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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung
einer Leitbahnanordnung mit erhöhter
kapazitiver Kopplung sowie eine zugehörige Leitbahnanordnung gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
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Eine
derartiges Verfahren sowie eine zugehörige Leitbahnanordnung ist
aus der gattungsbildenden Druckschrift US 2003/0057558 A1 bekannt.
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Zur
Stabilisierung einer Versorgungsspannung insbesondere von integrierten
Digitalschaltungen werden Kapazitäten zwischen der Versorgungsspannung
(VDD) und Masse (GND) benötigt. Üblicherweise
werden hierzu sogenannte MOS-Kapazitäten (Metal Oxide Semiconductor)
verwendet, welche jedoch durch den ganzen Metallstack bzw. die gesamte
Verdrahtungs-Schichtstruktur hindurch verdrahtet werden müssen und
einen erhöhten
Flächenbedarf
bedeuten.
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Für sogenannte „Mixed-Signal-Schaltungen", wobei auf einem
Halbleiterbaustein bzw. Chip sowohl analoge als auch digitale Schaltungen
realisiert sind, werden ferner hochlineare Kapazitäten benötigt, welche
beispielsweise als sogenannte MIM-Caps (Metal Insulator Metal Capacitors)
ausgeführt
werden. Bei der Herstellung derartiger MIM-Kondensatoren werden üblicherweise
eine bis drei Zusatzmasken für
die Strukturierung benötigt, wodurch
sich zusätzliche
Fertigungskosten ergeben.
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Aus
der Druckschrift WO 03/009361 A2 ist ein Verfahren zur Herstellung
einer Leitbahnanordnung bekannt, wobei eine Kupferschicht mittels
eines elektrochemischen Abscheideverfahrens aus einer CuSO4-Lösung
und unter Verwendung von Beschleuniger-, Reduzierer- oder Ausgleicherzusätzen ausgebildet
werden kann.
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Ferner
ist aus der Druckschrift US 2002/0155676 A1 ein Verfahren zur gleichzeitigen Ausbildung
von MIM-Kondensatoren und Via-Verbindungen bekannt, wobei ein Rückätzschritt
zum Entfernen einer isolierenden Barrierenschicht durchgeführt wird.
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Die
Druckschrift US 2002/0163029 A1 offenbart schließlich ein Verfahren zur gleichzeitigen
Herstellung von MIM-Kondensatoren und Via-Verbindungen im Rahmen
eines Damascene-Prozesses, wobei verschiedene metallische Barrierenschichten
zur Reduzierung einer Ausdiffusion, Material-Migration oder von
Leckströmen
verwendet werden.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde ein Verfahren zur Herstellung
einer Leitbahnanordnung mit erhöhter
kapazitiver Kopplung sowie eine zugehörige Leitbahnanordnung gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 und 14 derart weiterzubilden, dass bei reduzierten
Herstellungskosten und einer verbesserten kapazitiven Kopplung das
Auftreten von Kurzschlüssen
und Leckströmen
verhindert wird.
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Erfindungsgemäß werden
diese Aufgaben hinsichtlich des Verfahrens durch die kennzeichnenden
Maßnahmen
des Patentanspruchs 1 und hinsichtlich der Vorrichtung durch die
kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 14 gelöst.
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Insbesondere
können
durch ein nasschemisches Ätzen
oder ein Trockenätzen
die Oberflächen der
ersten und zweiten Kondensatorelektroden derart selektiv zum Kondensatordielektrikum
zurückgeätzt werden,
dass das Auftreten von Kurzschlüssen bzw.
Leckströmen
zwischen den Kondensatorelektroden zuverlässig verhindert wird.
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Vorzugsweise
ist das erste Tiefen-/Seitenverhältnis
kleiner 1/3 und das zweite Tiefen-/Seitenverhältnis größer 1, wobei eine Tiefe der
Grabenstruktur in dem Kondensatorbereich und im Leitbahnbereich
etwa gleich groß und
vorzugsweise zwischen 0,5 Mikrometer bis 5 Mikrometer liegt. Auf
diese Weise können
nicht nur Kopplungskapazitäten,
sondern auch deren Anschlussbereiche ohne zusätzlichen Aufwand und somit
kostengünstig
realisiert werden.
