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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Stoppzone
bzw. Feldstoppzone in einem Halbleiterkörper und ein Halbleiterbauelement mit
einer Stoppzone.
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Es
ist bekannt, bei bipolaren Leistungsbauelementen, wie beispielsweise
Leistungsdioden, Leistungsthyristoren oder Leistungs-IGBT, die eine
vergleichsweise schwach dotierte Basiszone besitzen, eine höher als
die Basiszone dotierte Stoppzone in der Basiszone vorzusehen. Diese
Stoppzone dient bei sperrendem Bauelement zur Begrenzung des sich
in der Basiszone ausbreitenden elektrischen Feldes und verhindert
ein Durchgreifen des elektrischen Feldes zu einer sich an die Basiszone
anschließenden
stärker
dotierten Emitterzone. Ein Leistungsbauelement mit einer solchen
Stoppzone ist beispielsweise in der
DE 100 48 165 A1 beschrieben.
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Die
US 4,517,582 beschreibt
ein vertikales Leistungsbauelement mit einer Stoppzone, die in einer
Basiszone beabstandet zu einer Emitterzone angeordnet ist. Zwischen
der Stoppzone und der Emitterzone ist eine Zwischenzone angeordnet,
in welcher die Dotierungskonzentration ausgehend von der Stoppzone
in Richtung der Emitterzone bis auf das Niveau der Dotierungskonzentration
der Basiszone abnimmt.
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Die
US 5,075,751 beschreibt
ein vertikales Halbleiterbauelement mit einer Anodenzone und einer
Kathodenzone, zwischen denen eine, beispielsweise durch Protonenimplantation
hervorgerufene, Defektzone im Halbleiterkristallgitter vorgesehen
ist. Diese Defektzone dient zur Einstellung der Ladungsträgerlebensdauer
in dem Bauelement.
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Ein
Verfahren zur Herstellung einer n-dotierten Stoppzone in einem Halbleiterkörper ist
in der
DE 102 43 758
A1 beschrieben. Bei diesem Verfahren werden Protonen in
den Bereich des Halbleiterkörpers
eingestrahlt, in dem die Stoppzone erzeugt werden soll. An diesen
Bestrahlungsschritt schließt
sich ein Temperaturverfahren an, bei dem der Halbleiterkörper für eine Zeitdauer
zwischen einer Minute und 250 Minuten auf Tempera turen zwischen
250°C und 550°C aufgeheizt
wird, um wasserstoffinduzierte Donatoren zu erzeugen.
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Beim
Abschalten von bipolaren Leistungsbauelementen ist es grundsätzlich vorteilhaft,
wenn der zeitliche Gradient des in der Basiszone fließenden Stromes
gegen Ende der Abschaltphase möglichst
gering ist, wenn der in der Basiszone fließende Strom also möglichst
sanft abnimmt. Spannungen, die während
des Abschaltvorgangs in Zuleitungen zu dem Bauelement an unvermeidlich
vorhandenen parasitären
Streuinduktivitäten
induziert werden, können
dadurch minimiert werden.
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Ziel
der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung
einer Stoppzone, die ein sanftes Abschaltverhalten gewährleistet,
sowie ein Halbleiterbauelement mit einer solchen, ein sanftes Abschaltverhalten
gewährleistenden
Stoppzone zur Verfügung
zu stellen.
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Dieses
Ziel wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1
und durch ein Halbleiterbauelement mit den Merkmalen des Anspruchs
8 erreicht. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand
der Unteransprüche.
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Bei
dem Verfahren zur Herstellung einer vergrabenen Stoppzone ist vorgesehen,
einen Halbleiterkörper
mit einer Grunddotierung eines ersten Leitungstyps, der eine erste
und eine zweite Seite aufweist, bereitzustellen und den Halbleiterkörper über eine
der Seiten mit Protonen zu bestrahlen, wodurch Protonen in einen
beabstandet zu der Bestrahlungsseite gelegenen ersten Bereich des
Halbleiterkörpers eingebracht
werden. Anschließend
wird ein Temperaturprozess durchgeführt, bei dem der Halbleiterkörper für eine vorgegebene
Zeitdauer auf eine vorgegebene Temperatur aufgeheizt wird. Die Temperatur und
die Zeitdauer dieses Temperaturprozesses, der nachfolgend auch als
Ausheilprozess bezeichnet ist, sind dabei so gewählt, dass wasserstoffinduzierte Donatoren
sowohl in dem ersten Bereich als auch in einem sich an den ersten
Bereich in Richtung der Bestrahlungsseite anschließenden zweiten
Bereich erzeugt werden.
