DE20320598U1 - Dosiereinrichtung für Farben und Lacke - Google Patents
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Abstract
Description
- Die Erfindung betrifft eine Dosiereinrichtung für Farben und Lacke unter Verwendung eines Zahnrakels
- Stand der Technik
- In Druckwerken wird zur Zuführung von Druckfarben oder Lacken jeweils ein Farbwerk oder ein Lackwerk verwendet. Derartiges Farbwerk oder Lackwerk beinhaltet eine Vielzahl von Walzen und eine diesen Walzen vorgeordnete Dosiereinrichtung. Die Dosiereinrichtung sorgt dafür, dass aus einem Reservoir für Druckfarben oder Lacke eine definierte Schicht abgezogen werden kann, die dann über die Walzen und eine Druckform auf einen Druckträger übertragen wird. Es ist weithin bekannt, als Dosiereinrichtung so genannte Aniloxwerke vorzusehen. Die Aniloxwerke beinhalten eine Farbkastenwalze, die mit einer gerasterten Oberfläche versehen ist. Diese so genannten Rasterwalzen sind gleichmäßig mit Näpfchen versehen, in die Druckfarbe oder Lack aufgenommen werden kann. Hierzu ist in einem Farbreservoir eine Rakel vorgesehen, die die Druckfarbe bzw. den Lack in die Näpfchen der Rasterwalze hineindrückt. Bei Rotation der Rasterwalze wird entsprechend der Abnahme von Druckfarbe bzw. Lack am Druckträger auch Farbe aus den Näpfchen in der Rasterwalze entnommen. Beim Rotieren der Rasterwalze werden die teilweise geleerten Näpfchen nach Durchlauf durch das Farbreservoir jeweils wieder gefüllt. Damit steht zu jedem Zeitpunkt bei der Versorgung des Farbwerkes bzw. des Lackwerkes eine gleiche Druckfarben- bzw. Lackmenge zur Verfügung. Nachteilig an der Vorrichtung ist, dass die Rasterwalze relativ aufwändig hergestellt werden muss. Außerdem ist die Rasterwalze mit einem stetig gleichen Farbaufnahmevolumen versehen. Die Näpfchen sind in ihrer Größe in aller Regel nicht veränderbar.
- Diese Nachteile wurden bereits früher erkannt und man hat versucht, anstatt der Rasterwalze eine glatte Walze mit einer daran angestellten Zahnrakel zu ersetzen. Eine derartige Zahnrakel bildet auf der mit ihr zusammenarbeitenden Walze ein Muster an Farbstreifen. Die Zahnrakel ist an ihrer der Walze zugeordneten Seite mit einer Zahnung versehen, wobei die Zahnerhöhungen auf der Oberfläche der Rasterwalze angestellt sind. Gleichzeitig bleiben die Ausnehmungen für den Durchlass von Druckfarbe oder anderen Medien offen. Dieses Dosiersystem hat den gleichen Vorteil wie eine Rasterwalze, in dem stetig ein gleiches Farbangebot nach Rotation der Walze und Passieren des Dosierbereiches erzeugt wird.
- Eine derartige Vorrichtung ist aus der
DE 34 28 073 A1 bekannt. Darin wird ein Kurzfarbwerk mit Zahnrakel für Hochund Flachdruckmaschinen beschrieben. Hierbei wird eine Zahnrakel entweder an eine weiche Anfärbewalze oder im negativen Sinn an eine harte Duktorwalze angestellt. Gleichzeitig kann an die Einfärbewalze bzw. die Duktorwalze oder eine auf diese folgende weitere Einfärbewalze eine Verteilerwalze angestellt sein. Die Verteilerwalze kann mit einem Verreibungsantrieb vorgesehen werden, um die durch die Zahnrakel entstandenen Farbstreifen auf der Oberfläche einer Walze zu vergleichmäßigen. Nachteilig an dieser Vorrichtung ist, dass eine Veränderung der zu dosierenden Druckfarbe bzw. des zu dosierenden Beschichtungsmediums nicht möglich ist. Weiterhin ist nachteilig, dass die Zahnrakel über ihre Lebensdauer hin gesehen ein verändertes Farbtransportvolumen ergibt, da die Zähne an ihrer auf der jeweiligen Walze aufliegenden Oberfläche verschleißen werden. Damit verringert sich mit der Zeit der Durchlass für das Beschichtungsmedium bzw. die Druckfarbe. - Aufgabe der Erfindung
- Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile der bekannten Vorrichtung zu beseitigen.
