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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ausrichten von Holzerzeugnissen,
mit einem Längsförderer zum
Fördern
der Holzerzeugnisse, und mit an den Holzerzeugnissen angreifenden
Mitteln, die eine vorgegebene Ausrichtung einer Längsachse
der Holzerzeugnisse relativ zu einer Förderrichtung des Längsförderers
bewirken.
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Die
Erfindung betrifft ferner eine Bearbeitungsanlage für gekrümmte Baumstämme, in
der die Baumstämme
in mindestens einer Station derart bearbeitet werden, dass der jeweilige
Baumstamm entlang einer bogenförmigen
Bahn an raumfesten Bearbeitungswerkzeugen vorbei geführt wird,
wobei ein Krümmungsradius
der Bahn im wesentlichen dem Krümmungsradius
des Baumstammes entspricht.
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Die
Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Bearbeiten von gekrümmten Baumstämmen, bei
dem die Baumstämme
derart bearbeitet werden, dass der jeweilige Baumstamm in Längsrichtung
mit konstanter Ausrichtung an beweglichen Bearbeitungswerkzeuge
vorbei geführt
wird, die den Baumstamm an seiner konvexen Seite und/oder an seiner konkaven
Seite bearbeiten.
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Die
Erfindung betrifft schließlich
eine Bearbeitungsanlage zur Durchführung des vorgenannten Verfahrens.
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Eine
Vorrichtung der vorstehend genannten Art ist aus der
DE 33 17 303 C3 bekannt,
Bearbeitungsanlagen sowie ein Verfahren der vorstehend genannten
Art aus der
DE 102
03 871 A1 .
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In
Holzbearbeitungsanlagen besteht häufig die Notwendigkeit, Holzerzeugnisse,
die auf einem Förderer
in einer undefinierten Ausrichtung ihrer Längsachse ankommen, in eine
hinsichtlich ihrer Längsachse
definierte Lage zu bringen. Unter „Holzerzeugnisse" sind dabei sowohl
unbearbeitete wie ganz oder teilweise bearbeitete Baumstämme, besäumte und
unbesäumte
Bretter, Bohlen, Platten und dergleichen zu verstehen.
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Dies
ist beispielsweise der Fall, wenn unbesäumte Bretter auf einem Querförderer angeliefert und
dann in undefinierter seitlicher Lage und Ausrichtung einem Längsförderer übergeben
werden. Wenn der Längsförderer die
Bretter einer Sägestation
zuführt,
ist es zum Erzielen einer optimalen Ausbeute erforderlich, das Brett
auf dem an den Querförderer angrenzenden Übernahmeabschnitt
des Längsförderers
in definierter Weise zu positionieren. Hierzu dienen sog. Richttische,
von denen ein typi sches Beispiel in der oben erwähnten
DE 33 17 303 C3 beschrieben
ist.
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Bei
Richttischen dieser bekannten Bauart wird das Brett auf den Richttisch
quer zu seiner Längsachse übergeben.
Nach der Übergabe
fahren auf beiden Seiten des Richttisches Richtarme hoch und greifen
beidseits, üblicherweise
jeweils am vorlaufenden und am nachlaufenden Ende des Brettes an.
Wenn die Richtarme jeweils in definierter Weise das Brett vorne
und hinten seitlich verschieben, kann dessen Lage auf dem Richttisch,
also dessen seitliche Position und dessen Ausrichtung in Förderrichtung,
ebenso definiert eingestellt werden. Das Brett kann nun mittels
eines Niederhalters auf dem Längsförderer in
dieser definierten Lage fixiert und der Sägestation zugeführt werden.
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Aufgrund
der gewünschten
Positionierung sowohl hinsichtlich der seitlichen Lage, als auch
der Ausrichtung ist diese bekannte Bauart von Richttischen relativ
aufwendig und kostspielig.