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Vorzugsweise
wird ein Elektroplattierverfahren zum Abscheiden von metallischem
Material und insbesondere von Kupfer durchgeführt, wobei als Elektrolyt eine
Kupfer-Sulfatlösung
mit Abscheide-Beschleunigern, und insbesondere von organischen Akzeleratoren,
verwendet wird. Auf Grund dieses speziellen Abscheideverfahrens
und der verwendeten zusätzlichen
Additiva erhält
man insbesondere in Kombination mit den eingangs genannten Tiefen-/Seitenverhältnissen
hervorragende Abscheideeigenschaften, die für die Leitbahnbereiche in hochwertigen
Leitbahnen mit geringer Elektromigration und geringem Widerstand
resultieren und im Kondensatorbereich eine erste Kondensatorelektrode
mit ausreichender linearer Flächenkopplung
ermöglichen.
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Die
erste und zweite Leitbahn werden vorzugsweise in den letzten beiden
bzw. obersten Metallisierungsebenen einer in tegrierten Schaltung
realisiert, wobei die erste Leitbahn eine Leitbahn für Versorgungsspannung
und die zweite Leitbahn eine Leitbahn für Masse darstellt. Bei einer
derartigen Realisierung erhält
man eine besonders hochwertige Stabilisierung der Versorgungsspannung,
wobei ein zusätzlicher
Flächenbedarf
minimal ist.
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In
den weiteren Unteransprüchen
sind weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gekennzeichnet.
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Die
Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher
beschrieben.
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Es
zeigen:
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1A bis 1F vereinfachte
Schnittansichten zur Veranschaulichung wesentlicher Verfahrensschritte
bei der Herstellung einer erfindungsgemäßen Leitbahnanordnung;
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2A und 2B eine
vereinfachte Draufsicht der Leitbahnanordnung gemäß einem
ersten und zweiten Ausführungsbeispiel;
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3A bis 3F vereinfachte
Schnittansichten zur Veranschaulichung des verwendeten Elektroplattierverfahrens
mit Abscheide-Beschleunigern; und
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4 eine
vereinfachte Darstellung einer Vorrichtung zum Durchführen des
in 3 dargestellten Elektroplattierverfahrens.
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1A bis 1F zeigen
vereinfachte Schnittansichten zur Veranschaulichung eines Verfahrens
zur Herstellung einer Leitbahnanordnung mit erhöhter kapazitiver Kopplung,
wie sie insbesondere zur Stabilisierung einer Versorgungsspannung
von Digitalschaltungen und „Mixed-Signal-Schaltungen" in integrierten
Halbleiterschaltungen verwendet werden kann. Nachfolgend wird unter
einem Kondensatorbereich ein Koppelbereich zum kapazitiven Koppeln
von elektrisch leitenden Bereichen (sogenannten Kondensator- bzw.
Koppelelektroden) verstanden, wobei die Koppelelektroden durch ein
Kondensator- bzw. Koppeldielektrikum voneinander isoliert sind.
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Zunächst wird
auf einem Trägersubstrat 1 ein
erstes Dielektrikum 2 ausgebildet, wobei vorzugsweise ein
Siliziumoxid oder ein sogenanntes „Low-k-Dielektrikum", d.h. ein Dielektrikum
mit geringer Dielektrizitätskonstante
verwendet wird. Das Trägersubstrat 1 stellt üblicherweise
ein weiteres Zwischendielektrikum dar, wie es insbesondere zur Realisierung
von Verdrahtungsebenen bzw. Metallisierungsebenen ver wendet wird.
Das Trägersubstrat 1 kann
jedoch in gleicher Weise unmittelbar ein Halbleitersubstrat wie
beispielsweise Silizium, indem jeweilige digitale und/oder analoge
integrierte Schaltungen ausgebildet sind, oder eine elektrische
leitende Trägerschicht
darstellen.
