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Die
Erfindung betrifft eine Beschichtungsvorrichtung von Auftragswalzen
einer Druckmaschine gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
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Bei
kompakten Kurzfarbwerken in Druckmaschinen wird die Druckfarbe meist
mit Hilfe einer Rasterwalze aufgenommen und überschüssige Farbe mit einer Rakel
abgerakelt. Die Farbmenge wird hierbei durch die Näpfchentiefe
der Rasterwalze dosiert, ist also eine feste Größe und daher nicht regelbar.
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Es
ist außerdem
bekannt, die Farbzufuhr in Offsetfarbwerken zonenweise über einzelne
Farbschieber im Farbkasten zu regeln. Diese so genannten „langen" Farbwerke haben
aber eine hohe Ansprechzeit der Farbschieber und sind daher für eine Regelung
der Farbzufuhr entsprechend träge.
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Bezüglich der
Mengenregulierung und der Ansprechzeit der Regulierung bestehen
bei der Beschichtung mit Feuchtmittel und Lacken ähnliche Probleme.
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Die
Erfinder haben sich daher die Aufgabe gestellt, eine Beschichtungsvorrichtung
für Auftragswalzen
von Druckmaschinen zur Verfügung
zu stellen, die verschiedene Beschichtungsmedien, wie Farben, Lack
und Feuchtmittel in einer definierten Schichtdicke und somit in
einer dosierten Beschichtungsmittelmenge aufbringen kann und gleichzeitig eine
schnelle Schichtdicken- und Mengenregulierung ermöglichen.
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Zur
Lösung
dieser Aufgabe schlagen die Erfinder vor, eine Beschichtungsvorrichtung
von Auftragswalzen einer Druckmaschine gemäß dem Oberbegriff des An spruches
1, dahingehend zu verbessern, dass im Kontaktbereich der Beschichtungskammer
und der Auftragswalzenoberfläche
mindestens ein elastisches Leistenelement entlang der Auftragswalzenoberfläche angeordnet
wird, das mit zumindest einem längenveränderlichen
Stellglied variabel an die Oberfläche der Auftragswalze gedrückt wird,
so dass die Schichtdicke des Beschichtungsmittels auf der Auftragswalzenoberfläche eingestellt werden
kann.
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Hierdurch
kann beispielsweise eine schnelle, genaue und reproduzierbare Schichtdickeneinstellung
von Farbe, Lack und/oder Feuchtmittel bewerkstelligt werden. Bei
Schwingungen oder temperaturbedingten Durchbiegungen der Auftragswalzen
können
Schwankungen und Toleranzen der Schichtdicke des Beschichtungsmittels
vermieden werden.
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Es
ist vorteilhaft, wenn das mindestens eine Stellglied ein Piezoelement
ist. Hierfür
eignen sich zum Beispiel Längsdehnungselemente,
vorzugsweise aus einer keramischen Mischung aus den Bestandteilen
Blei, Zirkonium und Titan. Wird ein oder mehrere Piezoelemente als
Stellglieder eingesetzt, so kann eine schnelle Regulierung der Schichtdicke des
Beschichtungsmittels vorgenommen werden, da die Piezoelemente elektrisch
angesteuert werden und somit sehr schnell eine Längenänderung ausführen, zum
Beispiel mehrere Längenänderungen
während
einer Umdrehung der Auftragswalze beziehungsweise des Druckzylinders.
Mit Piezoelementen lassen sich schnelle Längenänderungen im Bereich von 0
bis circa 5 μm
in einem Zeitfenster von wenigen Millisekunden durchführen.
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Alternativ
oder ergänzend
zu den Piezoelementen können
als Stellglieder auch elektromagnetische Antriebe verwendet werden,
die eine genauso schnelle Ansprechempfindlichkeit in Bezug auf die Längenänderung
aufweisen, wie Piezoelemente aufweisen. Wird beispielsweise als
Stellglied ein Elektromagnet eingesetzt, so sind gegenüber Piezoelementen
größere Bewegungshübe durchführbar.
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Weiterhin
können
als Stellglieder auch Stellmotoren mit entsprechendem Getriebe eingesetzt werden.
