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Die
Erfindung betrifft eine Dichtungseinrichtung für einen Kraftstoffinjektor,
insbesondere eine Dichtungseinrichtung für eine Düsenspannmutter des Kraftstoffinjektors,
zur Sicherstellung einer fluiddichten Verbindung zwischen dem Kraftstoffinjektor
und einem Zylinderkopf. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum
Fluiddichten eines Bauteils eines Kraftstoffinjektors mit einem
Zylinderkopf.
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Eine
Düsenspannmutter
hält die
beiden Hauptkomponenten eines Kraftstoffinjektors – eine Einspritzdüse und einen
Ventilkörper – fest zusammen.
Die Einspritzdüse
ragt im montierten Zustand des Kraftstoffinjektors im Zylinderkopf
in einen Brennraum eines Kraftfahrzeugmotors hinein, wobei der darüber angeordnete Ventilkörper die
Einspritzdüse
betätigt.
Hierbei ist es notwendig, den Kraftstoffinjektor gegenüber dem
Brennraum am Zylinderkopf abzudichten. Dies geschieht durch eine
entsprechende Gestaltung der Düsenspannmutter,
die mit einer entsprechenden Einrichtung, einem Dichtsitz, im Zylinderkopf
zusammenwirkt.
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An
eine solche Dichtanordnung sind hohe Anforderungen gestellt. Einerseits
ist die Dichtanordnung hohen thermischen Belastungen ausgesetzt
(–40°C bei Kaltstart
im Winter, bis über
+150°C bei
Betriebsbedingungen) und andererseits ist die Dichteinrichtung hohen
mechanischen, insbesondere Vibrationsbelastungen, ausgesetzt. Darüber hinaus
muss die Dichtanordnung einen langanhaltenden Belastungen, dauerhaften Dichtzustand
zwischen Kraftstoffinjektor und Zylinderkopf gewährleisten.
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Hierfür wird im
Stand der Technik z. B. an der Düsenspannmutter
ein horizontaler Rand ausgebildet, welcher an einem in der Injektorbohrung
vorgesehenen, ebenfalls horizontalen Rand ansitzt, und die Düsenspannmutter
bzw. der Kraftstoffinjektor wird mit einer großen statischen Kraft gegen
den Zylinderkopf gepresst. Durch das Vorsehen einer großen flächenmäßigen Überdeckung
der beiden Ränder
soll eine dauerhaft fluiddichte Verbindung geschaffen werden.
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Bei
einer solchen Anordnung müssen
beide Dichtflächen
sehr genau bearbeitet werden, um die Verbindung überhaupt dauerfluiddicht zu
bekommen. Aufgrund des vorzusehenden seitlichen Spiels zwischen Kraftstoffinjektor
und Injektorbohrung ist mit dieser Ausgestaltung keine Zentrierung
zwischen Kraftstoffinjektor und Injektorbohrung möglich, sodass
diese mittels anderer Ein- oder Vorrichtungen geschehen muss.
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In
der
DE 101 02 192
A1 weist eine Düsenspannmutter
an einem freien Ende einen kegelstumpfförmigen Bereich auf, welcher
in einen entsprechenden kegelstumpfförmigen Injektorbohrungsabschnitt
einsetzbar ist. Im vormontierten Zustand, also wenn der Kraftstoffinjektor
mit Düsenspannmutter
in die kegelstumpfförmige
Injektorbohrung eingesetzt ist, besteht zwischen Kegelstumpf an
der Düsenspannmutter
und der Kegelstumpfbohrung im Zylinderkopf eine umlaufende Winkeldifferenz
von 2° bis
max. 5°.
Hierdurch ist eine Zentrierung des Kraftstoffinjektors in der Injektorbohrung
sichergestellt, wobei anschließend
der Kraftstoffinjektor mit einer großen statischen Kraft in die
Bohrung gedrückt
wird und sich zwischen dem Kegelstumpf an der Düsenspannmutter und der Kegelbohrung
im Zylinderkopf eine gemeinsame Dichtfläche ausbildet.
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Dadurch,
dass die Winkeldifferenz zwischen dem Kegelstumpf an der Düsenspannmutter
und der Kegelstumpfbohrung im Zylinderkopf nur 2° bis 5° beträgt, existiert im vormontierten
Zustand eine große
flächenmäßige Überdeckung
der beiden Dichtflächen,
sodass sich aufgrund einer Klemmwirkung zwischen den beiden Dichtflächen eine
Selbstzentrierung nur unzufrieden ausbildet. Diesem Problem wird
im Stand der Technik dadurch begegnet, dass die entsprechenden Oberflächen, insbesondere
die der Düsenspannmutter
oberflächenbeschichtet
wird, um den Gleitreibungskoeffizienten zwischen Düsenspannmutter
und Injektorbohrung herabzusetzen.
