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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein in-vitro Testkit zur tierversuchsfreien
Bestimmung des sensibilisiernden Potentials einer Substanz. Das
Testkit besteht aus einer lockeren Kokultur aus aktivierten humanen
basalen Keratinozyten und aus beweglichen humanen Dendritischen
Zellen. Die vorliegende Erfindung umfasst des weiteren das Herstellungsverfahren
dieses Testkits.
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Stand der Technik
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Die
Kontaktdermatitis ist ein weit verbreitetes berufsbezogenes oder
umweltbedingtes Gesundheitsproblem.
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Die
Begriffe Kontaktdermatitis und Kontaktekzem (contact hypersensitivity)
beschreiben Hautreaktionen nach Kontakt mit niedermolekularen Substanzen
(typisch < 500
kDa). Ist diese Hautreaktion durch Aktivitäten des Immunsystems
vermittelt, handelt es sich um ein allergisches Kontaktekzem/eine allergische
Kontaktdermatitis. Die auslösenden Chemikalien werden als
Allergene, Haptene oder als sensibilisierende Stoffe bezeichnet.
Ist das Immunsystem nicht an der Ausbildung der Hautreaktionen beteiligt,
werden die auslösenden Stoffe als Irritantien oder Toxine
bezeichnet (Nomenklatur: Johansson et al., 2001).
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Das
Potential einer Chemikalie, eine allergische Kontaktdermatitis auslösen
zu können, wird als sensibilisierendes Potential (sensitization
potential) bezeichnet. Der derzeit gängige und von der
OECD anerkannte Test, mit dem ein solches Potential ermittelt wird,
ist der lokale Lymphknotentest an der Maus (mouse local lymph node
assay, LLNA) (Kimber and Weisenberger 1989; OECD.
Guideline 429, 2002). Durch die Einführung dieses
Tests konnte gegenüber seinen Vorgängern die Anzahl
der benötigten Tiere reduziert und auch deren Belastung
vermindert werden. Ethisch vertretbarer wäre jedoch ein
tierversuchsfreies Testverfahren (in-vitro assay). Außerdem liefert
LLNA teilweise falsche Ergebnisse, wie beispielweise bezüglich
der Substanz Benzocaine (Basketter et al., 1995),
so dass auch die Sicherheit der Testaussage betreffend weitere Fortschritte
notwendig sind.
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Langerhanszellen
sind unreife Dendritische Zellen in der Haut (Banchereau
and Steiman, 1998). Dendritische Zellen besitzen die Fähigkeit,
eine primäre Immunreaktion zu initiieren und sind damit
auch an der Initiation der allergischen Kontaktdermatitis zentral
beteiligt. Sie können erkennen, ob sich in ihrer Umgebung
Gefahr-signalisierende Moleküle befinden. Kontakt mit Gefahr-signalisierenden
Molekülen induziert die Reifung der Dendritischen Zelle
zur Antigen-präsentierenden Zelle, die Allergene in passender
Form dem spezifischen Immunsystem zuführen kann. In der
Folge werden damit auch T- und B-Lymphozyten sowie weitere Zellen
in die Reaktion auf Allergenkontakt einbezogen (Übersicht
in: Reis e Sousa, 2006). Es läge daher
nahe, in einem alternativen in-vitro Testverfahren Langerhanszellen
zu kultivieren und geeignete Reaktionen der Zellen auf Allergenkontakt
zu messen (Übersicht in: Ryan et al., 2005).
Dies ist derzeit nicht möglich, da kein Zellkulturverfahren
beschrieben ist, mit dem aus der menschlichen Haut isolierte Langerhanszellen
ausreichend lang reaktiv gehalten werden können (Peiser
et al., 2003).
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Es
liegen keine menschlichen Zelllinien vor, die authentische Dendritische
Zellen ersetzen könnten. Versuche mit den Zelllinien. THP-1,
KG-1 oder MUTZ-3 zeigten, dass diese Zellen nur auf extrem starke
Allergene reagieren und das in einem Konzentrationsbereich, der
an der Grenze zu toxischer Aktivität liegt (borderline
concentrations) (Yoshida et al., 2003; Azam
et al., 2006). Außerdem neigen Zelllinien zu genetischer
Instabilität.