Um hier eine kurze Ansprechzeit zu gewährleisten, müssen Motor
und Getriebe entsprechend angepasst sein, dass Längenänderungen schnell durchgeführt werden
können.
Stellmotore weisen zwar nicht die gleiche Ansprechempfindlichkeit
und Ansprechschnelligkeit auf, wie Piezoelemente oder elektromagnetische
Antriebe, jedoch sollten die Stellmotore zumindest derart ausgeführt sein,
dass im Bereich weniger Sekunden eine Längenänderung von wenigen μm bis circa
250 μm ermöglicht werden können.
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Es
ist von Vorteil, wenn zwischen Stellglied und elastischem Leistenelement
mindestens ein exzentrisches Zwischenglied, vorzugsweise eine Exzenterwelle,
angeordnet ist. Bei entsprechender Ausführung des Zwischengliedes kann über eine
kleine Bewegung des Stellgliedes eine große Relativbewegung des Leistenelementes
erreicht werden.
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Es
ist günstig,
wenn das Leistenelement aus einem elastisch verformbaren Metall
und/oder Kohlefaserwerkstoff besteht.
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Um
den Verschleiß beziehungsweise
den Abrieb am Leistenelement durch den Kontakt mit der rotierenden
Oberfläche
der Auftragswalze gering zu halten, sollte das Leistenelement eine
Oberflächenbeschichtung
aufweisen, vorzugsweise eine Plasmabeschichtung und/oder eine Spritzbeschichtung. Aber
auch weitere abriebfeste Oberflächenbeschichtungen,
wie keramische Beschichtungen sind hierfür geeignet.
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Weiterhin
ist es vorteilhaft, wenn an und/oder in der Beschichtungskammer
Mittel zur Temperierung des Beschichtungsmittels angeordnet sind.
So hängt
die Visko sität
von fluiden Medien von der Temperatur ab. Wird die Temperatur des
Beschichtungsmittels geregelt und eingestellt, so kann hierdurch
die Fließfähigkeit
und somit die Dosierbarkeit des Beschichtungsmittels günstig beeinflusst
werden.
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Die
Mittel zur Temperierung können
als Leitungen ausgeführt
sein, die aus einem gut Wärme
leitenden Material bestehen und die innerhalb und/oder außerhalb
der Beschichtungskammer und/oder dem Beschichtungsmittel angeordnet
sind.
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Zur
Kontrolle der Temperatur innerhalb der Beschichtungskammer kann
mindestens ein Temperatursensor angeordnet sein, vorzugsweise ein
Platinwiderstand.
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Als
Temperaturmessstelle des Temperatursensors eignet sich zum einen
das Innere der Temperierungsleitungen. Hierbei kann die Temperatur
des Temperiermediums, welches eine Flüssigkeit oder ein Gas sein
kann, in der Nähe
der Beschichtungskammer gemessen werden.
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Alternativ
oder ergänzend
zu dieser Anordnung des Temperatursensors, kann der Temperatursensor
oder die Temperatursensoren direkt in das Beschichtungsmittel eintauchen,
so dass die exakte Temperatur des Beschichtungsmittels ermittelt
werden kann. Wird die Temperierung durch einen in das Beschichtungsmittel
eintauchenden Sensor bestimmt, ist eine schnelle Temperatureinstellung
und somit Einstellung der Viskosität des Beschichtungsmittels
möglich.
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Innerhalb
der Beschichtungskammer kann eine Rakel angeordnet sein. Diese Rakel
kann überschüssiges Beschichtungsmittel,
wie Farbe, Lack oder Feuchtmittel von der Auftragswalze abrakeln.
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Die
erfindungsgemäße Beschichtungsvorrichtung
kann als Farbwerk und/oder als Feuchtwerk ausgeführt sein und entsprechend das
Beschichtungsmittel Farbe und/oder Feuchtmittel sein. Alternativ
dazu kann die Beschichtungsvorrichtung auch als Lackwerk ausgeführt sein
und das Beschichtungsmittel Lack sein.