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Die
Temperatur während
dieses Temperaturprozesses beträgt
zwischen 200°C
und 550°C
bei einer Zeitdauer zwischen zwei Stunden und 20 Stunden. Die Zeitdauer
des Temperaturprozesses beträgt vorzugsweise
zwischen 2,5 Stunden und 12 Stunden, die Temperatur beträgt vorzugsweise
zwischen 400°C
und 500°C.
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Der
Abstand des ersten Bereiches des Halbleiterkörpers, in welchen die Protonen
eingebracht werden, von der Bestrahlungsseite ist abhängig von der
Bestrahlungsenergie, mit welcher die Protonen eingebracht werden.
Der Abstand des Bereiches zu der Bestrahlungsseite, der der Tiefe
der späteren Stoppzone
ausgehend von dieser Seite entspricht, beträgt zwischen etwa 5% und etwa
40%, vorzugsweise zwischen 10% und 15% der gesamten Dicke des Halbleiterkörper. Die
Dicke des Halbleiterkörpers beeinflusst
dabei die Spannungsfestigkeit, also die zulässige Sperrspannung des Bauelements.
Bei Silizium als Material des Halbleiterkörpers sollte diese Dicke zwischen
etwa 6 μm
und etwa 20 μm,
vorzugsweise etwa 11 μm,
pro 100V gewünschter
Sperrspannung betragen. Für
ein beispielhaftes Bauelement mit 13kV Sperrvermögen beträgt eine typische Dicke somit
etwa 1500 μm
und eine typische Eindringtiefe des Feldstopps etwa 150–250 μm.
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Die
Protonen hinterlassen auf ihrem Weg von der Bestrahlungsseite bis
in den ersten Bereich Bestrahlungsdefekte in dem Halbleiterkörper.
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Während des
Ausheilprozesses diffundieren die Protonen aus dem ersten Bereich,
so dass wasserstoffinduzierte Donatoren, zu deren Bildung zum einen
die bestrahlungsbedingten Defekte und zum anderen Wasserstoff notwendig
sind, auch in dem zwischen der Bestrahlungsseite und dem ersten
Bereich gelegenen zweiten Bereich erzeugt werden. Die Dotierungskonzentration der
wasserstoffinduzierten Donatoren in dem zweiten Bereich ist dabei abhängig von
der Protonenkonzentration, die durch die Diffusion von Protonen
aus dem ersten Bereich in Richtung der Bestrahlungsseite erreicht
wird. Die aus der Diffusion der Protonen und deren Wechselwirkung
mit den Defekten resultierende Donatorkonzentration im zweiten Bereich
ist üblicherweise
wesentlich geringer als die Donatorkonzentration die durch das Bestrahlungs-
bzw. Implantationsverfahren in dem ersten Bereich erreicht wird.
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Die
Protonenkonzentration in dem zweiten Bereich ist insbesondere abhängig von
der Dauer des Ausheilprozesses und auch von der während des Ausheilprozesses
angewendeten Temperatur. Während
bei Ausheiltemperaturen von 400°C
und höher bereits
eine Zeitdauer im Bereich von zwei Stunden ausreichend sein kann
um eine nennenswerte Dotierungskonzentration in dem zweiten Bereich
zu erreichen, müssen
bei niedrigeren Ausheiltemperaturen oder großen Implantationsenergien,
die zu einer großen
vertikalen Ausdehnung des zweiten Bereiches führen, entsprechend längere Ausheildauern
angewendet werden. In dem Bereich des Halbleiterkörpers, der
sich an den ersten Bereich auf der der zweiten Seite zugewandten
Seite anschließt,
tritt keine protoneninduzierte Erhöhung der Grunddotierung auf,
da hier keine bestrahlungsbedingten Defekte vorhanden sind und somit
ein wesentlicher Bestandteil fehlt, der für die Donatorbildung verantwortlich
ist.
