Eine
erste Aufgabe der Erfindung ist es daher, bei derartigen Leuchtvorrichtungen,
insbesondere Fluoreszenzlampen einen Körper zur Verfügung zu
stellen, mit dem bei vorgegebener Dicke der Fluoreszenzschicht die
Leuchtausbeute des Leuchtmittels erhöht werden kann.
Eine
weitere Aufgabe der Erfindung liegt darin, die Einkoppelung des
Lichtes, das von der Leuchtvorrichtung ausgesandt wird in Lichtstreueinheiten
bzw. Lichtleiteinheiten zu verbessern. Hierbei werden die Oberflächen der
Lichtleiteinheit und des Lampenrohres z. B. ähnlich dem Schlüssel-Schloss
Prinzip aneinander angepasst. Es kommt dann zu weniger Lichtverlusten
durch z. B. Streuung an der Grenzfläche Lampenglas-Lichtleiteinheit.
Erfindungsgemäß werden
die oben beschriebenen Aufgaben dadurch gelöst, dass der Körper der Leuchtvorrichtung
vollständig
oder teilweise eine Strukturierung aufweist.
Hierbei
kann der Körper
beispielsweise ein Glasrohr oder auch eine flache Glasplatte, die
z. B. in flachen Glasentladungslampen Verwendung findet, sein. Wird
die strukturierte Oberfläche
auf der Innenseite eines Glasrohres oder einer flachen Glasscheibe
einer flachen Gasentladungslampe aufgebracht, so kann durch diese
Maßnahme
die Lichtausbeute bei vorgegebener Dicke der Fluoreszenzschicht
gesteigert werden. Um dies zu erreichen, wird die Fluoreszenzschicht
auf die strukturierte Oberfläche
aufgebracht.
Wird
die Außenseite
des Glasrohres der Gasentladungslampe oder des flachen Glaskörpers strukturiert,
so kann durch diese Maßnahme
bspw. eine Lichtstreueinheit verbessert werden. Durch die Strukturierung an
der Außenseite
kann der Glaskörper
auch selbst als Lichtstreueinheit fungieren. In einer besonders
bevorzugten Ausführungsform
ist sowohl die Außen-
als auch die Innenseite des Glaskörpers strukturiert.
Eine
Strukturierung sowohl auf der Innenseite sowie auf der Außenseite
des Hohlkörpers
ist insbesondere dann von Vorteil, wenn der Körper ein Hohlkörper, beispielsweise
ein Glasrohr ist.
Wird
die Strukturierung auf die Innenseite des Hohlkörpers, beispielsweise des Glas-
oder Glaskeramikrohres aufgebracht, so wird die Lichtausbeute des
Leuchtmittels deutlich erhöht,
da eine größere Oberfläche als
bei einem unstrukturierten Glasrohr zur Verfügung gestellt wird.
Wird
bei einem Hohlkörper,
beispielsweise einem Glas oder Glaskeramikrohr eine Außenstrukturierung
vorgenommen, so kann die Einkopplung des abgestrahlte Lichtes in
Lichtstreueinheiten, beispielsweise in Diffusoren oder Lichtleiteinheiten
sog. Light guiding plates (LGP) verbessert werden.
Die
Strukturierung ist bevorzugt eine Oberflächenstrukturierung mit Strukturen,
die eine Größe im Bereich
von 1 nm–1000 μm aufweisen,
insbesondere im Bereich 10 nm–100 μm. Die Strukturierung
kann sowohl eine regelmäßige selbstverständlich aber
auch eine unregelmäßige, d.
h. eine zufällige
sein. Die Strukturen können
sowohl 2- wie 3-dimensionale Strukturen sein. Die 2- wie 3-dimensionalen Strukturen
können
z.B. Wellenform besitzen oder Rechteck- bzw. Zackenform. Kombinationen
von unterschiedlichen Strukturen sind möglich.
Die
Strukturierung der Oberfläche
beispielsweise der Außenseite
aber auch der Innenseite eines Glasrohres kann durch eine Oberflächenentmischung
im Glas und anschließende
Herauslösung
dieser Phase aufgrund beispielsweise ihrer besseren Löslichkeit
erreicht werden. Dies ist in der DE 10 2004 008931 A1 beschrieben,
deren Offenbarungsgehalt vollumfänglich
in die vorliegende Anmeldung mitaufgenommen werden soll. Die Entmischung
des Glases kann durch kurzzeitige lokale Erhitzung des Glaskörpers beispielsweise
mit Hilfe einer IR-Heizung oder eines Lasers erfolgen.
Alternativ
ist es selbstverständlich
möglich
die Strukturen durch Beschichtungen sowohl Innen- wie Außenbeschichtungen
aufzubringen. In einem ganz bevorzugten Verfahren werden die Strukturen
direkt im Heißformgebungsverfahren
in das Glasrohr eingebracht. Das Einbringen von Strukturen in Glas
bzw. das Grünglas
eines Glaskeramikrohres ist in der DE-A 3720526 beschrieben, deren
Offenbarungsgehalt vollumfänglich
in die vorliegende Anmeldung mit aufgenommen wird.
Bei
der Glaskeramik, die eine Strukturierung aufweist, wird zunächst ein
Grünglas
erschmolzen. Das erschmolzene Grünglas
wird strukturiert und nach der Strukturierung keramisiert. Auf diese
Art und Weise kann eine strukturierte Glaskeramik erhalten werden.
Bei
dem aus der DE-A 3720526 bekannten Verfahren zur Herstellung von
strukturierten Glasrohren wird ein kontinuierliches Rohrziehverfahren
verwendet und während
des Ziehvorganges die Glasschmelze über einen profilierten Formkörper geführt.
Als
Rohrziehverfahren kommen insbesondere das Danner-Verfahren, das
Vello-Verfahren
und das A-Zug-Verfahren zum Einsatz.
Beim
Danner-Verfahren fließt
das in der Wanne fertig geschmolzene Glas durch eine Speiserrinne
und gelangt durch eine Öffnung
(Düse)
auf einen Keramik- oder Platin-zylinder (Pfeife), der sich in einem
Muffelofen befindet und eine hohle Achse aufweist. Die Pfeife ist
leicht geneigt und dreht sich während
des Ziehvorgangs. Das aus dieser Düse austretende Glas wird kontinuierlich
auf dem Keramikzylinder aufgewickelt. Wegen der leichten Neigung
der Pfeife fließt
der Glasbelag langsam zur Pfeifenspitze (Pfeifenkopf) und wird von dort
in einem kontinuierlichen Strang von einer in einiger Entfernung
stehenden Ziehmaschine abgezogen. Durch die hohle Achse kann Luft
geblasen werden.
