-
Die
Erfindung betrifft ein NPT-(Non-Punch-Through)-Halbleiterbauelement
in der Form eines MOSFETs oder eines IGBTs nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
-
Die
Entwicklung von Leistungshalbleiterbauelementen zielt auf die Reduzierung
elektrischer Verluste etwa durch Verkürzung des Tail-Stroms beim Abschalten
des Durchlassstroms oder auf die Minimierung der Durchlass-Spannung
sowie die Erhöhung
der Robustheit des Halbleiterbauelements ab.
-
Kommerziell
erhältliche
Bauelemente beruhen derzeit im Wesentlichen auf zwei unterschiedlichen
Bauelementkonzepten. Diese sind als PT(Punch-Through)- und NPT-Halbleiterbauelemente
bekannt und unterscheiden sich unter anderem in der Ausdehnung einer
Raumladungszone innerhalb einer Driftzone bei Sperrbetrieb sowie
der Effizienz einer Rückseitenemitterzone.
-
Ein
PT-IGBT (Punch Through-Insulated Gate Bipolar Transistor) weist
im Betrieb bei anliegender maximaler Sperrspannung eine sich über eine
gesamte Dicke einer Driftzone erstreckende Raumladungszone aus.
Ein elektrisches Feld verläuft
ausgehend von einer Bodyzone trapezförmig und fällt erst in einem an die Driftzone
angrenzenden hoch dotierten Puffergebiet, das vom selben Leitungstyp
wie die Driftzone ist, auf Null ab. Die Driftzone ist damit vollständig an
freien Ladungsträgern
verarmt. Aufgrund dieses Feldverlaufs kann die Driftzone dünn gehalten werden,
was zu einem geringen ohmschen Spannungsabfall im Durchlassbetrieb
und damit zu geringen Durchlass-Spannungen
führt.
Da das PT-Halbleiterbauelement im Allgemeinen eine hohe Effizienz der
Rückseitenemitterzone
aufweist, liegen im eingeschalteten Zustand hohe Konzentrationen
von Elektronen und Löchern
vor, die beim Ausschalten jedoch einen großen und lange andauernden Tail-Strom
mit sich bringen. Um die Rekombinationsphase dieser Überschussladungsträger zu beschleunigen
bzw. eine geringere Elektronen- und Löcherüberschusskonzentration vor
dem Ausschalten sicherzustellen, werden beispielsweise gezielt Rekombinationszentren
eingebracht, was jedoch andererseits wieder den Nachteil höherer Durchlassverluste
mit sich bringt.
-
Im
Gegensatz zum PT-Konzept weist ein NPT-Halbleiterbauelement im Allgemeinen
eine Rückseitenemitterzone
mit vergleichsweise schwacher Effizienz auf. Infolgedessen wird
die Driftzone im eingeschalteten Zustand weniger stark mit Überschussladungsträgern überschwemmt,
so dass die Ausschaltverluste reduziert werden können. Der Verlauf des elektrischen
Feldes im NPT-Halbleiterbauelement unterscheidet sich jedoch wesentlich
von demjenigen eines PT-Halbleiterbauelements. Im NPT-Halbleiterbauelement
verläuft
das elektrische Feld bei maximalem Sperrbetrieb dreieckförmig, so dass
das elektrische Feld der Raumladungszone innerhalb der Driftzone
auf null abfällt
und ein neutrales Driftzonengebiet zwischen dem Ende der Raumladungszone
und der Rückseitenemitterzone
innerhalb der Driftzone verbleibt. Aufgrund des vollständigen Feldabbaus
innerhalb der Driftzone weisen NPT-Halbleiterbauelemente Driftzonen
mit einer größeren Dicke
im Vergleich zu PT-Halbleiterbauelementen
auf. Dies bringt den Nachteil von höheren Durchlassverlusten mit
sich.
-
Ein
wesentliches Qualitätsmerkmal
eines NPT-Leistungshalbleiterbauelements stellt dessen dynamische
Robustheit dar. Hierbei sollen etwa das Überstromabschaltvermögen und
die Kurzschlussfestigkeit von NPT-IGBTs oder auch die Abschaltrobustheit
von NPT-Dioden verbessert werden. Insbesondere bietet das NPT-Konzept
im Vergleich zu Feldstop-Konzepten Vorteile beim sanften Abschalten,
d. h. bei Kommutierung reißt
der Strom in Rückwärtsrichtung
nicht scharf ab, sondern die ser läuft sanft aus und vermeidet
dadurch induzierte Spannungsspitzen und Oszillationen. Ein derartiges
Verhalten ist einerseits insbesondere bei hohen Nennströmen bzw.
hohen Streuinduktivitäten
bezogen auf den abzuschaltenden Strom wünschenswert. Andererseits bringt
dieser Vorteil jedoch höhere
Schaltverluste mit sich.
-
Zur
Verbesserung der dynamischen Robustheit von NPT-Halbleiterbauelementen
wie beispielsweise IGBTs oder Dioden werden in bekannter Weise abzuschaltende
Stromdichten bzw. Steilheiten beim Abschalten oder Abkommutieren
des Halbleiterbauelements begrenzt, was einerseits das Betriebsfenster des
Leistungsschalters einschränkt
und andererseits zur Erhöhung
der Schaltverluste beiträgt.
