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Die
Erfindung betrifft eine Plakatwechselvorrichtung mit zumindest zwei
zueinander im Wesentlichen parallel auf Abstand angeordneten Wickelwalzen,
die in Lagervorrichtungen drehbar gelagert sind und zwischen denen
ein Plakatband gespannt ist, das wahlweise auf die eine oder die
andere Wickelwalze aufwickelbar ist.
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In
vielen Fällen
wird in seit langem üblicher Weise
ein einzelnes Werbeplakat für
längere
Zeit auf einer Werbefläche
angeordnet und beispielsweise aufgeklebt und ist dann ständig sichtbar.
Seit einiger Zeit ist es alternativ bekannt, die Werbeflächen insbesondere
an Orten, die von vielen Personen besucht werden, beispielsweise
Flughäfen,
Bahnhöfe etc.,
mit sogenannten Plakatwechselvorrichtungen auszustatten. Die Plakatwechselvorrichtungen
enthalten mehrere unterschiedliche Werbeplakate, die in einer sich
ständig
wiederholenden Abfolge nacheinander auf einer für umstehende Personen sichtbaren Werbefläche erscheinen.
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Eine
mögliche
konstruktive Ausgestaltung einer Plakatwechselvorrichtung umfasst
zwei Wickelwalzen, die parallel zu einander auf Bestand angeordnet
und jeweils in synchronisierter Weise angetrieben sind. Zwischen
den Wickelwalzen erstreckt sich ein bahnartiges Plakatband, auf
das die Werbeplakate nebeneinander aufgedruckt sind. Das Plakatband
ist jeweils zum Teil auf eine der Wickelwalzen aufgewickelt und
der den Zwischenraum zwischen den Wickelwalzen überspannende Abschnitt des
Plakatbandes bildet die Werbefläche
und ist für
umstehende Personen sichtbar.
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Zur Änderung
des sichtbaren Abschnittes des Plakatbandes und somit zum Wechsel
des Werbeplakates werden die Wickelwalzen so angetrieben, dass das
Plakatband um ein vorbestimmtes Maß auf die eine Wickelwalze
aufgewickelt und gleichzeitig von der anderen Wickelwalze abgewickelt
wird.
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Die
Wickelwalzen sind zur Vermeidung von Zwängungsspannungen in statisch
bestimmter Weise gelagert. Zu diesem Zweck sind an den stirnseitigen
Enden der Wickelwalzen jeweils Lagervorrichtungen üblicherweise
in Form von Wälzlagern,
z.B. Kugellagern vorgesehen. Jede Wickelwalze unterliegt einer Durchbiegung
infolge ihres Eigengewichts, infolge des Gewichts des auf ihr aufgewickelten
Plakatbandes und infolge der Zugkräfte, die beim Transport des
Plakatbandes auf die Wickelwalze einwirken. Es hat sich gezeigt,
dass diese Durchbiegung den Lauf des Plakatbandes nachteilig beeinflusst, was
im Folgenden anhand der 1 erläutert wird.
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1 zeigt
in schematischer Darstellung eine Wickelwalze 1, die an
ihren Stirnseiten jeweils axial nach außen hervorstehende Achsstummel 2 bzw. 3 aufweist,
die in jeweils einem Wälzlager 4 bzw. 5 drehbar
gelagert sind. Auf die Wickelwalze 1 ist ein nur gestrichelt
dargestelltes bahnartiges Plakatband 6 aufwickelbar, das
an seinem anderen, nicht dargestellten Ende auf eine gleichartige
Wickelwalze aufgewickelt ist.
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Wie 1 zeigt,
biegt sich die Wickelwalze 1 infolge ihres Eigengewichts,
infolge des auf ihr befindlichen Plakatbandes 6 sowie gegebenenfalls
infolge von Zugkräften,
die beim Abziehen des Plakatbandes auf die Wickelwalze einwirken,
nach unten durch. Zur Verdeutlichun der Problematik ist die Durchbiegung
in 1 bewusst übertrieben
dargestellt.
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Beim
Aufwickeln des Plakatbandes 6 werden im Umschlingungsbereich
der Wickelwalze 1 Kräfte W1 auf das Plakatband 6 übertragen.
