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Die
vorliegende Erfindung ist speziell vorgesehen zur Anwendung in Nutzfahrzeugsystemen
und betrifft insbesondere die Motorregelung bei Hybrid-Nutzfahrzeugen. Die
hier beschriebene Technik ist jedoch auch für andere Motorregelsysteme,
andere Nutzfahrzeuge und andere Hybridfahrzeugsysteme verwendbar.
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Regelvorrichtungen
mit Proportional-, Integral- und Differential-Regelung (PID) weisen
typischerweise einen mit Rückkopplungsschleife
versehenen Rückkopplungsmechanismus
auf und werden in Regelsystemen verwendet (z. B. industriellen Regelsystemen,
Automobil-Regelsystemen etc.). Eine PID-Regelvorrichtung passt iterativ
einen oder mehrere Parameter an (z. B. Strom, Spannung etc.), um eine
Abweichung (z. B. einen Fehler) zwischen einer gemessenen Prozessvariablen
und einem gewünschten
Sollwert korrekt zu minimieren, indem ein Korrekturvorgang zur Anpassung
des Vorgangs bestimmt wird. Das Bestimmen des Korrekturvorgangs beinhaltet
das Berechnen dreier separater Parameterwerte für den gemessenen Fehler, bei
denen es sich um Proportional-, Integral- und Differential-Werte
handelt. Der Proportionalwert wird verwendet, um eine geeignete
Reaktion auf den aktuellen Fehler zu bestimmen, der Intergralwert
wird verwendet, um basierend auf der Summe der zuvor aufgetretenen
Abweichungen eine geeignete Reaktion zu bestimmen, und der Differentialwert
wird verwendet, um basierend auf der Rate, mit der sich die Abweichung
verändert
hat, eine geeignete Reaktion zu bestimmen. Die gewichtete Summe
dieser drei Werte dient zum Anpassen des Vorgangs über ein
Regelelement (z. B. eine Strom- oder
Spannungsquelle, ein Ventil etc.).
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Durch
Abstimmen der drei Konstanten in dem Algorithmus der PID-Regelvorrichtung
kann eine Regelvorrichtung einen Regelmechanismus erstellen, der
auf die spezifischen Prozesserfordernisse zugeschnitten ist. Die
Reaktion der Regelvorrichtung lässt
sich beschreiben anhand der Ansprechempfindlichkeit der Regelvorrichtung
auf einen Fehler, anhand des Maßes,
in dem die Regelvorrichtung den Sollwert überschießt (”overshoot”) und/oder anhand des Grads
der Systemoszillation. Die Verwendung des PID-Algorithmus zur Regelung
garantiert jedoch keine optimale Regelung des Systems oder der Systemstabilität, und der
PID-Algorithmus ist nicht in der Lage, unerwartete Systemstörungen (z. B.
Abwürgen
des Motors, Kurzschluss etc. zu berücksichtigen.
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Nicht
in allen Anwendungsfällen
sind sämtliche
Regelvariablen oder -module erforderlich; vielmehr besteht bei einigen
Anwendungsfällen
die Möglichkeit,
zur Durchführung
der gewünschten
Systemregelung nur einen Modus oder zwei Modi zu verwenden. Dies
wird erreicht, indem der Verstärkungsfaktor unerwünschter
Regelsignale (bzw. des einen Regelsignals) auf Null gesetzt wird.
Wenn beispielsweise der Ableitungs-Verstärkungsfaktor auf Null gesetzt wird,
wird die PID-Regelvorrichtung zu einer PI-Regelvorrichtung. Die
Verwendung von PI-Regelvorrichtungen ist besonders weit verbreitet,
da der Differential-Vorgang besonders empfindlich gegenüber Messrauschen
ist und da das Nichtvorhandensein eines Integralwerts möglicherweise
verhindern kann, dass das System aufgrund des Regelvorgangs seinen
Zielwert erreicht.
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PID-Regelvorrichtungen
werden in der Automobilindustrie zum Regeln verschiedener Systeme verwendet.
