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Die
Erfindung betrifft ein Kurbelwellenlager einer Brennkraftmaschine
mit mindestens zwei durch mindestens eine Lagerschraube verbundenen
Lagerabschnitten, von denen mindestens einer der Lagerabschnitte
ein Kurbelgehäuse
aufweist und mindestens einer der Lagerabschnitte als zusammengesetzter
Lagerabschnitt ausgebildet ist, der mindestens ein in seinem Grundteil
eingegossenes Einlegteil aufweist.
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Ein
Kurbelwellenlager der eingangs genannten Art ist bekannt. Ein solches
Lager besteht aus einem ein Kurbelgehäuse aufweisendem ersten Lagerabschnitt
und einem zweiten, als Lagerdeckel ausgebildeten Lagerabschnitt,
der auf dem das Kurbelgehäuse
aufweisenden Lagerabschnitt aufgeschraubt ist. Beide Lagerabschnitte
bestehen – zum Beispiel
zur Gewichtsersparnis – ganz
oder teilweise aus einem Leichtmetall. Um die mechanischen Eigenschaften
des zusammengesetzten Lagerabschnitts bei weiterhin geringem Gewicht
zu modifizieren, wird in das Grundteil ein Einlegteil aus einem
anderen Werkstoff eingegossen, sodass ein zusammengesetzter Lagerabschnitt
entsteht. Der zusammengesetzter Lagerabschnitt bildet zum Beispiel eine
Grundplatte mit den Lagerdeckeln des Kurbelwellenlagers. Da bei
einigen Materialkombinationen unterschiedlicher Werkstoffe untereinander
keine Verbindung möglich
ist, sind das Grundteil und das Einlegteil in ihren Grenzbereichen
mit ineinandergreifenden Vorsprüngen
und Ausnehmungen versehen, die für
einen Formschluss zwischen Grundteil und Einlegteil sorgen. Diese
Ausbildung des Lagerdeckels hat jedoch den Nachteil, dass es durch
Vibrationen und/oder durch die unterschiedliche Wärmeausdehnung
des Grundteils und des Einlegteils zu einem Ablösen des Einlegteils vom umgebenden Grundteil
kommt und somit das Kurbelwellenlager in seiner Festigkeit und Steifigkeit
den Belastungen nicht mehr gerecht wird. Da das Grundteil das Einlegteil
hauptsächlich
entlang der Ausrichtung seiner Lagerteilungsebene umgibt, die quer
zur den Verbindungskräften
der Lagerabschnitte verläuft,
wird bei einem Ablösen
des Grundteils vom Einlegteil insbesondere das Einleiten von Querkräften in
das Grundteil verhindert.
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Zur
Unterstützung
eines einteiligen Lagerdeckels ohne Grundteil ist aus der
DE 195 26 890 A1 eine
quer zu den Lagerschrauben verlaufende Querschraube bekannt, die
eine Druckkraft auf den Lagerdeckel ausübt und so die auf den Lagerdeckel
einwirkenden Querkräfte
in eine Schürze
des Kurbelwellengehäuses
einleitet.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einwirkende Kräfte auf
das Einlegteil eines zusammengesetzten Lagerabschnitts in das umgebende Grundteil
einzuleiten.
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Zur
Lösung
dieser Aufgabe ist vorgesehen, dass das eingegossene Einlegteil
durch ein separates Befestigungsteil kraftschlüssig und/oder formschlüssig mit
dem Grundteil verspannt ist. Unter einem separaten Befestigungsteil
ist ein zusätzliches Befestigungsteil
zu verstehen, das unabhängig
von der Wirkung der Lagerschrauben und einer Ausbildung einer Ausnehmungs-Hintergriff-Struktur
zwischen Grundteil und Einlegteil wirken kann. Das separate Befestigungsteil
ist zum Beispiel ein Klemmteil, dass das Einlegteil und das Grundteil
durch Druckkräfte
oder Zugkräfte
kraftschlüssig
verspannt. Durch dieses Verspannen können einwirkende Kräfte auf
das Einlegteil eines zusammengesetzten Lagerabschnitts in das umgebende
Grundteil eingeleitet werden.
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Weiterhin
ist vorgesehen, dass das Verspannen des Einlegteils und des Grundteils
quer zu einer Längsachse
der Lagerschraube erfolgt. Die Lagerschrauben sind weitgehend senkrecht
auf einer Lagerteilungsebene ausgerichtet, die durch die beiden Lagerabschnitte
gebildet wird. Bei dem zusammengesetzten Lagerabschnitt ist das
als Lagerdeckel ausgebildete Einlegteil in einem als Rahmen (Bedplate)
ausgebildeten Grundteil eingegossen, wobei das Einlegteil insbesondere
bezüglich
der zu einer Lagerteilungsebene parallelen Richtungen umgeben ist.
