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Die
Erfindung betrifft eine Längenverstellvorrichtung
für ein
Seil-Geschirr für
Tiere mit einem ersten Seil, welches einen als Hohlseil ausgebildeten Hohlseilabschnitt
aufweist.
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Seil-Geschirre
für Tiere
sind in verschiedenen Ausgestaltungen als Führungs-, Halte- oder Befestigungsgeschirr
einschließlich
der zugehörigen Leinen,
Zügel oder
dergleichen bekannt, die zumindest abschnittsweise aus einem oftmals
geflochtenen Seil bestehen. In Abhängigkeit von dem vorgesehenen
Verwendungszweck weisen derartige Seil-Geschirre eine oder mehrere
Verstellmöglichkeiten
auf, um das Seil-Geschirr an die Anatomie und Körpermaße desjenigen Tieres anpassen
zu können,
für welches
das Seil-Geschirr verwendet werden soll. Zum An- oder Ablegen des
Seil-Geschirrs muss das Seil-Geschirr entweder geöffnet oder
aber ein oder mehrere Abschnitte des Seil-Geschirrs gelockert bzw.
verlängert
werden.
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Es
ist bekannt, dass ein Seil-Geschirr für Tiere einen oder mehrere
Seilabschnitte aufweist, die durch eine Öse, einen Ring oder dergleichen
geführt werden
und wobei die gewünschte
Länge des
betreffenden Seilabschnitts durch einen oder mehrere Knoten vorgegeben
werden kann, welche den Seilabschnitt relativ zu der Öse, dem
Ring oder dergleichen fixieren. Das An- und Ablegen derartiger Seil-Geschirre und insbesondere
das jeweils erforderliche Anpassen an die Körpermaße des Tieres erfordert das
Lösen bzw.
Knüpfen
von Knoten an der dafür
vorgesehenen Stelle innerhalb des Seil-Geschirrs.
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Seil-Geschirre
mit einem Hohlseilabschnitt sind beispielsweise aus
US 3 579 963 bekannt. Weiterhin sind
Seil-Geschirre bekannt (
US 3
273 311 ), die ein erstes Seil mit einem als Hohlteil ausgebildeten
Hohlseilabschnitt aufweisen, wobei das erste Seil in einem an den
Hohlseilabschnitt anschließenden Abschnitt
eine Schlaufe bildet und durch das Innere des Hohlseilabschnitts
wieder hindurchgeführt
wird. Durch die so gebildete Schlaufe kann ein zweites Seil geführt werden.
Auf diese Weise werden ansonsten erforderliche Knoten vermieden.
Allerdings ist die Länge
der einzelnen Abschnitte des Seil-Geschirrs durch die Länge der
Hohlseilabschnitte weitgehend vorgegeben, so dass keine nennenswerte
Längenverstellung
des Seil-Geschirrs
möglich
ist.
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Bei
einer Längenverstellvorstellung
gemäß der eingangs
genannten Gattung (
DE
10 2004 009 572 A1 ) ist es bekannt, dass durch einen Hohlseilabschnitt
eines ersten Seils eines Seil-Geschirrs für Tiere ein zweites Seil geführt wird,
wobei der Hohlseilabschnitt ein Raffen als Hohlseil ausgebildeten
Seilabschnitts über
das zweite Seil und damit eine Längenänderung
im Bereich des Hohlseilabschnitts ermöglicht. Die eingestellte Längenänderung
des Hohlseilabschnitts muss jedoch durch geeignete Maßnahmen,
wie beispielsweise einen Schlingknoten fixiert werden. Die maximale
Längenänderung
wird durch die Länge
des Hohlseilabschnitts und die Möglichkeit,
diesen Hohlseilabschnitt zusammenzuraffen, eingeschränkt. Die
gewünschte
Längenverstellung muss
beispielsweise durch geeignete Knoten gesondert fixiert werden.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es dem zu Folge, eine Längenverstellvorrichtung
für Seil-Geschirre
für Tiere
so auszugestalten, dass eine schnelle und einfache Längenveränderung
eines Abschnitts des Seil-Geschirrs ermöglicht wird. Die gewünschte Länge des
betreffenden Abschnitts des Seil-Geschirrs soll mit möglichst
einfachen Mitteln festlegbar sein.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
dass das erste Seil und/oder ein zweites Seil in einem an den Hohlseilabschnitt
anschließenden
Längenverstellabschnitt
eine Schlaufe bildet, durch das Innere des Hohlseilabschnitts hindurch
geführt
wird und darin zum Zwecke der Längenverstellung
verschiebbar ist. Die Größe der Schlaufe
und damit die Länge
des Längenverstellabschnitts
des ersten oder zweiten Seils kann in einfacher Weise dadurch verändert und
eingestellt werden, dass der durch das Innere des Hohlseilabschnitts
hindurch geführte
Seilabschnitt durch Ziehen an dem entsprechenden Abschnittsende
verschoben wird.
