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Gegenstand
der Erfindung ist ein Verfahren zur gezielten Durchführung einer
neben mehreren chemischen Konkurrenzreaktionen ablaufenden Reaktion.
Außerdem
wird ein neues Verfahren zur Oxidation von primären oder sekundären Alkoholen
zu Aldehyden oder Ketonen in Gegenwart von Dimethylsulfoxid, einem
Carbonsäureanhydrid
oder -halogenid und einem Amin in einem organischen Lösungsmittel
in einer kontinuierlichen Prozessanlage.
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Die
Moffatt-Swern-Oxidation von Alkoholen zu Carbonylverbindungen ist
eine der vielseitigsten und zuverlässigsten Methoden für diese
Umwandlung (K. Omura, A. K. Sharma, D. Swern, J. Org. Chem.
1976, 41, 957-962; K. Omura, D. Swern, Tetrahedron
1978, 34, 1651-1660; A. K. Sharma, D: Swern, Tetrahedron
Lett. 1974, 1503-1506; A. K. Sharma, T. Ku, A.
D. Dawson, D. Swern, J. Org. Chem. 1975, 40, 2758-2764).
Sie wird häufig
für die organische
Synthese im Labormaßstab
genutzt (T. T. Tidwell, Org. React. 1990, 39, 297-572).
Bei dieser Oxidation wird die Umwandlung des Redoxpaares Alkohol/Dimethylsulfoxid
zu Carbonylverbindung/Dimethylsulfid mit einer Aktivierung durch
organische Säureanhydride
oder -halogenide verbunden. Letztere beschleunigen zum einen die
Reaktion und liefern weiterhin die exergonische Triebkraft auf Grund
der Bildung eines Ammoniumsalzes aus den freigesetzten organischen
Säuren.
Der vorgeschlagene Mechanismus der Moffat-Swern-Oxidation beinhaltet eine Abfolge von
drei aufeinander folgenden Reaktionen, wobei die zweite und dritte
von parallelen und konkurrierenden Reaktionen begleitet werden (Abb.). Diese
zeitweilig parallelen und konkurrierenden Reaktionen führen zur
Bildung von Nebenprodukten, die das alkoholische Ausgangsmaterial
verbrauchen können.
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Das
bisher angewendete diskontinuierliche (Batch-) Syntheseprotokoll
beginnt mit der Zugabe eines organischen Säureanhydrids, wie zum Beispiel Trifluores sigsäureanhydrid
(TFAA), in Methylenchlorid (CH2Cl2) zu einer Lösung aus Dimethylsulfoxid (DMSO)
in CH2Cl2 bei oder
unter -50°C.
Nach Beendigung dieser Zugabe wird das alkoholische Ausgangsmaterial
bei gleicher Temperatur tropfenweise hinzu gegeben. Anschließend wird
dann eine Base, gewöhnlich
Triethylamin, ebenfalls tropfenweise bei gleicher Temperatur hinzu
gegeben. Um die Umwandlung des Zwischenprodukts 2 in das endgültige Produkt
abzuschließen,
wird das Gemisch auf Raumtemperatur erwärmt.
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Das
oben beschriebene Protokoll, charakterisiert durch die sequenzielle
Zugabe bei niedriger Temperatur, wird erstens angewendet, weil die
unerwünschte
Nebenreaktion des Zwischenprodukts 1 zum intermediären Nebenprodukt
4 bei niedrigen Temperaturen ausreichend langsam abläuft, um
eine Anreicherung des gewünschten
Zwischenprodukts 1 während
des gesamten Vorgangs der Zugabe von TFAA bzw. bei der anschließenden Zugabe
des alkoholischen Ausgangsmaterials zu gewährleisten. Es wurde beschrieben,
dass die Umwandlung des Zwischenprodukts 1 zum intermediären Nebenprodukt
4, als Pummerer-Umlagerung bekannt, bei Anwendung der diskontinuierlichen
Synthese bei Temperaturen oberhalb von -30°C sehr schnell abläuft (K.
Omura, A.K. Sharma, D. Swern, J. Org. Chem. 1976, 41, 957-962).