Zudem weisen insbesondere Hochvolt-NPT-IGBTs Nachteile hinsichtlich ihrer
Leckströme,
insbesondere von Warm-Leckströmen
auf, welche erheblich von Schwankungen der Dotierstoffkonzentration
des Grundmaterials sowie dessen Dicke abhängen. Um diesen Nachteilen
entgegenzuwirken und die Sperrströme auf einem tolerierbaren
Maß zu
halten, muss die Dicke der NPT-Halbleiterbauelemente überdimensioniert
werden, was wiederum zu erhöhten Durchlass-
sowie Schaltverlusten führt.
-
Im
Einzelnen ist ein gattungsgemäßes NPT-Halbleiterbauelement
der eingangs genannten Art aus der
US 6 384 431 B1 bekannt. Weiterhin ist aus
der
DE 43 26 052 A1 ein
IGBT bekannt, bei dem eine n
+-leitende Pufferschicht
bei Anliegen der statischen Durchbruchspannung sich auch außerhalb des
zentralen Driftzonengebiets erstreckt. Die statische Durchbruchspannung
ist dabei höher
als ca. 600 V.
-
Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein einfach herstellbares
NPT-Halbleiterbauelement mit verbesserter dynamischer Robustheit
anzugeben.
-
Die
Aufgabe wird bei einem NPT-Halbleiterbauelement der eingangs genannten
Art erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
dass die Driftzone eine räumlich
konstante Dotierstoffkonzentration hat, Bevorzugte Weiterentwicklungen
der Erfindung sind in den Patentansprüchen 2 bis 13 definiert.
-
Die
Kompensationszone dient dazu, beim Abschalten des NPT-Halbleiterbauelements
in diesem Bereich fließende
Ladungsträger
vom ersten Leitfähigkeitstyp,
insbesondere deren Ladung, wenigstens teilweise zu kompensieren.
Damit lassen sich stark erhöhte
Konzentrationen von Ladungsträgern
vom ersten Leitfähigkeitstyp
zumindest teilweise durch eine zur Rückseitenemitterzone (bzw. Rückseitenzone)
angehobene Dotierstoffkonzentration kompensieren, wodurch vom NPT-Halbleiterbauelementtyp
abhängige
unerwünschte
Auswirkungen wie reduzierte Sperrfähigkeit des NPT-Bauelements aufgrund
eines Felddurchgriffs zur Rückseitenemitterzone
und damit erhöhte
Injektion von der Rückseite
aus (dies gilt insbesondere für
einen IGBT) oder verstärkte
Neigung zu Stromfilamentierungen aufgrund von durch Feldspitzen
am Übergang
von der Driftzone zur Rückseitenemitterzone
hervorgerufenen zusätzlichen
Avalanche-Strömen
entgegengewirkt wird (dies gilt insbesondere für eine Diode, auf die sich
die vorliegende Erfindung aber nicht bezieht).
-
Die
Raumladungszone bildet sich bei Anliegen der maximalen Sperrspannung
innerhalb der weiteren Halbleiterzone und dem vom neutralen Driftzonengebiet
verschiedenen Teil der Driftzone aus. Innerhalb des neutralen Driftzonengebietes
ist das elektrische Feld bei Anliegen der maximalen Sperrspannung
zumindest annähernd
null. In der neutralen Zone verursachen lediglich Ladungsträger, die
z. B. durch Generation in den Hochfeldzonen entstehen, einen Bahnspannungsabfall
und somit ein elektrisches Feld. Die maximale Sperrspannung kennzeichnet
hier eine statische Durchbruchspannung.
-
Die
Driftzone kann beispielsweise als epitaktisch aufgebrachte Schicht
realisiert sein. Bei der Rückseitenemitterzone
kann es sich beispielsweise um ein vorzugsweise hochdotiertes Halbleitersubstrat
wie einen Halbleiterwafer, d. h. eine Halbleiterscheibe handeln.
Die weitere Halbleiterzone kann beispielsweise durch Implantation
von Dotierstoffelementen als Wannenzone innerhalb der vorhergehend erzeugten
Driftzone hergestellt werden. Ebenso ist es denkbar, die weitere
Halbleiterzone aus einem auf eine Oberfläche der Driftzone aufgebrachten
dotierten Glas, etwa einem Borsilikatglas zur Erzielung einer Leitfähigkeit
vom p-Typ oder einem Phosphorsilikatglas zur Erzielung einer Leitfähigkeit
vom n-Typ, durch Diffusion der Dotierstoffe aus dem Silikatglas
in die Driftzone mit einem Temperaturschritt auszubilden.
-
Zur
Erzeugung der Kompensationszone ist es beispielsweise möglich, die
Dotierstoffe der Kompensationszone zunächst vor Erzeugen der Driftzone in
das beispielsweise als Rückseitenemitterzone
dienende Halbleitersubstrat zu implantieren. Eine Diffusion dieser
Dotierstoffe in die Driftzone und damit das Ausbilden der Kompensationszone
kann beispielsweise thermisch bedingt beim Aufwachsen der Driftzone
oder auch durch einen oder mehrere weitere Temperaturschritte nach
dem Erzeugen der Driftzone erfolgen. Alternativ besteht der Halbleiterwafer
aus einem homogenen Substrat, in dessen vorderseitigem Bereich eine
Zellstruktur oder ein Anodengebiet erzeugt worden sind. Das Substrat
bildet die Driftzone und wird vor oder nach dem Einbringen der Dotierstoffe
der Kompensationszone vorzugsweise durch Ionenimplantation und/oder
Diffusion auf eine Zieldicke gedünnt.
