-
Die vorliegende Erfindung betrifft
eine Reibungskupplung, wie sie in Kraftfahrzeugen Anwendung finden
kann.
-
Vor allem beim Einsatz von Reibungskupplungen
im Rennsportbereich müssen
diese Reibungskupplungen dazu ausgebildet sein, vergleichsweise
hohe Drehmomente zu übertragen.
Diese erfordert entsprechend hohe Anpresskräfte, die im Allgemeinen durch
Membranfedern o. dgl. erzeugt werden, welche sich bezüglich einer
Anpressplatte einerseits und bezüglich
eines Kupplungsgehäuses
andererseits abstützen.
Da diese Membranfedern zur Erzeugung hoher Anpresskräfte in der
Lage sind, ist es ebenso erforderlich, zum Ausrücken derartiger Reibungskupplungen
entsprechend hohe Ausrückkräfte zu erzeugen
bzw. auf die Membranfedern einwirken zu lassen. Das Übertragen
derartiger Ausrückkräfte auf
die Membranfedern beaufschlagt jedoch nicht nur die Membranfedern,
sondern mit diesen im Allgemeinen die gesamte Reibungskupplung.
Da die Reibungskupplung eingangsseitig an eine Kurbelwelle angekoppelt
ist, werden gleichermaßen
bei Erzeugung der Ausrückkräfte auch
die Kurbelwellenlager entsprechend stark axial belastet. Um diese
Belastungen zu kompensieren, ist es üblich, die betroffenen Bauteile,
wie z.B. die Axiallager der Kurbelwelle bzw. der Reibungskupplung
an sich, entsprechend stark zu dimensionieren. Dies führt jedoch
zu größeren und
somit auch schwereren Bauteilen oder auf Grund des Einsatzes sehr
hochwertiger Materialien zu entsprechend teueren Ausgestaltungen.
All dies ist jedoch nur deshalb erforderlich, weil in einem vergleichsweise
kurzen Zeitfenster der gesamten Betriebsdauer die Ausrückkräfte erzeugt
werden. Während
des normalen Betriebs, in welchem die Kupplung geschlossen ist,
sind diese Kräfte
nicht vorhanden.
-
Das Ziel der vorliegenden Erfindung
ist es, eine Reibungskupplung derart auszugestalten, dass sie trotz
der Fähigkeit,
große
Drehmomente zu übertragen,
bei Durchführung
von Ausrückvorgängen andere
Systembereiche eines Antriebsstrangs im Wesentlichen nicht belastet.
-
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch
eine Reibungskupplung, umfassend eine Kupplungsgehäuseanordnung,
eine mit diesem drehfest und in Richtung einer Drehachse bewegbar
gekoppelte Anpressplatte, eine Federanordnung, durch welche die
Anpressplatte in Richtung Einkuppeln beaufschlagbar ist, wobei die
Federanordnung einen zum Ausrücken
von einem Ausrückersystem
in einer ersten Beaufschlagungsrichtung beaufschlagbaren ersten
Beaufschlagungsbereich aufweist und einen von dem Ausrückersystem
in einer der ersten Beaufschlagungsrichtung im Wesentlichen entgegengesetzten
zweiten Beaufschlagungsrichtung beaufschlagbaren zweiten Beaufschlagungsbereich
aufweist.
-
Elementar ist bei der vorliegenden
Erfindung, dass durch die spezielle Ausgestaltung der Federanordnung
ein Ausrückkraftrückschluss
in der Federanordnung und somit in der Reibungskupplung selbst generiert
wird. Kompensieren sich die beiden auf die Beaufschlagungsbereiche
von einem Ausrückersystem übertragenen
Kräfte
vollständig,
so bleiben andere Antriebsstrangbereiche, insbesondere die Kurbelwelle
und deren Kurbelwellenlager, von Ausrückkräften völlig frei.
-
Beispielsweise kann bei der erfindungsgemäßen Reibungskupplung
vorgesehen sein, dass die Federanordnung ein erstes ringartiges
Element aufweist, das in einem ersten Abstützbereich bezüglich der
Anpressplatte abgestützt
ist und in einem zweiten Abstützbereich,
der bezüglich
des ersten Abstützbereichs
radial versetzt ist, bezüglich
eines zweiten ringartigen Elements abgestützt ist, wobei an dem ersten
ringartigen Element der erste Beaufschlagungsbereich vorgesehen
ist und an dem zweiten ringartigen Element der zweite Beaufschlagungsbereich vorgesehen
ist.
-
Um den Aufbau möglichst einfach zu gestalten,
kann wenigstens eines der ringartigen Elemente ein Federelement
zum Erzeugen einer Anpresskraft sein. Als Federelemente kommen hier
vor allem die bei Reibungskupplungen an sich bekannten Tellerfedern
oder Membranfedern in Frage.
