DE102004003983B3 - Reißnahtausbildung im Bezug eines mit einem Airbag ausgerüsteten Kraftfahrzeugsitzes - Google Patents
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Abstract
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Reißnahtausbildung im Bezug eines mit einem Airbag ausgerüsteten Kraftfahrzeugsitzes. Aufgabe der Erfindung ist es, eine Reißnahtausbildung mit sich kreuzenden, Bezugteile miteinander verbindenden Reißnähten zur Verfügung zu stellen, bei der im Kreuzungsbereich der Nähte zu setzende Nahtriegel keine örtliche Steigerung der Nahtfestigkeit hervorrufen. Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, dass die Nahtriegel (10) der Reißnähte (R1, R2, R3) im Kreuzungsbereich (8) jeweils nur in einem der beteiligten Bezugteile (B1, B2, B3, B4) gesetzt sind.
Description
- Die vorliegende Erfindung betrifft eine Reißnahtausbildung im Bezug eines mit einem Airbag ausgerüsteten Kraftfahrzeugsitzes.
- In Kraftfahrzeugsitze integrierte Airbags gehören heute fast schon zur Standardausrüstung von Kraftfahrzeugen. In aller Regel sind die Airbags in die Rückenlehne des Fahrzeugsitzes eingebaut, wobei dafür Sorge zu tragen ist, dass sich der Airbag im Bedarfsfall ungehindert aus der Rückenlehne heraus in die gewünschte Richtung entfalten kann. Dazu ist eine entsprechende Austrittsöffnung für den Airbag in der Rückenlehne erforderlich, die den ästhetischen Gesamteindruck des Sitzes stört. Es gibt daher verschiedene Lösungen, deren Ziel es ist, Optik und Funktionalität verträglich miteinander zu verbinden.
- Eine häufig zu findende Lösung, zu der auch die vorliegende Erfindung gehört, besteht darin, den Austritt mit dem Bezug der Polsterung zu überziehen (
EP 0 927 115 B1 ,US 6,206,410 B1 ,DE 196 33 034 A1 ,DE 196 36 660 A1 ). Es sind dann spezielle Nähte im Bezug vorgesehen, die beim Auslösen des Airbags aufreißen, damit sich dieser ungestört aufblasen kann. Diese Nähte werden auf Grund ihrer Funktion Reißnähte genannt. Sie sind in aller Regel als eine durchgehende, zwei Bezugsteile miteinander verbindende Naht ausgeführt, deren Länge auf den Airbag bzw. auf dessen Entfaltungscharakteristik abgestimmt ist. An ihren Enden werden diese Reißnähte wie andere Nähte auch vernäht. Diese Stellen werden als Nahtriegel bezeichnet. Die Nahtriegel erhöhen örtlich die Festigkeit der Reißnaht, was im Falle einer durchgehenden Reißnaht unproblematisch ist, da diese ohnehin nur bis zu ihren Enden aufreißen soll. - Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Reißnahtausbildung mit sich kreuzenden, Bezugsteile miteinander verbindenden Reißnähten zur Verfügung zu stellen, bei der im Kreuzungsbereich der Nähte zu setzende Nahtriegel keine örtliche Steigerung der Nahtfestigkeit hervorrufen.
- Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Nahtriegel im Kreuzungsbereich der Reißnähte jeweils nur in einem der beteiligten Bezugsteile gesetzt sind. Erfindungsgmäß durchsetzt der Nahtriegel also im Kreuzungsbereich der Reißnähte nicht beide zu verbindenden Bezugsteile, sondern nur eines der Bezugsteile, wodurch eine örtliche Steigerung der Festigkeit der Reißnaht vermieden wird. Damit ist ein Aufreißen der Reißnähte auch im funktionswichtigen Kreuzungsbereich gewährleistet.
- Unter sich kreuzenden Reißnähten sind im Sinne der vorliegenden Erfindung Reißnähte zu verstehen, die, wie in den
2 und3 dargestellt, auf eine andere Reißnaht stoßen. Dabei kann der Winkel zwischen den Reißnähten, abweichend von den2 und3 , in denen rechte Winkel gezeigt sind, jeden beliebigen Wert annehmen. - In einer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung sind die Nahtriegel in einem Überstand eines der Bezugsteile gegenüber dem anderen Bezugsteil gesetzt. Durch diese Anordnung lässt sich der Nahtriegel nähtechnisch auf einfache Weise setzen. Nachteilig ist, dass durch den Überstand, wenngleich dieser auch sehr klein sein kann, sich der Verbrauch an Bezugsmaterial erhöht.
- Dieser Nachteil kann verringert werden, wenn anstelle des Überstandes eine Nahtriegelfahne vorgesehen ist.