Beim
Vello-Verfahren fließt
das in der Wanne fertiggeschmolzene Glas durch eine Speiserrinne
in einen Ziehkopf, wobei die Temperatur soweit abgesenkt wird, dass
aus dem Ziehkopf Rohre oder Stäbe
gezogen werden können.
Der Ziehkopf hat unten eine kreisrunde Öffnung (Auslaufring).
Unterhalb
oder innerhalb dieser Öffnung
sitzt ein nach unten erweiterter Dorn (Nadel). Der Schaft dieser
Nadel ragt durch den Auslaufring und die Glasmasse hindurch nach
oben, wo er oberhalb des Glasspiegels in einem Nadelhalter befestigt
ist und zur exakten Zentrierung in alle 3 Raumrichtungen verschoben
werden kann. Durch die hohle Achse der Nadel kann Luft geblasen
werden. Das Glas fließt
durch den Ring über
die Nadel zunächst
nach unten und wird dann in die Horizontale umgelenkt. In einiger
Entfernung steht eine Ziehmaschine, die den Rohr- bzw. Stabstrang
kontinuierlich abzieht. Unterschiedliche Rohrabmessungen können durch Änderung
der Temperatur des Glases, Blasluftdruck, Durchsatz und Ziehgeschwindigkeit
eingestellt werden.
Das
A-Zug-Verfahren entspricht dem Vello-Verfahren, jedoch mit dem Unterschied,
dass der Rohrzug nicht in die Horizontale umgelenkt wird, sondern
senkrecht nach unten gezogen wird. Die Ziehtemperaturen sind etwas
niedriger als beim Vello-Verfahren. Man erhält durch dieses Verfahren größere Rohre
als beim Vello-Verfahren.
Die
wenigsten teilweise strukturierten Körper gemäß der Erfindung können in
vielfältigen
Anwendungsbereichen bzw. in vielfältigen Typen von Lampen verwendet
werden, beispielsweise im Bereich der allgemeinen Beleuchtung oder
der Automobilbeleuchtung, insbesondere in Niederdruckentladungslampen.
Insbesondere können
die Leuchtvorrichtungen wie zuvor beschrieben auch miniaturisiert
zum so genannten „Backlighting" im Zusammenhang
mit der Hintergrundbeleuchtung von Flachbildschirmen, LCD-Anzeigen,
Monitoren etc. eingesetzt werden.
Auch
ist es möglich,
die strukturierten Glaskörper
für Glasentladungslampen
mit eingeschmolzenen Elektrodendurchführungen (sog. CCFL: „cold cathode
fluorescent lamp")
und innenliegenden Elektroden zu verwenden. Die Elektrodendurchführungen
können
insbesondere Wolfram- und Molydän-Metall
als Durchführungsmaterial
umfassen. Die strukturierten Körper
sind auch geeignet zur Verwendung für Gasentladungslampen mit außenliegenden
Elektroden, sog. EEFL-Lampen („external
electrode fluorescent lamp").
Bevorzugt
weisen die Gläser
bzw. Glaskeramikrohre bzw. Glasbestandteile des Körpers der
Leuchtvorrichtung Gläser
nachfolgender Zusammensetzung auf:
| SiO2 | 55-79
Gew.-% |
| B2O3 | 3-35
Gew.-% |
| Al2O3 | 0-10
Gew.-% |
| Li2O | 0-10
Gew.-% |
| Na2O | 0-20
Gew.-% |
| K2O | 0-20
Gew.-%, wobei die |
| Σ Li2O + Na2O + K2O | 0,5-25
Gew.-% beträgt
und |
| MgO | 0-2
Gew.-% |
| CaO | 0-3
Gew.-% |
| SrO | 0-3
Gew.-% |
| BaO | 0-3
Gew.-% |
| ZnO | 0-3
Gew.-% wobei die |
| Σ MgO + CaO
+ SrO + BaO + ZnO | 0-10Gew.-%
beträgt
und |
| ZrO2 | 0-3
Gew.-% |
| CeO2 | 0-1
Gew.-% |
| Fe2O3 | 0-1
Gew.-% |
| WO3 | 0-3
Gew.-% |
| Bi2O3 | 0-3
Gew.-% |
| MoO3 | 0-3
Gew.-% |
| wobei
die Schmelze | 0,1-10G
ew.-% TiO2 enthält |
und die Schmelze unter oxidativen Bedingungen erzeugt
wird.
In
einer bevorzugten Zusammensetzung weist das Glas die nachfolgende
Zusammensetzung auf:
| SiO2 | 55-79
Gew.-% |
| B2O3 | 10-25
Gew.-% |
| Al2O3 | 0,5-10
Gew.-% |
| Li2O | 0-10
Gew.-% |
| Na2O | 0-10
Gew.-% |
| K2O | 0-10
Gew.-%, wobei die |
| Σ Li2O + Na2O + K2O | 1-16
Gew.-% beträgt
und |
| MgO | 0-2
Gew.-% |
| CaO | 0-3
Gew.-% |
| SrO | 0-3
Gew.-% |
| BaO | 0-3
Gew.-% |
| ZnO | 0-3
Gew.-%, wobei die |
| Σ MgO + CaO
+ SrO + BaO + ZnO | 0-10
Gew.-% beträgt
und |
| ZrO2 | 0-3
Gew.-% |
| CeO2 | 0-1
Gew.-% |
| Fe2O3 | 0-1
Gew.-% |
| TiO2 | 0,1-10
Gew.-% |
| As2O3 | 0,01-1
Gew.-% |
und TiO
2, Bi
2O
3 und/oder MoO
3 in
einer Menge von jeweils unabhängig
voneinander 0-10 Gew.-% enthält
wobei die Σ von
TiO
2, Bi
2O
3 + MoO
3 0,1-10 Gew.-%
beträgt.
In
einer weiteren bevorzugten Zusammensetzung weist das Glas die nachfolgende
Zusammensetzung auf:
| SiO2 | 67-74
Gew.-% |
| B2O3 | 5-10
Gew.-% |
| Al2O3 | 3-10
Gew.-% |
| Li2O | 0-4
Gew.-% |
| Na2O | 0-10
Gew.-% |
| K2O | 0-10
Gew.-%, wobei die |
| Σ Li2O + Na2O + K2O | 0,5-10,5
Gew.-% beträgt; |
| MgO | 0-2
Gew.-% |
| CaO | 0-3
Gew.-% |
| SrO | 0-3
Gew.-% |
| BaO | 0-3
Gew.-% |
| ZnO | 0-3
Gew.-% wobei die |
| Σ MgO + CaO
+ SrO + BaO + ZnO | 0-6
Gew.-% beträgt; |
| ZrO2 | 0-3
Gew.-% |
| CeO2 | 0-1
Gew.-% |
und TiO
2, Bi
2O
3 und/oder MoO
3 in
einer Menge von jeweils unabhängig
voneinander 0-10 Gew.-% enthält
wobei die Σ von
TiO
2, Bi
2O
3+ MoO
3 0,1-10 Gew.-% beträgt.
