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Die Erfindung betrifft eine Spritze mit einem Spritzenzylinder und mit einer an diesem befestigten Fingerauflage.
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Spritzen der hier angesprochenen Art sind bekannt (
EP 0 649 318 B1 ). Aus
DE 44 23 261 A1 ist eine Spritzeneinrichtung zum Applizieren eines sterilen, bevorzugt pastösen oder gelartigen Produkts bekannt. Die deutsche Offenlegungsschrift
DE 44 34 644 A1 zeigt ein Behältnis für Injektions-, Infusions- und Diagnostikpräparate mit einer als Fingerauflage dienenden Griffleiste. Die Offenlegungsschrift
DE 100 36 829 A1 zeigt eine vorgefüllte Einmalspritze, die ebenfalls eine Fingerauflage besitzt. Die Patentschrift
DE 38 11 973 C1 offenbart eine Injektionsspritze mit einem als Fingerauflage benutzbaren integrierten Arretierring. Es hat sich herausgestellt, dass Manipulationen an Spritzen vorgenommen werden, nämlich dass die Fingerauflage entfernt und der Spritzenzylinder neu befüllt wird.
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Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Spritze zu schaffen, bei der Manipulationen für einen Verwender der Spritze erkennbar sind. Er hat damit die Möglichkeit, eine manipulierte Spritze zu verwerfen.
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Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Spritze vorgeschlagen, welche die in Anspruch 1 genannten Merkmale aufweist. Untersucht ein Benutzer die Spritze, kann er Manipulationen an der Fingerauflage erkennen und sicherheitshalber die Spritze verwerfen. Gefährdungen von Patienten werden auf diese Weise sicher vermieden.
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Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- 1 eine perspektivische Ansicht einer Spritze von schräg oben mit montierter Fingerauflage;
- 2 die in 1 dargestellte Spritze mit einer Fingerauflage unmittelbar vor deren Endmontage;
- 3 eine perspektivische Explosionsdarstellung einer Fingerauflage von unten;
- 4 eine perspektivische Explosionsdarstellung einer Fingerauflage von oben;
- 5 ein Verriegelungselement einer Fingerauflage in perspektivischer Ansicht und
- 6 eine perspektivische Ansicht einer Kolbenstange der Spritze gemäß den 1 und 2.
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Die in 1 dargestellte Spritze 1 weist einen Spritzenzylinder 3 und eine Fingerauflage 5 auf. Diese ist an dem dem Betrachter zugewandten Ende des Spritzenzylinders 3 befestigt. Sie weist eine zentrale Durchgangsöffnung 7 auf, die konzentrisch angeordnet ist zur Mittelachse 9 des Spritzenzylinders 3. In diesem ist ein hier nicht dargestellter, in Richtung der Mittelachse 9 verlagerbarer Kolben angeordnet, der mit einer konzentrisch zur Mittelachse 9 verlagerbaren Kolbenstange 11 verbunden ist. Diese durchdringt die Durchgangsöffnung 7. Da der Durchmesser der Kolbenstange 11 und der der Durchgangsöffnung 7 kleiner ist als der Innendurchmesser des Spritzenzylinders 3 und damit des Außendurchmessers des hier angeordneten Kolbens, kann die Kolbenstange 11 nur so weit aus dem Spritzenzylinder 3 herausgezogen werden, bis der Kolben an der Fingerauflage 5 anschlägt. Die Fingerauflage 5 wirkt damit als Kolbenbremse und verhindert, dass der Kolben aus dem Spritzenzylinder 3 herausgezogen wird, um die Spritze nach einer Verwendung neu zu füllen.
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Gemäß 1 ist die Fingerauflage 5 zweiteilig ausgebildet. Sie weist ein Abstützelement 13 auf, unter das in der Regel bei der Verwendung der Spritze 1 zwei Finger eines Benutzers greifen, während der Daumen des Benutzers auf einer Endplatte 15 der Kolbenstange aufliegt. Fingerauflagen und deren Verwendung sind bekannt, sodass hier nicht näher darauf eingegangen wird.