- Kein erhöhter Verbrauch an Bezugsmaterial ist bei einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung zu verzeichnen, bei der die beteiligten Bezugsteile im Kreuzungsbereich Rand an Rand liegen und die Reißnähte in einer von ihnen abgewinkelten Naht enden, die nur einen der Bezugsteile durchsetzt und den Nahtriegel aufweist. Allerdings ist diese Variante nähtechnisch etwas aufwendiger.
- Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. In der dazugehörigen Zeichnung zeigt:
-
1 eine schematische perspektivische Ansicht eines Kraftfahrzeugsitzes, -
2 einen schematischen Verlauf der Reißnähte gemäß1 , -
3 einen weiteren möglichen schematischen Verlauf von Reißnähten, -
4 ein erstes Ausführungsbeispiel für das Setzen eines Nahtriegels nur in einem der Bezugsteile, -
5 ein weiteres Ausführungsbeispiel für das Setzen eines Nahtriegels nur in einem der Bezugsteile, -
6 ein drittes Ausführungsbeispiel für das Setzen eines Nahtriegels nur in einem der Bezugsteile, und -
7 eine Darstellung gemäß1 bei ausgelöstem Airbag. -
1 zeigte einen Kraftfahrzeugsitz mit einem Sitzteil1 und einer Rückenlehne2 sowie einer daran über Tragstangen4 geführten Kopfstütze3 . Der Sitz ist wie üblich mit einer Bepolsterung aus Schaumstoff ausgerüstet, welcher mit einem Bezugsstoff bezogen ist. Auf einer Seite der Rückenlehne2 ist in der Bepolsterung ein Airbagmodul5 angeordnet, dessen Einbauort in1 schematisch mit Strich-Punkt-Strich-Linien dargestellt ist. - Das Airbag-Modul
5 besitzt wie üblich einen gefalteten Airbag13 sowie einen Gasgenerator. Letzterer bläst den Airbag13 (siehe7 ) im Falle eines Unfalls mit starker negativer Beschleunigung schlagartig auf. Damit dieser sich zielgerichtet und schnell in den Fahrgastraum entfalten kann, sind im Bezug der Rückenlehne2 Reißnähte R1, R2 und R3 vorgesehen. Diese drei Reißnähte R1, R2 und R3 bilden ein Reißnahtkreuz, wie in2 schematisch dargestellt ist. Die Reißnaht R2 verbindet die Bezugsteile B1 und B3 der Seitenwulst2.1 der Rückenlehne2 , während die Reißnaht R3 die Bezugsteile B2 und B4 der Seitenfläche6 der Rückenlehne2 verbindet. Die Reißnähte R1, R2 und R3 müssen, um ein Auftrennen zu verhindern, wie andere Nähte auch, an ihren Enden in sogenannten Nahtriegeln vernäht werden. Das Setzen derartiger Nahtriegel ist an den Enden der Reißnähte R1, R2 und R3 unproblematisch, an denen der Riss bei ihrem Aufreißen endet. Diese Enden sind symbolisch durch kleine Kreuze7 gekennzeichnet. Problematisch sind Nahtriegel allerdings im Kreuzungsbereich der Reißnähte R1, R2 und R3, der in2 durch einen Kreis8 hervorgehoben ist, da sie hier zu einer Erhöhung der Festigkeit der Reißnähte R2 und R3 führen. Daraus können Funktionsstörungen resultieren, da die Reißnähte R2 und R3 nicht, nicht rechtzeitig bzw. nicht vollständig reißen. Um derartige Fehlfunktionen zu vermeiden, sind die Nahtriegel jeweils nur in einem der beteiligten Bezugsteile angeordnet, während die Reißnaht natürlich beide Bezugsteile durchsetzt. - Nachstehend werden anhand der
4 –6 Reißnahtausführungen mit jeweils nur in einem der beteiligten Bezugsteile gesetztem Nahtriegel gezeigt. Als Beispiel ist die Verbindung der Bezugsteile B2 und B4 durch die Reißnaht R3 dargestellt. Für die Verbindung der Bezugsteile B1 und B3 durch die Reißnaht R2 gilt Entsprechendes. Der spätere Kreuzungsbereich der Reißnähte R1, R2 und R3 ist in den4 –6 analog der Darstellung in1 wiederum durch einen Kreis8 kenntlich gemacht. - In dem Ausführungsbeispiel gemäß