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Es
wurden Verfahren entwickelt, mit denen sich aus Vorläufern
Dendritische Zellen generieren lassen, die in ihren Leistungen authentischen
Dendritischen Zelle nahe kommen. Vorläuferzellen sind dabei
Monozyten, die aus adultem peripherem Blut oder aus Leukozytenkonzentrat
(buffy coat) gewonnen werden oder CD34+-Blutstammzellen
aus Nabelschnurblut oder Knochenmark. Die Vorläuferzellen differenzieren,
durch Cytokine stimuliert, zu unreifen Dendritischen Zellen. Eingesetzt
wurden die Cytokine IL-4 zusammen mit GM-CSF, teilweise auch zusätzlich
mit TNF-α (Sallusto and Lanzavecchia, 1994; Schuler
et al., 1995; Steckel et al., 1995; Chapius
et al., 1997; Caux et al., 1996). Der
Begriff unreife Dendritische Zelle bedeutet hier, dass es sich bei
diesen Zellen um differenzierte Zellen handelt, die auf einen Reifestimulus
durch pathogenassoziierte Moleküle oder Allergene warten
und die nach Kontakt damit zur Antigen-präsentierenden
Zelle reifen können. Dieser Typ Dendritischer Zellen wurde
ausgiebig auf seine Fähigkeit untersucht, sensibilisierende
Substanzen in Testverfahren detektieren zu können. Zusammenfassend
lässt sich sagen, dass diese Dendritische Zellen, wenn
sie solitär kultiviert werden, als Testsystem für
Allergene ungeeignet sind. Detektierbare Konzentrationen von Kontaktallergenen
liegen im subtoxischen bis bereits toxischen Bereich, und eine Unterscheidung
zwischen Allergenen und Irritantien ist kaum möglich (Hulette
et al., 2002; Straube et al., 2005; Übersicht
in: Ryan et al., 2005). Außerdem zeigte
sich, insbesondere für aus CD14+ Monozyten
gewonnenen Dendritischen Zellen, eine erhebliche Spendervarianz
bezüglich der Testergebnisse, so dass Testzellen verschiedener
Spender gepoolt werden mussten (Pichowski et al., 2000; Aeby et
al., 2004).
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Ein
weiteres Problem bezüglich einer Anwendung generierter
Dendritischer Zellen in einem Testsystem auf sensibilisierende Substanzen
ist, dass diese Zellen in Kultur zu einer spontanen, von Stimulation
von außen unabhängigen Reifung neigen. Detektiert
werden soll aber gerade eine potentielle allergeninduzierte Reifung.
Ein Zellkulturverfahren, aus dem Dendritische Zellen mit typischen
Merkmalen authentischer Langerhanszellen resultieren, benutzt für
die Generierung aus CD14+ Zellen eine Kombination
der Cytokine IL-4, GM-CSF und TGF-β. So generierte Zellen
neigen nicht zu spontaner Reifung, aber solitär kultiviert
bleiben auch bei diesem System überzeugende Reaktionen
der Zellen auf Allergene aus (Geissmann et al., 1998; Geissmann
et al., 1999; Aiba et al., 2000; Peiser
et al., 2004).
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Niedermolekulare
Allergene sind Haptene, die an Proteine gebunden werden müssen,
bevor sie Immunreaktionen auslösen können. An
dieser Proteinbindung sind Keratinozyten beteiligt. Keratinozyten könnten
außerdem zur Reifung Dendritischer Zellen nach Allergenkontakt
beitragen, indem sie Gefahrsignale an die Dendritischen Zellen senden
(Vandebriel et al., 2005). In einem zellbasierten
Testsystem für sensibilisierende Substanzen sollten daher
Dendritische Zellen und Keratinozyten kombiniert benutzt werden.
