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Die Erfindung betrifft eine kosmetische und/oder dermatologische Formulierung, die insbesondere zur Beruhigung und Pflege juckender und strapazierter Haut verwendet werden kann.
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Strapazierte, rissige und/oder juckende Haut kann eine Vielzahl von Ursachen haben, beispielsweise auch eine Dermatitis bzw. ein Ekzem. Bei Menschen mit einer Neigung zu atopischem Ekzem ist zumeist die Barrierefunktion der Hornschicht der Oberhaut gestört. Die Oberhaut selbst besteht aus vier Zellschichten. Die Zellen der Oberhaut durchwandern diese vier Zellschichten etwa innerhalb von vier Wochen. In der untersten Lage der Oberhaut, der Basalzellschicht, bilden sich die Zellen durch Zellteilung und wandern unter Veränderung ihrer Form zur Hautoberfläche. Oberhalb der Basalzellschicht liegt die breite Stachelzellschicht, in der die Zellen stachelförmige Fortsätze aufweisen. In der dritten, darüberliegenden Körnerzellschicht werden die Zellen wieder kleiner und sterben allmählich ab. In der außen liegenden Hornschicht sind viele Lagen abgestorbener, flacher Zellen angesammelt, die nach und nach in Form von Schuppen abgeschliffen werden.
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Um die lebenden Schichten der Oberhaut vor einer Austrockung zu schützen, sind die Zwischenräume der Hornzellen gegenüber einem Wasseraus- und eintritt abgedichtet und bilden auf diese Weise eine Barriere. Diese Barriere wird aus den Barrierelipiden, welche in der Körnerzellschicht gebildet werden, aufgebaut. Diese Lipide ordnen sich bedingt durch ihren chemischen Aufbau als Doppellipidmembran an. Diese Barriere ist bei Menschen mit der Neigung zu einem atopischen Ekzem gestört, so dass sie ihre Haut sehr gut vor Austrocknung schützen müssen.
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Unabhängig von der Ursache wird unter dem Begriff der Dermatitis oder einem Ekzem eine Entzündung der Haut verstanden. Das atopische Ekzem (Neurodermitis, atopische Dermatitis, endogenes Ekzem) beruht auf einer chronischen Hauterkrankung, welche sich vor allem durch Hauttrockenheit sowie der Neigung zur Ausbildung von Ekzemen (Entzündungen der Oberhaut) und Juckreiz auszeichnet. Die Haut eines Neurodermitikers zeichnet sich dadurch aus, dass sie trockener als normale Haut ist und eine verminderte Speicherfähigkeit für Feuchtigkeit sowie einen Mangel an Hautfetten aufweist. Wie bereits ausgeführt, verliert die Haut ihre Barrierefunktion gegen Umwelteinflüsse, sie ist rauh und neigt verstärkt zur Schuppung. Außerdem ist die Regulierung weiterer Hautfunktionen wie beispielsweise die Schweißbildung, Hautdurchblutung und die Regulierung der Temperatur gestört.
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Zur Aufrechterhaltung des Säureschutzmantels der Haut ist gesunde Haut mit unterschiedlichen Bakterienspezies besiedelt, in geringen Konzentrationen auch mit Pilzen. Diese Zusammensetzung der Keimbesetzung ist bei Neurodermitikern verändert, wodurch die Erkrankung getriggert werden kann. Aus vorgenannten Gründen ist es daher notwendig, bei manchen Patienten die Besiedelung der Haut mit Hilfe von Antibiotika zu beeinflussen.
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Neurodermitis ist häufig eine genetisch determinierte, juckende, entzündliche Hauterkrankung, deren beschwerdefreie Intervalle durch Krankheitsausbrüche unterschiedlichen Schweregrades unterbrochen werden können. In jeder Phase der Erkrankung spielt der quälende Juckreiz für viele Patienten eine determinierende Rolle, wobei durch Kratzen die Krankheit verstärkt werden kann. Der quälende Juckreiz kann zu einer ähnlichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen wie chronische Schmerzen. Vor allem durch die Behandlung der Hautentzündung ist ein Stillen des Juckreizes möglich.