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Bei
Bearbeitungsanlagen einer Bauart, wie sie in der oben erwähnten
DE 102 03 871 A1 beschrieben
ist, werden gekrümmte
Baumstämme
zunächst
mit ihrer konvexen Seite nach oben ausgerichtet und dann seitlich
angeflacht. Sie werden dann auf eine der angeflachten Seiten gelegt
und weitergefördert,
so dass die Baumstämme
sich mit ihrer Krümmungsebene
parallel zur Förderebene
bewegen, die in der Regel eine Horizontalebene ist. In dieser Lage
gelangen sie auf einem Längsförderer in zwei
Arten von Bearbeitungsstationen:
In einer ersten Art von Stationen
ist der jeweilige Baumstamm nicht auf dem Längsförderer fixiert. Vielmehr wird
der Baum stamm entlang einer Bahn gefördert, die im wesentlichen
kreisbogenförmig
ist, wobei der Radius des Kreisbogens so eingestellt ist, das er im
wesentlichen dem zuvor gemessenen Radius der Längsachse des Baumstamms entspricht.
Diese Vorgehensweise ermöglicht
es, die Bearbeitungswerkzeuge in der Station, beispielsweise ein
Bandsägeaggregat,
stationär,
d.h. während
des Bearbeitungsvorganges ortsfest anzuordnen.
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Wenn
nun ein Baumstamm eine derartige Station verlässt, dann hat er notwendigerweise
eine zur Förderrichtung
geneigte Ausrichtung. Wenn der Station aber weitere Stationen folgen,
in die der Baumstamm in einer zur Förderrichtung im wesentlichen
parallelen Ausrichtung eintreten soll, dann muss der Baumstamm zunächst ausgerichtet
werden.
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Für dieses
Ausrichten könnte
man einen Richttisch der oben beschriebenen Art verwenden. Dies
würde jedoch
wirtschaftlich nicht optimal sein, weil die Möglichkeiten dieser bekannten
Bauart überhaupt
nicht ausgenützt
würden,
da es im vorgenannten Fall lediglich erforderlich wäre, den
Baumstamm im wesentlichen in eine mittige Lage auf dem Längsförderer und
ausgerichtet in dessen Förderrichtung zu
bringen.
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In
zweiten Art von Stationen der Bearbeitungsanlage, wie sie in der
oben erwähnten
DE 102 03 871 A1 beschrieben
ist, werden die Baumstämme hingegen
in fester Ausrichtung auf dem Längsförderer fixiert
und gefördert.
Sie laufen dabei an Bearbeitungswerkzeugen vorbei, die in diesem
Falle natürlich
nicht raumfest angeordnet sein können
sondern die vielmehr beweglich sind und der Kontur des vorbeilaufenden
Baumstammes folgen, beispielsweise beim Profilieren. Dabei folgen
die in Förderrichtung rechts liegenden
Bearbeitungswerkzeuge beispielsweise der konvexen Seite und die
links gelegenen Bearbeitungswerkzeuge der konkaven Seite des Baumstammes
oder umgekehrt oder es werden die rechte und die linke Seite in
verschiedenen Stationen bearbeitet.
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Bei
diesen Stationen müssen
die Bearbeitungswerkzeuge beim Übergang
von dem gerade bearbeiteten Baumstamm zum nächsten Baumstamm in ihrer Position
springen bzw. entsprechend verstellt werden. Dies kostet Zeit und
erfordert daher, dass die Baumstämme
längs der
Förderstrecke
einen hinreichend großen
Abstand zueinander einhalten, der so groß bemessen ist, dass die Bearbeitungswerkzeuge nach
Beendigung der Bearbeitung an einem Baumstamm in die Position gefahren
werden können,
die sie zu Beginn der Bearbeitung des nachfolgenden Baumstammes
einnehmen müssen.
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Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung sowie
eine Bearbeitungsanlage der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden,
dass die vorstehend genannten Nachteile vermieden werden. Insbesondere
sollen eine Vorrichtung und eine Bearbeitungsanlage geschaffen werden,
bei denen ein einfacher Ausrichtvorgang mit ebenso einfachen Mitteln,
d.h. auch mit niedrigen Kosten, ausgeführt werden kann. Ferner soll
der Übergang
der in der Position der Bearbeitungswerkzeuge zwischen zwei Baumstämmen möglichst
verkürzt
werden.
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Bei
einer Vorrichtung der eingangs genannten Art wird diese Aufgabe
erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
dass der Längsförderer Förderrollen aufweist,
die eine Förderebene
für die
Holzerzeugnisse bilden, wobei die Förderrollen im wesentlichen jeweils nur
auf einer Seite einer Mittellinie des Längsförderers angeordnet und mit
ihrer Drehachse parallel zu der Förderebene mit ihrem im Bereich
der Mittellinie gelegen Ende entgegen der Förderrichtung geneigt sind.
