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Die
Erfindung betrifft einen Strukturverbund einer Fahrzeugkarosserie
mit einem Dachblech und einem Seitenteil, die mit jeweils einer
Verbindungsseite in einem Verbindungsbereich in einer Verbindungsposition
angeordnet und über
eine Dachlängsnaht
miteinander verbunden sind, sowie mit einer Unterstruktur zur Abstützung von
Dachblech und Seitenteil. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren
zum Anbinden von Seitenwand und Dachblech mittels einer Dachlängsnaht
bei einem Strukturverbund.
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Im
Karosseriebau werden vorgefertigte Bleche auf automatischen Fertigungsstraßen zusammengefügt, wobei
die Bleche zum gegenseitigen Anbinden und/oder zum Anbinden an eine
Unterstruktur oder Rahmenstruktur durch die Automaten mit ihren Verbindungsseiten
in eine vorprogrammierte Verbindungsposition zueinander gebracht
werden. Hierbei tritt das Problem auf, dass die Verbindungsseiten
der Bleche infolge derer Fertigungsmaßtoleranzen in der Verbindungsposition
durch einen Spalt beabstandet sein können, durch den die Qualität der dort
eingebrachten Längsnaht
zumindest vermindert wird. Dies hat zur Folge, dass besondere kostenaufwendigere Fertigungsmaßtoleranzen
bei den Blechen gefordert sein müssen,
die eine derartige Spaltbildung nicht zulassen.
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Eine
andere Lösungsmöglichkeit
zur Spaltvermeidung wird in den Druckschriften
EP 1 232 936 A1 ,
DE 100 26 089 A1 und
EP 1 108 640 A2 beschrieben,
indem zuerst ein erstes Blech mit einer Verbindungsseite in einem
ersten Schritt mit der Unterstruktur verbunden wird. In einem weiteren
Verfahrensschritt wird ein zweites Blech mit dem ersten Blech mit
einer Naht, d.h., im Falle von Dachblech und Seitenteil, mit einer
Dachlängsnaht
verbunden, wobei der Toleranzausgleich durch Andrücken des zweiten
Bleches gegen die Verbindungsseite des ersten Bleches oder durch
Schrägen
im Verbindungsbereich, an denen die Verbindungsseiten der Bleche
aneinander abgleitend in eine verfahrensgerechte Anlageposition
gebracht werden können,
erfolgt. Dies hat den Nachteil, dass zur Anbindung ein zusätzlicher
Arbeitsschritt notwendig wird. Ferner stützen sich die Bleche im Bereich
der Längsnaht
auf der Unter struktur ab, sodass die Längsnaht in Einbaulage wie auch
während
ihres Aufbringens zusätzlichen
mechanischen Belastungen ausgesetzt wird, welche eine gleichmäßige Qualität der Dachlängsnaht über ihre
Länge mindern
können.
Zudem können
die Außenkonturen,
abhängig
vom tatsächlichen Endmaß der Bleche
der Fahrzeuge, in diesem Bereich voneinander abweichen. Um ein gleiches
Erscheinungsbild für
alle Fahrzeuge zu erhalten, wird die Dachnaht daher häufig von
einer zusätzlich
aufgebrachten Dachleiste überdeckt.
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Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, den Strukturverbund
der eingangs genannten Art dahin gehend weiterzuentwickeln, dessen Fertigung
vereinfacht ist und in dem die Längsnaht
im Betrieb geringeren mechanischen Belastungen ausgesetzt ist.
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Die
gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass
das Dachblech und das Seitenteil mit seiner jeweiligen Verbindungsseite über den gesamten
oder den nahezu gesamten Bereich der Dachlängsnaht in dem Verbindungsbereich
enden und dass die Verbindungsseiten zu einer Verbindungsaufnahme
ausgeformt sind, in der Dachblech und Seitenteil durch die Dachlängsnaht
miteinander verbunden sind.
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Somit
sind Dachblech und Seitenteil zumindest über den nahezu gesamten Bereich
der Dachlängsnaht
nicht zu ihrer Abstützung
auf die Unterstruktur aus dem Verbindungsbereich hinaus zur Unterstruktur
hin geführt,
sondern enden miteinander durch die Dachlängsnaht verbunden frei in dem
Verbindungsbereich. Dadurch wirken keine oder nur geringe Abstützkräfte zur
Abstützung
des Dachbleches und/oder des Seitenteiles auf der Unterstruktur
auf die Dachlängsnaht,
so dass die Dachlängsnaht
in Einbaulage wie auch während
ihres Aufbringens, während
dessen, abhängig
von der verwandten Technik, mindestens eine flüssige Phase auftritt, entsprechend
gering belastet wird. Durch das dadurch mögliche freie Positionieren
von Dachblech und/oder Seitenteil in der Verbindungsposition können übliche Maßungenauigkeiten
der beiden Teile, die zu einer Spaltbildung zwischen den beiden
Teilen in der Verbindungsposition führen können, durch entsprechendes
Verschieben oder relatives Bewegen der beiden Teile in ihre optimale
Verbindungsposition hinein zum Einbringen der Dachlängsnaht
ausgeglichen werden, die somit trotz der Maßungenauigkeiten der beiden Teile
in gleich bleibender Qualität
erstellt werden kann.
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Prinzipiell
sind zum Anbinden des Dachbleches an das Seitenteil auch andere
Verbindungsarten, wie Kleben, Nieten oder Punktschweißen, möglich, durch
die keine bzw. keine durchgehende Dachlängsnaht erzeugt wird. Die Dachlängsnaht
kann beispielsweise durch Wolfram-Inertgas-Schweißen (WIG-Schweißen) oder
andere Schweißverfahren, bevorzugt
Inertgas-Schweißverfahren,
aufgebracht werden. Bevorzugt soll die Dachlängsnaht durch ein Fügeverfahren
mit Energiestrahlen gebildet werden. Dies ermöglicht eine dosierte, lokal
eng begrenzte, berührungslose
und gegebenenfalls gepulste Energiezufuhr in den Verbindungsbereich
mit vergleichsweise geringerem Wärmeeinbringen
und Wärmebeeinflussung
der Verbindungsseiten. Als mögliche Verfahren
kommen hier das Elektronenstrahlschweißen oder das Laserschweißen in Betracht.
Bevorzugt soll die Dachlängsnaht
jedoch durch Laserlöten
aufgebracht sein. Hierbei bildet ein Zusatzwerkstoff die die Verbindungsseiten
verbindende Dachlängsnaht, sodass
die Wärmebelastung
der Verbindungsseiten durch die Anbindung des Dachbleches mit dem
Seitenteil weiter vermindert werden kann.
