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Die
Erfindung betrifft einen Injektor, insbesondere einen Kraftstoffinjektor,
mit steuerbarem Einspritzdruck zum Einspritzen von Kraftstoff in
einen Brennraum eines Verbrennungsmotors. Ferner betrifft die Erfindung
ein Verfahren zum Steuern eines entsprechenden Injektors.
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Für eine gute
Aufbereitung eines Kraftstoff-Luft-Gemischs für einen Verbrennungsmotor muss
der Kraftstoff, je nach Verbrennungsverfahren, mit einem Druck bis über 2.000bar
in einen Brennraum eines Motors eingespritzt und dabei mit der größtmöglichen
Genauigkeit je Einzeleinspritzung (Vor-, Haupt- und Nacheinspritzungen)
innerhalb eines Einspritzzyklus dosiert werden. Um einen Kompromiss
zwischen geringem Kraftstoffverbrauch und der Einhaltung gesetzlicher
Grenzwerte für
Emissionen (Abgase und Geräuschentwicklung
des Motors) zu realisieren, ist es notwendig, den Einspritzvorgang präzise zu
steuern. Hierbei sind wesentliche Parameter der jeweilige Einspritzbeginn,
die jeweilige Einspritzdauer, das jeweilige Einspritzende und ein
dynamisches Verhalten einer Düsennadel
des Injektors bei Beginn und bei Ende einer Einspritzung. Da hierfür teilweise
sehr hohe Kraftstoffdrücke
notwendig sind, bestehen hohe Anforderungen an ein dynamisches Verhalten
der Injektoren.
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Für Dieselmotoren
mit Direkteinspritzung sind insbesondere eine Einspritzverlaufsformung
und hohe Einspritzdrücke
für die
Optimierung der Emissionen erforderlich. Pro Verbrennung wird ein
Einspritzzyklus mit mehreren aufeinander folgenden Einspritzungen
gewünscht,
die jede für
sich einen unterschiedlichen Einspritzdruck aufweisen soll. Um die zukünftigen
Euro-5-Richtlinien (und darauffolgende) für Emissionen zu erfüllen, muss
ein piezobetätigter Pumpe-Düse-Injektor
mit einspritzsynchroner Druckerzeugung innerhalb eines Zyklus (Arbeitstakt
eines Vier-Takt-Motors) sieben getrennte Einspritzungen mit variablen
Düsenöffnungsdrücken darstellen können. Hierbei
soll der Einspritzdruck für
Kleinstmengen niedrig und für
große
Mengen hoch sein, um eine gute Zerstäubung bei kurzer Einspritzdauer
zu realisieren.
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Aus
der
DE 103 33 573
B3 ist ein piezoelektrisch betätigter Common-Rail-Injektor
mit direkt gesteuerter Düsennadel,
also ohne Steuerkammer und Servoventil, bekannt. Hierbei wirken
zwei Endflächen eines
mit einem Piezoaktor verbundenen Kolbens über zwei zu diesen Flächen zugehörigen Übersetzerräumen auf
wiederum zwei Kolbenendflächen
in zwei anderen Übersetzerräumen, wobei
letztere Kolbenendflächen
einem Kolben zugehörig
sind, der fest mit der Düsennadel
des Injektors verbunden ist. Jeweils zwei korrespondierende Übersetzerräume sind dabei über Fluidleitungen
parallel geschaltet. Über eine
Dimensionierung der jeweiligen Kolbenendflächen ist eine Dynamik der Düsennadelbewegung einstellbar.
Durch einen vergleichsweise kleinen Durchmesser des düsenseitigen
Kolbens erhält
man einen schnellen, und durch einen vergleichsweise großen Durchmesser
dieses Kolbens erhält
man einen langsameren Common-Rail-Injektor.
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Hierdurch
ist die Dynamik der Bewegung der Düsennadel von vornherein fest
eingestellt und kann nur noch über
eine Raildruckanpassung bzw. eine Ansteuerung (Hub) des Piezoaktors
beeinflusst werden. Darüber
hinaus können
Common-Rail-Injektoren
den Einspritzdruck während
eines Einspritzzyklus nicht verändern.
Der Einspritzdruck kann über eine
Raildruckanpassung nur von Einspritzzyklus zu Einspritzzyklus erfolgen,
wodurch sich große Schwierigkeiten
bei den einzuspritzenden Klein- und Kleinstmengen ergeben.
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Es
ist eine Aufgabe der Erfindung einen verbesserten Injektor, insbesondere
einen verbesserten Kraftstoffinjektor, zur Verfügung zu stellen. Insbesondere
soll der Injektor je Ein spritzzyklus einen unterschiedlichen Einspritzdruck
für Teileinspritzungen
innerhalb eines Einspritzzyklus realisieren können. Ferner soll der Injektor
innerhalb eines Einspritzzyklus sieben oder mehr getrennte Einspritzungen
mit bevorzugt variablen Düsenöffnungsdrücken darstellen.
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Die
Erfindung wird mittels eines Injektors mit steuerbarem Einspritzdruck
gelöst,
wobei ein den Injektor steuerndes Steuerventil zwei Ventilglieder – ein Hauptventilglied
und ein Steuerventilglied – aufweist. Die
beiden Ventilglieder sind gemeinsam von einer einzigen Aktoreinheit
des Injektors betätigbar
und nacheinander in ihre jeweiligen Schließpositionen bringbar. Das Hauptventilglied öffnet oder
schließt
einen Fluidkanal zwischen einem Zulaufbereich des Injektors und
einem stromabwärtigen
Hochdruckbereich, wohingegen das Steuerventilglied eine Fluidkommunikation
dieses Hochdruckbereichs mit einer Steuerkammer des Injektors ermöglicht oder
unterbindet. Der Druck in der Steuerkammer wirkt mittel- oder unmittelbar
auf eine Düsennadel
des Injektors, an welcher an einem brennraumseitigen Ende Fluidhochdruck
herrscht. Die Steuerkammer ist über
eine Ablaufbohrung mit definiertem Durchmesser bzw. eine Fluiddrossel
mit einem Niederdruckbereich des Injektors fluidisch verbunden.