Um die Verbindung der somit nebeneinander angeordneten Bereiche
des Einlegteils und Grundteils zu erhöhen und um eine permanente
Krafteinleitung vom Einlegteil in das Grundteil zu ermöglichen,
erfolgt das Verspannen quer zur Längsachse der Lagerschrauben.
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Insbesondere
ist vorgesehen, dass das separate Befestigungsteil durch mindestens
eine Schraube, insbesondere eine quer zu der Lagerschraube verlaufende
Querschraube, ausgebildet ist. Das kraftschlüssige und/oder formschlüssige Verspannen
von Einlegteil und Grundteil erfolgt dabei durch ein direktes Verschrauben
dieser beiden Teile. Hierzu ist die Schraube durch einen Kanal innerhalb des
Grundteils bis zum Einlegteil geführt, stützt sich einerseits mit ihrem
Schraubenkopf an einer Außenseite
des Grundteils ab und ist mit ihrem dem Schraubenkopf gegenüberliegenden
Ende im Einlegteil verschraubt. Diese Verschraubung sorgt für die kraftschlüssige und/oder
formschlüssige
Verspannung. Ist die Schraube quer zu den Lagerschrauben ausgerichtet,
so handelt es sich um eine Querschraube, die für eine Querverschraubung des
Einlegteils und des Grundteils des zusammengesetzten Lagerabschnitts sorgt.
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Nach
einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Einlegteil
und das Grundteil des zusammengesetzten Lagerabschnitts mindestens
eine formschlüssig
ineinandergreifende Ausnehmungs-Vorsprung-Struktur ausbilden. Dazu
sind die jeweiligen Seitenflächen
des Einlegteils und des Grundteils profiliert mit ineinander greifenden
Vorsprüngen
und Ausnehmungen vorgesehen, die zum Beispiel eine zahnähnliche
Struktur in einem Grenzbereich bilden und für ein Ineinandergreifen der
Zähne wie
bei einem Reißverschluss
sorgen.
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Weiterhin
ist vorgesehen, dass die Lagerschraube quer durch die Ausnehmungs-Vorsprung-Struktur
verläuft,
wobei mindestens ein Axialabschnitt dieser Lagerschraube vollständig von
der Ausnehmungs-Vorsprung-Struktur umgeben ist. Bei diesem Durchgreifen
kann es durch die Klemmwirkung zwischen den im Kurbelgehäuse verschraubten Teil
der Lagerschraube und dem Schraubenkopf bei hinreichender Elastizität des Einlegteils
und des Grundteils zu einer kraftschlüssigen Verspannung zwischen
Einlegteil und Grundteil kommen.
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Insbesondere
ist vorgesehen, dass sich der zusammengesetzte Lagerabschnitt mit
seinem Einlegteil im Bereich eines Lagerstuhls gegen den anderen
Lagerabschnitt abstützt.
Dabei kann das Einlegteil den Lagerstuhl mitbilden.
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Weiterhin
ist vorgesehen, dass das Grundteil und das Kurbelgehäuse aus
einem ersten Material, insbesondere einem Leichtmetall, bestehen.
Sind das Grundteil und das Kurbelgehäuse aus dem gleichen Material
gefertigt, so weisen beide Lagerabschnitte auch gleiche Materialeigenschaften,
wie zum Beispiel einen gleichen Wärmeausdehnungskoeffizienten,
auf. Werden die Grundteile insbesondere aus Leichtmetall gefertigt,
so ergibt sich ein relativ geringes Gewicht des Kurbelwellenlagers.
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Mit
Vorteil ist vorgesehen, dass das Einlegteil aus einem zweiten Material,
insbesondere einem Eisenmetall, besteht. Durch die Verwendung eines
Einlegteils aus einem Eisenmetall kann das Einlegteil in das Grundteil
aus Leichtmetall eingegossen werden. Durch die Wahl dieser Werkstoffe
für das
Grundteil und das Einlegteil wird eine hohe Festigkeit und Steifigkeit
des zusammengesetzten Lagerabschnitts bei geringem Gewicht erreicht.
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Weiterhin
ist vorgesehen, dass das erste Material Aluminium oder eine Aluminiumlegierung
ist. Aluminium oder auf Aluminiumlegierungen sind besonders leichte
und in der Bearbeitung gut handhabbare Metalle.
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Alternativ
ist vorgesehen, dass das erste Material Magnesium oder eine Magnesiumlegierung
ist. Magnesium oder auf Magnesiumlegierungen sind besonders leichte
Metalle.
