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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entleeren eines zumindest
teilweise flexiblen, insbesondere sack- oder beutelartigen Behältnisses,
insbesondere eines BigBags, insbesondere für Schüttgut, das einen flexiblen,
schlauchartigen Auslaufstutzen aufweist, der im verschlossenen Zustand
insbesondere mittels eines Verschlusses in Form eines verknoteten
Bandes am Auslaufstutzen geschlossen ist und ein Verfahren zum Entleeren
eines flexiblen, insbesondere sack- oder beutelartigen Behältnisses, insbesondere
eines BigBags, insbesondere für Schüttgut, das
einen flexiblen, schlauchartigen Auslaufstutzen aufweist, der im
verschlossenen Zustand insbesondere mittels eines Verschlusses in
Form eines verknoteten Bandes am Auslaufstutzen verschlossen wird,
insbesondere unter Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis
13.
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In
vielen technischen Bereichen liegen die zu verarbeitenden Ausgangsprodukte
oder auch zu entsorgende Abfallprodukte als im wesentlichen rieselfähiges Schüttgut vor.
Das Schüttgut
wird dabei häufig
in flexiblen, sack- oder beutelartigen Behältnissen, insbesondere in sogenannten
BigBags, angeliefert, die entleert werden müssen.
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Dazu
werden die mit einem Knoten verschlossenen Behältnisse mittels eines Krans
oder eines Gabelstaplers in Grundgestelle eingesetzt, wobei dies
beispielsweise so geschieht, dass der verknotete Bereich des Behältnisses
nach oben eingesetzt wird, so dass das Entleeren nach dem Öffnen des
Knotens über
Saugvorrichtungen, wie beispielweise in der
DE 100 51 400 A1 beschrieben,
vorgenommen werden kann. Das Aussaugen ist jedoch ein aufwendiger
Vorgang, wobei das Risiko eines Verschiebens bzw. Ansaugens des
Behältnisses
besteht und dieses Entleerungsverfahren nicht für alle Schüttgüter praktikabel ist.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung und ein Verfahren
zu liefern, mit denen die Nachteile des Stands der Technik vermieden werden,
und das Entleeren eines Behältnisses,
insbesondere eines BigBags, einfach und sicher vorgenommen werden
kann.
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Die
Aufgabe wird gelöst
durch eine eingangs dargestellte Vorrichtung, mit den Merkmalen
des Anspruchs 1, wobei der Auslaufstutzen durch eine Durchführungsöffnung durch
ein Gegenhaltemittel zu führen
ist, wobei das Gegenhaltemittel auf der dem Behältnis abgewandten Seite um
die Durchführungsöffnung herum
einen Klemmbereich aufweist, und ein über den Verschluss hinausragender
Teil des Auslaufstutzens mittels Verfahrens eines Entleerelements
zwischen den Anfang des Entleerelements und den Klemmbereich vorzugsweise
staubdicht einzuklemmen ist.
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Die
vorgeschlagene Vorrichtung ist auch im Fall eines sehr kurz gebundenem
Auslaufstutzens sicher einsetzbar und kann durch Verwendung eines Klemmvorrichtung
im Sinne eines Andocksystems stabil eingeklemmt werden, ohne dass
beim Öffnen des
Verschlusses eine Gefahr für
das Bedienpersonal entsteht. Es liegt eine einfache, bediensichere Konstruktion
auch bei schwerfließendem
Schüttgut vor,
da eine eventuelle Zugspannung auf den Auslaufstutzen und das Behältnis erst
nach dem sicheren Einklemmen und dem anschließenden Öffnen vorgenommen wird. Die
Vorrichtung ist universell einsetzbar für alle Behältnisse, alle Bagformen und
Baggrößen.
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Vorteilhaft
ist es, wenn das Gegenhaltemittel eine Halteplatte ist und/oder
der Klemmbereich ein Klemmring und/oder das Entleerelement ein Entleerrohr.
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Ein
sicherer Halt und eine gute Positionierbarkeit ist gegeben, wenn
das Behältnis
in eine Haltevorrichtung eingesetzt ist, die eine Durchführungsöffnung für den Auslaufstutzen
aufweist.