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Bevorzugt
sind die Verbindungsseiten zur Bildung der Verbindungsaufnahme in
mindestens einem Längsabschnitt
und bezüglich
ihres Querschnittes in mindestens einem Punkt unter elastischer
Vorspannung aneinander anlegbar. Durch das aneinander Anlegen können die
beiden Verbindungsseiten in einer bestimmten Position zueinander
positioniert und gegeneinander gepresst werden. Dadurch können Maßungenauigkeiten
und/oder Formabweichungen der Bleche weiter korrigiert und eine
Spaltbildung verhindert werden, so dass der erforderlichen Toleranzbereich
der Bleche größer ausfallen
darf, wodurch die Vorfertigung der Bleche entsprechend unaufwendiger
wird. Zudem kann infolge der elastischen Vorspannung ein Positionieren
der Bleche zueinander in der Verbindungsposition vor und während des
Anbindungsvorganges gesichert werden werden. Ferner können die
Verbindungsseiten trotz leichter, im Bereich elastischer Durchbiegung
liegender Formabweichungen über
die gesamte Länge
der vorgesehenen Dachlängsnaht
zur Anlage gebracht werden, so dass auch eine nur teilweise über die Längserstreckung
Bildung eines bezüglich
des Querschnittes durchgehenden Spalts vermieden werden kann. Infolge
der Anlage über
Vorspannung können die
Bleche somit in einer definierten optimalen Verbin dungsposition
zueinander gehalten, die eine gleichmäßige optimale Ausbildung der
Dachlängsnaht
ermöglicht.
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In
einer Weiterbildung können
die Verbindungsseiten zur Ausbildung der Verbindungsaufnahme endseitig
jeweils zu einem Aufnahmeflansch, einem ersten Aufnahmeflansch und
einem zweiten Aufnahmeflansch, umgebogen sein, wobei beide Aufnahmeflansche
jeweils eine größere Seitenfläche aufweisen.
Die beiden größeren Seitenflächen können in
der Verbindungsposition zueinander hinweisend angeordnet sein und
in der Verbindungsposition in mindestens einem Längsabschnitt und bezüglich ihres
Querschnittes in mindestens einem Punkt aneinander anliegen. Hierzu
kann vorgesehen sein, dass die beiden Seitenflächen vor ihrem Hineinverfahren in
die Verbindungsposition einen spitzen Winkel einschließen, der
mit Hineinverfahren in die Verbindungsposition zumindest vermindert
wird. Die Verminderung des spitzen Winkels kann bevorzugt durch
elastische Verformung des Aufnahmeflansches gegenüber dem
ihnen zugeordneten Blech erfolgen, sodass hierüber eine elastische Vorspannung zwischen
dem Dachblech und dem Seitenteil erzeugt werden kann. Die größeren Seitenflächen können in der
Verbindungsposition selbst etwa parallel zueinander angeordnet anliegen.
Bevorzugt wird jedoch eine Anlage beider Aufnahmeflansche, in welcher
die Aufnahmeflansche bezüglich
ihres Querschnittverlaufes lediglich über eine begrenzte Strecke,
bevorzugt über
einen kurzen oder punktförmigen
Abschnitt, aneinander anliegen, während ihre freien Enden und/oder
ihre mit dem Blech verbundenen Enden jeweils in einem spitzen Winkel
auseinanderstreben. Hierdurch kann jeweils ein etwa V- oder X-förmiger, über den
Querschnitt nicht durchgehender Spalt gebildet werden, über den
die Dachlängsnaht
bei ihrer Bildung leichter ausgasen kann.
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Ferner
kann vorgesehen sein, dass die beiden Aufnahmeflansche in Verbindungsposition
zueinander höhenversetzt
gegeneinander anliegen. Hierbei ist die Höhe als Erstreckung der Aufnahmeflansche
senkrecht zu ihrer Längserstreckung
definiert. Hierbei können
die beiden Aufnahmeflansche in mindestens einem Abschnitt gegeneinander
anliegen. Durch das höhenversetzte
Angreifen kann ein Aufnahmeflansch mit einem näher zu seinem Umbiegebereich
zugeordneten oder im Umbiegebereich angeordneten Abschnitt an dem
anderen Aufnahmeflansch in einem Abschnitt an greifen, der näher zu seinem
freien Ende hin positioniert ist, sodass infolge einer Hebelwirkung
der andere Aufnahmeflansch stärker
elastisch umbiegbar ist, wodurch wiederum leichter eine definierte
elastische Vorspannung erzeugbar ist.
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In
einer bevorzugten Weiterbildung der Aufnahmeflansche kann der erste
Aufnahmeflansch einen oder mehrere, sich in Längsrichtung erstreckende Vorsprünge aufweisen,
der oder die in Verbindungsposition stirnseitig an dem zweiten Aufnahmeflansch
anliegen. Hiermit wird eine definierte Anlagefläche, d.h. die Stirnseite des
oder der Vorsprünge, zur
Anlage an den anderen Aufnahmeflansch in der Verbindungsposition
bereitgestellt. Der Vorsprung kann sich auch über die gesamte Längserstreckung der
Verbindungsseite bzw. des ersten Aufnahmeflansches erstrecken.
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Bevorzugt
kann der zweite Aufnahmeflansch eine Aufnahmelängsnut in Längsrichtung zum Eingriff des
Vorsprungs in der Verbindungsposition aufweisen. Zudem kann der
Vorsprung in der Verbindungsposition zumindest in einem Punkt innenseitig in
der Aufnahmelängsnut,
bevorzugt an einer Seiteninnenwand der Aufnahmelängsnut, anliegen. Hierüber kann
eine definierte Verbindungsposition der beiden Aufnahmeflansche
zueinander geschaffen werden, indem der erste Aufnahmeflansch mit
seinem Vorsprung in die Aufnahmelängsnut eingreift und dadurch
in der Verbindungsposition in Höhenrichtung, d.h.
senkrecht zur Längserstreckung,
verschiebungsfest gelagert ist. Werden die beiden Bleche zur Erreichung
ihrer Verbindungsposition relativ zueinander bewegt und greift der
Vorsprung in die Aufnahmelängsnut
ein, so bedarf es wegen der verschiebungsfesten Lagerung in Höhenrichtung
in der Fertigungsstraße
keinen üblicher
Positionierer zur Positionierung der Bleche, der in Höhenrichtung
wirkt.
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In
einer anderen Weiterbildung kann eine der Verbindungsseiten zu einem
ersten Aufnahmeflansch umgebogen sein und die andere Verbindungsseite
in einem Abschnitt zu einer Aufnahmelängsnut verformt sein, wobei
der erste Aufnahmeflansch zur Bildung der Verbindungsaufnahme endseitig
in die Aufnahmelängsnut
hineinragt und zumindest in einem Punkt seitlich oder stirnseitig
in der Aufnahmelängsnut
anliegt. In dieser Ausbildung ist eine verschiebungsfeste Lagerung
etwa senkrecht zur Höhenrichtung
erzielbar, wodurch entsprechend in der Fertigungsstraße ein üblicher, etwa
senkrecht zur Höhenrichtung
wirkender Positionier eingespart werden kann.