Der rückseitige
Emitter wird hier ebenfalls vorzugsweise durch Ionenimplantation
mit einer nachfolgenden Temperung hergestellt. Ebenso ist es denkbar,
die Kompensationszone als einen ersten Teil der Driftzone auf das
Halbleitersubstrat epitaktisch aufzutragen und daraufhin den weiteren
Teil der Driftzone, in welchem sich beispiels weise die Raumladungszone
bei Sperrbetrieb ausbildet und der schwach dotiert ist, als weitere
Epitaxieschicht auf die Kompensationszone aufzubringen. Die Kompensationszone
kann aber auch durch eine rückseitige Ionenimplantation
in eine – bei
Bedarf vorher gedünnte – Halbleiterscheibe
in Verbindung mit einem Ausheilschritt bzw. Diffusionsschritt erzeugt
werden.
-
Der
erste Leitfähigkeitstyp
kann als n-Typ und der zweite Leitfähigkeitstyp kann als p-Typ
gewählt
sein. Ebenso ist es jedoch denkbar, den ersten Leitfähigkeitstyp
als p-Typ und den zweiten Leitfähigkeitstyp
als n-Typ auszubilden.
-
Die
Kompensationszone kann aber auch durch die n-dotierende Wirkung
einer oder mehrerer (d. h. insbesondere bei mehreren Implantationsenergien
durchgeführter)
Wasserstoff-Implantationen
in Verbindung mit einer Temperaturbehandlung, die im Temperaturbereich
zwischen 250°C
und 550°C über einige
10 Minuten bis mehrere Stunden durchgeführt wird, erzeugt werden.
-
Bei
einer bevorzugten Ausführungsform weist
die Kompensationszone als Dotierstoff Phosphor und/oder Selen auf.
In diesem Falle ist sowohl die Drift- als auch die Kompensationszone
als n-Typ ausgebildet.
-
In
vorteilhafter Weise weist die Kompensationszone eine Dicke im Bereich
von 1% bis 25% der Dicke der Driftzone auf. Da die Dicke der Driftzone ein
Maß für die Sperrfestigkeit
des NPT-Halbleiterbauelements darstellt, bietet eine Abstimmung
der Dicke der Kompensationszone in Relation zur Dicke der Driftzone
die Möglichkeit,
die teilweise Kompensation erhöhter
Ladungsträgerdichten
zur Rückseitenemitterzone
hin optimal auf die Sperrfestigkeit des NPT-Halbleiterbauelements
abzustimmen. Somit lässt
sich das sich zum Rückseitenemitter
hin beim Abschalten ausbildende elektrische Feld kontrollie ren.
Allgemein führt
eine Vergrößerung der
Dicke der Kompensationszone zu einer verstärkten Abschwächung des
elektrischen Feldes zur Rückseitenemitterzone
hin bzw. im Bereich der Rückseitenemitterzone.
-
Bevorzugt
nimmt die Dicke der Kompensationszone Werte im Bereich von 3 μm bis 20 μm an. Innerhalb
dieses Wertebereichs lässt
sich eine erhöhte Ladungsträgerkonzentration
zur Rückseitenemitterzone
hin in Hochvolt-NPT-Halbleiterbauelementen auf vorteilhafte Weise
kompensieren, um einem Felddurchgriff zur Rückseitenemitterzone hin bzw.
einer Feldspitze am Übergang
von der Driftzone zur Emitterzone entgegenzuwirken.
-
In
vorteilhafter Weise lässt
die Kompensationszone die statische Durchbruchsspannung des NPT-Halbleiterbauelements
konstant. Bei statischem Durchbruch wird die Driftzone von der weiteren
Halbleiterzone aus in Richtung zur Kompensationszone von freien
Ladungsträgern
ausgeräumt,
wodurch sich eine Raumladungszone ausbildet. Bei Einsatz des elektrischen
Durchbruchs hat sich die Raumladungszone jedoch noch nicht bis zur
Kompensationszone ausgedehnt, so dass die Dotierstoffkonzentration
innerhalb der Kompensationszone keinen Einfluss auf den Feldverlauf
im statischen Durchbruch und damit auch keinen Einfluss auf die
statische Durchbruchspannung selbst nimmt.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsform
ist das NPT-Halbleiterbauelement ein MOSFET, wobei die weitere Halbleiterzone
eine Bodyzone darstellt. Im Fall einer NPT-Diode, die nicht Gegenstand
der vorliegenden Erfindung ist, dient die Kompensationszone insbesondere
zur Abschwächung
oder Unterdrückung
von elektrischen Feldspitzen am Übergang zwischen
Driftzone und Rückseitenemitterzone.