Ein beträchtlicher
Nachteil von PID-Regelvorrichtungen besteht darin, dass sie typischerweise
nur über
einen relativ engen Bereich von Systemparametern wirksam sind. Trotz
Verbesserungen der Abstimmung, z. B. durch entsprechende Pol-Platzierung,
Fuzzy Logic, automatische Abstimmung, Regelung mit Verstärkungsplanung
(”Gain-Scheduling”-Regelung),
Adaptierung etc. sind PID-Regelvorrichtungen weiterhin nicht optimal,
wenn sie dazu verwendet werden, einen Motor oder ein System über einen
weiten Bereich von Betriebsparametern hinweg zu regeln. Versuche,
eine PID-Regelvorrichtung für
den Betrieb über
einen weiten Bereich von Systemparametern oder -variablen anzupassen,
führen
nachteiligerweise zu einer suboptimalen Leistungsfähigkeit.
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Es
ist Aufgabe der Erfindung, neuartige und verbesserte Systeme und
Verfahren zur Motorregelung bei Hybrid-Nutzfahrzeugen zu schaffen,
bei denen die oben aufgeführten
sowie weiteren Probleme beseitigt sind.
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Zur
Lösung
der Aufgabe weist gemäß einem Aspekt
der Erfindung ein System zum Regeln eines Luftverdichters eines
Hybrid-Nutzfahrzeugs eine Niederspannungs-(LV-)Regelvorrichtung
mit einer PID-Regelvorrichtung, die einen Luftverdichtermotor während des
Normalbetriebs regelt, und eine Maschinenzustands-Regelvorrichtung
auf, die den Luftverdichtermotor während des Hochfahrens und bei äußeren Systemstörungen regelt.
Das System weist ferner eine Hochspannungs-Treiberschaltung auf, die
ein oder mehrere Regelsignale von der LV-Regelvorrichtung empfängt und
eine Brückenschaltung treibt,
um den dem Luftverdichtermotor zugeführten Strom zu regeln und dadurch
den Betrieb des Motors zu regeln. Zusätzlich weist das System einen
oder mehrere Sensoren auf, die mindestens einen Parameter des Luftverdichtermotors
messen und Rückkopplungsinformation
an die LV-Regelvorrichtung ausgeben.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Regeln eines
Hilfsmotors eines Hybridfahrzeugs bereitgestellt, bei dem mittels
eines oder mehrerer Sensoren festgestellt wird, ob sich eine Motorwelle
in einem Rotations-Betriebszustand befindet, bei dem ferner mittels
Proportional-, Integral- und Differential-Regelung (PID) die Drehzahl
der Motorwelle geregelt wird, wenn sich die Motorwelle in einem
Rotations-Betriebszustand befindet, und bei dem mittels Regelung
durch eine Zustandsmaschine die Drehzahl der Motorwelle geregelt
wird, wenn sich die Motorwelle nicht in einem Rotations-Betriebszustand
befindet.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der Erfindung weist eine Vorrichtung, welche die
Regelung eines Schrauben-Luftverdichters eines Hybrid-Nutzfahrzeugs
erleichtert, eine Vorrichtung zur Luftverdichtung zwecks pneumatischer
Betätigung
des Bremssystems und eine Vorrichtung zur Energieversorgung der
Luftverdichtungsvorrichtung auf. Die Vorrichtung gemäß dem letztgenannten
weiteren Aspekt der Erfindung enthält ferner eine Vorrichtung
zur Durchführung
einer Proportional-, Integral- und Differential-Regelung (PID) der
Energieversorgungsvorrichtung der Luftverdichtungsvorrichtung während deren
Betriebs, und zur Durchführung
einer mittels einer Zustandsmaschine erfolgenden Regelung der Energieversorgungsvorrichtung
während
des Startens der Energieversorgungsvorrichtung und während externer
Systemstörungen.