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Ferner
können
Dachblech und Seitenteil im Verbindungsbereich zur Ausbildung der
Verbindungsaufnahme übereinander
ineinander greifen. D.h. bei einer bevorzugten Ausbildung der Verbindungsseite
des Seitenteiles als Aufnahmeflansch und der des Dachbleches als
im wesentlichen in Dachebene verlaufend kann der Aufnahmeflansch mit
seinem freien Ende in der Fertigungsstraße von oben auf die Verbindungsseite
des Dachbleches angreifen und das Dachblech horizontal relativ zum
Aufnahmeflansch verschoben werden, bis die richtige Verbindungsposition
an beiden Dachseiten erreicht ist, an denen jeweils ein Seitenteil
vorgesehene ist. Somit kann das Dachblech bei zwei jeweils seitlich angeordneten,
bereits positionierten Seitenteilen zuerst mit einer Verbindungsseite
soweit schräg
unter die Verbindungsseite des einen Seitenteiles verfahren werden,
bis es mit seiner zweiten Verbindungsseite an der Verbindungsseite
des anderen vorbei absenkend verschwenkt werden kann, und anschließend mit
seiner zweiten Verbindungsseite unter die Verbindungsseite des anderen
Seitenteiles verschoben werden, bis beide Seitenteile in Verbindungsposition
mit dem Dachblech gelangt sind. Es können auch die beiden Seitenteile
bei einem bereits positionierten Dachblech mit ihren Verbindungsseiten
seitlich über
die Verbindungsseiten des Dachbleches geschoben werden. Es kann
auch in einer Kombination zuerst das Dachblech zu seiner Positionierung
unter eine Verbindungsseite eines Seitenteiles geschoben und dann
das zweite Seitenteil mit seiner Verbindungsseite über die
Verbindungsseite des Dachbleches geschoben werden. In allen Fällen können auch extreme
Toleranzschwankungen des Dachbleches und der Seitenteile ausgeglichen
werden.
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Zur
leichteren Positionierung können
die Verbindungsseiten der Seitenteile jeweils einen Vorsprung oder
mehrere parallel beabstandete Vorsprünge aufweisen, der oder die
sich bevorzugt über die
gesamte Längsnaht
und von der Verbindungsseite in der Verbindungsposition in Richtung
des jeweiligen Aufnahmeflansches erstreckt oder erstrecken und über den
oder die der Aufnahmeflansch zur Positionierung in der Verbindungsposition
abgleiten kann. Hierbei wird kann sich der Aufnahmeflansch mit seinem
freien Ende seitlich an den Vorsprung bevorzugt unter leichter elastischer
Auslenkung anlegen. Somit können
Seitenteil und Dachblech in dem Verbindungsbereich ohne verbleibende
Spaltbildung in einer fixen Verbindungsposition kraft- und/oder formschlüssig zueinander
aneinander gelegt werden und somit eine optimale Verbindungsposition
für das Einbringen
der Dachlängsnaht
einnehmen.
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In
einer Kombination können
beide Verbindungsseiten so mechanisch ineinander verrasten oder
verhaken und über
die Verrastung oder das Verhaken in der dann fixen Verbindungsposition
so kraft- und/oder formschlüssig
gehalten sein, dass die Verbindung durch die Dachlängsnaht
erfolgen kann. Hierzu kann beispielsweise ein Aufnahmeflansch einer
Verbindungsseite mit einer endseitigen Krümmung so in eine innenseitig
erweiterte Aufnahmelängsnut
in der anderen Verbindungsseite eingreifen, dass die Krümmung in
die Erweiterung ergreift und sich der Aufnahmeflansch somit in der
Aufnahmelängsnut
verhakt.
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Zur
Erleichterung des Zusammenführens beider
Verbindungsseiten kann die Aufnahmelängsnut in einem Abstand zur
Längsendkante
der sie aufweisenden Verbindungsseite angeordnet sein und kann der
Abstand zu einer Führung
für den
Aufnahmeflansch in die Aufnahmelängsnut
beim Zusammenbringen von Dachblech und Seitenteil ausgebildet sein.
Die Führung
kann bevorzugt zur Aufnahmelängsnut
hin ansteigend ausgebildet sein. Somit kann die Führung eine
schiefe Ebene oder dergleichen bilden, auf der der Aufnahmeflansch
beispielsweise mit der Stirnseite seines freien Endes auf seinem
Weg in die Verbindungsposition in die Aufnahmelängsnut hinein so abgleiten
kann, dass er und/oder die die Aufnahmelängsnut aufweisende Verbindungsseite
elastisch ausgelenkt werden. Das Einschnappen oder Hineingleiten
der Stirnseite in die Aufnahmelängsnut kann
so dimensioniert sein, dass ein Teil der durch die schiefe Ebene
bewirkten elastischen Verspannung erhalten bleibt.
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Bevorzugt
sind das Dachblech und/oder das Seitenteil jeweils in mindestens
einem vom Verbindungsbereich beabstandeten Abschnitt zur Dämpfung und
Vermeidung eines Flatterns des Strukturverbundes und/oder zur Kräfteübertragung
durch Verbindungsmittel mit der Unterstruktur verbunden. Die Verbindungsmittel
können
sich zumindest zweckmäßigerweise über die
Länge der
Dachlängsnaht
erstrecken. Als Verbindungsmittel kann ein Kleb- und/oder Dichtungswerkstoff
vorgesehen sein, der in dem Abschnitt die einander zugewandten Seiten
von bevorzugt Dachblech und Unterstruktur etwa über die Länge der Dachlängsnaht
miteinander verklebt und/oder abdichtet. Der Kleb- und/oder Dichtungswerkstoff
kann in der Montage vor Aufbringen des Dachbleches bevorzugt auf
die Unterstruktur aufgebracht werden, wobei die Unterstruktur zur
Lagefixierung und als Aufbringhilfe eine Längsnut zur Aufnahme der des
Kleb- und/oder Dichtungswerkstoff aufweist, welche von dem Kleb-
und/oder Dichtungswerkstoff überragt
wird. Der Kleb- und/oder Dichtungswerkstoff selbst kann über eine
Düse in
Form einer Raupe oder dergleichen aufgebracht werden. Mit Aufbringen
des Dachbleches über
den Unterbau werden Dachblech und Unterstruktur durch den Kleb- und/oder
Dichtungswerkstoff verbunden. Somit kann an dieser Stelle eine Kraft übertragende
Verbindung zwischen Dachblech und Unterstruktur entstehen, durch
die ein Aufreißen
des Strukturverbundes bei übermäßiger Belastung,
wie beispielsweise bei einem Unfall, und auch das bekannte Phänomen des Flatterns
im gewissen Maße
verhindert werden kann. Zudem kann der Klebwerkstoff den Zwischenraum zur
Längsnaht
hin abdichten.
