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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung einer Zone erhöhter Rekombination
in einem Halbleiterkörper.
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Zonen
erhöhter
Rekombination in Halbleiterkörpern
können
unterschiedlichsten Zwecken dienen. Beispielsweise ermöglicht eine
Zone erhöhter Rekombination
innerhalb eines Bodygebiets eines Leistungstransistors eine Reduzierung
des Transistorverstärkungsfaktors,
was wiederum die Sperrfähigkeit
des Leistungstransistors erhöht
sowie die Gefahr des Aktivierens parasitärer Strukturen im Kurzschlussfall
sowie bei Überstromabschalt-Vorgängen verringert.
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In
der
DE 40 26 797 A1 ist
ein Verfahren zur Erzeugung von Rekombinationszentren in einem Halbleiterkörper eines
Halbleiterbauelements beschrieben. Bei diesem Verfahren wird eine
Zone erhöhter
Rekombinationszentrendichte in einer Tiefe erzeugt, die im Wesentlichen
der Reichweite von Ionen entspricht, mit welchen zuvor eine Bestrahlung des
Halbleiterkörpers
vorgenommen wurde, an die sich dann die Eindiffusion von Gold oder
Platin angeschlossen hat. Für
die Ionenbestrahlung selbst werden Wasserstoffkerne und Heliumkerne
verwendet. Damit kann also nur eine Zone erhöhter Rekombinationszentrendichte
durch Bestrahlung mit kleinen Atomkernen und anschließende Eindiffusion
von Gold oder Platin erzeugt werden.
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Die
der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe ist es, ein Verfahren zur
Erzeugung einer Strukturierten derartigen Zone erhöhter Rekombination
mit nur einem Implantationsschritt in einem Halbleiterkörper anzugeben.
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Zur
Lösung
dieser Aufgabe stellt die Erfindung ein Verfahren gemäß Patentanspruch
1 bereit. Vorteilhafte Ausgestaltungen bzw. Weiterbildungen des
Erfindungsgedankens finden sich in den Unteransprüchen.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
zur Erzeugung einer Zone erhöhter
Rekombination in einem Halbleiterkörper ist also gekennzeichnet
durch die folgenden Schritte:
- – Erzeugen
von Leerstellenagglomeraten im Halbleiterkörper, indem dieser mit Siliziumionen bestrahlt
wird, wobei die Implantationsenergie während des Bestrahlungsprozesses
so gewählt wird,
dass der Tiefenbereich der erzeugten Leerstellenagglomerate dem
Tiefenbereich des Rp/2-Bereichs und abgeschwächt des
Rp-Bereichs entspricht (Rp =
maximale Eindringtiefe der Ionen im Halbleiterkörper), und
- – Durchführen eines
Diffusionsprozesses, um Schwermetall in die Leerstellenagglomerate
einzulagern.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
ermöglicht
die Erzeugung von Zonen erhöhter
Rekombination innerhalb des Halbleiterkörpers in beliebiger Tiefe.
Die Tiefe der Zone erhöhter
Rekombination wird über
die Bestrahlungsenergie gesteuert. Die Einstellung der Rekombinationsrate
erfolgt durch Variation der Bestrahlungsdosis sowie durch die Parameter des
Diffusionsprozesses (Dauer und Temperatur des Diffusionsprozesses
sowie Art des Schwermetalls).
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Bei
Bestrahlung eines Halbleiterkörpers – z. B.
aus Silizium bestehend – mit
Siliziumionen werden Leerstellenagglomerate besonders stark in zwei
Tiefenbereichen erzeugt, die als ”Rp-Bereich” und als ”Rp/2-Bereich” bezeichnet werden. Rp entspricht dabei der maximalen Eindringtiefe
der Ionen in den Halbleiterkörper.