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Weiterhin
ist vorgesehen, dass das zweite Material einen geringeren Wärmeausdehnungskoeffizienten
aufweist als das erste Material. Durch eine entsprechende Materialkombination
aus erstem und zweitem Material lässt sich ein gleichbleibend
gutes Lagerspiel erreichen. Das zweite Material ist insbesondere
ein Eisenmetall (Blockgussmaterial, Sinterstahl).
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Insbesondere
ist vorgesehen, dass das zweite Material ein höheres Elastizitätsmodul
aufweist als das erste Material. Durch die Verwendung eines zweiten
Materials mit höherem
Elastizitätsmodul
wird eine höhere
Steifigkeit erreicht. Das zweite Material ist dazu insbesondere
ein Eisenmetall.
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Schließlich ist
vorgesehen, dass das Einlegteil – zumindest teilweise – in das
Grundteil aufgenommen ist. Da bei einigen Materialkombinationen unterschiedlicher
Werkstoffe untereinander keine Verbindung möglich ist, ist das Einlegteil – zumindest teilweise – in das
Grundteil aufgenommen.
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Die
Erfindung wird anhand der Figuren näher erläutert und zwar zeigt:
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1 ein
nicht erfindungsgemäßes Kurbelwellenlager
einer Brennkraftmaschine in einer Schnittdarstellung und
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2 ein
erfindungsgemäßes Kurbelwellenlager
einer Brennkraftmaschine in Schnittdarstellung.
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Die 1 zeigt
einen Teil einer Brennkraftmaschine 1 bestehend aus einem
ersten Lagerabschnitt 2 und einem zweiten Lagerabschnitt 3,
der als zusammengesetzter Lagerabschnitt 4 ausgebildet ist.
Der zusammengesetzte Lagerabschnitt 4 weist ein als Bedplate 5 ausgebildetes
Grundteil 6 und ein als Lagerdeckel 7 ausgebildetes
Einlegteil 8 auf. Zwischen den Lagerabschnitten 2, 3 ist
im Bereich eines Lagerstuhls (Lagersitz) eine Lagerbohrung 9 ausgebildet,
die von einem Kurbelgehäuse 10 des
ersten Lagerabschnitts 2 und dem Einlegteil 8 des
zweiten Lagerabschnitts 3 gebildet wird. Der zweite Lagerabschnitt 3 wird
im Bereich des Einlegteils 8 über Lagerschrauben 11, 12 am
ersten, gehäusefesten
Lagerabschnitt 2 lösbar
gehalten. Dazu durchgreift jede der Lagerschrauben 11, 12 einen
Kanal 13 innerhalb des Einlegteils 8 bis zur Lagerteilungsebene 14, stützt sich
einerseits mit ihrem jeweiligen Schraubenkopf 15, 16 an
einer Außenseite 17 des
Einlegteils 8 ab und ist mit ihrem, dem jeweiligen Schraubenkopf 15, 16 gegenüberliegenden
Ende 17, 18 im ersten Lagerabschnitt 2 verschraubt.
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Das
Grundteil 6 und das Kurbelgehäuse 10 sind aus einem
ersten Material gefertigt, wobei das erste Material zur Gewichtsersparnis
ein Leichtmetall, insbesondere eine Aluminiumlegierung oder eine Magnesiumlegierung
beziehungsweise ein auf Aluminium oder Magnesium basierendes Material,
ist. Das Einlegteil 8 und das Grundteil 6 des
zusammengesetzten Lagerabschnitts 4 weisen in ihrem Grenzbereich 19 ineinandergreifende
Ausnehmungs-Vorsprung-Strukturen 20 auf. Diese periodisch
angeordneten Ausnehmungs-Vorsprung-Strukturen 20 bilden eine
Zahnstruktur 21, die das Einlegteil 8 und das Grundteil 6 ineinander
verzahnt, wodurch eine gewisse Festigkeit des zusammengesetzten
Lagerabschnitts 4 gegeben ist. Das im Grundteil 6 des
zweiten Lagerabschnitts 3 aufgenommene Einlegteil 8 ist aus
einem zweiten Material gefertigt, das sich vom ersten Material der
Grundteile 6, 10 unterscheidet. Das zweite Material
des Einlegteils 8 besitzt insbesondere einen geringeren
Wärmeausdehnungskoeffizienten
und ein höheres
Elastizitätsmodul
als das erste Material. Die Lagerschrauben 11, 12 sind
mit ihrer jeweiligen Längsachse 22, 23 senkrecht
auf der zwischen dem ersten Lagerabschnitt 2 und dem zweiten
Lagerabschnitt 3 ausgebildeten Lagerteilungsebene 14 ausgerichtet.
Das als Lagerdeckel 7 ausgebildete Einlegteil 8 ist
in das als Bedplate 5 ausgebildete Grundteil 6 eingegossen,
sodass das Einlegteil 8 formschlüssig – zumindest teilweise – im Grundteil 6 einliegt.