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Die
Verbindungsmittel können
ferner in einem breiteren Abschnitt bevorzugt Seitenteil und Unterstruktur
miteinander verbinden. Die Verbindungsmittel können hier ein bevorzugt elastischer
Kleb- und/oder Dichtungswerkstoff sein, der durch Wärmebehandlung
expandiert. Somit kann der Dichtungswerkstoff vor der weiter unten
beschriebenen Verbindung von Seitenteil und Unterstruktur an einem
von der Längsnaht
beabstandeten Abschnitt in Längsrichtung
bevorzugt auf die Unterstruktur aufgebracht werden. Nach erfolgter
Anbindung des Dachbleches an das Seitenteil durch die Dachlängsnaht
kann der aufgebrachte Dichtungswerkstoff einer Wärmebehandlung unterzogen werden,
durch die er expandiert und sich an die der Unterstruktur gegenüber liegenden
Innenseite des Seitenteiles so anlegen kann, dass er den Zwischenraum
zur Längsnaht
hin abdichtet und/oder mit der Innenseite verklebt. Die Wärmebehandlung
kann zweckmäßigerweise
durch eine nachfolgende Lackierung des Strukturverbundes in einem
entsprechenden Bad erfolgen. Der Dichtungswerkstoff kann, wie der
Klebwerkstoff, dazu ausgelegt sein, dass er ein Aufreißen des
Strukturverbundes bei übermäßiger Belastung,
wie beispielsweise bei einem Unfall, und auch das bekannte Phänomen des
Flatterns durch Schwingungsdämpfung
verhindert. Zudem kann zu seiner Positionierung ebenfalls eine Längsnut vorgesehen
sein, aus der er in Richtung des Dachbleches oder Seitenteiles herausragt. Das
Ver bindungsmittel kann in der Vorbereitung zur Verbindung einseitig
in Form einer Raupe in die Längsnut
eingebracht werden und diese überragen.
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In
einer Weiterbildung können
zumindest an einer der Verbindungsseiten endseitig mehrere, über die
Länge des
Strukturverbundes beabstandet zueinander angeordnete Laschen vorgesehen
sein, die in Verbindungsposition eine vorgesehene Öffnung in der
Unterstruktur durchgreifen, die in einem Anlagebereich in der Umgebung
der Öffnung
an der Unterstruktur zum Teil anliegen. Die Laschen können durch
Schweißen,
bevorzugt durch WIG-Schweißen, mit
der Unterstruktur verbunden werden, wodurch eine über die
Länge partielle
Anbindung des Dachbleches oder des Seitenteiles an die Unterstruktur
erfolgt, die u.a. dazu dient, dass bei einer Überbelastung des Strukturverbundes,
wie beispielsweise bei einem Unfall, ein Aufreißen des Strukturverbundes zu
verhindern. Hierbei kann die Unterstruktur eine aus der Öffnung heraus
geformte und mit ihr verbundene Fahne aufweisen, an die die Lasche
zur Schweißverbindung
anlegbar ist. Die Laschen können
allein oder zusätzlich
zu den Dichtungswerkstoffen vorgesehen sein.
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Die
Aufgabe wird ferner durch ein Verfahren zum Anbinden von Seitenwand
und Dachblech mittels einer Dachlängsnaht bei einem Strukturverbund gemäß einem
der vorher beschriebenen Ausführungsformen
gelöst,
wobei das Verfahren folgende Verfahrensschritte aufweisen kann:
Positionieren
von Dachblech, Seitenteil und Unterstruktur in einer Bereitstellungsposition,
wobei die Verbindungsseiten als freie, unverbundene Seiten in einer
Längsrichtung
parallel zueinander angeordnet sind und einen Spalt begrenzen oder
zumindest teilweise aneinander anliegen,
Verschwenken und/oder
Verschieben des Seitenteiles und/oder des Dachbleches in einer Querschnittsebene
senkrecht zur Längsrichtung
bis die Verbindungsseiten in ihrer Verbindungsaufnahme in einer
Verbindungsposition über
zumindest einen Längsabschnitt
und in Querschnittesebene in zumindest einem Punkt oder über eine
Strecke aneinander anliegen und
Anbinden der Verbindungsseiten
durch Einbringen einer Längsnaht
durch Laserschweißen
oder Laserlöten.
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Das
Verschwenken und/oder Verschieben kann in einer automatisierten
Fertigungsstraße über übliche so
genannte Positionierer, d.h. über
Vorrichtungen erfolgen, die außen
an dem zu bewegende Blech angreifen und das Blech anschließenden in
der gewünschten
Verbindungsposition gedrückt
halten. Somit können
die Verbindungsseiten in dem Verbindungsbereich in ihrer Verbindungsposition
während des
Einbringens der Dachlängsnaht
sicher gehalten werden, so dass die Dachlängsnaht lastfrei eingebracht
werden kann. Hierüber
können,
wie bereits beschrieben, Maßungenauigkeiten
des Dachbleches und des Seitenteiles ausgeglichen werden. Das Verschieben
und/oder Verschwenken des Dachbleches und/oder des Seitenteiles
kann über
einen verhältnismäßig großen Bereich
erfolgen, so dass der Spalt und damit die Maßungenauigkeiten entsprechend groß sein können.
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Vor
oder nach dem ersten Verfahrensschritt des Positionierens kann ein
Befestigen des Seitenteiles mit der Unterstruktur in einem von dem
Verbindungsbereich entfernten, als Verbindungsabschnitt ausgebildeten
Abschnitt des Seitenteiles vorgesehen sein. Das Befestigen sollte
bevorzugt in Form üblicher
Punktschweißungen
erfolgen. Ferner kann das Verschwenken des Seitenteiles um den Verbindungsabschnitt
gegen das Dachblech erfolgen, wobei das Seitenteil elastisch-plastisch,
bevorzugt elastisch, verformt werden kann. Hierzu kann der Positionierer
in einem oder mehreren Punkten, bevorzugt über die gesamte Längserstreckung
des Seitenteiles, von außen
her an dem Seitenteil angreifen.
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In
einer bevorzugten Weiterbildung des Verfahrens ist vorgesehen, dass
zumindest eine der Verbindungsseiten mit ihrem Positionieren in
die Verbindungsposition unter elastische Vorspannung gebracht wird.
Hierzu können
die Verbindungsseiten zum Aufbau einer elastischen Vorspannung über eine
Führung
aneinander abgleitend gegeneinander in die Verbindungsposition hinein
verschoben werden. Die Führung
kann hierbei eine schiefe Ebene aufweisen. Wie bereits erwähnt, kann
eine Verbindungsseite zu einem ersten Aufnahmeflansch oder einem
Haken umgebogen sein, der mit seinem freien Ende stirnseitig über die
Führung
unter gleichzeitigem Aufbau der elastischen Vorspannung abgleitet und
der mit Erreichen der Verbindungsposition in die an der anderen
Verbindungsseite vorgesehene Verbindungsaufnahme form- und/oder kraftschlüssig einrastet
oder hinein verhakt, wobei die Verbindungsaufnah me bevorzugt als
Aufnahmelängsnut
ausgebildet ist. Bevorzugt ist die Aufnahmelängsnut an dem Dachblech vorgesehen.
Dies ist insbesondere bei einer Schwenkbewegung des Seitenteiles
von Vorteil, indem der am Seitenteil angeordnete erste Aufnahmeflansch über die
Führung
in die Aufnahmelängsnut
hineinverschwenkt wird. Anstatt eines ersten Aufnahmeflansches kann
auch ein in der Verbindungsposition in die Aufnahmelängsnut eingreifender
Vorsprung vorgesehen sein.
