DE102005048306A1 - Gefechtskopf - Google Patents
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Abstract
Gefechtskopf
(1), welcher eine Bohrladung (2), vorteilhafterweise eine Hohlladung
oder eine P-Ladung, und einen Zünder
(3) aufweist, wobei er einen Behälter
(5) mit einem Brandsatz (6) aufweist, welcher bezüglich der
Bohrladung (2) in deren Wirkrichtung versetzt angeordnet ist. Trifft
der Gefechtskopf (1) auf eine Panzerung, so wird die Bohrladung
(2) gezündet,
vorteilhafterweise mit einem Aufschlagzünder. Nach dem Zünden der Bohrladung
(2) wird als erstes der Behälter
(5) und dann die Panzerung durchschlagen, beispielsweise mit dem Hohlladungsstrahl
oder dem Projektil. Der Brandsatz (6) wird mit der Bohrladung (2)
durch die vorhandene Öffnung in
der Panzerung in den Kampfraum gebracht, wobei sie sich spontan
spätestens
am innenliegenden Ausschuss der Panzerung entzündet.
Description
- Die Erfindung betrifft einen Gefechtskopf mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
- Solche Gefechtsköpfe werden eingesetzt zur Bekämpfung von gepanzerten Kampfräumen, beispielsweise von Kampfpanzern, in welchen sich eine Besatzung aufhält. Die im Gefechtskopf enthaltene Bohrladung, beispielsweise eine Hohlladung oder eine P-Ladung (projektilbildende Ladung), dient dazu, die Panzerung zu durchdringen. Diese Art von Ladungen erzeugt allerdings beim Durchschlagen der Panzerung lediglich einen geringen Druck und eine geringe Temperatur im Kampfraum. Die Hauptwirkung wird durch die direkte Verwundung der Besatzung sowie die Zerstörung der technischen Geräte und Einrichtungen erzielt, die bei der Verwendung einer Hohlladung in der Schussachse des Hohlladungsstrahls oder des Splitterkegels liegen. Der Splitterkegel kann in seiner Splitterdichte und im Kegelwinkel durch die Anbringung von geeignetem splitterkegelverringerndem Material (Linermaterial) soweit reduziert werden, dass eine Wirkung fast ausschließlich durch den Hohlladungsstrahl selbst erfolgt. Unter diesen Umständen sind mehrere Treffer in den Kampfraum erforderlich, um das Ziel erfolgreich zu bekämpfen.
- Die
EP 0 583 642 B1 beschreibt einen Gefechtskopf zur Bekämpfung von gepanzerten Kampfräumen. Bei Aufschlag auf eine Wand wird eine Bohrladung zum Durchschlagen dieser Wand gezündet. Beim aufschlagbedingten Abbremsen des Gefechtskopfs löst sich eine hinter der Bohrladung angeordnete Nachschussladung aus einer Halterung und fliegt in das von der Bohrladung erzeugte Loch, um zeitverzögert nach dem Eintritt in dem hinter der Wand befindlichen Kampfraum ihre Spreng- und Splitterladung zu zünden. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Gefechtskopf auszugestalten, der eine größere Wirkung gegen gepanzerte Ziele aufweist.
- Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den Merkmalen aus dem kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
- Die Wirkung der Erfindung basiert darauf, dass durch Erzeugung von Druck und Temperatur im Kampfraum die Besatzung außer Gefecht gesetzt wird und somit weitere Handlungen der Besatzung nicht mehr möglich sind. Dies wird dadurch erzielt, dass ein Behälter mit einem Brandsatz, beispielsweise einer brennbaren Flüssigkeit (z.B. Dieselkraftstoff oder Ethanol), vorzugsweise mit einem hohen Heizwert oder einem pulverförmigen (z.B. Zirkonium) oder wachsartigen (z.B. weißer Phosphor) oder gelatinösen (z.B. Napalm) Brandmittel, in einem Abstand vor der Bohrladung positioniert wird. Die Bohrladung kann vorteilhafterweise als Hohlladung oder P-Ladung ausgeführt sein. Der Brandsatz kann unter Druck in dem Behälter gespeichert sein. Der Behälter kann in Wirkrichtung der Bohrladung zumindest teilweise einen verjüngenden Querschnitt aufweisen.
- Trifft der Gefechtskopf auf die Panzerung, so wird die Bohrladung gezündet, vorteilhafterweise mit einem Aufschlagzünder. Nach dem Zünden der Bohrladung wird als erstes der Behälter und dann die Panzerung durchschlagen, beispielsweise mit dem Hohlladungsstrahl oder dem gebildeten Projektil. Das Brandmittel wird mit der Bohrladung durch die vorhandene Öffnung in der Panzerung in den Kampfraum gebracht. Sie zerstäubt dabei und entzündet sich spontan spätestens am innenliegenden Ausschuss der Panzerung. Durch den heftigen Abbrand entstehen ein hoher Druck und eine hohe Temperatur, welche sich im Kampfraum ausbreiten. Eine eventuell vorhandene Liner-Auskleidung ist wirkungslos und gängige Brandunterdrückungsanlagen reagieren zu spät.
- Mögliche Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den
1 und2 dargestellt. - Es zeigen
-
1 ein Gefechtskopf mit einer Hohlladung in einer Seitenansicht -
2 ein Gefechtskopf mit einer P-Ladung in einer Seitenansicht - Die
1 zeigt einen Gefechtskopf1 , welcher als Bohrladung eine Hohlladung2 und als Zünder einen Bodenaufschlagzünder3 in einem Granatgehäuse4 aufweist. Der Pfeil W zeigt die Wirkrichtung der Hohlladung2 an. Der Gefechtskopf1 weist einen Behälter5 , gefüllt mit Dieselkraftstoff, als Brandsatz6 auf, welcher der Hohlladung2 in deren Wirkrichtung vorgelagert ist. Der Querschnitt des Behälters5 verjüngt sich in Wirkrichtung der Hohlladung. - Die
2 zeigt einen Gefechtskopf1 , welcher als Bohrladung eine P-Ladung7 aufweist. Der Aufbau mit dem Granatgehäuse4 , dem Behälter5 mit einem Brandsatz6 und dem Bodenaufschlagzünder3 entspricht ansonsten dem Gefechtskopf aus1 .
Claims (6)
- Gefechtskopf (
1 ), welcher eine Bohrladung (2 ,7 ) und einen Zünder (3 ) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass er einen Behälter (5 ) mit einem Brandsatz (6 ) aufweist, welcher bezüglich der Bohrladung in deren Wirkrichtung versetzt angeordnet ist. - Gefechtskopf (
1 ) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrladung als Hohlladung (2 ) ausgebildet ist. - Gefechtskopf (
1 ) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrladung als P-Ladung (7 ) ausgebildet ist. - Gefechtskopf (
1 ) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Brandsatz (6 ) flüssig, pulverartig, gelatinös oder wachsartig vorliegt. - Gefechtskopf (
1 ) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zünder als Aufschlagzünder (3 ) ausgeführt ist. - Gefechtskopf (
1 ) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Brandsatz (6 ) unter Druck in dem Behälter (5 ) befindet.
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