Die Vorrichtung gemäß dem weiteren
Aspekt weist ferner eine Vorrichtung zur Detektion mindestens eines
Parameters der Energieversorgungsvorrichtung und zur Erzeugung von
Rückkopplungsinformation
auf, die den mindestens einen Parameter beschreibt.
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Ein
Vorteil der Erfindung besteht darin, dass unerwartete Systemstörungen eine
mittels einer Zustandsmaschine vorgenommene Regelung auslösen.
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Ein
weiterer Vorteil ist dadurch gegeben, dass eine PID-Regelung verwendet
wird, wenn diese am effizientesten ist, und ein Umschalten auf eine durch
eine Zustandsmaschine erfolgende Regelung vorgenommen wird, wenn
die PID-Regelung effizient ist.
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Im
Folgenden werden bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung im Zusammenhang
mit den Zeichnungen genauer erläutert.
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Es
zeigen:
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1 ein
System zum Implementieren einer robusten PID-Regelung eines Verdichtermotors
eines Hybrid-Nutzfahrzeugs, wobei das System eine Niederspannungs-(LV-)Regelungsplatine
(z. B. eine Motorregelungsplatine) und eine Hochspannungs-(HV)Treiberschaltung
aufweist, die eine Brückenschaltung
zum Aktivieren von Wicklungen in dem Motor regeln,
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2 eine
schematische Darstellung der Maschinenzustands-Regelvorrichtung
mit mehreren Motor-Zuständen,
die durch sie geregelt werden,
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3 eine
schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform der Zustandsmaschine mit
Beispielen von Zustandsübergangs-Bedingungen oder
-Kriterien, die ausgewertet und/oder geregelt werden, um den Übergang
des Motors zwischen verschiedenen Zuständen zu bewerten bzw. zu handhaben,
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4 ein
Schaubild zur Veranschaulichung der Verhältnisse zwischen der Motor-Drehzahl (U/min.),
der Zeit und dem Motorzustand während des
Maschinenzustands-Übergangs
von dem Zustand 0 (STOPPED) über
den Zustand 1 (STARTUP) in den Zustand 2 (SPINNING) während des
Normalbetriebs,
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5 ein
Schaubild zur Veranschaulichung der Verhältnisse zwischen der Motor-Drehzahl (U/min.),
der Zeit und dem Motorzustand während des
Maschinenzustands-Übergangs
von dem Zustand 0 (STOPPED) über
den Zustand 1 (STARTUP) in den Zustand 2 (SPINNING) in der Situation,
in welcher der Motor stillsteht, während er bei stillstehender Welle
einen Drehversuch unternimmt, und
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6 ein
Schaubild zur Veranschaulichung der Verhältnisse zwischen der Motor-Drehzahl (U/min.),
der Zeit und dem Motorzustand während des
Maschinenzustands-Übergangs
zwischen dem Zustand 2 (SPINNING) und dem Zustand 3 (Behebung eines
Stillstands) in der Si tuation, in welcher der Verdichtermotor rotiert
und dann plötzlich
blockiert.
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Im
Folgenden werden Systeme und Verfahren beschrieben, bei denen eine
Maschinenzustands-Regelung mit einer PID-Regelung kombiniert wird,
um eine robuste Regelung auch über
dynamische Belastungsstörungen
und plötzliche
Systemveränderungen
hinweg zu ermöglichen.