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Durch
das erfindungsgemäße Verfahren lässt sich
eine zweistufige Feldstoppzone erzeugen, die im ersten Bereich stärker als
im zweiten Bereich dotiert ist und bei der die Dotierungskonzentration
in beiden Bereichen höher
als die Grunddotierung des Halbleiterkörpers ist. In einem fertigen
Leistungsbauelement, das eine solche Stoppzone aufweist, schließt sich
an den schwächer
dotierten zweiten Bereich der Stoppzone eine Emitterzone an, die
je nach Bauelement n-dotiert oder p-dotiert sein kann. Der sich an diese
Emitterzone anschließende
und höher als
die Grunddotierung des Halbleiterkörpers do tierte zweite Bereich
der Stoppzone bildet während
des Abschaltvorganges eines solchen Leistungsbauelementes ein "Plasmareservoir" an Ladungsträgern, so dass
während
des gesamten Abschaltvorganges ausreichend Ladungsträger zur
Verfügung
stehen, um den Stromgradienten auch in der Endphase des Abschaltvorganges
hinreichend niedrig zu halten. Hierzu sollte der schwächer dotierte
zweite Bereich eine ausreichende vertikale Ausdehnung aufweisen. Die
Ausdehnung beträgt
typischerweise zwischen 4% und etwa 35%, vorzugsweise zwischen 8%
und 14% der gesamten Dicke des Halbleiterkörpers.
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Die
vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand von Figuren näher erläutert.
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1 veranschaulicht ein erfindungsgemäßes Verfahren
zur Herstellung einer zweistufigen Stoppzone in einem Halbleiterkörper.
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2 veranschaulicht
den Dotierungsverlauf in dem Halbleiterkörper in 1 nach
Abschluss des Verfahrens.
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3 zeigt
schematisch einen Querschnitt durch eine Leistungsdiode, die eine
erfindungsgemäße Stoppzone
aufweist.
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4 zeigt
schematisch einen Querschnitt durch einen IGBT, der eine erfindungsgemäße Stoppzone
aufweist.
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5 zeigt
schematisch einen Querschnitt durch einen Leistungsthyristor, der
eine erfindungsgemäße Stoppzone
aufweist.
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6 zeigt
für einen
Halbleiterkörper
die Abhängigkeit
des Abstands zu der Bestrahlungsseite eines Protonen aufweisenden
ersten Bereiches und der Standard abweichung der Tiefenverteilung
von der Teilchenenergie bei Silizium als Halbleitermaterial.
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In
den Figuren bezeichnen, sofern nicht anders angegeben, gleiche Bezugszeichen
gleiche Bauelementbereiche mit gleicher Bedeutung.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
zur Herstellung einer zweistufigen Feldstoppzone wird nachfolgend
anhand der 1a und 1b erläutert.
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Bezug
nehmend auf 1a wird ein Halbleiterkörper 100 bereitgestellt,
der beispielsweise aus Silizium besteht und der eine Grunddotierung
aufweist. Der Halbleiterkörper 100 weist
eine erste Seite 101 und eine zweite Seite 102 auf
und wird über
eine der beiden Seiten, in dem Beispiel die erste Seite 101,
mit Protonen bestrahlt. Die Protonen werden während des Bestrahlungsschrittes
in einen beabstandet zu der Bestrahlungsseite 101 angeordneten ersten
Bereich des Halbleiterkörpers 100 eingebracht.
Ein Abstand dieses ersten Bereiches 111 von der Bestrahlungsseite 101 ist
abhängig
von der Bestrahlungsenergie, mit welcher die Protonenbestrahlung
erfolgt. Auch die Abmessungen dieses ersten Bereiches 111 in
der vertikalen Richtung sind von der Bestrahlungsenergie abhängig. Dabei
gilt, dass die Abmessungen dieses ersten Bereiches 111 in
der vertikalen Richtung umso größer sind,
je höher
die Bestrahlungsenergie ist, je weiter die Protonen also in den
Halbleiterkörper 100 eindringen.
Das Maximum der Protonenkonzentration in dem ersten Bereich 111 liegt
nach Abschluss des Bestrahlungsschrittes in vertikaler Richtung
etwa in der Mitte dieses Bereiches 111.