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Trotz
Verbesserung der Gleitreibung zwischen Kraftstoffinjektor und Injektorbohrung
ist die Winkeldifferenz von 2° bis
5° zu gering,
um ein Klemmen zu verhindern und ein Selbstzentrieren zu gewährleisten. Durch
eine Erhöhung
der Winkeldifferenz zwischen dem Kegelstumpf an der Düsenspannmutter
und der Kegelbohrung im Zylinderkopf auf über 5° würden Abstriche an der späteren Dichtungsqualität gemacht
werden, was zu Undichtigkeiten beim Betrieb des Kraftstoffinjektors
führen
kann.
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Es
ist daher eine Aufgabe der Erfindung, einen verbesserten Kraftstoffinjektor
zur Verfügung
zu stellen. Insbesondere sollte der Kraftstoffinjektor bei der Montage
des Kraftstoffinjektors im Zylinderkopf eine gute Eigenzentrierung
aufweisen und im Zusammenwirken mit dem Zylinderkopf eine dauerhaft
fluiddichte Verbindung zwischen Kraftstoffinjektor und Zylinderkopf
herstellen.
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Die
Aufgabe der Erfindung wird mittels einer Dichtungseinrichtung bzw.
Dichtungsanordnung für
einen Zylinderkopf und einen Kraftstoffinjektor, insbesondere für eine Düsenspannmutter
des Kraftstoffinjektors und den Zylinderkopf gelöst, wobei das eine Bauteil
ein radial bevorzugt vollständig
umlaufendes, sich in eine Längsrichtung
erstreckendes, konkaves Querschnittprofil aufweist, welches an/in
eine Dichtfläche
bzw. Dichtkante eines zweiten Bauteils fluiddichtend ansetzbar/einpressbar
ist. Bevorzugt ist hierbei die Düsenspannmutter
des Kraftstoffinjektors mit einer radialen und vollständig umlaufenden
Konkavfase ausgestaltet. Ein Dichtsitzrand ist innerhalb einer gestuften
Injektorbohrung horizontal verlaufend oder mit einem Winkel konisch ausgebildet.
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Hierbei
wirken die Konkavfase und die Dichtkante des Dichtsitzrands in besonderer
Weise zusammen. In einem Vormontage- bzw. Zentrierzustand wird der Kraftstoffinjektor
mit seiner Düsenspannmutter
in die Injektorbohrung eingesetzt, ohne dass künstliche Kräfte auf den Kraftstoffinjektor
wirken. Hierbei sind die Abmessungen der Düsenspannmutter und der Injektorbohrung
derart gewählt,
dass der Konkavbereich bzw. die Konkavfase der Düsenspannmutter an der Dichtkante
des Dichtsitzrands der Injektorbohrung ansitzt. Eine kinematische
Umkehr, also Injektorbohrung mit Konkavfase und Düsenspannmutter
mit bevorzugt kegelstumpfförmigem
Dichtsitzrand, sind natürlich
ebenso möglich.
Unter Umständen
sind hierbei auch die Materialien, aus welchen die Bauteile hergestellt
sind, gegenseitig zu vertauschen bzw. man muss sich Gedanken über deren
Auswahl machen. Die Konkavfase der Düsenspannmutter sitzt nur mit
einem Kreis bzw. einem dünnen Kreisring
(Zentrierzustand) an der Kante des Dichtsitzrands auf, wodurch sich
die Düsenspannmutter
nicht in der Injektorbohrung verklemmen kann. Aufgrund einer geringen
Reibung zwischen Düsenspannmutter
und Zylinderkopf richtet sich der Kraftstoffinjektor selbstzentrierend
in der Injektorbohrung ein. Bevorzugt hat hierbei die Konkavfase
einen möglichst
geringen Haft- und/oder Gleitreibungskoeffizienten, wodurch eine
Selbstzentrierung weiterhin begünstigt
ist.
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Darauffolgend
kann der Dichtzustand zwischen Kraftstoffinjektor und Zylinderkopf
eingenommen werden. Hierbei wird der Kraftstoffinjektor mit einer
großen
statischen Kraft in die Injektorbohrung bzw. dem Dichtsitz, der
in der Bohrung ausgebildet ist, gedrückt, wodurch der bevorzugt
gegenüber
dem Zylinderkopf härtere konkave
Bereich den Dichtsitzrand bevorzugt plastisch verformt und derart
in den Dichtsitzrand eingepresst wird, dass eine fluiddichte Verbindung
zwischen Düsenspannmutter
und Zylinderkopf hergestellt wird.
