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Thermostrukturelle
Verbundwerkstoffe sind für
ihre guten mechanischen Eigenschaften und ihre Fähigkeit, diese Eigenschaften
bei hohen Temperaturen beizubehalten, bekannt. Sie umfassen Kohlenstoff/Kohlenstoff
(C/C)-Verbundwerkstoffe,
die aus einer Kohlenstofffaserverstärkung, die durch eine Kohlenstoffmatrize verstärkt wird,
gebildet werden, und Verbundwerkstoffe mit keramischer Matrize (CMC),
die aus einer feuerfesten Faserverstärkung (Kohlenstoff oder Keramik)
gebildet sind, die durch eine zumindest teilweise keramische Matrize
verdichtet werden. Beispiele für
CMC sind Verbundwerkstoffe C/SiC (Verstärkung aus Kohlenstofffasern
und Matrize aus Siliziumcarbid), die Verbundwerkstoffe C/C-SiC (Verstärkung aus
Kohlenstofffasern und Matrize, umfassend eine Kohlenstoffphase,
im Allgemeinen in nächster
Nähe zu
den Fasern, und eine Siliziumcarbidphase) und die Verbundwerkstoffe
SiC/SiC (Verstärkungsfasern
und Matrize aus Siliziumcarbid). Eine Zwischenphasenschicht kann
zwischen die Verstärkungsfasern
und die Matrize angeordnet werden, um das mechanische Verhalten
des Werkstoffs zu verbessern.
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Die üblichen
Verfahren zum Erhalten von Teilen aus thermostrukturellem Verbundwerkstoff
sind Verfahren auf dem Flüssigweg
und Verfahren auf dem Gasweg.
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Das
Verfahren auf dem Flüssigweg
besteht darin, eine faserige Vorform herzustellen, die im Wesentlichen
die Form eines herzustellenden Teils aufweist und die dazu bestimmt
ist, die Verstärkung
des Verbundwerkstoffes darzustellen und darin, diese Vorform mit
einer flüssigen
Zusammensetzung zu imprägnieren,
welche einen Vorläufer
des Werkstoffes der Matrize enthält.
Der Vorläufer
weist für
gewöhnlich
die Form eines Polymers auf, beispielsweise eines Harzes, eventuell
in einem Lösemittel
verdünnt.
Die Umwandlung des Vorläufers
in eine feuerfeste Phase erfolgt durch thermische Behandlung, nach
Beseitigung des eventuellen Lösemittels
und Vernetzung des Polymers. Mehrere aufeinanderfolgende Imprägnierungszyklen
können
durchgeführt
werden, um den gewünschten
Verdichtungsgrad zu erhalten. Zum Beispiel können flüssige Kohlenstoffvorläufer Harze
mit relativ hohem Koksgehalt sein, beispielsweise Phenolharze, während flüssige Keramikvorläufer, insbesondere
SiC, Harze vom Typ Polycarbosilan (PCS) oder Polytitanocarbosilan
(PTCS) oder Polysilazane (PSZ) sein können.
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Das
Verfahren auf dem Gasweg besteht in der chemischen Infiltrierung
in Dampfphase. Die erste faserartige Vorform, welche einem herzustellenden
Teil entspricht, wird in einem Ofen angeordnet, in den eine reaktive
Gasphase eingeführt
wird. Der Druck und die Temperatur, die in dem Ofen herrschen, sowie
die Zusammensetzung der Gasphase werden so gewählt, dass sie die Diffusion
der Gasphase im Inneren der Porosität der Vorform ermöglichen,
um dort die Matrize durch Ablagerung – im Kontakt mit den Fasern – eines
festen Werkstoffes, der aus einer Zersetzung eines Bestandteils
der Gasphase oder aus einer Reaktion zwischen mehreren Bestandteilen
hervorgeht, zu bilden. Zum Beispiel können gasförmige Vorläufer des Kohlenstoffs Kohlenwasserstoffe
sein, welche den Kohlenstoff durch Spaltung ergeben, wie zum Beispiel
Methan, und ein gasförmiger
Vorläufer
von Keramik, insbesondere SiC, kann Methyltrichlorsilan (MTS) sein,
welches das SiC durch Zersetzung des MTS ergibt (eventuell in Gegenwart
von Wasserstoff).
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Es
gibt auch gemischte Verfahren, welche sowohl Flüssig- als auch Gaswege umfassen.
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Aufgrund
ihrer Eigenschaften finden diese thermostrukturellen Verbundwerkstoffe
Anwendung auf verschiedenen Gebieten zur Herstellung von Teilen,
welche großen
thermomechanischen Spannungen ausgesetzt werden müssen, zum
Beispiel auf den Gebieten der Aeronautik, Raumfahrt oder Nukleartechnologie.
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Unabhängig von
dem verwendeten Verdichtungsverfahren weisen die Teile aus thermostrukturellem Verbundwerkstoff
jedoch systematisch eine innere offene Porosität auf, das heißt, sie
stellen eine Verbindung mit dem Äußeren des
Teils her.
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Die
Porosität
ergibt sich aus dem unvermeidlich unvollständigen Charakter der Verdichtung
der faserigen Vorformen. Sie zeigt sich in der Gegenwart von Poren
und/oder Rissen mit mehr oder weniger großen Abmessungen, welche miteinander
in Verbindung stehen. Daraus ergibt sich, dass die Teile aus thermostrukturellem
Verbundwerkstoff nicht dicht sind, was verhindert, dass diese in
diesem Zustand zur Herstellung insbesondere von Wänden verwendet
werden, die durch Fluidzirkulation gekühlt werden, zum Beispiel Wandelemente
für Raketenantriebsdüsen oder
Wandelemente für
Verbrennungskammern von Gasturbinen oder Wandelemente für Plasmaeinschließungskammern
in einem Kernfusionsreaktor.
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Es
gibt Behandlungen für
Teile aus thermostrukturellem Werkstoff, die darauf abzielen, die
im Werkstoff vorhandene Porosität
zu verschließen.
Die Druckschrift
US 4,275,095 beschreibt
zum Beispiel ein Verfahren zur Herstellung eines Teils aus einem
Verbundwerkstoff, bei dem eine faserige Kohlenstoffverstärkung, die durch
eine Kohlenstoffmatrize konsolidiert wird, mit geschmolzenem Silizium
imprägniert
wird, das mit dem Kohlenstoff, der im Werkstoff vorhanden ist, reagiert,
um Siliziumcarbid zu bilden. Da der auf diese Weise hergestellte
Werkstoff noch immer porös
ist, wird das Teil mit einer Siliziumcarbidschicht überzogen,
die dazu bestimmt ist, die Porosität auf der Oberfläche zu verschließen. Dennoch
weisen die so hergestellten Teile aus Verbundwerkstoff nur eine
relative Dichte auf, die nur dazu bestimmt ist, den Teil auf der
Oberfläche
vor Oxydation zu schützen
und welche dem Teil keinen Dichtheitsgrad verleiht, der es erlauben
würde,
das Teil mit Fluiden in Verbindung zu bringen, ohne dass dabei ein
Risiko eines Entweichens bestünde.