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Vorzugsweise
stellt jedoch das erste Dielektrikum 2 eine in der Metallisierungsschichtstruktur
als vorletztes Dielektrikum verwendete Isolationsschicht dar, wie
sie für
die vorletzte Metallisierungsebene verwendet wird.
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Gemäß 1A werden
anschließend
beispielsweise mittels eines Damascene-Verfahrens eine Grabenstruktur
im ersten Dielektrikum 2 mit einem Kondensatorbereich KB
und einem damit verbundenen Leitbahnbereich LB ausgebildet.
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Zur
Verdeutlichung der Struktur sei an dieser Stelle bereits auf eine
in 2A dargestellte Draufsicht der Leitbahnanordnung
gemäß einem
ersten Ausführungsbeispiel
hingewiesen, der diese Grabenstruktur zu entnehmen ist. Demzufolge
weist der Kondensatorbereich KB ein erstes Tiefen-/Seitenverhältnis t1/b1
und der Leitbahnbereich LB ein zweites Tiefen-/Seitenverhältnis t2/b2
auf, wobei das zweite Tiefen-/Seitenverhältnis t2/b2 mindestens dem
dreifachen ersten Tiefen-/Seitenverhältnis t1/b1 entspricht. Bei
vorzugsweise in etwa gleicher Tiefe für den Kondensatorbereich KB
und den Leitbahnbereich LB, d.h. t1 = t2, ist demzufolge die Breite
b1 der Grabenstruktur im Kondensatorbereich KB mindestens dreimal
so groß wie
eine Breite b2 der Grabenstruktur des Leitbahnbereichs LB. Genauer
gesagt sind die kleinsten Strukturbreiten b1 mindestens dreimal
so groß wie
die kleinsten Grabenstrukturbreiten b2 des Leitbahnbereichs. Diese
Dimensionierung ist insbesondere für das später anzuwendende Elektroplattierverfahren
von Bedeutung.
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Gemäß 1A können ferner
an der Oberfläche
des ersten Dielektrikums 2 bzw. deren Grabenstruktur optional
dünne me tallische
Diffusions-Barrierenschichten bzw. Liner B1 vorzugsweise mittels
PVD-, CVD-, ALCVD oder stromlosen Abscheideverfahren im Wesentlichen
konform ausgebildet werden. Diese optionale metallische Diffusions-Barrierenschicht
B1 besteht beispielsweise aus Ta, TaN, WN, WCN, TiN, Ru usw., und
dient im Wesentlichen der Vermeidung einer Diffusion einer nachfolgend
auszubildenden elektrisch leitenden Schicht in die benachbarte dielektrische
Schicht bzw. das erste Dielektrikum 2.
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Ferner
kann gemäß 1A optional
eine Keimschicht S (seed layer) entweder wiederum unmittelbar an
der Oberfläche
des ersten Dielektrikums 2 oder der optional vorhandenen
ersten Diffusions-Barrierenschicht B1 ganzflächig ausgebildet werden. Vorzugsweise
wird hierbei eine Cu-Keimschicht ausgebildet. Die optional auszubildende Keimschicht
S sowie Diffusions-Barrierenschicht B1 weisen eine vergleichbar
große
Dicke auf, welche wesentlich geringer ist als die Tiefen t1 und
t2 der Grabenstruktur im Kondensatorbereich KB und Leitbahnbereich
LB.
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Nachfolgend
wird gemäß 1A eine
erste elektrisch leitende Schicht 3 auf das Dielektrikum 2 bzw.
die darin ausgebildete Grabenstruktur derartig so lange ganzflächig abgeschieden,
bis die Grabenstruktur im Leitbahnbereich LB vollständig aufgefüllt ist.