Gemäß einem Merkmal
wird eine PID-Regelung nur verwendet, wenn sich ein Motor in einem
Rotationszustand befindet, um einen Stillstandszustand zu verhindern,
und ansonsten wird eine Maschinenzustands-Regelung verwendet. Dieses
Merkmal erleichtert die Durchführung
einer zuverlässigen
Motorregelung, z. B. bei einem elektrischen Verdichtermotor, über sämtliche Motorzustände und/oder
-bedingungen hinweg. Indem eine PID-Regelung nur während eines
Rotationszustands verwendet wird, können andere Systemstörungen über die
Zustandsmaschine geregelt werden. Die Kombination der beiden Verfahren
während
zweier verschiedener Zustände
bietet eine robuste Regelung und ermöglicht einen glatten Stromanstieg
oder ”Kick” zwischen
Zuständen,
wodurch wiederum ein Abschwächen
oder Beseitigen einer oder mehrerer starker mechanischer Stoßeinwirkungen
auf Systemkomponenten erleichtert wird. Die Systeme und Verfahren
gemäß der Erfindung
sind insbesondere anwendbar bei Luftverdichtern, die in Bremssystemen
großer
Hybrid-Nutzfahrzeuge verwendet werden, welche häufig anfahren und stoppen,
z. B. in Bremssystemen von Bussen, Müllabholungsfahrzeugen, Paketzustellfahrzeugen,
Baufahrzeugen (z. B. Kipplastern) und dgl.
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1 zeigt
ein System 10 zum Implementieren einer robusten PID-Regelung
eines Motors 12, der mit einem Verdichter 13 eines
Hybrid-Nutzfahrzeugs verbunden ist. Das System 10 weist
eine Niederspannungs-(LV-)Regelungsplatine 14 (z. B. eine Motorregelungsplatine)
und eine Hochspannungs-(HV-)Treiberschaltung 16 auf, die
eine Brückenschaltung 18 zum
Aktivieren von Wicklungen 19 des Motors regeln. Gemäß einem
Beispiel handelt es sich bei der LV-Regelungsplatine 14 um
eine 12-V-Platine, und die HV-Treiberschaltung 16 hat eine
Spannung von ungefähr
320 V–640
V.
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Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
ist der Verdichter 13 ein Schrauben-Luftverdichter. An die
LV-Regelungsplatine 14 wird ein gewünschter Drehzahl-Eingabewert
oder -Befehl ausgegeben, und die Drehzahl Verdichtermotorwelle wird überwacht,
um der LV-Regelungsplatine 14 ein Drehzahl-Rückkopplungssignal 20 zuzuführen, mit
dessen Hilfe die Drehzahl des Motors geregelt wird. Gemäß weiteren
Beispielen wird das Drehzahl-Rückkopplungssignal 20 von
einem oder mehreren Kodierern, einem oder mehreren Drehmeldern (z.
B. einem elektrischen Drehtransformator zum Messen von Drehgraden)
oder einem anderen geeigneten Sensor erzeugt. Ferner wird gemäß einem
Ausführungsbeispiel
ein sensorloses Rückkopplungssignal
erzeugt, z. B. durch Messen des rückwirkenden elektromagnetischen
Felds (EMF) bei nichtgetriebenen Spulen, um daraus auf die Wellenposition
etc. zu schließen. Optional
kann eine trapezförmige
6-Stufen-Regelkomponente 24 (z.
B. mit 6-Stufen-Kommutation) verwendet werden, um den Verdichtermotor
beim Erzeugen der Luftverdichtung zu treiben. Gemäß einer Ausführungsform
ist der Verdichtermotor ein bürstenloser
Gleichstrommotor (BLDC-Motor).
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Das
System 10 erleichtert die Reduzierung unerwünschter
parasitärer
Verluste in dem Motor 12. Drehzahl-Rückkopplungsinformation 20 aus
dem einen oder den mehreren Hall-Sensoren 22 wird an die LV-Regelungsplatine 14 übermittelt,
welche die Tastverhältnisse
der Schalter H_A, H_B, H_C, L_A, L_B, L_C auf der Basis der Rückkopplungsinformation 20 einstellt.