In der Tat bringt die Bildung von Siliziumcarbid um die Fasern durch
die Reaktion von Kohlenstoff mit dem geschmolzenen Silizium unweigerlich
eine Erhöhung
des Volumens (zwischen 10 % und 20 %) mit sich, welche Spannungen
erzeugt, die Ausgangspunkt für
Risse im Werkstoff sind. Infolgedessen führt dies dazu, dass der erhaltene Werksstoff – abgesehen
davon, dass er nach der Bildung von Siliziumcarbid porös bleibt,
wobei er eine zusätzliche
Ablagerung von Siliziumcarbid auf der Oberfläche benötigt – Risse aufweist, die es nicht ermöglichen, eine
gute Dichtheit zu garantieren, insbesondere aufgrund der mechanischen
und/oder thermischen Belastungen, denen er ausgesetzt sein kann.
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Die
Druckschrift
US 4,766,013 beschreibt
ein anderes Verfahren zur Herstellung, bei dem das Siliziumcarbid
direkt auf den Verstärkungsfasern
durch chemische Infiltrierung in Dampfphase abgelagert wird. Dennoch
erlauben die chemischen Infiltrierungen in Dampfphase von Siliziumcarbid,
selbst wenn sie mit einer Bearbeitung zwischen zwei Infiltrierungen
wiederholt werden, um die Porosität auf der Oberfläche wieder
zu öffnen,
nicht das Erhalten eines Teils ohne verbleibende Porosität. Das Teil
ist somit in diesem Herstellungsstadium nicht dicht, wodurch eine
zusätzliche
Ablagerung von Siliziumcarbid notwendig ist, weiche die Porosität nur auf
der Oberfläche
des Teils auffüllt,
obwohl jegliche Verschlechterung dieses Oberflächenüberzugs die Dichtheit des Teils
beeinträchtigt.
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AUFGABE UND
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
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Die
Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Teil aus einem Verbundwerkstoff
herzustellen, das nicht nur die mechanischen Eigenschaften bei erhöhten Temperaturen
aufweist, die thermostrukturellen Verbundwerkstoffen eigen sind,
sondern das auch eine Dichtigkeit aufweist, die es ermöglicht,
daß Teil
mit Fluiden, selbst wenn diese unter Druck stehen, zu verwenden,
ohne dass das Risiko einer Leckage bestünde.
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Diese
Aufgabe wird mit Hilfe eines Verfahrens zur Herstellung eines Teils
aus einem dichten thermostrukturellen Verbundwerkstoff erfüllt, welches
die Bildung eines porösen
Substrats anhand von mindestens einer faserartigen Verstärkung, die
aus feuerfesten Fasern besteht, umfasst, wobei die Verstärkung nacheinander
durch eine erste Phase mit Kohlenstoff und eine zweite Phase mit
Siliziumcarbid verdichtet wird, wobei bei dem Verfahren gemäß der Erfindung
eine Imprägnierung
des porösen
Substrats mit einer Zusammensetzung auf der Basis von geschmolzenem
Silizium erfolgt, so dass die Porosität des Substrats aufgefüllt wird.
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Somit
ermöglicht
das erfindungsgemäße Verfahren
die Herstellung von thermostrukturellen Verbundwerkstoffen, welche
einen hohen Dichtheitsgrad aufweisen. In der Tat werden vor dem
Imprägnieren
des Substrats mit geschmolzenem Silizium die Fasern mit einer Matrizenphase
aus Siliziumcarbid überzogen.
Das Silizium, das in der Folge in das Substrat eindringt, kann nicht
mehr mit dem Kohlenstoff der Fasern oder der Kohlenstoffphase der
Matrize in Kontakt kommen und reagieren, um Siliziumcarbid zu bilden,
wodurch jegliches Phänomen
des Erhöhens
des Volumens im Werkstoff vermieden wird, das Ausgangspunkt für Risse
ist. Somit wird ein hoher Dichtheitsgrad im Werkstoff beibehalten.
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Zudem
stellt das Siliziumcarbid eine gute Schnittstelle dar, welche das
mechanische Verankern des Siliziums im Substrat erleichtert. In
der Tat wird das Siliziumcarbid gut durch das Silizium befeuchtet.
Infolgedessen kann die verbleibende Porosität des Substrats wirksam durch
das geschmolzene Silizium derart aufgefüllt werden, dass der Werkstoff
in seiner ganzen Dicke dicht gemacht wird. Die Gegenwart von Silizium
im Werkstoff stellt ebenfalls einen guten Schutz vor dem Auftreten
von Rissen im Werkstoff dar, insbesondere bei Durchgängen mit
hoher Temperatur.
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Die
faserartige Verstärkung
kann mit feuerfesten Fasern gebildet werden, die insbesondere aus
Siliziumcarbidfasern und Kohlenstofffasern mit Naturzellulose-Vorläufer ausgewählt werden,
beispielsweise Baumwolle oder Leinen, oder Kunstzellulose, wie Fasern
mit Reyon-Vorläufer.
Andere Vorläufer
von Kohlenstofffasern, beispielsweise Fasern mit Pech-Vorläufer, PAN
(Polyacrylonitril) oder organischem Harz (Phenolharze etc.) können auch
verwendet werden. Die feuerfesten Fasern, die verwendet werden,
um die faserartige Verstärkung
zu bilden, können
auch Fasern mit Kohlenstoffkern sein, wie zum Beispiel Kohlenstofffasern,
die an der Oberfläche
silizidiert sind.
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Die
Verdichtung oder Konsolidierung der faserartigen Verstärkung durch
die erste Phase mit Kohlenstoff kann auf Flüssig- oder Gasweg erfolgen.
Im ersten Fall umfasst die Verdichtung die Imprägnierung der Verstärkung mit
einer flüssigen
Zusammensetzung, welche ein Kohlenstoffvorläuferpolymer enthält, die
Vernetzung des Polymers und die Umwandlung des vernetzten Polymers
in Kohlenstoff. Im zweiten Fall erfolgt die Konsolidierung durch
chemische Infiltrierung in gasförmiger
pyrolytischer Kohlenstoffphase, auf den ein Wärmebehandlungsschritt folgen
kann.