- Die Lösung der gestellten Aufgabe ergibt sich aus den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs 1.
- Danach sind mit Hilfe eines Zahnrakels in vorteilhafter Weise auch zonal dosierbare Farbführungen erreichbar. Hierzu wird gegenüber einer fest angestellten Zahnrakel ein zweites Rakelelement angeordnet. Dieses Rakelelement ist in der Lage die Durchlässe der als Ausnehmungen bezeichneten Zahnöffnungen zu vergrößern oder zu verkleinern.
- In einer ersten Ausführungsform werden zwei gleichartige Zahnrakel parallel angeordnet. Die Dosierung erfolgt durch Querverschiebung der beiden Rakelelemente, wobei sich die Ausnehmungen mehr oder weniger überdecken.
- Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform ergibt sich daraus, dass der Zahnrakel eine glatte Rakel zugeordnet ist. Die glatte Rakel kann in Richtung der Farbkastenwalze die Zähne unterschiedlich weit überdecken. Dadurch werden die Ausnehmungen der ersten Zahnrakel unterschiedlich weit geöffnet.
- In einer dritten Ausführungsform ergibt sich vorteilhafterweise aus einer Rollrakel die Dosierung über exzentrisch eingeschnittene Dosiernuten.
- Weitere Ausführungsformen und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Patentansprüchen.
- Beispiele
- In der folgenden Beschreibung werden Ausführungsbeispiele anhand von Zeichnungen näher dargestellt.
- Darin zeigen:
-
1 ein Prinzip eines Farbwerkes, -
2 eine Zahnrakel, -
3 eine erste Ausführungsform der Erfindung, -
3A ein Detail aus3 , -
4 eine zweite Ausführungsform der Erfindung, -
4a ein Detail aus4 , -
5 eine weitere Ausführungsform der Erfindung nach3 , -
6 eine weitere Ausführungsform der Erfindung nach4 , -
7 eine Ausführungsform mit Rollrakel, -
7a einen Schnitt durch die Rollrakel nach7 und -
7b eine Aufsicht auf die Rollrakel nach7 . - In
1 ist ein Schema eines Farbwerkes zur Verwendung in einer Druckmaschine oder einer anders gearteten Beschichtungsvorrichtung dargestellt, die eine Dosierung mittels einer Zahnrakel2 beinhaltet. Das Farbwerk kann auch für die Beschichtung mit Lacken oder lackähnlichen Substanzen verwendet werden. In dem Farbwerk ist eine Farbkastenwalze1 vorgesehen, gegen die eine Zahnrakel2 angestellt wird. Zwischen der Zahnrakel2 und der Farbkastenwalze1 bildet sich ein Reservoir für Beschichtungsmedium3 . Das Beschichtungsmedium kann Druckfarbe oder Lack oder Ähnliches sein. Mit der Farbkastenwalze1 zusammen arbeitet eine stark vergrößerte Auftragwalze. Die Auftragwalze4 wiederum arbeitet zusammen mit einem Formzylinder5 . In der dargestellten Ausführungsform ist die Auftragwalze4 mit dem gleichen Durchmesser versehen, wie der Formzylinder5 . Da die Zahnrakel2 auf der Farbkastenwalze1 ein streifenförmiges Farbmuster erzeugt, können an unterschiedlichen Stellen im Farbwerk Verteilwalzen eingesetzt werden. Beispielsweise kann an der Unterseite der Farbkastenwalze1 eine erste Verteilwalze6 eingesetzt werden. Diese ist in der Lage das Steifenmuster zu zerstören und kann mit einem Verreibungsantrieb versehen werden der die Glättung der Farbdosierung zusätzlich fördert. In gleicher Weise kann eine weitere Verteilwalze7 auf der Auftragwalze4 angeordnet sein. Die Verteilwalze7 arbeitet in gleicher Weise wie die Verteilwalze6 . Verreibantriebe fördern in beiden Fällen die seitliche Verteilung der streifenförmigen Farbanhäufungen. Die Verteilwalzen6 ,7 können auch alternativ einzeln eingesetzt werden. - In
