DE102005037964B4 - Elektromagnetventil - Google Patents
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Abstract
Elektromagnetventil, das in einer Ventilaufnahmebohrung eines mit mehreren Druckmittelkanälen versehenen Gehäuses einfügbar ist, mit einer Magnetspule zur Betätigung eines scheibenförmigen Magnetankers, der in einem Axialabstand zur Magnetspule zwischen einem die Magnetspule aufnehmenden Magnetkern und einem Gehäuseteil angeordnet ist, mit einem bei Erregung der Magnetspule überbrückbaren ersten Arbeitsluftspalt, der zwischen dem Magnetkern und dem Magnetanker vorgesehen ist, sowie mit einer Feder zur Positionierung eines mit dem Magnetanker verbundenen Ventilschließgliedes in seiner Grundstellung, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der vom Magnetkern (5) abgewandten Seite des Magnetankers (3) und dem Gehäuseteil (7) ein weiterer Arbeitsluftspalt (6) vorgesehen ist, der bei Erregung der Magnetspule (1) vom Magnetfluss überbrückbar ist.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Elektromagnetventil nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
- Aus der
US 6,848,669 B2 ist bereits ein derartiges Elektromagnetventil bekannt geworden, dessen Ventilgehäuse ein mit einem scheibenförmigen Magnetanker zusammenwirkendes Ventilschließglied aufnimmt, das auf einen Ventilsitz im Ventilgehäuse gerichtet ist. Zur Betätigung des Magnetankers ist eine Magnetspule in einem Magnetkern vorgesehen, die bei elektrischer Bestromung ein Magnetfeld erzeugt, dessen Kraftlinien über einen Arbeitsluftspalt in die dem Magnetkern zugewandte Stirnfläche des Magnetankers axial ein- als auch austreten. - Die vorgestellte Ventilkonstruktion erlaubt keine Magnetkreisproportionalisierung. Das Ventil ist ausschließlich binär schaltbar und somit in seiner Funktion nur beschränkt einsetzbar.
- Zur Vermeidung eines magnetischen Kurzschlusses ist der Magnetkern unterhalb der Magnetspule geöffnet, so dass bei einer ungenügenden Abdichtung des Ankerraums die Magnetspule dem Arbeitsdruck ausgesetzt ist.
- Auch aus der nachveröffentlichten
DE 10 2005 006 228 A1 geht analog zum Elektromagnetventil gemäßUS 6,848,669 B2 zur Betätigung eines Magnetankers eine in einem Magnetkern angeordnete Magnetspule hervor, wobei der Magnetanker zur verbesserten Ausnutzung der Magnetkraft bei stromdurchflossener Magnetspule im Bereich eines Axialluftspalts einem axialen Ein- und Austritt von Magnetfeldlinien ausgesetzt ist. - Daher ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Elektromagnetventil der angegebenen Art derart zu verbessern, dass die vorgenannten Nachteile vermieden werden.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß für ein Elektromagnetventil der angegebenen Art mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
- Weitere Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung gehen im folgenden aus der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand zweier Zeichnungen hervor.
- Es zeigen:
-
1 ein Elektromagnetventil mit den erfindungswesentlichen Merkmalen im Längsschnitt, -
2 eine Draufsicht auf den in1 abgebildeten Magnetankers von unten gesehen. - Die
1 zeigt ein im Längsschnitt abgebildetes, als Proportionaldruckregelventil dargestelltes Elektromagnetventil, das ein in Patronenbauweise zweiteilig ausgeführtes Ventilgehäuse aufweist, bestehend aus einem Magnetkern5 und einem unterhalb am Magnetkern5 befestigten Gehäuseteil7 , welcher ein in Plattenankerbauweise ausgeführten Magnetanker3 aufnimmt, der ein Ventilschließglied14 in Form einer mittig am Magnetanker3 angeschweißten Kugel aufweist, die auf einen Ventilsitz8 im Gehäuseteil7 gerichtet ist. Zur Betätigung des Magnetankers3 ist im Magnetkern5 eine Magnetspule1 platzsparend integriert. Radial innenliegend wie auch radial außenliegend zur Magnetspule1 befindet sich der den Magnetfluss leitende Teil des Magnetkerns5 , wobei zur Vermeidung eines magnetischen Kurzschlusses der ferromagnetisch leitende Teil des Magnetkerns5 unterhalb der Magnetspule1 durch einen den Magnetfluß nicht oder nur vernachlässigbar gering leitenden, dünnwandigen Abschnitt unterbrochen ist. - Zur Erzielung einer möglichst hohen Entmagnetisierung des Magnetkerns