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Vorzugsweise
wird hierbei metallisches Material und insbesondere Kupfer als elektrisch
leitende Schicht 3 mittels eines Cu-Elektroplattierverfahrens derart
abgeschieden, dass die schmalen Strukturen mit der geringen Breite
b2 im Leitbahnbereich LB vollständig
aufgefüllt
und die breiten Strukturen mit einer großen Breite b1 im Kondensatorbereich
KB nur teilweise aufgefüllt
werden. Alternativ zu Kupfer können
grundsätzlich
auch andere Metalle wie beispielsweise Ag, Au, W, Al und deren Legierungen usw.
abgeschieden werden.
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Die 3A bis 3F veranschaulichen
die grundsätzliche
Funktionsweise des vorzugsweise verwendeten Elektroplattierverfahrens,
welches insbesondere mit dem verwendeten Tiefen-/Seitenverhältnis zu den besonderen Vorteilen
führt.
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3A bis 3F zeigt
verschiedene Schnittansichten beim Durchführen eines galvanischen Elektroplattierverfahrens
in einer Grabenstruktur, wobei AB Abscheide-Beschleuniger bzw. sogenannte
Akzeleratoren bezeichnen, wie sie im verwendeten Elektrolyt als
Additiva vorhanden sind.
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Eine
entsprechende Vorrichtung zum Durchführen eines derartigen Cu-Elektroplattierverfahrens ist
vereinfacht in 4 dargestellt, wobei EL ein Elektrolyt
aufweist, das sich in einem Behälter
befindet und über
eine Batterie B sowie daran angeschlossene Kathoden K und Anoden
A unter Spannung gesetzt wird. Vorzugsweise wird als Elektrolyt
EL eine Kupfer-Sulfatlösung mit
einem geringen Anteil von Abscheide-Beschleunigern AB verwendet, wobei insbesondere
organische Abscheide-Beschleuniger bzw. Akzeleratoren AB verwendet
werden. Der Anteil der Akzeleratoren sollte zwischen 1 bis 10 Milliliter/Liter
liegen.
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Als
Kathode K wird beispielsweise ein Halbleiterwafer verwendet, auf
dem die erfindungsgemäße Leitbahnanordnung
ausgebildet werden soll. Als Anode A kann beispielsweise eine Cu-Anode verwendet werden,
die bei dem beispielhaft beschriebenen Verfahren sich im Laufe der
Zeit auflöst
und Kupferionen Cu++ an das Elektrolyt EL
abgibt. Bei der an der Anode A auftretenden Reaktion werden demzufolge
Kupferionen Cu2+ an die Lösung abgegeben und
Elektronen 2e– aufgenommen,
wodurch sich die Anode A langsam verbraucht. In gleicher Weise wird an
der Kathode K bzw. an der Oberfläche
der Grabenstruktur ein Elektronenpaar 2e– abgegeben
und Kupferionen Cu2+ an der Oberfläche neutralisiert
und als neutrales bzw. ungeladenes Cu-Atom angelagert. Ferner kann das Elektrolyt
EL H2SO4 sowie andere organische
und anorganische Additiva aufweisen.
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Rückkehrend
zu 3A wird nunmehr die Wirkungsweise insbesondere
der Abscheide-Beschleuniger AB beschrieben. Diese Abscheide-Beschleuniger
AB lagern sich zunächst
im Wesentlichen in äquidistanten
Abständen
voneinander an der Oberfläche
des Dielektrikums bzw. der Grabenstruktur ab und weisen eine geringe
Beweglichkeit auf. Auf Grund dieser Abscheide-Beschleuniger AB ergibt sich
eine erhöhte
Abscheiderate für
die elektrisch leitende Schicht 3 bzw. die Cu-Atome. Aus
der in einer Grabenstruktur demzufolge erhöhten Anzahl von Abscheide-Beschleunigern AB,
die sich im Wesentlichen aus den zusätzlichen Seitenflächen bzw.
der Tiefe des Grabens ergibt, entsteht daher ein zur ebenen Oberfläche des
Dielektrikums verschiedenes Abscheide- bzw. Auffüllverhalten. Da gemäß 3B bis 3F die
Abscheide-Beschleuniger AB nur eine geringe Beweglichkeit aufweisen
und somit im Wesentlichen am gleichen Ort bleiben, ergibt sich im Laufe
der Zeit eine erhöhte
Dichte dieser Abscheide-Beschleuniger AB für Grabenbereiche, was zu einem
beschleunigten Auffüllen
bzw. Abscheiden von Cu-Atomen
führt.