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Aufgrund
der Deformation des Dichtsitzrands der Injektorbohrung wird ein
flächiger
Dichtungsabschnitt zwischen Düsenspannmutter
und Zylinderkopf ausgebildet, wobei aufgrund der plastischen Verformung
des Dichtsitzrands sich dieser an die Konkavfase anpasst und bei
hoher Flächenpressung
eine dauer hafte Fluiddichtheit zwischen Kraftstoffinjektor und Zylinderkopf
herstellt. Ferner ist es dadurch möglich Unebenheiten bzw. kleine
Ausnehmungen in den Oberflächen
zu kompensieren. Solche Anordnungen sind gegenüber Druckunterwanderungen dauerhaft
widerstandsfähig,
sodass eine thermisch und mechanisch hochbelastbare Dichtungsanordnung
bei gleichzeitiger Dauerdichtheit realisiert ist.
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Erfindungsgemäß ist bei
einer bevorzugten Ausführungsform
der Winkel im Zentrierzustand zwischen einer Tangente an einen Berührpunkt
zwischen Dichtsitzrand und Konkavfase, mit dem sich radial nach
außen erstreckenden
Dichtsitzrand ca. 10°,
wodurch sich eine gute Eigenzentrierung des Kraftstoffinjektors
im Zylinderkopf ergibt. Während
des Festsetzens des Kraftstoffinjektors im Zylinderkopf, wobei eine
Deformation des Dichtsitzrands geschieht, ändert sich ein Tangentenwinkel
eines radial äußeren Berührpunkts
zwischen Konkavfase und Dichtsitzrand zu den im Stand der Technik üblichen
2° bis 5°. Der Zylinderkopf
bzw. der Dichtsitzrand sind hierbei meist aus Aluminium oder aus
Magnesium hergestellt.
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Durch
eine zusätzliche
Oberflächenbehandlung
der Konkavfase ergeben sich in diesem Bereich verbesserte Gleiteigenschaften
der Düsenspannmutter
gegenüber
des Dichtsitzrands bzw. dessen Kante, sodass sich der Kraftstoffinjektor
gegenüber
dem Zylinderkopf in einfacher Weise schnell und richtig orientiert
positioniert.
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Aufgrund
des Vorsehens der Konkavfase ergibt sich insbesondere im weiter
innen liegenden Radialbereich des Dichtsitzrands eine erhöhte spezifische
Flächenpressung,
wodurch die Abdichtung zwischen Kraftstoffinjektor und Zylinderkopf
gegenüber
dem Stand der Technik verbessert ist. Die höchste Flächenpressung tritt am inneren
Bereich des Dichtsitzrands auf, an welchem auch der Innendruck des
Brennraums anliegt; was besonders vorteilhaft ist, da einer Druckunterwanderung
wirksam begegnet werden kann. Ferner ist beim Einprägen der
Konkavfase in den Dichtsitzrand der Injektorbohrung gegenüber dem Stand
der Technik der Spannungsverlauf im Zylinderkopf günstiger,
wodurch weniger Risse im Zylinderkopf entstehen, was die Dauerhaltbarkeit
des Zylinderkopfs erhöht.
Ferner ist umgekehrt die Krafteinleitung in die Düsenspannmutter gegenüber dem
Stand der Technik optimiert, was ebenfalls einen günstigeren
Spannungsverlauf innerhalb der Düsenspannmutter
zur Folge hat.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung schließt
eine Verbindungsgerade, die im Zentrierzustand durch den Berührpunkt
der Konkavfase mit dem Dichtsitzrand und durch einen Umfangspunkt
auf dem Außendurchmesser
des konkaven Bereichs geht (hierbei liegen die beiden Punkte der
Gerade sowie eine Längsachse
der Düsenspannmutter
in einer Ebene) mit einer entsprechenden diametral gegenüberliegenden Gerade
einen Winkel von bevorzugt ca. 108° oder ca. 110° ein. Der
Radius der bevorzugt teilkreisförmigen Konkavfase
beträgt
hierbei 55mm ± 20mm,
insbesondere 55mm ± 5mm.
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Ferner
betrifft die Erfindung ein Kraftfahrzeug, einen Motor oder einen
Zylinderkopf mit einem erfindungsgemäßen Kraftstoffinjektor bzw.
einem Kraftstoffinjektor mit einer erfindungsgemäßen Düsenspannmutter.
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Darüber hinaus
wird die Aufgabe der Erfindung mittels eines Verfahrens zum Zentrieren
und Fluiddichten zweier Bauteile, insbesondere zum Zentrieren und
Fluiddichten eines Kraftstoffinjektors oder einer Düsenspannmutter
gegenüber
einem Zylinderkopf, gelöst.