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Bei
einer Bearbeitungsanlage der eingangs genannten Art wird die Aufgabe
erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
dass der Station eine Vorrichtung der vorstehend genannten Art nachgeordnet
ist.
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Gemäß einem
Verfahren sowie einer zur Durchführung
des Verfahrens geeigneten Vorrichtung der eingangs genannten Art
wird die Aufgabe schließlich
erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
dass die Baumstämme
der Station mit ihren Seiten abwechselnd derart ausgerichtet zugeführt werden, dass
ein Bearbeitungswerkzeug nacheinander im Wechsel konvexe Seiten
und konkave Seiten bearbeitet.
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Bei
einer Bearbeitungsanlage zur Durchführung des vorstehend genannten
Verfahrens schließlich
wird die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe dadurch gelöst, der
Station eine Vorrichtung der oben genannten Art vorgeordnet ist.
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Die
der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird auf diese Weise vollkommen
gelöst.
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Erfindungsgemäß wird nämlich für die erfindungsgemäße Vorrichtung
lediglich ein herkömmlicher
Rollenförderer
mechanisch modifiziert, um die genannte Aufgabe zu lösen. Man
kann daher auf bewährte
Bauteile bzw. Komponenten zurückgreifen, die
in erprobter Form und zu niedrigen Kosten zur Verfügung stehen.
Hinsichtlich der als zweites genannten Bearbeitungsanlage wird erreicht,
dass die Bearbeitungswerkzeuge ihre Position zwischen zwei Baumstämmen schnell
und stetig wechseln können. Damit
wird in der gesamten Bearbeitungsanlage zugleich eine Erhöhung des
Durchsatzes an Baumstämmen
pro Zeiteinheit bewirkt, weil die Baumstämme jetzt in dichterer Folge
durch die Bearbeitungsstation gefördert werden können. Dies
wirkt sich wirtschaftlich positiv aus.
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Die
Drehachsen der Förderrollen
sind bei einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung unter einem Winkel im Bereich von 95° bis 110°, vorzugsweise von
100° zur
Förderrichtung
geneigt.
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Diese
Maßnahme
hat den Vorteil, dass bei diesen Winkeln in einer vektoriellen Zerlegung
der von den geneigten Förderrollen
ausgeübten
Kräfte einerseits
die Ausrichtwirkung der Querkomponente ausreicht, andererseits aber
die Förderwirkung
der Längskomponente
nicht merklich herabgesetzt ist.
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Weiterhin
ist bevorzugt, wenn die Förderrollen
seitlich in einem Rahmen des Längsförderers
fliegend gelagert sind.
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Diese
Maßnahme
hat den Vorteil, dass im Bereich der Förderebene keine störenden Lager
vorhanden sind.
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Bei
einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung ist den geneigten Förderrollen mindestens eine
weitere Förderrolle
nachgeordnet, wobei die weitere Förderrolle um eine senkrecht
zur horizontalen Förderebene
verlaufende Achse schwenkbar ist.
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Diese
Maßnahme
hat den Vorteil, dass das Holzerzeugnis, also beispielsweise ein
Baumstamm, nach dem Verlassen des Längsförderers mit seinem vorlaufenden
Ende für
eine nachfolgende Bearbeitung neu ausgerichtet werden kann. Dies
kann die Verstellzeiten nachfolgender Stationen verkürzen.
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Besonders
bevorzugt ist dabei, wenn die weitere Förderrolle anhebbar ist.
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Diese
Maßnahme
hat den Vorteil, dass das Holzerzeugnis an seinem vorlaufenden Ende
außer Eingriff
mit den geneigten Förderrollen
gebracht wird, diese also keine in Richtung der Mittellinie wirkende Rückstellkraft
ausüben
können.
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In
diesem Zusammenhang wird ferner eine gute Wirkung erzielt, wenn
der weiteren Förderrolle eine
Messvorrichtung zum Erfassen der Position eines vorlaufenden Endes
des Holzerzeugnisses nachgeordnet ist, und die weitere Förderrolle
in Abhängigkeit
von Ausgangssignalen der Messvorrichtung schwenkbar ist, wobei die
Messvorrichtung vorzugsweise eine Lichtschranke ist.