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Die Fingerauflage 5 weist außerdem ein Verriegelungselement 17 auf, das mit dem Abstützelement 13 unlösbar gekoppelt ist. Es ist also nicht möglich, das Verriegelungselement 17 aus der Fingerauflage 5 auszubauen, ohne dass dies für einen Benutzer erkennbar wäre. Manipulationen sind für diesen also stets erkennbar.
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Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel wird die Durchgangsöffnung 7 bereichsweise von dem Abstützelement 13 gebildet. Ein weiterer Teil der Durchgangsöffnung 7 wird durch eine entsprechende Ausnehmung im Verriegelungselement 17 realisiert. In zusammengebautem Zustand, der in 1 dargestellt ist, bildet also ein Bereich des Abstützelements 13 gemeinsam mit einem Bereich des Verriegelungselements 17 die Durchgangsöffnung 7, die von der Kolbenstange 11 durchgriffen wird.
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Das Abstützelement 13 weist eine randoffene Ausnehmung 19 auf, deren Rand einen Teil der Durchgangsöffnung 7 bildet und die ein Abschlussteil 21 des Verriegelungselements 17 aufnimmt.
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Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Ausnehmung 19 im Wesentlichen U-förmig ausgebildet, wobei zwei parallel zueinander verlaufende Begrenzungskanten 23 und 25 seitlich an dem Abschlussteil 21 anliegen und ein dazwischen liegender Bogen einen Teil der Durchgangsöffnung 7 bildet.
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Das Abschlussteil 21 ist komplementär ausgebildet: Es weist zwei Seitenkanten 27 und 29 auf, die parallel zu den Begrenzungskanten 23 und 25 verlaufen. Ein gebogener, zwischen den Seitenkanten 27, 29 liegender Bereich bildet gemeinsam mit dem U-förmigen Bereich der Ausnehmung 19 die Durchgangsöffnung 7.
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1 zeigt, dass das Abschlussteil 21 so auf die Größe der Ausnehmung 19 abgestimmt ist, dass dessen der Mittelachse 9 abgewandte Außenkante 31 sich nahtlos in die Außenkontur 33 der Fingerauflage 5 einfügt. Auch ist die Dicke des Abstützelements 13 auf die Dicke der Fingerauflage und der des Abstützelements 13 abgestimmt, sodass die Oberfläche 35 der Fingerauflage ohne Stufe in die Oberseite 37 des Abschlussteils 21 übergeht.
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Es sei hier noch darauf hingewiesen, dass der Spritzenzylinder 3 mit oder ohne einen Ansatz für eine Injektionsnadel ausgebildet sein kann. Die Ausgestaltung des Spritzenzylinders an dem der Fingerauflage gegenüberliegenden Ende ist also ohne Belang.
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2 zeigt die in 1 wiedergegebene Spritze 1 ebenfalls in perspektivischer Ansicht schräg von oben, allerdings ist hier das Verriegelungselement 17 noch nicht mit dem Abstützelement 13 der Fingerauflage 5 verbunden. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugsziffern versehen, sodass insofern auf die Beschreibung von 1 verwiesen wird, um Wiederholungen zu vermeiden.
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Aus 2 ist ersichtlich, dass das Verriegelungselement 17 einen Grundkörper 39 aufweist, der hier eine halbzylindrische Außenwand umfasst, an der das Abschlussteil 21 angebracht ist. Von dieser gehen außerdem hier im Wesentlichen parallel zueinander verlaufende Rastarme 41 und 43 aus, die auf ihren einander abgewandten Außenseiten mit Rastnasen 45 und 47 ausgestattet sind.
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Dadurch, dass das Verriegelungselement 17 in einem Abstand zum Abstützelement 13 der Fingerauflage 5 angeordnet ist, wird ersichtlich, dass an dem Ende des Spritzenzylinders 3, an dem die Fingerauflage 5 angebracht ist, von der Außenfläche 49 des Spritzenzylinders mindestens ein nach außen ragender Vorsprung 51 ausgeht, an dem die Fingerauflage 5 anbringbar ist. Der Vorsprung ist beispielsweise als durchgehender Ringflansch ausgebildet.