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Primäre
humane Keratinozyten können in-vitro zu einer dreidimensionalen
Zellkultur herangezüchtet werden, die Zellschichten verschiedener
Differenzierungsstufen aufweist. Einige Modelle beinhalten alle
epidermalen Schichten, von der basalen- bis zur Hornschicht. Die
basalen Keratinozyten liegen meist auf einer Schicht von Fibroblasten,
die ihrerseits auf eine Kollagenmatrix aufgebracht wurden. Solche
Kulturen werden als Hautäquivalent, Epidermis-Äquivalent,
organtypisches Hautmodell oder rekonstruierte Epidermis bezeichnet
(Bell et al., 1981; Limat and Hunziker,
2002). Epidermis-Äquivalente unter anderem zur
Testung auf Irrttantien und Toxine werden beispielsweise angeboten
von den Firmen SkinEthic (Nizza, Frankreich), CellSystems (St. Katharinen,
Deutschland), Euroderm (Leipzig, Deutschland) oder MatTek Inc. (Massachussets,
USA).
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Ein
in-vitro Testsystem zur Bestimmung des sensibilisierenden Potentials
einer Substanz, das auf derart rekonstruierter Epidermis basiert,
sollte zusätzlich Dendritische Zellen enthalten. Wird allerdings
Epidermis in organische Kultur genommen, wandern die Langerhanszellen
spontan aus der Epidermis in das Kulturmedium aus (
Larsen
et al., 1990). Es ist nicht bekannt, ob in der Epidermis
zwischen suprabasalen Keratinozyten und Langerhanszellen tatsächlich
feste Zellkontakte bestehen oder ob schon unreife Langerhanszellen
beweglich sind. Vereinzelt wurde von mehrschichtigen Hautäquivalenten berichtet,
in die sich Vorläufer Dendritischer Zellen kohärent
integrieren und dann differenzieren ließen (
Facy
et al., 2004;
Schaerli et al., 2005).
Im Patent
EP 0789074 ist
beschrieben, wie CD34
+ Vorläuferzellen in
ein Epidermisäquivalent eingebracht werden, differenzieren
und sich dann suprabasal in das Epidermisäquivalent integrieren.
Die Offenlegungsschrift
DE 102004061289 A1 beschreibt die Integration
von Immunzellen in ein Testkit, das aus einem geschichteten Epidermisäquivalent
besteht. Unklar ist, wieso, anders als in-vivo, die Dendritischen
Zellen im Hautäquivalent gebunden werden und es bleiben
sollen, bis ihre Reifung induziert wird. Es gibt kein anerkanntes
Testkit zur in-vitro Bestimmung des sensibilisierenden Potentials
einer Substanz, das auf geschichteten Hautäquivalenten
mit integrierten Dendritischen Zellen basiert. Probleme bereiten
eine hohe Spendervarianz bezüglich der Testergebnisse, schlechte
Kohärenz der sich im Modell befindlichen Zellen sowie der
Einfluss der Fibroblasten auf die Testergebnisse.
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Vor
diesem Hintergrund präsentiert die vorliegende Erfindung
ein Testkit zur Bestimmung des sensibilisierenden Potentials einer
Substanz, bestehend aus einer lockeren Kokultur einer einschichtigen
Lage von humanen nicht-differenzierenden Keratinozyten und aus beweglichen
Dendritischen Zellen, die mittels IL-4, GM-CSF und TGF-β aus
humanen allogenen CD14+ Monozyten in Anwesenheit
der Keratinozyten generiert werden.
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Die
im Testkit eingesetzten Keratinozyten sind humane normale Keratinozyten,
die während ihrer ersten Kultur durch „Antrypsinieren"
hinsichtlich starker Adhärenz an Zellkultur-Plastikmaterial
selektiert worden sein können.
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Die
kokultivierten Keratinozyten erreichen ein aktiviertes Stadium,
das vergleichbar ist mit dem Stadium von an der Wundheilung beteiligten
Keratinozyten. Dies ist z. B. an der hohen Sekretionsrate der Metalloproteinase
MMP-9 erkennbar.
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Das
Zellkulturmedium muss eine Differenzierung der Keratinozyten nicht
unterstützen, z. B. durch eine niedrige Calciumkonzentration.
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Das
vorgeschlagene Testkit kann sensibilisierende Substanzen anhand
der Erhöhung von Reifungsmarkern Dendritischer Zellen detektieren.
Bevorzugt wird die CD86-Expression auf den Dendritischen Zellen
per FACS-Analyse gemessen (verwendeter Antikörper z. B.