Die
vorgenannten Gläser
werden insbesondere für
Leuchtvorrichtungen verwandt, bei denen Metall bzw. Metalllegierungsdrähte in den
Hohlkörper,
der die Leuchteinrichtung umgibt eingebracht werden und mit dem
Hohlkörper,
beispielsweise einem transparenten Rohrglas verschmolzen werden.
Die Metall bzw. Metalllegierungsdrähte sind Elektrodendurchführungen
und/oder Elektroden.
Bevorzugt
sind diese Durchführungen
W oder Mo-Metalle oder Kovar-Legierungen.
Die thermische Längenanschauung
(CTE) der vorgenannten Glaszusammensetzung stimmt weitgehend mit
der Längenausdehnung
(CTE) der vorgenannten Durchführungen überein,
so dass im Bereich der Durchführungen
keine Spannungen bzw. nur definiert und gezielt eingesetzte Spannungen
auftreten.
Auch
für Lampen
mit außenliegenden
Elektroden, bei denen keine Einschmelzung des Glases mit Elektrodendurchführungen
erfolgt, können
die zuvor genannten Glaszusammensetzungen auch eingesetzt werden.
Da jedoch die Restriktion gleicher Wärmeausdehnung im Bereich der
Durchführung
entfällt,
sind auch nachfolgende Glaszusammensetzungen bevorzugt:
| SiO2 | 60-85
Gew.-% |
| B2O3 | 0-10
Gew.-% |
| Al2O3 | 0-10
Gew.-% |
| Li2O | 0-10
Gew.-% |
| Na2O | 0-20
Gew.-% |
| K2O | 0-20
Gew.-%, wobei die |
| Σ Li2O + Na2O + K2O | 5-25
Gew.-% beträgt
und |
| MgO | 0-8
Gew.-% |
| CaO | 0-20
Gew.-% |
| SrO | 0-5
Gew.-% |
| BaO | 0-5
Gew.-% wobei die |
| Σ MgO + CaO
+ SrO + BaO | 3-20
Gew.-% beträgt
und |
| ZnO | 0-8
Gew.-% |
| ZrO | 0-5
Gew.-% sowie |
| TiO2 | 0-10
Gew.-% |
| Fe2O3 | 0-5
Gew.-% |
| CeO2 | 0-5
Gew.-% |
| MnO2 | 0-5
Gew.-% |
| Nd2O3 | 0-1,0
Gew.-% |
| WO3 | 0-2
Gew.-% |
| Bi2O3 | 0-5
Gew.-% |
| MoO3 | 0-5
Gew.-% |
| PbO | 0-5
Gew.-% |
| As2O3 | 0-1
Gew.-% |
| Sb2O3 | 0-1
Gew.-% |
wobei die
Σ Fe
2O
3, CeO
2,
TiO
2, PbO + As
2O
3 + Sb
2O
3 mindestens
0-10 Gew.-% beträgt,
wobei
die
Σ PdO
+ PtO
3 + PtO
2 +
PtO + RhO
2 + Rh
2O
3 + IrO
2 + Ir
2O
3 0,1 Gew.-% beträgt sowie,
| SO4 2– | 0-2
Gew.-% |
| Cl– | 0-2
Gew.-% |
| F– | 0-2
Gew.-% |
Eine
ganz besonders bevorzugte Zusammensetzung ist die nachfolgend angegebene
Zusammensetzung für
sog. EEFL-Leuchtvorrichtungen (external electrode fluorescent lamp).
Derartige EEFL-Leuchtvorrichtungen sind Leuchtvorrichtungen ohne
Elektrodendurchführung.
Da bei einem elektrodenlose EEFL-Backlight die Einkoppelung mit
Hilfe elektrischer Felder erfolgt sind Glaszusammensetzungen besonders
geeignet, die sich durch besonders gute elektrische Eigenschaften
und einen geringen dielektrischen Verlustfaktor δ sowie eine geringe Dielektrizitätszahl auszeichnet.
Derartige Glaszusammensetzungen mit guten dielektrischen Eigenschaften
und geringem Verlustfaktor sind z. B. die nachfolgenden:
| SiO2 | 60-75
Gew.-% |
| B2O3 | > 25-35 Gew.-% |
| Al2O3 | 0-10
Gew.-% |
| Li2O | 0-10
Gew.-% |
| Na2O | 0-20
Gew.-% |
| K2O | 0-20
Gew.-%, wobei die |
| Σ Li2O + Na2O + K2O | 0-25
Gew.-% beträgt
und |
| MgO | 0-8
Gew.-% |
| CaO | 0-20
Gew.-% |
| SrO | 0-5
Gew.-% |
| BaO | 0-5
Gew.-% wobei die |
| Σ MgO + CaO
+ SrO + BaO | 0-20
Gew.-% beträgt
und |
| ZnO | 0-3
Gew.-% |
| ZrO | 0-5
Gew.-% sowie |
| TiO2 | 0-10
Gew.-% |
| Fe2O3 | 0-0,5
Gew.-% |
| CeO2 | 0-0,5
Gew.-% |
| MnO2 | 0-1,0
Gew.-% |
| Nd2O3 | 0-1,0
Gew.-% |
| WO3 | 0-2
Gew.-% |
| Bi2O3 | 0-5
Gew.-% |
| MoO3 | 0-5
Gew.-% |
| As2O3 | 0-1
Gew.-% |
| Sb2O3 | 0-1
Gew.-% |
| SO4 2– | 0-2
Gew.-% |
| Cl– | 0-2
Gew.-% |
| F– | 0-2
Gew.-% |
wobei die
Σ Fe
2O
3, CeO
2,
TiO
2, PbO + As
2O
3 + Sb
2O
3 mindestens
0-10 Gew.-% beträgt,
und
das Glas einen Gehalt an
PdO + PtO
3 +
PtO
2 + PtO + RhO
2 +
Rh
2O
3 + IrO
2 + Ir
2O
3 in
einer Gesamtmenge von 0,00001 – 0,1
Gew.-% aufweist.
Die
Erfindung soll nachfolgend anhand der Ausführungsbeispiele sowie der Figuren
eingehend beschrieben werden.
Es
zeigen:
1 eine
Leuchtvorrichtung bevorzugt in Form eines Backlightes mit Elektroden,
die in das Innere des Glaskolbens geführt werden.