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Die
zweite Phase mit Siliziumcarbid kann auf Flüssig- oder Gasweg erfolgen.
Im ersten Fall umfasst die Verdichtung die Imprägnierung des Substrats mit
einer flüssigen
Zusammensetzung, welche einen organosilizidierten Bestandteil als
Vorläufer
des Siliziumcarbids enthält,
und die Umwandlung des Vorläufers
durch thermische Behandlung oder Keramisierung. Im zweiten Fall
erfolgt die Verdichtung durch chemische Infiltrierung in Gasphase
von Siliziumcarbid.
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Ein
Schritt des Schälens
des Werkstoffes kann ausgeführt
werden, um die Porosität
vor dem Schritt des Imprägnierens
mit der Zusammensetzung auf der Basis von Silizium zu öffnen, die
darauf abzielt, diese Porosität
aufzufüllen,
wodurch die Diffusion der Zusammensetzung auf der Basis von Silizium
im Substrat erleichtert und somit die Einheitlichkeit der Dichtheit
im Werkstoff verbessert wird.
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Die
Zusammensetzung auf der Basis von Silizium kann aus Silizium oder
einer Siliziumlegierung und mindestens einem anderen Werkstoff gebildet
werden, der insbesondere aus Titan, Zirkonium, Molybdän oder Germanium
ausgewählt
wird.
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Gemäß einer
besonderen Ausführungsform
der Erfindung kann die Imprägnierung
des Substrats durch die Zusammensetzung auf der Basis von Silizium
mit Hilfe eines Behälters
aus einem feuerfesten Werkstoff erfolgen, beispielsweise aus Graphit,
welcher die Zusammensetzung auf der Basis von geschmolzenem Silizium
und mindestens einen Träger
zum Stützen
des Substrats, wobei der Träger
einen Ablaß bildet,
um die geschmolzene Zusammensetzung auf der Basis von Silizium durch
Kapillarität
zum Substrat hin derart zu befördern,
daß sie
in die Porosität
des Substrats eindringt, enthält.
Die Seitenflächen
und die Oberfläche
des Substrats können
mit einem Anti-Befeuchtungsmittel überzogen werden, welches gegenüber der
Zusammensetzung auf der Basis von Silizium als Barriere wirkt, um
die Zusammensetzung daran zu hindern, vom Substrat überzufließen, um
so die Imprägnierung
von letzterem zu verbessern. Was die Oberfläche des Substrats anbelangt,
muß die
Dicke der Schicht ausreichend dünn
sein, um die Oberflächen-Makroporositäten des
Substrats nicht zu verstopfen und den aus der Porosität des Substrats
vertriebenen Gasen ein Entweichen zu ermöglichen. Das Anti-Befeuchtungsmittel,
das verwendet wird, kann Bornitrid (BN) oder eines oder mehrere Oxyde
sein.
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Die
Erfindung hat auch zur Aufgabe, ein Verfahren zur Herstellung einer
Struktur aus thermostrukturellem dichtem Verbundwerkstoff bereitzustellen.
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Diese
Aufgabe wird von einem Verfahren gelöst, gemäß welchem mindestens zwei Teile
aus dichtem thermostrukturellem Verbundwerkstoff hergestellt werden,
wie zuvor definiert, und die Teile untereinander durch Löten nach
dem Zwischenlegen eines Lötmittels
zwischen die Oberflächen
der Teile, die verbunden werden sollen, zusammengefügt werden.
Dieses Verfahren ermöglicht
die Herstellung von dichten Strukturen komplexer Formen wie Kanälen zur
Zirkulation von Fluiden, welche direkt aus einem einzigen Stück schwieriger
zu erhalten wären.
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Eine
Ablagerung von Siliziumcarbid durch chemische Infiltrierung in Dampfphase
kann auf der Oberfläche
der zusammenzufügenden
Teile gebildet werden. Diese Ablagerung kann vor dem Löten ausgebildet werden,
um eine Interaktion zwischen dem Lötmittel und der Zusammensetzung
auf der Basis von Silizium, die im Werkstoff vorhanden ist, zu vermeiden,
oder nach dem Löten,
um einen Schutz vor Oxydation zu bilden. Ferner kann ein Anti-Befeuchtungsmittel,
das gegenüber
dem Lötmittel
als Barriere dient, auf den Abschnitten der Teile aufgetragen werden,
die nicht dazu bestimmt sind, gelötet zu werden, damit das Lötmittel
nur die Oberflächenabschnitte
befeuchtet, die dazu bestimmt sind, zusammengefügt zu werden.
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Die
verwendeten Lötmittel
können
insbesondere Lötmittel
auf der Basis von Silizium und Silizid sein, sowie metallische Lötmittel
wie das unter dem Namen Ticusil® von
der Firma Wesgo Metals vertriebene Lötmittel.
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Ein
Verfahren gemäß der Erfindung
kann auch für
die Herstellung einer Struktur durch Zusammenfügen von mehreren Verstärkungen
untereinander verwendet werden. In diesem Fall wird das poröse Substrat anhand
von mehreren faserigen Verstärkungen
gebildet, die aus feuerfesten und durch eine erste Kohlenstoffphase
und eine zweite Siliziumcarbidphase verdichtete Fasern bestehen,
so wie zuvor beschrieben. Die faserigen Verstärkungen werden zueinander während des
Imprägniervorgangs
des Substrats durch die Zusammensetzung auf der Basis von geschmolzenem
Silizium derart in Kontakt gehalten, daß eine Verbindung zwischen
den in Kontakt befindlichen Verstärkungsoberflächen hergestellt
wird. Somit wird in einem einzigen Vorgang die Abdichtung und die
Verbindung der Verstärkungen
des Substrats ausgeführt.
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Eine
Ablagerung von Siliziumcarbid in Dampfphase kann ferner nach dem
Vorgang des Imprägnierens mit
der Zusammensetzung auf der Basis von geschmolzenem Silizium erfolgen.
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Weitere
Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
rein beispielhaften und nicht-beschränkenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen
der Erfindung in Verbindung mit der Zeichnung.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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1 zeigt
einen Ablaufplan, der aufeinanderfolgende Schritte einer Ausführungsform
eines Verfahrens gemäß der Erfindung
darstellt.
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2 und 3 zeigen
Schaubilder, welche die Durchführung
eines Schritts der Imprägnierung
mit einer Zusammensetzung auf der Basis von Silizium gemäß dem Verfahren
der Erfindung darstellen.
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4 ein
zeigt eine schematische Darstellung einer Vorrichtung, die zum Messen
des Dichtheitsgrads verwendet wird.