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Die Neurodermitis kann in drei Krankheitsphasen, die sich hinsichtlich des Lebensalters sowie durch die betroffenen Körperstellen unterscheiden. Bei Säuglingen beginnt die Erkrankung häufig bereits mit der Bildung von Milchschorf. Milchschorf zeichnet sich aus durch gelblich-weiße Krusten in Kombination mit nässenden Ekzemen, die sich flächenartig ausdehnen können. Üblicherweise sind die Streckseiten der Arme und Beine sowie die Kopfhaut befallen. Dabei kommt es häufig zu einer Infektion der betroffenen Hautbereiche mit Viren und Bakterien. Das Beugenekzem bezeichnet Hautveränderungen in den Beugefalten der Kniegelenke und der Ellenbogen. Aber auch die Hände, der Hals und der Nacken sind betroffen. Die Beugenekzeme entstehen meist ab dem Kindes- und Jugendalter, wobei bei den jungen Menschen die Haut durch die Entzündung häufig gerötet ist und sich im Laufe der Erkrankung eine Vergröberung der Hautfelderung (Lichenifikation) ausbildet. Als Sonderform der Neurodermitis, die vor allem bei Erwachsenen auftritt, ist die Prurigoform zu nennen. Sie tritt typischerweise am ganzen Körper auf und zeichnet sich durch stark zerkratzte Knoten aus. Des Weiteren läßt sich die Neurodermitis im wesentlichen in drei Krankheitsstadien einteilen, wobei im akuten ersten Stadium Ekzeme neu auftreten und über Tage bis Wochen erhalten bleiben. Bereits vorhandene ältere Hautschäden verschlechtern sich durch die hinzukommenden neuen. Nässe, Krustenbildung und Rötung der Haut stehen im Vordergrund dieses Krankheitsstadiums. Bei anhaltender Entzündung geht das akute in ein subakutes Stadium über, welches über Wochen bis Monate anhalten kann. Es treten kleine Knötchen, Rötungen und Schuppung der Haut auf, wobei die Neurodermitis in das chronische Stadium, welches von Monaten bis Jahre anhalten kann. Im chronischen Stadium treten gleichzeitig die folgenden Hautveränderungen wie die Lichenifikation, die vermehrte Schuppung, die verstärkte Verhornung (Hyperkeratosen), tiefe Hautrisse (Rhagaden), Veränderung der Hautfarbe (Depigmentierung oder Hyperpigmentierung) auf.
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Wegen des phasenweisen Aufflackerns der Neurodermitis ist die Behandlung besonders schwierig. Dabei ergeben sich die größten Probleme aus dem sehr massiven Juckreiz, welcher zu nicht unterdrückbaren Kratzanfällen führen kann. Diese Kratzanfälle sind zum einen eine extreme Belastung und schädigen die Haut weiter. Für einen Neurodermitiker sind daher zwei Aspekte von besonderer Bedeutung. Zum einen die tägliche Hautpflege, auch in beschwerdefreien Zeiten, mit rückfettenden Cremes, Ölbädern oder Lotionen sowie die ebenfalls meist anhaltende Verwendung von entzündungshemmenden Wirkstoffen, welche weniger Nebenwirkungen als das üblicherweise verwendete Kortison, aufweisen. Und auch eine anhaltende Anwendung von Antibiotika ist unerwünscht. Diese vielfätigen Anforderungen an die Hautpflegeprodukte werden umso dringender, als die Hautpflegeprodukte täglich, zum Teil mehrmals täglich über Jahre angewendet werden müssen.
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Aus der
DE 198 57 490 A1 ist eine Formulierung zur Verwendung als Hautschutz bekannt, die gesättigtes und ungesättigtes Phosphatidylcholin, mittelkettige Triglyceride, Salze, Feuchthaltesubstanzen, dermatologische oder kosmetische Wirkstoffe und Wasser enthält. Bei den Feuchthaltesubstanzen kann es sich um Polyole, Harnstoff oder Gemische daraus handeln. Bei den Polyolen kann es sich um Glycol, Propylenglycol, Butylenglycol, Pentylenglycol, Hexylenglycol, Glycerin, Inositol (Inosit), Sorbitol (Sorbit), Mannit, Palatinit, Maltodextrin, Dextrin, Cyclodextrin, Glucose, Fructose, Lactose, Mannose, Galaktose sowie andere Saccharide handeln. Als dermatologische und kosmetische Wirkstoffe werden unter anderem Panthenol, Pantothensäure, Allantoin, kolloidales Silber und Algenextrakt genannt.
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Aus der
DE 198 57 492 A1 ist eine Formulierung zur Verwendung als Hautschutz bekannt, die gesättigtes Phosphatidylcholin, mittelkettige Triglyceride, Salze, Feuchthaltesubstanzen, dermatologische oder kosmetische Wirkstoffe und Wasser enthält. Als Feuchthaltesubstanzen, dermatologische und kosmetische Wirkstoffe werden hier die gleichen Substanzen genannt, welche auch in der
DE 198 57 490 A1 genannt sind.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Formulierung bereit zu stellen, die effektiv und langanhaltend in der Lage ist, Krankheitserreger abzutöten.