2 ist die Form einer Zahnrakel2 dargestellt. Die Zahnrakel2 ist in der Form eines Metallblattes wie ein bekanntes Farbmesser mit einer Dosierkante2.1 ausgeprägt. Auf der Seite der Dosierkante2.1 der Zahnrakel2 ist eine Verzahnung in die Kante eingebracht. Dazu sind über die ganze Länge gleichmäßig verteilt Ausnehmungen2.2 in Form der Zahnöffnungen in die Dosierkante2.1 eingearbeitet. Dies kann über mechanische oder erodierende Verfahren erfolgen. Die Zahnrakel2 kann aus Metall oder aus Kunststoff hergestellt sein. Die Dosierkante2.1 kann so als Hilfsmittel gegen Verschleiß mit einem Überzug zum Verschleißschutz versehen sein. In gleicher Weise kann die Dosierkante2.1 auch durch bekannte Verfahren gehärtet werden. Die Verzahnung der Dosierkante2.1 der Zahnrakel2 kann auch ungleichmäßig angeordnet sein. Es gibt Drucksujets, die immer wieder gleich angewendet werden und es auf diese Weise erlauben, eine unterschiedliche Versorgung mit Beschichtungsmedium herzustellen. Dies kann bei der Verzahnung der Zahnrakel2 schon berücksichtigt werden. - In
3 ist eine erste Ausführungsform einer Zahnrakel2 mit Dosiereinrichtung gezeigt. Die Zahnrakel2 ist hierzu mit einer gleichartigen Zahnrakel10 kombiniert. Die beiden Zahnrakel2 ,10 liegen parallel wobei sie jeweils eine Dosierkante2.1 bzw.10.1 aufweisen. Die Verzahnung der Zahnrakel2 ,10 ist in gleicher Weise ausgeführt, d.h. die Zahnteilung und die Tiefe der Ausnehmungen sind für beide Zahnrakel gleich groß. Zur Dosierung wird die Zahnrakel10 in Längsrichtung der Ausdehnung gegenüber der Zahnrakel2 verschoben. Dabei ergibt sich eine Teilüberdeckung der Ausnehmungen2.2 und10.2 . Durch beliebige Verschiebung ergibt sich so ein unterschiedlicher Durchlass für das Beschichtungsmedium. Die beiden Zahnrakel2 ,10 liegen dabei mit ihrer Dosierkante2.1 ,10.1 jeweils an der Farbkastenwalze1 an. Die Funktion der Dossierung ist in3a im Detail erläutert. Hier sind wieder beide Zahnrakel2 ,10 erkennbar. Hier wird speziell auf jeweils zwei Zähne einer Zahnrakel2 ,10 hingewiesen. Die Dosierkanten2.1 und10.1 liegen parallel zueinander. In gleicher Form liegen die Ausnehmungen2.2 und10.2 parallel zueinander. In3a ist eine Teilüberdeckung gezeigt, wobei die Zahnrakel10 gegenüber der Zahnrakel2 von der vollkommenen Überdeckung aus nach links verschoben ist. Damit ergibt sich eine entsprechend der schraffiert gezeigten Fläche gestaltete Durchlassöffnung X, die den Querschnitt des tatsächlich zu fördernden Stromes an Beschichtungsmedium darstellt. - Bei einer Ausführungsform einer Zahnrakel,
2 ,10 als Kunststoffelement, was eine besonders kostengünstige Herstellung erlaubt, lässt sich mit der gezeigten Dosiereinrichtung einen Verschleißausgleich herstellen. Wenn die Dosierkante2.1 bzw.10.1 einer Kunststoffzahnrakel verschleißt, ergibt sich mit der Betriebsdauer eine geringere Tiefe der Ausnehmungen2.2 ,10.2 . Damit kann aber über die Verschiebung der Zahnrakel2 ,10 zueinander die Durchlassöffnung über eine Erweiterung durch Querverschiebung der Zahnrakel10 ausgeglichen werden. - In