Ferner kann der Zulauf zur Steuerkammer ebenfalls einen definierten
Durchmesser bzw. eine Fluiddrossel aufweisen; dies kann zusätzlich oder
alternativ auch über
einen Hub des Steuerventilglieds realisiert sein.
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Insbesondere
bei einem Pumpe-Düse-Injektor
mit erfindungsgemäßem Steuerventil
unterbindet das Hauptventilglied eine Fluidkommunikation zwischen
dem Zulaufbereich, z. B. einem stromabwärtigen Bereich einer Förderpumpe,
und einem Plungerraum des Injektors. Bei geöffnetem Steuerventilglied ist
dieser Plungerraum mit der Steuerkammer in ungedrosselter Fluidverbindung,
wodurch im Plungerraum und der Steuerkammer derselbe Fluiddruck herrscht.
Alternativ kann diese Fluidverbindung auch gedrosselt sein (siehe
oben). Bei geschlossenem Steuer ventilglied ist die Steuerkammer
nicht mehr mit dem Plungerraum in Fluidverbindung, wodurch sich
die Steuerkammer durch deren Ablaufbohrung hindurch entleert und
somit der Druck in Schließrichtung
auf die Düsennadel
abnimmt. Die Düsennadel öffnet sich
aufgrund des an ihr brennraumseitig anstehenden Einspritzdrucks
und Kraftstoff wird eingespritzt.
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Erfindungsgemäß erhält man einen
Injektor, dessen Einspritzdrücke
je Einzeleinspritzung innerhalb eines Einspritzzyklus steuer- und/oder
wählbar sind.
Bei geschlossenem Hauptventilglied und offenem Steuerventilglied
muss das Steuerventilglied lediglich zu einem Zeitpunkt geschlossen
werden, an welchem an der Düsennadel
ein entsprechender Druck herrscht, der darauffolgend zum gewünschten Einspritzdruck
führt.
Durch ein zeitweiliges Öffnen des
Hauptventilglieds bzw. Schließen
des Hauptventilglieds zu einem bestimmten Zeitpunkt kann ein gewünschter
Druck zu einem gewünschten
Zeitpunkt am brennraumseitigen Ende der Düsennadel eingestellt werden.
Diese entsprechenden Werte sind empirisch gut ermittelbar und werden
in entsprechenden Kennfeldern abgespeichert, sodass der Betrieb
des Injektors wie gewünscht
erfolgen kann. Ähnliches
gilt bei einem offenen Hauptventilglied, hier wird zuerst das Hauptventilglied
geschlossen und darauffolgend findet dann das Schließen des
Steuerventilglieds statt.
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Das
Schließen
des Hauptventilglieds bestimmt den Druckaufbau im Plungerraum/Hochdruckbereich
des Injektors maßgeblich,
sodass ein Öffnen/Schließen des
Hauptventilglieds zu einem bestimmten Zeitpunkt, zeitlich danach
zu einem gewünschten,
u. a. vom Kurbelwellenwinkel abhängigen,
Einspritzdruck führt.
Dies gilt auch für
das Steuerventilglied, nur in geringerem Maße. Ferner ist hierfür eine Position
eines Plungers des Injektors sowie dessen Geschwindigkeit wichtig.
Dies ist bei der Ansteuerung des erfindungsgemäßen Steuerventils zu beachten.
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Dadurch,
dass die beiden Ventilglieder des Steuerventils von einem Piezoaktor
aufeinander folgend in ihre jeweilige Schließposition bringbar sind, lässt sich
eine Siebenfach-Einspritzung
innerhalb eines Einspritzzyklus realisieren. Durch die erfindungsgemäße Doppelventilausführung des
Steuerventils lässt
sich ein einspritzsynchroner Druckaufbau bei einem Pumpe-Düse-Injektor
gut realisieren, was zusätzlich
eine Verlustleistung des Injektors aufgrund Leckage reduziert. Die
erfindungsgemäße Doppelventilausführung ermöglicht eine
vielseitige Einspritzverlaufsformung mit unterschiedlichen Einspritzdrücken mit
nur einem einzigen Piezoaktor.
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Ferner
ermöglicht
der erfindungsgemäße Injektor
mit direkt gesteuerter Düsennadel
ein schnelles Öffnen
und ein schnelles Schließen
der Düsennadel,
wodurch sich kontrollierbare Kleinstmengen und ein schnelles Einspritzende
realisieren lassen, was für
die Abgasemissionen von Vorteil ist. Das erfindungsgemäße Steuerventil
benötigt
aufgrund seiner kompakten Bauweise wenig Bauraum innerhalb des Injektors
und erlaubt eine fertigungstechnisch kostengünstige Realisierung.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist ein Hochdruckbereich des Steuerventilglieds druckausgeglichen,
insbesondere absolut druckausgeglichen. Dies wird mittels einer
Druckausgleichsscheibe realisiert, die einerseits auf einen Mittelabschnitt
des Steuerventilglieds genau abgestimmt ist und andererseits fest
in einem Gehäuse des
Steuerventilglieds montierbar ist. Hierbei begrenzt die Druckausgleichsscheibe
den Hochdruckbereich des Steuerventilglieds und dichtet diesen gegenüber einem
Niederdruckbereich des Steuerventils ab. Andererseits ist ein Führungsabschnitt
des Steuerventilglieds derart ausgebildet, dass dessen Durchmesser
dem des abgestimmten Durchmessers mit der Druckausgleichsscheibe
entspricht und ebenfalls den Hochdruckbereich gegenüber einem
Niederdruckbereich abdichtet. Ferner entspricht der Durchmesser
eines Steuerventilsitzes zwischen Mittelabschnitt und Führungsabschnitt
ebenfalls dem abgestimmten Durchmesser des Steuerventilglieds mit
der Druckausgleichsscheibe, sowie dem Durchmesser des Führungsabschnitts.