2a,
b Seitenansicht und Querschnitt einer profilierten Nadel
3a,
b, c Querschnitt von Rohren, die mit der in 2 gezeigten
Nadel hergestellt wurden
4 Längsschnitt
einer Nadel gemäß einer
weiteren Ausführungsform
5 Draufsicht
auf die in 4 dargestellte Nadel
6a bis
d Querschnitt von Rohren, die mit der in 4 und 5 gezeigten
Nadel hergestellt wurden
6e,
f Querschnitte von rohren, die mit der in den 4 und 5 gezeigten
Nadeln nach den A-Zug-Verfahren hergestellt wurden
7a,
b, 8a, b, 9a, b
Querschnitte verschiedener profilierter Rohre
10a Seitenansicht eines profilierten Rohres
10b Schnitt längs
der Linie A-B durch das in 10a gezeigte
Rohr
11 Längsschnitt
durch eine Danner-Ziehanlage
12a, b Draufsicht und Längsschnitt eines profilierten
Pfeifenkopfes
13a, b Draufsicht und Längsschnitt eines profilierten
Pfeifenkopfes gemäß einer
weiteren Ausführungsform
14 die
Grundform einer reflektierenden Grund- bzw. Träger- und Substratplatte für eine miniaturisierte
Backlightanordnung.
15 eine
Backlightanordnung mit äußeren Elektroden,
16 eine
Displayanordnung mit seitlich angebrachten Fluoreszenzleuchten.
In 1 ist
die prinzipielle Ansicht einer Niederdruckentladungslampe, insbesondere
einer Fluoreszenzlampe, ganz besonders bevorzugt einer miniaturisierten
Fluoreszenzlampe gezeigt.
In 1 ist
eine so genannte Backlight-Lampe hergestellt aus einem gezogenen
Rohrglas dargestellt. Der mit 10 bezeichnete Mittelteil
ist weitgehend transparent. Nur in die beiden offenen Enden 12.1, 12.2 sind Metalldrähte 14.1, 14.2 der
Durchführungen
eingelegt. Diese werden durch einen Temperschritt mit dem transparenten
Rohrglas verschmolzen. In dem mit 10 bezeichneten Mitteilteil
kann sowohl auf der Innenseite wie auch der Außenseite des Glasrohres eine
Strukturierung aufgebraucht sein. Ist die Sturkturierung auf die
Innenseite des Glasrohres aufgebracht, so wird die Oberfläche zum
Aufbringen der Fluoreszenzschicht vergrößert und damit die Lichtausbeute
der Backlight-Lampe gesteigert.
Umfasst
die Leuchtvorrichtung eine sogenannte LGP (light guide plate), d.
h. eine Licht transportierende bzw. lichtleitende Platte, so wird
durch eine Strukturierung auf der Außenseite einer derartigen lichtleitenden Platte
ein besseres Auskoppeln des Lichtes aus einer lichttransportierende
bzw. lichtleitende Platte erreicht.
Außerdem kann
die Außenstrukturierung
so durchgeführt
werden, das diese selbst als Diffusereinheit fungieren kann. Dies
ist insbesondere bei Lampen, wie in 14 oder 15 dieser
Anmeldung dargestellt, von Vorteil, bei denen eine lichtstreuende
Platte eingesetzt über
eine lichtleitende Platte ausgekoppelt wird.
Werden
Glasrohre als Lampenkörper
verwandt, so wird die Strukturierung bevorzugt durch ein Wiederziehen
des Glasrohres, das bereits eine Strukturierung aufweist erreicht.
Um
ein Glasrohr ganz generell zu strukturieren, kann ein kontinuierliches
Rohrziehverfahren angewandt und während des Ziehvorganges die
Glasschmelze über
einen profilierten Formkörper
geführt
werden, wobei die Viskosität
des Glases im Bereich des Formkörpers
auf einen Wert zwischen bspw. 3·104 und
106 dPas eingestellt wird und während des
Ziehvorgangs im Innenraum des sich ausbildenden Rohres der Überdruck
gegenüber
dem Umgebungsdruck auf einen Wert kleiner 20 mbar eingestellt wird
und diese Viskositäts- und
Druckwerte unter Berücksichtigung
des Durchsatzes der Glasschmelze derart aufeinander abgestimmt werden,
dass das abgezogene Rohr das gewünschte
Profil mit der gewünschten
Konturschärfe
aufweist.
Als
Rohrziehverfahren können
die eingangs beschriebenen Verfahren (Danner-, Vello-, A-Zug-Verfahren)
eingesetzt werden, wobei ein profilierter Formkörper im Inneren des sich ausbildenden
Rohres angeordnet wird. Vorzugsweise wird als Formkörper beim
Danner-Verfahren ein profilierter Pfeifenkopf und beim Vello- und A-Zug-Verfahren
eine profilierte Nadel und ein kreisförmiger oder profilierter Auslaufring
verwendet.
Das
Glas wird mit einem Rührer
in einem Teil des Speisers, in dem die Viskosität des Glases noch unter 2000
dPas liegt, homogenisiert. Das so thermisch und chemisch homogenisierte
Glas wird über
die Speiserrinne dem Ziehkopf zugeführt. Dabei wird die Temperatur
soweit erniedrigt, dass das Glas im Ziehkopf eine zum Profilrohrziehen
geeignete Viskosität
erhält.
Alle
Rohrziehverfahren bewegen sich in einem für das jeweilige Verfahren charakteristischen
Viskositätsbereich,
wobei sich die Viskositätsbereiche
aller Verfahren in gewisser Weise überschneiden. Dieser Viskositätsbereich
liegt bei einigen 104 bis ca. 106 dPas. In einem anderen Viskositätsbereich
ist kein Ziehverfahren durchführbar,
das auf einer freien Formgebung wie bei dem Danner-, Vello- oder
A-Zug-Verfahren beruht.
Beim
Ziehen vor Profilrohren ist zwar der gleiche Viskositätsbereich
nutzbar, jedoch muss auf die Wahl der Viskosität wegen ihres starken Einflusses
auf die Ausprägung
des Profils besonderes Augenmerk gelegt werden. Um mit einem vorgegebenen
Werkzeug eine bestimmte Ausprägung
des Profils zu erhalten, darf man sich nur in einem engen Viskositätsbereich
bewegen. Um ein scharf ausgeprägtes
Profil zu erhalten, muss die Viskosität im Formgebungsbereich erhöht werden.
Um mit dem gleichen Werkzeug ein schwach ausgeprägtes verrundetes Profil zu
erhalten, muss man in einem Bereich niedriger Viskosität arbeiten.