4 ist eine zweite Ausführungsform einer Zahnrakel2 mit Dosiermöglichkeit gezeigt. Der Zahnrakel2 mit ihrer Dosierkante2.1 und den Ausnehmungen2.2 ist eine Dosierrakel20 zugeordnet. Die Dosierrakel20 weist eine Dosierkante20.1 auf. Im Betrieb wird die Zahnrakel2 mit ihrer Dosierkante2.1 an eine Farbkastenwalze1 angestellt. Gleichzeitig liegt die Dosierrakel20 auf der Zahnrakel2 auf. Die Dosierrakel20 kann mittels eines Antriebes parallel zur Zahnrakel2 und zwar sowohl in Richtung zur Farbkastenwalze1 hin als auch von dieser weg verschoben werden. Damit ergibt sich durch Überdeckung der Dosierkante20.1 der Dosierrakel20 mit den Ausnehmungen2.2 in der Zahnrakel2 eine unterschiedliche Größe der frei durchströmbaren Öffnung der Ausnehmungen2.2 . - Die Dosiermöglichkeit ist in
4a im Detail dargestellt. Hier wird wiederum die Zahnrakel2 und die Dosierrakel20 gezeigt. In einem Ausschnitt der Dosierkante20.1 der Dosierrakel20 ist eine volle Öffnung einer Ausnehmung2.2 gezeigt. Es ist auch erkennbar, dass die Dosierrakel20 mit dem Horizont seiner Dosierkante20.1 einen Teil der Ausnehmung2.2 abdeckt. Von dieser Kante der Dosierkante20.1 bis zur Dosierkante2.1 der Zahnrakel2 ergibt sich die maximal mögliche Öffnung zum Aufbringen von Beschichtungsmedium auf die Farbkastenwalze1 . Die Durchlassöffnung ist mit Y bezeichnet. - Bei einer Verwendung einer Zahnrakel
2 aus Kunststoff wie weiter oben schon gesagt, ist es möglich mit diesem Dosiersystem einen Verschleißausgleich herzustellen. Bei Anlage der Zahnrakel2 über seine Dosierkanten2.1 an einer Farbkastenwalze1 ergibt sich an der Dosierkante2.1 ein Verschleiß. Damit wird die Tiefe der Ausnehmungen2.2 kontinuierlich geringer. Da aber der eigentliche Ort der Dosierung an der verschiebbaren Dosierrakel20 mit der Dosierkante20.1 zu sehen ist, kann der Verschleiß an der Dosierkante2.1 der Zahnrakel2 durch Verschieben der Dosierrakel20 mit seiner Dosierkante20.1 nachreguliert werden. Damit wird die Betriebsdauer einer solchen Zahnrakel2 trotz kostengünstiger Herstellung aus Kunststoff oder einem anderen weichen Material erheblich verlängert. - In
5 ist eine Variante des Dosiersystems nach3 dargestellt. Hier ist auf der Zahnrakel2 eine Vielzahl von weiteren Zahnrakeln11 angeordnet. Die Zahnrakeln11 sind in gleicher weise wie die Zahnrakeln10 mit einer identischen Verzahnung zur Zahnrakel2 versehen. Die Zahnrakeln11 überstreichen allerdings nur einen Teilbereich der Breite der Zahnrakel2 . Jede Zahnrakel11 ist für sich gesehen parallel zur Längsausdehnung der Zahnrakel2 beweglich. Allerdings ist jede Zahnrakel11 nur über einen bestimmten Bewegungsbereich verschiebbar, da die benachbarte Zahnrakel11 ebenfalls bewegt werden können muss. Auf die Weise der Anordnung der Zahnrakeln11 zum Zahnrakel2 kann nun für jede der Zonen, die durch eine Zahnrakel11 definiert sind, ein unterschiedlicher Durchlass für die von den Zähnen der Zahnrakeln11 und der Zahnrakel2 überdeckten Bereiche vorgesehen werden. Die Funktion ist vergleichbar mit derjenigen Funktionsweise, die bereits zum Zahnrakel10 beschieben wurde. Für