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3 gibt die Fingerauflage 5 in perspektivischer Ansicht und in Vergrößerung wieder. Hier wird die Unterseite der Fingerauflage 5 dargestellt. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugsziffern versehen, sodass insofern auf die vorangegangenen Figuren und deren Beschreibung verwiesen wird.
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Die Fingerauflage 5 ist zweiteilig ausgebildet und weist das Abstützelement 13 sowie das Verriegelungselement 17 auf. Diese sind hier in einem Abstand zueinander dargestellt. 3 gibt also eine Explosionsdarstellung der Fingerauflage 5 wieder.
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Die Unteransicht des Abstützelements 13 zeigt, dass dieses einen Verriegelungsansatz 53 umfasst, der über einen Befestigungssteg 55 mit der Unterseite des Abstützelements 13 verbunden und dadurch in einem Abstand zur Unterseite 57 angeordnet ist. Durch diesen Abstand wird ein Freiraum geschaffen, der den Vorsprung 51 des Spritzenzylinders 3 aufnehmen kann.
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Aus dieser Darstellung wird auch deutlich, dass auch das Abschlussteil 21 über einen Befestigungssteg 59 mit dem Grundkörper 39 verbunden ist, sodass auch hier ein Freiraum 61 zur Aufnahme des Vorsprungs 51 bleibt.
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Die vergrößerte Darstellung zeigt die U-förmige Ausnehmung 19 im Abstützelement 13. Deutlich ist hier der U-förmige Bereich 63 des Abstützelements 13 zu erkennen, der einen Teil der Durchgangsöffnung 7 bildet. Die Begrenzungskanten 23 und 25 weisen eine Führungseinrichtung 65 auf, die mit einer Führungseinrichtung 65' des Verriegelungselements 17 zusammenwirkt. Die Führungseinrichtungen 65, 65' weisen einerseits mindestens eine Nut und andererseits mindestens einen Vorsprung auf. Die Wirkung der Führungseinrichtungen ist unabhängig davon, ob die Nut an dem Abstützelement 13 oder am Verriegelungselement 17 vorgesehen ist.
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Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Begrenzungskante 25 der Ausnehmung 19 eine durchgehende Nut 67 auf. Entsprechend ist die gegenüberliegende Begrenzungskante 23 ebenfalls mit einer Nut 67' versehen.
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Die Führungseinrichtung 65' des Verriegelungselements 17 weist Vorsprünge auf, die mit den Nuten 67, 67' zusammenwirkt. Gemäß 3 ist die Seitenkante 29 mit mindestens einem Vorsprung, hier mit einem durchgehenden Vorsprung 68, versehen, der mit der entsprechenden Nut 67 der Führungseinrichtung 65 zusammenwirkt. Dabei wirkt die sichtbare Nut 67 mit dem Vorsprung 68 im Bereich der Seitenkante 29 zusammen. Der an der gegenüberliegenden Seitenkante 27 vorgesehene Vorsprung 68' wirkt mit der Nut 67' zusammen.
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Aus 3 sind im Übrigen die Rastarme 41 und 43 zu erkennen, die vom Grundkörper 39 des Verriegelungselements 17 ausgehen, ebenso die dort vorgesehenen Rastnasen 45 und 47, die nach au-ßen gerichtet sind.
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Der Verriegelungsansatz 53 des Abstützelements 13 weist Aufnahmelöcher 69 und 71 auf, in die die Rastarme 41 und 43 eingreifen. Am Verriegelungsansatz 53 sind den Aufnahmelöchern 69, 71 zugeordnete, einander gegenüberliegende Rastschultern vorgesehen, von denen hier die dem Betrachter zugewandte Rastschulter 73 sichtbar ist. Die Rastnasen 45 und 47 greifen hinter die Rastschultern 73, wenn das Verriegelungselement 17 mit dem Abstützelement 13 verrastet wird.