In dieser Eigenschaft liegt der wesentliche Unterschied zu den üblichen
Ziehverfahren für
runde Rohre, wo dieser Effekt nicht auffällt und außerdem keine Rolle spielt.
Neben
der Viskosität
des Glases sind die Parameter Innendruck, Glasdurchsatz, Ziehgeschwindigkeit und
Abmessungen der Formwerkzeuge entscheidend, wobei alle Parameter
entsprechend aufeinander abgestimmt werden müssen. Rohrdurchmesser und Wanddicke
sind unabhängig
voneinander wählbar.
Die Ziehgeschwindigkeit ist für
eine vorgegebene Rohrabmessung (Außendurchmesser und Wanddicke)
aufgrund des Kontinuitätsgesetzes
mit dem Glasdurchsatz korreliert.
Nachfolgend
sollen anhand von Ausführungsbeispielen
das Herstellen von strukturierten Glasrohren beschrieben werden.
Wird
das Danner-Verfahren eingesetzt, so wird die Viskosität des Glases
beim Auslauf aus der Düse auf
2-4·103 dPas eingestellt. Während das Glas über die
Pfeife läuft,
wird durch den im Muffelofen eingestellten Temperaturgradienten
die Viskosität
erhöht,
so dass am Pfeifenkopf, wo das Rohr geformt wird (Ziehzwiebel), an
der Außenhaut
eine Viskosität
von 4-10·105 dPas vorliegt, was sich je nach Durchmesser
und Wanddicke des zu fertigenden Rohres richtet.
Der
genaue Wert der Viskosität
des Glases bei der Formgebung ist abhängig von der Rohrdimension, die
gefertigt werden soll (es können
Rohre mit Außendurchmesser
von 1 bis 100 mm und Wanddicken von 0,2 bis 10 mm gezogen werden),
der Temperatur im Muffelofen von der Glasart, dem Durchsatz und
den Ziehwerkzeugdimensionen.
Mit
Hilfe des Danner-Verfahrens und eines profilierten Pfeifenkopfes
wurden außen
runde, innenprofilierte Rohre gezogen, wobei das Profil des Rohres
im Querschnitt wellenförmig
mit 12 Wellen ist.
Die
Daten der Zieheinrichtung sind:
| Pfeifenkopfdurchmesser: | 200
mm |
| Abmessungsbereich: | 10-40
mm |
| Blasluftdruck: | 0,5-10
mbar |
| Viskosität in der
Ziehzwiebel: | 4-10·105 dPa·S |
Aus
Tabelle 1 können
die Daten der gezogenen Glasrohre entnommen werden.
Hierbei
bezeichnet rR den Krümmungsradius der Rillen des
innenprofilierten Rohres und rZ den Krümmungsradius
der nach innen weisenden Zacken des wellenförmigen Profils.
Wie
dieses Beispiel zeigt, ist es auch möglich, bei gleichem Formkörper durch
geeignete Wahl der Parameter den Rohrdurchmesser zu verändern, wobei
dann allerdings die Kontur des Profils mit zunehmendem Rohrdurchmesser
unschärfer
wird.
Wird
das Vello-Verfahren oder das A-Zug-Verfahren eingesetzt, dann wird
die Viskosität
im Auslaufbereich des Ziehkopfes auf 3·104 bis
4·105 dPas bzw. 5·104 bis
5·105 dPas eingestellt. Während das Glas durch den Ringspalt
zwischen Auslaufring und Nadel und weiter über die Nadel läuft, um
dann in der Ziehzwiebel zum fertigen Rohr geformt zu werden, kühlt es weiter
ab. Die Viskosität
im Formgebungsbereich ist daher etwas höher als an der letzten Messstelle
im Ziehkopf. Nachdem das Glas aus dem Auslaufringspalt ausgetreten ist,
kühlt es
an der freien Oberfläche
wegen der Wärmeabstrahlung
schneller ab als im Volumen. Je nach Ziehbedingung kann dieser Temperaturunterschied
10 bis 30°C
betragen.
Für die Glasmengensteuerung
genügt
neben der Kenntnis des vertikalen Abstandes zwischen Auslaufring
und Nadel, durch den die Fläche
des Austrittsringspalts bestimmt wird, die Messung der Temperatur im
Speiserkopf. Für
die Formgebung dagegen ist die Temperatur des Glases auf der profilierten
Nadel und in der Ziehzwiebel entscheidend.
Die
Viskosität
des Glases auf der profilierten Nadel wird einerseits durch die
Beheizung des Ziehkopfes und andererseits durch den vertikalen Abstand
der Nadel zum Auslaufring eingestellt.
Je
tiefer die Nadel unter dem Auslaufring steht, umso höher ist
der Durchsatz (größerer Ringspalt). Der
Durchsatz muss aber in bestimmten Grenzen gehalten werden, die von
der Größe der Nadel
und des Auslaufrings sowie von den Rohrdimensionen abhängen. Deshalb
wird die Temperatur im Auslaufbereich erniedrigt, wenn die Nadel
abgesenkt werden soll. Dadurch wird das Glas im Mittel kälter und
zäher.
Es können
Rohre mit größerem Durchmesser
und dickerer Wandung hergestellt werden. Für die Profilierung des Rohres
bedeutet dies, dass die Kanten spitz und das Profil scharf ausgeprägt sind.
Wird
die Nadel zum Auslaufring hin hochgezogen, so wird der freie Querschnitt
im Ringspalt kleiner. Um den Durchsatz zu halten, wird die Temperatur
des Glases erhöht,
die Viskosität
nimmt ab. Es können
Rohre mit dünner
Wandung hergestellt werden.
In
diesem Fall verrunden die Kanten und das Profil wird schwächer ausgeprägt. Bei
der Herstellung von dickwandigen Rohren bleibt die Außenkontur
kreisförmig
rund, während
die Rohrinnenseite profiliert ist.
Bei
dünnwandigen
Rohren dagegen erhält
auch die Außenseite
aufgrund der Oberflächenspannung des
Glases eine der Innenseite analoge Profilierung, d.h. an den dicken
Stellen zieht sich das Glas zusammen und wird noch dicker, an dünnen Stellen
dagegen wird es noch dünner.
Beim
Vello- und A-Zug-Verfahren kann dieser Effekt dadurch beseitigt
und dem Rohr eine kreisförmige Außenkontur
gegeben werden, indem dem Auslaufring eine zu dem sich mit einem
kreisförmigen
Auslaufring ergebenden Außenprofil
komplementäre
Form gegeben wird. Auf diese Weise sind auch dünnwandige, außen kreisförmig runde
Rohre mit Innenprofil herstellbar.