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Ein
einfaches und schnelles Öffnen
des Verschlusses ist möglich,
wenn der Verschluss oberhalb des Gegenhaltemittels angeordnet ist.
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Vorteilhaft
zur genauen Positionierung ist es, wenn das Gegenhaltemittel senkrecht
zwischen Behältnis
und Auslaufstutzen verfahrbar angeordnet ist.
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Eine
zuverlässige
und schnell herzustellende Abdichtung ist gegeben, wenn der Klemmbereich mittels
einer Dichtrmasse gegen ein Entweichen von staubförmigem Schüttgut abgedichtet
ist.
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Eine
zusätzliche
Dichtwirkung und ein sicheres Klemmen des Auslaufstutzens ist gegeben,
wenn der Klemmring einen U-förmigen
Querschnitt hat, der mit dem Anfang des Entleerelements korrespondierend
ausgebildet ist.
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Die
Klemmwirkung ist weiter verstärkt,
wenn Auslaufstutzenmaterial über
beide Seitenabschnitte des U-förmigen
Querschnitts des Klemmrings zu führen
ist Einer Verletzung des Auslaufstutzens wird vorgebeugt, wenn zumindest
der Seitenabschnitt des U-förmigen
Querschnitts abgerundet ausgebildet ist, an dem Auslaufstutzenmaterial
anliegt Die Klemm- und Dichtwirkung ist weiter verbessert, wenn
in den Klemmring mit Uförmigen
Querschnitt ein Silikonring eingesetzt ist. Bei nachlassender Dichtwirkung
kann der Silikonring leicht ausgetauscht werden und er liegt zugleich
verrutschfest in dem Profil gesichert.
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Vorteilhaft
ist es, wenn die Verbindung zwischen Entleerelement und Gegenhaltemittel
durch ein Anpresskraftmittel gehalten wird.
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Ein
sicherer Schutz auch beispielsweise bei Ausfall der Luftzufuhr einer
pneumatischen Vorrichtung ist gegeben, wenn das Entleerelement an
dem Gegenhaltemittel durch eine mechanische Sicherung, insbesondere
einen Kniehebel, zwischen Entleerelement und Gegenhaltemittel zu
sichern ist.
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Eine
genaue Einstellmöglichkeit
für das
weitere Entleeren sowie ein nahezu restloses Ausleeren liegt vor,
wenn das Gegenhaltemittel und das Entleerelement zusammen relativ
zum Behältnis
bis zum Spannen des Auslaufstutzens zu bewegen sind, insbesondere
mittels Lagerung auf einem Luftkissen.
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Die
Aufgabe wird ebenfalls gelöst
durch ein eingangs dargestelltes Verfahren, mit den Merkmalen des
Anspruchs 14, wobei der Auslaufstutzen durch eine Durchführungsöffnung durch
ein Gegenhaltemittel geführt
wird und zwischen einen Klemmbereich auf der dem Behältnis abgewandten
Seite des Gegenhaltemittels und ein Anfang eines Entleerelements
an einem über
den Verschluss hinausragenden Teil des Auslaufstutzens mittels Heranfahrens
des Entleerelements vorzugsweise staubdicht eingeklemmt wird.
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Durch
die schrittweise Anbindung und in sich jeweils sichere Verfahrensschritte
zum Anbinden und Öffnen
des Auslaufstutzens ist ein gefahrloser und einfacher, staubfreien
Austrag mit hoher Sicherheit und großem Bedienungskomfort für das Bedienpersonal
gegeben. Das Verfahren kann mittels eines Anschlusses an Fördersysteme
oder zur Direktbefüllung
von Silos und Behältern
eingesetzt werden.
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Eine
straffe Einspannung und ein sicheres Entleeren auch bei eventueller
Brückenbildung
im Schüttgut
wird gewährleistet,
wenn nach dem Einklemmen des Auslaufstutzens der Verschluss geöffnet wird
und das Gegenhaltemittel zusammen mit dem Entleerelement so weit
abgesenkt wird, dass der Auslaufstutzen im wesentlichen gespannt
wird.