Hierbei weist das erste Bauteil einen radialen und bevorzugt vollständig umlaufenden
Konkavbereich auf, welcher für
einen Vormontagezustand an einen Dichtsitzrand des zweiten Bauteils
zum Zentrieren der beiden Bauteile zueinander angesetzt wird. Beim Überführen der
beiden Bauteile in einen Montagezustand bewegt sich der Konkavbereich
unter einer elastischen, jedoch bevorzugt plastischen, Verformung
des Materials des Dichtsitzrands in das zweite Bauteil derart hinein,
dass zwischen Konkavbereich und Dichtsitzrand eine gemeinsame Dichtfläche aufgrund
einer Flächenpressung entsteht,
die auch bei hohen Innendrücken
fluiddicht ist.
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Weitere
Ausführungsformen
der Erfindung ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen.
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Die
Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die beigefügte
Zeichnung erläutert.
In der Zeichnung zeigen:
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1a eine
erfindungsgemäße Dichtungsanordnung
im vormontierten Zustand;
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1b die
Dichtungsanordnung aus 1a im montierten Zustand;
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2 eine
Düsenspannmutter
mit einer erfindungsgemäßen Dichtungseinrichtung;
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3a die
erfindungsgemäße Dichtungseinrichtung
aus 2 in einem Zentrierzustand mit einem Zylinderkopf
im Teilschnitt;
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3b die
erfindungsgemäße Dichtungseinrichtung
aus 2 im Dichtzustand mit dem Zylinderkopf;
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4 den
erfindungsgemäßen Dichtbereich
der Düsenspannmutter
aus 2 in vergrößerter Darstellung,
sowie eine zusätzliche
Detaildarstellung im Schnitt;
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5a eine
zweite Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Dichtungseinrichtung
im Zentrierzustand im Teilschnitt; und
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5b die
zweite Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Dichtungseinrichtung
aus 5a im Dichtzustand.
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Werden
im Folgenden Lageangaben wie „oben" oder „unten" bzw. „rechts" oder „links" gemacht, so beziehen
sich diese auf 2, in welcher eine Düsenspannmutter 10 rechts
geschnitten und links nicht geschnitten dargestellt ist, wobei die
Düsenspannmutter 10 eine
unten angeordnete Einspritzdüse 20 mit
einem oben angeordneten Ventilkörper 30 verspannt.
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Die 1a und 1b zeigen
eine erfindungsgemäße Dichtungsanordnung,
insbesondere zum dauerhaften und hochdrucksicheren Fluiddichten
zweier Bauteile 10 und 40, z. B. einer Düsenspannmutter 10 und einem
Zylinderkopf 40.
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Die 1a stellt
einen vormontierten Zustand der beiden Bauteile 10, 40 dar,
wobei sich das Bauteil 10 gegenüber dem Bauteil 40 bevorzugt
selbst zentriert, daher wird dieser Vormontagezustand auch Zentrierzustand
genannt. Ein Selbstzentrieren der beiden Bauteile 10, 40 zueinander
ist für
die Erfindung jedoch nicht zwingend notwendig; es genügt wenn
das erste Bauteil 10 an das zweite Bauteil 40 ansetzbar
ist, ohne einer gegenseitigen Selbstzentrierung. Ist jedoch eine
gegenseitige Zentrierung notwendig, ein Selbstzentrieren aber nicht
möglich,
so sollte diese mit externen Mitteln erfolgen.
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Für das Zentrieren
und Abdichten weist das erste Bauteil 10 einen Konkavbereich 122,
und das zweite Bauteil 40 einen Dichtsitzrand 422 auf.
Im Vormontagezustand der beiden Bauteile 10, 40 sitzt
der Konkavbereich 122 mit einem Mittenabschnitt an der
Kante 424 des Dichtsitzrands 422 an. In den 1a und 1b ist
der Mittenabschnitt des Konkavbereichs 122 nur als ein
Punkt bzw. kleiner Bereich zu sehen (Berührpunkt zwischen Konkavbereich 122 und
Dichtsitzrand 422), für
das bevorzugt rotationssymmetrische Bauteil 10 ist dies
jedoch idealisiert ein Kreis bzw. ein dünner Kreisring. Ein Aufsitzen
des kleinsten Durchmessers des Konkavbereichs 122 (untere
Kante am Bauteil 10) auf dem Dichtsitzrand 422 (s.
dazu auch 5a und b) ist ebenso möglich (weitere
Ausführungsform).