Beispiele
für herstellbare
Konturen der Rohrinnenseite sind scharfe Kanten mit Krümmungsradien
herab bis zu 0,1 mm, beliebig verrundete Kanten, Rippen, Wellen,
Lamellen, ebene und gewölbte
Flächen.
Durch
die entsprechende Gestaltung des Auslaufrings lassen sich die genannten
Profile auch auf der Außenseite
des Rohres erzeugen. Der Auslaufring wird dann ebenfalls mit sich
in Ziehrichtung erstreckenden Rillen versehen, so dass der Auslaufring
im Querschnitt beispielsweise wellen- oder sternförmige Gestalt
aufweist.
Mit
dem Vello-Verfahren werden Rohre mit einem Außendurchmesser von 1 bis ca.
60 mm und einer Wanddicke von 0,2 bis 7 mm hergestellt. Beim A-Zug-Verfahren werden
Rohre zwischen 30 und 300 mm Außendurchmesser
und 1 bis 10 mm Wanddicke gefertigt. Diese angegebenen Werte stellen
aber keine verfahrensbedingten absoluten Grenzen nach oben und unter
dar, sondern haben nur wirtschaftliche Gründe.
Mit
Hilfe des Vello-Verfahrens und einer profilierten Nadel wurde innenprofilierte
Rohre wobei das Profil im Querschnitt wellenförmig mit 12 Wellen ist, aus
Borosilikatglas, wie es im Lampenbau zur Verwendung kommt, gezogen.
Mit
den nachfolgenden Daten der Zieheinrichtung:
| Durchmesser
der Nadel: | 110
mm |
| Durchmesser
des Rings: | 100
mm |
| Blasluftdruck: | 0-20
mbar |
konnten die in Tabelle 2 angegebenen profilierten
Rohre gezogen werden.
Mit
einem symmetrisch profilierten Ziehwerkzeug kann durch seitliche
Verschiebung der Nadel auch ein unsymmetrisches Profil auf dem Rohr
erzeugt werden, wobei die Seite auf dem Rohr schärfer und feiner strukturiert
ist, auf der der Ringspalt schmäler
ist, da das Glas auf dieser Seite kälter ist. Umgekehrt kann durch seitliche
Verschiebung der Nadel eine Unsymmetrie des Profils, die auf einer
Temperaturinhomogenität
beruht ausgeglichen werden.
Als
Vorrichtungen zur Erzeugung profilierter Glasrohre, bei denen die
erfindungsgemäße Strukturierung
durch ein Wiedererwärmen
eingebracht wird, wird eine Rohrziehanlage nach Danner mit einem
Pfeifenkopf oder eine Rohrziehanlage nach Vello mit einer Nadel
bestückt
ist, die an der Oberfläche
Rillen und Stege aufweisen, deren Anzahl beliebig ist und die in
beliebigen, auch unsymmetrischen Formen ausgebildet sein können.
Bei
einer Verwendung einer Rohrziehanlage nach Danner sind diese Rillen
und Stege des Pfeifenkopfes in Ziehrichtung schraubenförmig oder
parallel ausgebildet.
Der
Pfeifenkopf besteht vorzugsweise aus hitzebeständigem Stahl. Die Außenkanten
(Stege) des profilierten Pfeifenkopfs sind zylindrisch, in Ziehrichtung
konisch verjüngt
oder konisch erweitert. Die Innenkante (Rillen) des Pfeifenkopfs
sind zylindrisch, in Ziehrichtung konisch verjüngt oder konisch erweitert.
Die stärkste Profilierung
wird mit einem konisch erweiterten Pfeifenkopf erreicht. Bei dem
gewöhnlichen
Dannerverfahren werden zur Herstellung von runden Rohren nur konisch
verjüngte
Pfeifenköpfe
eingesetzt.
Bei
der Verwendung einer Rohrziehanlage nach Vello weist die Nadel einen
oberen zylindrischen Abschnitt und einen unteren Formgebungsabschnitt
mit größerem Durchmesser
als dieser obere Abschnitt auf, wobei der Formgebungsabschnitt die
Rillen und Stege aufweist, die sich in Ziehrichtung erstrecken.
Der zylindrische Teil besteht aus hitzebeständigem Stahl. Der Formgebungsabschnitt
besteht aus einem hitzebeständigen
Material, z.B. aus hitzebeständigem
Stahl mit oder ohne Überzug
aus Edelmetall oder aus Keramik mit einem Überzug aus einer hitzebeständigen Metalllegierung.
Als Edelmetall kommt vor allem eine Platinlegierung in Betracht.
Diese Rillen und Stege können
so ausgebildet sein, dass der Pfeifenkopf bzw. die Nadel eine im
Querschnitt sternförmige
oder wellenförmige
Gestalt aufweist. Die Rillen und/oder Stege sind spitz und/oder abgerundet
ausgebildet, was sich je nach dem gewünschten Rohrprofil richtet.
Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
kann der Formgebungsabschnitt der Nadel eine im Querschnitt kissenförmige Gestalt
aufweisen.
Die
Rillen und Stege auf der Nadel verlaufen immer parallel zur Achsrichtung
und können
in Ziehrichtung zylindrisch, konisch verjüngt oder konisch erweitert
ausgebildet sein.
Zur
Herstellung von Rohren, die auch oder nur außen ein Profil aufweisen, ist
die Innenfläche
des Auslaufrings der Vello-Anlage mit Rillen versehen, die sich
ebenfalls in Ziehrichtung erstrecken.
Bezüglich dieses
Auslaufrings ist die profilierte Nadel vertikal und/oder horizontal
verstellbar angeordnet. Die erfindungsgemäßen, im Verfahren hergestellten
rohre zeichnen sich dadurch aus, dass deren Rohrwand ein Profil
aufweist, das sich in Richtung der Längsachse des Rohres erstreckt.
Diese Profil ist bestimmt durch Rillen, die im wesentlichen parallel
zur Rohrachse verlaufen. Diese Rillen können aber auch in Form einer
Schraubenlinie längs
der Rohrachse an der Rohrinnenoberfläche angeformt sein.
Dies
wird beim Vello- oder A-Zug-Verfahren dadurch erreicht, dass das
Rohr beim Abziehen durch Verschränken
der Ziehketten der Ziehmaschine in Rotation versetzt wird.
Bei
innenprofilierten Rohren, die nach dem Danner-Verfahren hergestellt
sind, verlaufen die Rillen und Zacken der Rohre aufgrund der Rotation
der Pfeife immer in einer Schraubenlinie. Je nach Drehrichtung der Pfeife
kann die Schraube nach links oder rechts gewendelt sein. Die Steigung
der Schraube ist dabei abhängig vom
Glasdurchsatz und von der Ziehgeschwindigkeit.