-
Bei einer bevorzugten Ausgestaltungsform kann
vorgesehen sein, dass zumindest das erste ringartige Element ein
Federelement ist. Weiter kann vorgesehen sein, dass wenigstens eines
der ringartigen Elemente im wesentlichen starr ist. "Im Wesentlichen starr" im Sinne der vorliegenden
Erfindung bedeutet, dass bei der Beaufschlagung im Beaufschlagungsbereich
dieses ringartige Element im Wesentlichen nicht verformt wird, in
jedem Falle aber grundsätzlich
die Verformung desselben nicht derart ist, dass sie auch zur Erzeugung
von Anpresskräften
genutzt werden könnte.
-
Ein auf Grund des Einsatzes einer
geringeren Anzahl an Bauteilen vorteilhafter Aufbau kann vorsehen,
dass das zweite ringartige Element durch einen Bereich der Kupplungsgehäuseanordnung
bereitgestellt ist. Somit wird das Kupplungsgehäuse, beispielsweise ein Gehäusedeckel
desselben, in den Kraftrückschluss
bei der Durchführung
eines Ausrückvorgangs
eingeschaltet, ohne dass dabei notwendigerweise eine Axialkraft
beispielsweise auf eine Kurbelwelle übertragen wird.
-
Bei einer alternativen Ausgestaltungsform, bei
welcher, getrennt vom Kupplungsgehäuse, zwei ringartige Elemente
vorgesehen sind, wird vorgeschlagen, dass das zweite ringartige
Element einen ersten Abstützbereich
aufweist, in welchem dieses bezüglich
der Kupplungsgehäuseanordnung
abgestützt
ist, und dazu radial versetzt einen zweiten Abstützbereich aufweist, in welchem
dieses bezüglich des
ersten ringartigen Elements abgestützt ist. Bei dieser Ausgestaltungsform
kann das Vermeiden von in den Antriebsstrang einzuleitenden Axialkräften dadurch
erleichtert werden, dass der erste Abstützbereich des ersten ringartigen
Elements und der erste Abstützbereich
des zweiten ringartigen Elements im Wesentlichen im gleichen Radialbereich
liegen.
-
Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft
die vorliegende Erfindung ein Ausrückersystem, welches in besonders
vorteilhafter Weise in Verbindung mit der vorangehend beschriebenen
Reibungskupplung eingesetzt werden kann und welches umfasst: zwei zur
Durchführung
von Ausrückvorgängen bezüglich einander
verlagerbare Ausrückorgane,
wobei ein erstes der Ausrückorgane
einen ersten Beaufschlagungsabschnitt aufweist und ein zweites der
Ausrückorgane
einen zweiten Beaufschlagungsabschnitt aufweist, wobei bei Durchführung von
Beaufschlagungsvorgängen
der erste Beaufschlagungsabschnitt eine Beaufschlagungskraft erzeugt,
welche einer vom zweiten Beaufschlagungsabschnitt erzeugten Beaufschlagungskraft
im Wesentlichen entgegengesetzt gerichtet ist, ferner umfassend
eine Trägeranordnung,
an welcher die beiden Ausrückorgane
in Richtung einer Drehachse einer zu betätigenden Reibungskupplung bewegbar
getragen sind.
-
Auch bei diesem Ausrückersystem
ist elementar, dass durch die beiden Ausrückorgane, welche im Wesentlichen
gegeneinander wirken, in dem zu betätigenden System, nämlich beispielsweise
der vorangehend geschilderten Federanordnung, ein Kraftrückschluss
erzeugt werden kann, ohne dass andere Komponenten belastet werden.
Dies wird insbesondere dadurch erkennbar, dass die Ausrückorgane
an sich an der Trägeranordnung
in Richtung einer Drehachse, also in derjenigen Richtung, in welcher
sie ein zu betätigendes
System beaufschlagen, grundsätzlich
bewegbar sind und insofern keine Kraftabstützung in dieser Richtung stattfinden
wird.
-
Um dafür zu sorgen, dass bei Durchführung eines
Ausrückvorgangs
bei einer Reibungskupplung eine von einer Feder bzw. einem Kraftspeicher
zu beaufschlagende Anpressplatte definiert von Reibscheiben oder
Reibbelägen
weg bewegt werden kann, wird vorgeschlagen, dass eine Vorspann anordnung
vorgesehen ist zum Vorspannen der Ausrückorgane in einer axialen Richtung
bezüglich
der Trägeranordnung.
-
Gemäß einem weiteren vorteilhaften
Aspekt kann vorgesehen sein, dass die Ausrückorgane oder wenigstens ein
Bereich derselben mit der Trägeranordnung
im Wesentlichen drehfest verbunden ist.