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Diese Aufgabe wird gelöst durch eine kosmetische und/oder dermatologische Formulierung mit Hilfs- und Basisstoffen, die als kosmetische und/oder dermatologische Wirkstoffe metallisches Silber und einen Wirkstoff, das Wasserbindevermögen der Haut verbessert und/oder steigert, enthält. Ein, das Wasserbindevermögen der Haut fördernder Wirkstoff verbessert und/oder steigert das Feuchthaltevermögen der Haut. Diese Wirkstoffe werden auch als Moistruizer bezeichnet.
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Die erfindungsgemäße Formulierung enthält das Silber in einer neuen, hochwirksamen, partikulären Form. Dabei liegt das Silber besonders bevorzugt kolloidal und/oder feinstdispergiert in der Formulierung vor. Um die gewünschte Wirkung, die durch langsames Herauslösen von Silberionen, die ihrerseits Krankheitserreger am Wachstum hindern oder abtöten, möglichst effizient zu ermöglichen, ist eine hochporöse Oberfläche des metallisches Silbers bevorzugt. Über die Einstellung der spezifischen Oberfläche des hochporösen metallischen Silbers kann die Wirkstofffreisetzung, d. h. das Herauslösen der Silberionen, zeitgesteuert eingestellt werden. Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, die spezifische Oberfläche im Bereich von 2 bis 6 m2/g, insbesondere im Bereich 3 bis 5 m2/g einzustellen. Die spezifische Oberfläche wird volumetrisch über die N2-Absorption nach BET bestimmt.
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Die Agglomeratgröße der Silberpartikel liegt, gemäß QM-System (DIN-ISO 9001), im Bereich von d50 bei 1 bis 30 µm, bevorzugt bei 3 bis 25 µm, besonderes bevorzugt bei 5 bis 20 µm. Die Verhältniszahl von d10/d90, ebenfalls nach DIN-ISO 9001 bestimmt, liegt im Bereich von 2 bis 20, bevorzugt bei 4 bis 15. Die Klopfdichte des hochporösen partikulären Silbers beträgt 0,3 bis 0,9, insbesondere 0,5 bis 0,7 g/cm3. Die Reinheit des hochporös vorliegenden kolloidalen Silbers ist größer als 99,5 % bezogen auf das Silber, wobei die Reinheit bevorzugt 99,9 % beträgt. Die Herstellung der kolloidalen Silberpartikel erfolgt bevorzugt rein physikalisch, wodurch gewährleistet werden kann, dass keine zusätzlichen, eventuell hautreizenden oder allergen wirkenden Chemikalien verwendet werden. Das partikulär vorliegende hochporöse Silber wird bevorzugt über einen ionenfreien Herstellungsprozeß erhalten.
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Das kontinuierliche Herauslösen von Silberionen, d.h die raterdierte Freisetzung der antimikrobiell wirksamen Silberionen, kann über die Partikelgröße und/oder über die spezifische Oberfläche an das Anforderungsprofil der Formulierung abgestimmt werden. Besonders bevorzugt ist die Verwendung von kolloidal und/oder hochporös vorliegendem metallischem Silber, weil die Silberionen retardiert über Stunden an die Haut abgegeben werden und so dauerhaft die Besiedelung der Haut mit Krankheitserregern unterbindet. Wegen der großen spezifischen Oberfläche der Silberpartikel ist gewichtsmäßig nur ein sehr geringer Zusatz an Silber in der Formulierung notwendig. Der Gehalt an Silber kann 0,05 bis 1,5 Gew.-%, bevorzugt 0,05 bis 1,0 Gew.-% und besonders bevorzugt 0,05 bis 0,5 Gew.-% betragen. Die keimtötende Wirkung der Silberionen ermöglicht zudem den Verzicht auf Konservierungsmitteln in der Creme.