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Zweitens
kann das Zwischenprodukt 2 zum unerwünschten Nebenprodukt 6 umgelagert
werden. Es wurde vorgeschlagen, dass verlängerte Reaktionszeiten bei
niedrigen Temperaturen und eine verzögerte Reaktion des Zwischenprodukts
2 zum gewünschten
Endprodukt 3 die Umwandlung zum unerwünschten Nebenprodukt 6 verstärken (T.
Kawaguchi, H. Miyata, K. Ataka, K. Mae, J. Yoshida, Angew. Chem.
Int. Ed. 2005, 44, 2413-2416). Eine denkbare Erklärung dafür wäre, ungeachtet
der günstigeren Geschwindigkeitskonstante,
eine höhere
Aktivierungsenthalpie für
die gewünschte
Reaktion von 2 zu 3 gegenüber
der Umwandlung von 2 zu 6.
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Drittens,
kann man annehmen, dass nach der Zugabe des alkoholischen Ausgangsmaterials zur
Lösung
von 1 und vor der Zugabe der Base, das Zwischenprodukt 1 bereits
vollständig
in das gewünschte
Zwischenprodukt 2 umgesetzt worden ist, wie die Vielzahl der Anwendungen
des Batchprotokolls bei der or ganischen Synthese im Labormaßstab beweisen.
Somit sollte kein Zwischenprodukt 1 mehr für die durch die Base induzierte
und katalysierte, im Gegensatz zur thermischen, Pummerer-Umlagerung zu
4 zur Verfügung
stehen.
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Die
Bereitstellung der Kühlung
für den
industriellen Maßstab
schränkt
die Wahl des Reaktionsapparates ein, setzt kostspielige Infrastruktur
für die Versorgung
mit Kühlmitteln
voraus und bedingt zusätzlich
hohe Energiekosten. Außerdem
wird bei der Anpassung dieses Protokolls an größere Produktionseinheiten die
Zugabezeit von TFAA zum DMSO verlängert werden müssen, u.
a. um die Zieltemperatur aufrecht zu erhalten, wodurch mehr Zeit
für die unerwünschte Nebenreaktion
von 1 zu 4 zur Verfügung
steht. Alle Prozessgrößen bei
der Zugabe der Base sowie der nachfolgenden Reaktion vom 2 zu 3, die
darauf ausgerichtet sind, den gewünschten Reaktionsweg gegenüber dem
konkurrierenden Weg nach 6 zu begünstigen, sind wiederum von
der Art und Größe der verwendeten
Komponenten der Batch-Apparatur abhängig.
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Es
wurde bereits eine Anpassung der Swern-Moffatt-Oxidation an eine
kontinuierliche Prozessführung
beschrieben (T. Kawaguchi, H. Miyata, K. Ataka, K. Mae,
J. Yoshida, Angew. Chem. Int. Ed. 2005, 44, 2413-2416),
wobei Mikroreaktoren verwendet wurden (Microreaction Technology
(Ed.: W. Ehrfeld), Springer, Berlin, 1998; W. Ehrfeld, V. Hessel,
H. Loewe, Microreactors, Wiley-VCH, Weinheim, 2000; Microsystem
Technology in Chemistry and Life Sciences (Eds.: A. Manz, H. Becker),
Springer, Berlin, 1999; V. Nessel, S. Hardt, H.
Loewe, Chemical micro Process Engineering, Wiley-VCH, Weinheim,
2004). Die Nutzung von Mikroreaktoren in der organischen Synthese
wurde vielfach dargelegt (K. Jaehnisch, V. Hessel, H. Loewe,
M. Baerns, Angew. Chem. Int. Ed. 2004, 116, 4, 410-451; P.
Fletcher, S. Haswell, E. Pombo-Villar, B. Warrington, P. Watts,
S. Wong, X. Zhang, Tetrahedron, 2002, 58, 4735-4756; H.
Pennemann, P. Watts, S. Haswell, V. Hessel, H. Loewe, Org. Process
Res. Dev. 2004, 8, 3, 422-439; S. Taghavi-Moghadam,
A. Kleemann, K. Golbig, Org. Process Res. Dev. 2002, 5, 652-659; T.
Schwalbe, V. Autze, G. Wille, Chimia, 2002, 56, 636-646).