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In 6 ist
die Eindringtiefe (in μm)
der Protonen ausgehend von der Bestrahlungsseite 101 abhängig von
der Bestrahlungsenergie (in MeV) aufgetragen bei Verwendung von
Silizium als Halbleitermaterial aufgetragen. Die Standardabweichung
der Eindringtiefe ist in 6 in herkömmlicher Weise durch senkrechte
Striche über
jeweiligen Werten der Bestrahlungsenergie aufgetragen. Wie aus der
Kurve ersichtlich ist, lassen sich bei Bestrahlungsenergien von
ca. 6 MeV Eindringtiefen der Protonen bis zu 300 μm erreichen.
Die Eindringtiefen für
kleinere Bestrahlungsenergien sind entsprechend geringer.
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In
einem zwischen der Bestrahlungsseite 101 und dem ersten
Bereich 111 gelegenen zweiten Bereich 112 des
Halbleiterkörpers 100 hinterlassen die
Protonen Bestrahlungsdefekte in dem Kristallgitter des Halbleiterkörpers. Diese
Defekte sind in 1a schematisch als Kreuze dargestellt
und mit dem Bezugszeichen 114 bezeichnet. In das Kristallgitter
eingebrachte Protonen in dem ersten Bereich 111 sind schematisch
durch Kreise dargestellt und mit dem Bezugszeichen 113 bezeichnet.
Bestrahlungsdefekte sind selbstverständlich auch in dem ersten Bereich 111 vorhanden,
bis in den die Protonen vordringen. Die Konzentration an Bestrahlungsdefekten
ist in diesem Bereich höher
als die Konzentration der eingebrachten Protonen.
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An
den Bestrahlungsschritt schließt
sich ein Temperaturprozess bzw. Ausheilprozess an, bei dem der Halbleiterkörper 100 für eine Zeitdauer
zwischen zwei Stunden und 20 Stunden, vorzugsweise zwischen 2,5
Stunden und 12 Stunden, auf eine Temperatur zwischen 200°C und 550°C, vorzugsweise
zwischen 400°C
und 500°C,
aufgeheizt wird. Während dieses
zwei Stunden oder länger,
vorzugsweise 2,5 Stunden und länger,
dauernden Temperaturprozess diffundieren Protonen aus dem ersten
Bereich 111 in nennenswertem Umfang aus diesem ersten Bereich 111 aus.
Des Weiteren werden während
des Ausheilprozesses in dem ersten Bereich 111 wasserstoffinduzierte
Donatoren durch die während
des Bestrahlungsprozesses eingebrachten Protonen gebildet. Die in
Richtung der Bestrahlungsseite 101 diffundierenden Protonen
führen
während
des Ausheilprozesses ebenfalls zur Erzeugung wasserstoffinduzierter Donatoren
in dem zwischen dem ersten Bereich 111 und der Bestrahlungsseite 101 angeordneten
zweiten Bereich 112, wobei an dieser Erzeugung wasserstoffinduzierter
Donatoren in dem zweiten Bereich 112 die aus dem ersten
Bereich in Richtung der Bestrahlungsseite 101 diffundierenden
Protonen und die in dem zweiten Bereich durch die vorherige Protonenbestrahlung
hervorgerufenen Bestrahlungsdefekte beteiligt sind. Während des
Temperaturschrittes diffundieren Protonen aus dem ersten Bereich 111 auch
in Richtung der der Bestrahlungsseite gegenüberliegenden Seite 102 aus.
In dem sich in dieser Richtung an den ersten Halbleiterbereich 111 anschließenden Bereich
des Halbleiterkörpers
entstehen allerdings keine wasserstoffinduzierten Donatoren, da
dort keine zur Bildung solcher Donatoren erforderlichen Bestrahlungsdefekte
vorhanden sind.
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1b zeigt
den Halbleiterkörper 100 nach Abschluss
des Ausheilprozesses. Mit dem Bezugszeichen 11 ist dabei
eine hochdotierte n-dotierte erste Halbleiterzone bezeichnet, die
im ersten Bereich 111 des Halbleiterkörpers 100 angeordnet
ist. Mit dem Bezugszeichen 12 ist eine schwächer als
die erste Zone 11 dotierte zweite Halbleiterzone 12 bezeichnet,
die im zweiten Bereich 112 des Halbleiterkörpers 100 angeordnet
ist.
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2 zeigt
beispielhaft den Dotierungsverlauf in vertikaler Richtung des Halbleiterkörpers 100. Der
Dotierungsverlauf ist in dem Beispiel ausgehend von einer vertikalen
Position x0, an welcher der Halbleiterkörper 100 seine
Grunddotierung aufweist, in Richtung der Bestrahlungsseite 101 aufgetragen.