R-Phycoerythrin mouse anti-human CD86 (z. B. von BD, Heidelberg,
Deutschland)). Weiterhin bevorzugt erfolgt für die FACS-Analyse
eine Doppelfärbung zur Identifizierung der Zellen, z. B.
CD86/CD11c (verwendeter Antikörper z. B. mouse anti-human
CD11c:FITC (z. B. von Serotec, Düsseldorf, Deutschland))
oder CD86/HLA-DR (verwendeter Antikörper z. B. FITC- conjugated
mouse anti-human HLA-DR (z. B. von BD)) oder CD86/CD1c (z. B. human
CD1c-FITC von Miltenyi, Bergisch Gladbach, Deutschland). Dabei sind
Sensitivität und Reproduzierbarkeit der Detektion sensibilisierender Substanzen
deutlich besser als bei bisherigen Assays.
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Dosis-Wirkungs-Beziehungen
bislang ungeprüfter Substanzen können bestimmt
und mit bekannten Allergenen verglichen werden, deren Potential
z. B. aus LLNA-Assays verifiziert ist. Damit lässt sich
die Stärke des sensibilisierenden Potentials einer Testsubstanz
in Katagorien bezüglich ihrer Wirkstärke einteilen.
Es können effektive Konzentrationen angegeben werden.
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Eine
messbare Reifung der Dendritischen Zellen durch Kontakt mit sensibilisierenden
Substanzen erfolgt bereits weit unterhalb irritierender oder toxischer
Konzentrationen. Die Viabilität der Dendritischen Zellen
kann durch die Färbrate mit 7-AAD (z. B. von BD, Heidelberg,
Deutschland) oder Propidiumiodid (z. B. von Sigma, Deisenhofen,
Deutschland) bestimmt werden. Damit kann das Testkit sensibilisierend
und irritierend wirkende Konzentrationen einer Substanz differenzieren.
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Die
Zugabe des Cytokins TGF-β bedingt, dass die Dendritischen
Zellen im Testkit nicht zu spontaner Reifung neigen.
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Es
besteht kein nennenswerter Einfluss der Zell-Spender auf die Testergebnisse.
Es ist nicht notwendig, Spender zu poolen.
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Da
keine Zellen des spezifischen Immunsystems ins Testkit integriert
sind, müssen Keratinozyten und Dendritische Zellen, bzw.
ihre Vorläufer nicht vom selben Spender stammen.
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Das
Testkit lässt sich aus cryokonservierten Zellen herstellen.
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Die
Kokultur erfolgt serumfrei (z. B. in KGM (PromoCell, Heidelberg,
Deutschland)).
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Zitierte Literatur
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Das
Verfahren zur Herstellung eines solchen Testkits wird angegeben.
Zudem wird ein Anwendungsverfahren angegeben. Die folgenden Beispiele erläutern
die Erfindung, ohne dass sie einschränkend zu verstehen
sind.
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Beispiel
für die Herstellung eines Testkits, bestehend aus einer
lockeren Kokultur von humanen Keratinozyten und beweglichen humanen
Dendritischen Zellen, die aus Vorläuferzellen durch die
Cytokine IL-4, GM-CSF und TGF-β in Anwesenheit der Keratinozyten
generiert werden.
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1. Vorbereitende Arbeiten
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1.1 Selektion und Cryokonservierung primärer
humaner Keratinozyten
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Normale
menschliche Hautproben sind mit der Erlaubnis lokaler Ethikkomitees
als übrigbleibendes Material nach chirurgischen Eingriffen,
wie einer Mammareduktion, erhältlich. Alle Arbeiten erfolgen unter
sterilen Bedingungen. Die Haut wird in Streifen geschnitten und
18 Stunden lang bei 4°C in einem Medium inkubiert, das
3 RMB units Dispase I (z. B. von Roche, Mannheim, Deutschland) in
PBS (z. B. von Gibco, Invitrogen Corporation, Karlsruhe, Deutschland)
enthält. Danach lässt sich die Dermis abziehen.
