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Bekannte
Schiebevorhänge
aus textilen oder sonstigen, häufig
transparenten oder halbtransparenten, flächigen Materialien, verwendet
als Fensterdekorationen oder als Raumteiler, werden üblicherweise
an handelsüblichen
Vorhangschienen aufgehängt.
Die Aufhängung
erfolgt mittels an einer Leiste angebrachten Gleitelementen, wie
Gleiter oder Laufrollen oder Laufwagen, welche in den Schlitzführungen
der profilierten Vorhangschienen verschiebbar sind. Die Gleitelemente
sind an der horizontal Aufhängeleiste
befestigt, an welcher wiederum die flächigen Bahnen (im folgenden
Paneele genannt) üblicherweise
mit Klett- und Flauschbandverbindung befestigt sind. Die Vorhangschienen
sind mit mehreren, hintereinanderliegenden Schlitzführungen
ausgeführt,
in denen jeweils eine Aufhängeleiste
des Flächenvorhangs
in der Schlitzrichtung bewegt werden kann. Weil mehrere Schlitzführungen
mit jeweils einer Aufhängeleiste
hintereinander liegen, können mehrere
Paneele ganz oder teilweise übereinander, beziehungsweise
aneinander vorbeigeschoben werden. In der Anmeldung PCT/CH2003/000764
ist eine besondere Form der Führung
und Befestigung der Paneele beschrieben, deren Vorzüge darin
liegen, dass nur zwei Schlitzführung
für die übereinander Schiebbarkeit
von beliebig vielen Paneelen nötig sind.
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Weiter
sind Lamellenvorhänge
bekannt. Diese marktüblichen
Lammellenvorhänge
bestehen aus mehreren einzelnen, schmalen, häufig textile Streifen, welche
drehbar gelagert sind. Diese sind in der Breite der einzelnen Lamellen
jedoch sehr eingeschränkt
und sie können
nicht parallel zur Dekorationsfläche
hintereinander gestapelt oder übereinander
geschoben werden. Ein Lichtspiel durch die Überlagerung von transparenten
oder halbtransparenten Stoffen wie beim Übereinanderschieben von Schiebvorhangelementen
ist nicht möglich.
Zudem werden bei Lamellenvorhängen
alle Lamellen gleichzeitig und gleichartig bewegt und nicht individuell
einzeln. Zur Bedienung zum Verstellen der Drehwinkel und zum seitlichen
Paketieren der Lamellen senkrecht zur Dekorationsfläche ist
ein aufwändiges
Getriebe erforderlich. Die Streifen einer Lamellenanlage können wegen
der funktionstechnisch erforderlichen Steifigkeit nur in speziellen
Maschinen gewaschen werden.
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Die
Vorzüge
der Drehbarkeit einzelner Lamellen kombiniert mit den Vorzügen der Übereinanderschiebbarkeit
und optischen Ausgestaltung und leichten Pflege der Schiebevorhanganlagen
zu kombinieren ist Grundgedanke der Erfindung. Zudem soll die Dreheinrichtung
an jeder beliebigen Vorhangschiene Anwendung finden können. Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Paneele der Flächenvorhanganlage
zur seitlichen Schiebbarkeit in Schlitzrichtung und zur hintereinander
Stapelbarkeit, bei völligem
oder annähernd
gänzlichem
Hintereinanderschieben (Paketierung) mehrerer Paneele, zusätzlich mittels
einer Dreheinrichtung noch drehbar, beziehungsweise schwenkbar um
die eigene, vertikale Mittelachse zu gestalten. Dadurch, dass die
erfindungsgemäße Beweglichkeit
der einzelnen Paneele in Verschiebungsrichtung der Gleitelemente
in den Führungsschlitzen,
sowie eine gleichzeitige Drehbarkeit um die vertikale Mittelachse
jeder Paneele gegeben ist, lassen sich die Paneele übereinander
stapeln. Und zwar zum einen parallel zur Bewegungsrichtung der Gleitelemente,
zum anderen auch bei der Drehung der Paneele um 90° senkrecht zu
deren Verschiebungsrichtung. Die Paketierung kann je nach Platzerfordernissen
oder ästhetischen Gesichtspunkten
längs oder
quer zur Schieberichtung der Gleitelemente erfolgen. Durch das individuelle
Drehen oder Schwenken und gleichzeitigem Verschieben jeder einzelnen
Paneele kann die Transparenz der Fensterdekoration oder des Raumteilers
variiert werden. Bei 90°-Stellung
zur Bewegungsrichtung ist bei frontalem Blickwinkel auf die Flächenvorhanganlage
eine freie Durchsicht gegeben; bei größerem oder kleinerem Drehwinkel
wird die Durchsicht eingeschränkt.