Die Wirkung der Mikroreaktoranordnung auf die Prozesskontrolle ist
Gegenstand vieler Veröffentlichungen
mit dem Ziel, ein neues Syntheseverfahren zu fördern (T. Schwalbe,
V. Autze, M. Hohmann, W. Stirner, Org. Process Res. Dev. 2004, 8,
440-454; V. Hessel, P. Loeb, H. Loewe, Cur. Org.
Chem. 2005, 9, 765-787; T. Schwalbe, K. Simons,
Chimica Oggi-Chemistry Today, 2006, 24, 56-61).
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Die
von Kawaguchi et al., 2005, beschriebene Anpassung der Swern-Moffatt-Oxidation an eine kontinuierliche
Prozessführung
folgt bei der Zugabe der Reagenzien sehr streng dem Batch-Protokoll. Dabei
wird eine Lösung
von DMSO (4,0 M, 2eq) in CH2Cl2 mit
einer Lösung
von TFAA (2,4 M, 1,2eq) in CH2Cl2 gemischt und die Reaktion bei einer Temperatur
von -20 bis 20°C
innerhalb von 0,01-2,4 s durchgeführt. Dann wird diese Lösung mit
einer Lösung
der alkoholischen Ausgangsverbindung (1 M) in CH2Cl2 gemischt und die Reaktion bei der gleichen
Temperatur für
1,2 s durchgeführt.
Wiederum bei der gleichen Temperatur wurde diese Lösung dann
mit einer Lösung
von Triethylamin (1,45 M, 2,9eq) in CH2Cl2 gemischt und die Reaktion für 1,2 s
durchgeführt.
Abschließend
wurde das Gemisch für
5,9 s auf 30°C
erwärmt.
Verschiedene Alkohole wurden auf diese Art mit hoher Ausbeute und
Selektivität
zu Carbonylverbindungen oxidiert.
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Dieses
Protokoll profitiert von der strikten Kontrolle der Temperatur,
wodurch ein unerwünschter
beschleunigter Abbau von 1 vermindert wird, einhergehend mit der
strikten Kontrolle der Lebensdauer von 1 aufgrund der schnellen Überführung der
reaktiven Lösung
zum zweiten Mischungsvorgang mit der alkoholischen Ausgangsverbindung.
Auch die folgenden Schritte werden so ausgeführt, dass sie von diesen beiden
Kontrollfaktoren profitieren.
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Die
Kombination dieser beiden weiterentwickelten Maßnahmen der Steuerung ermöglicht die Prozessführung bei
Raumtemperatur. Da dieser Vorgang über längere Betriebszeiten stabil
abläuft,
ist es prinzipiell möglich
größere Mengen
nach diesem Verfahren umzusetzen.
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Dieses
Verfahren ist aber trotzdem mit einigen Nachteilen versehen. Die
gesamte Prozessanordnung setzt mindestens vier Pumpen und drei oder mehr
Reaktoren voraus. Eine solche Prozessführung führt im industriellen Maßstab zu
erheblichen Kostenaufwendungen, bedingt durch die Notwendigkeit
der Be reitstellung entsprechender Infrastruktur sowie Wartungs-
und Instandhaltunsmaßnahmen.
Die Reaktionszeiten der einzelnen Schritte sind durch die jeweiligen
Volumina bezogen auf die Durchflussraten vorgegeben. Somit ist diese
Versuchsanordnung sehr spezifisch für einen Herstellungsprozess
geeignet, der die darin umgesetzten Bedingungen benötigt. Weil
neben den Reaktionsvolumina auch die Reaktionszeiten von den Durchflussraten
bestimmt werden, ist diese Versuchsanordnung lediglich für einen sehr
begrenzten Bereich an Reaktionszeiten bei vorgegebenem Verhältnis geeignet
oder vice versa für einen
definierten Durchsatz.
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Die
Aufgabe besteht in der Bereitstellung eines Verfahrens, das es ermöglicht,
eine chemische Reaktionssequenz trotz mehrerer ablaufender Konkurrenzreaktionen
mit ausreichender Ausbeute zum gewünschten Endprodukt durchzuführen. Dabei
gilt es insbesondere, für
einen kontinuierlichen Prozess die Anzahl der benötigten Reaktoren
zu reduzieren und deren zulässigen
Durchfluss zu maximieren sowie ein verkürztes Zugabeprotokoll im Vergleich
zum Batch-Prozess
zu finden, um Anzahl und Anforderung der Kühlschritte, Verweilzeiten und
die Bildung temperatur-abhängig
instabiler Zwischenprodukte zu minimieren.