Die epidermalen Streifen werden 15 Minuten lang bei 37°C
in einer Lösung inkubiert, die 0.25% Trypsin (z. B. von
Biochrom, Berlin, Deutschland) und 0.01% DNase (z. B. von Roche,
Mannheim, Deutschland) in PBS enthält. Dabei zerfällt
die Epidermis in eine Einzelzellsuspension, die durch ein 40 μM
Zellsieb (z. B. von BD, Heidelberg, Deutschland) passagiert und
anschließend dreimal mit PBS gewaschen wird. Die Keratinozyten
werden dann in einem serumfreien Zellkulturmedium wie KGM-2 mit
Supplement Mix (PromoCell, Heidelberg, Deutschland) resuspendiert
und auf Zellkulturflaschen ausgesät, die für adherierende
Säugetierzellen geeignet sind (z. B. Costar Cell Culture
Flask, von Corning Incorporated, Schiphol-Rijk, Niederlande). Die
Dichte wird auf 2–5 × 105 Zellen/cm2 (Durchmesser > 8 μm) eingestellt, und die Zellkulturflaschen
werden in einem Brutschrank bei 37°C, 5% CO2 und
95% Luftfeuchtigkeit inkubiert. Am Tag nach der Aussaat und danach an
jedem zweiten Tag werden die Zellen mit PBS gewaschen und mit frischem
Medium versorgt. Etwa 8 Tage nach der Aussaat erfolgt bei erfolgreicher
Bildung von Keratinozyteninseln eine Selektion durch „Antrypsinieren".
Die Zellen werden 3 Minuten lang bei Raumtemperatur 1 × Trypsin
(Biochrom, Berlin, Deutschland) ausgesetzt, wodurch nur kräftig
haftende, viable Zellen nicht abschwimmen. Nach Stoppen der Trypsinaktivität
und Waschen mit PBS werden die selektierten Zellen bis zur Konfluenz
weiterkultiviert. Die Ernte der Zellen erfolgt durch Ablösen
von den Zellkuturflaschen durch Inkubation mit 1× Trypsin
für 15 Minuten bei 37°C. Dann wird 5% hitzeinaktiviertes
fötales Kälberserum (z. B. von Gibco, Invitrogen
Corporation, Karlsruhe, Deutschland) in PBS zugegeben. Nach zweimaligem
Waschen in PBS werden die Zellen in hitzeinaktiviertem fötalem
Kälberserum mit 10% DMSO (z. B. Hybrimax von Sigma, Deisenhofen,
Deutschland) in einer Dichte von etwa 6 × 106 Zellen > 8 μm/ml resuspendiert,
1 ml-weise portioniert, langsam in einer Cryobox (z. B. in einem
Cryo 1°C Freezing Container von Nalgene (Batavia, IL, USA))
auf –80°C heruntergekühlt und dann in
flüssigem Stickstoff cryokonserviert. Jede Charge wird
einem Endotoxintest unterzogen, bevorzugt dem Limulus amoebocyte
lysate Test (BioWhittaker, Walkersville, MD, USA).
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1.2 Cryokonservierung humaner Monozyten
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Humane
Monozyten werden bevorzugt aus Leukozytenkonzentrat (buffy coat,
z. B. von DRK-Blutspendediensten, Deutschland) isoliert, können
aber auch aus Vollblut gereinigt werden. Das Konzentrat wird 1:2
mit PBS verdünnt, und es wird eine Ficoll-(z. B. von Biochrom, Berlin,
Deutschland)Dichtegradientenzentrifugation durchgeführt. Die
Leukozytenfraktion wird entnommen und solange mit PBS gewaschen,
bis die Überstände klar sind. Anschließend
werden aus den Leukozyten die Monozyten bevorzugt durch magnetisches
Sortieren (MACS) weiter aufgereinigt. Bevorzugt werden hier das
Oberflächenantigen CD14 nach Herstellerprotokoll (CD14
MicroBeads, human (Miltenyi, Bergisch Gladbach, Deutschland)) oder
das human Monocyte Isolation Kit II (Miltenyi) benutzt. Die isolierten CD14+-Monozyten werden in fötalem Kälberserum (z.