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Um
eine schnelle Schichtdicken- und Mengenregulierung des Beschichtungsmittels
zu gewährleisten,
ist auch eine geeignete Zufuhr des Beschichtungsmittels in die Beschichtungskammer
notwendig. Hierzu kann eine spezielle Dosiereinheit als Beschichtungsmittelzufuhr
vorgesehen sein. In einer möglichen
Ausführungsform
kann diese Dosiereinheit wie eine Spritze aufgebaut sein, wobei
das Beschichtungsmittel über
mindestens einem Stempel und über
ein Leitungssystem in die Beschichtungskammer gefördert werden
kann. Zur Befüllung
des Verdichterraumes kann eine zusätzliche Leitung angeordnet
sein. In den Leitungen können
geeignete Einwegventile integriert sein, so dass das Beschichtungsmittel
in eine Richtung gefördert
wird.
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Bevorzugte
Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung. Ausführungsbeispiele der Erfindung
werden, ohne hierauf beschränkt
zu sein, an Hand der Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt:
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1:
eine Seitenansicht eines Farbwerkes mit Auftragswalze und Druckzylinder;
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2:
eine Draufsicht auf das Farbwerk aus 1;
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3:
eine vergrößerte Schnittansicht
entlang der Linie I-I der 2;
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4:
eine Schnittansicht entlang der Linie II-II aus 1;
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5:
eine Draufsicht auf ein Farbwerk mit fünf Stellmotoren;
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6:
eine seitliche Schnittansicht entlang der Linie III-III der 5 durch
ein Farbwerk, bei dem die Farbzufuhr zonenweise über Stellmotore geregelt wird;
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7:
eine seitliche Schnittansicht eines Feuchtwerkes mit einer Spaltregelung
durch eine exzentrische Spindel;
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8 und 9:
eine seitliche Schnittansicht eines Farb- und Feuchtwerkes mit verschiedener
Regelung der Farb- und Feuchtmittelzufuhr;
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10:
eine schematische Darstellung einer Druckmaschine mit Regelung der
Farb- und Feuchtmittelzufuhr.
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Nachfolgend
wird die hier vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf die 1 bis 10 in größerem Detail
beschrieben.
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Die 1 zeigt
eine Seitenansicht einer möglichen
Ausführung
der neuen Beschichtungsvorrichtung. Diese Beschichtungsvorrichtung
ist als Farbwerk ausgebildet mit Auftragswalze 3 und Druckzylinder 1.
Der Druckzylinder 1, der in der Rotationsrichtung 2 dreht,
trägt an
seiner Oberfläche
ein einzufärbendes
Druckbild. Die gegenläufige
Auftragswalze 3 mit einer elastischen Oberfläche, welche
in der Rotationsrichtung 4 dreht, überträgt Farbe aus einer allseitig
abgeschlossenen, C-förmigen Farbkammer 5.
Die Auftragswalze 3 wird mit Hilfe eines Zahnriemens von
einem Motor 6 angetrieben. Die Farbkammer 5 befindet
sich innerhalb einer balkenförmigen
Struktur, die wiederum auf einem Grundgestell befestigt ist. Die
Farbkammer 5 wird über
Einstellschrauben an die Auftragswalze 3 gedrückt und
mit Schrauben an der Auftragswalze 3 fixiert. Um nun die
Schichtdicke des Farbfilmes auf der Auftragswalze 3 zu
dosieren, ist in dieser besonderen Ausführung an der Oberseite der
Farbkammer 5 im Kontaktbereich zur Auftragswalze 3 eine
Dosierleiste 7 angeordnet, die über ein oder mehrere längenveränderliche
Piezoelemente 8 mit variabler Kraft an die Auftragswalze 3 gedrückt wird.
Je stärker
die Dosierleiste 7 gegen die Auftragswalze 3 gedrückt wird, desto
dünner
ist die Farbfilmschichtdicke und umgekehrt. Um die Farbschichtdicke
innerhalb kleiner Zonen auf der Auftragswalzenoberfläche einzustellen, ist
es günstig,
mehr Piezoelemente 8 entlang der Länge der Auftragswalze 3 anzuordnen.
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Die 2 zeigt
eine Draufsicht auf das Farbwerk aus 1. Im oberen
Teil von 2 ist der Druckzylinder 1 zwischen
den Gestellwänden
der Druckmaschine dargestellt mit angrenzender Auftragswalze 3.