Hierdurch ist das Steuerventilglied in seiner Offen- und seiner
Schließposition
druckausgeglichen und kann zu jedem Zeitpunkt – abgesehen von einer Rückstellkraft – nahezu kräftefrei
betätigt
werden.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist ein Hochdruckbereich des Hauptventilglieds ebenfalls
druckausgeglichen. Hierfür
ist ein Durchmesser eines Ventilsitzes des Hauptventilglieds gleich
einem hochdruckseitigen Durchmesser eines Führungsabschnitts des Hauptventilglieds.
Der Zulaufbereich des Hauptventilglieds kann ebenfalls druckausgeglichen
sein, wobei ein Führungsabschnitt
des Hauptventilglieds am Vorlaufbereich dem des Hauptventilsitzes
entspricht. Hierdurch ist das Hauptventilglied – abgesehen von einer Rückstellkraft – ebenfalls
nahezu kräftefrei
zu jeder Zeit bewegbar.
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Der
Druckausgleich des Doppelventils an dessen Hochdruckbereich bzw.
dessen Hochdruckbereichen ermöglicht
steuerbare Einspritzdrücke
größer als 600bar und reduziert einen Energiebedarf
des Piezoaktors aufgrund eines Wegfallens hydraulischer Kräfte am Steuerventilglied
bzw. den Ventilgliedern.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist das Steuerventilglied koaxial zum Hauptventilglied
angeordnet und abschnittsweise in diesem geführt. Bevorzugt liegt diese
Führung
in einem Niederdruckbereich des Steuerventils, in dem auch die beiden
Ventilglieder gegeneinander vorgespannt sind, wobei eine Federkraft
dieser Vorspannung größer ist,
als eine Federkraft eines Rückstellelements
für das
Hauptventilglied. Das Rückstellelement
für das
Hauptventilglied befindet sich bevorzugt ebenfalls in einem Niederdruckbereich
des Steuerventils und stützt
sich bevorzugt mit einem Ende am Hauptventilglied und mit dem anderen
Ende bevorzugt an der Druckausgleichsscheibe des Steuerventilglieds
ab.
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Entgegen
der Druckvorspannung der beiden Rückstellelemente drückt der
Piezoaktor ausschließlich
auf das Steuerventilglied, welches über die Vorspannung zwischen
den beiden Ventilgliedern das Hauptventilglied bis in dessen Schließposition
(= erste Schaltstellung des Steuerventils) mitbewegt. Überwindet
der Piezoaktor die Vorspannung zwischen den beiden Ventilgliedern,
so bewegt sich auch das Steuerventilglied in dessen Schließposition
(= zweite Schaltstellung des Steuerventils). Hierdurch ist die Steuerung
beider Ventilglieder mittels eines einzigen Piezoaktors realisiert.
Durch die innere Vorspannung der beiden Ventilglieder sinkt der
Energiebedarf des Piezoaktors während
einer ersten Hubstufe des Steuerventils. Bis zur Schließposition
des Hauptventilglieds ist die vorgespannte Verbindung zwischen Haupt-
und Steuerventilglied quasi als steif zu betrachten.
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Eine
Steuerung mehrerer aufeinander folgender Einspritzungen innerhalb
eines Einspritzzyklus findet dergestalt statt, dass durch ein erstmaliges Schließen des
Hauptventilglieds ein Druckaufbau im Plungerraum des Injektors initiiert
wird, und durch ein Schließen
des Steuerventilglieds die Steuerkammer vom Plungerraum fluidisch
getrennt wird und es durch den Druckabfall in der Steuerkammer der
Düsennadel
ermöglicht
ist, sich aus ihrem Düsennadelsitz
zu bewegen. Anschließend
bewegt sich das Steuerventilglied wieder in seine Offenposition;
ein Druckaufbau in der Steuerkammer findet statt und schließt die Düsennadel.
Das Schließen
und Wiederöffnen
des Steuerventilglieds (bei geschlossenem Hauptventilglied) kann
mehrfach erfolgen, wodurch sich eine Mehrfacheinspritzung ergibt.
Alternativ dazu kann während
eines Einspritzzyklus das Hauptventilglied zusätzlich zum Steuerventilglied
geöffnet und
wieder geschlossen werden. Hierbei sinkt der Druck im Plungerraum
stark ab und es schließt
sich eine längere
Spritzpause an. Dies ist vor allem für darauffolgend einzuspritzende,
geringe Einspritzmengen von Vorteil.
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Weitere
Ausführungsformen
der Erfindung ergeben sich aus den übrigen abhängigen Ansprüchen.
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Die
Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher
erläutert.
In der Zeichnung zeigen:
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1 einen
teilweise geschnittenen erfindungsgemäßen Injektor;
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2 eine
Steuerventilsektion des Injektors aus 1;
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3 einen
ovalen Ausschnitt A aus 2; und
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4 einen
Steuerventilhub, einen Druck in einem Plungerraum und eine Einspritzrate
des erfindungsgemäßen Injektors
bei einer 6-fach-Einspritzung.