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Die
Schlaufe kann beispielsweise dadurch vergrößert werden, dass an dem schlaufenseitigen Ende
des durch den Hohlseilabschnitt geführten Seilabschnitts gezogen
und die Länge
des Seilabschnitts zwischen dem schlaufenseitigen Ende des Hohlseilabschnitts
des Seils und dem Wiedereintritt des Seils in das Innere des Hohlseilabschnitts
vergrößert wird.
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Weist
der Hohlseilabschnitt in Abhängigkeit von
der Rauhigkeit des Seils eine ausreichende Länge auf, so wird durch die
im Inneren des Hohlseilabschnitts auf den darin befindlichen Seilabschnitt
ausgeübten
Reibungskräfte
die Längenverstellvorrichtung
in der gewünschten
Länge fixiert,
ohne das gesonderte Maßnahmen
für eine
Arretierung der Längenverstellvorrichtung
erforderlich wären.
Es ist jedoch möglich,
die gewünschte
und bereits eingestellte Länge
des Längenverstellabschnitts
durch zusätzliche
Maßnahmen,
insbesondere durch einen Schlingknoten oder dergleichen nach dem
Austritt des losten Seilendes aus dem Hohlseilabschnitt zu sichern
und festzulegen. Im Unterschied zu den bereits bekannten Längenverstellvorrichtungen
wird dabei die Länge
des Längenverstellabschnitts
bereits im Bereich des Hohlseilabschnitts vorgegeben und gehalten,
sofern nicht übermäßige Kräfte auf
die Längenverstellvorrichtung
ausgeübt
werden.
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Ein
Zusammenraffen des Hohlseilabschnitts ist nicht notwendig oder zweckmäßig, um
die gewünschte
Längenverstellung
zu bewirken. Obwohl es nicht ausgeschlossen werden kann, dass bei
Verwendung eines flexiblen, beispielsweise geflochtenen Seils sich
der Hohlseilabschnitt bei Belastung, bzw. unter Einwirkung von entsprechenden
Zugkräften
in der Länge
verändert,
wird die gewünschte
Längenverstellung
maßgeblich
durch die veränderbare Größe der Schlaufe
bewirkt.
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Vorzugsweise
ist vorgesehen, dass die Schlaufe an einem Verbindungselement gelagert
ist. Geeignete Verbindungselemente, wie beispielsweise Seilschlaufen, Ösen oder
Metallringe, erlauben einerseits eine einfache und weitgehend unbehinderte Längenänderung
der Schlaufenlänge
und halten andererseits die einmal eingestellte Schlaufe zuverlässig in
der dafür
vorgesehenen Position und Anordnung fest.
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Um
den als Hohlseil ausgebildeten Hohlseilabschnitt des Seils einfach
und kostengünstig
herstellen zu können,
ist vorgesehen, dass das Seil ein Flechtseil aus Kunststofffasern
oder Naturfasern ist. Das Seil-Geschirr kann dabei teilweise oder
vollständig
aus einem entsprechenden Flechtseil hergestellt sein. Es ist möglich und
für bestimmte
Anwendungen vorteilhaft, dass das Seil-Geschirr neben dem Flechtseil auch Abschnitte
bzw. Geschirrelemente aus anderen Materialien, wie beispielsweise
Leder oder Metall, aufweist.
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Die
Erfindung betrifft auch ein Seil-Geschirr für Tiere, wobei das Seil-Geschirr
mindestens eine vorangehend beschriebene Längenverstellvorrichtung aufweist.
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Vorzugsweise
ist vorgesehen, dass das Seil-Geschirr ein Pferdehalfter ist. Es
sind jedoch auch Seil-Geschirre für andere Tiere, insbesondere Nutztiere,
wie beispielsweise Kühe,
Esel oder Kamele denkbar. Derartige Seil-Geschirre weisen üblicherweise
ein Genickstück
auf, welches über
zwei Backenstücke
mit einem Nasenstück
oder einem Gebissstück
verbunden ist. Das Seil-Geschirr kann auch ein Kehlstück oder
ein Kinnstück
aufweisen.
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Um
ein möglichst
einfaches Anlegen bzw. Wiederabnehmen des Seil-Geschirrs zu erleichtern, ist
vorgesehen, dass das Seil-Geschirr ein Genickstück mit der Längenverstellvorrichtung
aufweist.