die Zahnrakel2 ist wieder eine Anordnung von Dosierkante2.1 und Ausnehmungen2.2 vorgesehen. Die Zahnrakeln11 sind mit einer Dosierkante11.1 und diesen zugeordneten Ausnehmungen11.2 versehen. Durch Verschiebung der einzelnen Zahnrakeln11 gegenüber der Zahnrakel2 ergeben sich unterschiedliche Überdeckungen der Ausnehmungen2.2 und11.2 . Damit wird für jede Zahnrakel11 eine bestimmte Menge an Beschichtungsmedium zur Dosierung auf der Farbkastenwalze1 durchgelassen. - Eine Variante zur Dosiereinrichtung nach
4 ist in6 beschrieben. Hierbei ist die Dosierrakel20 aus4 in der6 durch eine Reihe von parallel angeordneten Teilrakeln21 ersetzt. Auf der Zahnrakel2 sind also parallel im geschilderten Fall fünf Teilrakeln21 angeordnet. Jede Teilrakel21 ist gegenüber der Zahnrakel2 in Längsrichtung bzw. in Richtung zur Farbkastenwalze1 hin oder von der Farbkastenwalze1 weg verschiebbar. Dabei ergeben sich wie bereits unter4a beschrieben unterschiedlich große Öffnungen als Durchlass für Beschichtungsmedium. Da die Teilrakeln21 mit ihren Dosierkanten21.1 unterschiedlich weit im Bezug auf die Dosierkante2.1 der Zahnrakel2 vorgeschoben werden können, ergeben sich auch für jede Zone einer Teilrakel21 unterschiedliche Durchlässe an der Zahnrakel2 . Damit ist eine differenzierte Dosierung von Beschichtungsmedium über die gesamte Breite der Zahnrakel2 möglich. Weiterhin kann auch die Zufuhr von Beschichtungsmedium insgesamt abgestellt werden. - Ergänzend gilt für die Ausführungsformen nach
5 und6 die gleiche Nachstellmöglichkeit bei Verschleiß der Zahnrakel2 wie sie bereits im Zusammenhang der3 und4 beschrieben wurde. - Schließlich ist die
7 ein Dosiersystem mit einer Zahnrakel in Form einer Rollrakel30 beschrieben. An eine Farbkastenwalze1 ist die Rollrakel30 angestellt. Diese Rollrakel30 bildet gemeinsam mit der Farbkastenwalze1 ein Farbreservoir3 . Durch Dosiernuten32 in der Rollrakel30 wird ein unterschiedlich dicker Farbstreifen in der Breite der Dosiernuten32 zur Dosierung auf die Farbkastenwalze1 übertragen. - In
7a ist die Rollrakel30 im Querschnitt in Vergrößerung dargestellt. Hierbei ist als Dosierbereich zwischen einem stegförmigen äußeren Steg31 der Rollrakel30 und einer exzentrisch geformten Einsenkung als Dosiernut32 definiert. Je nachdem in welchem Bereich der Dosiernut32 die Rollrakel30 der Farbkastenwalze1 gegenüber angestellt ist, ergeben sich unterschiedlich tiefe Dosierzonen innerhalb der Dosiernuten32 und damit unterschiedlich dicke Durchlässe für z.B. Druckfarbe. Die Rollrakel30 ist in ihrer Gänze mit einer Vielzahl von solchen Dosiernuten32 versehen. Dies ist in7b dargestellt. Hier wechselt sich jeweils ein Steg31 und ein Dosiernut32 miteinander über die ganze Länge der Rollrakel30 gleich verteilt ab. - Mit den gezeigten Dosiersystemen kann in vorteilhafter Weise ein relativ dünnflüssiges Beschichtungsmedium bzw. ebenso eine relativ dünnflüssige Druckfarbe gegenüber einer Farbkastenwalze
