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Die
Erfindung betrifft einen Zustell- und Absendebehälter nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
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Mit
der Einführung
von virtuellen Internetshops und der zunehmenden Beliebtheit des
sogenannten E-Commerce, d. h. des Anbietens von Waren und Dienstleistungen über das
Internet, ist auch ein stetiger Anstieg in der Versendung von Waren über die
Post oder andere Zustelldienste zu verzeichnen. Die Versendung der
Waren, die durch die Post oder einen anderen Zustelldienst beim
Empfänger der
Ware abzugeben sind, bereitet jedoch gewisse Schwierigkeiten, da
die Empfänger
der Waren oftmals nicht an der Zustelladresse angetroffen werden und
mehrere Zustellversuche unternommen werden müssen, bis es schließlich zur
erfolgreichen Auslieferung der Ware kommt.
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Aus
dem Stand der Technik sind Zustellbehälter bekannt, mittels welcher
die Deponierung und Abholung von Paketen, Warensendungen und anderen
Zustellungen oder Sendungen ohne eine direkte Übergabe durch den Zusteller
an den Empfänger
ermöglicht
wird. Umgekehrt können
in diesen Zustellbehältern
auch von einem Zustelldienst abzuholende und auszuliefernde Pakete
oder Warensendungen deponiert werden. Dies erleichtert den Zustelldiensten
die Auslieferung von Paketen, da sie diese nicht direkt an die Empfänger übergeben
werden müssen. Vielmehr
werden die auszuliefernden Pakete oder Sendungen einfach in einem
dafür vorgesehenen Behälter, der
an einem zentralen Ort aufgestellt ist, deponiert, und der Empfänger holt
sie dort zu einem Zeitpunkt seiner Wahl ab. Andererseits ist diese
Einrichtung auch für
den Empfänger
der Sendung von Vorteil, da er nicht darauf angewiesen ist, die
Sendung, welche bei Nichtantreffen des Empfängers an einer Postdienststelle
abzuholen ist, während
der Geschäftszeiten
der betreffenden Postdienststelle abzuholen.
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Problematisch
bei den aus dem Stand der Technik bekannten derartigen Zustellsystemen
sind gewisse Sicherheitsaspekte, denn es soll vermieden werden,
dass nicht autorisierte Dritte Zugriff auf die Zustellbehälter bekommen
und sich die Sendungen unrechtmäßig aneignen.
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Daher
liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Zustellbehälter zu
schaffen, der auf einfache Art und Weise aber dennoch sicher sowohl
für den
Zusteller als auch für
den Empfänger
zugänglich
ist, wobei der Zustellbehälter
auch angepasst sein soll, um als Absendebehälter einsetzbar zu sein.
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Die
Aufgabe wird durch einen Zustellbehälter mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst.
Bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung sind in den abhängigen
Unteransprüchen
definiert.
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Erfindungsgemäß ist ein
Zustellbehälter
vorgesehen, welcher angepasst ist, um zumindest einen zuzustellenden
Gegenstand bzw. ein Paket und dergleichen in einem Innenraum aufzunehmen,
wobei der Innenraum durch eine Tür
verschließbar
ist, wobei die verschießbare
Tür sowohl über ein über einen Generalschlüssel betätigbares
Schloss als auch über ein über einen
individuellen Code betätigbares
Codeschloss verriegelbar und entriegelbar ist. Durch den erfindungsgemäßen Zustellbehälter kann
vermieden werden, dass Zustellunternehmen unnötige Leer- und Doppelfahrten
vornehmen müssen,
um Waren auszuliefern. Wird ein Empfänger bei der Auslieferung eines
zuzustellenden Gegenstands bzw. Paketes nicht an der angegebenen
Zustelladresse angetroffen, so kann die Lieferung einfach in einem
direkt beim Empfänger
oder in der Nähe
des Empfängers aufgestellten
Zustellbehälter
deponiert werden, wo der Empfänger
den zuzustellenden Gegenstand dann selber abholen kann. Dabei liefert
das Zustellunternehmen den zuzustellenden Gegenstand in den Zustellbehälter, welcher
mit einem beim Zusteller verfügbaren
Generalschlüssel
geöffnet
wird. Der Empfänger öffnet den
Zustellbehälter
dann über
einen nur ihm persönlich
zugestellten individuellen Code, was eine Auslieferung von zuzustellenden
Gegenständen bzw.
Paketen auf einfache aber sichere Art und Weise ermöglicht.