Während
demzufolge an den planaren Oberflächenbereichen eines Dielektrikums
lediglich eine geringe Abscheidedicke erzielt wird, ergeben sich
auf Grund dieses Effekts eine vollständige Auffüllung und sogar Überfüllung an
den Orten einer Grabenstruktur. Insbesondere für spezielle Tiefen-/Seitenverhältnisse
können
dadurch Vorteile gezogen werden.
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Rückkehrend
zu 1A wird demzufolge die erste elektrisch leitende
Schicht mit einem derartigen Abscheideverfahren ausgebildet, wodurch
breite Grabenstrukturen mit einem ersten Tiefen-/Seitenverhältnis im
Kondensatorbereich KB nur unvollständig aufgefüllt werden, während schmale
Grabenstrukturen mit einem zweiten Tiefen-/Seitenverhältnis im
Leitbahnbereich LB sogar überfüllt werden,
sofern das zweite Tiefen-/Seitenverhältnis mindestens dreimal so
groß ist
wie das erste Tiefen-/Seitenverhältnis.
Die Materialqualität
der im Leitbahnbereich LB aufgefüllten
Grabenstrukturen ist hierbei derart hochwertig, dass verringerte
Elektromigrationsphänomene
und verbesserte Widerstandswerte zu beobachten sind.
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Ferner
kann gemäß 2A und 2B ohne
zusätzliche
Kontakte der Kondensatorbereich KB mit dem Leitbahnbereich LB elektrisch
in Verbindung gebracht werden.
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Nach
dem Ausbilden dieser ersten elektrisch leitenden Schicht 3 kann
optional wiederum an der Oberfläche
eine dünne
zweite metallische Diffusions-Barrierenschicht B2 ganzflächig ausgebildet werden.
Vorzugsweise. wird für
diese zweite Diffusions-Barrierenschicht Ta, TaN, W, WN, WCN, TiN, CoWP,
CoWB, NiMoP, Ru usw. abgeschieden. Wiederum sollte diese zweite
Diffusions-Barrierenschicht B2 so dünn sein, dass die nur teilweise
aufgefüllte Grabenstruktur
im Kondensatorbereich KB keinesfalls vollständig aufgefüllt wird.
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Gemäß 1B erfolgt
in einem nachfolgenden Verfahrensschritt nunmehr das Ausbilden eines Koppel-
bzw. Kondensatordielektrikums 4 auf der ersten elektrisch
leitenden Schicht 3 bzw. der optional vorhandenen zweiten
Diffusions-Barrierenschicht B2. Genauer gesagt kann beispielsweise
ein Dielektrikum mit einer Dicke von 10 Nanometer bis 200 Nanometer
entweder unmittelbar an der Oberfläche der ersten elektrisch leitenden
Schicht 3 oder aber an der optional ausgebildeten zweiten
Diffusions-Barrierenschicht B2 ganzflächig abgeschieden werden. Dieses
Kondensatordielektrikum dient als Trenn-Dielektrikum für eine stark kapazitiv gekoppelte
Leitbahnanordnung, wie sie insbesondere für eine Versorgungsspannung
VDD gegenüber
einer Masse GND (Ground) benötigt
wird. Als Materialien für
ein derartiges Kondensatordielektrikum werden beispielsweise Si3N4, SiO2,
SiC, SiCN, Ta2O5,
Al2O3, HfO2 oder andere sogenannte „High-k-Dielektrika" verwendet, d.h. Dielektrika
mit hoher dielektrischer Konstante.