1 dosiert werden. Der Vorteil der immer wieder gleichmäßig neu erzeugten Farbgrundschicht in Streifenform wird ergänzt durch die Dosierbarkeit der in dieser Form übertragenen Medien- bzw. Farbmenge. Als flüssige Medien kommen hier insbesondere Flexodruckfarben oder Lackfarben oder Glanzlacke in Betracht. - Zur Funktionalität der Dosiereinrichtung insgesamt sind verschiedene Varianten möglich. Zum einen kann jede der beschriebenen Zahnrakeln als seitlich changierend gegenüber der Farbkastenwalze
1 angeordnet werden. Damit wird erreicht, dass einerseits eine Übertragung von Einschleifspuren auf die Farbkastenwalze1 vermieden wird. Andererseits wird das Streifenmuster des Beschichtungsmediums besser über die Farbkastenwalze1 verteilt. Je nach Geschwindigkeit der Changierbewegung kann die Farbübertragung damit zusätzlich gesteuert werden. - Die Art der Aussparungen bzw. Dosieröffnungen an den jeweiligen Zahnrakeln können je nach gewünschter Farbführung oder Konsistenz der zu verarbeiteten Farbe bzw. des zu verarbeitenden Beschichtungsmediums verändert werden. Gleichfalls kann, wie weiter oben bereits bemerkt, die Verteilung der Größe der Aussparungen bzw. Dosieröffnungen über die Länge der Zahnrakel diskontinuierlich sein. So kann die Größe der Aussparungen bzw. Dosieröffnungen im Zahnrakel für dünnflüssigere Farben kleiner gewählt werden. Gleichfalls können die Aussparungen bzw. Dosieröffnungen der Verzahnung in der Zahnrakel in Bereichen mit standardmäßig geringerer Farbführung kleiner gewählt werden.
- Weiterhin kann die Form der Aussparungen bzw. Dosieröffnungen in jeder Zahnrakel variabel sein. Die Aussparungen bzw. Dosieröffnungen können dreieckig, gerundet oder rechteckig bzw. quadratisch sein. Weiterhin können die Ausnehmungen an ihrer Oberfläche bearbeitet sein. Hierbei kann eine scharfe Abrisskante oder eine Verrundung oder eine Schräge vorteilhaft eingesetzt werden.
- Die Ausführungsform der Farbkastenwalze
1 wird in bevorzugter Weise als glatte und harte Walze zu wählen sein. Die Oberfläche sollte wegen der hohen Kosten für eine solche Walze relativ verschleißfest sein. Hierbei kommen Beschichtungen mit Hartmetallen oder mit Keramiken in Frage. - Die Glätte kann durch Nachbearbeiten erzeugt werden. Die Farbkastenwalze
1 sollte relativ steif ausgebildet sein und nicht zur Durchbiegung neigen. Durch eine eventuell recht feine Zähnung einer Zahnrakel kann es sonst zu ungleichmäßiger Dosierung des Beschichtungsmediums kommen. Vorteilhaft an dieser Anordnung ist, dass zum Austauschen von Dosiersystemen abhängig von der Qualität des Beschichtungsmediums oder der vorgesehenen Größenordnung der Auftragsmenge nicht mehr eine Rasterwalze vollständig ausgetauscht werden muss, sondern lediglich eine einfache Rakel im Farbkasten ausgewechselt werden muss. Die Dosierung der Beschichtungsmedien erfolgt nach wie vor über die Verschiebung der beiden Rakelelemente zueinander. Weiterhin kann ein eventuell auftretender Verschleiß durch die Dosierelemente nachgeregelt werden. - Weiterhin ist von Vorteil, dass die hier zu verwendete Farbe bzw. das Beschichtungsmedium nicht so dünnflüssig sein muss wie dies für dies für die bisher gebräuchlichen Rasterwalzen notwendig ist. Die Reinigung des Systems ist folglich auch einfacher, da eine sehr viel geringere Oberfläche mit Farbe bzw. Beschichtungsmedium benetzt wird. Auch müssen keine Vertiefungen in einer Rasterwalze ausgespült werden.