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Der zweite Wirkstoff, welcher das Feuchthaltevermögen der Haut unterstützt, ist bevorzugt Dexpanthenol, das auch als Panthenol oder Provitamin B5 bekannt ist. Panthenol verbessert und steigert das Feuchthaltevermögen der Haut und wirkt daher als Moisturizer. Gleichfalls entfaltet es entzündungshemmende, Juckreiz lindernde und wundheilende Wirkung auf die Haut und stimuliert die Epithelisierung. Neben Panthenol können auch Derivate des Panthenols wie die Pantothensäure, Panthenyl-Ethylether, Panthenyl-Ethylether-Acetat, Panthenyl-Triacetat oder weitere Pantenolanaloga als Wirkstoff in der Formulierung verwendet werden. Neben den Panthenol-Verbindungen können als Wirkstoff, welcher das Feuchthaltevermögen der Haut unterstützt aber auch Allantonin, Hyaluronsäure, ein Algenextrakt, natives Kollagen, Hydrokeratin, Weizenkeimprotein, Seidenprotein-Hydrolysat, hydrolysiertes Conchiolin Protein, Molkeprotein, Harnstoff, Polysaccharide, beispielsweise aus der Zuckerrübe, Phytosterole, Aminosäuren oder Squalan in der Formulierung zum Einsatz kommen.
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Als dritter Wirkstoff in der kosmetischen und/oder dermatologischen Formulierung wird eine antiseptisch wirkende Verbindung, ein antispetisch wirkender Extrakt oder Öl verwendet. Wegen seiner adstringierenden und antiseptischen Wirkung wird bevorzugt Zinkoxid verwendet. Aufgrund der gesteuerten Wirkstofffreisetzung der Silberionen braucht das Zinkoxid nur in ganz geringen Dosierungen in die Formulierung eingebracht werden. Der Gehalt an Zinkoxid kann 0,05 bis 1,5 Gew.-%, bevorzugt 0,1 bis 1,0 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,1 bis 0,5 Gew.-% betragen. Je nach Einstellung der mittleren Agglomeratgröße und der spezifischen Oberfläche des metallischen Silbers kann gegebenenfalls aber auch vollständig auf die Verwendung von Zinkoxid verzichtet werden. Als Antiseptikum kann auch ein Melissen-, Propolis-, Niem-, Kamillen-, Rosmarin-, Stiefmütterchenextrakt oder Sesamöl verwendet werden.
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Als weitere Basis- und Hilfsstoffe werden übliche Fettsäuren, Fettalkohole, Glyceride, Wachsester, Ölkomponenten sowie deionisiertes Wasser, Silikonöl und ein bzw. mehrwertige Alkohole verwendet. Die wichtigsten Komponenten der Formulierung sind die Fettstoffe und Öle, die die Triglyceride und Diglyceride umfassen. Übliche Triglyceride sind die Caprin/Capryl-Triglyceride, die aus der Caprinsäure, Caprylsäure und Glycerin aufgebaut sind. Sowohl die Caprinsäure als auch die Caprylsäure gehören zu den mittelkettigen Fettsäuren. Zu den längerkettigen Fettsäuren, die chemisch gebunden an Glycerin als Glyceride vorliegen können, gehören die Palmitinsäure, Stearinsäure, Behensäure und die Linolsäure. Es ist zweckmäßig Glycerylstearate und Capryl/Caprin-Triglyceride mit einem Gesamtgehalt von 6 bis 25 Gew.-% zu verwenden. Dabei ist es bevorzugt, Glycerylstearate im Bereich von 0,5 bis 10 Gew.-%, insbesondere von 1 bis 5 Gew.-%, und Triglyceride im Bereich von 0,5 bis 15 Gew.-%, bevorzugt, von 5 bis 10 Gew.-% zu verwenden. Den Glycerylstearaten kommt dabei die Funktion eines Öl-in-Wasseremulgators zu, der zur Viskositätseinstellung der Creme dient. Die Triglyceridkomponente Capryl/Carpin-Triglycerid ist eine neutrale hochspreitende Ölkomponente. Zur Einstellung der Konsistenz und zur Penetrationsvermittlung werden hydrierte Cocosglyceride verwendet. Die Glyceride können einen Gesamtgehalt der Formulierung von 1 bis 25 Gew.-%, bevorzugt 7 bis 20 Gew.-% ausmachen.
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Als Lösungsvermittler können einwertige und/oder mehrwertige Alkohole in der Formulierung eingesetzt werden. Zweckmäßige mehrwertige Alkohole sind Derivate des Glycols, wie beispielsweise Ethylenglycol, Propylenglycol, Butylenglycol und auch das Glycerin. Dabei ist der Lösungsvermittler in der Formulierung bevorzugt in einer Menge bis zu 15 Gew.-% enthalten. Die reinen Glycole sind mit 3 bis 15 Gew.-%, bevorzugt mit 5 bis 10 Gew.-%, in der fertigen Formulierung enthalten.