4 werden die beiden Bezugsteile B2 und B4 mit ihren Außenseiten so aufeinandergelegt, dass sich die Ränder, entlang denen die Reißnaht R3 genäht werden soll sowie die der späteren Reißnaht R1 zugewandten Ränder decken. Dann wird die Reißnaht R3 durch beide Bezugsteile B2, B4 bis zum Kreuzungsbereich8 durchgenäht. Dieser Nahtbereich ist in4 durch eine Strichlinie dargestellt. Nach dem Setzen dieser Naht R3 werden die Bezugsteile B2 und B4 auseinandergeklappt und etwa rechtwinklig zur Reißnaht R3 ein abgewinkelter, durch eine Punktlinie dargestellter Nahtbereich9 genäht, der nur noch den Bezugsteil B4 durchsetzt. Am Ende dieses abgewinkelten Nahtbereichs9 wird dann ein Nahtriegel10 gesetzt und der Nähfaden abgeschnitten. - Das in
5 dargestellte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem vorstehenden dadurch, dass das Bezugsteil B4 hier in einer Dimension etwas größer ausgeführt wird, so dass sich zwischen den der späteren Reißnaht R1 zugewandten Rändern der Bezugsteile B2 und B4 ein Überstand11 ergibt. Im Bereich des Überstandes11 geht die Reißnaht R3 in den Nahtbereich9 über, der nur das Bezugsteil B4 durchsetzt. Am Ende dieses Nahtbereiches9 wird wiederum ein Nahtriegel10 gesetzt. - Das Ausführungsbeispiel gemäß
6 weicht von dem gemäß5 nur dadurch ab, dass anstelle des Überstandes11 eine Nahtriegelfahne12 verwendet wird, wodurch Bezugsmaterial eingespart werden kann. - Analog zu den Bezugsteilen B2 und B4 werden die Bezugsteile B1 und B3 entsprechend einem der Ausführungsbeispiele gemäß den
4 –6 durch die Reißnaht R2 zusammengefügt. Anschließend werden die vernähten Bezugsteilpaare B1, B3 und B2, B4 so Außenseite auf Außenseite gelegt, dass sie sich in ihren Randbereichen, in denen die Reißnaht R1 genäht werden soll, überlappen. Die Reißnaht R1 wird nun auf ihrer gesamten Länge, d.h., in dem von den Kreuzen7 gemäß1 begrenzten Bereich durchgenäht, und zwar durch die Bezugsteilpaare B1, B2 und B3, B4. Am Ort der Kreuze7 wird dann jeweils ein Nahtriegel gesetzt, der die Bezugsteilpaare B1, B2 bzw. B3, B4, durchsetzt, da eine Erhöhung der Festigkeit der Reißnaht R1 an diesen Stellen unbedenklich ist. - Aufgrund dieser Reißnahtausbildung sind die Reißnähte R1, R2 und R3 abgesehen von ihren dem Kreuzungsbereich
8 entfernten Enden (Kreuze7 ) Nahtriegel frei, so dass sie über ihre gesamte Länge eine im wesentlichen gleiche Reißfestigkeit aufweisen. - Aus
7 geht hervor, dass alle Reißnähte R1, R2 und R3 bis zu ihren Enden (Kreuze7 ) aufgerissen sind, so dass sich der Airbag13 ordnungsgemäß entfalten konnte. In diese7 ist zur Veranschaulichung die Lage des zur Reißnaht R3 gehörenden Nahtriegels10 eingezeichnet.
Claims (4)
- Reißnahtausbildung im Bezug eines mit einem Airbag ausgerüsteten Kraftfahrzeugsitzes mit sich kreuzenden, Bezugsteile (B1, B2, B3, B4) miteinander verbindenden Reißnähten (R1, R2, R3), die durch Nahtriegel (
10 ) an ihren Enden vernäht sind, wobei die Nahtriegel (10 ) im Kreuzungsbereich (8 ) jeweils nur in einem der beteiligten Bezugsteile (B1, B2, B3, B4) gesetzt sind. - Reißnahtausbildung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Nahtriegel (
10 ) in einem Überstand (11 ) eines der Bezugsteile (B1, B2, B3, B4) gegenüber dem anderen Bezugsteil (B1, B2, B3, B4) gesetzt sind. - Reißnahtausbildung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Nahtriegel (
10 ) in einer gegenüber dem anderen Bezugsteil (B1, B2, B3, B4) überstehenden Nahtriegelfahne (12 ) des einen Bezugsteiles (B1, B2, B3, B4) gesetzt sind. - Reißnahtausbildung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beteiligten Bezugsteile (B1, B2, B3, B4) im Kreuzungsbereich (
8 ) Rand an Rand liegen und die Reißnähte (R2, R3) in einem den Nahtriegel (10 ) aufweisenden, abgewinkelten Nahtbereich (9 ) enden, der nur einen der Bezugsteile (B1, B2, B3, B4) durchsetzt.
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