- Schließlich kann der Verschleiß durch die Wahl günstiger Werkstoffpaarungen sehr gering gehalten werden. Bereits erwähnt wurde, dass auch sehr kostengünstige Werkstoffe wie Kunststoff einsetzbar sind, da das System sehr leicht nachregelbar ist.
- Schließlich ist diese Dosiermöglichkeit auch in so genannten Kammerrakeln einsetzbar. Hierbei ist ein Farbkasten an einer Farbkastenwalze derart erzeugt, dass das Farbreservoir durch zwei Rakel gebildet wird. Hierbei ist in Laufrichtung der Farbkastenwalze eine Dosierrakel und auf der endgegengesetzten Seite eines Halters eine Schließrakel angeordnet. Die beiden Rakel sind an die Farbkastenwalze angestellt und bilden gemeinsam mit dem Halter eine Kammer die von der Farbkastenwalze abgeschlossen wird. Die Dosierrakel kann nunmehr durch ein Zahnrakelsystem der beschriebenen Art ersetzt werden. Hierbei ergibt sich eine starke Verbesserung für die Zufuhr von Beschichtungsmedium zu Auftragswerken. Beim Betriebsende kann das beschriebene Dosiersystem verschlossen werden, so dass kein Beschichtungsmedium aus dem Kammerrakel austreten kann.
- Das beschriebene System bietet weitere Ausbildungs- und Anwendungsmöglichkeiten, die hier nicht näher beschrieben wurden. Weiterhin sind verfahrenstechnische Verbesserungen dahingehend möglich, dass der Anstelldruck und der Anstellwinkel des Zahnrakelsystemes an die Farbkastenwalze variiert wird.
-
- 1
- Farbkastenwalze
- 2
- Zahnrakel
- 2.1
- Dosierkante
- 2.2
- Ausnehmung
- 3
- Farbreservoir
- 4
- Auftragwalze
- 5
- Formzylinder
- 6
- Verteilwalze
- 7
- Verteilwalze
- 10
- Zahnrakel
- 10.1
- Dosierkante
- 10.2
- Ausnehmung
- 11
- Zahnrakel
- 10.1
- Dosierkante
- 11.2
- Ausnehmung
- 20
- Dosierrakel
- 20.1
- Dosierkante
- 21
- Teilrakel
- 21.1
- Dosierkante
- 30
- Rollrakel
- 31
- Steg
- 32
- Dosiernut
- X
- Durchlassöffnung
- Y
- Durchlassöffnung
Claims (12)
- Vorrichtung zur Dosierung von Druckfarbe oder einem Beschichtungsmedium in einem Farbwerk oder einem Auftragswerk einer Druckmaschine oder einer Beschichtungsmaschine mit einem eine Druckform tragenden Formzylinder, mit einer Auftragwalze und einer Farbkastenwalze, weiterhin mit einer Rakel zur Dosierung der auf die Farbkastenwalze übertragenen Menge an Druckfarbe oder Beschichtungsmedium, wobei die Rakel an ihrer Dosierkante, die gegen die Farbkastenwalze anstellbar ist, eine Verzahnung aufweist, dadurch gekennzeichnet, das die Farbkastenwalze (
1 ) eine glatte oder harte und glatte Oberfläche aufweist und dass der mittels der Zahnrakel (2 ;10 ;11 ;20 ;21 ;30 ) erzeugbare Auftrag an Beschichtungsmedium an der Farbkastenwalze (1 ) mittels eines Dosiersystemes veränderbar ist. - Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an der Zahnrakel (
2 ) eine Einrichtung zum Verschließen oder Öffnen von Ausnehmungen (2.2 ) in der Verzahnung vorgesehen ist. - Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Zahnrakel (