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Gemäß verschiedenen
Ausgestaltungen des Erfindungsgedankens zu Folge ist vorgesehen,
dass das Seil-Geschirr ein Kehlstück und/oder ein Nasenstück und/oder
ein Kinnstück
mit der Längenverstellvorrichtung
aufweist.
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Ein
derartiges Seil-Geschirr mit mehreren Verstellmöglichkeiten kann aus mehreren
Seilen hergestellt sein. Es ist möglich und für viele Anwendungen vorteilhaft,
wenn das Seil-Geschirr aus lediglich zwei verschiedenen miteinander
verbundenen Seilstücken
hergestellt ist. Es ist auch denkbar, ein Seil-Geschirr mit einer
oder mehreren Verstellmöglichkeiten
aus einem einzigen Seil mit mehreren Seilabschnitten herzustellen.
Der für
die Herstellung eines solchen Seil-Geschirrs erforderliche Aufwand verringert
sich entsprechend.
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Nachfolgend
werden verschiedene Ausgestaltungen des Erfindungsgedankens anhand
der Zeichnung näher
erläutert.
Es zeigt:
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1 zur
Veranschaulichung eine schematische Darstellung eines Seil-Geschirrs
in Form eines Pferdehalfters,
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2 eine
Längenverstellvorrichtung
für Seil-Geschirre
für Tiere
am Beispiel eines längenverstellbaren
Genickstücks,
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3 ein
Beispiel für
ein Seil-Geschirr mit einem verstellbaren Genickstück und einem
verstellbaren Kehlstück,
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4 ein
Beispiel für
ein Seil-Geschirr gemäß 3 mit
einem längenverstellbaren
Nasenstück,
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5 ein
Beispiel für
ein Seil-Geschirr gemäß 4 mit
zusätzlichen
längenverstellbaren Kinnstücken,
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6 ein
Beispiel für
ein Stall- und Weidehalfter mit einem stufenlos verstellbaren Genickstück,
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7 ein
Beispiel für
ein Stall- und Weidehalfter mit einem stufenlos verstellbaren Genickstück und Kehlstück,
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8 ein
Beispiel für
eine Trense mit einem stufenlos verstellbaren Genickstück und Kehlstück und
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9 ein
Beispiel für
ein gebissloses Reithalfter mit ebenfalls einem stufenlos verstellbaren Genickstück und Kehlstück.
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Ein
lediglich schematisch in 1 dargestelltes Seil-Geschirr 1 in
Form eines Reithalfters weist ein Genickstück 2 und ein Kehlstück 3 auf,
die über
zwei Backenstücke 4 mit
einem Nasenstück 5 in Verbindung
stehen. Um das Anlegen und Abnehmen des Seil-Geschirrs 1 zu
ermöglichen,
ist es bekannt, dass das Genickstück 2 des Seil-Geschirr 1 geöffnet oder
zumindest gelockert werden kann, um den hinteren Bereich des Seil-Geschirrs 1 über den
Pferdekopf hinweg nach vorne ziehen zu können und das Seil-Geschirr
auf diese Weise abnehmen zu können.
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Das
in 2 ebenfalls lediglich schematisch dargestellte
verstellbare Seil-Geschirr 6 weist ein Genickstück 2 mit
einer Längenverstellvorrichtung 7 auf. Die
Längenverstellvorrichtung 7 weist
ein erstes Seil 8 im Bereich des Genickstücks 2 mit
einem als Hohlseil ausgebildeten Hohlseilabschnitt 9 auf.
Der Hohlseilabschnitt 9 wird durch zwei Öffnungen 10, 11 begrenzt.
In einem an den Hohlseilabschnitt 9 anschließenden Längenverstellabschnitt 12 bildet
das erste Seil 8 eine Schlaufe 13 und wird anschließend durch das
Innere des Hohlseilabschnitts 9 hindurch geführt, um
bei der Öffnung 11 aus
dem Hohlseilabschnitt 9 wieder auszutreten.
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Die
Schlaufe 13 des ersten Teils 8 ist durch eine Öse 14 hindurch
geführt
und dort gelagert. Die Öse 14 ist
an einem zweiten Seil 15 ausgebildet. Das erste Seil 8 und
das zweite Seil 15 bilden auch die Backenstücke 4 und
sind jeweils mit dem Nasenstück 5 des
verstellbaren Seil-Geschirrs 6 verbunden.
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Durch
ein Herausziehen des in dem Hohlseilabschnitt 9 geführten ersten
Seils aus der Öffnung 11 wird
die Länge
des die Schlaufe 13 bildenden Seilabschnitts verkürzt und
dadurch die Länge
des Längenverstellabschnitts 12,
bzw. des Genickstücks 2 verringert.