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Bei
der Bestrahlung des Halbleiterkörpers mit
Silizium-Ionen werden die Leerstellenagglomerate insbesondere im
Rp/2-Bereich
und und des Weiteren (abgeschwächt)
im Rp-Bereich erzeugt. Die Parameter des
Diffusionsprozesses (Temperatur, Dauer, Art des Schwermetalls) werden
daher bei einer Bestrahlung des Halbleiterkörpers mit Siliziumionen vorzugsweise
so gewählt,
dass die Schwermetalle in Leerstellenagglomerate eingelagert werden,
die sich innerhalb des Rp/2-Bereichs befinden.
Voraussetzung hierfür
ist, dass die Parameter des Bestrahlungsprozesses so gewählt werden,
dass der Rp/2-Bereich in der Tiefe des Halbleiterkörpers erzeugt
wird, in der die Zone erhöhter
Rekombination ausgebildet werden soll.
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Da
es möglich
ist, sowohl in die Leerstellenagglomerate des Rp/2-Bereichs
als auch in die Leerstellenagglomerate des Rp-Bereichs Schwermetall einzulagern,
werden gleichzeitig zwei unterschiedliche Zonen erhöhter Rekombination
(in unterschiedlichen Tiefen) erzeugt.
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Die
Temperaturstabilität
der Leerstellenagglomerate ist über
die Bestrahlungsdosis steuerbar: Je höher die Bestrahlungsdosis ist,
umso stabiler sind die Leerstellenagglomerate gegenüber den
hohen Temperaturen, die benötigt
werden, um das Schwermetall in die Leerstellenagglomerate einzudiffundieren.
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Als
Schwermetall kommt vorzugsweise Platin zum Einsatz, jedoch ist auch
jedes andere Schwermetall prinzipiell geeignet, z. B. Gold, Iridium, Kupfer
und Nickel.
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Der
Halbleiterkörper
ist vorzugsweise Teil eines Leistungstransistors, d. h., das erfindungsgemäße Verfahren
lässt sich
besonders vorteilhaft zur Erzeugung von Zonen erhöhter Rekombination
in Leistungstransistoren anwenden. Beispielsweise kann das erfindungsgemäße Verfahren
zur Erzeugung von Zonen erhöhter
Rekombination in Bodygebieten eines Leistungstransistors dienen.
Zonen erhöhter
Rekombination können
jedoch auch in beliebigen anderen Bereichen eines Leistungstransistors
erzeugt werden. Weiterhin ist es möglich, Zonen erhöhter Rekombination
auch in anderen Bauteilen, beispielsweise Dioden, Thyristoren, IGBTs,
etc. zu erzeugen.
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In
der folgenden Beschreibung sollen weitere Aspekte der Erfindung
näher erläutert werden.
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Erfindungsgemäß soll eine
Zone in der Tiefe eines Halbleiterkörpers (z. B. einer Siliziumscheibe) erzeugt
werden, die eine stark erhöhte
Rekombination bewirkt. Ziel ist hierbei unter anderem die Realisierung
von rückwärtssperrenden
MOSFETs (Metall-Oxid-Halbleiter-Feldeffekttransistor) mit ausreichender
Sperrfähigkeit
für beide
Polungsrichtungen oder auch die Vermeidung des Einschaltens des
parasitären
Thyristors (latch up) bei IGBTs (Insulated-Gate-Bipolar-Transistor),
z. B. bei Überstromabschalten
oder im Kurzschlussfall. Der Leckstrom des Bauelementes sollte aber
dabei nicht zu stark erhöht werden.
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Die
angezielte Reduzierung der Transistorverstärkung wurde bislang im Allgemeinen
durch ein möglichst
hoch dotiertes Bodygebiet ermöglicht.
Dieser Vorgehensweise sind einerseits technologische Grenzen gesetzt,
andererseits aber auch Grenzen hinsichtlich der elektrischen Daten
der Bauelemente, wie z. B. der Einsatzspannung.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
zielt darauf ab, eine schmale Zone, in der eine sehr hohe Rekombinationsrate
vorliegt, zu erzeugen. Diese Zone wird gezielt in einer bestimmten
Tiefe des p-dotierten Bodygebiets platziert, welche im sperrenden
Zustand möglichst
nicht von der Raumladungszone erfasst werden sollte. Das Verfahren
lässt sich
auch dann anwenden, wenn n-dotierte Bodygebiete vorliegen, d. h.