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5 zeigt
ein Schaubild, welches eine Anwendung eines Verfahrens gemäß der Erfindung
für die Verbindung
von zwei faserigen Verstärkungen
durch Imprägnierung
mit einer Zusammensetzung auf der Basis von Silizium darstellt.
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6A und 6B zeigen
die Herstellung einer dichten Struktur durch Löten von zwei Teilen, die gemäß des erfindungsgemäßen Verfahrens
hergestellt werden.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
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Das
Verfahren zur Herstellung eines Teils aus dichtem thermostrukturellem
Verbundwerkstoff gemäß der vorliegenden
Erfindung umfaßt
die Bildung eines porösen
Substrats, zum Beispiel gemäß den besonderen unten
angeführten
Bedingungen, aus einem Verbundwerkstoff C/C-SiC (Verstärkung aus
Kohlenstoffasern oder mit Kohlenstoffkern und Matrize, umfassend
eine Kohlenstoffphase und eine Siliziumcarbidphase) und die Imprägnierung
des so gebildeten porösen
Substrats mit geschmolzenem Silizium, um seine Porosität zu füllen und
ihm eine sehr gute Dichtheit zu verleihen.
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Unter
Bezugnahme auf 1 umfaßt eine Ausführungsform
eines Verfahrens gemäß der Erfindung zur
Herstellung eines Teils aus einem dichten thermostrukturellen Verbundwerkstoff
die nachfolgend beschriebenen Schritte.
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Der
erste Schritt (ST1) besteht darin, eine faserige Verstärkung anhand
von feuerfesten Fasern, insbesondere Kohlenstoffasern oder Fasern
mit Kohlenstoffkern, zu bilden. Vorzugsweise werden Fasern mit einem
Dehnungskoeffizienten ausgewählt,
der so kompatibel wie möglich
mit jenen der Werkstoffe ist, die im gemäß der Erfindung hergestellten
Fertigteil enthalten sind. Darunter sind Fasern zu verstehen, welche
einen Wärmedehnungskoeffizienten
aufweisen, der nahe bei jenen der vorhandenen Werkstoffe ist, also
sowohl nahe bei jenen des Siliziumcarbids als auch jenen von Silizium.
Mit solchen Fasern werden die Spannungen, die auf die differentiellen
Abmessungsschwankungen zurückzuführen sind,
und in der Folge die Rißbildung beim
Werkstoff begrenzt.
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Die
verwendeten Fasern können
Fasern aus Siliziumcarbid oder Kohlenstoff mit Naturzellulose-Vorläufer sein,
wie zum Beispiel Baumwolle oder Leinen, oder künstlichem Vorläufer, wie
Fasern mit Reyon-Vorläufer.
Es können
auch andere Kohlenstoffvorläufer
verwendet werden, beispielsweise Pech, PAN (Polyacrylonitril) oder
organisches Harz (Phenolharze etc.). Die faserige Verstärkung kann
aus Fasern mit Kohlenstoffkern gebildet werden, beispielsweise aus
auf der Oberfläche
silizidierten Kohlenstofffasern.
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Die
faserige Verstärkung
kann durch Übereinanderlegen
oder Aufschrumpfen von zweidimensionalen faserigen Schichten, wie
Lagen, Gewebe- oder Gestrickschichten, welche untereinander durch
Nadelung oder Nähen
verbunden oder durch einen Filz zusammengefügt werden, oder durch dreidimensionales
Weben, Flechten oder Stricken oder jede andere bekannte Technik
gebildet werden.
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Die
faserige Verstärkung
wird danach durch die Matrizenphasen verdichtet, die auf Flüssig- oder
Gasweg erhalten wurden, um ein Substrat aus porösem thermostrukturellem Werkstoff
zu erhalten, das im Anschluss behandelt wird, um durch Imprägnierung
mit geschmolzenem Silizium abgedichtet zu werden.
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Der
erste Schritt der Verdichtung (oder Konsolidierung) besteht darin,
pyrolytischen Kohlenstoff oder Pyrokohlenstoff (PyC) auf den Fasern
der Verstärkung
abzulagern, zum Beispiel durch chemische Infiltrierung in Gasphase
(Schritt ST2). In bekannter Weise kann ein solcher pyrolytischer
Kohlenstoff mittels Infiltrierung durch eine Gasphase erhalten werden,
welche einen Kohlenstoffvorläufer,
beispielsweise Methangas, enthält. Wie
an sich bekannt, verbessert die Bildung einer Ablagerung oder PyC-Zwischenphase
auf den Fasern vor der Verdichtung durch SiC die Verbindung Faser-Matrize
und dadurch die mechanischen Eigenschaften des Verbundwerkstoffes.
Sie erhöht
auch die Wärmeleitfähigkeit
des Werkstoffes und dies umso mehr als die Dicke der Ablagerung
von PyC zunimmt. In der Tat erfolgt die Leitung günstigerer
Weise über
die Fasern und den PyC als über
das SiC. Je größer die
Dicke des PyC, umso geringer der Wärmewiderstand zwischen den Schichten.
Typischerweise wird eine PyC-Ablagerung mit einer Dicke von 1 bis
10 μm ausgeführt.
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Eine
eventuelle Wärmebehandlung
(Schritt ST2') nach
der Ablagerung von PyC kann angewendet werden, um die Leitfähigkeit
von Pyrokohlenstoff weiter zu verbessern.
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Dieser
erste Schritt der Verdichtung kann auch auf Flüssigweg erfolgen, der in bekannter
Weise das Imprägnieren
der Verstärkung
mit einer flüssigen
Zusammensetzung, welche ein Polymer oder ein Pech enthält, Vorläufer von Kohlenstoff,
die Vernetzung des Polymers und die Umwandlung des vernetzten Polymers in
Kohlenstoff umfasst.
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In
dem zweiten Schritt der Verdichtung erfolgt eine SiC-Ablagerung
auf dem Flüssig-
oder Gasweg. In dem hier angeführten
Beispiel wird das SiC durch chemische Infiltrierung in Gasphase
(Schritt ST3) abgelagert. Wie an sich bekannt, erfolgt die Infiltrierung
unter Verwendung einer reaktiven Gasphase, welche einen SiC-Vorläufer enthält, zum
Beispiel Methyltrichlorosilan (MTS), das SiC durch Zersetzung von
MTS eventuell in Gegenwart von Wasserstoffgas (H2)
ergibt. Die SiC-Ablagerung verhindert einen direkten Kontakt und
eine mögliche
Reaktion zwischen dem Kohlenstoff der Fasern und dem verwendeten
Silizium während
der weiteren Silizidierung. Somit wird die SiC-Ablagerung besser
kontrolliert als wenn direkt zur Silizidierung auf der PyC-Ablagerung übergegangen
würde.