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Weitere
Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und
der nachstehenden Beschreibung, in der Ausführungsbeispiele des Gegenstands
der Erfindung in Verbindung mit den Zeichnungen näher erläutert sind.
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Es
zeigen:
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1a eine
perspektivische Ansicht einer Anbindeeinheit,
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1b eine
perspektivische Ansicht einer Anbindeeinheit mit einem Ausschnitt
eines Behältnisses,
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2 eine
perspektivische Ansicht einer zusammengefahrenen Anbindeeinheit,
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3 eine
perspektivische Ansicht einer Anbindeeinheit von oben,
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4 eine
perspektivische Ansicht einer zusammengefahrenen Anbindeeinheit
von oben,
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5a eine
Vorderansicht einer Anbindeeinheit,
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5b eine
Seitenansicht einer Anbindeeinheit,
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6a eine
Vorderansicht einer offenen Anbindeeinheit,
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6b eine
Seitenansicht einer offenen Anbindeeinheit,
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7a eine
Seitenansicht einer Anbindeeinheit und einer Haltevorrichtung,
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7b eine
Seitenansicht einer Anbindeeinheit und einer Haltevorrichtung,
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8 eine
perspektivische Ansicht eines Ausschnitts einer Haltevorrichtung
und
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9 einen
schematischen Querschnitt eines Behältnisses in einer Durchführungsöffnung.
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1a zeigt
eine perspektivische Ansicht einer Anbindeeinheit 16 insbesondere
als Teil einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum Entleeren eines Behältnisses 1,
wie es im eingesetzten Zustand in 1b gezeigt
ist. Die Anbindeeinheit 16 weist ein Gegenhalteelement 5 mit
einer Durchführungsöffnung 4 zum
Durchführen
beispielsweise eines Auslaufstutzens 2 des Behältnisses 1 auf.
An einer dem Behältnis
abgewandten Seite 6 weist das Gegenhalteelement 5 einen
Klemmbereich 7 auf, insbesondere einen Klemmring mit einem
U-fömigen
Querschnitt 12, der Seitenabschnitte 14 mit vorzugsweise
abgerundeten Kanten aufweist, damit die darauf eingepressten Auslaufstutzenflächen nicht
beschädigt werden.
Zum Einklemmen wird zunächst
das Entleerelement 9 mit seinem Anfang 13 von
unten gegen die Seite 6 im Klemmbereich 7 geschoben,
in den vorab der Auslaufstutzen 2 umlaufend eingesetzt wurde, wie
in 1b schematisch angedeutet. Anschließend wird
die gegenseitige Relativpostion von Gegenhaltelement 5 und
Entleerelement 9 beispielsweise mit einem mechanischen
Anpresskraftmittel 15 fixiert, damit kein Schüttgut bzw.
Staub ausdringen kann.
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1b zeigt
eine perspektivische Ansicht einer Anbindeeinheit 16 mit
einem Ausschnitt eines Behältnisses 1.
Ein Teil 8 des Auslaufstutzens 2 des Behältnisses 1 ist
durch die Durchführungsöffnung 4 hindurchgeführt und
wird anschließend
ringförmig zwischen
Klemmbereich 7 und Anfang 13 des Entleerelements 9 durch
Heranfahren des Entleerelements 9 an den Klemmbereich 7 eingeklemmt,
um ein staubfreies Entleeren des Behältnisses 1 zu ermöglichen.
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2 zeigt
eine perspektivische Ansicht einer zusammengefahrenen und mit einem
mechanischen Anpresskraftmittel 15 fixierte Anbindeeinheit 16.
Die gesamte Anbindeeinheit 16 liegt wiederum auf einem
vorzugsweise pneumatisch unterstützten Luftpolster,
wodurch der Auslaufstutzen 2 gegenüber dem Behältnis 1 gespannt gehalten
werden kann und das Entleeren zügig
und restlos vorgenommen werden kann.