5 im Bereich des dünnwandigen Abschnitts, ist der Boden der Ringöffnung15 mit einer konzentrisch umlaufenden Schweißnaht18 versehen. Ferner ist im dünnwandigen Abschnitt des Bodens ein austentischer Ring24 eingelassen, der von der Schweißnaht18 gehalten wird. - Durch die Werkstoffeigenschaften des Rings
24 und der Schweißnaht18 ist der Magnetfluß im dünnwandigen Bodenabschnitt des Magnetkerns5 soweit abgeschwächt, dass der zur elektromagnetischen Betätigung des Magnetankers3 abgebildete Magnetfeldlinienverlauf kurzschlussfrei gewährleistet ist. - Als für die Erfindung bedeutendes Merkmal weist das Elektromagnetventil außer einem zwischen dem Magnetkern
5 und dem Magnetanker3 vorgesehen ersten Arbeitsluftspalt2 ein weiterer Arbeitsluftspalt6 zwischen der vom Magnetkern5 abgewandten Seite des Magnetankers3 und dem Gehäuseteil7 auf, der bei Erregung der Magnetspule1 ebenso wie der erste Arbeitsluftspalt2 vom Magnetfluss radial überbrückbar ist. Vorteilhaft ist der Magnetanker3 durch den Magnetkern5 innerhalb des ersten Arbeitsluftspalts2 radial und damit axialkraftfrei geführt. - Zur radialen Führung des Magnetankers
3 weist der Magnetkern5 mehrere gleichmäßig über die Stirnfläche des Magnetkerns5 in Richtung des Magnetankers3 hervorstehende Fortsätze19 auf, die sich in mehrere gleichmäßig über die Querschnittsfläche des Magnetankers3 verteilte Ausnehmungen17 erstrecken. Dies ist durch2 besonders gut erkennbar. - Das unterhalb des Magnetankers
3 angeordnete Gehäuseteil7 ist als separat handhabbares und mit dem Magnetkern5 fest verbundenes, magnetisches Bauteil ausgeführt, das den radialen Feldlinienübergang und damit den Feldlinienverlauf in einem zwischen dem Magnetanker3 und dem Ringbund am Magnetkern5 gelegenen zweiten Arbeitsluftspalt6 bestimmt. - Zur Magnetfeldproportionalisierung ist die Wandstärke des Gehäuseteils
7 im Bereich des zweiten Arbeitsluftspalts6 nicht konstant ausgeführt, weshalb der Rand des topfförmigen Gehäuseteils7 zur Bildung einer sogenannten Proportionalkontur vorzugsweise eine Anfasung23 aufweist. Bei elektromagnetischer Erregung ist somit zu Druckregelzwecken ein stetiges Eintauchen des Magnetankers3 in das topfförmiges Gehäuseteil7 gewährleistet, bis schließlich das Ventilschließglied14 am Ventilsitz8 anliegt. - Ferner ist aus
1 ersichtlich, dass die Stirnfläche des Magnetankers3 einen den Außenumfang der Magnetspule1 umschließenden, den Magnetfluss leitenden Teil des Magnetkerns5 überdeckt. Die Magnetspule1 ist vorteilhaft von oben in eine an die Baugröße der Magnetspule1 angepasste Ringöffnung15 des Magnetkerns5 eingefügt, die beiderseits vom magnetisch leitenden Teil des Magnetkerns5 begrenzt ist. Hierdurch ist die Magnetspule1 vorteilhaft dem Hydraulikdruck nicht ausgesetzt und muss infolge der einteiligen Ausführung des magnetisch nicht leitenden mit dem leitenden Teils am Boden des Magnetkerns5 nicht aufwendig abgedichtet werden. Man gelangt somit zu einer möglichst kompakten, leckagefreien Baugruppe für den Magnetantrieb, die sich in der Serienfertigung sehr einfach herstellen lässt. - Die Magnetspule
1 ist oberhalb der Ringöffnung15 von einer Magnetschlussscheibe22 verdeckt, die zur Schließung des Magnetkreises flächig am magnetisch leitenden Teil des Magnetkerns5 anliegt. - Zur Verringerung des hydraulischen Widerstands ist der Magnetanker