Die unterschiedlichen Stellungsmöglichkeiten
der Paneele bieten damit eine Variation des Sicht- oder Sonnenschutzes,
des dadurch entstehenden Schattenspiels im Raum, und/oder des ästhetisch,
gestalterisches Elements der Anlage. Der Kraftaufwand der zum Drehen
der Paneele erforderlich ist, soll einstellbar sein, durch die Regulierbarkeit des
Drehwiderstandes. Dies verhindert, dass Wind oder unbeabsichtigte
Berührungen
ein ungewolltes Drehen der Paneele auslöst.
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Die
Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich aus der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen
anhand der Zeichnungen. Die Drehvorrichtung (1) besteht
aus handelsüblichen Gleitelementen
(9) zur Führung
in den Schlitzen von handelsüblichen
Profilschienen (Gardinen- oder Vorhangschienen), welche beidseitig
an den Enden einer Aufhängeleiste
(1) befestigt sind (Ausführungsbeispiel PCT Anmeldung
CH2003/000764). Die Gleitelemente wie Gleiter, Rollringe, Laufwagen
oder ähnliches
sind auswechselbar, sodass die Erfindung bei beliebigen Vorhangschienen
Anwendung finden kann. Die Montageteile der Gleitelemente an den Aufhängeleisten
können
aus ästhetischen
Gründen durch
eine Abdeckkappe (8) verblendet, beziehungsweise abgedeckt
werden. Die Abdeckkappe wird dazu über die Gleitelemente übergestülpt und
kann beispielsweise mit einem Schlitz versehen sein, welcher an
der Aufhängeleiste
eng anliegt und damit ein Klemmsitz entsteht.
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Ferner
besteht die Drehvorrichtung aus einer Leiste (6) zur Befestigung
einer Paneele (10) aus textiler Stoffbahn, oder klarem,
milchigem oder eingefärbtem
Glas oder Plexiglas, Kunststofffolie, oder sonstigem, flächigem Material.
Bei bevorzugter Verwendung von textilem Material für das Paneel
wird das Textil vorzugsweise mittels an dessen oberen, horizontalen
Rand angebrachtem Flauschband und einem an der Paneelleiste (6)
vollflächig
angebrachten Klettband befestigt. Das hat den Vorteil, dass das Textil
zum Waschen einfach von der Drehvorrichtung abgenommen werden kann,
ohne dass die Drehvorrichtung selbst aus der Schiene genommen oder
demontiert werden muss. Die Paneelleiste (6) entspricht
in Ihrer Länge
der Breite eines Paneels (10). Die Länge der Aufhängeleiste
(1) muss nicht der Länge
der Paneelleiste (6) entsprechen. Die Paneele werden entweder
einzeln von Hand bewegt und/oder gedreht. Eine Verbindung der einzelnen
Aufhängeleisten
(1) mittels Verbindungskette oder Verbindungsschnur zum
gleichzeitigen, zugkraftschlüssigen
Verschieben aller Paneele einer Anlage mit einem manuellen Zug an
der ersten Paneel ist möglich. Die
Mitnahme von Paneele auf Druck durch einen Mitnehmer an anderen
Paneelen, die in den Wirkungsbereich des Mitnehmers treten, ist
möglich. Ebenso
ist eine zugkraftschlüssige
Verbindung der Paneelleisten (6) möglich, so dass bei manueller
Drehung einer Paneele um bis zu 180 ° auch die anderen Paneele mitschwenken.
Dazu kann eine Kordel oder Perlkette an den jeweils gleichseitigen
Enden der Paneelleisten angebracht und mit der jeweils nächsten Paneele
so verbunden sein.