Während
Phasen eines normalen Motorbetriebs verwendet die LV-Regelungsplatine 14 eine PID-Regelvorrichtung 26 zum
Regeln des Motorbetriebs. Jedoch verwendet die LV-Regelungsplatine 14 dann
eine Maschinenzustands-Regelvorrichtung 28, wenn ein auslösendes Ereignis
auftritt, wie z. B. ein Starten oder Stoppen des Motors, eine plötzliche
Belastungsveränderung
(z. B. eine mechanische Fehlfunktion oder eine Beschädigung einer
mechanischen Komponente) etc. Die Maschinenzustands-Regelvorrichtung 28 und
die PID-Regelvorrichtung 26 können in dem dauerhaften Speicher 30 in
oder an der LV-Regelungsplatine 14 gespeichert werden,
z. B. in Form eines oder mehrerer Sätze maschinenausführbarer Instruktionen,
die von einem Prozessor 32 ausgeführt werden. Auf diese Weise
erleichtert das System 10 das Verhindern eines Stillstandszustands
des Verdichtermotors, der auftreten kann, wenn der Verdichter kalt
ist, oder bei häufigem Starten
und Stoppen, bei mechanischem Versagen etc.
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Gemäß einer
Ausführungsform
verwendet das System Unterbrechungen, um Zustandsveränderungen
(z. B. Drehen oder Nicht-Drehen) zu detektieren. Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
ist ein (nicht gezeigter) Fehlverdrahtungs-Detektor vorgesehen,
um zu gewährleisten,
dass der 3-Phasen-Luftverdichter
korrekt verdrahtet ist, was wiederum einen korrekten Betrieb der
Zustandsmaschine erleichtert.
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Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
gibt die Hochspannungs-Treiberschaltung ungefähr 320 V bei 18 A an die Brückenschaltung
aus.
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Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
wird Information zur Angabe einer Störung (z. B. Blockade der Welle,
Abwürgen
etc.) des Motors und/oder Verdichters in dem Speicher 30 gespeichert,
um eine Fehlervorhersage oder dgl. zu erleichtern. Beispielsweise
wird in dem Speicher 30 Information über die Anzahl und Häufigkeit
von Systemstörungen
(z. B. entsprechend der Herleitung aus der Drehzahl-Rückkopplungsinformation 20)
gespeichert. Der Prozessor 32 analysiert die Störungsinformation,
um das Motorverhalten und/oder das Verdichterverhalten zu diagnostizieren.
Auf der Basis dieser Analyse identifiziert der Prozessor potentielle
Versagensbedingungen in dem Motor 12 und/oder dem Verdichter 13.
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Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
teilt der Prozessor dem Benutzer Information über ein potentielles Versagen
mit. Beispielsweise kann der Prozessor anhand der Störungsinformation
feststellen, dass der Motor zyklisch zwischen zwei Zuständen wechselt
und dass ein Ausfallzustand imminent ist. Der Prozessor löst dann
eine Warnmeldung oder ein Hinweissignal aus (z. B. ein Aufleuchten
des Hinweises ”Wartung
erforderlich” oder
einen anderen geeigneten Hinweis), um den Benutzer auf den potentiellen
Aus fallzustand hinzuweisen. Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
ist vorgesehen, dass der Prozessor, falls er feststellt, dass die
Anzahl und/oder Häufigkeit
von Störungen
einen vorbestimmten Schwellenwert der Anzahl bzw. Häufigkeit überschritten
hat, ein Signal oder einen Hinweis zur Angabe der Möglichkeit
eines bevorstehenden Ausfallzustands erzeugt bzw. an den Benutzer übermittelt.
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2 zeigt
die Maschinenzustands-Regelvorrichtung 28 sowie mehrere
Motorzustände,
die von dieser geregelt werden. Eine Eingabe- oder Referenz-Motordrehzahl 42 wird
bestimmt, eingegeben oder empfangen (z. B. durch den Prozessor oder dgl.)