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In
einer weiteren Verfahrensvarianten wird vorgeschlagen, dass vor
dem Positionieren des Dachbleches auf einem Abschnitt der Unterstruktur, der
in Verbindungsposition einem von dem Verbindungsbereich beabstandeten
Abschnitt des Dachblechs gegenüberliegt,
eine sich in Längsrichtung
erstreckende Dichtungsraupe oder – Streifen aus einem Kleb-
und/oder Dichtungswerkstoff auf den Abschnitt der Unterstruktur
aufgetragen wird und dass die Dichtungsraupe mit Positionieren des
Dachbleches in die Verbindungsposition zur dichtenden und/oder verklebenden
Anlage an den Dachblechabschnitt kommt. Hierzu kann zum sicheren
Auftragen der Dichtungsraupe eine Aufnahme in Form einer Längsnut für die Dichtungsraupe
vorgesehen sein, in welche die Dichtungsraupe so hinein aufgetragen wird,
dass sie die Längsnut überragt
und dass sie mit Positionieren des Dachbleches in der Verbindungsposition
zur dichtenden und oder verklebenden Anlage an den Dachblechabschnitt
kommen kann. Die Dichtungsraupe besteht bevorzugt aus einem elastischen,
Schwingungen dämpfenden
Werkstoff. Die Dichtungsraupe kann auch oder zudem aus einem unter
Wärme expandierbaren
Dichtungsmaterial bestehen, wodurch eine festere Anbindung des Dachbleches
an die Unterstruktur erzielbar ist. Die Wärmebehandlung zur Expansion
des Dichtungsmaterials kann durch eine nachfolgende Lackierung des Strukturverbundes
in einem Bad erfolgen.
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In
einer Weiterführung
des Verfahrens kann zusätzlich
zur o.a. Dichtungsraupe oder -Streifen vorgesehen sein, dass vor
dem Positionieren des Seitenteiles auf einen Abschnitt der Unterstruktur,
der in Verbindungsposition einem von dem Verbindungsbereich beabstandeten
Abschnitt des Seitenteiles gegenüberliegt,
eine sich in Längsrichtung
erstreckende breite Dichtungsraupe oder -Streifen aus einem bevorzugt
unter Wärme
expandierbaren Kleb- und/oder Dichtungswerkstoff aufgetragen wird
und dass die Dichtungsraupe nach dem Verbinden der Verbindungsseiten
erwärmt
wird und hierbei so expandiert, dass sie zur dichtenden und/oder
verklebenden Anlage an den Abschnitt des Seitenteiles kommt. Die
Wärmebehandlung
kann hierbei ebenfalls infolge der nachfolgenden Lackierung des
Strukturverbundes erfolgen.
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In
einer anderen, weiter oben erwähnten Ausführungsform
des Strukturverbundes können
zumindest an einer der Verbindungsseiten endseitig mehrere Laschen
vorgesehen sein, die sich über
die Verbindungsseite hinaus erstrecken und die über die Länge der Dachlängsnaht
beabstandet zueinander angeordnet sind. Hierbei können die
Laschen in der Verbindungsposition eine vorgesehene Öffnung in der
Unterstruktur durchgreifen und in einem Anlagebereich an der Unterstruktur
zum Teil anliegen oder im geringen Abstand dazu positioniert sein,
sodass das Verfahren den zusätzlichen
Schritt aufweisen kann, dass die Laschen nach dem Verbinden der
Verbindungsseiten durch Schweißen,
bevorzugt durch WIG-Schweißen
mit der Unterstruktur verbunden werden. Hierbei kann die Unterstruktur
eine aus der Öffnung
heraus geformte und mit ihr verbundene Fahne aufweisen, an die die
Lasche zur Schweißverbindung
anlegbar ist, wobei die Schweißung
selbst zweckmäßigerweise
von der Unterseite der Unterstruktur erfolgt. Es kann jedoch auch
eine Kombination der vorgestellten Verfahren vorgesehen sein.
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Die
vorliegende Erfindung wird im Folgenden anhand mehrerer, in einer
Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele
näher erläutert. In
der Zeichnung zeigen:
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1 eine
Querschnittsansicht durch einen Strukturverbund in einer ersten
Ausbildungsform mit einem Verbindungsbereicht,
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2a einen
Ausschnitt II gemäß 1 mit dem
Verbindungsbereicht,
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2b +
c einen Ausschnitt II gemäß 1, jedoch
mit jeweils einer anderen Ausbildungsform des Verbindungsbereiches,
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3a–g jeweils
eine mögliche
Ausbildungsform des Verbindungsbereiches, jedoch ohne Längsnaht,
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4a +
b Prinzipskizze mit dem Verbindungsbereich bei einer Dachpositionierung,
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5 Prinzipskizze
mit dem Verbindungsbereich zum Ausgleich von Maßtoleranzen.
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6 eine
Querschnittsansicht durch den Strukturverbund in einer zweiten Ausführungsform.
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In 1 wird
eine Querschnittsansicht eines Strukturverbundes 1 einer
Fahrzeugkarosserie mit einem Dachblech 2, einem Seitenteil 3,
das mit dem Dachblech 2 in einem Verbindungsbereich V durch eine
Dachlängsnaht 4 verbunden
ist und eine Unterstruktur 4 zur Abstützung von Dachblech 2 und
Seitenteil 3 dargestellt. Dachblech 2 und Seitenteil 3 enden
jeweils mit einer Verbindungsseite 6 in dem Verbindungsbereich
V. Die Verbindungsseiten 6 sind zu einer Verbindungsaufnahme 7 ausgeformt
in der das Dachblech 2 und Seitenteil 3 durch
die Dachlängsnaht 4 miteinander
verbunden sind. Die Dachlängsnaht 4 ist
durch Laserlöten
eingebracht. Dank des erfindungsgemäßen Aufbaus ist die Dachlängsnaht 4 nicht
unmittelbar mit der Unterstruktur 5 verbunden, die als
Tragstruktur zur Aufnahme von Kräften
dient. Dadurch wird die Dachlängsnaht
4 im Betrieb und vor allem bei ihrem Einbringen mechanisch geringer
belastet.
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Dachblech 2 und
Seitenteil 3 stützen
sich unmittelbar in einem vom Verbindungsbereich V beabstandeten
Abschnitt 16 zur Dämpfung
und Vermeidung eines Flatterns des Strukturverbundes 1 über elastische
Verbindungsmittel 8 auf der Unterstruktur 5 ab.
Die Verbindungsmittel 8 erstrecken sich etwa über die
Länge des
Strukturverbundes bzw. über
die Länge
der Dachlängsnaht 4.
Abhängig
von ihrem Verwendungszweck weisen die Verbindungsmittel 8 unterschiedliche
Eigenschaften auf:
Zur Verbindung des Dachbleches 2 ist
als Verbindungsmittel 8 ein Kleb- und Dichtungswerkstoff 9 vorgesehen,
der das Dachblech 2 und die Unterstruktur 5 an
dieser Stelle verbindet und der den Hohlraum zwischen Dachblech 2 und
Unterstruktur 5 zur Dachlängsnaht 4 hin abdichtet
und dadurch die Dachlängsnaht 4 schützt. Der
Kle berwerkstoff 9 ist in Form einer Raupe in eine vorgesehene
Längsnut 10 in
der Unterstruktur 5 aufgebracht, welche sich parallel zur Dachlängsnaht 4 erstreckt.