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In
einem Dichtzustand der beiden Bauteile 10, 40,
der in 1b dargestellt ist, ist ein
Abschnitt des Konkavbereichs 122, durch eine wenigstens
elastische, bevorzugt plastische Verformung des Materials des zweiten
Bauteils 40 in den Dichtsitzrand 422 eingeprägt bzw.
eingepresst. Das Eindrücken
des ersten Bauteils 10 in das zweite Bauteil 40 geschieht
dabei in einen Abschnitt von der Kante 424 des Dichtsitzrands 422 radial nach
außen
von einer Längsachse
L der Dichtungsanord nung weg. Die Verformung des zweiten Bauteils 40 ist
mittels einer gestrichelte Linie in 1b angedeutet.
Mittels dieses sich oben entlang des Konkavbereichs 122 radial
nach innen stülpenden
Wulstes wird zusätzlich
die Dichtfläche
zwischen den beiden Bauteilen 10, 40 vergrößert, was
die Fluiddichtheit der beiden Bauteile 10, 40 erhöht.
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Die 2 bis 4 zeigen
eine erste bevorzugte Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Dichtungsanordnung,
wobei die erfindungsgemäße Dichtungsanordnung
an einer Düsenspannmutter 10 und
einem ihr zugeordneten Zylinderkopf 40 eingerichtet ist.
Die erfindungsgemäße Dichtungsanordnung
dient dazu einen Kraftstoffinjektor 1 bevorzugt über dessen
Düsenspannmutter 10 in
einer Injektorbohrung 42 des Zylinderkopfs 40 gegenüber einem
Brennraum eines Verbrennungsmotors abzudichten.
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Eine
erfindungsgemäße Dichtungseinrichtung
befindet sich bevorzugt am unteren freien Ende der Düsenspannmutter 10,
die eine Einspritzdüse 20 mit
einem Ventilkörper 30 zusammenspannt
und zu einem Kraftstoffinjektor 1 vereint (s. 2);
die erfindungsgemäße Dichtungseinrichtung
kann jedoch auch am Kraftstoffinjektor 1 selbst vorgesehen
sein, wobei die Düsenspannmutter 10 dann
keine oder nur andere Dichtungsaufgaben für den Kraftstoffinjektor 1 übernimmt.
Diese erste Ausführungsform
der Dichtungseinrichtung an der Düsenspannmutter 10 kommt
mit einem Dichtsitz in der Injektorbohrung 42 (3a und 3b)
zur Anlage, wobei Dichtungseinrichtung und Dichtsitz zusammen nach
dem Prinzip der Erfindung gemäß den 1a und 1b zusammenwirken.
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Bei
der erfindungsgemäßen Ausführungsform
ist ein Dicht- bzw. Zentrierbereich 12 der Düsenspannmutter 10 bevorzugt
zweiteilig aufgebaut. Hierbei schließt sich bei der Düsenspannmutter 10 von
unten kommend an einen Konkavbereich 122 ein Kegelstumpfbereich 126 an.
Konkavbereich 122 sowie Kegelstumpfbereich 126 dienen
dazu die Düsenspannmutter 10 bzw.
den Kraftstoffinjektor 1 in die Injektorbohrung 42 (3a und 3b)
einzusetzen, wobei der Konkavbereich 122 dazu ausgelegt ist,
die Düsenspannmutter 10 an
einem Dichtsitzrand 422 der Injektorbohrung 42 im
Zentrier- bzw. Vormontagezustand zu zentrieren. Bevorzugt ist die
Düsenspannmutter 10 radialsymmetrisch
aufgebaut, wobei der Konkavbereich 122 eine sich radial
erstreckende und vollständig
umlaufende Konkavfase 124 aufweist, die sich mit ihrem
Querschnittsprofil in Längs- bzw. Axialrichtung
L der Düsenspannmutter 10 nach
oben erstreckt. Die Düsenspannmutter 10 kann jedoch
auch so aufgebaut sein, dass der Kegelstumpfbereich 126 fehlt
und am unteren, im Wesentlichen konischen Abschnitt der Düsenspannmutter 10 nur
der Konkavbereich 122 vorhanden ist. An den Dichtbereich 12 der
Düsenspannmutter 10 schließt sich
oben ein Zylinderbereich 14 der Düsenspannmutter 10 an,
in welchem hauptsächlich
der Ventilkörper 30 aufgenommen
ist.
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Im
Zentrierzustand der Düsenspannmutter 10 bzw.
des Kraftstoffinjektors 1, welcher in 3a dargestellt
ist, sitzt die Konkavfase 124 bzw. der Konkavbereich 122 auf
einer Kante 424 eines Dichtsitzrands 422 auf.
Die Kante 424 des Dichtsitzrands 422 beschreibt
im Wesentlichen einen Kreis bzw. einen dünnen Kreisring auf der Konkavfase 124.