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Diese
Maßnahme
hat den Vorteil, dass die Position des vorlaufenden Endes kontinuierlich
erfasst und die Ausrichtung mittels der weiteren Förderrolle
geregelt bewirkt werden kann.
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Weitere
Vorteile ergeben sich aus der Beschreibung und der beigefügten Zeichnung.
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Es
versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend
noch zu erläuternden Merkmale
nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in
anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne
den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden in der
nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert.
Es zeigen:
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1:
eine Draufsicht auf ein Ausführungsbeispiel
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
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2:
ein vergrößertem Maßstab einen Ausschnitt
aus 1;
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3:
eine Seitenansicht, im Schnitt entlang der Linie III-III in 2,
auf einen Teil der Vorrichtung gemäß 2;
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4–6:
Ansichten ähnlich 2 für drei unterschiedliche
Betriebszustände
der Vorrichtung;
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7:
einen schematisierten Ausschnitt aus einem Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Bearbeitungsanlage;
und
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8:
eine Darstellung ähnlich 7,
betreffend ein weiteres Ausführungsbeispiel
der Erfindung.
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In 1 bezeichnet 10 als
Ganzes eine Vorrichtung zum Ausrichten von Holzerzeugnissen, also von
nicht oder teilweise bearbeiteten Baumstämmen, Brettern, sog. Modeln
usw. Die Vor richtung 10 weist einen Längsförderer 12 auf, an
den sich in Förderrichtung
ein weiterer Längsförderer 13 anschließt.
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Der
Längsförderer 12 ist
im Prinzip ein Rollenförderer
mit einer Mittellinie 14. Auf dem Längsförderer 12 werden die
Holzerzeugnisse in einer zur Mittellinie 14 parallelen
Förderrichtung 16,
in 1 von links nach rechts, gefördert.
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Der
Längsförderer 12 weist
einen Rahmen 18 auf, der in der Draufsicht von 1 mit
einem rechten Längsträger 20 sowie
einem linken Längsträger 22 versehen
ist, die sich parallel zur Mittellinie 14 erstrecken.
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Am
stromaufwärtigen
Ende des Längsförderers 12 befinden
sich vier gerade Rollen 24, die sich mit ihren Achsen 25 also
quer zur Förderrichtung 16 erstrecken.
Daran schließen
sich insgesamt achtzehn geneigte Rollen 26 an, die als
halb lange Rollen fischgrätartig
mit ihren Achsen 27 gegen die Förderrichtung 16 geneigt
sind. Einzelheiten dazu werden weiter unten anhand der 2 bis 6 noch
erläutert
werden.
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Am
stromabwärtigen
Ende der geneigten Rollen 26 befindet sich noch eine weitere,
schwenkbare Rolle 28 und dahinter eine Lichtschranke 29. Auch
dies wird weiter unten noch erläutert
werden. Der sich daran anschließende
weitere Längsförderer 13 führt zu einer
Bearbeitungsstation für
die Holzerzeugnisse.
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Aus
der vergrößerten Darstellung
von 2 erkennt man, dass in den Längsträgern 20 und 22 eine
erste, gerade Rolle 30 in Lagern 31 gelagert ist. In
der Förderrichtung 16 kurz
dahinter befindet sich eine zweite gerade Rolle 32 gleicher
Bauart.
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Daran
schließt
sich in der Förderrichtung 16 eine
erste, geneigte rechte Rolle 34r an. Die Rolle 34r ist
vorzugsweise beidendig in Lagern 35a, 35b gelagert,
kann aber auch fliegend, also einseitig im rechten Längsträger 20,
gelagert sein. Sie erstreckt sich vom rechten Längsträger 20 bis zur Mittellinie 14.
Auf die Rolle 34r folgt eine erste geneigte linke Rolle 341 gleicher
Bauart, die sich vom linken Längsträger 22 bis
zur Mittellinie 14 erstreckt. In gleicher Weise schließen sich
dann zweite, dritte, vierte und ggf. weitere rechte/linke Rollen 36r, 361, 38r, 381, 40r, 401 usw.
an.