Dadurch lässt
sich ein zusätzlicher
Avalanchestrom in diesem Bereich vermeiden. Dies führt zur
Verbesserung der dynamischen Robustheit der NPT-Diode, da ein so
genannter dynamischer Avalanche der dritten Art, bei welchem Avalanchegeneration
nicht nur am Übergang
zwischen Vorderseitenemitterzone und Driftzone, sondern auch am
gegenüberliegenden Übergang
der Driftzone zur Rückseitenemitterzone auftritt
und der eine Zerstörung
des Bauelements mit sich bringt, unterdrückt oder reduziert werden kann. Das
Bereitstellen der Kompensationszone wirkt ebenso der Ausbildung
von Stromfilamentierungen entgegen, welche sich bei der NPT-Diode
durch das sich an der Rückseitenemitterzone
aufbauende elektrische Feld insbesondere im Wechselspiel mit Feldmaxima
im Bereich der Vorderseitenemitterzone verstärkt ausbilden.
-
Die
Rückseitenemitterzone
vom ersten Leitfähigkeitstyp
stimmt dann mit dem Leitfähigkeitstyp der
Drift- bzw. Kompensationszone überein.
Das NPT-Halbleiterbauelement ist demnach beispielsweise als NPT-Diode,
etwa als p+/n–/n/n+-Diode
ausgebildet, wobei n repräsentativ
für die
Kompensationszone ist und n– einen schwach dotierten
Bereich der Driftzone darstellt.
-
Im
Falle einer NPT-Diode ist die maximale Dotierstoffkonzentration
in der Kompensationszone insbesondere kleiner als einige 1016 cm–3, besonders bevorzugt
kleiner als 1015 cm–3.
Mit einer derartigen maximalen Dotierstoffkonzentration lässt sich
im Falle einer p+/n–/n/n+-Diode die Ladung einer stark erhöhten Elektronenkonzentration
zur Rückseitenemitterzone
hin durch die im Vergleich zum schwach dotierten Bereich der Driftzone
angehobene Dotierstoffkonzentration der Kompensationszone zumindest teilweise
kompensieren. Ebenso wird berücksichtigt, dass
die Dotierstoffkonzentration in der Kompensationszone nicht zu hoch
gewählt
werden darf, da ansonsten dynamisch ein Maximum des elektrischen Feldes
nicht mehr am Übergang
zwischen Kompensationszone und Rückseitenemitterzone,
d. h. am n/n+-Übergang auftritt, sondern bereits
an einem hierzu vorgelagerten n–/n-Übergang
innerhalb der Driftzone, wodurch die Kompensationszone ihre Wirkung als
das elektri sche Feld unterdrückende
Zone nicht mehr voll entfalten kann, insbesondere wenn der Gradient
des elektrischen Feldes in der Kompensationszone zu hoch ist. Die
Dotierstoffkonzentration kann in der Kompensationszone näherungsweise konstant
sein, sollte aber vorzugsweise einen gewissen Gradienten aufweisen,
um über
einen breiten Bereich von Stromdichten wirksam zu sein.
-
Bei
einer Ausführungsform
ist das NPT-Halbleiterbauelement ein IGBT, wobei die weitere Halbleiterzone
eine Bodyzone ausbildet und die Rückseitenemitterzone vom zweiten
Leitfähigkeitstyp
ist. Die Kompensationszone in einem NPT-IGBT ermöglicht neben der teilweisen
Kompensation der Ladung von Überschussladungsträgern vom
ersten Leitfähigkeitstyp
vor der Rückseitenemitterzone
ebenso eine Verbesserung hinsichtlich des Warm-Sperrstroms, der insbesondere
bei Hochvolt-NPT-IGBTs
vergleichsweise hohe Werte annehmen kann, als auch eine Verbesserung
eines Prozessfensters hinsichtlich sowohl einer Grundmaterial-Dotierung
des beispielsweise als hochdotierte Siliziumscheibe ausgebildeten
Rückseitenemitters
als auch der Dicke der beispielsweise epitaktisch hergestellten
oder durch das Substratmaterial gebildeten Driftzone.
-
Die
Verbesserung dieses Prozessfensters durch die Kompensationszone
lässt sich
bei Betrachtung eines NPT-IGBTs verstehen, bei dem das Grundmaterial
und damit die Rückseitenemitterzone an
einer oberen Grenze einer Spezifikation der Dotierstoffkonzentration
und die Dicke der Epitaxieschicht bzw. die resultierende Substratdicke
und damit die Driftzone an einer unteren Grenze der Spezifikation
dieser Dicke liegen. In diesem Fall nähert sich das elektrische Feld
sehr nahe der Rückseitenemitterzone.
Ein im Falle einer Driftzone vom n-Leitfähigkeitstyp im Sperrbetrieb
generierter Elektronenstrom führt
aufgrund des kleineren neutralen Driftzonengebiets zu einer kleineren
neutralen Basisweite bzw. eines kleineren Transportfaktors und damit
zu einer stärkeren
Löcherinjekti on,
d. h. zu einem erhöhten
Sperrstrom. Mit zunehmenden Temperaturen tritt dieser Effekt aufgrund
der Zunahme der Trägerlebensdauer
von freien Ladungsträgern
und der intrinsischen Ladungsträgergeneration
besonders in der Raumladungszone verstärkt in Erscheinung. Die Kompensationszone
wirkt dieser Verringerung der neutralen Basisweite bzw. des Transportfaktors durch
ihre im Vergleich zur Driftzone größere maximale Dotierstoffkonzentration
entgegen.