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Als weitere Basis- und Hilfsstoffe werden polare Öle mit einem durchschnittlichen Spreitvermögen, die für Hautöle oder auch für fettarme Emulsionen verwendet werden, eingesetzt. Ein typisches polares Öl mit einem guten Spreitvermögen ist Decyloleat. Die längerkettigen Fettsäuren, sowie die derivatisierten längerkettigen Fettsäuren werden typischerweise als Emolient oder Öl-in-Wasser-Emulgator verwendet. Typische Vertreter sind Isostearylisostearate, Glycerylstearate, Methylglucose-sesquistearate. Der Gesamtgehalt an Stearaten in der fertigen Formulierung kann 1 bis 25 Gew.-% betragen, wobei die Einzelgehalte zwischen 0,5 und 10 Gew,-%, bevorzugt zwischen 1,0 und 5,0 Gew.-% liegen.
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Als Konsistenzgeber für Öl-in-Wasser-Systeme werden Fettalkohole, wie beispielsweise Cetearylalkohol oder Stearylalkohol genutzt. Octyldodecanol wird als Emolient und als Gleitschiene für lipidlösliche Wirkstoffe verwendet. Die Fettalkohole können zu 0,5 bis 15 Gew.-% in der Formulierung und die einzelen Komponenten mit 0,5 bis 10,0 Gew.-%, bevorzugt mit 1,0 bis 5,0 Gew.-% vorliegen.
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Als Wachskomponente dient das Jojoba-Öl (Simmondsia Chinensis), welches bevorzugt 0,5 bis 10 Gew.-%, insbesondere 1 bis 5 Gew.-% der Formulierung ausmacht. Der Gesamtgehalt der Wachsester kann 1,0 bis 15,0 Gew.-% betragen, wobei die einzelnen Wachsester mit 1,0 bis 10 Gew.-%, bevorzugt mit 1,0 bis 5,0 Gew.-% in der Formulierung vorkommen. Zu den Wachestern zählt auch das Decyloletat.
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Als Spreiter, der zugleich wasserabweisend, hautglättend wirkt und einen nicht okklusiven Schutzfilm bildet, kann ein Silikonöl, insbesondere Dimethicon in der Formulierung zum Einsatz kommen. Das Silikonöl wird dabei im Bereich von 0,05 bis höchstens 1,5 Gew.-%, bevorzugt 0,1 bis 1,0 Gew.-%, in der Formulierung verwendet.
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Weitere Hilfsstoffe sind beispielsweise Komplexbildner, die radikalisierende Schwermetalle inaktivieren können. Hierzu gehören unter anderem Ethylendiamintetraessigsäure-Natriumsalz (Dinatrium EDTA) und Fruchtsäuren, insbesondere Zitronensäure. Wobei die Fruchtsäuren, insbesondere die Zitronensäure, auch zur Einstellung des pH-Wertes dient. Die Komplexbildner bzw. die Verbindung zur Einstellung des pH-Wertes können einem Gesamtgehalt von 0,05 bis 2 Gew.-% ausmachen.
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Der Gesamtgehalt aller enthaltenden Wirkstoffe in der erfindungsgemäßen Formulierung kann bei 0,03 bis 11 Gew.-% liegen, wobei geringe Gehalte von 0,1 bis 10 Gew.-% bevorzugt sind. Besonders bevorzugt ist die Wirkstoffkombination Panthenol, Zinkoxid und Silber, wobei das Panthenol 1,0 bis 5 Gew.-%, das Zinkoxid 0,05 bis 1 Gew.-% und das Silber 0,05 bis 1,5 bevorzugt 0,1 bis 1 Gew.-% der gesamten Formulierung ausmachen. Der verbleibende Teil der Formulierung auf 100 Gew.-% wird durch Wasser, insbesondere destilliertes Wasser aufgefüllt. Typischerweise sind dies 45 bis 80 Gew.-% der gesamten Formulierung.
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Eine erfindungsgemäße Zusammensetzung enthält vorzugsweise nach Gewicht
- Wasser 50,0 bis 75,0 Gew.-%
- Butylenglycol 5,0 bis 10,0 Gew.-%
- Capryl/Caprin-Triglyceride 5,0 bis 10,0 Gew.-%
- Isostearylisostearate 1,0 bis 5,0 Gew.-%
- Methylglycosesesquistearate 1,0 bis 5,0 Gew.-%
- Cetearylalkohol 1,0 bis 5,0 Gew.-%
- hydrierte Cocosglyceride 1,0 bis 5,0 Gew.-%
- Jojoba-Öl (Simmondsia chinensis Keimöl) 1,0 bis 5,0 Gew.-%
- Decyloleat 1,0 bis 5,0 Gew.-%
- Octyldodecanol 1,0 bis 5,0 Gew.-%
- Glycerylstearate 1,0 bis 5,0 Gew.-%
- Zitronensäure 0,1 bis 1,0 Gew.-%
- Dinatrium EDTA < 1,0 Gew.-%
- an Wirkstoffen
- Panthenol 1,0 bis 5 Gew.-%
- Silber 0,1 bis 1,0 Gew.-%
- Zinkoxid 0,1 bis 1,0 Gew.-%.