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Wie
erwähnt,
sind alle Rollen 34 bis 40 fischgrätartig,
d.h. mit ihrem im Bereich der Mittellinie 14 gelegenen
Ende entgegen der Förderrichtung 16 geneigt,
und zwar (vgl. Rolle 34r) mit ihrer Drehachse 42 um
einen stumpfen Winkel α,
der im Bereich von 95° bis
110°, vorzugsweise
bei 100° liegt.
Dabei nehmen die rechten Rollen 34r bis 40r die
rechte Seite und die linken Rollen 341 bis 401 die
linke Seite von der Mittellinie 14 ein.
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Aus
der ausschnittsweisen Schnittdarstellung der 3 erkennt
man, dass die Rollen 32 bis 40 eine Förderebene 44 bilden,
auf der die Holzerzeugnisse aufliegen.
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In 4 ist
ein solches Holzerzeugnis 50 gezeigt, nämlich ein gekrümmter Baumstamm,
der mit seiner Krümmungsfläche parallel
zur Förderebene 44 auf
dem Längsförderer 12 aufliegt.
Der Baumstamm hat eine zumindest näherungsweise kreisbogenförmig gekrümmte Längsachse 52,
deren Krümmungsradius
mit R bezeichnet ist. In der Praxis sind Baumstämme mit Krümmungsradien R ab etwa 50 m wirtschaftlich
verwertbar, ein typischer Krümmungsradius
beträgt
etwa 250 m.
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Das
Holzerzeugnis 50 befindet sich in der Darstellung der 4 in
einer erheblichen Schräglage,
bei der die Längsachse 52 mit
der Mittellinie 14 einen großen Winkel β von beispielsweise 15 bis 20° einschließt und das
Holzerzeugnis 50 diagonal über der Förderebene 44 liegt.
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Dabei
liegt ein vorlaufendes Ende 53 des Holzerzeugnisses 50 in
einem Auflagepunkt 54/1 oder einer Auflagelinie auf der
Rolle 341 auf. Infolge der Neigung dieser Rolle 341 wird
auf den Auflagepunkt 54 eine Kraft 55/1 ausgeübt, die
unter einem Winkel von α-90°, also im
dargestellten Beispiel unter einem Winkel von 10°, zur Mittellinie 14 hin
gerichtet ist.
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Damit
wird das Holzerzeugnis 50 an seinem vorlaufenden Ende 53 ergriffen
und zur Mittellinie 14 hin verschoben. Der Winkel α ist dabei
so dimensioniert, dass in der in 4 angedeuteten
vektoriellen Zerlegung der Kraft 55/1 die in der Förderrichtung 16 wirkende
Längskomponente
deutlich größer ist
als die Querkomponente.
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5 zeigt
einen kurz danach eingenommenen Betriebszustand, in dem das Holzerzeugnis 50' sich bereits
mit mehr als seiner Hälfte
im Bereich der geneigten Rollen 34 bis 40 befindet.
Ein Auflagepunkt 54/2 befindet sich bereits in Anlage auf
der rechten Rolle 34r, so dass dort bereits eine nach links gerichtete
Kraft 55/2 ausgeübt
wird. Es überwiegen jedoch
zu diesem Zeitpunkt noch die an den Punkten 54/3 und 54/4 angreifenden
und nach rechts gerichteten Kräfte 55/3 und 55/4 der
linken Rollen 341 bzw. 361. Der Winkel β' zwischen der Längsachse 52' des Holzerzeugnisses 50' und der Mittellinie 14 ist
im Vergleich zum Winkel β in 4 bereits
deutlich kleiner geworden.
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In 6 ist
der Endzustand gezeigt, in dem sich das Holzerzeugnis 50'' mit seiner Längsachse 52'' im wesentlichen entlang der Mittellinie 14 erstreckt.
Infolge dieser mittigen Lage und Ausrichtung addieren sich die auf
das Holzerzeugnis einwirkenden Kräfte gerade vektoriell in der
Förderrichtung 16, nämlich die
an den Punkten 54/5, 54/6, 54/7, 54/8, 54/9 und 54/10 angreifenden
Kräfte 55/5, 55/6, 55/7, 55/8, 55/9 und 55/10,
die jeweils abwechselnd nach links und nach rechts gerichtet sind.