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Die
Paneelleiste (6) ist mit dem unteren Teil (5)
einer zweiteiligen Drehachse verbunden (2). Die Aufhängeleiste
(1) ist mit dem oberen Teil (2) der Drehachse
verbunden. Die Fixierung der Drehachsenteile mit den Leisten (1)
und (6) erfolgt vorzugsweise mittels Verschraubung (3).
Die Drehachsenteile (2/5) sind jeweils genau mittig
an den Leisten angebracht. Die Teilung der Drehvorrichtung in Oberteil
(2) und Unterteil (5) ermöglicht ein gegeneinander Drehen
von Aufhängestab
(1) und Paneelleiste (6).
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Der
obere Teil (2) der Drehvorrichtung ist mittels einer Schraube
(4) mit dem unteren Teil (5) verbunden. Der oberen
Teil (2) ist dazu mit einer einfachen Bohrung, der untere
(5) mit einem Gewinde versehen. Durch Anziehen der Schraube
(4) kann der Anpressdruck der Teile (5) und (2)
auf der Drehfläche (7)
gegeneinander und damit der Reibungswiderstand zueinander und damit
der Drehwiderstand eingestellt werden. Ein zusätzlich eingebrachter Gummiring
zwischen den Teilen (5) und (2) lässt eine
feine und gedämpfte
Regulierung des Drehwiderstandes zu. Ein gewisser Drehwiderstand
beim Schwenken der Paneele verhindert, dass kleine Berührungen oder
Wind die Stellung der Paneele unbeabsichtigter Weise verändert. Damit
die Drehvorrichtung in der Breite (A) nicht zu dick wird, sind im
Bereich der Anliegeflächen
der Leisten (1) und (6) den Drehachsenteilen (2)
und (5) die Teile (2) und (5) so abgeflacht, dass
eine optimale, plane Auflagefläche
der Leisten bei geringer Dicke (A) gewährleistet ist. Durch die geringe
Dicke der Drehvorrichtung und flache Ausgestaltung der Leisten ist
ein ungehindertes aneinander Vorbeigleiten der Paneele beim Verschieben
bei dicht beieinander liegenden Führungsschlitzen in der Vorhangschiene
gewährleistet.
Dies ist insbesondere bei Ausgestaltung der Aufhängeleiste und Schiebetechnik
nach Anmeldung PCT/CH2003/000764 wichtig. Als Material für die Drehvorrichtung
kommt vorzugsweise Metall oder Kunststoff in Frage.
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Beispielhaft
zeigt
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1:
In Aufsicht die Drehvorrichtung (2/5) bestehend
aus Oberteil (2) und Unterteil (5), mit der Aufhängeleiste
(1) mit Gleitelement (9) und einer Abdeckung (8)
der Gleitelemente zur optischen, ästhetischen Verdeckung der
Gleitelemente, sowie Paneelleiste (6) mit Paneele (10)
und schematischer Drehachse (B).
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2:
Schematisch die Drehvorrichtung (2/5) mit Aufhängeleiste
(1) und Paneelleiste (6) im Schnitt, in der Seitenansicht.
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3:
Längsschnitt
durch die Drehachse (2/5)
- – mit Schraubverbindung
mit Schraube (3) von Oberteil (2) der Drehachse
mit der Aufhängeleiste (1)
- – mit
Schraubverbindung mit Schraube (3) von Unterteil (5)
der Drehachse mit der Paneelleiste (6)
- – sowie
Verschraubung mit Schraube (4) mit Drehfläche (7)
von Aufhängeleiste
(1) und Paneelleiste (5).
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4:
Beispielhaft, schematisch in Aufsicht von unten, eine erfindungsgemäße Schiebevorhanganlage
mit Vorhangschiene mit Schlitzführungen
(11) mit Stellung der Paneelleisten (6) bei linksseitiger
Paketierung senkrecht zur Schieberichtung von 3 Paneelen, Paneele
also 90° gedreht,
und rechtsseitig die Paketierung von 3 Paneelen in Schieberichtung.
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5:
Die räumliche
Darstellung eine Ausgestaltung der Verbindung von einzelnen Aufhängeleisten
(1) mittels Zugkette (13) zum gleichzeitigen Verschieben
aller verbundener Paneele (10) auf Zug, sowie die Verbindung
von einzelnen Paneelleisten (6) mittels Zugkette (12)
zum gleichzeitigen Schwenken aller so verbundenen Paneele (10)
auf Zug.