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In
dem Abschnitt 16 ist zwischen Seitenteil 3 und
Unterstruktur 5 ebenfalls ein Verbindungsmittel 8 in
Form eines Kleb- und Dichtungswerkstoff 9 zur Dämpfung und
Abstützung
des Seitenteiles 3 auf die Unterstruktur 5 vorgesehen,
der in zwei Verfahrensschritten in seine hier gezeigte Ausbildung
gebracht wird. Hierbei handelt es sich um einen unter Wärme expandierbaren
Kleb- und Dichtungswerkstoff, der in einem ersten Verfahrensschritt
in dem vom dem Verbindungsbereich V beabstandeten Abschnitt 16 auf die
Unterstruktur 5 aufgebracht wird, welches in der 1 durch
einen schraffiert gekennzeichneten, an der Unterstruktur 5 anliegenden
Bereich 11 symbolisiert wird. Der Kleb- und Dichtungswerkstoff 9 dehnt sich
unter Erwärmung,
wie sie beispielsweise im Montageprozess beim Tauchlackieren auftreten kann,
aus und legt sich dichtend und klebend an die Unterseite des Seitenteiles 3 an,
welches in 1 durch den punktiert gekennzeichneten
Bereich symbolisiert wird. Somit stützen sich Dachblech 2 und Seitenteil 3 über die
Verbindungsmittel 8 an der Unterstruktur ab, so dass eine
mechanische Belastung der Dachlängsnaht 4 minimiert
wird. Das Seitenteil 3 ist zudem über eine zusätzliche,
hier durch Punktschweißen
ausgeführte
Verbindung im Verbindungsabschnitt 13 mit der Unterstruktur 5 verbunden.
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Durch
diesen erfindungsgemäßen Aufbau des
Strukturverbundes 1 ergeben sich weitere Vorteile beim
Zusammenbau des Strukturverbundes 1, da, wie bereits beschrieben,
ein Spalt zwischen den Verbindungsseiten 6 im Verbindungsbereich
V vor dem Verbinden über
die Dachlängsnaht 4,
wie er in der Praxis vielleicht beim Zusammensetzen der Bauteile 2, 3, 5 vor
Aufbringen der Dachlängsnaht 4 infolge von
Maßungenauigkeiten
leicht auftritt, eliminiert werden kann. Hierzu erfolgt zunächst ein
Aufbringen des thermisch expandierbaren Verdichtungswerkstoffes 9 auf
den Abschnitt 16 der Unterstruktur 5, der in 1 rechts
von der Dachlängsnaht 4 angeordnet ist.
Gleichzeitig hierzu erfolgt das Aufbringen des Klebwerkstoffes 9 in
die Längsnut 10.
Danach wird das Seitenteil 3 über die Verbindung im Verbindungsabschnitt 13,
der von dem Verbindungsbereicht V über den Abschnitt 16 hinaus
von dem Verbindungsbereich V beabstandet ist, durch Punktschweißen mit der
Unterstruktur 5 verbunden. Anschließend oder gleichzeitig mit
dem Verbinden werden Dachblech 2, Sei tenteil 3 und
Unterstruktur 5 in eine Bereitstellungsposition gebracht,
wobei die Verbindungsseiten 6 als freie, unverbundene Seiten
in einer Längsrichtung
parallel zueinander und im Wesentlichen einander gegenüberliegend
angeordnet sind. Hierbei tritt unter anderem infolge üblicher
Maßungenauigkeiten in
der Regel ein Spalt 14 zwischen den Verbindungsseiten 6 des
Dachbleches 2 und des Seitenteiles 3 auf, der
zum Einbringen einer ordnungsgemäßen Dachlängsnaht 4 überbrückt werden
muss. Hierzu sind Positionierer 15 vorgesehen, die das
Seitenteil 3 bezüglich
der Unterstruktur 5 und des Dachbleches 2 in Querschnittsebene
yz, die in 1 gleich der Bildebene ist,
so zu verschieben bzw. gemäß der in 1 dargestellten
Ausführungsform
um die Verbindung im Verbindungsabschnitt 13 so in einer
Fügebewegung
f zu verschwenken, dass die Verbindungsseiten 6 von Dachblech 2 und
Seitenteil 3 zur Bildung der Verbindungsaufnahme 7 für die einzubringende Dachlängsnaht 4 bezüglich des
Querschnittes zumindest in einem Punkt zumindest in Richtung der Fügebewegung
f kraftschlüssig
anliegen. Mit seinem Positionieren in der Bereitstellungsposition
wird das Dachblech 2 es über den Klebwerkstoff 9 mit
der Unterstruktur 5 verbunden und seine Verbindungsseite 6 in
dem Verbindungsbereich V in der Bereitstellungsposition stabilisiert,
so dass das Seitenteil 3 in dem Verbindungsbereich V stabil
an dem Dachblech 2 anliegt. Anschließend wird die Dachlängsnaht 4 durch
Laserlöten
eingebracht. Schließlich
wird der Strukturverbund 1 so erwärmt, dass der expandierbare
Kleb- und Dichtungswerkstoff 9 zwischen Unterstruktur 5 und
Seitenteil 3 erwärmt,
so dass der Kleb- und Dichtungswerkstoff 9 expandiert und
sich dichtend und mit der Unterseite des Seitenteiles verklebend
an die Unterseite des Seitenteiles 3 anlegt. Hierdurch
wird eine zusätzliche,
stabilisierende Verbindung zwischen der Unterstruktur 5 und
dem Seitenteil 3 geschaffen.
-
Wie
in 1 und insbesondere in 2a, einer
Ausschnittsvergrößerung II
aus 1 mit dem Verbindungsbereich V, ersichtlich, sind
die Verbindungsseiten 6 des Dachbleches 2 und
des Seitenteiles 3 endseitig jeweils zu einem Flansch,
einem ersten Aufnahmeflansch 17 und einem zweiten Aufnahmeflansch 18,
umgebogen, wobei die Aufnahmeflansche 17, 18 in
Verbindungsposition bezüglich
ihres Querschnittes in mindestens einem Punkt zumindest in Richtung
der Fügebewegung
f kraftschlüssig
seitlich aneinander anliegen. Hierbei sind die Seitenflächen der
Aufnahmeflansche 17, 18, in denen sie aneinander
anliegen, leicht gewölbt
ausgebildet, so dass der ur sprünglich
durchgehende Spalt 14 bezüglich seines Querschnittes
x-förmig
ausgebildet ist, d.h., sich nach oben bzw. nach unten hin in einem Winkel α bzw. β öffnet. Dies
ist von Vorteil, da der zum Laserlöten notwendige Lötwerkstoff
nach oben und nach unten hin leichter ausgasen kann und somit eine
schädliche
Blasenbildung in der Dachlängsnaht 4 vermieden
werden kann. Dank des Umbiegens der Verbindungsseiten 6 zu
den Aufnahmeflanschen 17, 18 sind die Verbindungsseiten 6 in
dem Verbindungsbereich V unter elastischer Vorspannung gegeneinander
anlegbar, so dass eine stärkere
und stabilere Fixierung und Anlegen des Dachbleches 2 und
Seitenteiles 3 in dem Verbindungsbereich V erzielt wird und
somit die Dachlängsnaht 4 mechanisch
vollkommen unbelastet in den Verbindungsbereich V zur Verbindung
der beiden Verbindungsseiten 6 eingebracht werden kann.