Das beispielsweise auf einem Pferdekopf angeordnete verstellbare
Seil-Geschirr 6 wird im Bereich des Genickstücks 2 dadurch
zugezogen und auf dem nicht dargestellten Pferdekopf arretiert.
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Sofern
erforderlich oder gewünscht
kann die eingestellte Länge
des Längenverstellabschnitts 12 bzw.
die Größe der Schlaufe 13 durch
ein zusätzliches
Befestigungsmittel oder einen Schlingknoten nach dem Austritt des
ersten Seils 8 aus dem Hohlseilabschnitt 9 an
der Öffnung 11 gesichert
werden.
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In 3 ist
ebenfalls das verstellbare Seil-Geschirr 6 mit der Längenverstellvorrichtung 7 im
Bereich des Genickstücks 2 dargestellt.
Das aus der Öffnung 11 des
Hohlseilabschnitts 9 austretende Seilende des ersten Seils 8 wird
abweichend zu der in 2 dargestellten Ausführungsform
auf die andere Seite des Seil-Geschirrs 6 geführt und
durch einen Hohlseilabschnitt 16 geführt, der an der Öse 14 des
zweiten Seils 15 ausgebildet ist. Der zwischen der Öffnung 11 des
Hohlseilabschnitts 9 und dem Hohlseilabschnitt 16 befindliche
Abschnitt des ersten Seils 8 bildet ein Kehlstück 3.
Die Länge
des Kehlstücks 3 kann
in einfacher Weise dadurch verändert werden,
dass das lose Ende des ersten Seils 8 mehr oder weniger
weit durch den Hohlseilabschnitt 16 im Bereich der Öse 14 hindurch
gezogen wird. Auf diese Weise bildet das Kehlstück 3 einen schlaufenförmigen Längenverstellabschnitt 17,
der an einen Hohlseilabschnitt 16 anschließt und gemeinsam
mit diesem eine weitere Längenverstellvorrichtung 7 bildet.
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Bei
dem in 4 schematisch dargestellten verstellbaren Seil-Geschirr 6 ist
zusätzlich
das Nasenstück 5 mit
einer Längenverstellvorrichtung 7 versehen.
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Bei
dem in 5 schematisch dargestellten verstellbaren Seil-Geschirr 6 wird
das aus der Öffnung 11 des
Hohlseilabschnitts 9 austretende lose Ende des ersten Seils 8 durch
eine Schlaufe im Bereich des Nasenstücks geführt, bevor das lose Ende durch
den Hohlseilabschnitt 16 im Bereich der Öse 14 des
zweiten Seils 15 geführt
wird. Auf diese Weise werden zwei in ihrer Länge verstellbare Kinnstücke 18 gebildet.
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In
den 6–9 werden
lediglich beispielhaft verschiedene Ausgestaltungen des verstellbaren
Seil-Geschirrs 6 als Stall- und Weidehalfter (6 und 7),
als Trense (8) oder als gebissloses Reithalfter
(9) dargestellt. Die jeweilige Verstellmöglichkeit
des Genickstücks 2 bzw.
des Kehlstücks 3 wird
dabei wie in den vorangehend beschriebenen Figuren mittels einer
oder mehrerer Längenverstellvorrichtungen 7 ermöglicht.
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Bei
den in 6 und insbesondere in 9 dargestellten
Ausführungsbeispielen
wird anschaulich gezeigt, dass ein derartiges Seil-Geschirr auch aus
lediglich einem einzigen Seil hergestellt werden kann. Bei der Herstellung
eines Seil-Geschirrs gemäß 9 kann
beispielsweise bei der Öse 14 begonnen
werden, um das Seil dann über
ein Backenstück 4,
das Nasenstück 5,
ein weiteres Backenstück 4 bis
zum Genickstück 2 und
einem Kehlstück 3 zu führen und
dabei sowohl das Genickstück 2 als
auch das Kehlstück 3 mittels
einer Längenverstellvorrichtung 7 verstellbar
auszugestalten.
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Die
Längenverstellvorrichtungen 7 ermöglichen
eine schnelle, einfache und stufenlose Längenveränderung der betreffenden Abschnitte
des verstellbaren Seil-Geschirrs 6 für Tiere. Die Längenänderung
kann durch einfaches Ziehen an dem zugeordneten Seilabschnitt erfolgen.
Eine zusätzliche
Sicherung durch Knoten oder andere Befestigungsmittel ist möglich, jedoch
nicht erforderlich.