3 mit mehreren über der Magnetankerfläche symmetrisch zur Ventillängsachse verteilten Durchgangsöffnungen13 versehen. Der Magnetanker3 als auch die Durchgangsöffnungen13 sind durch Stanzen des Magnetankers3 besonders rationell hergestellt. - Der Magnetkern
5 besteht aus einem bevorzugt durch Kaltschlagen oder Fließpressen oder ggf. auch durch Zerspanen von Automatenstahl hergestelltes Zylinderteil, das die an sich bisher aus dem Stand der Technik bekannte zerklüftete Anordnung der Ventileinzelteile nunmehr als im Magnetkern5 integrierte Teile äußerst kompakt vereinigt. - Der Magnetkern
5 ist als Patronenkörper5 mit dem in Topfbauweise ausgeführten Gehäuseteil7 automatengerecht in die Ventilaufnahmebohrung16 des die Druckmittelkanäle9 ,10 aufweisenden Gehäuses11 flüssigkeitsdicht eingesetzt. - Damit der Magnetkern
5 die Funktion eines die Ventilaufnahmebohrung16 abdichtenden Verschlussstopfens übernehmen kann, ist der Magnetkern5 aus einem gegenüber dem Material des Gehäuses11 härteren Werkstoff hergestellt, der am Außenumfang eine Stufe mit einer Ausnehmung12 aufweist, in die beim Einpressen des Magnetkerns5 in die Ventilaufnahmebohrung16 das weichere Material des Gehäuses11 verdrängt wird. - Der den Magnetfluss nicht leitende, austenitische Gehäusetopf
7 besteht aus einem durch Tiefziehen besonders kostengünstig und präzise hergestellten Dünnblechteil, das an dem den Magnetfluss leitenden Bund des Magnetkerns5 druckmitteldicht, bevorzugt mittels einer Schweißverbindung befestigt ist. Der Topfboden weist den Ventilsitz8 auf, über den eine hydraulische Verbindung zum Druckmittelkanal10 möglich ist. - Zur Einhaltung einer möglichst geringen Bauhöhe ist zwischen dem Gehäuseteil
7 und dem Magnetanker3 als Feder20 eine Tellerfeder angeordnet, die im elektrisch nicht erregten Zustand der Magnetspule1 den Magnetanker3 mit dem Ventilschließglied14 vom Ventilsitz8 abgehoben hält. - Das vorgestellte Elektromagnetventil kommt bevorzugt in einem schlupfgeregelten Kfz-Bremssystem zur Anwendung, wozu das nur abschnittsweise abgebildete blockförmige Gehäuse
11 zur Aufnahme mehrerer Elektromagnetventile eine Vielzahl von Ventilaufnahmebohrungen16 aufweist, die in einer oder in mehreren Reihen die Elektromagnetventile in einer Fläche des Gehäuses11 ohne Überstand aufnehmen. Hierdurch ergibt sich ein besonders kompaktes Bremsgerät, dessen blockförmiges Gehäuse11 aufgrund der geringen Bauhöhe des abgebildeten Elektromagnetventils besonders klein baut. Das abgebildeten Elektromagnetventil erfüllt hierbei je nach elektromagnetischer Betätigung eine Druckregelfunktion, um den Bremsdruckaufbau und den Bremsdruckabbau in den Radbremsen im Schlupfregelfall feinfühlig mittels einer geeigneten Steuerelektronik zu gewährleisten, die bevorzugt flächig und damit äußerst kompakt auf der Oberseite der Elektromagnetventile am Gehäuse11 anzuordnen ist. - Zusammenfassend ergibt sich durch die vorgeschlagenen erfindungsgemäßen Merkmale ein besonders kurz bauendes Elektromagnetventil mit einer gegenüber den bisher bekannten Ventilen proportionalisierten Magnetkraft. Da sich das erfindungsgemäß vorgeschlagene Elektromagnetventil vollständig im Gehäuse
11 versenken lässt, ergibt sich eine hervorragende Wärmeableitung für den Magnetantrieb. - Die vollständige Integration des Elektromagnetventils im blockförmigen Gehäuse
11 erleichtert überdies die Anordnung der für die Ventilaktivierung erforderlichen Steuerelektronik, die unmittelbar auf der Oberfläche des Gehäuses11 mit den Kontakten21 der Magnetspule1 verbunden ist. Hierdurch ergibt sich eine gute Wärmeableitung für die Steuerelektronik, da das Gehäuse11 bevorzugt aus einer Leichtmetalllegierung gefertigt ist und als Wärmesenke wirkt. - Bezugszeichenliste