Auch ist für
das Zustellunternehmen bei Verwenden des Zustellbehälters von
Vorteil, dass Hauptverkehrszeiten vermieden werden können und die
Zustellungen zu Zeiten erfolgen können, in denen die Verkehrsströme wesentlich
geringer sind. Dies spart wiederum Zeit und somit auch Kosten bei
der Zustellung.
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Darüber hinaus
bietet der erfindungsgemäße Zustellbehälter den
Vorteil, dass beispielsweise eine Zustellung an Firmen und insbesondere
an einzelne Ansprechpartner in größeren Firmen unmittelbar möglich ist,
ohne eine zentrale Poststelle zur Zuteilung zu bemühen.
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Vorzugsweise
ist der individuelle Code eine variable Zahlenkombination, wobei
an einer Außenfläche des
Zustellbehälters
eine Tasteneingabe vorgesehen ist, über welche die Zahlenkombination
eingebbar ist.. So wird ermöglicht,
dass jedes Mal, wenn der Zustellbehälter durch das Zustellunternehmen neu
bestückt
wird, ein neuer Code ausgegeben wird, so dass ein und derselbe Zustellbehälter auch
von vielen verschiedenen Empfängern
genutzt werden kann und was die Zustellung noch sicherer macht.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung weist der Zustellbehälter
ein Lesegerät,
insbesondere einen Barcodeleser, auf. mit dem Informationen, insbesondere
eine Sendungs-ID und Daten bezüglich
des Sendungsempfängers,
einlesbar sind.
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Noch
eine bevorzugte Ausführungsform sieht
vor, dass aus den auf dem zuzustellenden Gegenstand vorgesehenen
Informationen eine individuelle Zahlenkombination, mit welcher das
Codeschloss zur Entnahme des Pakets betätigbar ist, berechnet wird.
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Alternativ
kann das Lesegerät
aber auch angepasst sein, um eine Zahlenkombination, mit welcher
das Codeschloss zur Entnahme des zuzustellenden Gegenstands betätigbar ist,
erratisch auszugeben.
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Vorzugsweise
ist der Zustellbehälter
angepasst, um zum Bestücken
mit dem zumindest einem zuzustellenden Gegenstand durch den Zusteller über den
Generalschlüssel
geöffnet
zu werden.
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Besonders
bevorzugt ist es, dass eine Sendevorrichtung zum Senden, insbesondere
per SMS, der individuellen Zahlenkombination zum Öffnen der Tür des Zustellbehälters vorgesehen
ist. Die SMS enthält
die Zustellungsbehälter-ID
sowie den Code zur Öffnung,
der nur einmal gültig
ist. Sobald der Empfänger
die Zahlenkombination an dem Zustellbehälter eingibt, öffnet sich
die Tür
und der zuzustellende Gegenstand kann entnommen werden.
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In
noch einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen,
dass der Zustellbehälter angepasst
ist, um selbsttätig
ein Signal an den Zusteller oder die Zustellfirma zu senden, insbesondere per
SMS, um anzuzeigen, dass ein zuzustellender Gegenstand entnommen
worden ist. Somit ist der Zustellfirma bekannt, wann der Zustellbehälter wieder frei
ist und neu befüllt
werden kann.
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Vorzugsweise
ist die Sendevorrichtung angepasst, um Informationen über den
Absender des zuzustellenden Gegenstands und/oder über den
Innhalt des Pakets zu übermitteln.
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Eine
bevorzugte Ausführungsform
sieht vor, dass der Zustellbehälter
batteriebetrieben ist. Alternativ oder zusätzlich weist der Zustellbehälter einen Anschluss
auf, mit welchem der Zustellbehälter
an ein Stromnetz anschließbar
sein.
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Besonders
bevorzugt ist es, dass die individuelle Zahlenkombination nach Entnahme
des zuzustellenden Gegenstands zurückstellbar ist, was bei der
Entnahme des zuzustellenden Gegenstands durch den Empfänger geschieht.
Jedoch kann alternativ die individuelle Zahlenkombination nach Entnahme
des zuzustellenden Gegenstands auch durch Einlesen der Informationen
auf einem darauf folgend in dem Zustellbehälter deponierten zuzustellenden Gegenstand
zurückstellbar
sein.
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Um
auch die Möglichkeit
der Lieferung von Lebensmitteln oder sonstigen verderblichen Waren zu
ermöglichen
ist gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform
eine Kühlvorrichtung
zum Kühlen
des Innenraums des Zustellbehälters
vorgesehen.