Falls die Referenzdrehzahl kleiner ist als eine Mindest-Betriebsdrehzahl
des Motors, dann wird eine MotorRun-Bedingung als nicht zutreffend
bestimmt und ein StopMotor-Befehl 44 an den Motor ausgegeben,
um zu gewährleisten,
dass der Motor nicht läuft
und/oder nicht versucht, mit der unterhalb der Mindestdrehzahl liegenden
Drehzahl zu laufen. Der StopMotor-Befehl hat den Effekt, dass sowohl eine
MotorRun-Bedingung
als auch eine MotorRunning-Bedingung nicht zutreffen, was wiederum
die Feststellung ermöglicht,
dass sich der Motor in einem STOPPED-Zustand (Zustand 0) 46 befindet. Bei
einigen Szenarien wird ein Satz von Diagnose-Instruktionen 48 ausgeführt, um
festzustellen, ob ein Fehlerzustand des Motors vorliegt.
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Falls
die Referenzdrehzahl größer ist
als die minimal zulässige
Motordrehzahl, wird ein MotorRun-Befehl ausgegeben, so dass eine
MotorRun-Bedingung erfüllt
ist (d. h. dem Motor wird befohlen, zu rotieren). Der STOPPED-Zustand 50 des
Motors wird geprüft
und, da die MotorRun-Bedingung erfüllt ist, wird festgestellt,
dass ein zweiter Zustand (Zustand 1) 52 des Motors vorliegt,
in dem sich der Motor in einer weichen ”Kick”-Betriebsart (z. B. einer
Betriebsart mit weichem Übergang)
befindet. In dem Zustand 1 (auch bezeichnet als PDC_KICK_FROM_STOPPED,
oder STARTUP) wird der Verdichtermotor aus einem gestoppten Zustand
(z. B. Zustand 1) heraus hochgefahren.
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Falls
die MotorRun-Bedingung und die MotorRunning-Bedingung beide vorliegen,
wird festgestellt, dass sich der Motor in einem dritten Zustand (Zustand
2) 54 befindet, in dem der Motor rotiert. Falls nach der
Feststellung, dass sich der Motor im Zustand 2 befindet, die MotorRunning-Bedingung nicht
mehr erfüllt
ist, wird festgestellt, dass sich der Motor in einem vierten Zustand
(Zustand 3) 56 befindet (z. B. einer Weich-”Kick”-Betriebsart
oder PDC_KICK_FROM_SPINNING), in der Motor aus einem rotierenden
Zustand in einen nichtrotierenden Zustand übergeht. Falls die MotorRunning-Bedingung
wieder erfüllt
ist, wird festgestellt, dass sich der Motor wieder in dem SPINNING-Zustand
(z. B. Zustand 2) befindet.
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3 zeigt
eine weitere Ausführungsform der
Zustandsmaschine 28 mit Beispielen von Zustandsübergangs-Bedingungen
oder -Kriterien, die ausgewertet und/oder geregelt werden, um die Übergänge des
Motors zwischen Zuständen
zu beurteilen bzw. zu handhaben. Beispielsweise können die
diagnostischen Instruktionen 46 ausgeführt werden, nachdem festgestellt
worden ist, dass sich der Motor über
eine erste vorbestimmte Zeitperiode T1 (z. B. 2 Sekunden, 5 Sekunden,
6 Sekunden, 10 Sekunden etc.) in einem Stillstandszustand befunden
hat.
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Gemäß einem
weiteren Beispiel verbleibt der Motor so lange in dem Zustand 1
(z. B. der Hochfahr-/Rampen-Betriebsart, oder einem Übergang
aus dem gestoppten Zustand 0), wie die folgenden Bedingungen zutreffen:
ein Referenz- oder Regel-Ausgangssignal Yk ist
auf 0,95Yk-1 + 0,05 gesetzt, bis Yk gleich einem INITIAL_PDC_KICK-Wert ist
(z. B. ungefähr
98% des Maximalstroms oder einem anderen vorbestimmten Wert dieses
Stroms); der Motor ist während
einer Dauer von T1 Sekunden nicht zum Stillstand gekommen; und die
MotorRunning-Bedingung war während
mindestens einer zweiten vorbestimmten Zeitperiode T2 erfüllt (z.
B. 0,5 Sekunden lang oder während
einer Dauer mit einem anderen vorbestimmten Zeitwert).