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Gemäß 1C kann
nach dem Abscheiden des Kondensatordielektrikums 4 wieder
optional eine dritte metallische Diffusi ons-Barrierenschicht B3
an der Oberfläche
des Kondensatordielektrikums 4 ganzflächig abgeschieden werden, wobei
beispielsweise Ta, TaN, WN, WCN, TiN, Ru usw. verwendet wird. An
der Oberfläche
dieser optional ausgebildeten dritten metallischen Diffusions-Barrierenschicht B3
oder aber unmittelbar an der Oberfläche des Kondensatordielektrikums 4 wird
anschließend
eine zweite elektrisch leitende Schicht 5 ganzflächig abgeschieden,
bis die Grabenstruktur auch im Kondensatorbereich KB vollständig aufgefüllt ist.
Als Material für
diese zweite elektrisch leitende Schicht 5 wird vorzugsweise
ein metallisches Material wie beispielsweise Cu, Ag, Au, W, Al usw.
verwendet, wobei neben vorzugsweise eingesetzten PVD-, CVD- oder stromlosen
Elektroplattierverfahren auch das vorstehend beschriebene galvanische
Elektroplattierverfahren verwendet werden kann. Die Anforderungen an
dieses zweite Abscheideverfahren sind jedoch wesentlich qeringer,
da es sich lediglich um ein vollständiges Auffüllen der Grabenstrukturen im
Kondensatorbereich KB handelt.
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Gemäß 1D wird
nachfolgend ein Planarisierverfahren der auf dem ersten Dielektrikum 2 ausgebildeten
Schichtstruktur bis hinunter zum ersten Dielektrikum 2 durchgeführt, wodurch
eine erste Leitbahn 3L im Leitbahnbereich LB, eine erste
Kondensatorelektrode 3E im Kondensatorbereich KB, welche
mit der ersten Leitbahn 3L gemäß 2A, 2B unmittelbar
in elektrischer Verbindung steht bzw. einstückig damit ausgebildet ist,
und eine zweite Kondensatorelektrode 5E ausgebildet wird,
die durch das Kondensatordielektrikum 4A von der ersten
Kondensatorelektrode 3E getrennt bzw. isoliert ist. Demzufolge
werden in einem einzigen Planarisierungsschritt sowohl fein strukturierte
erste Leitbahnen 3L als auch die Kondensatorelektroden 3E und 5E für eine hochwertige
kapazitive Kopplung von Leitbahnen ausgebildet, wobei darüber hinaus
die erste Leitbahn 3L gleichzeitig auch an die erste Kondensatorelektrode 3E angeschlossen
wird, bzw. mit dieser elektrisch in Verbindung steht. Optional können jedoch
auch weitere Leitbahnen in der gleichen Ebene ausgebildet sein,
die nicht mit der Kondensatorelektrode 3E in Verbindung
stehen.
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Vorzugsweise
wird für
dieses in 1D dargestellte Planarisierverfahren
ein chemisch-mechanisches Polieren (CMP, Chemical Mechanical Polishing)
verwendet, wobei jedoch auch ein Elektro-Polierverfahren durchgeführt werden
kann, bei dem alle Schichten bzw. Schichtanteile entfernt werden,
die über
die ursprüngliche
erste Dielektrikums-Oberfläche
hinaus ragen.
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Erfindungsgemäß werden
anschließend
die Oberflächen
der ersten und zweiten Kondensatorelektroden 3E und 5E selektiv
zum Kondensatordielektrikum 4A und zum ersten Dielektrikum 2 beispielsweise
nasschemisch oder durch eine Trockenätzung zurückgeätzt, wodurch man die in 1E zurückgesetzte
Struktur erhält.
Das Auftreten von Kurzschlüssen
bzw. Leckströmen
zwischen den Kondensatorelektroden 3E und 5E kann
dadurch zuverlässig
verhindert werden.