Je kreisförmiger
(in einer Ebene gedacht) dieser Abschnitt auf der Konkavfase 124 ist,
desto zentrierter sitzt die Düsenspannmutter 10 in
der Injektorbohrung 42 des Zylinderkopfs 40.
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Die
Injektorbohrung 42 ist bevorzugt eine gestufte Kreiszylinderbohrung,
deren unterer Abschnitt mit kleinerem Durchmesser einen Abschnitt
der Einspritzdüse 20 und
deren oberer durchmessergrößerer Abschnitt
die Düsenspannmutter 10 des
Kraftstoffinjektors 1 aufnimmt. Beide Bereiche sind bevorzugt über einen Konus
bzw. eine Kreisringschräge
(im Folgenden als Kegelstumpfbereich 426 bezeichnet) verbunden;
möglich ist
jedoch auch eine horizontaler Stufe, die mit dem jeweiligen Abschnitt
der Injektorbohrung 42 einen rechten Winkel einschließt.
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Im
Zentrierzustand befindet sich der Berührpunkt M (Schnittdarstellung
der 3a) bzw. der Berührkreis(ring) M (Real situation
bei in der Injektorbohrung 42 zentriertem Kraftstoffinjektor 1)
von Kante 424 und Konkavfase 124 zwischen einem
Umfangspunkt/Umfangskreis(ring) I mit dem (unteren) Innendurchmesser
DI (4) der Konkavfase 124 und
einem Umfangspunkt/Umfangskreis(ring) A mit dem (oberen) Außendurchmesser
DA der Konkavfase 124, wobei bevorzugt
der Berührpunkt
M innerhalb des ersten Drittels bzw. innerhalb der ersten Hälfte des
Wegs vom Umfangspunkt I zum Umfangspunkt A liegt.
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Im
Folgenden ist nur noch von den Punkten M, I und A, und nicht mehr
von den entsprechenden Kreisen bzw. Kreisringen die Rede, es sollen
damit jedoch auch die Kreise bzw. Berührkreisringe gemeint sein. Ferner
beziehen sich im Folgenden geometrische Angaben, wie z. B. Winkelangaben
und Angaben zu Lagen von Geraden, auf Ebenen in denen die Längs- bzw.
Axialachse L der Düsenspannmutter 10 enthalten
ist, insbesondere fällt
eine zu betrachtende Ebene mit der Zeichenebene der 4 zusammen.
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Der
Dichtsitzrand 422 der Injektorbohrung 42 ist bevorzugt
ein innerer Abschnitt des Kegelstumpfbereichs 426 der Injektorbohrung 42,
wobei der Kegelstumpfbereich 426 mit dem Kegelstumpfbereich 126 der Düsenspannmutter 10 einen
umlaufenden Öffnungswinkel
von ca. 0,5° bis
5° hat (idealer
Zentrierzustand – der
von allen Punkten M gebildete Kreis ist senkrecht zu L). Weitere
Winkelbeziehungen wie in 3a dargestellt,
werden im Rahmen der Erläuterung
von 4 gegeben.
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Die 3b zeigt
einen Dichtzustand von Düsenspannmutter 10 und
Zylinderkopf 40, wobei die Düsenspannmutter 10 in
den Dichtsitzrand 422 der Injektorbohrung 42 unter
einer bevorzugt plastischen Verformung des Dichtsitzrands 422 eingepresst
ist. Hierbei findet wiederum bevorzugt eine Verformung des inneren Dichtsitzrands 422 nach
innen statt (siehe hierzu Beschreibung der 1b). Idealerweise
richtet sich eine kreisringförmige
Flächenpressung
mit möglicht
hoher, gleichmäßiger Kreisringdicke
und möglichst
hoher Flächenpressung aus,
die keine Unstetigkeitsstellen bei der Pressung aufweist. Bevorzugt
taucht die Außendurchmesserkante
(A) der Konkavfase 124 nicht bzw. gerade nicht in den Kegelstumpfbereich 426 bzw.
den Dichtsitzrand 422 ein.
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4 zeigt
den Dichtbereich 12 der Düsenspannmutter 10 der
in Kegelstumpfbereich 126 und Konkavbereich 122 aufgeteilt
ist im Detail. Hierbei haben der Kegelstumpfbereich 126 und
der Konkavbereich 122 einen gemeinsamen Kreis der in der 4 unter
anderem im Punkt A zu sehen ist. Dies ist gleichzeitig ein Umfangskreispunkt
A des größten Außendurchmessers
DA des Konkavbereichs 122. Folgt
man nun vom Punkt A der Konkavfase 124 dem Konkavbereich 122 nach
unten (und nach innen zu L hin) so bewegt man sich auf der Konkavfase 124 über den
Berührpunkt
M von Konkavfase 124 und Kante 424 (im Zentrierzustand) zum
Umfangskreispunkt I auf den kleinsten Innendurchmesser DI des Konkavbereichs 122. In einer
bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung beträgt
DA = 13mm, wobei im Zentrierzustand der
Durchmesser DM eines vom Punkt M gebildeten
Kreises ca. 10,9mm beträgt.