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Falls
MotorRunning erfüllt
ist und MotorRun erfüllt
ist, wird der PID-Wert gleich Yk gesetzt,
und der Motor geht aus dem Zustand 1 (Hochfahren) in den Zustand
2 (SPINNING) über,
in dem die PID zum Regeln des Motors betrieben wird. Der Motor verbleibt so
lange in dem Zustand 2, wie die folgenden Bedingungen erfüllt sind:
der Motor ist während
einer Zeitperiode T1 nicht zum Stillstand gekommen, und die MotorRunning-Bedingung
ist während
einer Periode von weniger als der Zeitperiode T2 nicht erfüllt. Falls der
Motor während
einer T1 überschreitenden
Zeitperiode stillsteht, werden die Diagnose-Instruktionen 48 ausgeführt. Falls
die MotorRunning-Bedingung während
einer T2 überschreitenden
Zeitperiode nicht erfüllt
ist, dann ist Yk-1 gleich dem PID-Wert,
und der Motor geht in den Zustand 3 über.
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Der
Motor verbleibt in dem Zustand 3 (z. B. Übergang aus dem Rotieren),
solange die folgenden Bedingungen zutreffen: Yk =
0,95Yk-1 + 0,05, bis Yk gleich
dem INITIAL_PDC_Kick-Wert ist; der Motor ist während einer Zeitperiode von
T1 oder mehr nicht zum Stillstand gekommen; und die MotorRunning-Bedingung
ist nicht erfüllt.
Nachdem die MotorRunning-Bedingung während einer Zeitperiode von mehr
als T3 erfüllt
ist (z. B. 300 ms, 500 ms, 1 s, oder während einer anderen vorbestimmten
Zeitperiode), dann ist der PID-Wert gleich Yk,
der Motor kehrt in den Zustand 2 (SPINNING) zurück, und die PID-Regelvorrichtung 26 übernimmt
die Regelung des Motors.
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4 zeigt
ein Schaubild 70 zur Veranschaulichung der Verhältnisse
zwischen der Motor-Drehzahl (U/min.), der Zeit und dem Motorzustand
während
des Maschinenzustands-Übergangs von
dem Zustand 0 (STOPPED) über
den Zustand 1 (STARTUP) in den Zustand 2 (SPINNING) während des
Normalbetriebs. Die Referenzdrehzahl Sref ist
als durchgehende Linie gezeigt, die ausgehend von dem Zeitpunkt
0+ (Hochfahr-Zeit) auf eine Dauer-Drehzahl von 3000 U/min. ansteigt. Die
Ist-Motordrehzahl Sact (gemessen z. B. mittels
der Hall-Sensoren gemäß 1 oder
eines oder mehrerer anderer geeigneter Sensoren) ist als gepunktete
Linie gezeigt, die der Referenzdrehzahl-Linie eng folgt. Das Regel-Ausgangssignal
Yk ist als kurzgestrichelte Linie gezeigt,
und der Motorzustand MS ist als langgestrichelte Linie gezeigt.
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Nachdem
der Motor einen MotorRun-Befehl empfangen hat und nachdem die MotorRunning-Bedingung
erfüllt
ist, geht Motor bei 72 aus dem Zustand 0 (STOPPED) in den
Zustand 1 (STARTUP) über.
Nachdem die MotorRunning-Bedingung erfüllt worden ist, geht der Motor
bei 74 in den Zustand 2 (SPINNING) über. Während der Übergänge regelt die Maschinenzustands-Regelvorrichtung 28 den Motor.
Nachdem sich der Motor in dem Zustand 2 (SPINNING) befindet, übernimmt
die PID-Regelvorrichtung 26 und setzt die Regelung des
Motors fort, falls kein – oder
bis – ein
weiterer Zustandsübergang erfolgt.
Das Schalten der PID-Regelung ist bei 76 an der Regelausgangssignal-Linie
gezeigt, die proportional zu der Referenzdrehzahl-Linie ansteigt,
bis sich das Regelausgangssignal stabilisiert, wenn die Referenzdrehzahl
den Dauerzustand erreicht.