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Die
folgenden Ausführungen
betreffen einen Pumpe-Düse-Kraftstoffinjektor.
Die Erfindung soll jedoch nicht auf eine solche Ausführungsform
beschränkt
sein, sondern sämtliche
Injektoren, z. B. Common-Rail-Injektoren, umfassen.
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1 zeigt
einen Pumpe-Düse-Injektor 100 zum
Einspritzen von Kraftstoff 300 in einen Brennraum 400 einer
Brennkraftmaschine. Der Injektor 100 weist innenliegend
einen Plunger 150 bzw. Pumpenkolben 150 auf, der
in einem Pumpenzylinder 155 hin- und herbewegbar ist. Der
Pumpenkolben 150 wird direkt oder indirekt über eine
nicht dargestellte, oben liegende Nockenwelle der Brennkraftmaschine über einen
Kolben 160 angetrieben, der von einer Kolbenfeder 162 zurückstellbar
ist. Ein Kompressionsraum 150 des Pumpenzylinders 150 ist
der Plungerraum 152, der über eine Düsenleitung 180 mit
einem brennraumseitigen (400) Düsennadelsitz 122 in ständiger,
ungedrosselter Fluidverbindung steht.
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Ein
Fluiddruck pE (Einspritzdruck) aus der Düsenleitung 180 wirkt
auf eine Düsennadel 120 in ihre Öffnungsrichtung
vom Düsennadelsitz 122 weg. Hierbei
greift der Druck pE an einer Druckschulter
der Düsennadel 120 an.
Entgegen dieses Öff nungsdrucks
pE wirken eine Düsennadelfeder 126 und
ein Steuerkolben 130, der an seinem der Düsennadel 120 abgewandeten
freien Ende mit einem Fluiddruck p110 (Steuerkammerdruck)
beaufschlagt ist, in eine Schließrichtung (in Richtung des
Düsennadelsitzes 122)
der Düsennadel 120.
Der Steuerkolben 130 und die Düsennadelfeder 126 wirken
dabei gemeinsam über
eine Scheibe 128 auf die Düsennadel 120. Die Düsennadelfeder 126 stützt sich
dabei mit einem der Scheibe 128 gegenüberliegenden Ende an einem Gehäuseabschnitt
des Injektors 100 ab. Die Anordnung von Düsennadel 120,
Düsennadelfeder 126, Steuerkolben 130 und
Scheibe 128 kann jedoch auch anders realisiert sein. So
können
z. B. die Düsennadelfeder 126 und
der Steuerkolben 130 unabhängig voneinander auf die Düsennadel 120 wirken.
Darüber
hinaus ist es möglich
Düsennadel 120 und
Steuerkolben 130 stofflich einstückig auszubilden bzw. den Steuerkolben 130 wegzulassen
und den Fluiddruck p110 direkt auf die Düsennadel 120 in
deren Schließrichtung
wirken zu lassen.
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Der
Steuerkolben 130 ist an seinem der Düsennadel 120 gegenüberliegenden
Ende über
eine dort vorgesehene Steuerkammer 110 mit Fluid 300 unter
Hochdruck pH beaufschlagt, wobei der Hochdruck
pH in Schließrichtung der Düsennadel 120 auf den
Steuerkolben 130 einwirkt. Die Steuerkammer 110 ist
einerseits über
eine Zulaufbohrung 112 befüllbar und andererseits über eine
Ablaufbohrung 114 entleerbar, die mit einem Niederdruckbereich
N des Injektors 100 in Fluidkommunikation steht. Das Steuerventil 200 ist
von einem Aktor 140, insbesondere einem Piezoaktor 140,
betätigbar,
der über
elektrische Anschlüsse 142 mit
elektrischem Strom versorgt wird.
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Die
Ablaufbohrung 114 stellt bevorzugt eine gedrosselte Verbindung
zwischen der Steuerkammer 110 und dem Niederdruckbereich
N her, wobei die Ablaufbohrung 114 z. B. mit einer Fluiddrossel
bzw. einem definierten Durchmesser ausgestaltet ist. Die Zulaufbohrung 112 ist
stromaufwärtig
an einen Fluidanschluss 223 eines Steuerventilglieds 220 (siehe hierzu 2 und 3)
eines Steuerventils 200 des Injektors 100 ange schlossen.
Die Zulaufbohrung 112 stellt ebenfalls bevorzugt eine gedrosselte
Verbindung her, wobei eine Fluiddrossel vorgesehen sein kann oder
die Zulaufbohrung einen entsprechenden Durchmesser aufweist; diese
Funktion kann jedoch zusätzlich
oder stattdessen durch einen entsprechenden Hub des Steuerventilglieds 220 erflogen (siehe
unten). Darüber
hinaus ist es möglich,
diese Zulaufdrossel zwischen Plungerraum 152 und einem Steuerventildichtsitz 226 vorzusehen.
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Das
Steuerventil 200 ist ein zweistufiges Ventil, dessen Hochdruckbereich
H absolut druckausgeglichen ist. Das Steuerventil 200 ist
am Besten in der 2 zu erkennen, wobei ein Ausschnitt
A der 2 in 3 näher dargestellt ist. Das Steuerventil 200 setzt
sich aus zwei Ventilgliedern 210, 220 – dem Hauptventilglied 210 und
dem Steuerventilglied 220 – zusammen.
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Das
Hauptventilglied 210 öffnet
oder verschließt
eine Fluidpassage zwischen einem Zulaufbereich Z mit dem Zulauf
druck pZ und dem Hochdruckbereich H mit
dem Hochdruck pH des Injektors 100.