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Gemäß 1E können ferner
die nunmehr freiliegenden Oberflächen
der elektrisch leitenden Schichten 3E und 5E bzw.
deren freiliegende Metalloberflächen
durch eine selektiv abgeschiedene vierte metallische Diffusions-Barrierenschicht
B4 geschützt
werden. Beispielsweise kann hierbei CoWP, CoWB oder NiMoP mittels
eines stromlosen Plattierverfahrens oder W mittels eines selektiven
CVD-Verfahrens abgeschieden werden. Auf diese Weise kann mittels
eines selbstjustierenden Verfahrens weiterhin zuverlässig verhindert
werden, dass an den Übergängen zwischen
der ersten Kondensatorelektrode 3E und der zweiten Kondensatorelektrode 5E elektrische
Kurzschlüsse
oder Leckströme
entstehen.
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Gemäß 1F wird
anschließend
ein sogenanntes Abdeck- bzw. Cap-Dielektrikum als dielektrische
Diffusions-Barrierenschicht 6 ganzflächig auf dem ersten Dielektrikum 2 bzw.
den Kondensatorelektroden 3E und 5E oder der optional
vorhandenen vierten metallischen Diffusions-Barrierenschicht B4 und
dem Kondensatordielektrikum 4A ausgebildet bzw. abgeschieden.
Auch dieser Schritt ist optional, insbesondere wenn vorher bereits
die vierte metallische Diffusions-Barrierenschicht B4 ausgebildet
wurde. Vorzugsweise wird für
das Cap-Dielektrikum bzw. die dielektrische Diffusions-Barrierenschicht 6 Siliziumnitrid,
SiC, SiCN usw. verwendet.
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Abschließend wird
ein zweites Dielektrikum 7 und insbesondere ein sogenanntes
Intermetall-Dielektrikum auf der planarisierten Oberfläche der Schichtstruktur
bzw. sofern vorhanden auf der dielektrischen Diffusions-Barrierenschicht 6 ausgebildet, wobei
wieder Siliziumoxid, FSG oder ein sogenanntes „Low-k-Dielektrikum" verwendet wird. Die Schichtdicken der
Dielektrika 2 und 7 entsprechen den in einem Standardprozess üblicherweise
vorhandenen Schichtdicken. Innerhalb dieses zweiten Dielektrikums 7 wird
ferner eine zweite Leitbahn 8L wiederum beispielsweise
mittels eines Damascene-Verfahrens ausgebildet, wobei eine Kontaktierung
zur zweiten Kondensatorelektrode 5E über zumindest ein Kontakt-Via
V2 erfolgt, welches entweder bis zur zweiten Kondensatorelektrode 5E oder
bis zur metallischen vierten Diffusions-Barrierenschicht B4 reicht. Optional
können
derartige Kontakt-Vias V2 auch die schmalen Leitbahnen 3L kontaktieren.
Ferner kann gemäß 1F ein
weiteres optional ausgebildetes Kontakt-Via V1 auch in dem ersten
Dielektrikum 2 z.B. unterhalb der ersten Kondensatorelektrode 3E ausgebildet
sein, um beispielsweise eine zuverlässige Kontaktierung der ersten
Leitbahn 3L sowie der ersten Kondensatorelektrode 3E mit
einer darunter liegenden (nicht dargestellten) Verdrahtungsstruktur zu
ermöglichen.
Optional können
derartige Kontakt-Vias V1 auch die schmalen Leitbahnen 3L kontaktieren.
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Zur
Realisierung von optimalen Auffülleigenschaften
sollte das erste Tiefen-/Seitenverhältnis t1/b1 kleiner 1/3 und
das zweite Tiefen-/Seitenverhältnis
t2/b2 größer 1 sein.
Ferner sollten die Tiefen t1 und t2 der Grabenstruktur im Kondensa tor-
und Leitbahnbereich etwa gleich groß sein und in einem Bereich
von 0,5 Mikrometer bis 5 Mikrometer liegen. Die Breite b1 der Grabenstruktur
im Kondensatorbereich KB sollte vorzugsweise größer 2 Mikrometer und die Breite
b2 der Grabenstruktur im Leitbahnbereich LB kleiner 0,5 Mikrometer
sein. Bei einer derartigen Dimensionierung und insbesondere bei
der Realisierung der ersten und zweiten Leitbahn 3L und 8L in
den letzten beiden (d.h. obersten) Metallisierungsebenen Mx und Mx+1 einer
integrierten Halbleiterschaltung kann mit minimalen Herstellungskosten eine
qualitativ hochwertige Stabilisierung der Versorgungsspannung ermöglich werden.