Hierbei befindet sich, wie oben schon gesagt der Punkt M auf dem
ersten Drittel bzw. der ersten Hälfte
des Wegs vom Punkt I nach Punkt A.
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Die
Konkavfase 124 ist bevorzugt teilkreisförmig ausgebildet, wobei deren
Radius R zwischen 20mm und 100mm variieren kann. In einer bevorzugten
Ausführungsform
der Erfindung beträgt
der Radius der Konkavfase 124 55 ± 5mm. Entsprechend andere
Radien stellen sich ein, wenn man die erfinderische Idee auf andere
Bauteile anwendet; prinzipiell ist wichtig, dass es sich um eine
konkave Kontur handelt. Nicht teilkreisförmige Konturen, die sich von
einem einfachen Kegelstumpf unterscheiden, sind erfindungsgemäß ebenso möglich. Insbesondere
stetige Übergänge an den
Kanten der Konkavfase bei I und A in die anderen Bereiche der Düsenspannmutter 10 sind
vorteilhaft, da der Spannungsverlauf in der Düsenspannmutter 10 bzw.
die Krafteinleitung an den Kanten (I, A) der Konusfase 124 in
den Kegelstumpfbereich 426 günstiger sind und sich nicht
so abrupt ändern,
wofür sich
z. B, eine Klotoide eignet.
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Die
folgenden Winkelangaben für
die erfindungsgemäße Dichtungseinrichtung
beziehen sich auf einen Innenöffnungswinkel
eines Kegels, der von einer um die Längsachse L der Düsenspannmutter 10 rotierenden
Geraden gebildet wird. Hierbei ist eine solche Gerade TM die
Tangente an den Punkt M im Zentrierzustand der Düsenspannmutter 10,
wobei der Öffnungswinkel αM des
Kegels im Zentrierzustand bevorzugt zwischen 104° und 110° je nach Radius R der Konkavfase 124 beträgt. Ein
entsprechender Winkel αA der Tangente TA an
den Punkt A beträgt
bevorzugt zwischen 107° und
113°, wiederum
je nach Radius R der Konkavfase 124. Ein Winkel β einer Verbindungsgeraden
MA der Punkte M und A beträgt
bevorzugt 106° bis
112°. Alle
diese Angaben sind auf einen Punkt M bezogen, der sich im Zentrierzustand
der Düsenspannmutter 10 einstellt.
Der Punkt M beginnt beim Einpressen der Düsenspannmutter 10 in
den Zylinderkopf 40 entlang der Konkavfase 124.
in Richtung des Punkts A (und natürlich auch linear entlang des
Dichtsitzrands 422) zu wandern (Punkt Mn), wobei sich eine
Gerade MnA der Tangente TA immer mehr annähert. Dies
wird in der Schnittdarstellung im Detail der 4 verdeutlicht.
Mn ist dabei ein radial äußerster
Berührpunkt
zwischen Konkavfase 124 und Dichtsitzrand 422
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Weitere
erfindungsgemäße Ausführungsformen,
die sich an obige anlehnen, sind in der Tabelle durch folgende Parameter
gegeben:
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Hierbei
beziehen sich die Variablen auf die 4, wobei
mit Mn = 12,0mm exemplarisch ein Wert beim Bewegen von M nach A
zwischen M und A auf der Konkavfase 124 in der Tabelle
aufgeführt
ist.
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Die 5a zeigt
eine zweite Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Dichtungseinrichtung
für den Kraftstoffinjektor 1 bzw.
die Düsenspannmutter 10,
wobei sich nicht die Konkavfase 124 an der Kante 424 des Dichtsitzrands 422 zentriert,
sondern die Unterkante am Dichtsitzrand 422. Dies hat den
Vorteil, das die Injektorbohrung 42 im Durchmesser geringer
ausgestaltet werden kann und näher
an die Einspritzdüse 20 des Kraftstoffinjektors 1 heranreichen
kann. Optional kann auch die Oberkante der Konkavfase 124 alleine
am Dichtsitzrand 422 ansitzen (Kreis(-ring) A, größter Durchmesser
der Konkavfase 124). Ferner ist es auch möglich, dass
im Zentrierzustand beide Kreiskanten I und A auf dem Dichtsitzrand 422 aufliegen,
was den Vorteil mit sich bringt, dass eine Zentrierposition der
beiden Bauteile derart überprüfbar ist,
dass die Zentrierposition nur dann eingenommen ist, wenn beide Kreiskanten
I und A vollständig
am Dichtsitzrand 422 anliegen.