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Aus 3 wird deutlich, dass beim Zusammenklipsen der beiden Elemente der Fingerauflage 5, also des Abstützelements 13 und des Verriegelungselements 17, das Abschlussteil 21 in die Ausnehmung 19 eingeführt wird, wobei die Führungseinrichtungen 65, 65' zusammenwirken. Es greifen also die Vorsprünge 68, 68' an den Seitenkanten 27, 29 des Abschlussteils 21 in die Nuten 67, 67' an den Begrenzungskanten 23, 25 der Ausnehmung 19. Damit ergibt sich eine optimale Führung des Verriegelungselements 17 in dem Abstützelement 13 und eine vertikale Verrastung, die also in Richtung der Mittelachse 9 wirkt.
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Nach dem Zusammenfügen der beiden Elemente 13 und 17 der Fingerauflage 5 sind diese unlösbar miteinander verrastet, weil die Rastnasen 45, 47 nicht mehr nach innen verlagerbar sind und die Verriegelung an den Rastschultern 73 nicht mehr aufhebbar ist.
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Es wird hier noch darauf hingewiesen, dass die Dicke des Abschlussteils 21 so auf die Dicke des Abstützelements 13 abgestimmt ist, dass die Unterseite 57 des Abstützelements 13 ohne Absatz übergeht in die Unterseite des Abschlussteils 21.
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Insgesamt zeigt sich, dass nach dem verriegelnden Zusammenschieben von Abstützelement 13 und Verriegelungselement 17 diese beiden Elemente nicht mehr voneinander gelöst werden können. Dabei wird ein Auseinanderziehen der Elemente in eine Position, wie sie in 3 dargestellt ist, durch das Zusammenwirken der Rastnasen 45 und 47 mit den Rastschultern 73 des Verriegelungsansatzes 53 verhindert. Ein axiales Auseinanderreißen von Abstützelement 13 und Abschlussteil 21 in Richtung der Mittelachse 9 wird durch die Führungseinrichtungen 65, 65' verhindert.
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Insgesamt ergibt sich damit eine sichere Verriegelung der Elemente der Fingerauflage 5.
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In zusammengebauten Zustand ergeben sich durch die Befestigungsstege 55 und 59 zwischen der Unterseite 57 des Abstützelements 13 und dem Verriegelungsansatz 53 sowie dem Grundkörper 39 ein Freiraum, in dem der Vorsprung 51 des Spritzenzylinders 3 angeordnet ist. Damit ist eine Trennung zwischen Spritzenzylinder 3 und Fingerauflage 5 ausgeschlossen. Zumindest sind Manipulationen zum gewaltsamen Öffnen der Verriegelung zwischen Abstützelement 13 und Verriegelungselement 17 für einen Benutzer ohne weiteres erkennbar, sodass dieser dann die Spritze 1 verwerfen kann.
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4 zeigt die Fingerauflage 5 in demontiertem Zustand, also in Explosionsdarstellung, in perspektivischer Ansicht von schräg oben. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugsziffern versehen, sodass auf die Beschreibung zu den vorangegangenen Figuren verwiesen wird.
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Aus der Darstellung gemäß 4 wird ersichtlich, dass die Ausnehmung 19 in dem Abstützelement 13 komplementär ausgebildet ist zum Abschlussteil 21 des Verriegelungselements 17. Deutlich werden auch die Führungseinrichtungen 65, 65' am Abstützelement 13 und an dem Abschlussteil 21, nämlich die Nuten 67 und 67' im Bereich der Begrenzungskanten 23 und 25 sowie die entsprechenden Vorsprünge 68 und 68' im Bereich der Seitenkanten 27 und 29 des Abschlussteils 21.