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Darüber hinaus kann die erfindungsgemäße Zusammensetzung Bestandteile enthalten, wie sie üblicherweise in der kosmetischen Industrie eingesetzt werden. In Abhängigkeit vom Verwendungszweck kann es darüber hinaus von Interesse sein, die Zusammensetzung mit UV-Filtern, Vitaminen, Pflanzenextrakten, Algenextrakten oder aber Aminosäuren und Peptiden zu versetzen.
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Die erfindungsgemäße Formulierung basiert auf der Herstellung einer Vormischung, die in eine Basisformulierung eingerührt wird. Die Vormischung wird durch Homogenisieren eines Wirkstoffes, der das Feuchthaltevermögen der Haut unterstützt und kolloidalem und/oder hochporösem Silber hergestellt. Wesentlich ist, dass die Homogenisierung der Vormischung unterhalb 50 °C, bevorzugt unterhalb 40 °C, durchgeführt wird.
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Bei der Herstellung der Basisformulierung für die erfindungsgemäße Formulierung werden die folgenden Verfahrensschritte nacheinander durchgeführt a) Mischen von Wasser, eines Glycols und eines Komplexbildners bei 60 bis 80 °C, bevorzugt wird das Wasser bei etwa 60 °C vorgelegt. Das Glycol und der Komplexbildner werden zugegeben und die Mischung wird weiter auf 75 bis 80 °C erhitzt; im Schritt b) erfolgt das Mischen wenigstens eines Glycerids, Stearates bzw. Stearatderivates, Fettalkohols, Öls bzw. Wachsesters und Silikonöls bei 60 bis 85 °C, wobei die Komponenten unter Rühren ausgehend von Raumtemperatur auf 60 bis 85 °C, bevorzugt auf 75 bis 80 °C erhitzt werden; c) Vermengen der Mischungen aus a) und b), wobei die Mischung aus a) zu der Mischung aus b) bei gehaltener Temperatur gerührt wird. Es wird für etwa 10 Minuten gerührt, bevor mit der Kühlung der Mischung begonnen werden kann. Im Schritt d) des Verfahrens zur Herstellung der Basisformulierung wird die Mischung aus dem Schritt c) mit einer Mischung aus Wasser und einer Fruchtsäure versetzt. Als Fruchtsäure kommt insbesondere Zitronensäure, oder jede andere Fruchtsäure zur pH-Werteinstellung in Betracht. Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Formulierung wird die Vormischung unterhalb 50 °C, insbesondere unterhalb 40 °C, mit weiteren Formulierungskomponenten, insbesondere der Basisformulierung gemischt, wobei die Vormischung in die Basisformulierung oder in die weiteren Formulierungskomponenten hineingerührt wird. Anschließend wird die Mischung unter Rühren auf Raumtemperatur abgekühlt.
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Die erfindungsgemäße kosmetische und/oder dermatologische Formulierung, die kolloidales und/oder hochporöses Silber enthält, eignet sich besonders gut zur Pflege, Beruhigung, prophylaktischen Behandlung und/oder zur Behandlung von strapazierter, rissiger, geröteter und/oder juckender Haut, zur Unterstützung einer Wundheilung, als Antiseptikum, zur antimikrobiellen und/oder antimykotischen Behandlung der Haut und/oder bei Neurodermitis. Die erfindungsgemäßen Formulierung eignet sich insbesondere zur Behandlung der Haut bei Neurodermitis, weil sie einerseits Wirkstoffe enthält, die das Feuchthaltevermögen der Haut unterstützen und andererseits kolloidales und/oder hochporöses Silber enthält, welches retardiert Silberionen über einen langanhaltenden Zeitraum abgibt und ein Keimwachstum auf der rissigen Haut unterbinden. Gleichzeitig kann bei der Formulierung auf die Verwendung von Konservierungsstoffe verzichtet werden.
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Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele näher erläutert.