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In
den 2b und 2c sind
zwei weitere Ausführungsformen
der beiden Aufnahmeflansche 17, 18 dargestellt.
Hierbei weist der in der Abbildung linke und als erster Aufnahmeflansch 17 bezeichnete Aufnahmeflansch
einen Vorsprung 19 auf, der aus einer Hervorwölbung der
betreffenden Verbindungsseite 6 und somit einstückig aus
dem ersten Aufnahmeflansch 18 hervorgeht. Zur Ausbildung
des Vorsprunges 19 ist das Dachblech 2 hier endseitig
stärker
zu einem etwa s-förmigen
Verlauf umgebogen, so dass der erste Aufnahmeflansch 17 eine
größere Steifigkeit
als der zweite Aufnahmeflansch 18 aufweist. Darüber hinaus
sind die beiden Verbindungsseiten 6 höhenversetzt zueinander angeordnet,
d.h. der Vorsprung 19 greift seitlich an einen mittigen
Abschnitt des zweiten Aufnahmeflansches 18 an. Diese Maßnahmen
bewirken, dass der zweite Aufnahmeflansch 18 durch das
Gegeneinandergedrücktwerden
in der Fügebewegung
f von Seitenteil 3 und Dachblech 2 in Richtung
der eingezeichneten Pfeile stärker
als der erste Aufnahmeflansch 17 elastisch ver- und entspannbar
ist, wodurch der Vorgang des kraftschlüssigen (2b) bzw.
kraft- und formschlüssigen (2c)
elastischen Anlegens besser steuerbar wird.
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In
der in 2c gezeigten Ausführungsform der
beiden Aufnahmeflansche 17, 18 ist der zweite Aufnahmeflansch 18 zusätzlich mit
einer Aufnahmelängsnut 20 zum
stirnseitigen Eingriff des Vorsprunges 19 in der Verbindungsposition
versehen, wobei die Aufnahmelängsnut 20 durch
ein Zurückwölben des
zweiten Aufnahmeflansches 18 gebildet ist und somit einstückig aus
dem zweiten Aufnahmeflansch 18 hervorgeht.
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Mit
dem Eingriff des Vorsprunges 19 in die Aufnahmelängsnut 20 werden
die beiden Aufnahmeflansche 17, 18 in der Verbindungsposition
wesentlich stärker
fixiert, d.h. quer zur Aufnahmenut 20 in der Aufnahmenut 20 kraft-
und formschlüssig
gehalten, so dass einerseits das lastfreie Einbringen der Dachlängsnaht 4 weiter
erleichtert wird und andererseits der in z-Richtung wirkende Positionierer 15 eingespart
werden kann. Ähnlich
wie beim ersten Aufnahmeflansch 17 mit dem Vorsprung 19,
so erhält
der zweite Aufnahmeflansch 18 mit der Aufnahmelängsnut 20 eine
größere Steifigkeit,
die wiederum ein sicheres Positionieren beider Aufnahmeflansche 17, 18 in
der Verbindungsposition erleichtert.
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In
den 3a bis h, in denen ebenfalls wie in 2a der
Verbindungsbereich V doch in grundsätzlich anderen Ausführungsformen
dargestellt ist, ist lediglich der zweite Aufnahmeflansch 18,
der auch in diesen Ausführungsformen
dem Seitenteil 3 zugeordnete ist, zu einem ersten Aufnahmeflansch
umgebogen. Die Verbindungsseite 6 des Dachbleches 2 ist hingegen
gekröpft
sowie mit einer Führung 21 und/oder
der Aufnahmelängsnut 20,
hier jedoch zur stirnseitigen Aufnahme des ersten Aufnahmeflansches 17,
versehen. Alle in den 3a bis h gezeigten Ausführungsformen
sind so ausgebildet, dass der erste Aufnahmeflansch 17,
abhängig
von der Art seiner Fügebewegung
f zur Verbindungsseite 6 des Dachbleches 2 hin,
zur Bildung der Verbindungsaufnahme 7 sicher an der Verbindungsseite 6 des
Dachbleches 2 anliegt und elastisch mit ihr verspannt.
-
Hierbei
ist die Führung 21 in
den Ausführungsformen
in den 3c bis f und 3h zur
Aufnahmelängsnut 20 oder
zu einem gekröpften
Abschnitt 22 hin ansteigend ausgebildet. Hierdurch gleitet
der erste Aufnahmeflansch 17 mit seinem stirnseitigen Ende
entlang der als schiefe Ebene wirkende Führung 21 und bewirkt
hierdurch eine elastische Verspannung beider Verbindungsseiten 6.
In den 3c, e und f ist die Verbindungsseite 6 des
Dachbleches 2 zur der Führung 21 gekröpft ausgebildet, wobei
der erste Aufnahmeflansch 17 durch sein stirnseitiges Abgleiten
an der Führung 21 elastisch
verspannt und, wie hier in den Figuren nicht dargestellt, bis zur
seitlichen Anlage an dem gekröpften
Abschnitt 22 in Fügebewegung
f form- und kraftschlüssig
gegen die Verbindungsseite 6 des Dachbleches 2 geführt werden
kann. In gleicher Weise kann der erste Aufnahmeflansch 17 innerhalb
eines von der jeweili gen Ausführungsform
der Verbindungsseite 6 des Dachbleches 2 abhängigen Bereiches
stirnseitig anliegen, wodurch Maßungenauigkeiten von Dachblech 2 und
Seitenteil 3 ausgeglichen werden.
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Der
in den 3a bis h dargestellte erste Aufnahmeflansch 17 ist
in unterschiedlichen Winkeln γ zum
Seitenteil 3 gebogen. Hierbei bildet er in den 3a bis
c, 3e und 3g einen
Winkel γ > 90° mit dem Seitenteil 3.
Dadurch ist seine Steifigkeit, insbesondere seine Knicksteifigkeit,
in Richtung der Fügebewegung
f erhöht,
so dass eine größere elastische
Verspannung zwischen den beiden Verbindungsseiten 6 erzielbar.