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4 zeigt auch, dass im Bereich der Seitenkanten 25 und 27 Anschlagschultern 75 und 77 vorgesehen sind, die mit zwei Vorderbereichen 79 und 81 des Abschlussteils 21 zusammenwirken. Damit wird sichergestellt, dass das Abschlussteil 21 nicht zu tief in die Ausnehmung 19 eingeschoben werden kann, sodass dessen Außenkante 31 mit der Außenkontur 33 des Abstützelements 13 fluchtet und somit keine Ansatzflächen zur Demontage der Fingerauflage 5 gegeben werden. Außerdem wird verhindert, dass die zusammengeschobenen Elemente der Fingerauflage 5 die freie Beweglichkeit der Kolbenstange 11 behindern.
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Deutlich erkennbar ist auch hier der U-förmige Bereich 63 der Ausnehmung 19 und der entsprechend U-förmige Bereich 63' im Abschlussteil 21, die zusammen die Durchgangsöffnung 7 für die Kolbenstange 11 bilden.
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Schließlich zeigt 5 noch einmal das Verriegelungselement 17 in vergrößerter perspektivischer Ansicht. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugsziffern versehen, sodass auf die Beschreibung zu den vorangegangenen Figuren verwiesen wird.
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Deutlich erkennbar ist das Abschlussteil 21 mit den Seitenkanten 29 und 27 sowie einem Vorsprung 68 im Bereich der Seitenkante 29, der Teil der Führungseinrichtung 65' ist. Entsprechend ist auf der gegenüberliegenden Seite ein Vorsprung 68' im Bereich der Seitenkante 27 zu erkennen.
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Aus der vergrößerten Darstellung gemäß 5 wird besonders deutlich, dass der Grundkörper 39 über einen Befestigungssteg 59 mit dem Abschlussteil 21 verbunden ist, sodass ein Freiraum zwischen der Unterseite des Grundkörpers 39 und der diesem zugewandten Oberfläche des Abschlussteils 21 gebildet wird. In diesem Freiraum kommt der Vorsprung 51 des Spritzenzylinders 3 zu liegen.
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Bei der Darstellung gemäß 5 ist der U-förmige Bereich 63' des Abschlussteils 21 erkennbar, der in zusammengebautem Zustand der Fingerauflage 5 die Durchgangsöffnung 7 mit begrenzt. Auf den Betrachter zu sind die Rastarme 41 und 43 gerichtet, die die Rastnasen 45 und 47 aufweisen.
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6 zeigt in vergrößerter Perspektivdarstellung die Kolbenstange 11, die auch in den 1 und 2 ersichtlich ist. An dem aus dem Spritzenzylinder 3 herausragenden freien Ende ist die Endplatte 15 erkennbar, an dem gegenüberliegenden Ende eine Vorrichtung 83 zur Befestigung eines hier nicht dargestellten Kolbens, der mittels der Kolbenstange 11 im Inneren des Spritzenzylinders 3 in dessen axialer Richtung verschieblich ist. Die Vorrichtung weist hier ein Außengewinde 85 auf, das in ein Innengewinde des Kolbens eingreift und diesen an dem Ende der Kolbenstange 11 hält.
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Die Kolbenstange 11 weist einen Schaft 87 auf, der auf herkömmliche Weise hergestellt ist und beispielsweise - im Querschnitt gesehen - vier aufeinander senkrecht stehende Stege umfasst. Der Außendurchmesser des Schafts 87 ist so gewählt, dass dieser in der Durchgangsöffnung 7 der Fingerauflage 5 in Längsrichtung des Schafts verlagerbar ist.
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Oben wurde bereits ausgeführt, dass der Außendurchmesser des an der Kolbenstange 11 befestigten Kolbens so groß ist, dass dieser nicht durch die Durchgangsöffnung 7 hindurchtreten kann. Insofern ist sichergestellt, dass der Kolben nicht aus dem Spritzenzylinder 3 herausgezogen werden kann.