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Beispiel 1:
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| Teil A: |
VE-Wasser |
60,45 kg |
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1,3.Butandiol (Butylenglycol) |
5,00 kg |
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EDTA |
0,05 kg |
| Teil B: |
Myritol 318 |
4,00 kg |
| |
Cetiol V |
3,00 kg |
| |
Jojobaöl goldgelb |
3,00 kg |
| |
Prisorine 2039 |
3,00 kg |
| |
Eutanol G |
1,75 kg |
| |
Tegocare PS |
3,40 kg |
| |
Lanette O |
2,90 kg |
| |
Cutina MD |
2,25 kg |
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Softisan 100 |
3,10 kg |
| |
Dow Corning 200 |
0,40 kg |
| Teil C: |
Zitronensäure |
0,40 kg |
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VE-Wasser |
3,50 kg |
| Teil D: |
Nano Silver Porous®, Panthenol-Paste |
3,60 kg |
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Teil D besteht zu 70 % aus Dexpanthenol 75 %ig und 30 % aus Nano Silver Porous®.
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Beispiel 2:
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| Teil A: |
VE-Wasser |
60,45 kg |
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1,3.Butandiol (Butylenglycol) |
5,00 kg |
| |
EDTA |
0,05 kg |
| Teil B: |
Myritol 318 |
4,00 kg |
| |
Cetiol V |
3,00 kg |
| |
Jojobaöl goldgelb |
3,00 kg |
| |
Prisorine 2039 |
3,00 kg |
| |
Eutanol G |
1,75 kg |
| |
Tegocare PS |
3,40 kg |
| |
Lanette O |
2,90 kg |
| |
Cutina MD |
2,25 kg |
| |
Softisan 100 |
3,10 kg |
| |
Dow Corning 200 |
0,40 kg |
| Teil C: |
Zitronensäure |
0,40 kg |
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VE-Wasser |
3,50 kg |
| Teil D: |
Nano Silver Porous®, Panthenol-Paste, Zinkoxid |
3,60 kg |
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Teil D besteht zu 70 % aus Dexpanthenol 75 %ig, zu 15 % aus Nano Silver Porous® und zu 15 % aus Zinkoxid.
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Beispiel 3:
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| Teil A: |
VE-Wasser |
61,45 kg |
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1,3.Butandiol (Butylenglycol) |
7,50 kg |
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EDTA |
0,05 kg |
| Teil B: |
Myritol 318 |
5,50 kg |
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Cetiol V |
1,75 kg |
| |
Jojobaöl goldgelb |
1,75 kg |
| |
Prisorine 2039 |
3,50 kg |
| |
Eutanol G |
1,50 kg |
| |
Tegocare PS |
3,35 kg |
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Lanette O |
2,75 kg |
| |
Cutina MD |
1,80 kg |
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Softisan 100 |
2,65 kg |
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Dow Corning 200 |
0,50 kg |
| Teil C: |
Zitronensäure |
0,35 kg |
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VE-Wasser |
3,50 kg |
| Teil D: |
MicroSilver BG®, Panthenol-Paste |
2,10 kg |
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Teil D besteht zu 90 % aus Dexpanthenol 75 %ig und 10 % aus MicroSilver BG®.
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Beispiel 4:
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| Teil A: |
VE-Wasser |
54,05 kg |
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1,3.Butandiol (Butylenglycol) |
5,50 kg |
| |
EDTA |
0,05 kg |
| Teil B: |
Myritol 318 |
4,50 kg |
| |
Cetiol V |
2,25 kg |
| |
Jojobaöl goldgelb |
2,25 kg |
| |
Prisorine 2039 |
4,50 kg |
| |
Eutanol G |
2,50 kg |
| |
Tegocare PS |
3,75 kg |
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Lanette O |
3,25 kg |
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Cutina MD |
2,20 kg |
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Softisan 100 |
3,50 kg |
| |
Dow Corning 200 |
0,30 kg |
| Teil C: |
Zitronensäure |
0,40 kg |
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VE-Wasser |
3,50 kg |
| Teil D: |
MicroSilver BG®, Panthenol-Paste, Zinkoxid |
7,50 kg |
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Teil D besteht zu 71,5 % aus Dexpanthenol 75 %ig und 14,25 % aus MicroSilver BG® sowie zu 14,25 % aus Zinkoxid.
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Beispiel 4: Die Vorformulierungen der Beispiele 1 bis 3 können in Konzentrationen von 0,01 bis 50 Gew.-% und vorzugsweise 2 bis 4, insbesondere 3,5 Gew.-% in eine große Anzahl von kosmetischen oder dermatologischen Formulierungen eingebracht werden, etwa in Shampoos, Masken, Gele, Konditioniermitteln, Feuchtigkeitsspender oder Tinkturen.