Erfindungsgemäß kann das
Profil auf der Innenseite des Rohres (sog. Innenprofil) und/oder
auf der Außenseite
des Rohres (sog. Außenprofil)
angebracht sein, je nachdem zu welchem Produkt dieses profilierte Rohr
weiterverarbeitet werden soll.
In
der 2a ist eine profilierte Nadel 100 einer
Rohrziehanlage nach Vello im Maßstab
1:1 dargestellt, die aus einem zylindrischen Abschnitt 102 und
einem Formgebungsabschnitt 103 besteht. Die Nadel 100 ist
in einer Halterung 104 beabstandet zum Auslaufring 105 angeordnet.
Die
Untersicht in 2b auf die Nadel 100 in 2a zeigt
die kissenförmige
Gestalt des Formgebungsabschnittes 103, der für die Herstellung
von Quadratrohren geeignet ist.
Durch
die zentrale Bohrung wird Luft in das sich bildende Rohr geblasen.
Verschiedene Querschnitte der mit dieser Nadel 100 hergestellten
Rohre 106 sind in den 3a-c im
Maßstab
5:1 dargestellt. Der Eckenradius auf der Rohrinnenseite beträgt 0,3 mm.
Die gewählten
Verfahrensparameter sind in Tabelle 3 zusammengestellt.
Tabelle
3 Glasart:
Borosilikatglas
4 zeigt
im Längsschnitt
eine profilierte Nadel 201 im Maßstab 1:1 gemäß einer
weitern Ausführungsform,
die aus einem zylindrischen Abschnitt 202 und einem Formgebungsabschnitt 203 besteht,
dessen maximaler Durchmesser wesentlich größer ist, als der des Abschnitts 202 und
auch der des Auslaufrings 205. Durch die zentrale Bohrung 207 wird
Luft in das sich bildende Rohr geblasen.
In 5,
die eine Untersicht auf die Nadel 301 zeigt, sind die Rillen 308 und
Stege 309 des Formgebungsabschnitts zu sehen, die diesem
ein sternförmiges
Aussehen verleihen.
Die 6a-d
zeigen die mit dieser Nadel erzeugten Glasprofile im Maßstab 5:1.
Durch Erhöhung
des Blasluftdruckes wurde eine Vergrößerung des Rohrdurchmessers
erzielt.
Bei
allen Rohrquerschnitten ist deutlich ein wellen- oder sternförmiges Innenprofil
zu sehen. Da ein runder unprofilierter Auslaufring 305 verwendet
wurde, zeigt sich bei den dünnen
Rohrwandlungen eine analoge Außenprofilierung
dahingehend, dass die dünnen
Stellen dünner
und die dicken Stellen dicker ausgeprägt sind. Die 6 e,
f zeigt zwei Rohrprofile, die ebenfalls mit der in 4, 5 gezeigten
Nadel erzeugt wurden, allerdings nach dem A-Zug-Verfahren.
Bei
den dickwandigen Rohren bleibt die Außenoberfläche glatt. Obwohl die in den 6a bis 6f gezeigten
Rohre alle mit der gleichen Nadel und dem gleichen Auslaufring hergestellt
worden sind, kann durch geeignete Wahl von Glastemperatur, Glasmenge,
Blasluftdruck und Ziehgeschwindigkeit nicht nur der Durchmesser
und die Wanddicke der Rohre, sondern auch die Ausprägung des
Profils beeinflusst werden.
Die
Radien r
R der Rillen
316 und die
Radien r
Z der nach innen weisenden Zacken
317 des
Innenprofils in den
6a bis
6f betragen: Tabelle
4
In
der 7a bis 9b ist
eine Auswahl von möglichen
herstellbaren Rohrprofilen dargestellt. Das Profil gemäß der 7b entspricht
etwa dem der 6a-e, wobei jedoch das Außenprofil
durch einen leicht profilierten Auslaufring 305 verstärkt wurde.
Das gleich gilt für
das sternförmige
Profil in 8b und das wellenförmige Profil
in 9b. Die glatte runde Außenfläche in den 7a, 8a, 9a wurde
durch einen komplementären
Auslaufring erzielt, so dass der aufgrund der Oberflächenspannung
auftretenden Außenprofilierung
entgegengewirkt und diese kompensiert wurde.
Das
scharfkantige sternförmige
Innenprofil wurde durch eine hohe Glasviskosität bei geringem Glasdurchsatz
erreicht.
9a zeigt
ein hinterschnittenes Profil, das eine besonders große Innenoberfläche aufweist.
Ein Glasrohr mit einem ganz anderen Profil, das ebenfalls nach dem
erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellt wurde, ist in den 10a (Seitenansicht)
und 10b (Schnitt längs
der Linie A-B in 10a) dargestellt. Das Profil
wurde mit einer sternförmigen
Nadel und einem sternförmigen
Auslaufring hergestellt, wobei ein äußerst geringer Abstand zwischen
Nadel und Auslaufring gewählt
wurde.
Alle
dargestellten Profile lassen sich auch nach dem A-Zug-Verfahren
herstellen, mit dem Danner-Verfahren allerdings nur diejenigen Profile,
bei deren Herstellung ein profilierter Außenring nicht erforderlich
ist.
In 11 ist
eine Danner-Ziehanlage im Längsschnitt
zu sehen. Dargestellt ist eine Dannerpfeife 411 mit profiliertem
Pfeifenkopf 412. Diese befindet sich in einem gas beheizten
Muffelofen 415 und wird von der Pfeifenantriebsmaschine 413 gedreht.
Aus der Düse 414 läuft das
Glas aus der Speiserrinne auf die Pfeife.
In
der 12a ist die Draufsicht auf den
Pfeifenkopf 412 dargestellt, der sternförmig ausgebildet ist und spitze
Rillen 408 und spitze Stege 409 aufweist. 12b zeigt den Schnitt längs der Linie A-A in 12a. Die Rillen 408 sind in Ziehrichtung
(in 12b nach rechts) konisch verjüngt, während die
Stege 409 zylindrisch ausgebildet sind. Durch die Bohrung 407 wird
Luft in das sich bildende Rohr geblasen.
13a zeigt die Draufsicht eines wellenförmig profilierten
Pfeifenkopfes 512, bei dem die Rillen 508 und
Stege 509 abgerundet sind. In 13b ist
der Schnitt längs
der Linie A-A in 13a zu sehen. Die Rillen 508 sind
zylindrisch und die Stege 509 in Ziehrichtung (in 13b nach rechts) konisch erweitert ausgebildet.