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Die
Aufgabe wurde dadurch gelöst,
dass die Geschwindigkeiten der Konkurrenzreaktionen durch die Wahl
der Reaktionsbedingungen derart eingestellt werden, dass die gewünschte Hauptreaktion nicht
beeinträchtigt
wird. Das hier beschriebene erfindungsgemäße Verfahren basiert auf der
Schaffung einer schnellen Mischungsfolge mit einer kleinstmöglichen
Kombination eines oder mehrerer Mischpunkte für eine größtmögliche kinetische Konkurrenz
der einzelnen Reagenzien und Ihrer Folgeprodukte in der jeweiligen
räumlichen
und zeitlichen Reaktionszone.
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Weiterhin
ist es dabei vorteilhaft, durch schnelles Mischen der Reaktionspartner
unerwünschte
Konkurrenzreaktionen zu unterbinden.
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Bevorzugt
können
bei diesem Verfahren unerwünschte
Konkurrenzreaktionen durch eine enge Temperaturkontrolle unterbunden
werden.
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Weiterhin
ist es dabei vorteilhaft, dass durch eine schnelle Abfangreaktion
die zum Endprodukt führende
Zwischenverbindung aus der Reaktionsmischung entfernt wird.
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Weiterhin
ist es dabei vorteilhaft, dass durch eine abschließende Abfangreaktion
das Endprodukt in einer Lösung
vorliegt, in der es keine Folgereaktionen unter den vorliegenden
Bedingungen eingeht.
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Besonders
vorteilhaft ist es dabei weiterhin, wenn die Reaktionen gegebenenfalls
teilweise oder komplett in einem Mikromischer oder Mikroreaktor durchgeführt werden.
Die einzelnen Reaktionen können
wahlweise aber auch in konventionellen Reaktionsgefäßen durchgeführt werden.
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Es
wurden nun erstmalig Bedingungen gefunden, unter denen bestimmte
Gemische verschiedener Reagentien mit der Ausgangssubstanz der Moffatt-Swern-Oxidation nicht
anders als entlang des zum Ziele der Oxidation führenden Pfades miteinander
reagieren. So konnte im speziellen festgestellt werden, dass aus
einer Mischung von DMSO und einem Alkohohol bevorzugt das DMSO mit
TFAA und anderen organischen Anhydriden und Säurehalogeniden reagiert. Es
konnte weiterhin festgestellt werden, dass DMSO nicht mit Alkoholen
reagiert und dass eine Mischung aus DMSO, Alkoholen und Aminen auch
nicht miteinander reagiert. Dies ist eine der für die Gestaltung der Reaktionsführung maßgeblichen
Randbedingungen, die mittels 1H-NMR Untersuchungen
nachgewiesen werden konnte. Es gab dabei insbesondere keine Hinweise
darauf, dass DMSO und ein Alkohol in Anwesenheit oder Abwesenheit
eines Amins ein Gleichgewicht in Lösung mit einem Thio-hemi-ketal
ausbilden. Dennoch konnte aufgezeigt werden, dass eine Lösung von
DMSO, Alkohol und Amin bei Mischung mit einer Lösung von TFAA und anderen organischen
Anhydriden in einigem Ausmass zum Oxidationsprodukt entsprechend der
Swern-Moffatt Oxidation
führt.
Weiterhin reagieren TFAA und andere organische Anhydride in erwartungsgemäß exothermer
Reaktion mit Triethylamin und anderen tertiären Aminen zu Trifluoroacylammoniumtriflaten
oder äquivalenten
Ammoniumsalzen. Aber es konnte gezeigt werden, dass diese Salze ähnlich wie die
Säureanhydride
reagieren. Folglich können
einzelne Ausgangssubstanzen der Moffatt-Swern-Oxidation bereits
vor Reaktionsbeginn gemischt werden wodurch wesentlich vereinfachte
Prozessführungen
realisiert werden können.