Diese Kräfte
W1 sind senkrecht zur Mittelachse M der
Wickelwalze 1 gerichtet. Aufgrund der Durchbiegung der
Wickelwalze 1 ist deren Mittelachse M jedoch gekrümmt, so dass
die Kräfte
W1 nicht parallel zur gewünschten
Wickelrichtung Ww sind, die der Längsrichtung
des Plakatbandes 6 entspricht. Auf diese Weise entstehen resultierende
Kraftkomponenten WR in Richtung der Mitte
der Wickelwalze. Dies führt
dazu, dass das Plakatband dazu neigt, in der Mitte der Wickelwalze 1 zusammenzulaufen,
was zu einem Übereinanderschieben
der zusammengeklebten Plakatkomponenten an den Klebenähten in
Längsrichtung
oder aber zu Scherbelastungen des Plakatbands 6 führen kann,
durch die sich Risse in dem Plakatband entwickelt können.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Plakatwechselvorrichtung
der genannten Art zu schaffen, bei der ein gleichmäßiges Aufwickeln
des Plakatbandes gewährleistet
ist.
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Diese
Aufgabe wird bei einer Plakatwechselvorrichtung der genannten Art
mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Dabei
ist vorgesehen, dass in zumindest eine der Wickelwalzen mittels
der zugeordneten Lagervorrichtung ein Vorspann-Biegemoment einbringbar
ist, das dem Biegemoment der Wickelwalze infolge Eigengewicht und
Belastung entgegenwirkt.
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Die
Grundidee der Erfindung liegt darin, die Durchbiegung der Wickelwalze
zu vermeiden oder zu verringern, indem in die Wickelwalze ein gerichtetes Vorspann-Biegemoment
eingebracht wird, das das Biegemoment, das infolge des Eigengewichts
der Wickelwalze und infolge der Belastung durch das aufgewickelte
Plakatband auftritt, zumindest annähernd oder vollständig ausgleicht
oder sogar überkorrigiert.
Auf diese Weise sind die zur Mitte der Wickelwalze gerichteten Kraftkomponenten
WR (siehe 1) entweder
vermieden oder zu den äußeren stirnseitigen
Enden der Wickelwalze gerichtet, wodurch das Plakatband in geringem
Maße in
Querrichtung vorgespannt ist.
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Die
Lagervorrichtungen sind vorzugsweise in an sich bekannter Weise
an den stirnseitigen Enden der Wickelwalze angeordnet. Dabei ist
in bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass jede Lagervorrichtung
zwei in Axialrichtung der Wickelwalze beabstandete Lagerteile aufweist,
wobei die Lagerteile jeweils ein Wälzlager oder ein Kugellager sein
können.
Die Wickelwalze ist somit an ihren beiden Enden jeweils über zwei
Wälzlager
oder zwei Kugellager gelagert. Durch diese überbestimmte Lagerung ist es
möglich,
dass Vorspann-Biegemoment in die Wickelwalze einzubringen.
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In
bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die
Größe und/oder
die Richtung des Vorspann-Biegemomentes veränderbar ist, was beispielsweise
dadurch geschehen kann, das die beiden Lagerteile relativ zueinander
verstellbar sind.
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Die
Lagervorrichtungen an den Enden der Wickelwalze können entweder
außerhalb
oder auch innerhalb der Wickelwalze angeordnet sein. Wenn die Lagervorrichtungen
außerhalb
der Wickelwalze angeordnet sind, ist vorzugsweise vorgesehen, dass die
Wickelwalze an ihren stirnseitigen Enden jeweils einen axialen Achsstummel
aufweist, der in der zugeordneten Lagervorrichtung drehbar gelagert
ist. Da der Achsstummel die beiden Lagerteile der Lagervorrichtung
durchdringt, kann die Neigung des Achsstummels durch gegenseitige
Verstellung der Lagerteile verändert
und eingestellt werden, so dass der Lagerwalze ein gewünschtes
Vorspann-Biegemoment aufgebracht werden kann.
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Die
genannten Probleme treten insbesondere dann auf, wenn die Wickelwalzen
im Wesentlichen horizontal ausgerichtet sind so dass sich die Erfindung
auf eine entsprechende Ausgestaltung vorzugsweise bezieht.