Zonen erhöhter
Rekombination können
gleichermaßen
in n-dotierten Gebieten und in p-dotierten Gebieten erzeugt werden.
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Erfindungsgemäß wird eine
Ionenimplantation mit Siliziumatomen durchgeführt, die im Bereich des so
genannten ”end
of range” (Rp-Bereich) und auch im so genannten Rp/2-Bereich zu ausgedehnten Leerstellenagglomeraten
führen.
Wird die Ionenimplantation bzw. die Bestrahlung mit ausreichend hoher
Dosis durchgeführt,
sind diese Agglomerate so stabil, dass sie mit Temperaturen deutlich
oberhalb von 700°C
belastet werden können,
ohne dabei auszuheilen.
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Hierbei
ist anzumerken, dass eine Implantation von Siliziumatomen zu einer
ausgeprägten
Bildung von so genannten Voids bzw. Nanocavities im Rp/2-Bereich
führt,
so dass die sich nach den Folgeprozessen ausbildende Rekombinationszone
ebenfalls in dieser Tiefe liegt. Bei einer Heliumbestrahlung dagegen
findet die Erzeugung der Voids vorzugsweise im Bereich Rp statt. Abhängig von der implantierten
Ionenart muss daher die Implantationsenergie so gewählt werden,
dass die Tiefe d der angezielten Rekombinationsschicht mit Rp/2 oder Rp übereinstimmt. Bei
einem Bodygebiet, das ausreichend tief ausgestaltet ist, können sowohl
im Tiefenbereich Rp/2 als auch im Tiefenbereich
Rp Zonen erhöhter Rekombination erzeugt
werden.
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Die
Tatsache, dass die Halbleiterkörper
(z. B. Siliziumscheiben) nach der Erzeugung dieser Voids auch mit
relativ hohen Temperaturen belastet werden können, eröffnet die Möglichkeit, nach der Erzeugung der
Agglomerate eine Schwermetalldiffusion durchzuführen. Hierbei wird sich ein
großer
Anteil der eindiffundierten Schwermetalle – geeignet sind z. B. Platin-
oder Goldatome – in
die Voids einlagern. Die so dekorierten Voids können zu einer extremen Rekombination
führen.
Dementsprechend kann in einem (Leistungs-)Transistor der Transistorverstärkungsfaktor
drastisch abgesenkt werden, wenn die Rekombinationszone in die Basiszone
eingebracht wird und somit der Anteil der Ladungsträger, der
vom Emitter in die Basis injiziert wird und den Kollektor erreicht, auf
vernachlässigbare
Werte reduziert wird.
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Im
Allgemeinen bietet es sich an, die Ionenimplantation bzw. Bestrahlung
maskiert durchzuführen,
d. h. während
der Implantation bzw. Bestrahlung mit Abdeckschichten zu arbeiten,
um somit die Zonen starker Rekombination nur dort zu erzeugen, wo
sie erwünscht
sind. Ebenso kann der Schwermetall-Eindiffusionsprozess maskiert durchgeführt werden.
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1 zeigt eine schematische Darstellung des
vorgeschlagenen Prinzips für
das Beispiel eines rückwärtssperrenden
MOSFETs.
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Die
Tiefe der Zone starker Rekombination kann über die Wahl der Implantations-
bzw. Bestrahlungsenergie festgelegt werden. Die Platindiffusion kann
z. B. bei Temperaturen, die zwischen 400 und 1000°C, vorzugsweise
zwischen 700°C
und 900°C liegen, über einen
Zeitraum von typischerweise 30 Minuten bis zu einigen Stunden (z.