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Somit
ergibt sich die vorteilhafte Möglichkeit eines
Verfahrens zur Oxidation von primären oder sekundären Alkoholen
zu Aldehyden oder Ketonen in Gegenwart von Dimethylsulfoxid, einem
Carbonsäureanhydrid
oder -halogenid und einem Amin in einem organischen Lösungsmittel
in einer kontinuierlichen Prozessanlage, wobei diese Reaktionssequenz
bis zur Einleitung des abschließenden
Oxidationschrittes unter Einwirkung des Amins bei einer Temperatur zwischen
-30°C und
+50°C innerhalb
eines Zeitraums von weniger als 10 s durchgeführt werden kann und dabei mindestens
zwei der Substanzen bereits vor Reaktionsbeginn gemischt werden
und nach dem Temperieren auf Raumtemperatur der entstandene Aldehyd
oder das Keton isoliert wird. Bei dieser Art der Prozessführung haben
sich Temperaturen zwischen -20°C
und +20°C
als besonders vorteilhaft herausgestellt.
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Als
besonders geeignet hat sich der Einsatz von Trifluoressigsäureanhydrid
(TFAA) als Carbonsäureanhydrid
herausgestellt. Als eine bevorzugte organische Lösungsmittelsmittelkomponente
für die primären oder
sekundären
Alkohole, das Dimethylsulfoxid, das Carbonsäureanhydrid oder -halogenid und
das Amin wird Methylenchlorid eingesetzt.
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Bevorzugt
kann bei diesem Verfahren eine Lösung
bestehend aus dem primären
oder sekundären
Alkohol und Dimethylsulfoxid in Lösungsmittel zu einer Lösung von
TFAA gegeben werden und anschließend die Zugabe des Amins in
Lösungsmittel erfolgen.
Besonders vorteilhaft kann das Verfahren teilweise oder komplett
in einem Mikromischer oder Mikroreaktor durchgeführt werden. Dabei ist Methylenchlorid
ein bevorzugtes organisches Lösungsmittel.
Dazu wird zunächst
in einem ersten Schritt eine Lösung
von DMSO und Alkohol in organischer Lösung in einem kontinuierlichen
Mikroreaktorprozess mit einer Lösung
von TFAA in CH2Cl2 gemischt.
Anschließend
erfolgt die Reaktion durch Zugabe einer Lösung eines tertiären Amins
in organischer Lösung. Dabei
werden Aldehyde mit einem hohen Überschuss
zum Nebenprodukt 7 gebildet. Bei dieser Ausführung des Verfahrens als kontinuierlichem Zwei-Schritt-Prozess
kann gegenüber
der herkömmlichen
Prozessführung
mindestens ein Reaktionsgefäß eingespart
werden (siehe Bsp. 1).
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Ferner
ist es vorteilhaft, eine Lösung
bestehend aus dem primären
oder sekundären
Alkohol und Dimethylsulfoxid in Lösungsmittel gegebenenfalls
in einem Mikromischer oder Mikroreaktor zu einer Lösung von
TFAA zu geben und anschließend die
Zugabe des Amins oder seiner Lösung
in einem konventionellen Reaktionsgefäß durchzuführen. Dabei ist Methylenchlorid
ein bevorzugtes organisches Lösungsmittel.
Eine solche Ausführung
stellt einen kontinuierlichen Ein-Schritt-Prozess mit anschließender Batch-Aminolyse
dar. Dabei werden die Aldehyde ebenfalls in einem hohen Überschuss
zum Nebenprodukt 7 gewonnen. Hierbei ist besonders vorteilhaft,
dass das gelöste
Reaktionsgemisch aus ursprünglich
Alkohol, Dimethylsulfoxid und TFAA über eine nicht-temperierte
Leitung in ein konventionelles Reaktionsgefäß zum Zweck der Zugabe der
Aminlösung überführt werden
kann. Darin kann die Reaktion dann bei Raumtemperatur durchgeführt werden.
Es ergibt sich dabei erhebliches Einsparpotenzial bezüglich der
bereitzustellenden Prozessanlagen (siehe Bsp. 2).
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Eine
weitere vorteilhafte Variante des Verfahrens besteht in einer Zusammenführung der
Lösung bestehend
aus dem primären
oder sekundären
Alkohol und Dimethylsulfoxid in Lösungsmittel und einer Mischung
aus dem Amin und TFAA. Besonders vorteilhaft kann das Verfahren
teilweise oder komplett in einem Mikroreaktor durchgeführt werden.