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An
dieser Stelle kommt, sofern vorgesehen, die weitere, schwenkbare
Rolle 28 zum Zuge. Wenn nämlich der Baumstamm 50'' in seiner nunmehr definierten,
d.h. auf die Mittellinie 14 ausgerichteten und zentrierten
Position einer Bearbeitungsstation zugeführt werden soll, in der er
längs einer
für ihn
individuell eingestellten bogenförmigen
Bahn geführt
wird, so ist es zweckmäßig, den
Baumstamm 50'' mit seinem vorlaufenden
Ende 53 wieder etwas schräg zu führen, um ihn optimal in diese
Bahn „einzufädeln". Das verkürzt auch
die Verstellzeiten der Führungselemente
der Bahn.
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Die
weitere, schwenkbare Rolle 28 wird zu diesem Zweck um eine
Achse 56 verschwenkt, die senkrecht zur horizontalen Förderebene 44 gerichtet ist
und die Mittellinie 14 schneidet. Der Verschwenkwinkel γ ist mittels
einer Regelung (nicht dargestellt) kontinuierlich einstellbar. Das
vorlaufende Ende 53 des Baumstamms 50'' wird infolge der verschwenkten
Stellung der Rolle 28 in einer schrägen Richtung 57 geführt und
läuft durch
die Lichtschranke 29. Diese erkennt die Position und damit
die Ausrichtung des vorlaufenden Endes 53 und kann durch
Beeinflussung des Verschwenkwinkels γ sicherstellen, dass das vorlaufende
Ende 53 geregelt in der gewünschten Ausrichtung in die
bogenförmige
Bahn einläuft.
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Vorzugsweise
wird die weitere Rolle 28 dabei kurzzeitig aus der Förderebene 44 angehoben.
Das trennt den Kraftschluß zwischen
dem Baumstamm 50'' und den geneigten
Rollen kurzzeitig auf und erleichtert die Schrägführung.
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7 zeigt
in Form eines Blockdiagramms einen Ausschnitt aus einer Bearbeitungsanlage
60 für gekrümmte Baumstämme, die
etwa nach Art der in der
DE
102 03 871 beschriebenen Anlage ausgebildet ist.
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Innerhalb
der Bearbeitungsanlage 60 laufen die Holzerzeugnisse, hier
also die gekrümmten Baumstämme 50,
zunächst
auf einem Längsförderer 62 entlang
einer Förderrichtung 64 in
eine Station 66, in der der Baumstamm 50 zum Beispiel
teilweise zerlegt werden soll. Der Baumstamm 50 wird dabei
entlang einer bogenförmigen
Bahn 68 gefördert,
deren Radius R dem Radius R der Krümmung der Längsachse des Baumstamms 50 entspricht.
Der Baumstamm 50 wird in dieser Weise auf seiner bogenförmigen Bahn 68 an
schematisch angedeuteten Bearbeitungswerkzeugen 70 vorbei
geführt.
Diese Bearbeitungswerkzeuge 70 sind während des Bearbeitungsvorganges
ortsfest. Wenn es sich dabei um Band- oder Kreissägen handelt,
können
also in der Station 66 Seitenbretter vom Baumstamm 50 abgesägt werden. Da
sich der Baumstamm 50 entlang der bogenförmigen Bahn 68 bewegt,
verlässt
er die Station 66 in einer deutlichen Schräglage 50' relativ zur Förderrichtung 64 des
nach der Station 66 wieder wirksamen Längsförderers 62. In dieser
Schräglage gelangt
der Baumstamm 50' in
die Vorrichtung 10, in der er, wie oben im einzelnen beschrieben,
auf den geneigten Rollen 26 bzw. 34 bis 40 des
Längsförderers 12 wieder
in eine mittige und in der Förderrichtung 64 ausgerichtete
Lage 50'' gebracht wird.
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8 zeigt
schließlich
noch ein weiteres Ausführungsbeispiel
der Erfindung mit einer Bearbeitungsanlage 78. Die Bearbeitungsanlage 78,
die im übrigen
auch Elemente wie die Bearbeitungsanlage 60 gemäß 7 enthalten
kann, ist mit einer weiteren Station 80 versehen, die in
diesem Falle stromabwärts
der Vorrichtung 10 mit dem Längsförderer 12 angeordnet
ist.