Wie
zuvor eingehend beschrieben, kann ein Glasrohr zunächst mit
einer groben Strukturierung versehen werden, die im Bereich einiger
mm liegt. Durch einen Wiedererwärmungsprozess
und erneutes Ziehen kann das Glasrohr mit Grobstruktur dann mit
einer kleineren Strukturierung im Bereich von nm bis einigen μm versehen
werden. Das Wiederziehen von Glasrohren durch Wiedererwärmen ist
in der
DE 19629169 oder
DE 69412906 beschrieben,
deren Offenbarungsgehalt vollumfänglich
in die vorliegende Anmeldung mit aufgenommen wird.
Bevorzugt
ist das Glas im Bereich der Durchführungen so gewählt, dass
der Ausdehnungskoeffizient des Glases weitgehend mit dem Ausdehnungskoeffizienten
der Metalldrähte 14.1, 14.2 übereinstimmt.
In
den 14 bis 16 ist
die Verwendung derartig erfindungsgemäß hergestellter Backlight-Lampen
mit einem innen und/oder außen
strukturierten Glasrohr bzw. Glasfläche beispielhaft gezeigt.
In 14 ist
eine spezielle Verwendung für
solche Anwendungen, bei denen einzelne miniaturisierte Leuchtstoffröhren 1100 bestehend
aus den erfindungsgemäßen Gläsern verwendet
werden und sich in einer Platte 1130 mit Vertiefungen 1150 befinden,
die das ausgesendete Licht auf dem Display reflektieren, gezeigt. Oberhalb
der reflektierenden Platte 1130 ist eine Reflektionsschicht 1160 aufgebracht,
die das von der Lichtstoffröhre 1110 in
Richtung der Platte 1130 abgestrahlte Licht als eine Art
Reflektor gleichmäßig streut
und somit für
eine homogene Ausleuchtung des Displays sorgt. Auch die Scheibe,
die gleichmäßig streut
kann erfindungsgemäße beispielsweise
durch einen Laser oder Walzprozesse strukturiert sein. Diese Anordnung
wird bevorzugt für
größere Displays
verwendet wie z. B. bei Fernsehgeräten.
Gemäß der Ausführungsform
in 15 kann die Leuchtstoffröhre 1210 auch außen am Display 1202 angebracht
werden, wobei dann das Licht mittels einer als Lichtleiter dienenden
Licht transportierenden Platte 1250, einer sog. LGP (light guide
plate), gleichmäßig über das
Display ausgekoppelt wird. Solche lichttransportierende Platten
weisen beispielsweise an ihrer Außenseite 1252.1, d.
h. der dem Betrachter zugewandten Seite eine Strukturierung auf.
Diese Strukturierung an der Außenseite 1252.1 der
lichttransportierenden Platte 1250 kann gemäß der Erfindung
beispielsweise durch einen Laser oder durch Walzprozesse in die
lichttransportierende Platte eingebracht werden.
Die
Leuchtstoffröhren 1110, 1210,
die bei den Leuchtvorrichtungen gemäß den 14 und 15 zum
Einsatz kommen, können
ein Glasrohr beispielsweise mit einer Innenstrukturierung umfassen.
Die Innenstrukturierung kann wie zuvor beschrieben durch Ziehen
und Wiederziehen des Glasrohres eingebracht werden. Die Leuchtstoffröhren können sowohl
in Glasrohr liegende Elektroden wie auch externe Elektroden umfassen.
In 15 ist
eine weitere Ausgestaltung der Erfindung gezeigt, bei der die lichterzeugende
Einheit 1310 eine strukturierte Scheibe 1315 eine
Trägerscheibe 1317,
sowie Begrenzungswände 1390.1, 1390.2 umfasst.
Die strukturierte Scheibe 1315, die Trägerscheibe 1317 sowie
die Begrenzungswände 1390.1, 1390.2 bilden
einen umschlossenen Raum 1392. Wie aus 15 zu
ersehen, ist der umschlossene Raum strukturiert, d. h. in vorliegendem
Fall unterteilt, nämlich
dadurch, dass mittels parallelen Erhöhungen, so genannten Barrieren 380 mit
einer vorgegebenen Breite (Wrib) in dem
umschlossenen Raum Kanäle
mit vorgegebener Tiefe und vorgegebener Breite (dchannel bzw.
Wchannel) erzeugt werden. Auf der Trägerscheibe
befindet sich der Entladungsleuchtstoff 1350 in definierter
Schichtdicke. Die Kanäle
bilden zusammen mit einer Phosphorschicht 1370 versehenen
Scheibe innerhalb des umschlossenen Raumes einzelne Strahlungsräume 1360.1, 1360.2, 1360.3, 1360.4, 1360.5.
Die Trägerscheibe 1317 kann
zur Erhöhung
der Oberfläche,
auf die der Entladungsleuchtstoff 1350 aufgebracht wird,
eine Strukturierung wie beschrieben die durch Laser oder Walzen
hergestellt wird, umfassen. Hierdurch kann die Leuchtdichte bei
einer relativ dünnen
Schichtdicke deutlich erhöht werden.
Die in 16 gezeigte Backlightanordnung
ist eine elektrodenlose Gasentladungslampe, d. h. es gibt keine
Durchführungen,
sondern lediglich äußere Elektroden 1330a, 1330b.
Die lichterzeugende Einheit 1310 kann mit einer Deckscheibe 1410 abgedeckt
sein. Die Deckscheibe kann je nach Systemaufbau eine trübe Diffuserscheibe
oder eine klare transparente Scheibe sein. Im Falle die Deckscheibe 1410 eine
trübe Diffusorscheibe
ist, kann diese Scheibe an der dem Betrachter zugewandten Außenseite 1412.1 eine
Strukturierung gemäß der Erfindung
aufweisen. Die Strukturierung kann mittels eines Lasers, Fräsen, Schleifen,
Prägen,
Walzen in die Glasoberfläche
eingebracht werden. Strukturierungen können bevorzugt auch durch Beschichtungen
aufgebracht werden. Bei dem in 16 dargestellten
elektrodenlosen Lampensytem spricht man von einem so genannten EEFL-System (external
electrode fluorescent lamp). Prinzipiell ist jedoch auch eine innenliegende
Kontaktierung, d. h. eine Zündung
des Plasmas über
innenliegende Elektroden möglich.
Diese Art der Zündung
ist eine alternative Technologie. Solche Systeme werden als CCFL-Systeme
(cold-cathode fluorescent lamp) bezeichnet. Die zuvor beschriebenen
Anordnungen bildet ein großes,
flaches Backlight aus und wird daher auch als Flachbacklight bezeichnet.
Mit
der Erfindung wird erstmals eine Leuchtvorrichtung angegeben, bei
der der Körper,
der ein Leuchtmittel umfasst, eine Strukturierung aufweist.