Unterhalb der Auftragswalze 3 ist die Farbkammer 5 dargestellt,
die von Temperierleitungen 9 durchzogen ist. Über diese
Temperierleitungen 9 werden ein gasförmiges oder flüssiges Medium
in die Farbkammer 5 ein- und ausgeleitet, um die Temperatur
und somit die Viskosität
der Farbe einzustellen. Im linken Bereich in 2 ist eine
besondere Farbdosiereinheit 11 dargestellt, die für eine gleich bleibende
Farbzufuhr sorgt. Über
einem Verdichterraum 11.1 wird Farbe mit Hilfe eines Kolbens
(nicht in 2 dargestellt) in die Farbkammer 5 gedrückt. Zur Farbzufuhr
in den Farbraum 5 wird der Kolben über die Steuerleitung 11.3 mit
Steuerventil zunächst
mit Überdruck
beaufschlagt, hierbei ist das Steuerventil der Farbzufuhrleitung 11.2 geschlossen.
Die verdichtete Farbe wird dann vom Verdichterraum 11.1 in
die Farbkammer 5 gedrückt.
Befindet sich keine Farbe mehr im Verdichterraum 11.1,
wird die Steuerleitung 11.3 belüftet, wodurch gleichzeitig
neue Farbe über die
Farbzufuhrleitung 11.2 mit nun geöffnetem Steuerventil in den
Verdichterraum 11.1 eingeführt wird. Anschließend kann
durch erneute Druckzufuhr über die
Leitung 11.3 bei nun geschlossenem Steuerventil die Farbzuführung in
die Farbkammer 5 erfolgen.
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Die
Farbdosiereinheit 11, die Temperierung beziehungsweise
deren Steuerventile, die Farbkammer 5 und die Piezoelemente 8,
werden über
einen Rechner 12 gesteuert und geregelt.
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Die 3 zeigt
eine vergrößerte Schnittansicht
entlang der Linie I-I der 2. In die
Farbkammer 5 wird über
den Farbzufuhrkanal 13 mit Hilfe von Bohrungen 14 die
frische Farbe gleichmäßig über die Länge der
Auftragswalze 3 verteilt.
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Die
Farbkammer 5 und die darin befindliche Farbe wird von Temperierrohren 9 und
in dieser Ausführung
von zwei Temperierkammern 9.1 umfasst. Von beiden Seiten
wird über
Leitungen 9 temperiertes Wasser diesen Kammern 9.1 zugeführt und über Leitungen 9 abgeführt. Da
die Temperatur des Farbwerkes bei steigender Betriebsdrehzahl steigt,
kann durch diese Regelung die Temperatur des Farbwerkes und damit
die Temperatur der Farbe konstant gehalten werden.
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Wie
in 3 gezeigt, wird bei Drehrichtung 4 der
Auftragswalze 3 die Farbe aus der Farbkammer 5 in
einen Spalt gezogen, der sich zwischen der Dosierleiste 7 und
der Auftragswalze 3 befindet. Durch Anlegen von Steuerspannungen
an die Piezoelemente 8 dehnen sich diese aus und drücken an
die Dosierleiste 7, wodurch sich der Spalt an der Auftragswalze 3 verändert. Dadurch
ergibt sich eine einstellbare Farbschichtdicke auf der Auftragswalze 3, die
der Farbabnahme auf dem Druckzylinder 1 entspricht. Diese
Farbabnahme wiederum ist von der verwendeten Papiersorte abhängig. Ziel
ist es, dem Druckzylinder 1 eine gleichmäßige Farbschicht
einstellbarer Dicke anzubieten. Über
die Piezoelemente 8 lassen sich Verformungen sowie Durchbiegungen der
Auftragswalze 3 ausgleichen, um eine gleichmäßige Schicht
zu erzeugen. Die über
die Farbspaltung zwischen der Auftragswalze 3 und dem Druckzylinder 1 nicht
verbrauchte Farbe wird über
einen Spalt in die Farbkammer 5 zurückgeführt und wieder mit frischer
Farbe vermischt. Die Farbe in dieser Farbkammer 5 wird
durch die Drehung der Auftragswalze 3 in Rotation um das
Temperierrohr 9 versetzt, wodurch sowohl eine gute Farbmischung
als auch eine gute Farbtemperierung stattfindet. Die Farbkammer 5,
die sich in Kontakt mit der Auftragswalze 3 befindet, bildet
einen allseitig geschlossenen Hohlraum und kann somit mit leichtem Überdruck,
der im Verdichterraum 11.1 erzeugt wird, betrieben werden.