Dadurch werden die Risiken einer Beschädigung der Fasern durch die Silizidierung
vermieden, wobei gleichzeitig eine homogene PyC-Dicke gewährleistet
wird.
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Der
zweite Schritt der Verdichtung kann auch auf Flüssigweg erfolgen, unter Verwendung – wie an
sich bekannt – einer
flüssigen
Imprägnierungszusammensetzung,
welche einen oder mehrere SiC-Vorläufer enthält, beispielsweise PCS, PTCS
oder PSZ.
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Nach
der SiC-Ablagerung wird das Substrat auf der Oberfläche bearbeitet
(Schritt ST4). Diese Bearbeitung zielt darauf ab, auf der Oberfläche die
Porosität
des Substrats erneut zu öffnen
(d. h. Schälen),
um dessen Imprägnierung
durch das Silizium zu erleichtern und der Endgeometrie des herzustellenden
Teils sehr nahe zu kommen.
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In
diesem Herstellungsstadium weist das Substrat noch immer eine Porosität auf, die
gefüllt
werden wird, indem das Substrat mit geschmolzenem Silizium imprägniert wird,
um den Werkstoff dicht zu machen. Vor diesem Imprägnieren
durch das geschmolzene Silizium kann die Porosität des Substrats zerlegt werden, indem
im Inneren der Porosität
eines oder mehrere Aerogels oder Xerogels aus feuerfestem Werkstoff
gemäß dem im
Dokument
FR 03 01871 beschriebenen
Verfahren hergestellt werden.
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Die
Imprägnierung
des porösen
Substrats mit geschmolzenem Silizium kann durch Kapillarität durchgeführt werden.
2 zeigt
eine Ausführungsform
einer Ausrüstung,
welche es ermöglicht,
eine solche Imprägnierung
durchzuführen.
In
2 wird ein poröses
Substrat
10 aus Verbundwerkstoff C/C-SiC, das gemäß den zuvor
beschriebenen Herstellungsschritten erhalten wurde, auf einem oder
mehreren Träger/Trägern
11 angeordnet.
Die Träger
11 bestehen
aus einem Werkstoff, der es ihnen ermöglicht, einen Ablass zu bilden,
um das Silizium durch Kapillarität
zum Substrat zu befördern.
Zum Beispiel können
die Träger
aus einem Verbundwerkstoff Kohlenstoff-Kohlenstoff mit einer Dichte
zwischen 1,2 und 1,4 bestehen. Die Einheit Träger/Substrat wird in einem
Graphitbehälter
12 angeordnet,
wobei eine Zusammensetzung
13 auf der Basis von Silizium
auf dem Boden des Behälters
abgelagert worden ist. Das Ganze wird danach auf ungefähr 1500 °C unter sekundärem Vakuum
in einem Ofen erhitzt. Diese Zusammensetzung auf der Basis von Silizium
wird danach geschmolzen und mittels Kapillarität über den oder die Träger
11 zum
Substrat hin in der Richtung befördert,
die in
2 durch die Pfeile angezeigt wird, um die Porosität des Substrats
10 (Schritt
ST7) aufzufüllen.
Die Träger
11 wirken
somit als Ablässe,
welche es dem geschmolzenen Silizium ermöglichen, zum Substrat zu wandern. Eine
solche Imprägnierungstechnik
mittels Kapillarität
wird insbesondere in den Dokumenten
FR
2 653 763 ,
US 4 626
516 und
EP 0 636 700 beschrieben.
Unter Zusammensetzung auf der Basis von Silizium wird hier Silizium
alleine oder legiertes Silizium verstanden, zum Beispiel eine Siliziumlegierung
mit mindestens einem Werkstoff ausgewählt insbesondere aus Titan,
Zirkonium, Molybdän
oder Germanium, wobei das Silizium vorzugsweise den Hauptanteil
in der Legierung ausmacht. Im Folgenden wird aus Gründen der
Vereinfachung angenommen, dass die Zusammensetzung
13 aus
Silizium besteht.
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Die
Porosität
des Werkstoffes kann somit mit Silizium aufgefüllt werden. Die Verwendung
von Silizium weist den Vorteil auf, dass sich dadurch eine gute
Progression mittels Kapillarität
auf dem SiC ergibt, welches eine gute Befeuchtbarkeit durch Silizium
aufweist. Ferner ist es dadurch auch möglich, die Wärmeleitfähigkeit des
Werkstoffes zu verbessern.
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Vor
dem Imprägnieren
des Substrats durch Silizium (Schritt ST7) kann ein Anti-Befeuchtungsmittel, beispielsweise
Bornitrid (BN), aufgetragen werden, um zu verhindern, dass das Silizium
aus dem Behälter
und aus dem Substrat (Schritt ST6) überfließt.
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Die
Verwendung eines solchen Anti-Befeuchtungsmittels ist in 3 dargestellt,
welche ein Substrat 10 zeigt, das auf einem oder mehreren
Trägern 11 angeordnet
ist, die sich im Graphitbehälter 12 befinden,
der die Zusammensetzung 13 enthält. Diese Elemente sind mit
jenen identisch, die unter Bezugnahme auf 2 beschrieben
wurden. Der Unterschied bei der Ausführungsform, die in 2 dargestellt
ist, besteht darin, dass die Innenwand des Graphitbehälters 12 mit
einem Anti-Befeuchtungsmittel 14 oberhalb des Siliziumniveaus überzogen
ist, um zu verhindern, dass das Silizium entlang der Wand hoch steigt
und aus dem Behälter überfließt.
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Ebenso
kann das Anti-Befeuchtungsmittel auf dem Substrat verwendet werden,
um zu verhindern, dass das Silizium außerhalb des Substrats überfließt, wodurch
es gezwungen wird, das Substrat in dessen ganzer Dicke gut zu imprägnieren.
Zu diesem Zweck wird eine Schicht eines Anti-Befeuchtungsmittels 15 auf dem
gesamten Seitenumfang des Substrats 10 aufgetragen, um
das Silizium, das durch die Träger 11 abgelassen
wird, zu zwingen, in die gesamte Dicke des Substrats bis zu seiner
Oberfläche
einzudringen. Ferner kann eine dünne
Schicht 16 desselben Anti-Befeuchtungsmittels auf der Oberfläche des
Substrats aufgetragen werden, um zu verhindern, dass das Silizium
durch ein zu schnelles Schließen
der Oberflächenporositäten auf
der Oberfläche
bleibt. Somit wird dem Silizium, das an die Oberfläche des
Substrats aufsteigt, ermöglicht, wieder
in das Substrat abzusteigen, bis dieses vollständig imprägniert ist. Dennoch muss die
Dicke der aufgetragenen Schicht des Anti-Befeuchtungsmittels auf
der Oberfläche
des Substrats ausreichend dünn
gewählt werden,
damit sie nicht selbst die mündenden
Porositäten
verstopft und das Ablassen der Gase in das Substrat behindert. In
der Tat wird während
der Imprägnierung
des Substrats durch geschmolzenes Silizium Gas freigesetzt (z. B.