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Auch
ist es von Vorteil, wenn der Zustellbehälter aus einem witterungsbeständigem Material, insbesondere
aus Stahl oder Aluminium, hergestellt ist, um eine lange Lebensdauer
vorzusehen und im Außenbereich
aufstellbar zu sein. Zur Aufstellung eines Zustellbehälters oder
mehrere Zustellbehälter bzw.
eines Zustellbehältersystems
im Freien ist ein Rohrsystem geeignet, welches bei Bedarf erweiterbar
ist. Die Basisgröße eines
Zustellbehälters
beträgt vorzugsweise
12 Liter oder mehr, wobei günstigerweise
die Größen durch
Hinzunahme eines Behälters
darüber
oder daneben in gleichen Schritten vergrößert werden kann.
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Gemäß noch einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform,
dass eine Außenfläche des
Behälters
angepasst ist, um als Werbefläche
zu dienen. Die Vorderseite des Zustellbehälters bietet sich vorzugsweise
hierfür
an. Besonders bevorzugt ist es, dass die Werbefläche elektronisch ansteuerbar
ist, so dass die Werbung regelmäßig variierbar
gestaltet werden kann. Es kann ebenfalls vorgesehen werden, dass
die Werbung auf den Empfänger
individuell abgestimmt ist, wobei auch die Inhaltsangabe des Pakets
auf der Werbefläche
Verwendung finden kann.
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Ganz
besonders bevorzugt ist, dass die Funktion des Generalschlüssels deaktiviert
werden kann. Damit kann der Kunde den Zustellbehälter auch als „Briefkasten" für zu verschickende
Waren bzw. zuzustellende Gegenstände
verwenden. Beim Befüllen
mit der abzuholenden Ware sendet dann der Kunde bzw. der Zustellbehälter ebenfalls
einen individuellen Code an das Zustellunternehmen, welches den
zuzustellenden Gegenstand dann abholt und zum Empfänger transportiert.
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Vorzugsweise
können
die notwendigen Gebühren,
die bei der Zustellung des Gegenstands anfallen, über die
Zahlenkombination, insbesondere bereits verschlüsselt, direkt von einem Konto
abbuchbar sind. Jedoch sind auch andere, insbesondere bargeldlose
Zahlungen möglich.
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In
den Zeichnungen ist der erfindungsgemäße Zustellbehälter anhand
einer bevorzugten Ausführungsform
dargestellt, die in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert ist.
Es zeigen:
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1 eine
perspektivische Vorderansicht des erfindungsgemäßen Zustellbehälters; und
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2 eine
perspektivische Vorderansicht eines erfindungsgemäßen Zustellbehältersystems.
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1 zeigt
eine perspektivische Vorderansicht eines erfindungsgemäßen Zustellbehälters 1. Der
Zustellbehälter 1 weist
eine Vorderseite 2 auf, an welcher auch die Tür 3 zum Öffnen und
Schließen des
Zustellbehälters 1 angeordnet
ist. Die Tür 3 weist einen
Griff 4 auf sowie eine Tasteneingabe 5. Über die
Tasteneingabe 5 kann ein Benutzer des Zustellbehälters 1,
also ein Zusteller oder ein Empfänger,
einen Code eingeben, um die Tür
zu öffnen
und in den Innenraum (nicht gezeigt) des Behälters zu gelangen, um dort
einen zuzustellenden Gegenstand bzw. ein Paket (nicht gezeigt) zu
deponieren oder zu entnehmen. Dabei ist der Zustellbehälter 1 derartig
angepasst, dass die Tür 3 von
einem Zusteller über
einen Generalschlüssel
geöffnet
werden kann, um darin ein Paket zu deponieren und von einem Empfänger über einen
individuellen und nur einmalig gültigen Code
geöffnet
werden kann, um einen zuzustellenden Gegenstand bzw. ein Paket zu
entnehmen. Umgekehrt kann aber auch der Generalschlüssel deaktiviert
werden, um den Zustellbehälter 1 als
Absendebehälter
zu verwenden. In diesem Fall öffnet
der Kunde, der gleichzeitig Absender des zuzustellenden Gegenstands
ist, den Zustellbehälter 1 über einen
individuellen Code, um darin ein Paket zur Abholung über einen
Zustelldienst bereitzulegen. Die für diese Dienstleistung anfallenden
Gebühren
können
z. B. in dem eingegebenen Code bereits verschlüsselt direkt von einem Konto
abgebucht werden.