Wird die Auftragswalze 3 in ihrer Drehung gestoppt, so fließt durch
die geschlossene Bauform keine Farbe aus. Um örtliche Farbpigmentansammlungen
in den Spalten nahe der Auftragswalze 3 zu vermeiden, kann
die Auftragswalze 3 in bekannter Weise mit einer Changierbewegung
in Achsrichtung bewegt werden.
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Die 4 zeigt
eine Schnittansicht entlang der Linie II-II aus 1.
In dieser Schnittansicht sind zum einen die Bohrungen 14 innerhalb
der Farbkammer 5 zu erkennen und zum anderen wird in dieser Schnittansicht
der Aufbau der Farbdo siereinheit 11 besser ersichtlich.
Die Schnittebene der Linie II-II verläuft durch den Verdichterraum 11.1 der
Farbdosiereinheit 11. In dieser Ansicht ist nun ein Schnitt
des Verdichterkolbens 11.4 zu erkennen, der die Farbe im Verdichterraum 11.1 zusammendrückt.
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Die 5 zeigt
eine Draufsicht auf ein Farbwerk mit fünf Stellmotoren 15.
Diese Stellmotore 15, die um eine schnelle Einstellung
der Farbschichtdicke gewährleisten
zu können, über eine
entsprechend schnelle Wegverstellung verfügen sollen, drücken zonenweise
auf die Dosierleiste 7. Hierdurch kann die Farbschichtdicke
entlang der Auftragswalze auf fünf
Zonen verteilt eingestellt werden.
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Die 6 zeigt
eine seitliche Schnittansicht entlang der Linie III-III der 5 durch
ein Farbwerk, bei dem die Farbzufuhr zonenweise über Stellmotore 15 geregelt
wird.
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Die 7 zeigt
eine seitliche Schnittansicht durch ein Feuchtwerk 28,
wobei die Spaltregelung, die die Feuchtmittelspaltdicke reguliert,
hier mit Hilfe einer exzentrischen Spindel 16 realisiert
wird. Um auf der Oberfläche
der Auftragswalze 3 eine schnelle Regelung des Feuchtmittelfilmes
zu ermöglichen,
wird die Dosierleiste 7 über eine exzentrische Spindel 16, die
von einem oder mehreren Stellmotoren 15 angetrieben wird,
mit variablem Anpressdruck an die Auftragswalzenoberfläche gedrückt. Vorteilhaft
an dieser Spaltregulierung ist, dass durch die „Hebelwirkung" der exzentrischen
Spindel 16 kleine Bewegungen des Stellmotors 15,
der die Spindel 16 dreht, schnell in eine Verformung der
Dosierleiste 7 umgesetzt werden und somit eine Spaltregelung
mit geringer zeitlicher Trägheit
realisiert werden kann. Weiterhin vorteilhaft an dieser Ausführung der
Erfindung ist der innere Aufbau der Feuchtmittelkammer 20. Über einen oder
mehrere Feuchtmittelzufuhrkanäle 18 wird
frisches Feuchtmittel auf die Auftragswalzenoberfläche aufgebracht.
Das Feuchtmittel kann auf der Auftragswalze 3 mit verschiedensten
Verunreinigungen, wie Papierstaub, verunreinigt werden. Um eine
Separierung des frischen Feuchtmittels und des in die Feuchtmittelkammer 20 zurückgeführten und
meist verunreinigten Feuchtmittels zu erreichen, ist in dieser Ausführung des
Feuchtwerkes eine Trennrakel 17 angeordnet, die die Feuchtmittelzuführung und Feuchtmittelrückführung trennt.
Hierdurch kann das verunreinigte Feuchtmittel nach Durchlauf über einen Feuchtmittelabfuhrkanal 19 gegebenenfalls
einen Reinigungsprozess durchlaufen. Weiterhin positiv wirkt sich
auch hier der geschlossene Aufbau der Beschichtungsvorrichtung aus,
so dass der Feuchtmittelverlust und die Feuchtmittelverunreinigung
gegenüber
offenen Feuchtwerken reduziert werden können.