SiO). Es ist darauf zu achten, dass dieses Gas nicht in den geschlossenen
Porositäten
des Substrats gefangen wird, weil dies seine Dichtheit einschränken würde. Das
Anti-Befeuchtungsmittel wird im Allgemeinen durch Spritzen mit einer
Sprühflasche
aufgetragen. Wie in der vergrößerten Ansicht
von 3 dargestellt, bilden die auf der Oberfläche des
Substrats vorhandenen Porositäten 17 Öffnungen
mit einer durchschnittlichen Länge
L von ungefähr
100 μm.
Die Dicke e der dünnen
Schicht des Anti-Befeuchtungsmittels 16 muss somit ausreichend
dünn sein,
um die Porositäten 17 nicht
wieder zu verschließen.
Die Dicke e der Schicht 16 befindet sich typischer Weise
in einem Bereich von weniger als der Hälfte der Länge L der Porositäten (d.
h. e < L/2), hier
ungefähr
50 μm. Somit
können
die Gase, die aus dem Substrat während
der Siliziumimprägnierung
ausgetrieben werden, über
die offenen Porositäten
entweichen, während
das Silizium bis zur Oberfläche
aufsteigt, ohne überzufließen, da
es den Oberteil des Substrats, der durch die dünne Schicht des Anti-Befeuchtungsmittels
geschützt
wird, nicht befeuchten kann.
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Vor
dem Schritt des Imprägnierens
durch geschmolzenes Silizium (Schritt ST7) und dem eventuellen Auftragen
eines Anti-Befeuchtungsmittels (Schritt ST6) kann das Substrat zuvor
mit einem Kohlenstoffvorläuferharz
(Schritt ST5) imprägniert
werden. Dieses Harz wird dann während
des Temperaturanstiegs auf 1500 °C,
der im Ofen durchgeführt
wird, pyrolysiert, um das Silizium zu schmelzen. Wenn dieses Harz
in Form eines Aerogels oder Xerogels eingeführt wird, wie beispielsweise
im Dokument PCT/FR 04/00345 beschrieben, ermöglicht dies die Schaffung eines
kohlenstoffhaltigen Filamentnetzes in den Poren, welches ein gutes
Auffüllen
der Porosität
des Substrats durch Silizium begünstigt.
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Nach
dem Imprägnieren
des porösen
Substrats mit geschmolzenem Silizium kann ein Bearbeitungsschritt
ausgeführt
werden, um Siliziumtröpfchen
oder -kügelchen
zu entfernen, welche den Werkstoff während der Imprägnierung
durchwandert haben, und die Ausstülpungen auf der Oberfläche des
Teils bilden (typischerweise in der Größenordnung von maximal einigen
zehn Mikron). Eine solche Bearbeitung besteht in einem Fräsen oder
Schleifen, um die Ausstülpungen
auf mindestens den Oberflächen
des Teils, wo dies notwendig ist, zu entfernen, wie zum Beispiel
auf den Oberflächen,
die dazu bestimmt sind, Kopplungsebenen für ein eventuelles Verlöten mit
einem anderen Teil zu bilden.
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Eine
Ablagerung von Siliziumcarbid durch chemische Infiltrierung in Dampfphase
(Schritt ST8) kann eventuell auf den Außenflächen des Teils durchgeführt werden.
Die Infiltrierung erfolgt in einem Ofen, in den ein gasförmiger Vorläufer von
Siliziumcarbid eingeführt
wird, beispielsweise Methyltrichlorosilan (MTS), welcher durch Zerlegung
von MTS Siliziumcarbid ergibt. Die Natur der reaktiven Gasphasen und
die erforderlichen Druck- und Temperaturbedingungen für das Erhalten
der Ablagerungen an Siliziumcarbid durch chemische Infiltrierung
in Dampfphase sind an sich wohl bekannt.
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Somit
wird ein Teil aus thermostrukturellem Verbundwerkstoff erhalten,
das eine sehr hohe Dichtheit aufweist. In diesem Zusammenhang wurden
Messungen der Dichtheit auf Proben durchgeführt, die gemäß des Verfahrens
der Erfindung hergestellt wurden.
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4 ist
eine schematische Darstellung der Vorrichtung, die verwendet wurde,
um die Dichtheitsmessungen auf den Proben durchzuführen. Eine
Probe 20 in Scheibenform mit einer Nutzfläche, die
einen Durchmesser von 20 mm aufweist, wird zwischen zwei O-Ring-Dichtungen 21 und 22 angeordnet.
Die Fläche
der Probe 20, die auf der Seite der Dichtung 21 angeordnet
ist, bildet mit einer Umschließung 23 einen
Begrenzungsraum, welcher Helium mit einem Druck von 1 bar einschließt. Die
untere Fläche
des Substrats, die mit der Dichtung 22 in Kontakt ist,
wird mit einer Vorrichtung 24 hermetisch verbunden, welche
eine Vakuumpumpe bildet und welche die eventuellen Entweichungen
durch die Probe zu einem Heliumdetektor (nicht dargestellt) leitet
(Pfeil 26), um deren Grad zu messen.
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Die
Entweichungen werden in Pa·m3/s gemessen und entsprechend dem Druckverlust
DP, den ein Volumen V von mit 1 bar unter Druck gesetztem Helium
aufweisen würde,
wenn es während
einer Zeit t durch eine Oberfläche
(hier mit einem Durchmesser von 20 mm) entweichen würde, das
heißt
(DP × V/t)
= Pa·m3/s.