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Die
weitere Station 80, die beispielsweise eine Spanerstation
sein kann, enthält
einen Längsförderer 82,
dessen Förderrichtung 84 mit
einem Pfeil gekennzeichnet ist. Auf diesem Längsförderer 82 werden die
Baumstämme 50 fest
gehalten, wie mit einer Niederhalterrolle 86 angedeutet.
Die Baumstämme 50 ändern daher
ihre Lage und Ausrichtung nicht, so lange sie sich auf dem Längsförderer 82 befinden.
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Seitlich
des Längsförderers 82 sind
Bearbeitungswerkzeuge 88 angeordnet, beispielsweise Profilierwerkzeuge.
Die Bearbeitungswerkzeuge 88 sind im Gegensatz zu den raumfesten
Bearbeitungswerkzeugen 70 der Anlage 60 in 7 beweglich.
Dies ist in 8 mit Pfeilen 90 angedeutet.
In 8 ist nur eine seitliche Bewegbarkeit dargestellt,
es versteht sich jedoch, dass die Bearbeitungswerkzeuge 88 in mehreren
Koordinaten ver stellbar sein können,
wie dies an sich dem Fachmann bekannt ist.
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Das
Besondere der Bearbeitungsanlage 78 besteht nun darin,
dass die gekrümmten
Baumstämme 50 in
ihrer Lage alternierend zugeführt
werden.
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Ausgangspunkt
ist dabei eine Baumstammaufgabe (nicht dargestellt), in der die
seitlich bereits angeflachten Baumstämme mit ihrer konvexen Seite nach
oben bereit gestellt werden. Aus dieser Ausgangslage werden die
Baumstämme
dann alternierend um jeweils 90° nach
rechts bzw. nach links gekippt und gelangen so in die Bearbeitungsanlage 78, Dies
ist in 8 deutlich zu erkennen. Der in der Draufsicht
von 8 am weitesten rechts gezeigte Baumstamm 50/1 liegt
mit seiner konvexen Seite 92/1 oben (also in Förderrichtung
gesehen links) und mit seiner konkaven Seite 94/1 unten
(also in Förderrichtung
gesehen rechts). Der nachfolgende Baumstamm 50/2 hingegen
liegt hingegen mit seiner konvexen Seite 92/2 unten und
mit seiner konkaven Seite 92/4 oben. Entsprechend liegt
der nachfolgende Baumstamm 50/3, der sich noch im Bereich
der Vorrichtung 10 befindet, mit seiner konvexen Seite 92/3 wiederum
oben und mit seiner konkaven Seite 94/3 unten. Der schließlich noch
gezeigte nachfolgende Baumstamm 50/4, der gerade mit schräger Ausrichtung
in die Vorrichtung 10 einläuft, liegt wiederum mit seiner
konvexen Seite 92/4 unten und mit seiner konkaven Seite 94/4 oben.
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Diese
Ausrichtung der aufeinander folgenden Baumstämme 50/1 bis 50/4 hat
zur Folge, dass das jeweilige rechte bzw. linke Bearbeitungswerkzeug 88 relativ
zu den Baumstämmen 50/1 bis 50/4 entlang
einer schlangenförmige
Bahn bewegt wird, wenn es nacheinander jeweils einen konvexen, einen konkaven,
einen konvexen usw. Bogen durchfährt.
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Damit
die Verstellwege und -zeiten der Bearbeitungswerkzeuge 88 beim Übergang
von einem Baumstamm 50/1 bis 50/4 zum jeweils
nächsten
minimiert werden, ist die Vorrichtung 10 in dieser Anwendung
vorzugsweise mit der oben zu 1 bereits erwähnten schwenkbaren
Rolle 28 versehen. Die Rolle 28 wird für jeden
ankommenden Baumstamm 50 um einen individuell festgelegten
Winkel γ verschwenkt,
so dass in dem in 8 dargestellten Beispiel das
vorlaufende Ende 53 des Baumstammes 50/3 nach
unten, in Förderrichtung
also nach rechts, abgelenkt wird. Damit können die in 8 strichpunktiert
angedeuteten Übergänge 96 und 98 der Bahnen
der Bearbeitungswerkzeuge 88 so gestaltet werden, dass
die Übergänge von
den Seiten 94/2 (konkav) nach 92/3 (konvex) bzw.
von 92/2 (konvex) nach 94/3 (konkav) so kurz und
so stetig wie möglich verlaufen.