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Den
Dichtzustand zeigt 5b, wobei die beiden Kreise
bzw. Kreisringkanten I und A in den Dichtsitzrand 422 des
Zylinderkopfs 40 eingepresst sind und im dargestellten
Fall zwei Dichtbereiche ausbilden. Je fester die Düsenspannmutter 10 in
den Zylinderkopf 40 eingepresst wird, desto geringer wird
der verbleibende Zwischenraum zwischen Düsenspannmutter 10 und
Zylinderkopf 40. Möglich
sind auch andere Konfigurationen des Dichtzustands, bei welchen
sich z. B. nur die unterste Kreiskante I oder nur die oberste Kreiskante
A in den Dichtsitzrand 422 einprägen.
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Bevorzugt
befindet sich zwischen der Düsenspannmutter 10 und
dem Zylinderkopf 40 kein Hohlraum. Bei der Realisierung
einer solchen Dichtungsanordnung kann es notwendig sein eine Entlüftung des
zunächst vorhandenen
Hohlraums vorzusehen. Bevorzugt schließt sich diese Entlüftung selbsttätig durch
das Einpressen der Düsenspannmutter 10 in
den Zylinderkopf 40. Dies kann z. B. durch eine Nut im
Zylinderkopf 40 oder in der Düsenspannmutter 10 geschehen,
in welche Material der Düsenspannmutter 10 bzw.
Material des Zylinderkopfs 40 beim Einpressen eindringt.
Ferner eignen sich Bohrungen die auf eine ebensolche Art verschließbar sind.
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Die
vorangegangenen Ausführungen,
die sich auf die Düsenspannmutter 10 beziehen,
sollen auch für den
Kraftstoffinjektor 1 gelten, der nicht mittels seiner Düsenspannmutter 10 gegenüber dem
Zylinderkopf 40 abgedichtet ist, sondern der die erfindungsgemäße Einrichtung
an einem anderen Abschnitt aufweist. Die erfindungsgemäße Einrichtung
am Kraftstoffinjektor 1 und ein entsprechender Dichtsitz
am oder im Zylinderkopf bilden dann zusammen die erfindungsgemäße Dichtungsanordnung.
-
- 1
- Kraftstoffinjektor,
erstes Bauteil
- 10
- Düsenspannmutter,
erstes Bauteil
- 12
- Dicht-
bzw. Zentrierbereich
- 122
- Konkavbereich
des Dichtbereichs 12
- 124
- Konkavfase
- 126
- Kegelstumpfbereich
des Dichtbereichs 12
- 14
- Zylinderbereich
- L
- Längsachse
der Düsenspannmutter 10 bzw.
des Injektors 1;
-
- Axialrichtung
- R
- Radius
der Konkavfase 124
- DI
- Innendurchmesser
des Konkavbereichs 122 (kleinster Kreis
-
- des
Konkavbereichs 122)
- DM
- Mittendurchmesser
- DA
- Außendurchmesser
des Konkavbereichs 122 (größter Kreis
-
- des
Konkavbereichs 122)
- I
- Umfangspunkt
auf dem kleinsten Innendurchmesser DI des
-
- Konkavbereichs 122
- M
- Umfangspunkt
auf einem Mittendurchmesser DM des Konkav
-
- bereichs 122,
Berührpunkt
zwischen Konkavfase 124 und
-
- Kante 424/Dichtsitzrand 422 im
Zentrierzustand
- Mn
- Umfangspunkt
der Konkavfase 124 zwischen M und A
- A
- Umfangspunkt
auf dem Außendurchmesser
DA des Konkavbe
-
- reichs 122
- TM
- Tangente
an den Punkt M
- TA
- Tangente
an den Punkt A
- MA
- Gerade
durch die Punkte M und A
- αM
- (doppelter) Öffnungswinkel
von TM (bzgl. L)
- αA
- (doppelter) Öffnungswinkel
von TA (bzgl. L)
- β
- (doppelter) Öffnungswinkel
der Verbindungsgeraden von M
-
- und
A (bzgl. L)
- 20
- Einspritzdüse
- 30
- Ventilkörper
- 40
- Zylinderkopf,
zweites Bauteil
- 42
- Injektorbohrung,
Bohrung
- 422
- Dichtsitzrand
der Bohrung 42
- 424
- Kante
des Dichtsitzrands 422, Dichtkante
- 426
- Kegelstumpfbereich
der Bohrung 42