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Die Formulierung gemäß Beispiel 2 wurde an 20 Probanden im Alter von 18 bis 71 Jahren, die an leichter bis mittlerer Neurodermitis leiden über einen Zeitraum von vier Wochen getestet. Die Formulierung wurde im Epikutantest unverdünnt angewendet. Ziel der Untersuchung war es, die Formulierung auf ihre Verträglichkeit nach klinisch-dermatologischen Prüfkriterien zu untersuchen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Prüfgruppe wiesen keinerlei sonstige behandlungsbedürftige Hautveränderungen auf. Die Anwendung der Formulierung wurde an Hautarealen mit leichten- bis mittleren ekzematösen Veränderungen mindestens einmal täglich angewendet.
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Am Ende des vierwöchigen Testzeitraumes wurde eine abschließende Epikutantestung durchgeführt, um auszuschließen, dass sich bei einer der Testpersonen während der Anwendungszeit eine Sensibilisierung entwickelt hatte. Während des Anwendungstestes vertrugen alle Probanden die Formulierung sehr gut. Es traten keine pathologischen Hautveränderungen auf und eine Testunterbrechung oder eine hautfachärztliche Behandlung war in keinem der Fälle notwendig.
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Am Ende des vierwöchigen Anwendungstestes zeigten sich keine zusätzlichen pathologischen Hautveränderungen. Zum einen wurde die Hautreaktion während der Anwendung getestet als auch die Hautreaktion nach der Anwendung. Als zweites Kriterium diente die subjektive Beurteilung durch die Probanden, die die Beurteilung des Präparates insgesamt sowie das subjektive Hautgefühl nach Anwendung des Präparates umfaßte.
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Die erfindungsgemäße Formulierung wurde dabei wie folgt beurteilt:
- Das Einziehverhalten wurde von 100 % der Probanden als sehr gut und schnell empfunden. Die Kühlung durch das Produkt wurde von 95 % der Probanden als „sehr gut“ im Sinne von angenehm eingestuft. Auch die Verteilbarkeit der Formulierung wurde von 95 % der Probanden als sehr gut bewertet. 85 % der Neurodermitiker stuften das Produkt als nicht fettend mit der Note „sehr gut“ ein. Die Juckreizlinderung und Linderung der Haurötung wurde von 80 % der Probanden als sehr gut bezeichnet. 80 % der Probanden bewerteten die Entspannung der Haut durch das Produkt als sehr gut. Das Feuchtigkeitsspendevermögen wurde von 90 % der Probanden mit „sehr gut“ angegeben. Von 85 % der Probanden wurde angegeben, dass durch die Formulierung eine sehr gute Hautberuhigung erfolgt. Weitere 90 % der Probanden empfanden die Creme als sehr gute Hilfe bei trockener Haut 80 % der Probanden sahen das Produkt als sehr gut geeignet zur täglichen Pflege an. Und auch Konsistenz wurde von 80 % der Probanden als gut, im Sinne von angenehm, leicht ausgewiesen.
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Insgesamt halten 90 % der Neurodermitiker die Formulierung bei empfindlicher Haut für sehr gut geeignet. Darüber hinaus hinterließ das Produkt bei 90 % der Neurodermitikern ein angenehmes Hautgefühl.
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Die Anwendung der erfindungsgemäßen Formulierung erfolgte an den Prädilektionsstellen, wie Ellenbogen, Kniekehlen, Händen und Gesicht. Insgesamt hat allen Probanden das Präparat gut bis sehr gut gefallen. Einzig bemängelt wurde von 15 % der Probanden die Cremefarbe, die sie jedoch nicht vom Kauf der Creme abhalten werde.
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Die Epikutantestungen wurden nach den internationalen Richtlinien der ICDRG (International Contact Dermatitis Research Group) nach Abschluß der vierwöchigen Anwendungszeit erstellt, wobei sichergestellt wurde, dass keine der 20 Testpersonen während des Anwendungstestes durch die Formulierung sensibilisiert wurde. Bei den Epikutantestungen konnten bei keinem der 20 Probanden nach 24, 48 und 72 Stunden Hautveränderungen im Testbezirk festgestellt werden. Es folgt daraus, dass bei den Probanden das Produkt bei der praktischen Anwendung nicht zu unerwünschten Hautreaktionen durch hautreizende oder sensibilisierende Wirkungen führen wird.