-
Um in einfacher Art und Weise die
die beiden Ausrückorgane
gegeneinander vorspannende und somit die entsprechenden Beaufschlagungskräfte erzeugende
Verlagerung hervorrufen zu können,
wird vorgeschlagen, dass das erste Ausrückorgan ein ringartiges erstes
Ausrückteil
aufweist, dass das zweite Ausrückorgan
ein ringartiges zweites Ausrückteil
aufweist, dass die beiden ringartigen Ausrückteile zwischen sich eine
Druckfluidkammer begrenzen und dass durch Zufuhr/Abfuhr von Druckfluid
die beiden Ausrückteile
bezüglich
einander verlagerbar sind. Bei dieser Anordnung kann dann vorgesehen
sein, dass das zweite Ausrückteil
an der Trägeranordnung
in Richtung der Drehachse verlagerbar getragen ist.
-
Um bei dem erfindungsgemäßen Ausrückersystem
eine Drehentkopplung zwischen der Trägeranordnung einerseits und
der im Betrieb rotierenden Reibungskupplung andererseits erlangen
zu können, wird
vorgeschlagen, dass das erste Ausrückteil über ein erstes Ausrücklager
mit einem den ersten Beaufschlagungsabschnitt bereitstellenden ersten
Beaufschlagungsteil des ersten Ausrückorgans gekoppelt ist und
dass das zweite Ausrückteil über ein
zweites Ausrücklager
mit einem den zweiten Beaufschlagungsabschnitt bereitstellenden
zweiten Beaufschlagungsteil des zweiten Ausrückorgans gekoppelt ist.
-
Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend mit
Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen detailliert beschrieben.
Es zeigt:
-
1 eine
Längsschnittansicht
der wesentlichen Komponenten einer erfindungsgemäßen Reibungskupplung;
-
2 eine
der 1 entsprechende
Ansicht einer abgewandelten Ausgestaltungsform;
-
3 eine
Teil-Längsschnittansichteines
bei der erfindungegemäßen Reibungskupplung
einsetzbaren Ausrückersystems.
-
In 1 ist
eine allgemein mit 10 bezeichnete Reibungskupplung bzw.
die für
die vorliegende Erfindung relevanten Bereiche derselben dargestellt. Man
erkennt ein ringartig ausgebildetes und im Wesentlichen entlang
einer Drehachse A sich erstreckendes Gehäuse, das an einem seiner axialen
Enden durch nicht dargestellte Schraubbolzen mit einem ebenfalls
im Wesentlichen ringartigen Gehäusedeckel 14 fest
verbunden ist. Diese nicht dargestellten Schraubbolzen dienen gleichzeitig
auch zur Befestigung des Gehäuses 12 bzw.
des Gehäusedeckels 14 an
einem ebenfalls nicht dargestellten Schwungrad o. dgl.. An der Innenseite
des Gehäuses 12 sind
mehrere nach radial innen vorstehende und in Achsrichtung sich erstreckende
Rippen 16 vorgesehen, die eine Drehkopplung der in der 1 ebenfalls nicht dargestellten
Außenlamellen
mit dem Gehäuse
ermöglichen,
während
gleichzeitig eine Axialbewegbarkeit dieser Außenlamellen grundsätzlich erhalten
ist. Mit einer nicht dargestellten Kupplungsnabe sind dann zwischen
die Außenlamellen
eingreifende Innenlamellen drehfest verbunden.
-
Mit dem Gehäuse 12 ist weiterhin
eine Anpressplatte 18 drehfest und axial verlagerbar verbunden,
wobei, ebenso wie die nicht dargestellten Außenlamellen, die Anpressplatte 18 an
mehreren Umfangsbereichen nach radial außen greifende Vorsprünge 20 aufweist.
Um die Anpressplatte 18 zum Zusammenpressen der Lamellen
bzw. Reibscheiben zu beaufschlagen, ist eine allgemein mit 22 bezeichnete
Federanordnung vorgesehen. Im darge stellten Ausgestaltungsbeispiel
umfasst diese zwei ringartig ausgebildete Membranfedern 24, 26.
Diese beiden Membranfedern 24, 26, welche in den
zwischen dem Gehäusedeckel 14 und
der Anpressplatte 18 gebildeten Raum gegensinnig eingebaut
sind, stützen
sich radial außen über einen
Abstützung
oder Schneidenring 27 aneinander ab. Radial weiter innen,
beispielsweise im Bereich ihres ringartig durchgehenden Körpers 28, 30 stützen sich
die Membranfedern 24, 26 an einem Abstütz- bzw.