Vorzugsweise wird hierbei die Versorgungsspannung VDD an die erste
Leitbahn 3L und ein Massepotential GND an die zweite Leitbahn 8L angelegt.
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Erfindungsgemäß wird demzufolge
ein neuartiges Integrationskonzept zur Realisierung einer Leitbahnanordnung
mit erhöhter
kapazitiver Kopplung beschrieben, bei dem eine Vielzahl von Litho- und Ätzprozessen
vermieden werden und somit eine deutliche Kostenreduzierung erfolgt.
Insbesondere durch das spezifische Füllverhalten bei einem Elektroplattier-
bzw. Galvanisierverfahren und einem speziellen Tiefen-/Seitenverhältnis können die
für Leitbahnen
außerordentlich
wichtigen Qualitätsmerkmale
hinsichtlich verbesserter Elektromigrationseigenschaften und/oder
eines verringerten Widerstands realisiert werden.
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Gemäß 2A kann
insbesondere die erste Elektrode 3E nicht nur über eine
einzige erste Leitbahn 3L, sondern auch über eine
Vielzahl von derartigen ersten Leitbahnen angeschlossen werden,
wodurch sich eine Kontaktierung der ersten Kondensatorelektrode 3E mit
einer ersten Leitbahnstruktur weiter verbessern lässt.
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Gemäß 2B können insbesondere
auch lange kapazitiv gekoppelte Leitbahnen für beispielsweise eine Versorgungsspannung
VDD und eine Masse GND in einer gemeinsamen Metallisie rungsebene
erzeugt werden, wobei eine Kontaktierung der unteren Koppel- bzw.
Kondensatorelektrode 3E über ein oder mehrere schmale
Leitbahnen 3L erfolgt. Diese schmalen Leitbahnen 3L können über Kontakt-Vias
V2 oder V1 mit der darüber-
oder darunterliegenden Metallisierungsebene verbunden werden. In
gleicher Weise kann auch die obere Koppel- bzw. Kondensatorelektrode 5E über Kontakt-Vias
V2 mit der darüberliegenden
Metallisierungsebene verbunden werden.
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Die
Erfindung wurde vorstehend anhand von speziellen Materialien für die Dielektrika
und die elektrisch leitenden Schichten beschrieben. Sie ist jedoch nicht
darauf beschränkt,
sondern umfasst in gleicher Weise auch alternative Materialien.
Ferner wurde die Erfindung anhand von linienförmigen Leitbahnanordnungen
beschrieben. In gleicher Weise können
jedoch auch gitterförmige
Leitbahnanordnungen oder eine Aneinanderreihung von MIM-Kondensatoren verwendet
werden.
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- 1
- Trägersubstrat
- 2
- erstes
Dielektrikum
- 3
- erste
elektrisch leitende Schicht
- 4,
4A
- Kondensatordielektrikum
- 5
- zweite
elektrisch leitende Schicht
- 6
- dielektrische
Diffusions-Barrierenschicht
- 7
- zweites
Dielektrikum
- 3L
- erste
Leitbahn
- 3E
- erste
Kondensatorelektrode
- 5E
- zweite
Kondensatorelektrode
- 8L
- zweite
Leitbahn
- V1,
V2
- Kontakt-Via
- B1–B4
- metallische
Diffusions-Barrierenschichten
- KB
- Kondensatorbereich
- LB
- Leitbahnbereich
- t1,
t2
- Tiefen
der Grabenstruktur im Kondensator- und
-
- Leitbahnbereich
- b1,
b2
- Breiten
der Grabenstruktur im Kondensator- und
-
- Leitbahnbereich
- AB
- Abscheidebeschleuniger
- A
- Anode
- K
- Kathode
- B
- Batterie
- EL
- Elektrolyt
- Mx, Mx+1
- Metallisierungsebenen