In den 3f und 3h bildet
der erste Aufnahmeflansch 17 einen Winkel γ < 90° mit dem
Seitenteil 3, wodurch der erste Aufnahmeflansch 17 leichter
stirnseitig über
die Führung 21 abgleiten
kann. Die in den 3a bis h eingezeichneten Fügebewegungspfeile
f sind bezüglich
der jeweils dargestellten Ausführungsform
der beiden Verbindungsseiten 6 lediglich beispielhaft gedacht. Selbstverständlich kann
auch ein Zusammenführen beider
Verbindungsseiten 6 bei einer bestimmten Ausführungsform
auch in einer Richtung erfolgen, die von den dargestellten Fügebewegungspfeilen
f zumindest leicht abweicht.
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In
den 4a und b wird ein weiterer Vorteil der Verbindungsaufnahme 7 gezeigt,
die aus einer gekröpften
Verbindungsseite 6 des Dachbleches 2 und einer
zu einem ersten Aufnahmeflansch 17 umgebogenen Verbindungsseite 6 des
Seitenteiles 3 gebildet wird. Dank dieser Ausbildung ist
es möglich, dass
das Dachblech 2 mit seinem gekröpften Abschnitt 22 in
der Montage unter den ersten Aufnahmeflansch 17 in eine
Position geschoben wird, in der der erste Aufnahmeflansch 17 an
dem gekröpften Abschnitt 22 seitlich
anliegt, wodurch der gekröpfte Abschnitt 22 zugleich
als Anschlag für
diese Bewegung des Dachbleches 2 unter das Seitenteil 3 dienen
kann. In einem weiteren Schritt kann das Dachblech 2 an
dem hier nicht dargestellten gegenüber liegenden Seitenteil abgesenkt
und mit seiner hier nicht dargestellten Verbindungsseite unter die
Verbindungsseite des hier nicht dargestellten Seitenteiles in die
Bereitstellungsposition geschoben werden, die in 4b gezeigt
ist. Anschließend
wird der erste Aufnahmeflansch 17 über die in 1 gezeigten
Positionierer 15 stirnseitig gegen die Verbindungsseite 6 des
Dachbleches 2 geführt
und elastisch verspannt. Dieser Vorgang ist detaillierter in 5 skizziert,
wobei die Verbindungsseite 6 des Seitenteiles 2 in
einer gestrichelt dargestellten Position, in der sie in der Bereitstellungsposition
relativ zu dem Dachblech 2 steht, und in der mit durchgezeichneten
Linien gekennzeichneten Verbindungsposition dargestellt ist, in
der sie zur Bildung der Verbindungsaufnahme 7 elastisch
mit der Verbindungsseite 6 des Dachbleches 2 verspannt
ist. Hierbei ist die Distanz, die das stirnseitige Ende des ersten
Aufnahmeflansches 17 zur Anlage an die Verbindungsseite 6 des
Dachbleches 2 in 4b geringer
als in 5 dargestellt, um hierdurch anzudeuten, dass trotz
Form- und/oder Maßabweichungen
der Verbindungsseiten 6 bzw. des Dachbleches 2 und
des Seitenteiles 3 in der Produktion eine form- und/oder
kraftschlüssige
Verbindung zwischen den beiden Verbindungsseiten 6 in der
Verbindungsposition erzielt wird, in der ein von äußeren mechanischen
Kräften
vollkommen freies Einbringen der Dachlängsnaht 4 möglich ist.
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In 6 ist
eine weitere Ausführungsform des
Strukturverbundes 1 in einer Querschnittansicht mit der
Querschnittebene yz gezeigt. Abweichend von dem in 1 gezeigtem
Ausführungsbeispiel weist
hier die links dargestellte, zum Dachblech 2 zugehörige Verbindungsseite 6 mehrere, über die
Länge des
Strukturverbundes 1 bzw. der Dachlängsnaht 4 beabstandet
voneinander angeordnete Laschen 23 auf, die in Verbindungsposition
jeweils eine Öffnung 24 in
der Unterstruktur 5 durchgreifen, die in einem Anlagebereich 25 in
der Umgebung der Öffnung 24 an
der Unterstruktur 5 zum Teil anliegen und die in dem Anlagebereich 25 durch
WIG-Schweißen
(Wolfram-Inertgas-Schweißen)
mit der Unterstruktur 5 verbunden sind. Die Verbindung
der Laschen 23 mit der Unterstruktur 5 dient,
wie die Verbindung der Unterstruktur 5 mit dem Seitenteil 3 durch
den Dichtungs- bzw. Klebwerkstoff 9 dazu, nach Einbringen
der Dachlängsnaht 4 in
die Verbindungsaufnahme 7 eine zusätzliche Verbindung zu der Unterstruktur 5 zu schaffen,
damit hier an ein Aufreißen
des Strukturverbundes 1 bei übermäßiger Belastung, wie z.B. beim Unfall,
verhindert werden kann. Da aber hier vorgesehen ist, die WIG-Schweißung erst
nach Einbringen der Dachlängsnaht 4 durchzuführen, kann
die Dachlängsnaht 4,
wie bereits zuvor beschrieben, über
das Anlegen der beiden Verbindungsseiten 6 aneinander spannungs-
und kräftefrei
eingebracht werden. Mit der Verbindung von Dachblech 2 und
Seitenteil 3 durch die Dachlängsnaht 4 wird eine
nach außen
hin bzw. hier im Bild nach oben hin geschlossene Oberfläche geschaffen.
Daher muss die WIG- Schweißung von
unten her, d.h. über
Kopf, durchgeführt
werden. Hierzu sind in der Unterstruktur an den Stellen zur vorgesehenen
Verbindung zwischen Lasche 23 und Unterstruktur 5 im Anlagebereich 25 Durchgriffsöffnungen 26 vorgesehen,
durch die eine hier nicht dargestellte Elektrodenanordnung zur Durchführung der WIG-Schweißung geführt werden
kann.
-
Da
in der in 6 dargestellten Ausführungsform
des Strukturverbundes 1 die zusätzliche, Festigkeit steigernde
Verbindung über
die Anbindung der Lasche 23 an die Unterstruktur 5 geschaffen
wird, ist die Klebverbindung zwischen Unterstruktur 5 und dem
Seitenteil 3 durch den Klebwerkstoff 9 nicht mehr
notwendig und daher in 6 nicht dargestellt.
-
- 1
- Strukturverbund
- 2
- Dachblech
- 3
- Seitenteil
- 4
- Dachlängsnaht
- 5
- Unterstruktur
- 6
- Verbindungsseite
- 7
- Verbindungsaufnahme
- 8
- Verbindungsmittel
- 9
- Klebwerkstoff
- 10
- Längsnut
- 11
- Bereich
- 12
- Bereich
- 13
- Verbindungsabschnitt
- 14
- Spalt
- 15
- Positionierer
- 16
- Abschnitt
- 17
- erster
Aufnahmeflansch
- 18
- zweiter
Aufnahmeflansch
- 19
- Vorsprung
- 20
- Aufnahmelängsnut
- 21
- Führung
- 22
- Abschnitt
- 23
- Lasche
- 24
- Öffnung
- 25
- Anlagebereich
- 26
- Durchgriffsöffnung
- V
- Verbindungsbereich
- f
- Fügebewegung
- yz
- Querschnittsebene
- α, β, γ
- Winkel