Dabei ist Methylenchlorid ein bevorzugtes organisches Lösungsmittel.
Hierfür
erfolgt das Mischen einer Lösung von
DMSO und Alkohol in Lösungsmittel
in einem kontinuierlichen Mikroreaktorprozess mit einer Lösung von
TFAA und Amin. Dabei entstehen vorwiegend Aldehyde bzw. Ketone neben
gut messbaren Mengen an Nebenprodukt 7. Bei diesem kontinuierlichen
Ein-Schritt-Prozess ergibt sich der hervorzuhebende Vorteil einer
möglichen
Reduktion der Anlagen auf nur eine Reaktionseinheit (siehe Bsp.
3).
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Das
Verfahren ermöglicht
weiterhin eine Art der Prozessführung
bei der eine Lösung
bestehend aus dem primären
oder sekundären
Alkohol, Dimethylsulfo xid und dem Amin in Lösungsmittel zu einer Lösung von
TFAA gegeben wird. Besonders vorteilhaft kann das Verfahren teilweise
oder komplett in einem Mikromischer oder Mikroreaktor durchgeführt werden.
Dabei ist Methylenchlorid ein bevorzugtes organisches Lösungsmittel.
Dabei wird über
einen kontinuierlichen Ein-Schritt-Prozess eine Lösung von DMSO,
Alkohol und dem Amin in Lösungsmittel
in einem kontinuierlichen Mikroreaktorprozess mit einer Lösung von
TFAA in einem organischen Lösungsmittel
wie beispielsweise CH2Cl2 gemischt
(siehe Bsp. 4).
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Es
ergibt sich weiterhin die Möglichkeit,
das Verfahren derart zu gestalten, dass eine Lösung bestehend aus dem primären oder
sekundären
Alkohol, Dimethylsulfoxid und einem Amin in Lösungsmittel zu einer Lösung von
TFAA und einem Amin in einem organischen Lösungsmittel wie beispielsweise
CH2Cl2 gegeben wird.
Besonders vorteilhaft kann das Verfahren teilweise oder komplett
in einem Mikromischer oder Mikroreaktor durchgeführt werden. Dabei ist Methylenchlorid
ein bevorzugtes organisches Lösungsmittel.
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Es
ergibt sich weiterhin die Möglichkeit,
Dimethylsulfoxid durch andere Dialkylsulfoxide zu ersetzen, deren
Reduktionsprodukte weniger flüchtig sind
und die daher nur vermindert geruchsbelasteten Rohproduktlösungen führt. Ferner
kann Cyanurchlorid anstelle von Dimethylsulfoxid verwendet werden.
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Die
Moffatt-Swern-Oxidation von Alkoholen zu Carbonylverbindungen ist
eine der vielseitigsten und zuverlässigsten Methoden für diese
Umwandlung. Diese Oxidation wird industriell beispielsweise bei
der Herstellung von pharmazeutischen Zwischenprodukten sehr verbreitet
genutzt, bisher allerdings immer bei sehr tiefen Temperaturen, um
die unerwünschten
Pummerer-Umlagerungen zu vermeiden. Die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens erlaubt
eine Verringerung der Anzahl der benötigten Reaktoren, Kühlschritte
und Verweilzeiten sowie eine Minimierung der temperaturabhängigen Bildung
instabiler Zwischenprodukte. Eine somit wesentlich vereinfachte
Prozessführung
führt durch
die Einsparung an benötigten
Pumpen, Reaktoren sowie Kühlapparaturen
zu einem erheblichen Kosteneinsparungspotenzial.
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Erläuterungen zur Abbildung
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Abbildung
Reaktionswege der Moffatt-Swern-Oxidation. Dabei sind mit 1 bis
7 folgende Verbindungen gekennzeichnet: 1 Trifluoracetoxydimethylsulfoniumion,
2 Alkoxydimethylsulfoniumion, 3 Carbonylverbindung, 4 Trifluoressigsauerethiomethylmethylester,
5 Alkohol, 6 Akoxymethylmethylsulfid, 7 Trifluoressigsaeureester
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Beispiele:
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1. Beispiel: Zwei-Schritt kontinuierlicher
Prozess
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- Lösung
1: TFAA (0,6 M) in CH2Cl2;
Flussrate: 10 ml/min
- Lösung
2: Cyclohexanol (0,5 M) und DMSO (1 M) in CH2Cl2; Flussrate: 10 ml/min
- Lösung
3: Tributylamin (0,73 M) in CH2Cl2; Flussrate: 20 ml/min
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Der
kontinuierliche Prozess wurde in einer 2-Schritt-Mikroreaktionsanlage
durchgeführt.