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Durch
die fehlende kraftschlüssige
Verbindung zwischen dem Grundteil 6 und dem Einlegteil 8 ist
es über
die Laufzeit der Brennkraftmaschine 1 möglich, dass sich das eingegossene
Einlegteil 8 vom umgebenden Werkstoff des Grundteils 6 ablöst und somit
der Lagerstuhl in Bezug auf Festigkeit und Steifigkeit den Belastungen
nicht mehr gerecht wird.
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Die 2 zeigt
ein erfindungsgemäßes Kurbelwellenlager 24 einer
Brennkraftmaschine 1, das im Wesentlichen dem Kurbelwellenlager
der 1 entspricht, sodass hier nur auf die Unterschiede
eingegangen werden soll. Die Tiefe H der Ausnehmungs-Vorsprung-Strukturen 20 zwischen
dem Grundteil 6 und dem Einlegteil 8 des zusammengesetzten
Lagerabschnitts 4 ist deutlich größer als der Durchmesser D der
Lagerschrauben 11, 12. Die Lagerschraube 12 verläuft mittig
durch den Kanal 13 in der Ausnehmungs-Vorsprung-Struktur 14,
wobei der Durchmesser D des Kanals 13 geringer ist als
die Tiefe H der komplementär
ausgebildeten Ausnehmungs-Vorsprung-Strukturen 20, sodass
die quer durch die Ausnehmungs-Vorsprung-Strukturen 20 verlaufende
Lagerschraube 12 in einem Axialabschnitt 25 vollständig von
den Ausnehmungs-Vorsprung-Strukturen 20 umgeben
ist. Bei hinreichend großer
Elastizität
des Materials des Einlegteils 8 kommt es im Bereich der
Ausnehmungs-Vorsprung-Strukturen 20 zu einem kraftschlüssigen Verspannen.
Zusätzlich
werden das Einlegteil 8 und das Grundteil 6 durch
eine senkrecht auf den Längsachsen 22, 23 verlaufenden,
als Querschraube 26 ausgebildeten Schraube 27 (Spannschraube)
kraft- und/oder formschlüssig
verspannt. Die Schraube 27 ist ein separates Befestigungsteil 28.
Dabei durchgreift die Schraube 27 durch eine Bohrung 29 im Grundteil 6 um
mit seinem Außengewinde 30 in
einem Innengewinde 31 des Einlegteils 8 verschraubt zu
sein und sich gleichzeitig mit seinem Schraubenkopf 32 an
der Seitenwand 33 des Grundteils 6 abzustützen. Durch
die Querverschraubung mit dem als Querschraube 26 ausgebildeten
Befestigungsteils 28 werden das Grundteil 6 und
das Einlegteil 8 kraftschlüssig und/oder formschlüssig verspannt.
Durch diese Verspannung werden die auf dem Einlegteil 8 einwirkenden
Kräfte
sicher über
die gesamte Lebensdauer der Brennkraftmaschine 1 in das
umgebende Material des Grundteils 6 eingeleitet, wodurch die
Brennkraftmaschine 1 eine höhere Betriebssicherheit erhält. Weiterhin
werden Verformungen und Verzüge
des Kurbelwellenlagers 24 durch die Betriebslasten reduziert,
wodurch der Lagerstuhl deutlich steifer ist als ohne die zusätzliche
kraft- und/oder formschlüssige
Verspannung durch die Querverschraubung mittels des als Querschraube 26 ausgebildeten
Befestigungsteils 28.
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- 1
- Brennkraftmaschine
- 2
- Lagerabschnitt
- 3
- Lagerabschnitt
- 4
- zusammengesetzter
Lagerabschnitt
- 5
- Bedplate
- 6
- Grundteil
- 7
- Lagerdeckel
- 8
- Einlegteil
- 9
- Lagerbohrung
- 10
- Kurbelgehäuse
- 11
- Lagerschraube
- 12
- Lagerschraube
- 13
- Kanal
- 14
- Lagerteilungsebene
- 15
- Schraubenkopf
- 16
- Außenseite
- 17
- Ende
- 18
- Ende
- 19
- Grenzbereich
- 20
- Ausnehmungs-Vorsprung-Struktur
- 21
- Zahnstruktur
- 22
- Längsachse
- 23
- Längsachse
- 24
- Kurbelwellenlager
- 25
- Axialabschnitt
- 26
- Querschraube
- 27
- Schraube
- 28
- Befestigungsteil
- 29
- Bohrung
- 30
- Außengewinde
- 31
- Innengewinde
- 32
- Schraubenkopf
- 33
- Seitenwand
- H
- Tiefe
- D
- Durchmesser