2 ) eine zweite Zahnrakel (10 ) mit gleicher Verzahnung zugeordnet ist, wobei die zweite Zahnrakel (10 ) parallel zur Zahnrakel (2 ) angeordnet und gegenüber dieser in Längsrichtung verschiebbar ist. - Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Zahnrakel (
10 ) in Längsrichtung der Farbkastenwalze (1 ) in mehrere zonenbreite Zahnrakeln (11 ) aufgeteilt ist, wobei die Zahnrakeln (11 ) gemeinsam oder unabhängig voneinander verstellbar angeordnet sind. - Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Zahnrakel (
2 ) eine Dosierrakel (20 ) zugeordnet ist, wobei die Dosierrakel (20 ) eine glatte Dosierkante aufweist, und dass die Dosierrakel (20 ) in Richtung zur Farbkastenwalze (1 ) hin oder von dieser weg gegenüber der Zahnrakel (2 ) verstellbar ist. - Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Dosierrakel (
20 ) in Längsrichtung der Farbkastenwalze (1 ) in Teilrakeln (21 ) aufgeteilt ist, wobei die Teilrakeln (21 ) gemeinsam oder unabhängig voneinander verstellbar angeordnet sind. - Vorrichtung nach Anspruch 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens die mit der Farbkastenwalze (
1 ) in Berührung stehende Zahnrakel (2 ;10 ,11 ;20 ,21 ) aus Kunststoff hergestellt ist. - Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnrakel als Rollrakel (
30 ) ausgebildet ist. - Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollrakel (
30 ) als zylindrischer Stab ausgebildet ist, dass als Verzahnung eine gleichmäßige Anordnung von Dosiernuten (32 ) längs einer Linie der Rollrakel (30 ) eingebracht sind, wobei die Dosiernuten (32 ) jeweils einen Nutgrund aufweisen, der gegenüber zwischen den Dosiernuten (32 ) liegenden Stegen (31 ) exzentrisch zur Achse der Rollrakel (30 ) verläuft, derart, dass die Dosiernuten (32 ) beiderseits ihres Zentrums in der Oberfläche der Rollrakel (30 ) auslaufen. - Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zahnrakel (
2 ;10 ;11 ;20 ;21 ;30 ) gegenüber der Farbkastenwalze (1 ) changierbar angeordnet ist, derart, dass wenigstens die das Beschichtungsmedium durchlassenden Ausnehmungen (2.2 ) der Zahnrakel (2 ) bzw. die Dosiernuten (32 ) der Rollrakel (30 ) in dosierter Einstellung parallel zur Achse der Farbkastenwalze (1 ) und zyklisch hin- und hergehend bewegt werden. - Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis zwischen der Drehzahl der Farbkastenwalze (
1 ) und der Frequenz der Changierbewegung veränderbar ist. - Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Hub und/oder die Frequenz der Changierbewegung veränderbar sind.
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| DE20320598U DE20320598U1 (de) | 2003-08-16 | 2003-08-16 | Dosiereinrichtung für Farben und Lacke |
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Publications (1)
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|---|---|---|---|
| DE20320598U Expired - Lifetime DE20320598U1 (de) | 2003-08-16 | 2003-08-16 | Dosiereinrichtung für Farben und Lacke |
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2003
- 2003-08-16 DE DE20320598U patent/DE20320598U1/de not_active Expired - Lifetime
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