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Weitere
Einzelheiten und Merkmale der Erfindung sind aus der folgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf die Zeichnung ersichtlich. Es zeigen:
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1 die
Verformungsverhältnisse
an einer herkömmlichen
Wickelwalze einer Plakatwechselvorrichtung,
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2 eine
schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Plakatwechselvorrichtung,
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3 eine
Wickelwalze mit eingebrachtem Vorspann-Biegemoment und außenliegender
Lagervorrichtung und
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4 eine
Abwandlung der Ausgestaltung gemäß 3.
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2 zeigt
eine Plakatwechselvorrichtung 10, die in einem nur angedeuteten
Gehäuse 11 aufgenommen
ist und zwei horizontal ausgerichtete, in gegenseitigem Abstand
angeordnete Wickelwalzen 13 und 16 umfasst, die
in beide Drehrichtungen angetrieben sind, wie durch die Doppelpfeile
R angedeutet ist. Die parallel verlaufenden Wickelwalzen 13 und 16 besitzen
jeweils an ihren stirnseitigen Enden einen axial hervorstehenden,
zentrischen Achsstummel 14 bzw. 17, der jeweils
in einer Lagervorrichtung 15 bzw. 18 drehbar gelagert
ist. Zwischen den Wickelwalzen 13 und 16 erstreckt
sich ein bandartiges Plakatband 19, auf dem mehrere nicht
dargestellte Werbeplakate angebracht oder aufgedruckt sind. Das
Plakatband 19 ist zu einem Teil auf der gemäß 2 oberen
Wickelwalze 13 und zu einem anderen Teil auf der unteren
Wickelwalze 16 aufgewickelt. Der den Zwischenraum zwischen
den Wickelwalzen 13 und 16 überspannende Abschnitt des
Plakatbandes 19 ist durch ein angedeutetes Fenster 12 des
Gehäuses 11 sichtbar.
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Um
den sichtbaren Abschnitt des Plakatbandes 19 zu verändern und
somit einen Wechsel des im Fenster 12 sichtbaren Werbeplakats
herbeizuführen, werden
die beiden Wickelwalzen 13 und 16 in synchronisierter
Weise so angetrieben, dass das Plakatband 19 um ein vorbestimmtes
Maß auf
eine der Wickelachsen aufgewickelt und gleichzeitig von der anderen
Wickelachse abgewickelt wird.
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Wie
bereits anhand der 1 erläutert wurde, unterliegen die
Wickelwalzen infolge ihres Eigengewichts sowie ihrer Belastung infolge
des aufgewickelten Plakatbandes 19 einer Durchbiegung.
Diese kann mittels der Lagervorrichtungen 15 und 18 kompensiert
werden. Wie 3 zeigt, in der nur die obere
Wickelwalze 13 der Plakatwechselvorrichtung 10 gemäß 2 dargestellt
ist, umfassen die Lagervorrichtungen 15 jeweils zwei axial
beabstandete Lagerteile 15a und 15b, die jeweils
von einem Wälzlager oder
einem Kugellager gebildet sind. Die Achsstummel 14 sind
jeweils in beiden Lagerteilen 15a und 15b gelagert.
Dabei sind die Lagerteile 15a und 15b relativ
zueinander verstellbar, wie durch die Doppelpfeile H und V angedeutet
ist. Durch entsprechende Ausrichtung der beiden Lagerteile 15a und 15b relativ
zueinander kann die Neigung der Achsstummel 14 festgelegt
werden, was wiederum dazu führt,
dass der Wickelwalze 13 ein Vorspann-Biegemoment aufgezwängt wird, dass dem Biegemoment
der Wickelwalze infolge Eigengewicht und Belastung entgegenwirkt.
Auf diese Weise ist es möglich,
dass infolge Eigengewicht und Belastung entstehende Biegemoment
teilweise oder vollständig
auszugleichen oder sogar in der Wickelwalze ein resultierendes Biegemoment
zu erzeugen, so dass das Plakatband 19 in geringem Maße in Querrichtung
vorgespannt ist, wie bereits im Zusammenhang mit 1 erläutert wurde.
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Die
Ausgestaltung gemäß 4 unterscheidet
sich von der Ausgestaltung gemäß 3 dadurch,
dass die Lagerteile 15a und 15b innerhalb der Wickelwalze 13 angeordnet
sind und auf einem Achsstummel 20 sitzen, der gestellfest
gehalten ist.