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5 zeigt
ein Schaubild 80 zur Veranschaulichung der Verhältnisse
zwischen der Motor-Drehzahl (U/min.), der Zeit und dem Motorzustand
während
des Maschinenzustands-Übergangs von
dem Zustand 0 (STOPPED) über
den Zustand 1 (STARTUP) in den Zustand 2 (SPINNING) in der Situation,
in der sich der Motor im Stillstand befindet, während er versucht, mit einer
blockierten Welle zu rotieren. Ausgehend von dem Zeitpunkt 0+ geht
der Motor bei 72 aus dem Zustand 0 (STOPPED) in den Zustand
1 (STARTUP) über,
wobei während
dieser Zeit der Motor einer Maschinenzustands-Regelung unterzogen
wird. Da die Motorwelle, die den Verdichter antreibt, blockiert
ist, verbleibt der Motor in dem Zustand 1 und unter der Maschinenzustands-Regelung 78.
Wenn die Blockade der Welle wieder aufgehoben ist (d. h. aufgrund
einer Diagnose-Routine, einem Erwärmen des Verdichters oder eines
anderweitigen Beseitigens des Blockadezustands), geht der Motor
bei 74 in den Zustand 2 (SPINNING) über. Die PID-Regelung übernimmt
bei 76, gleichzeitig mit dem Motor-Übergang in den Rotationszustand.
Die PID-Regelung wird verzögert,
während
der Motorstrom mittels der Maschinenzustands-Regelvorrichtung 28 allmählich verstärkt wird,
um einen sanften ”Kick” oder Übergang
gewährleisten,
bis sich die Welle zu drehen beginnt. Auf diese Weise geht der Motor
trotz einer anfänglichen
Störung
aus dem Zustand 0 über
den Zustand 1 in den Zustand 2 über.
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6 zeigt
ein Schaubild 90 zur Veranschaulichung der Verhältnisse
zwischen der Motor-Drehzahl (U/min.), der Zeit und dem Motorzustand
während
des Maschinenzustands-Übergangs zwischen
dem Zustand 2 (SPINNING) und dem Zustand 3 (sanfter Übergang)
in der Situation, in welcher sich der Verdichtermotor dreht und
dann plötzlich
blockiert. Zu dem Zeitpunkt 0+ beginnt sich die Motorwelle zu drehen,
während
der Motor aus dem Zustand 0 (STOPPED) über den bei 72 gezeigten
Zustand 1 (STARTUP) bei 74 in den Zustand 2 (SPINNING) übergeht.
Das Regelausgangssignal Yk unterliegt der
PID-Regelung 76, bis die Störung (z. B. eine blockierte
Welle) detektiert worden ist, wobei zu diesem Zeitpunkt die Maschinenzustands-Regelung 78 übernimmt.
Beispielsweise wird bei der anfänglichen Detektion
der Störung
die PID-Regelung während
einer Zeitperiode T2 (z. B. 0,5 Sekunden oder während einer anderen vorbestimmten
Zeit) aufrechterhalten, um einen Stillstandszustand zu verifizieren.
Nachdem der Stillstandszustand verifiziert ist, wird die PID-Regelung
aufgehoben, und bei 82 erfolgt ein Übergang in den Zustand 3, um
einen sanften Stromanstieg oder ”Kick” zu veranlassen. Ein Austritt
aus dem Zustand 3 erfolgt, nachdem die Rotation der Welle während einer
T3 gleichenden Zeitperiode bestätigt
worden ist. Nach der Bestätigung
der Wellenrotation erfolgt ein erneuter Eintritt in den Zustand
2, und die PID-Regelung wird wiederaufgenommen. Auf diese Weise
erfolgt ein Übergang
des Motors aus dem Zustand 0 über
den Zustand 1 und den Zustand 2 in den Zustand 3 und zurück in den
Zustand 2.