Die Grunddotierung des Halbleiterkörpers 100 wird nachfolgend
mit Nref bezeichnet, während ND die
Dotierungskonzentration in den ersten und zweiten Halbleiterzonen 11, 12 bezeichnet.
In 2 ist die Dotierungskonzentration ND in
den ersten und zweiten Halbleiterzonen 11, 12 im
Verhältnis
zu der Grunddotierung Nref aufgetragen.
Die Dotierungskonzentration besitzt in der ersten Halbleiterzone 11 ausgehend von
dem die Grunddotierung aufweisenden Halbleiterbereich 13 einen
in etwa parabelförmigen
Verlauf mit einer maximalen Dotierungskonzentration, die in vertikaler
Richtung in etwa in der Mitte der ersten Halbleiterzone 11 liegt.
Aufgrund der während
des langen Ausheilprozesses stattgefundenen Diffusion von Protonen
in Richtung der Bestrahlungsseite 101 nimmt die Dotierungskonzentration
in der zweiten Halbleiterzone 12 ausgehend von der ersten
Halbleiterzone 11 in Richtung der Bestrahlungsseite 101 in dem
Beispiel linear ab. Bei sehr langen Ausheildauern kann allerdings
ein Dotierungsverlauf in der zweiten Halbleiterzone 12 erreicht
werden, bei dem die Dotierungskonzentration überall in der zweiten Halbleiterzone 12 annähernd konstant
ist oder in der Nähe
der Vorderseite 101 sogar wieder ansteigt.
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Die
Dotierungskonzentration in der zweiten Halbleiterzone 12 ist
wesentlich niedriger als die maximale Dotierungskonzentration in
der ersten Halbleiterzone 11. Diese Dotierungskonzentration
in der zweiten Halbleiterzone 12 beträgt bei dem in 2 dargestellten
Dotierungsverlauf weniger als 20% der maximalen Dotierungskonzentration
in der ersten Halbleiterzone 11. Die Dotierungskonzentration
in der zweiten Halbleiterzone 12 ist jedoch wesentlich höher als
die Grunddotierung und beträgt
in dem Beispiel etwa das 20-fache der Grunddotierung.
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Das
zuvor erläuterte
erfindungsgemäße Verfahren
eignet sich zur Herstellung zweistufiger Stoppzonen in beliebigen
bipolaren vertikalen Leistungsbauelementen, was nachfolgend anhand
der 3 bis 5 erläutert wird.
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3 zeigt
ein als Leistungsdiode ausgebildetes Halbleiterbauelement. Die Diode
ist in einem Halbleiterkörper 100 integriert
und weist eine n-dotierte Basiszone 13 auf, deren Dotierungskonzentration
einer Grunddotierung des Halbleiterkörpers 100 entspricht.
An diese Basiszone 13 schließt sich die stark n-dotierte
erste Halbleiterzone 11 an, die eine Stoppzone bzw. einen
ersten Stoppzonenabschnitt bildet. Die schwächer als die erste Halbleiterzone 11 dotierte
zweite Halbleiterzone 12, die sich an die erste Halbleiterzone 11 anschließt, bildet
einen Zwischenzone bzw. einen zweiten Stoppzonenabschnitt 12.
Dieser zweite Stoppzonenabschnitt 12 ist zwischen einer
ersten Seite 101 und dem ersten Stoppzonenabschnitt 11 des
Halbleiterkörpers
angeordnet. Der Halbleiterkörper 11 weist
im Bereich dieser ersten Seite 101 einen sehr stark n-dotierten
Halbleiterabschnitt 14 auf, der den n-Emitter der Leistungsdiode
bildet. Die Donatorkonzentration in diesem den n-Emitter bildenden
Halbleiterabschnitt 14 ist erheblich höher als in der den ersten Stoppzonenabschnitt bildenden
ersten Halbleiterzone 11. Der n-Emitter 14 ist durch eine erste
Metallisierung 21 kontaktiert, die eine Kathode K der Leistungsdiode
bildet.