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Es ist aber grundsätzlich noch möglich, die Kolbenstange 11 von dem Kolben zu entfernen, insbesondere herauszuschrauben, und somit durch die Durchgangsöffnung 7 in das Innere des Spritzenzylinders 3 zu gelangen. Es sind damit grundsätzlich Manipulationen an der Spritze 1 möglich.
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Um ein Herausziehen der Kolbenstange 11 durch die Fingerauflage 5 zu verhindern, um also die Qualitätssicherung der Spritze 1 zu verbessern, ist bei dem hier dargestellten Kolben an dem im Innern des Spritzenzylinders 3 liegenden Ende mindestens ein Widerhaken vorgesehen. Bei dem in 6 wiedergegebenen Ausführungsbeispiel sind zwei diametral gegenüberliegende Widerhaken 89 und 89' vorgesehen, die gegenüber einer gedachten Mittel- oder Längsachse des Schafts 87 unter einem spitzen Winkel nach außen geneigt sind, also praktisch V-förmig in Richtung auf die Endplatte 15 auseinandergespreizt sind. Die Außenkanten 91 und 91' der Widerhaken ragen nach außen gegenüber der Umfangskontur des Schafts 87 vor und liegen damit auf einer gedachten Durchmesserlinie, die größer ist als der Außendurchmesser des Schafts 87 und insbesondere größer ist als der Innendurchmesser der Durchgangsöffnung 7.
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Die Widerhaken sind vorzugsweise federelastisch. Sie sind hier an einer Grundplatte 93 befestigt und können aus ihrer gegenüber der Umfangskontur des Schafts 87 nach außen abgespreizten Position federnd nach innen in Richtung auf eine gedachte Mittelachse des Schafts 87 gedrückt werden. Die Elastizität der Widerhaken 89, 89' ist so gewählt, dass die Kolbenstange 11 mit dem Widerhaken durch die Durchgangsöffnung 7 der Fingerauflage 5 gedrückt werden kann. Nach dem Durchtreten der Widerhaken 89, 89' durch die Durchgangsöffnung 7 federn diese nach außen, sodass deren Außenkanten 91, 91' so weit nach außen stehen, dass die Kolbenstange 11 nicht mehr durch die Durchgangsöffnung 7 hindurchgezogen werden kann.
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Aus 6 ist ersichtlich, dass die Widerhaken 89, 89' durch V-förmig von der Grundplatte 93 entspringende Arme realisiert sind. Diese können einen bogenförmigen Querschnitt aufweisen, um die Längsstabilität der Widerhaken 89, 89' zu erhöhen. Bei dieser Ausgestaltung entsprechen die Arme Wandabschnitten eines Konusses, der sich in Richtung auf die Endplatte 15 erweitert. Die Arme sind also nach außen gewölbt, also von außen gesehen konvex ausgebildet und von der gedachten Mittelachse der Kolbenstange 11 aus gesehen konkav. Diese Ausgestaltung erlaubt es, mit relativ dünnwandigen Armen Widerhaken 89, 89' zu realisieren, die eine sehr hohe Längsstabilität haben, damit nur mit sehr großer Kraft aus der Fingerauflage 5 herausgerissen werden können. Die hohe Stabilität der Widerhaken 89, 89' stellt sicher, dass ein Herausziehen der Kolbenstange 11 mit Sicherheit zu einer Beschädigung der Fingerauflage 5 führt und damit für einen Benutzer erkennbar ist.
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Denkbar ist es aber auch, starre Widerhaken vorzusehen, die Kolbenstange 11 in den Spritzenzylinder 3 einzuführen und dann erst die zweiteilige Fingerauflage 5 zu montieren. Die starren Widerhaken weisen eine Außenkontur auf, die über die des Schafts 87 so hinaussteht, dass sie nicht mehr durch die Durchgangsöffnung 7 der montierten Fingerauflage 5 hindurchtreten können. Auch in diesem Fall ist es unmöglich, die Kolbenstange durch die Fingerauflage 5 hindurchzuziehen, ohne diese zu beschädigen, was einem Benutzer dann auffallen würde.