Der Zulaufbereich Z des Steuerventils 200 mündet in
einem Fluidanschluss 212, der Fluid 300 mit dem
Zulaufdruck pZ dem Hauptventilglied 210 zur Verfügung stellt.
Befindet sich das Hauptventilglied 210 in seiner Offenposition
(in den 2 und 3 nicht
dargestellt), so kann Fluid 300 vom Fluidanschluss 212 über einen
Hauptventilsitz 216 zu einem Fluidanschluss 214 des
Hauptventilglieds 210 und von dort aus in den Plungerraum 152 des
Injektors 100 gelangen. Wenn das Hauptventilglied 210 in
seiner Offenposition ist, ist immer auch das Steuerventilglied 220 in
seiner Offenposition (wie in den 2 und 3 dargestellt)
und somit ist eine Fluidkommunikation zwischen dem Plungerraum 152,
einem Fluidanschluss 222 des Steuerventilglieds 220 und von
dort aus über
den Steuerventildichtsitz 226 (3) zum Fluidanschluss 223 des
Steuerventilglieds 220 ermöglicht, wobei der Fluidanschluss 223 in
Fluidkommunikation mit der Zulaufbohrung 112 und somit
der Steuerkammer 110 steht. Die jeweilig korrespondierenden Fluidanschlüsse 212, 214 und 222, 223 müssen nicht
wie in den 2 und 3 angeordnet
sein, sondern können
auch jeweils vertauscht sein.
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Die
beiden Ventilglieder 210, 220 sind koaxial zueinander
angeordnet, wobei das Steuerventilglied 220 im Hauptventilglied 210 abschnittsweise
linear geführt
ist. Es ist jedoch auch möglich,
das Hauptventilglied 210 im Steuerventilglied 220 abschnittsweise
zu führen.
Das Hauptventilglied 210 und das Steuerventilglied 220 sind
gegeneinander über
eine Steuerventilfeder 242, die bevorzugt innerhalb des
Hauptventilglieds 210 angeordnet ist, vorgespannt. Zur
Realisierung dieser Vorspannung stützt sich das Hauptventilglied 210 mit
einem bevorzugt umlaufenden Rand an einem Anschlag 228 ab,
der bevorzugt als Schulter 228 am Steuerventilglied 220 ausgebildet
ist. Auf einer der Schulter 228 gegenüberliegenden Seite des Steuerventilglieds 220 stützt sich
die Steuerventilfeder 242 einerseits an einem Einpressstopfen 240 ab,
der einen Pressverband mit dem Steuerventilglied 220 bildet – dies kann
jedoch auch mit anderen Verbindungstechniken realisiert sein. Andererseits
stützt
sich die Steuerventilfeder 242 an einem Rand des Hauptventilglieds 210 ab. Die
Steuerventilfeder 242 dient der Rückstellung des Steuerventilglieds 220 in
dessen geöffnete
Nulllage. Zwischen der Steuerventilfeder 242 und der Schulter 228 befindet
sich ein Abschnitt 229 zur Führung des Steuerventilglieds 220 im
Hauptventilglied 210. In einer anderen Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Steuerventils 200 kann
sich die Steuerventilfeder 242 auch zwischen der Schulter 228 des
Steuerventilglieds 220 und dem Hauptventilglied 210 befinden. Über die
Position des Einpressstopfens 240 lässt sich die Vorspannung der
Steuerventilfeder 242 einfach einstellen.
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Bevorzugt
an der Längsposition
des Hauptventilglieds 210, an welcher auch die Schulter 228 des
Steuerventilglieds 220 am Hauptventilglied 210 in
der Offenposition des Steuerventilglieds 220 anliegt, stützt sich
eine Hauptventilfeder 250 an einem Rand des Hauptventilglieds 210 ab
und spannt das Hauptventilglied 210 in seine Offenposition
vor. Hierbei stützt
sich die Hauptventilfeder 250 bevorzugt über eine
Druckausgleichsscheibe 230 (siehe unten) des Steuerventilglieds 220 an
einem Gehäuse 290 des
Steuerventils 200 ab. Das Gehäuse 290 des Steuerventils 200 ist
dabei bevorzugt ein Gehäuseabschnitt
des Injektors 100. Die Hauptventilfeder 250 hat
eine definierte Vorspannkraft, die kleiner ist als eine Vorspannkraft
der Steuerventilfeder 242. Die Hauptventilfeder 250 dient
der Rückstellung
des Hauptventilglieds 210 in dessen geöffnete Nulllage.
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In
den Räumen
des Steuerventils 200, in welchen sich die Steuerventilfeder 242 und
die Hauptventilfeder 250 befinden, herrscht ein Niederdruck
pN, wobei diese Räume mit einem Rücklauf (nicht
dargestellt) des Injektors 100 in Fluidkommunikation stehen.
Ferner herrscht an einem dem Einpressstopfen 240 gegenüberliegenden
Längsende des
Steuerventilglieds 220 ebenfalls ein Niederdruck pN, der ebenfalls mit dem Rücklauf verbunden
ist. Dieses Längsende
des Steuerventils 200 ist mittels eines Deckels 170 am
Injektor 100 verschlossen. Die Steuerventilfeder 242 und
die Hauptventilfeder 250 sind bevorzugt als Spiraldruckfedern
ausgebildet. Andere Federarten, wie z. B. Tellerfedern, sind ebenfalls
anwendbar.