-
- 1
- Magnetspule
- 2
- Arbeitsluftspalt
- 3
- Magnetanker
- 4
- Magnetfeldlinie
- 5
- Magnetkern
- 6
- Arbeitsluftspalt
- 7
- Gehäuseteil
- 8
- Ventilsitz
- 9
- Druckmittelkanal
- 10
- Druckmittelkanal
- 11
- Gehäuse
- 12
- Ausnehmung
- 13
- Durchgang
- 14
- Ventilschließglied
- 15
- Ringöffnung
- 16
- Ventilaufnahmebohrung
- 17
- Ausnehmung
- 18
- Schweißnaht
- 19
- Fortsatz
- 20
- Feder
- 21
- Kontakt
- 22
- Magnetschlussscheibe
- 23
- Anfasung
- 24
- Ring
Claims (10)
- Elektromagnetventil, das in einer Ventilaufnahmebohrung eines mit mehreren Druckmittelkanälen versehenen Gehäuses einfügbar ist, mit einer Magnetspule zur Betätigung eines scheibenförmigen Magnetankers, der in einem Axialabstand zur Magnetspule zwischen einem die Magnetspule aufnehmenden Magnetkern und einem Gehäuseteil angeordnet ist, mit einem bei Erregung der Magnetspule überbrückbaren ersten Arbeitsluftspalt, der zwischen dem Magnetkern und dem Magnetanker vorgesehen ist, sowie mit einer Feder zur Positionierung eines mit dem Magnetanker verbundenen Ventilschließgliedes in seiner Grundstellung, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der vom Magnetkern (
5 ) abgewandten Seite des Magnetankers (3 ) und dem Gehäuseteil (7 ) ein weiterer Arbeitsluftspalt (6 ) vorgesehen ist, der bei Erregung der Magnetspule (1 ) vom Magnetfluss überbrückbar ist. - Elektromagnetventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und zweite Arbeitsluftspalt (
2 ,6 ) vom Magnetfeld radial überbrückbar ist. - Elektromagnetventil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Magnetanker (
3 ) durch den Magnetkern (5 ) radial geführt ist. - Elektromagnetventil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zur radialen Führung des Magnetankers (
3 ) der Magnetkern (5 ) in Richtung des Magnetankers (3 ) wenigstens einen Fortsatz (19 ) aufweist, der sich in eine Ausnehmung (17 ) des Magnetankers (3 ) erstreckt, wobei zwischen der Ausnehmung (17 ) und dem Fortsatz (19 ) der erste Arbeitsluftspalt (2 ) angeordnet ist. - Elektromagnetventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuseteil (
7 ) als separat handhabbares und mit dem Magnetkern (5 ) fest verbundenes, nicht magnetisches Bauteil ausgeführt ist, das eine Proportionalkontur aufweist, wozu die Wandstärke des Gehäuseteils (7 ) im Bereich des zweiten Arbeitsluftspalts (6 ) eine Anfasung (23 ) aufweist. - Elektromagnetventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (
20 ) zwischen dem Magnetanker (3 ) und dem Gehäuseteil (7 ) angeordnet ist, die den elektromagnetisch nicht erregten Magnetanker (3 ) in der das Ventilschließglied (14 ) von seinem Ventilsitz (8 ) abgehoben Stellung hält. - Elektromagnetventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilsitz (
8 ) im Gehäuseteil (7 ) integriert ist, der aus einem austenitischem Werkstoff besteht. - Elektromagnetventil nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuseteil (
7 ) durch Tiefziehen von Dünnblech zu einem Gehäusetopf ausgeformt ist. - Elektromagnetventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Magnetkern (
5 ) in Patronenbauweise ausgeführt ist, in dessen Ringöffnung (15 ) die Magnetspule (1 ) integriert ist, wobei am Boden der Ringöffnung (15 ) eine Magnetkreisunterbrechung in Form einer umlaufenden Ringnut ausgebildet ist, die einen austenitischen Ring (24 ) aufnimmt. - Elektromagnetventil nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Ring (
24 ) in der Ringnut eingeschweißt ist, wobei die in Richtung der Magnetspule (1 ) den Boden der Ringöffnung (15 ) durchdringende Schweißnaht (18 ) aus einem Schweißgut geringer magnetischer Leitfähigkeit besteht, die kreisförmig am Boden umläuft.
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