B. von Gibco) mit 10% DMSO (z. B. Hybrimax von Sigma, Deisenhofen,
Deutschland) in einer Dichte von 2–3 × 10 Zellen > 8 μm/ml resuspendiert
und cyryokonserviert wie oben für die Keratinozyten beschrieben.
Jede Charge wird einem Endotoxintest unterzogen, bevorzugt dem Limulus
amoebocyte lysate test (BioWhittaker, Walkersville, MD, USA).
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1.3. Cryokonservierung humaner Leukozyten
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Alternativ
werden Monozyten über ihre im Vergleich zu anderen Leukozyten
stärkere Adhärenz an Zellkulturschalen und an
Keratinozyten angereichert. Für diese spätere
Anwendung werden nach der Dichtegradientenzentrifugation die gewaschenen Leukozyten
(PBMC) ohne weitere Aufreinigung cryokonserviert wie oben beschrieben.
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2. Aussaat des Testkits
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2.1. Aussaat der cryokonservierten Keratinozyten
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Cryokonservierte
Keratinocyten, beschrieben in 1.1, werden in einem 37°C-Wasserbad
aufgetaut und mehrfach in PBS gewaschen. Danach werden die Keratinozyten
in ein serumfreies Zellkulturmedium überführt.
Vorzugsweise wird KGM-2 mit Supplement Mix (PromoCell, Heidelberg,
Deutschland) benutzt. Die Zelldichte wird so gewählt, dass sich
nach der Aussaat 2–6 × 104 Zellen > 8 μm/cm2 in der Testschale (z. B. Costar Cell Culture
Cluster, von Corning Incorporated, Schiphol-Rijk, Niederlande) befinden.
Die Zellkulturen werden am nächsten Tag mit PBS gewaschen
und mit frischem Zellkulturmedium versorgt. Die Kultivierung erfolgt
solange bis die heranwachsenden Keratinozyteninseln die Fläche der
Testschale halb bedecken (halbkonfluent). Dies wird innerhalb von
2–4 Tagen erreicht.
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2.2 Aussaat der cryokonservierten Monozyten
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Cryokonservierte
Monozyten, beschrieben in 1.2, werden in einem 37°C-Wasserbad
aufgetaut und mehrfach in PBS gewaschen. Danach werden die Monozyten
in ein serumfreies Zellkulturmedium überführt,
das für sie und für Keratinozyten gleichzeitig geeignet
ist. Vorzugsweise wird KGM-2 mit Supplement Mix (PromoCell, Heidelberg,
Deutschland) benutzt. Die Testschale, die bereits halbkonfluent
adherierende Keratinozyten, wie in 2.1 beschrieben, enthält,
wird mit PBS gewaschen, und dann wird die Flüssigkeit abgesaugt.
Auf die Keratinozyten werden die Monozyten ausgesät. Die
Zelldichte der Monozyten wird so gewählt, dass sich nach
der Aussaat 2–5 × 105 Zellen
der Monozytenpräparation > 8 μm/cm2 zusätzlich zu den Keratinozyten
in der Testschale befinden. Die Monozyten adherieren zunächst
an das Plastikmaterial und an die Keratinozyten, lösen
sich aber nach einigen Stunden größtenteils wieder
ab. Es entsteht eine Kokultur aus adhärenten Kerationzyten,
auf denen locker Monozyten aufliegen. Die Viabilität der
Monozyten wird durch die Keratinozyten aufrecht erhalten.
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2.3 Aussaat cryokonservierter Leukozyten
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Alternativ
zu 2.2 können, nachdem in der Testschale die Keratinozyten
gewaschen sind und die Flüssigkeit abgesaugt ist, cryokonservierte
Leukozyten, wie in 1.3 beschrieben, nach Auftauen, Waschen und Aufnahme
ins Zellkulturmedium (vorzugsweise wird KGM-2 mit Supplement Mix
(PromoCell) benutzt) auf die Keratinozyten ausgesät werden. Hierbei
werden Zelldichten der Leukozyten so gewählt, dass in der
Zellkulturschale Leukozytendichten von 1–2 × 106 Zellen > 8 μm/cm2 vorliegen. Nach 2–3 Stunden werden
Zellen, die nicht an das Plastikmaterial oder an die Keratinozyten
haften, mit 37°C warmer Zellkulturmedium abgespült
und abgesaugt. Anschließend wird frisches Zellkulturmedium
zugegeben.
