betriebszustandes der
Syn chronmaschine 1, 1' bereits die Bedingung erfüllt, dass
eine Mitkopplung eingetreten ist.
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Zur
Vermeidung von Fehlreaktionen und damit zur Erhöhung der Robustheit des Betriebsverhaltens
der Synchronmaschine 1, 1' wird mittels des Überwachungsverfahrens – bzw. der
nachfolgend beschriebenen Überwachungsvorrichtung – ein Zeitglied
gestartet.
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Innerhalb
der mittels dieses Zeitgliedes eingestellten oder vorgegebenen Zeitspanne Δt wird eine
weitere Bedingung des Betriebszustandes der Synchronmaschine 1, 1' abgefragt.
Diese weitere Bedingung ist orientiert oder gekoppelt an eine Information
bzw. ein Signal des Drehzahlreglers, ob ein beispielsweise vorgegebenes
oder eingestelltes maximales Drehmoment Mmax bzw.
eine maximale Kraft Fmax erreicht ist. Sind
diese Bedingung oder dieses Kriterium sowie gleichzeitig die Bedingung
bzw. das Kriterium des Mittkopplungszustandes erfüllt und
ist das vorreingestellte Zeitintervall Δt des Zeitgliedes abgelaufen,
so wird die Synchronmaschine 1, 1' stromlos geschaltet und demzufolge
abgebremst, indem der Querstrom Iq spontan
auf den Wert Null (Iq = 0) abgesenkt oder
abgeregelt wird.
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8 zeigt
in einem schematischen Blockschaltbild eine Überwachungsvorrichtung der
Synchronmaschine 1, 1'. Veranschaulicht ist ein Antrieb 4 mit
der Synchronmaschine 1, 1' und mit einem diese speisenden
Umrichter 5. Der in nicht näher dargestellter Art und Weise
von einem Drehzahl- oder Geschwindigkeitsgeber erfasste Ist-Wert
nist der Drehzahl (Geschwindigkeit) n der
Synchronmaschine 1, 1' wird einem Motormodell 6 zugeführt. Diesem
Motormodell 6 wird zudem vom Umrichter 5 ein den
aktuellen Querstrom Iq repräsentierendes
Signal zugeführt. Der
zeitliche Verlauf des Querstroms Iq(t) sowie
die zeitliche Änderung
dn/dt der Drehzahl n(t) werden einem Überwachungsmodul 7 der Überwachungs-Vorrichtung
zugeführt.
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Das Überwachungsmodul 7 vergleicht
die Vorzeichen (+, –)
der zeitlichen Drehzahländerung dn/dt
bzw. das Vorzeichen (+, –)
der Geschwindigkeitsänderung
dv/dt und das Vorzeichen (+, –)
des das Drehmoment M bzw. die Kraft F repräsentierenden Querstroms Iq. Wird vom Überwachungsmodul 7 eine
Abweichung der Vorzeichen festgestellt, so wird dem Umrichter 5 ein
Steuersignal SA zum gezielten (elektrischen) Abbremsen der Synchronmaschine 1, 1' zugeführt und über diesen
die Energiezufuhr zur Synchronmaschine 1, 1' abgeschaltet.
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Um
ein gezieltes oder geregeltes Abbremsen der Synchronmaschine 1, 1' besonders vorteilhaft
zu erreichen, wird dem Überwachungsmodul 7 vom
Motormodell 6 ein EMK-Signal SEMK zugeführt, das
die vom Motormodell 6 berechnete Pollage repräsentiert.
Mittels dieses Wertes oder Parameters der von dem Motormodell 6 ermittelten
aktuellen Pollage der Synchronmaschine 1, 1' erfolgt über die Überwachungs-Vorrichtung
ein gesteuertes elektrisches Abschalten der Synchronmaschine 1, 1'.