-
Bei
einem als IGBT ausgebildeten NPT-Halbleiterbauelement nimmt die
maximale Dotierstoffkonzentration in der Kompensationszone vorzugsweise
Werte im Bereich von 1015 cm–3 bis
1017 cm–3 an.
Dadurch wird berücksichtigt,
dass die maximale Dotierstoffkonzentration innerhalb der Kompensationszone
nicht zu hoch wird, um eine Verschlechterung der Kurzschluss-Robustheit des IGBTs
zu vermeiden, da ein weiterer Felddurchgriff zur dynamischen Aufrechterhaltung
der Sperrfähigkeit
des NPT-Halbleiterbauelements erforderlich ist.
-
Weitere
Aspekte und Vorteile der Erfindung werden in der nachfolgenden Beschreibung
mit Bezug zu den begleitenden Abbildungen ersichtlich:
-
1 zeigt eine schematische Querschnittsansicht
eines herkömmlichen
planaren NPT-IGBTs;
-
2 zeigt eine schematische Querschnittsansicht
einer herkömmlichen
NPT-Diode;
-
3 zeigt
Verläufe
eines elektrischen Feldes sowie ein Überschussladungsträgerprofil
während
des Abschaltvorgangs eines herkömmlichen NPT-Halbleiterbauelements;
-
4 zeigt eine schematische Querschnittsansicht
eines NPT-IGBTs gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung;
-
5 zeigt eine schematische Querschnittsansicht
einer NPT-Diode; und
-
6 zeigt
Verläufe
des elektrischen Feldes sowie ein Überschussladungsträgerprofil
während des
Abschaltens eines erfindungsgemäßen NPT-Halbleiterbauelements.
-
In 1A)
ist ein Ausschnitt einer schematischen Querschnittsansicht eines
herkömmlichen NPT-IGBTs
mit planarem Zellenaufbau dargestellt. Alternativ kann der NPT-IGBT
auch Trench-Gates (d. h. Graben-Gates) aufweisen. Im Folgenden werden die
Bezeichnungen n–, n, n+ als
auch p–,
p, p+ zur Kennzeichnung einer schwachen,
moderaten und hohen Dotierstoffkonzentration vom n- bzw. p-Leitfähigkeitsfähigkeitstyp
verwendet. Die moderate Dotierstoffkonzentration kann etwa im Bereich
einige 1016 cm–3 bis
einige 1017 cm–3 liegen
oder auch in einem nach oben und unten um etwa eine Größenordnung
größeren Bereich.
Die schwache Dotierstoffkonzentration liegt unterhalb des Bereichs
der moderaten Dotierstoffkonzentration und die hohe Dotierstoffkonzentration
entsprechend oberhalb des Bereichs der moderaten Dotierstoffkonzentration.
-
Der
herkömmliche
NPT-IGBT weist eine an eine Oberfläche 1 eines Halbleiterkörpers 2 angrenzende
Bodyzone 3 vom p-Leitfähigkeitstyp
auf. Innerhalb der Bodyzone 3 sind hochdotierte Sourcezonen 4 vom
n-Leitfähigkeitstyp
ausgebildet. Sowohl die Sourcezonen 4 als auch die Bodyzone 3 sind
an eine metallische Kontakt- und Verdrahtungsebene 5 angeschlossen.
Gateelektrodenstrukturen 6 zur Steuerung einer Kanalleitfähigkeit
an der Oberfläche 1 sind vom
Halbleiterkörper 2 und
dem Bodygebiet 3 durch eine Gateisolationsstruktur 7 elekt risch
isoliert. Eine weitere Isolationsstruktur 8 isoliert die
Gateelektrodenstruktur 6 elektrisch gegenüber der
metallischen Kontakt- und Verdrahtungsebene 5.
-
Innerhalb
des Halbleiterkörpers 2 grenzt
die Bodyzone 3 an eine schwach dotierte Driftzone 9 vom
n-Leitfähigkeitstyp
an. Die Driftzone 9 grenzt nun ihrerseits an der zur Oberfläche 1 gegenüberliegenden
Seite an eine Rückseitenemitterzone 10 vom p-Leitfähigkeitstyp
an.
-
Der
Verlauf des elektrischen Feldes E dieses herkömmlichen NPT-IGBTs bei Einsatz
eines statischen Durchbruchs ist mit Bezug zur Querschnittsansicht
rechts derselbigen skizziert. Aufgetragen ist das elektrische Feld
E über
einer Tiefe z des Bauelements. Eine Raumladungszone RLZ baut sich
in der Bodyzone 3 und der Driftzone 9 auf. Ein
Maximum der elektrischen Feldstärke
E liegt am Übergang
dieser beiden Gebiete. Das elektrische Feld E fällt nun einerseits innerhalb
der Bodyzone 3 auf null ab, andererseits jedoch auch innerhalb
der Driftzone 9. Die Raumladungszone dieses NPT-Halbleiterbauelements
erstreckt sich demnach nicht vollständig durch die Driftzone 9 hindurch,
weshalb dieses Bauelement definitionsgemäß als Non-Punch-Through-Bauelement
bezeichnet wird.
-
Einen
schematischen Überblick über das Profil
einer Dotierstoffkonzentration N entlang einer Schnittlinie A-A' in der Querschnittsansicht
des NPT-IGBTs in 1A) ist vereinfacht in 1B)
dargestellt. Ausgehend vom Punkt A der Schnittlinie A-A' fällt die
Dotierstoffkonzentration der Bodyzone 3 mit zunehmender
Tiefe in den Halbleiterkörper 2 ab.