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Im
Bereich einer der ersten Seite 101 gegenüberliegenden
Seite des Halbleiterkörpers 100 weist der
Halbleiterkörper 100 einen
p-dotierten Halbleiterabschnitt 15 auf, der den p-Emitter der Leistungsdiode
bildet und der durch eine zweite Metallisierung 22 kontaktiert
ist. Diese zweite Metallisierung bildet die Anode A der Leistungsdiode.
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Der
stärker
dotierte erste Stoppzonenabschnitt 11 bewirkt in bekannter
Weise bei sperrendem Bauelement, also dann, wenn eine negative Spannung
zwischen Anode A und Kathode K anliegt, und wenn sich ausgehend
von der p-Basis 15 ein elektrisches Feld in der Basis 13 ausbreitet,
dass dieses elektrische Feld bis an den n-Emitter 14 durchgreifen kann
und bei Dioden vorzugsweise und bei IGBTs bzw. Thyristoren notwendigerweise
bereits im Bereich des zweiten Stoppzonenabschnitts 12 endet.
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Die
Vorteile des stärker
als die n-Basis 13 jedoch schwächer als der erste Stoppzonenabschnitt 11 dotierten
zweiten Stoppzonenabschnitts 12 ergeben sich bei Abschalten
des zuvor im leitenden Zustand betriebenen Bauelements, wie nachfolgend
erläutert
wird. Zur leitenden Ansteuerung der Leistungsdiode wird eine positive
Spannung zwischen Anode A und Kathode K angelegt. Wird diese Spannung
auf einen negativen Wert abge senkt, so wird die Diode in den Sperrbetrieb
kommutiert. Während des
leitenden Zustandes ist in der Basis 13 und in den ersten
und zweiten Stoppzonenabschnitten 11, 12 ein Ladungsträgerplasma
vorhanden, das während
des Abschaltvorganges zunächst
in der Basiszone 13 abgebaut wird. Der zweite Stoppzonenabschnitt 12,
der höher
als die Basiszone 13 dotiert ist, bewirkt, dass auch gegen
Ende des Abschaltvorganges vor dem n-Emitter 14 ein hinreichend
großes Plasmareservoir
vorhanden ist, um den Gradienten des Stromflusses durch die Diode
auch in der Endphase des Abschaltvorganges hinreichend niedrig zu halten
und dadurch ein sanftes Abschaltverhalten der Leistungsdiode zu
erzielen.
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Wesentlich
für ein
solches sanftes Abschaltverhalten ist, dass die Dotierungskonzentration
in dem zweiten Stoppzonenabschnitt 12 höher als in der Basiszone ist,
wobei diese Dotierungskonzentration vorzugsweise mehr als doppelt
so hoch, Idealerweise mehr als zehnmal so hoch wie die Dotierungskonzentration
der Basiszone ist. Darüber
hinaus muss die Dotierungskonzentration in dem zweiten Stoppzonenabschnitt 12 geringer
als die Dotierungskonzentration in dem ersten Stoppzonenabschnitt 11 sein.
Die Dotierungskonzentration des zweiten Stoppzonenabschnitts 12 beträgt dabei
mehr als 5% der maximalen Dotierungskonzentration in dem ersten
Stoppzonenabschnitt 11, beträgt jedoch weniger als 50% der
maximalen Dotierungskonzentration in dem ersten Stoppzonenabschnitt 11.
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4 veranschaulicht
die Anwendung einer zweistufigen Stoppzone mit einem stärker dotierten Stoppzonenabschnitt 11 und
einem schwächer
als der erste Stoppzonenabschnitt jedoch stärker als eine Basiszone 13 dotierten
Stoppzonenabschnitt 12 auf einen IGBT. Das Bezugszeichen 31 bezeichnet bei
diesem IGBT einen im Bereich der ersten Seite 101 des Halbleiterkörpers 100 angeordneten
p-Emitter, der durch eine erste Metallisierung 36, die
nachfolgend als Kathode bezeichnet ist, kontaktiert ist. Das Bezugszeichen 13 bezeichnet,
wie bereits bei der Diode in 3 die n-Basis
des IGBT.