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Die
Tabelle I unten zeigt die Ergebnisse der durchgeführten Entweichungsmessungen
auf den Probenpartien, die einerseits gemäß dem Verfahren der Erfindung
und andererseits unter Befolgung einer anderen Technik hergestellt
wurden. Die in Spalte 1 angezeigten Messungen entsprechen den Messungen,
die auf den Proben durchgeführt
wurden, welche gemäß des Verfahrens
der Erfindung hergestellt wurden, das insbesondere das Imprägnieren
eines porösen
Substrats, das aus Kohlenstofffasern gebildet und durch eine Matrize verdichtet
ist, welche eine erste Kohlenstoffphase und eine zweite Siliziumcarbidphase,
so wie zuvor beschrieben, enthält,
mit geschmolzenem Silizium umfasst. Die in Spalte 2 angeführten Messungen
entsprechen Messungen, die auf Proben durchgeführt wurden, die ebenfalls anhand
eines porösen
Substrats hergestellt wurden, das aus denselben Fasern gebildet
und durch eine Matrize konsolidiert ist, welche eine erste Kohlenstoffphase
und eine zweite Siliziumcarbidphase aufweist, die aber durch Ablagerung
einer SiC-Schicht auf Gasweg („SiC-CVI") mit vorheriger
Anwendung eines flüssigen
keramisierten SiC-Vorläufers abgedichtet
wurde („SiC-Anstrich"), wie im Dokument
PCT/FR 04 00202 beschrieben.
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Es
lässt sich
feststellen, dass die Dichtheit bei den Proben, die gemäß dem Verfahren
der Erfindung hergestellt werden, wesentlich besser sind. Der für diese
Proben gemessene Grad bewegt sich im Bereich des Grundgeräuschs der
Messung, das heißt,
dass es beinahe kein erfasstes Entweichen gibt.
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Somit
ermöglicht
das Herstellungsverfahren der Erfindung das Erhalten von Teilen
aus thermostrukturellem Verbundwerkstoff, die – abgesehen von ihren guten
thermomechanischen Eigenschaften – eine erhöhte Dichtheit gegenüber Gas
und um so mehr gegenüber
Flüssigkeiten
(z. B. Kerosin, Wasserstoff oder flüssigem Sauerstoff) aufweisen.
Mit einem solchen Dichtheitsgrad ist es möglich, zum Beispiel Strukturen
zu erzeugen, in deren Innerem Fluide ohne Risiko eines Entweichens
zirkulieren können.
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5 zeigt
ein erstes Ausführungsbeispiel
einer solchen Struktur, bei der ein Verfahren gemäß der vorliegenden
Erfindung verwendet wird, um – zusätzlich zum
Dichtmachen – ein
Zusammenfügen
zwischen zwei faserigen Verstärkungen 110, 120 während des
Vorgangs des Imprägnierens
des Substrats durch die Zusammensetzung auf der Basis von geschmolzenem
Silizium durchzuführen.
In dem hier betrachteten Beispiel ist das poröse Substrat aus zwei verdichteten
faserigen Verstärkungen 110 und 120 gebildet.
Die Verstärkungen
sind jeweils ausgehend von feuerfesten Fasern gebildet, die durch
eine erste Kohlenstoffphase und eine zweite Siliziumcarbidphase
verdichtet sind, so wie zuvor bei den Schritten ST1 bis ST3 beschrieben.
Außerdem
wurden in der Verstärkung 120 Rillen 121 ausgebildet,
um Kanäle
für die
Zirkulation von Fluid aufzunehmen, sobald die zwei Verstärkungen
zusammengefügt
sind. Danach wird der Vorgang des Imprägnierens mit einer Zusammensetzung
auf der Basis von Silizium des Substrats durchgeführt, das
durch die zwei Verstärkungen
gebildet ist, wodurch es möglich
wird, gleichzeitig die Abdichtung und das Zusammenfügen der
zwei Verstärkungen
durchzuführen.
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In
dem Beispiel von 5 wird die Imprägnierung
durch Kapillarität
durchgeführt,
wie bereits in Bezug auf 2 und 3 beschrieben.
Die Verstärkung 110 wird
auf einen oder mehrere Träger 11 angeordnet, welche
einen Ablass bilden und in einem Behälter 112 angeordnet
sind, der eine Zusammensetzung 113 auf der Basis von Silizium
enthält.
Die Verstärkung 120 wird
gegen die Verstärkung 110 mit
Hilfe eines Gewichts oder eines speziellen Werkzeugs gehalten. In
der Folge wird eine Wärmebehandlung
durchgeführt,
die jener ähnelt,
die für 2 beschrieben
wurde, so dass die Zusammensetzung auf der Basis von Silizium geschmolzen
und durch Kapillarität
durch den oder die Träger 111 zur
Verstärkung 110 befördert wird.
Die geschmolzene Zusammensetzung verbreitet sich dann in der Porosität der Verstärkung 110,
danach in jener der Verstärkung 120,
wie durch die in 5 punktiert dargestellten Pfeile
angezeigt.
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Die
Imprägnierung
der so gegeneinander gehaltenen zwei Verstärkungen ermöglicht die Herstellung einer
Verbindung zwischen den in Kontakt befindlichen Oberflächen der
zwei Verstärkungen.
Es wird eine dichte Struktur mit Kanälen erhalten, in denen ein
Fluid ohne Risiko eines Entweichens zirkulieren kann. Das hier beschriebene
Beispiel betrifft die Ausführung
einer Struktur mit Kanälen.
Dennoch kann das Verfahren der Erfindung zur Herstellung einer Verbindung
zwischen zwei Verstärkungen
beliebiger Form verwendet werden.
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Vor
dem Imprägnieren
der Verstärkungen
mit der Zusammensetzung auf der Basis von Silizium kann eine Schicht
eines Anti-Befeuchtungsmittels 115 auf dem gesamten Umfang
der zwei Verstärkungen
aufgetragen werden, sowie auf den Zonen der Verstärkungen,
die dazu bestimmt sind, die Kanäle
zu bilden. Eine Schicht 116 kann auch auf die Oberfläche der
Verstärkung 120 aufgetragen
werden, wobei die Dicke dieser Schicht aus den zuvor erläuterten
Gründen
ausreichend dünn
gewählt
wird.
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Die 6A und 6B zeigen
ein Ausführungsbeispiel
einer Struktur, die durch Zusammenfügen von zwei Platten erhalten
wird, die gemäß einem
Verfahren der Erfindung hergestellt wurden, und im vorliegenden Fall
eine Wandstruktur 30 ( 6B) zur
Antriebsdüsenerweiterung
bilden, welche durch Fluidzirkulation abgekühlt wird.
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Diese
Struktur wird aus zwei Platten 31, 32 aus C/C-SiC
gebildet. Diese werden ausgehend von Substraten aus porösem Verbundwerkstoff
hergestellt, die unter denselben Bedingungen wie jene, die oben
beschrieben wurden (Schritt ST1 bis ST6 von 1), erhalten
und durch Imprägnieren
mit geschmolzenem Silizium abgedichtet werden (Schritt ST7).