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Die speziell ausgebildete Kolbenstange 11 erhöht also die Sicherheit der Spritze 1.
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Nach allem wird deutlich, dass die Fingerauflage 5 zweiteilig ausgebildet ist und ein Abstützelement 13 sowie ein Verriegelungselement 17 aufweist. Diese Elemente sind mit Hilfe einer Rasteinrichtung fest miteinander verbindbar, wobei an einem der beiden Elemente vorhandene Rastarme mit Rastnasen in das andere Element eingreifen und dort an Rastschultern sicheren Halt finden. Die Verriegelungsverbindung zwischen den beiden Elementen ist nicht mehr lösbar, zumindest nicht ohne die Fingerauflage 5 oder den Spritzenzylinder 3 so zu beeinträchtigen beziehungsweise zu beschädigen, dass ein Benutzer Manipulationen ohne weiteres erkennen und die Spritze 1 verwerfen kann.
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Die Fertigung der Fingerauflage 5 ist besonders einfach und sicher, weil ein Abschlussteil 21 beim Zusammenfügen der Rastverbindung in dem Abstützelement 13 geführt wird. Hierfür sind Führungseinrichtungen 65, 65' vorgesehen, die auch eine Verriegelungsfunktion übernehmen, sodass das Abschlussteil 21 nicht senkrecht aus dem Abstützelement 13 herausgedrückt werden kann; eine Verlagerung in Richtung der Mittelachse 9 der Spritze 1 wird also durch die Führungseinrichtungen 65, 65' verhindert.
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Es zeigt sich im Übrigen, dass die Fingerauflage 5 auf preiswerte Weise aus Kunststoff herstellbar ist, beispielsweise im Spritzgussverfahren. Dabei kann die Kunststoffart so gewählt werden, dass die Fingerauflage 5 nicht ohne erkennbare Beeinträchtigung des Spritzenzylinders 3 oder der Fingerauflage 5 entfernbar ist. Dabei kann auch Material gewählt werden, das gegen Substanzen resistent ist, die bei der Verwendung der Spritze 1 eingesetzt werden, unter anderem gegen Desinfektionsmittel.
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Die Ausgestaltung der Fingerauflage 5 kann in weitem Rahmen variiert werden. Insbesondere können Dicke und Kontur des Abstützelements 13 an verschiedene Einsatzfälle angepasst werden. Entsprechend wird dann das Verriegelungselement 17 ausgestaltet.
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Es ist auch ohne weiteres möglich, die Fingerauflage 5 an verschiedene Spritzenarten anzupassen, beispielsweise den Durchmesser der Durchgangsöffnung 7. Auch kann der Freiraum zur Aufnahme eines Vorsprungs 51 des Spritzenzylinders 3 an verschiedene Spritzentypen angepasst werden.
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Entscheidend ist, dass auf einfache Weise eine Fingerauflage 5 herstellbar ist, die Manipulationen an der als Kolbenbremse wirkenden Fingerauflage ohne weiteres erkennen lassen, sodass eine Originalitätssicherung realisiert ist.
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Auch die Kolbenstange 11 kann aus Kunststoff gefertigt und im Wege des Spritzgussverfahrens hergestellt sein. Damit lassen sich die Herstellungskosten auf ein Minimum reduzieren. Durch die Widerhaken 89, 89' ist auf einfache Weise gewährleistet, dass nach der Anbringung der Fingerauflage 5 an einem Spritzenzylinder 3 Manipulationen an der Spritze für einen Benutzer sicher erkennbar sind. Zum einen ist, wie oben erläutert, die Trennung der beiden Teile der Fingerauflage 5 nicht möglich, zum anderen kann die Kolbenstange 11 nicht aus der Fingerauflage 5 herausgezogen werden. Damit bleibt das Innere des Spritzenzylinders 3 unzugänglich. Es ist also nicht möglich, den Inhalt des Spritzenzylinders 3 beispielsweise durch Durchstechen des Kolbens zu manipulieren.