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Durch
die innere Vorspannung zwischen Hauptventilglied 210 und
Steuerventilglied 220 liegt während der ersten Hubstufe des
Steuerventils 200 (Bewegung des Hauptventilglieds 210 zusammen
mit dem Steuerventilglied 220) am Piezoaktor 140 nur die
Vorspannkraft der Hauptventilfeder 250 an. Eine höhere Kraft,
um die Steuerventilfeder 242 zu komprimieren, muss vom
Piezoaktor 140 erst bei Schließen der zweiten Hubstufe des
Steuerventils 200 (ausschließliche Bewegung des Steuerventilglieds 220) überwunden
werden.
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Beim
erfindungsgemäßen Steuerventil 200 wird
nur das Steuerventilglied 220 über den Piezoaktor 140 betätigt. Hierbei wird
das Hauptventilglied 210 über die gegenüber der
Hauptventilfeder 250 steifere Steuerventilfeder 242 bis
in dessen Schließposition mitgenommen.
Hierbei liegt das Hauptventilglied 210 am Dichtsitz 216 an
und trennt den Kraftstoffzulaufbereich Z vom Hochdruckbereich H
des Steuerventils 200 fluidisch ab. In dieser ersten Schaltstufe
des Steuerventils 200 initiiert das Hauptventilglied 210 einen
Druckaufbau im Hochdruckbereich H (u. a. Plungerraum 152)
des Injektors 100 aufgrund einer abwärts (in Bezug auf die 1)
gerichteten Bewegung des Plungers 150. Bei geschlossenem
Hauptventilglied 210 wird der Hochdruck pH gleichzeitig
vom Plungerraum 152 über
eine Zulaufbohrung 260 zum Steuerventilglied 220 und
von dort, bei geöffnetem Steuerventilglied 220,
zur Steuerkammer 110 (p110 = pH) oberhalb des Steuerkolbens 130 geleitet,
und fluidisch parallel dazu über
die Düsenleitung 180 in
eine Düsenkammer 124.
Der Druck p110 in der Steuerkammer 110 bewirkt über der
der Düsennadel 120 abgewandten
Fläche
des Steuerkolbens 130, über
den Steuerkolben 130 auf die Düsennadel 120 eine schließende Kraft,
die aufgrund einer größeren druckwirksamen
Fläche
des Steuerkolbens 130 größer ist, als eine öffnende
Kraft auf die Düsennadel 120 in
der Düsenkammer 124 und
dem Düsennadelsitz 122.
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Ist
ein gewünschter
Druck pE am Düsennadelsitz 122 erreicht,
der einem Einspritzdruck pE entspricht,
schließt
das Steuerventil 200 die zweite Schaltstufe am Steuerventilsitz 226 (Steuerventilglied 220 ist
in dessen Schließposition)
und trennt somit die Fluidverbindung zwischen Hochdruckbereich H, 152 und
der Steuerkammer 110. Aufgrund der definierten Ablaufbohrung 114 sinkt
der Druck p110 in der Steuerkammer 110 (p110 < pH = pE), wodurch
sich die Düsennadel 120 öffnet und
eine Einspritzung beginnt. Soll die Einspritzung beendet werden,
wird entweder nur das Steuerventilglied 220 in seine Offenposition
oder das Steuerventilglied 220 zusammen mit dem Hauptventilglied 210 in
ihre jeweiligen Offenpositionen gebracht. Beim Öffnen des Steuerventilglieds 220 steigt
der Druck p110 in der Steuerkammer 110.
Der Druck p110 auf den Steuerkolben 130 nimmt wieder
auf p110 = pH =
pE zu und die Düsennadel 120 schließt, wobei
das Schließen
der Düsennadel 120 durch
die Düsenfeder 126 unterstützt wird.
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Um
ein Schalten des Steuerventilglieds 220 insbesondere bei
Drücken
oberhalb von 600bar zu ermöglichen,
muss ein Druckausgleich des Steuerventilglieds 220 sowohl
in dessen geöffneter
als auch in dessen geschlossener Stellung realisiert sein.
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Für den Druckausgleich
des Steuerventilglieds 220 wird das Steuerventilglied 220 mit
der Druckausgleichsscheibe 230 gepaart, d. h. im Betrieb
des Steuerventils 200 entspricht der Innendurchmesser der
Druckausgleichsscheibe 230 bis auf eine geringe Toleranz
von wenigen μm
dem Außendurchmesser
des Steuerventilglieds 220 an einem gemeinsamen Abschnitt 224.
Anschließend
wird die Druckausgleichsscheibe 230 an ihrem Umfang zusammen
mit dem Steuerventilglied 220 kraftüberprüft in das Gehäuse 290 eingepresst
bzw. im Gehäuse 290 festgelegt,
und gegen eine Dichtlippe 232 im Gehäuse 290 gepresst,
wobei es an der Dichtlippe 232 zur Abdichtung des Fluidanschlusses 223 gegenüber dem
Niederdruckbereich N kommt. Ferner dichtet der gepaarte Spalt zwischen
Steuerventil 220 und Druckausgleichsscheibe 230 den
Fluidanschluss 223 gegenüber dem Niederdruckbereich
N ab. Der gepaarte Spalt zwischen der Druckausgleichsscheibe 230 und
dem Steuerventilglied 220 realisiert einerseits eine Hochdruckdichtung
(pH gegenüber pN)
und lässt
andererseits eine Relativbewegung zwischen dem Steuerventilglied 220 und
der Druckausgleichsscheibe 230 zu, wobei er als ein Lager
für das
Steuerventilglied 220 dient.