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Im
Innenraum (nicht gezeigt) des Zustellbehälters 1 befindet sich
ein Kartenlesegerät,
z. b. in Form eines Barcodelesers. Wenn ein Paket in den Zustellbehälter 1 von
einem Zustelldienst hineingelegt wird, liest das Lesegerät eine Sendungs-ID
und den Empfänger
des zuzustellenden Gegenstands, welche auf dem zuzustellenden Gegenstand
vorgesehen sind, ein. Dann wird aus diesen Informationen eine individuelle
Zahlenkombination bzw. ein individueller Code berechnet, welcher
gemeinsam mit der Nummer 6 des Zustellbehälters 1 an
den Empfänger gesendet
wird. Das Versenden erfolgt dabei per SMS über eine dafür vorgesehene
Sendevorrichtung (nicht gezeigt). Die SMS kann entweder vom Zustellunternehmen
oder von dem Zustellungsbehälter selbst
veranlasst werden. Diese SMS enthält die Behälter-ID und den Code zum Öffnen des
Zustellbehälters 1,
der nur einmal gültig
ist. Die SMS kann aber auch jegliche andere Informationen enthalten,
wie beispielsweise den Inhalt des Pakets und andere Informationen
bzw. Daten. Sobald der Empfänger
die Zahlenkombination an dem Zustellbehälter 1 eingibt, öffnet sich
die Tür 3 und
der Empfänger
hat Zugriff auf den Innenraum des Zustellbehälters 1 und somit auf
den zuzustellenden Gegenstand bzw. das Paket. Wenn das Paket entnommen
worden ist, sendet der Zustellbehälter 1 selbsttätig ein
Signal in Form einer SMS an das Zustellunternehmen, welchem damit wieder
angezeigt wird, dass der Zustellbehälter 1 wieder zur
Verfügung
gestellt wird und neu befüllt werden
kann.
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Statt
mit SMS kann die erforderliche Datenübertragung auch, zumindest
zum Teil, über
email abgewickelt werden.
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Weiterhin
wird der individuelle Code nach Entnahme des zuzustellenden Gegenstands
durch den Empfänger
zurückgestellt,
oder die Zurückstellung
erfolgt alternativ durch Einlesen der nächsten Sendung.
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Der
Zustellbehälter 1 ist
darüber
hinaus mit einer Kühlvorrichtung
(nicht gezeigt) versehen, um den Innenraum zu kühlen, so dass ermöglicht wird, auch
verderbliche Waren oder Lebensmittel oder zu kühlende Arzneimittel darin zu
lagern. Der Inhalt des Zustellbehälters 1 des hier dargestellten
Ausführungsbeispiels
beträgt
12 Liter.
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Weiterhin
ist auf der Vorderseite 2 des Zustellbehälters 1 eine
Werbefläche 7 vorgesehen,
auf der Werbung variierbar gestaltet werden kann, indem die Werbefläche 7 elektronisch
ansteuerbar ist. Auch können
auf der Werbefläche 7 der
Inhalt der Warensendung bzw. des Pakets oder andere Daten angezeigt
werden.
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In 2 ist
eine Vielzahl von Zustellbehältern 1 bzw.
ein Zustellbehältersystem,
welches in diesem Fall aus vier Zustellbehältern 1 besteht, wobei jeweils
zwei Zustellbehälter 1 nebeneinander
und jeweils zwei Zustellbehälter 1 übereinander
angeordnet sind. Ein Rohrsystem (nicht gezeigt) verbindet bzw. hält das Zustellbehältersystem,
welches durch weitere Zustellbehälter 1 beliebig
erweiterbar ist.
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Ein
Zustellbehälter 1 oder
ein aus mehreren Zustellbehältern 1 bestehendes
System kann stationär
an einem zentralen Ort aufgestellt werden, an welchem potentielle
Empfänger
gut Zugriff auf den Zustellbehälter 1 bzw.
das System haben. Alternativ kann ein erfindungsgemäßer Zustellbehälter 1 oder ein
System auch direkt beim jeweiligen Empfänger aufgestellt werden. Wichtig
ist dabei lediglich, dass für
die Empfänger
und die Zusteller ein problemloser und sicherer Zugriff auf den
Zustellbehälter 1 oder das
System haben.
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- 1
- Zustellbehälter
- 2
- Vorderseite
- 3
- Tür
- 4
- Griff
- 5
- Tasteneingabe
- 6
- Nummer
der Zustellbox
- 7
- Werbefläche