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3 zeigt
eine perspektivische Ansicht einer Anbindeeinheit 16 entsprechend 1b und 4 zeigt
eine perspektivische Ansicht einer zusammengefahrenen Anbindeeinheit 16 entsprechend 2. 5a zeigt
eine Vorderansicht und 5b eine Seitenansicht einer
Anbindeeinheit 16 entsprechend 2. 6a zeigt
eine Vorderansicht und 6b eine Seitenansicht einer
offenen Anbindeeinheit 16 entsprechend 1a. 7a zeigt
eine Vorderansicht und 7b eine Seitenansicht einer
Anbindeeinheit 16 mit einer Haltevorrichtung 10.
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8 zeigt
eine perspektivische Ansicht eines Ausschnitts einer Haltevorrichtung 10. 9 zeigt
einen schematischen Querschnitt eines Behältnisses 1. Der Auslaufstutzen 2 ist
mittels eines Verschlusses 3 zusammengehalten durch eine
Durchführungsöffnung 4 eines
Gegenhaltemittels 5 geführt. Teil 8 des
Auslaufstutzens 2 ragt durch die Durchführungsöffnung 4 hindurch.
Schematisch dargestellt wird die anschließende Einklemmung des Auslaufstutzens 2 an
seinem durchgeführten
Teil 8 zwischen den Klemmbereich 7 auf der vom
Behältnis 1 abgewandten
Seite 6 des Gegenhaltemittels 5 und dem Entleerelement 9.
Sobald die Klemmung staubdicht und sicher durch Heranfahren des
Anfangs 13 des Entleerungselements 9 in den Klemmbereich 7 vorgenommen
wurde, kann der Verschluss 3 vorzugsweise oberhalb des
Gegenhaltemittels 5 gelöst
werden.
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Ein
erfindungsgemäßes Verfahren
und eine entsprechende Vorrichtung zur Festsetzung und Entleerung
des Behältnisses 1 stellt
sich dann beispielsweise wie folgt beschrieben dar. Das Behältnis 1 mit einem
Auslaufstutzen 2 wird in eine Haltevorrichtung 10 mit
einem nicht dargestellten Ladegeschirr eingehängt und auf einer Austragswippe
der Haltevorrichtung 10 aufgesetzt. Der auslaufsicher verknotete Auslaufstutzen 2 wird
durch eine Durchführungsöffnung 4 eines
Gegenhaltemittels 5 in Form eines Abdeckungsblechs mit
dargestellten Bedienungselementen geführt und der freie Teil des
Auslaufstutzens 2 nach dem Knoten wird über das Entleerelement 9 in
Form eines Innenrohrs gestülpt.
Danach wird das Innenrohr an den Klemmbereich 7 des Gegenhalteelements 5 gepresst.
Hierzu können
Entleerelement 9 und die gesamte Anbindeeinheit 16 über die
Bedienelemente frei verfahren werden. Mit den beiden Anpresskraftmitten 15 in
Form von Kniehebeln wird die Vorrichtung so gesichert, dass auch
bei Ausfall der Druckluft die Anbindeeinheit 16 nicht einfach
herunter fällt.
Nach dem Einbinden wird in einen Entleermodus umgestellt. Die Anbindeeinheit 16 legt
sich auf ein frei einstellbares Luftpolster eines Pneumatikzylinders.
Der Auslaufstutzen 2 wird gespannt. Der Knoten des Verschlusses 3 kann
nun geöffnet
werden. Mit fortschreitendem Entleeren des Behältnisses 1 wird das
Behältnis 1 verformbarer
und die oben beschriebene Nachspannung zieht das Behältnis wieder
straft, wodurch eine nahezu vollständige Entleerung ermöglicht wird.
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Das
Verfahren des Behältnisses 1 kann
mit einem Pneumatikantrieb geschehen.
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- 1
- Behältnis
- 2
- Auslaufstutzen
- 3
- Verschluss
- 4
- Durchführungsöffnung
- 5
- Gegenhaltemittel
- 6
- Seite
- 7
- Klemmbereich
- 8
- Teil
des Auslaufstutzens
- 9
- Entleerelement
- 10
- Haltevorrichtung
- 11
- Durchführungsöffnung
- 12
- U-förmiger Querschnitt
- 13
- Anfang
- 14
- Seitenabschnitt
- 15
- Anpresskraftmittel
- 16
- Anbindeeinheit
- 17
- Luftpolster