Derartige nicht rechteckförmige,
sondern kontinuierlich ansteigende oder abfallende Konzentrationsverläufe ergeben
sich naturgemäß durch
den Herstellungsprozess derartiger Halbleiterzonen, etwa bei thermisch
bedingter Diffusion von Dotierstoffatomen. Die Bodyzone 3 geht
mit zunehmender Tiefe z in die Driftzone 9 mit konstanter
Dotierstoffkonzentration über. Die
Driftzone 9 ist beispielsweise als schwach dotierte Epitaxieschicht
oder als Halbleiter-Substratmaterial mit niedriger Dotierstoffkonzentration
ausgebildet und dient dem NPT-Halbleiterbauelement
zur Aufnahme von Sperrspannung. Die Driftzone ist demnach als schwach
dotierter Bereich 13 ausgebildet. Mit weiter zunehmender
Tiefe z grenzt die schwach dotierte Driftzone 9 an die
Rückseitenemitterzone 10 an,
die ein mit noch weiter zunehmender Tiefe z bis zu einer maximalen
Dotierstoffkonzentration ansteigendes Dotierstoffprofil aufweist.
Die Rückseitenemitterzone 10 kann
beispielsweise als dotierte Halbleiterscheibe bereitgestellt werden,
auf welche die Driftzone 9 epitaktisch abgeschieden wird
oder durch Einbringen von Dotierstoffatomen beispielsweise mittels
Ionenimplantation erzeugt wird. Das dargestellte Dotierstoffprofil
der Rückseitenemitterzone 10 ergibt sich
durch thermisch bedingte Diffusion von Dotierstoffen aus der Rückseitenemitterzone 10 in
die Driftzone 9 hinein bzw. durch die Ionenimplantation
und die nachfolgenden Temperaturschritte.
-
In 2A)
ist ein Ausschnitt einer schematischen Querschnittsansicht einer
herkömmlichen NPT-Diode
gezeigt. An die Oberfläche 1 des
Halbleiterkörpers 2 grenzt
eine Vorderseitenemitterzone bzw. Anode 11 vom p-Leitfähigkeitstyp
an. Die Vorderseitenemitterzone 11 ist mit der metallischen
Kontakt- und Verdrahtungsebene 5 elektrisch
verbunden. In die Tiefe des Halbleiterbauelements grenzt die Vorderseitenemitterzone 11 an
die schwach dotierte Driftzone 9 an, die ihrerseits auf
der der Oberfläche 1 gegenüberliegenden
Seite an die Rückseitenemitterzone 10 vom
n-Leitfähigkeitstyp
angrenzt. Der Verlauf des elektrischen Feldes dieses NPT-Halbleiterbauelements
bei Einsatz des statischen Durchbruchs ist rechts neben der Querschnittsansicht
schematisch mit Bezug zum Profil der NPT-Diode dargestellt. Wie schon beim bekannten
NPT-IGBT aus 1 wird die schwach dotierte
Driftzone 9 nicht vollständig an freien Ladungsträgern verarmt,
d. h. die Raumladungszone RLZ dehnt sich nicht vollständig durch
die Driftzone 9 bis zur Rückseitenemitterzone 10 aus. Somit
weist die NPT-Diode wie auch der in 1 dargestellte
NPT-IGBT keine im Vergleich zur schwach dotierten Driftzone 9 hoch
dotierte Feldstopzone auf, wie dies bei PT-Bauelementen üblich ist.
-
In 2B)
ist ein Dotierstoffkonzentrationsprofil entlang der Schnittlinie
A-A' der Querschnittsansicht
aus 2A) schematisch gezeigt. Wie schon im Zusammenhang
mit der Querschnittsansicht in 1 erläutert, rührt das
Dotierstoffkonzentrationsprofil der Rückseitenemitterzone 10 und
ebenso dasjenige der Vorderseitenemitterzone 11 von thermisch bedingter
Diffusion entsprechender Dotierstoffatome her, beispielsweise von
in den Halbleiterkörper 2 implantierten
Dotierstoffen der Vorderseitenemitterzone 11 oder von Dotierstoffen
einer als dotierte Halbleiterscheibe oder durch Ionenimplantation
bereitgestellten Rückseitenemitterzone 10.
-
In 3 sind
schematische Verläufe
des elektrischen Feldes E entlang von in den 1 und 2 gezeigten Schnittlinien B-B' eines sich im Abschaltvorgang
befindenden NPT-Halbleiterbauelements bei
verschiedenen y-Koordinaten y1 und y2 gezeigt. Die Koordinaten y1
und y2 sind beispielhaft gewählt und
dienen lediglich der Erläuterung
verschiedener Feldverläufe
in die Tiefe z in Abhängigkeit
vom Ort y. Dargestellt ist lediglich der Feldverlauf innerhalb der Driftzone 9.
Das Ausräumen
der Raumladungszone bei der y-Koordinate y1 ist so weit vorangeschritten, dass
sich eine Überschussladungsträgeransammlung
von Elektronen und Löchern,
ein sog. Elektron-Loch-Plasma 12 lediglich noch lokal vor
der Rückseitenemitterzone 10 (nicht
dargestellt) befindet. Bei dem Elektron-Loch-Plasma 12 handelt
es sich um verbliebene Überschussladungsträger aus dem
Durchlassbetrieb des NPT-Halbleiterbauelements.