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3. Generierung Dendritischer Zellen
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2–3
Stunden nach der Aussaat der Monozyten auf die Kerationozytenkulturen,
wie in 2.2 beschrieben, bzw. nach dem Abspülen nicht-adhärenter Leukozyten,
wie in 2.3 beschrieben, werden die rekombinanten humanen Cytokine
IL-4 ad 100 ng/ml (z. B von Immuntools, Friesoythe, Deutschland), GM-CSF
ad 100 ng/ml (z. B. von Immuntools) und TGF-β1 ad 10 ng/ml
(z. B. von R&D,
Wiesbaden-Nordenstadt, Deutschland) zugegeben. Am Tag 2 und am Tag
4 der Kokultur werden GM-CSF ad 100 ng/ml und TGF-β1 ad
10 ng/ml zugegeben. Am Tag 5–6 ist die Kokultur als Testkit
benutzbar.
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Anwendungsbeispiel
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Bestimmung der Konzentration, bei der
eine Testsubstanz im Testkit eine halbmaximale Reifung der Dendritischen
Zellen induziert
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Ein
Testkit wird in einer 12-Loch Testschale (Costar Cell Culture Cluster
von Corning Inc.) mit Zellen wie im Herstellungsverfahren in 1.1
und 1.2 beschrieben nach Herstellungsverfahren 2.1 und 2.2 hergestellt.
Die zu testende Substanz wird in einem geeigneten Lösungsmittel
(wie Wasser, DMSO, Ethanol, Ölgemische) in maximal möglicher
Konzentration gelöst. Den Vertiefungen der Testschale mit
den Kokulturen wird zu jeweils 2 ml Zellkulturmedium KGM-2 mit Supplement
Mix (PromoCell) die Testsubstanz in einer Verdünnungsreihe
zugegeben. Dabei wird die Testsubstanz vor Zugabe zum Testkit so
verdünnt, dass in den Kokulturen gleiche Endkonzentrationen
des Lösungsmittels vorliegen. Es werden jeweils Doppelwerte
angelegt. Das Testkit wird nach Zugabe der Testsubstanz 24 Stunden
lang in einem Brutschrank inkubiert. Danach werden die nicht-adhärenten
Zellen mit dem Zellkulturmedium abgezogen und in FACS-Röhrchen überführt
(5 ml Polystyrene Round-Bottom Tube, BD Falcon, Heidelberg, Deutschland).
Nach einer Zentrifugation (330 rpm, 4 min., 20°C) werden
für mögliche spätere ELISA-Assays die
Medien abgenommen, ihr exaktes Volumen bestimmt und bei –80°C
gelagert. Die Zellen werden 2× in PBS gewaschen, und jede
Probe wird in zwei Aliquote aufgeteilt. Je eins der Aliquote wird
mit je 5 μl der Antikörperlösungen CD11c:FITC
(von Serotec) und CD86-PE (von BD) für die FACS-Analyse
gefärbt. Das jeweils zweite Aliquot wird mit 20 μl
7-AAD (Cell Viability Solution von BD) gefärbt. Es werden nur
Proben mit mehr als 85% vitalen Zellen hinsichtlich ihrer CD86-Expression
ausgewertet. Die mittleren Fluoreszenzintensitäten (MFI)
für CD86 werden für CD11c-positive Zellen bestimmt.
Die MFI-Werte der Testsubstanz-Proben werden durch den MFI-Mittelwert
der Lösungsmittel-Proben dividiert. Die resultierenden
Faktoren werden gegen die Konzentration der Testsubstanz aufgetragen,
und aus der Kurve wird die Konzentration der Testsubstanz bestimmt, die
zu halbmaximaler Erhöhung der MFI-Werte für CD86
führt. Nach Durchführung unabhängiger
Tests unter Verwendung von Zellen, die von jeweils 3 verschiedenen
Spender für die Keratinozyten und für die Monozyten
stammen, ergibt sich die Konzentration, die eine mittlere halbmaximale
CD86-MFI-Erhöhung bewirkt.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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