B. vier Stunden), vorgenommen werden.
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Ein
wesentlicher Aspekt der Erfindung besteht also darin, in einem Halbleiterkörper, z.
B. einem Bodygebiet, einen Bereich stark erhöhter Rekombination zu erzeugen,
indem mittels einer Siliziumionenimplantation Leerstellenagglomerate
hervorgerufen werden, die bei einem anschließenden Hochtemperaturschritt
mit Schwermetallen angereichert werden.
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Die
Erfindung wird im Folgenden unter Bezugnahme auf die Figuren in
beispielsweiser Ausführungsform
näher erläutert. Es
zeigen:
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1A eine
Querschnittsdarstellung eines Ausschnitts eines vertikalen Leistungstransistors,
in dem mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens
eine Zone erhöhter
Rekombination erzeugt wurde.
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1B schematisch
den zu 1A zugehörigen Verlauf der Strahlenschäden und
der Schwermetallkonzentration, erzeugt durch eine Si-Implantation
in einen Si-Kristall mit anschließender Schwermetalldiffusion.
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Die
Dotierung sämtlicher
Ausführungsformen
kann invers ausgestaltet sein, d. h., n-Gebiete können durch
p-Gebiete ersetzt werden und umgekehrt.
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In 1A ist
ein Leistungstransistor 1 (MOSFET) zu sehen, in dessen
Halbleiterkörper 2 (der
in dieser Ausführungsform
aus Silizium besteht) ein n-dotiertes Substrat 3, ein p-dotiertes Bodygebiet 4, ein
n-dotiertes Sourcegebiet 5 sowie Source-/Bodykontaktgebiete 6 vorgesehen
sind. In dem Halbleiterkörper 2 ist
weiterhin ein Trench 7 vorgesehen, in den eine Gateelektrode 8 eingebettet
ist. Die Gateelektrode 8 ist mittels einer Isolationsschicht 9 gegenüber dem
Halbleiterkörper 2 elektrisch
isoliert.
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Mittels
des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
der Halbleiterkörper 2 von
der Vorderseite 10 her mit Siliziumionen bestrahlt. Durch
die Bestrahlung entsteht innerhalb des Bodygebiets 4 eine
Zone 11, in der Leerstellenagglomerate, die durch die Bestrahlung
mit Silizium-Ionen erzeugt werden, besonders gehäuft auftreten (”Rp/2-Bereich”). Anschließend wird mittels
eines Diffusionsprozesses Schwermetall in die Zone 11 eingelagert,
so dass eine Zone erhöhter Rekombination
entsteht. In dieser Ausführungsform werden
die Bestrahlungsparameter so gewählt,
dass der Rp/2-Bereich der Lage der Zone 11 erhöhter Rekombination
entspricht, und die Parameter des Diffusionsprozesses so gewählt, dass
eine Einlagerung des Schwermetalls vorwiegend in den Rp/2-Bereich hinein
und nur zu einem geringeren Teil in den Rp-Bereich
hinein erfolgt.
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1B zeigt
einen zugehörigen
Schwermetall-Konzentrationsverlauf 121 (hier: Platin) sowie einen zugehörigen Leerstellenagglomerat-Konzentrationsverlauf
(Strahlenschäden-Konzentrationsverlauf) 122 für
das Beispiel der Silizium-Implantation mit einem Maximum der Leerstellenagglomerate
im Rp/2-Bereich.
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- 1
- Leistungstransistor
- 2
- Halbleiterkörper
- 3
- Substrat
- 4
- Bodygebiet
- 5
- Sourcegebiet
- 6
- Source-/Bodykontaktgebiet
- 7
- Trench
- 8
- Gateelektrode
- 9
- Isolationsschicht
- 10
- Halbleiterkörper-Vorderseite
- 11
- Zone
erhöhter
Rekombination
- 121
- Schematischer
Verlauf der Schwermetall-Konzentration
- 122
- Schematischer
Verlauf der Strahlenschäden-Konzentration