Bei der y-Koordinate y2 ist diese Überschussladungsträgeransammlung
bereits ausgeräumt.
Ursächlich
für die
von der y-Koordinate abhängige
Feldverteilung können
beispielsweise Inhomogenitäten innerhalb
des Bauelements sein. Ohne Inhomogenitäten lässt sich eine Feldverteilung
wie bei y2 auch homogen am Bauelement durch eine entsprechend hohe
Stromdichte und hohe Spannung beim Schaltvorgang bewerkstelligen.
Da am Halbleiterbauelement an den Koordinaten y1 und y2 dieselbe
Spannung zwischen Vorder- und Rückseite
anliegt sind die Flächen
unter den zugehörigen
Verläufen
des elektrischen Feldes E jedoch gleich. Da bei der Koordinate y2
mit bereits abgebautem Elektron-Loch-Plasma 12 jedoch zur
Vorderseite (in Richtung der Oberfläche 1) hin eine im
Vergleich zur Koordinate y1 höhere
elektrische Feldstärke
vorliegt, ist in diesem Bereich mit dynamischem Avalanche, d. h.
Ladungsträgergeneration
zu rechnen. Nachteilig wirkt sich aus, dass an eben dieser Koordinate
y2 das elektrische Feld nahe zur Rückseitenemitterzone 10 reicht.
Eine zur Rückseitenemitterzone 10 zugehörige neutrale
Basisweite w1, die durch die Weite eines neutralen Driftzonengebiets
gegeben ist, ist demnach gering, was bei IGBTs zu einer hohen Rückseitenemittereffizienz
führt. Injiziert
die Rückseitenemitterzone 10 des
IGBTs aufgrund der an der Vorderseite durch Avalanchegeneration
erzeugten und über
die Rückseitenemitterzone abfließenden Elektronen
verstärkt
Löcher,
so erzeugen diese Löcher
wiederum an der Vorderseite weitere Elektronen und dieser wechselseitige
Prozess kann eine schädliche
Stromfilamentierung mit sich bringen, worunter die dynamische Robustheit
des Bauelements leidet.
-
In 4A)
ist ein Auschnitt einer schematischen Querschnittsansicht eines
NPT-IGBTs als Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen NPT-Halbleiterbauelements
dargestellt. Das Halbleiterbauelement in 4A) weist
mit dem in 1 gezeigten NPT-IGBT durch
gemeinsame Referenzzeichen gekennzeichnete Bereiche wie etwa die
Bodyzone 3 oder die Gateelektrodenstruktur 6 auf.
Im Gegensatz zum bekannten NPT-IGBT aus 1 geht
die Rückseitenemitterzone 10 jedoch
nicht direkt in den schwach dotierten Bereich 13 der Driftzone 9 über, sondern
diese grenzt an eine in einem neutralen Driftzonengebiet 14 ausgebildete
Kompensationszone 15 an. Die Kompensationszone 15 ist
vom selben Leitfähigkeitstyp
wie der schwach dotierte Bereich 13, jedoch vergleichsweise
höher dotiert.
Die Driftzone 9 weist somit im Gegensatz zu einem herkömmlichen
NPT-IGBT zur Rückseitenemitterzone 10 hin eine
Kompensationszone 15 auf. Im rechts zur Querschnittsansicht
schematisch dargestellten Verlauf des elektrischen Feldes bei Einsatz
des statischen Durchbruchs fällt
das elektrische Feld innerhalb des schwach dotierten Bereichs 13 der
Driftzone 9 auf null ab. Von der Tiefe des auf null abgefallenen
elektrischen Feldes bis zur Rückseitenemitterzone 10 hin erstreckt
sich das neutrale Driftzonengebiet 14, innerhalb dem die
Kompensationszone 15 liegt.
-
In 4B)
ist schematisch ein Dotierstoffkonzentrationsprofil entlang der
in der Querschnittsansicht in 4A) verlaufenden
Schnittlinie A-A' gezeigt.
Zu erkennen ist die zwischen dem schwach dotierten Bereich 13 der
Driftzone 9 und der Rückseitenemitterzone 10 gelegene
Kompensationszone 15.
-
In 5A)
ist ein Ausschnitt einer schematischen Querschnittsansicht einer
nicht zur Erfindung gehörenden
NPT-Diode dargestellt.
Die NPT-Diode in 5A) weist mit der in 2A)
gezeigten NPT-Diode durch gemeinsame Referenzzeichen gekennzeichnete
Bereiche wie etwa die Vorderseitenzone 11 auf. Im Gegensatz
zur NPT-Diode aus 2A) geht die Rückseitenemitterzone 10 jedoch nicht
direkt in den schwach dotierten Bereich 13 der Driftzone 9 über, sondern
diese grenzt wie auch bei der ersten Ausführungsform des NPT-IGBTs in 4A)
an eine in einem neutralen Driftzonengebiet 14 ausgebildete
Kompensationszone 15 an. Hinsichtlich des rechts zur Querschnittsansicht
skizzierten Verlaufs des elektrischen Feldes E als auch des Dotierstoffkonzentrationsverlaufs
in 5B) wird auf die Beschreibung der 4A)
und 4B) weiter oben verwiesen.