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An
einem aktorseitig gegenüberliegenden Ende
des Steuerventilglieds 220 ist dieses mit einem Führungsabschnitt 225 im
Gehäuse 290 geführt. Der Führungsabschnitt 225 dient
als Spaltdichtung (Spaltdicke im Betrieb wiederum wenige μm) zwischen
dem Fluidanschluss 222 und dem Niederdruckbereich N am
freien Ende des Steuerventilglieds 220. Zwischen dem Füh rungsabschnitt 225 und
dem gepaarten Abschnitt 224 des Steuerventilglieds 210 befindet
sich der Steuerventilsitz 226, der den Fluidanschluss 222 (Zulauf)
vom Fluidanschluss 223 (Ablauf) in der Schließposition
des Steuerventilglieds 220 trennt.
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Für den absoluten
Druckausgleich in der Offen- sowie der Schließposition des Steuerventilglieds 220 ist
der gepaarte Durchmesser des Abschnitts 224 des Steuerventils 220 gleich
dem Durchmesser einer Dichtlinie des Steuerventilsitzes 226,
der wiederum gleich dem Durchmesser des Führungsabschnitts 225 ist.
Um dies zu realisieren ist der Steuerventilsitz 226 Bevorzugt
ein Kegelmantel, dessen kleiner Durchmesser gleich dem Durchmesser
des Führungsabschnitts 225 ist.
Analog ist der kleinere Durchmesser dieses Kegelmantels gleich dem Durchmesser
des gepaarten Abschnitts 224. Der kleinere Durchmesser
des Steuerventilsitzes 226 entspricht somit der Dichtlinie
des Steuerventilglieds 220. Hierzu kann das Steuerventilglied 220 einen entsprechend
spitzeren Kegelmantel als korrespondierende Dichtfläche aufweisen;
ein balliger, bevorzugt teilkugelförmiger, Abschnitt ist ebenso
möglich. Dies
gilt analog für
einen optionalen Druckausgleich des Hauptventilglieds 210.
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Zur
Realisierung der Geometrie des Druckausgleichs ist bevorzugt der
Fluidanschluss 223 als ein Freistich im Gehäuse 290 und
der Fluidanschluss 222 bevorzugt als ein Freistich im Steuerventilglied 220 realisiert.
Dies kann jedoch auch statisch umgekehrt sein. Das Steuerventilglied 220 weist
im montierten Zustand innerhalb des Fluidanschluss 223 einen
Wulst auf, an welchem die zum Steuerventilsitz 226 korrespondierende
Dichtfläche
ausgebildet ist. Zur Realisierung einer einwandfreien Montage des Steuerventilglieds 220 ist
der Fluidanschluss 222 bevorzugt in einem Gehäusebereich
um die Zulaufbohrung 260 herum ausgenommen. Diese Ausnehmung wird
jedoch erst im Anschluss an eine gemeinsame Herstellung des Steuerventilsitzes 226 und
des Führungsabschnitts 225 herge stellt.
D. h. ein Gehäuseabschnitt
des Fluidanschluss 222 direkt stromaufwärts des Steuerventilsitzes 226 wird
gemeinsam mit dem Führungsabschnitt 225 gefertigt
und hat denselben Durchmesser sowie dieselbe Oberflächenbeschaffenheit
wie der Führungsabschnitt 225.
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Bevorzugt
sind im Betrieb des Injektors 100 die Spalte zwischen Führungsabschnitt 225 und
Gehäuse 290,
sowie zwischen dem gepaarten Abschnitt 224 und der Druckausgleichsscheibe 230 so
gering wie möglich,
sodass hierdurch möglichst
wenig Leckage auftritt. Der gepaarte Abschnitt 224 des
Steuerventilglieds 220 befindet sich bevorzugt in einem Mittelabschnitt
des Steuerventilglieds 220. Ferner weist die Druckausgleichsscheibe 230 wenigstens eine
Bohrung auf, mittels welcher der Niederdruck pN im
Raum der Hauptventilfeder 250 entleerbar ist. Diese Bohrung
führt bevorzugt
zu einer weiteren Bohrung im Gehäuse 290,
die zum Niederdruckbereich N des freien Endes des Steuerventilglieds 220 führt.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist neben dem Steuerventilglied 220 wenigstens
der Hochdruckbereich H des Hauptventilglieds 210 druckausgeglichen.
Hierfür
ist ein Führungsabschnitt 215 des
Hauptventilglieds 210 im Durchmesser ebenso groß wie eine
Dichtlinie des Hauptventilsitzes 216. Der Führungsabschnitt 215 befindet
sich bevorzugt an einem freien Ende des Hauptventilglieds 210 und
ist innerhalb des Gehäuses 290 linear
beweglich. Zur Realisierung des Fluidanschluss 214 (Ablauf)
weist bevorzugt das Hauptventilglied 210 einen Freistich
auf; dieser kann jedoch auch im Gehäuse 290 vorgesehen
sein. Die Herstellung des Hauptventilsitzes 216 und des
Führungsabschnitts 215,
sowie einer Ausnehmung für den
Fluidanschluss 214 erfolgen analog zum Steuerventilglied 220;
ebenso entspricht eine Ventilsitzgeometrie des Hauptventilglieds 210 der
des Steuerventilglieds 220.
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Darüber hinaus
kann auch der Zulaufbereich Z des Hauptventilglieds 210 im
Wesentlichen druckausgeglichen sein. Hierbei ist ein aktorseitiger
Führungsabschnitt 211 des
Hauptventilglieds 210 im Durchmesser möglichst gleich der Dichtlinie
des Hauptventilsitzes 216. Der Druckausgleich für den Zulaufbereich
Z ist jedoch im Vergleich zu dem Druckausgleich der jeweiligen Hochdruckbereiche
H des Steuerventilglieds 220 und des Hauptventilglieds 210 von
geringerer Bedeutung. Daher kann auf einen absoluten Druckausgleich,
wie er für
die Hochdruckbereiche gilt verzichtet werden. Es ist jedoch möglich einen
solchen auch beim Hauptventilglied 210 einzurichten. Es
muss lediglich eine zweite Druckausgleichsscheibe am Hauptventilglied 210 – analog zum
Steuerventilglied 220 – vorgesehen
werden.