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Die 8 zeigt
eine seitliche Schnittansicht eines Farbwerkes 27 und eines
Feuchtwerkes 28. Der prinzipielle Aufbau des Feuchtwerkes 28 entspricht
demjenigen Aufbau des Feuchtwerkes aus 7, wobei
im Unterschied dazu der Stellmotor 15 direkt auf die Dosierleiste 7 drückt. Das
Farbwerk 27 überträgt die Farbe
zunächst
auf die Auftragswalze 3, von der aus sie über weitere Übertragungswalzen 3.1 auf
den Druckzylinder übertragen
wird. Beim Waschvorgang wird die Farbe mit einer Farbrakel 29 abgerakelt.
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Die 9 zeigt
eine seitliche Schnittansicht einer weiteren Ausführung eines
Farbwerkes 27 und eines Feuchtwerkes 28, die als
Kurzfarbwerk und Kurzfeuchtwerk ausgebildet sind. Die Verstellung
der Dosierleiste 7 erfolgt dabei beim Farb- 27 und Feuchtwerk 28 mit
Piezoelementen 8.
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Die 10 zeigt
eine schematische Darstellung einer Druckmaschine mit schneller
Regelung der Farb- und Feuchtmittelzufuhr. An Hand der schematischen
Darstellung wird der Regelkreis für die Einfärbung der Druckzylinder erläutert. Von
einem Rollenwechsler 21 wird eine Papierbahn 22 abgezogen
und in bekannter Weise in den Druckwerken 23 beidseitig
bedruckt und anschließend
beim Durchlauf durch den Trockner 24 und das Kühlwerk 25 getrocknet.
In einer Bahnbeobachtungsstation 26 wird die Papierbahn 22 beidseitig
abgetastet und es werden Ist-Soll-Werte verglichen. Die Messwerte
werden einem Rechner 12 zugeleitet, der sie in Steuerungsbefehle
für die
Farb- und Feuchtwerke 27 und 28 eines jeden Druckwerkes 23 umsetzt.
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Durch
die erfindungsgemäße Beschichtungsvorrichtung
kann in der Ausführungsform
als Farb- oder Feuchtwerk in einer Druckmaschine der Farb-, Lack-,
oder Feuchtmittelverbrauch optimiert werden. Die Farb-, Lack- oder
Feuchtmittelzufuhr kann mit kurzer Reaktionszeit den Erfordernissen des
zu druckenden Bildes angepasst werden. Durch die Verkapselung und
Abdichtung der Farb-, Lack- oder Feuchtwerke werden Verschmutzungen
des frischen Feuchtwassers, der frischen Farbe oder des Lackes weitgehend
vermieden.
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Es
versteht sich, dass die vorstehend genannten Merkmale und die Merkmale
der Ansprüche nicht
nur in den jeweils angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen
Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der
Erfindung zu verlassen.
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- 1
- Druckzylinder
- 2
- Rotationsrichtung
Druckzylinder
- 3
- Auftragswalze
- 3.1
- Übertragungswalze
- 4
- Rotationsrichtung
Auftragswalze
- 5
- Farbkammer
- 6
- Motor
- 7
- Dosierleiste
- 8
- Piezoelement
- 9
- Temperierleitung
- 9.1
- Temperierkammer
- 10
- Temperatursensor
- 11
- Farbdosiereinheit
- 11.1
- Verdichterraum
- 11.2
- Farbzufuhr
mit Steuerventil
- 11.3
- Steuerleitung
für den
Verdichterkolben mit Steuerventil
- 11.4
- Verdichterkolben
- 12
- Rechner
- 13
- Farbzufuhrkanal
- 14
- Bohrung
- 15
- Stellmotor
- 16
- exzentrische
Spindel
- 17
- Trennrakel
- 18
- Feuchtmittelzufuhrkanal
- 19
- Feuchtmittelabfuhrkanal
- 20
- Feuchtmittelkammer
- 21
- Rollenwechsler
- 22
- Papierbahn
- 23
- Druckwerk
- 24
- Trockner
- 25
- Kühlwerk
- 26
- Bahnbeobachtungsstation
- 27
- Farbwerk
- 28
- Feuchtwerk
- 29
- Farbrakel