-
Die
Kompensationszonen 15 der Bauelemente der 4 und 5 dienen zur Lösung einer selben Aufgabe,
nämlich
der Erhöhung
der dynamischen Robustheit des Bauelements durch Abschwächung eines
Felddurchgriffs beim Abschalten des NPT-Bauelements und damit beim
IGBT zur Abschwächung
der Effizienz der Rückseitenemitterzone und
bei der Diode insbesondere zu einem weicheren Abschalten und zur
Vermeidung bzw. Reduzierung von Feldstärkespitzen im Bereich des rückseitigen Emitters.
Die Kompensationszonen können
sich jedoch beispielsweise hinsichtlich maximaler Dotierstoffkonzentration,
Dotierstoffelement und Dicke abhängig
vom gewählten
NPT-Bauelementtyp, etwa NPT-Diode oder NPT-IGBT, unterscheiden.
-
Zur
Erläuterung
der durch die Kompensationszone 15 der NPT-Bauelemente der 4 und 5 erzielbaren
Vorteile gegenüber
herkömmlichen
in 1A) und 2B) gezeigten
NPT-Bauelementen wird
die 6 in Zusammenhang mit der 3 und deren
Figurenbeschreibung betrachtet. Ebenso wie in 3 sind
in 6 schematische Verläufe des elektrischen Feldes
entlang der Schnittlinen B-B' der im
Abschaltvorgang betriebenen und in 3 und 4 gezeigten NPT-Halbleiterbauelemente beispielhaft bei
verschiedenen y-Koordinaten
y1 und y2 gezeigt. Der Einfluss der Kompensationszone 15 auf
die Bauelementeigenschaften beim Abschaltvorgang wird insbesondere
bei Betrachtung des Tiefenprofils des elektrischen Feldes bei der
y-Koordinate y2 ersichtlich. Das elektrische Feld dehnt sich im
NPT-Halbleiterbauelement mit Kompensationszone 15 nicht
so stark in die Driftzone 9 hinein aus wie dies beim Feldverlauf
eines herkömmlichen
NPT-Bauelements
in 3 der Fall ist. Mit anderen Worten weist ein NPT-Halbleiterbauelement
mit Kompensationszone eine größere neutrale
Basisweite w2 auf im Vergleich zur neutralen Basisweite w1 eines
herkömmlichen NPT-Bauelements
unter Annahme eines zur Koordinate y2 zugehörigen Abschaltzustandes. Dies
rührt daher,
dass die Kompensationszone 15 mit ihrer durch ionisierte
Dotierstoffatome hervorgerufenen Ladung zu einer stärkeren Abschwächung des
elektrischen Feldes führt
als dies der schwach dotierte Bereich 13 der Driftzone 9 vermag.
Eine größere neutrale
Basisweite führt
jedoch bei IGBTs zu einer Reduzierung der Emittereffizienz der Rückseitenemitterzone 10,
so dass ein auf der Vorderseite generierter Elektronenstrom bei
Abfluss über
die Rückseitenemitterzone 10 eine
geringere Löcherinjektion
mit sich bringt. Eine geringere Löcherinjektion von IGBTs über die
Rückseitenemitterzone 10 führt jedoch
ihrerseits zu einer geringeren Avalanchegeneration beim Maximalwert
des elektrischen Feldes an der Vorderseite. Damit kann mit Hilfe
der Kompensationszone 15 einer schädigenden Stromfilamentierung
entgegengewirkt werden, und es kann eine verbesserte dynamische
Robustheit erzielt werden.
-
Insbesondere
die bei hohen Stromdichten während
des Abschaltens bei Dioden am Kathodenemitter auftretenden Feldspitzen
können
bei geeigneter Dotierung und hinreichend vertikaler Ausdehnung der
Kompensationszone sehr effektiv reduziert werden, indem die sich
im Übergangsbereich
zwischen der Driftzone und dem n+-dotierten
Kathodenemitter ausbildende Raumladungszone gezielt aufgeweitet wird.
Die Dotierung der Kompensationszone sollte dabei (bei hohen Dotierungsgradienten
vom Kathodenemitter weg zumindest lokal) im Bereich der Elektronenkonzentration
liegen.
-
- 1
- Oberfläche
- 2
- Halbleiterkörper
- 3
- Bodyzone
- 4
- Sourcezone
- 5
- metallische
Kontakt- und Verdrahtungsebene
- 6
- Gateelektrodenstruktur
- 7
- Gateisolationsstruktur
- 8
- weitere
Isolationsstruktur
- 9
- Driftzone
- 10
- Rückseitenemitterzone
- 11
- Vorderseitenemitterzone
bzw. Anode
- 12
- Elektron-Loch-Plasma
- 13
- schwach
dotierter Bereich der Driftzone
- 14
- neutrales
Driftzonengebiet
- 15
- Kompensationszone
- E
- elektrisches
Feld
- n
= p
- übereinstimmende
Elektronen- und Löcherkonzentration
in einem Elektron-Loch-Plasma
- N
- Dotierstoffkonzentration
- RLZ
- Raumladungszone
- w1,
w2
- für Effizienz
der Rückseitenemitterzone maßgebliche
neutrale Basisweite