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Der
Hub des Steuerventilglieds 220 kann auch zum „rate shaping", also zur Einspritzratenverlaufsformung
genutzt werden. Hierbei wird das Steuerventilglied 220 nicht
digital sondern kontinuierlich vom Aktor 140 angesteuert.
Das Steuerventilglied 220 wirkt dabei zusammen mit dem
Steuerventilsitz 226 als variable Drossel. Dies kann durch
eine fixe Zulaufdrossel – in
der Zulaufbohrung 112 oder dem Fluidkanal zwischen Plungerraum 152 und
Steuerventilsitz 226 – noch
weiter beeinflusst werden.
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Die 4 zeigt
schematisch einen gewünschten
Einspritzzyklus einer 6-fach-Einspritzung, die sich aus zwei Voreinspritzungen
Ve1, Ve2, einer
in zwei Teile aufgesplitteten Haupteinspritzung He1,
He2 und zwei Nacheinspritzungen Ne1, Ne2 aufteilt. Über diesen
Einspritzratenverlauf ist ein Druck p152 im Plungerraum 152 und
darüber
der Hub h des Steuerventils 200 in der 4 aufgetragen.
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Der
Steuerventilhub h weist zwei definierte Hubpositionen h210,
h220 auf. Hierbei ist h210 der
Hub des Hauptventilglieds 210, welcher ebenfalls vom Steuerventilglied 220 mitgemacht
wird, und der Hub h220 der Gesamthub des
Steuerventilglieds 220. Der Hub h210 kennzeichnet
die Schließposition
des Haupt ventilglieds 210, wohingegen h220 die
Schließposition
des Steuerventilglieds 220 kennzeichnet.
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Zur
Realisierung der beiden Steuerventilhübe h210,
h220 wird der Piezoaktor 140 schrittweise
angesteuert. Zuerst bewegt der Piezoaktor 140 das Steuerventilglied 220 zusammen
mit dem Hauptventilglied 210 (letzteres über den
Einpressstopfen 240 und die Steuerventilfeder 242)
in die erste Schaltstellung des Steuerventils 200, in welcher
das Hauptventilglied 210 in seiner Schließposition
und das Steuerventilglied 220 in seiner Offenposition ist.
Für eine Bewegung
des Steuerventils 200 in dessen zweite Schaltstellung wird
der Piezoaktor 140 weiter angesteuert, wobei dieser nur
noch das Steuerventilglied 220 gegen die Kraft der Steuerventilfeder 242 und der
Hauptventilfeder 250 in dessen Schließposition bewegt.
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Es
lassen sich nun eine Vielzahl von zeitlichen Abfolgen der beiden
definierten Hubpositionen h210, h220 des Steuerventils 200 realisieren.
Insbesondere durch ein Öffnen
des Hauptventilglieds 210 während eines Einspritzzyklus
kann der Druck im Plungerraum 152 abgebaut werden. Siehe
hierzu in der 4 den Druckverlauf p152 im Plungerraum 152 bei den Spritzpausen
zwischen der ersten und der zweiten Voreinspritzung Ve1 und
Ve2, der ersten und der zweiten Haupteinspritzung
He1 und He2 sowie
der zweiten Haupteinspritzung He2 und der
ersten Nacheinspritzung Ne1. Der zeitliche
Abstand zwischen der zweiten Voreinspritzung Ve2 und
der ersten Haupteinspritzung He1, sowie
der ersten und der zweiten Nacheinspritzung Ne1 und
Ne2 wird nur durch ein vergleichsweise kurzes
Schließen
des Steuerventilglieds 220 realisiert, wodurch es möglich ist,
unmittelbar aufeinander zwei Einspritzungen zu realisieren.
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Ferner
ist in der 4 aufgrund der vertikal gestrichelten
Linien gut zu erkennen, dass der Beginn einer jeweiligen Einspritzung
einem Schließen des
Steuerventilglieds 220 zeitlich nacheilt. Dies ist für eine Einspritzung
mit einem gewünschten
Einspritzdruck pE zu beachten. D. h. z.
B. bei einem an steigenden Druck p150 im
Plungerraum 150 muss das Steuerventilglied 220 schon
vor dem Erreichen des gewünschten
Einspritzdrucks pE geschlossen werden, um
den gewünschten
Einspritzdruck pE zu erzielen. Ein zeitliches
Positionieren dieser Flanke ist durch ein zeitlich vorangegangenes Öffnen des Hauptventilglieds 210 möglich. D.
h. erfindungsgemäß ist es
möglich
den Einspritzdruck pE einer jeden Einzeleinspritzung
zum richtigen Zeitpunkt zu steuern und auch entsprechend einzuspritzen.
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Die
in der 4 dargestellte 6-fach-Einspritzung ist exemplarisch;
es können
mit dem erfindungsgemäßen Steuerventil 200 auch
Einzel-Einspritzungen oder Mehrfach-Einspritzungen, u. a. mit mehr
als sechs Einzel-Einspritzungen, realisiert werden. Ein limitierender
Faktor hierfür
ist hauptsächlich der
insgesamt für
einen Einspritzzyklus zur Verfügung
stehende Zeitraum, die jeweiligen Einzel-Einspritzdauern und eine
Stellgeschwindigkeit des Piezoaktors 140.