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Eine
(31) der Platten weist eine Oberfläche auf, in der Rillen oder
Aussparungen 33 ausgebildet sind, die dazu bestimmt sind,
Kanäle
für die
Zirkulation eines Fluids zur Abkühlung
der Struktur zu bilden. Die Oberflächen der Platten 31, 32 können zuvor
mit einer SiC-Ablagerung überzogen
werden, welche Überzugsschichten 34a, 34b für die Platte 31 und 35a, 35b auf
der Platte 32 bildet. Dieser SiC-Überzug ermöglicht es, den Werkstoff der
Struktur an der Oberfläche
vor Oxydation zu schützen,
indem kein scheinbares Silizium mehr übrig gelassen wird. Er ermöglicht es
auch, die Temperatur für
die Verwendung der Struktur zu erhöhen, wenn die Temperatur an
der Oberfläche
höher als
die Temperatur im Kern ist, da das SiC ein verbessertes Temperaturverhalten
gegenüber
Silizium aufweist.
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Auf
den Oberflächen
der Platten, die dazu bestimmt sind, angefügt zu werden, um den Zirkulationskreis
für das
Fluid zu bilden, ermöglichen Überzugsschichten
aus SiC 34b, 35b ferner, dass ein Mischen zwischen
Silizium und dem Lötmittel
vermieden wird. Der direkte Kontakt zwischen dem Silizium des Werkstoffes und
dem Lötmittel
könnte
in der Tat die Verhältnisse
der Bestandteile des Lötmittels durch
Diffusion im Flüssigzustand
während
des Lötens ändern und
so dessen Eigenschaften ändern.
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Die
Platten
31 und
32 werden durch Löten aneinander
gefügt.
Zu diesem Zweck wird das Lötmittel
37 auf
die Abschnitte der Platten aufgetragen, die dazu bestimmt sind,
angefügt
zu werden. Die Auswahl des Lötmittels
erfolgt in Abhängigkeit
von seinem Wärmedehnungskoeffizienten,
welcher so nahe wie möglich
bei jenem des Werkstoffes der Platten sein muss. Infolgedessen wird
vorzugsweise zum Beispiel ein Lötmittel
auf der Basis von Silizium verwendet werden, wie in den Patentanmeldungen
EP 806 402 oder
US 5 975 407 beschrieben, oder das
Lötmittel „TiCuSil
®" der Firma Wesgo
Metals.
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Wie
in 6A gezeigt, kann ein Anti-Befeuchtungsmittel 36 auf
den Zonen der Platten abgelagert werden, die nicht dazu bestimmt
sind, verlötet
zu werden, um den Lötmittelfluss
zu kontrollieren, damit dieser nicht die Kontaktzonen zwischen den
Platten befeuchtet.
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Die
zwei auf diese Weise behandelten Oberflächen der Platten werden durch
Zwischenlegen einer Lötmittelschicht 37 auf
den Kontaktzonen angefügt,
wobei das Löten
der Teile durch Erhöhen
der Temperatur erfolgt. Wenn ein Anti-Befeuchtungsmittel verwendet wird, kann
das Lötmittel
grob auf den zusammenzufügenden
Flächen
abgelagert werden, wobei das Lötmittel
sich in der Folge auf den Zonen fortbewegt, die nicht mit einem
Anti-Befeuchtungsmittel überzogen
sind.
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Somit
erhält
man, wie in 6B gezeigt, eine dichte Struktur 30,
welche Kanäle
für die
Zirkulation von Fluid 33 umfasst. Das Anti-Befeuchtungsmittel
kann nach dem Löten
durch Zirkulation von Salzsäure
(HCl) in den Kanälen
und um die Struktur herum entfernt werden.
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Wenn
die SiC-Ablagerung vor dem Löten,
wie oben erwähnt,
nicht durchgeführt
wurde, kann danach ein SiC-Überzug
aufgetragen werden, um die Struktur an der Oberfläche vor
Oxydation zu schützen
und die Verwendungstemperatur zu erhöhen.
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Es
wurden Durchlässigkeitsmessungen
auf kleinen gelöteten
Platten mit 3 Kanälen
von 115 × 40
mm2 durchgeführt. Die Teile, aus denen sich
die Platten bilden, wurden unter denselben Bedingungen hergestellt wie
jene, die für
die Herstellung der Proben von Tabelle I angewendet wurden. Die
in Spalte 1 angezeigten Messungen entsprechen den Messungen, die
auf Platten durchgeführt
wurden, deren Teile gemäß des Verfahrens
der Erfindung hergestellt wurden, das insbesondere das Imprägnieren
eines porösen
Substrats, das aus Kohlenstofffasern gebildet und durch eine Matrize
verdichtet ist, welche eine erste Kohlenstoffphase und eine zweite
Siliziumcarbidphase, so wie zuvor beschrieben, enthält, mit
geschmolzenem Silizium umfasst. Die in Spalte 2 angeführten Messungen
entsprechen Messungen, die auf Platten durchgeführt wurden, deren Elemente
ebenfalls anhand von porösen
Substraten hergestellt wurden, die aus denselben Fasern gebildet
und durch eine Matrize konsolidiert sind, welche eine erste Kohlenstoffphase
und eine zweite Siliziumcarbidphase aufweist, die aber durch Ablagerung
einer SiC-Schicht auf Gasweg („SiC-CVI") mit vorheriger
Anwendung eines flüssigen
keramisierten SiC-Vorläufers
abgedichtet wurden („SiC-Anstrich"), wie im Dokument
PCT/FR 04 00202 beschrieben.
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Das
verwendete Messverfahren ist dasselbe wie jenes, das zuvor beschrieben
wurde, das heißt
Vakuumpumpen in den Kanälen
mit Heliumdetektor, Anordnen einer Heliumatmosphäre um das Teil herum. Die Tabelle
II unten zeigt die Ergebnisse der durchgeführten Messungen.
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Es
lässt sich
feststellen, dass die Dichtheit unverändert bleibt, wenn es sich
um eine Struktur handelt, die aus einem Zusammenfügen von
Teilen gemäß der Erfindung (Spalte
1) hervorgeht, und deutlich über
jener liegt, die mit der anderen Technik (Spalte 2) erzielt wird.
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Zudem
wurden weitere kleine Platten, die gemäß des oben beschriebenen Verfahrens
der Erfindung hergestellt wurden, strengen Betriebsbedingungen unterzogen,
das heißt
1 MW/m2 Wärmefluss
und Kerosinzirkulation bei 32 bar in den Kanälen. In der Folge wurde erneut
der Grad der Entweichungen auf den Platten gemessen. Die erhobenen
Werte blieben in Bezug auf die vor dem Test erhobenen Werte unverändert, was zeigt,
dass der Werkstoff der Erfindung seine Dichtheit selbst nach strengen
Verwendungsbedingungen beibehält.