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Im
Bereich einer zweiten Seite 102 des Halbleiterkörpers 100,
die in dem Beispiel die sogenannte Vorderseite bildet, ist ein Zellenfeld
vorhanden, das mehrere p-Basiszonen 32 umfasst, in welchen
jeweils n-Emitterzonen 33 angeordnet sind. Zur Ausbildung
leitender Kanäle
in den p-Basiszonen 32 zwischen den n-Emitterzonen 33 und
der n-Basis 13 ist eine Gate-Elektrode 34 vorhanden, die
mittels einer Gate-Isolationsschicht 35 isoliert gegenüber dem Halbleiterkörper 100 angeordnet
ist. Die n-Emitterzonen 33 sind in grundsätzlich bekannter
Weise durch eine zweite Metallisierung 37 kontaktiert,
die die Emitterelektrode des IGBT bildet.
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Das
Konzept einer zweistufigen Feldstoppzone ist Bezug nehmend auf 5 auch
auf einen Leistungsthyristor anwendbar. Mit dem Bezugszeichen 13 ist
in 5 die n-Basis diese Thyristors bezeichnet, die
Bezugszeichen 11 und 12 bezeichnen, wie bereits
bei den Bauelementen der 3 und 4, den ersten
und zweiten Stoppzonenabschnitt der zweistufigen Stoppzone. Im Bereich
der ersten Seite 101 des Halbleiterkörpers 100, die in
dem Beispiel die Rückseite
des Thyristors bildet, ist eine p-dotierte Halbleiterzone 41 vorhanden,
die den p-Emitter bildet, und die durch eine Metallisierung 46, die
nachfolgend als Kathode K bezeichnet ist, kontaktiert ist.
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Im
Bereich einer der ersten Seite 101 gegenüberliegenden
Seite 102 weist der Halbleiterkörper 100 bei dem Thyristor
eine p-Dotierung 42 auf, die die p-Basis des Bauelements
bildet. In dieser p-Basis 42 ist eine n-Emitterzone 43 angeordnet,
die durch eine zweite Metallisierung 47, die eine Emitterelektrode
bildet, kontaktiert ist. Der n-Emitter 43 bildet den Hauptemitter
des Thyristor und ist durch sogenannte Emitterkurzschlüsse 47 unterbrochen.
Im Bereich dieser Emitterkurzschlüsse reicht die p-Basis bis
an die Elektrode 47. Das Bauelement kann in lateraler Richtung
symmetrisch zu einer Achse A-A ausgebildet sein und kann in einem
sogenannten Zentralbereich eine BOD-Struktur (BOD = Break Over Diode) aufweisen,
die dadurch gebildet ist, dass die p-Basis im Zentralbereich stark
gekrümmte
Abschnitte aufweist. Zwischen der BOD-Struktur und dem n-Hauptemitter 43 können außerdem Verstärkungsstrukturen
vorhanden sein, die jeweils einen in die p-Basis eingebetteten Hilfsemitter 44 und
eine den Hilfsemitter 44 und die p-Basis 42 kontaktierende
Hilfselektrode aufweisen. Diese Strukturen werden auch als Amplifying-Gate-Strukturen bezeichnet.
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- 11
- erste
Halbleiterzone, erster Stoppzonenabschnitt
- 12
- zweite
Halbleiterzone, zweiter Stoppzonenabschnitt
- 13
- Halbleiterzone
mit Grunddotierung, Basiszone
- 14
- n-Emitter
- 15
- p-Emitter
- 21,
22
- Elektroden
- 31
- p-Emitter
- 32
- p-Basis
- 33
- n-Emitter
- 34
- Gate-Elektrode
- 35
- Isolationsschicht,
Gate-Isolation
- 36,
37
- Elektroden
- 41
- p-Emitter
- 42
- p-Basis
- 43
- n-Emitter
- 44
- Hilfsemitter
- 45
- Abschnitt
der p-Basis im Bereich einer BOD-Struktur
- 46,
47
- Elektroden
- 48
- Gate-Elektrode
- 100
- Halbleiterkörper
- 101
- erste
Seite, Vorderseite
- 102
- zweite
Seite, Rückseite
- 111
- erster
Bereich des Halbleiterkörpers
- 112
- zweiter
Bereich des Halbleiterkörpers
- 113
- Protonen
im ersten Bereich des Halbleiterkörpers
- 114
- Defekte
im zweiten Bereich des Halbleiterkörpers
- A
- Anode
- A-A
- Achse
- E
- Emitter
- G
- Gate
- K
- Kathode
- x0
- vertikale
Position
- Nref
- Grunddotierungskonzentration
- ND
- Dotierungskonzentration
in der ersten oder zweiten Stoppzone