In Schritt 1 wurden die Lösungen
1 und 2 in einem Mikromischer mit einer Verweildauer von 2 s gemischt. Die
Reaktion erfolgte sowohl bei einer Temperatur von -20°C als auch
von +20°C.
Anschließend
wurde dieses Gemisch mit der Lösung
3 in einem Mikromischer vermischt (Schritt 2), wobei die Verweildauer
4 s betrug und die Temperatur identisch zu Schritt 1 war. Danach
wurde die gesamte Lösung
auf Raumtemperatur erwärmt
und einige Minuten gelagert bevor das Gemisch per Gaschromatographie
(GC) analysiert wurde. Eine Ausbeute von 91% an Cyclohexanon wurde
erhalten.
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2. Beispiel: Ein-Schritt kontinuierlicher
Prozess mit Batch-Aminolyse
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- Lösung
1: TFAA (0,6 M) in CH2Cl2;
Flussrate: 15 ml/min
- Lösung
2: Cyclohexanol (0,5 M) und DMSO (1 M) in CH2Cl2; Flussrate: 15 ml/min
- Lösung
3: Tributylamin (0,73 M) in CH2Cl2; Flussrate: 30 ml/min
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In
einem kontinuierlichen Prozess wurden die Lösungen 1 und 2 mit einem Mikromischer
mit einer Verweildauer von 1,5 s gemischt (Schritt 1). Die Reaktion
erfolgte sowohl bei einer Temperatur von -20°C als auch von +20°C. Anschließend wurde
das Reaktionsgemisch über
eine nicht-temperierte Leitung (mit einer Verweildauer von 5 s)
in ein konventionelles Reaktionsgefäß überführt (Schritt 2). Gleichzeitig
wurde auch Lösung
3 in dieses Gefäß gepumpt und
für 1,5
min konventionell bei Raumtemperatur gemischt. Es wurde ein Gesamtreaktionsvolumen von
90 ml gesammelt. Die Ausbeute an Cyclohexanon (93%) in diesem Beispiel
war vergleichbar zur Ausbeute von Beispiel 1.
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3. Beispiel: Ein-Schritt kontinuierlicher
Prozess
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- Lösung
1: TFAA (0,3 M) und Tributylamin (0,73 M) in CH2Cl2; Flussrate: 40 ml/min
- Lösung
2: Cyclohexanol (0,5 M) und DMSO (1 M) in CH2Cl2; Flussrate: 20 ml/min
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In
einem kontinuierlichen Prozess wurden die Lösungen 1 und 2 mit einem Mikromischer
in einer 1-Schritt-Mikroreaktionsanlage bei einer Temperatur von
-30°C gemischt.
Danach wurde die gesamte Reaktionslösung auf Raumtemperatur erwärmt und
einige Minuten gelagert, bevor das Gemisch per GC analysiert wurde.
Bei diesem Prozess betrug die Ausbeute an Cyclohexanon unter 45%.
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4. Beispiel: Ein-Schritt kontinuierlicher
Prozess
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- Lösung
1: TFAA (0,6 M) in CH2Cl2;
Flussrate: 20 ml/min
- Lösung
2: Cyclohexanol (0,5 M), DMSO (1 M) und Tributylamin (1,43 M) in
CH2Cl2; Flussrate:
20 ml/min
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In
einem kontinuierlichen Prozess wurden die Lösungen 1 und 2 mit einem Mikromischer
in einer 1-Schritt-Mikroreaktionsanlage gemischt. Die Reaktion wurde
sowohl bei einer Temperatur von -20°C als auch von +20°C durchgeführt. Danach
wurde die gesamte Reaktionslösung
auf Raumtemperatur erwärmt
und einige Minuten gelagert bevor das Gemisch per GC analysiert
wurde. Der Ge halt an Cyclohexanon war dabei weitgehend unabhängig von
der Temperatur. Bei diesem Prozess betrug die Ausbeute an Cyclohexanon
20%.