Schneidenbereich 32 der Anpressplatte 18 und einem
durch einen Einlagering o. dgl. gebildeten Abstützbereich 34 des Gehäusedeckels 14 ab.
Die beiden Abstützbereiche 32, 34 liegen
vorzugsweise im gleichen radialen Abstand zur Drehachse A. Beide
Membranfedern 24, 26 weisen von dem ringartigen
Körperbereich 28, 30 nach
radial innen sich erstreckende Zungenbereiche 36, 38 auf, die
durch ein nachfolgend noch detaillierter beschriebenes Ausrückersystem 40 zur
Durchführung
von Ausrückvorgängen beaufschlagbar
sind. Dabei bilden die Zungen 36 der Membranfeder 24 in
ihrem radial inneren Bereich einen ersten Beaufschlagungsbereich 42.
Die Zungen 38 der Membranfeder 26 bilden in ihrem
radial inneren Bereich einen zweiten Beaufschlagungsbereich 44.
-
Durch den gegensinnigen Einbau der
beiden Membranfedern 24, 26 wird erreicht, dass
diese bei dem Versuch, sich zu entspannen, axial außen gegen
den Abstützung 27 pressen
und somit unter Reaktionskrafterzeugung sich mit ihrer jeweils erzeugten
Federkraft am Abstützbereich 32 bzw. 34 abstützen. Auf
diese Art und Weise wird unter Abstützung am Gehäusedeckel 14 die
Anpressplatte 18 in der Darstellung der 1 nach links gepresst.
-
Um diese Reibungskupplung 10 auszurücken, werden
die beiden Membranfedern 24, 26 in ihren jeweiligen
Beaufschlagungsbereichen 42, 44 mit Ausrückkräften F1, F2 zueinander
gegensinnig beaufschlagt, so dass durch Aufeinanderzubewegen der beiden
Membranfedern 24, 26 in ihren radial inneren Bereichen
auch diejenigen Bereiche derselben aufeinander zu be wegt werden,
welche sich an den Abstützbereichen 32, 34 abstützen. Auf
diese Art und Weise wird die Vorspannung der Anpressplatte 18 gemindert.
Um diese Beaufschlagung mit den gegeneinander gerichteten Kräften F1 und F2 zu erlangen, werden
zwei Beaufschlagungsteile 46, 48 des Ausrückersystem 40 bezüglich einander
so verschoben, dass daran jeweils vorgesehene Beaufschlagungsabschnitte 50, 52,
welche an den Beaufschlagungsbereichen 42, 44 der
Membranfedern 24, 26 angreifen, sich aufeinander
zu bewegen und somit die Kräfte
F1 und F2 erzeugen.
Durch diese Art der Betätigung
und den vorangehend beschriebenen Aufbau der Federanordnung 22 wird
es möglich,
die Reibungskupplung 10 auszurücken, ohne irgendwelche sich
beispielsweise an Kurbelwellenlagern oder anderen Antriebsstrangkomponenten
abstützende
Reaktionskräfte
zu erzeugen. Dies entlastet den gesamten Antriebsstrang, was insbesondere
daher von Bedeutung ist, da bei im Rennsportbereich einzusetzenden
Reibungskupplungen auf Grund der hohen zu übertragenden Drehmomenten auch
entsprechend starke Kraftspeicher bzw. Membranfedern einzusetzen
sind, die das Erzeugen entsprechend großer Ausrückkräfte erfordern.
-
Ein Ausrückersystem 40, mit
welchem die in 1 dargestellte
Reibungskupplung 10 betätigt werden
kann, ist in 3 detaillierter
dargestellt.
-
Das Ausrückersystem 40 umfasst
eine im Wesentlichen ringartig ausgebildete Trägerkomponente 54,
die durch Schraubbolzen 56 o. dgl. an einer feststehenden
Komponente, beispielsweise einem Getriebegehäuse 58 o. dgl., fest
getragen ist. In der ringartigen Trägerkomponente 54 ist
ein ringartiges Ausrückerteil 60 so
getragen, dass es grundsätzlich in
Richtung der Drehachse A bewegbar ist. In diesem ringartigen Ausrückteil 60 ist
ein weiteres ebenfalls ringartiges Ausrückteil 62 so getragen,
dass es bezüglich
des erstgenannten Ausrückteils 60 ebenfalls in
Richtung der Drehachse A bewegbar ist. Die beiden Ausrückteile 60, 62,
weisen nach radial innen bzw. nach radial außen greifende Flanschabschnitte 64, 66 auf,
die unter Zwischenlagerung einer jeweiligen Dichtungsanordnung 68, 70 an
einer Außenoberfläche 72 bzw.
Innenoberfläche 74 des
jeweils anderen Ausrückteils 62 bzw. 60 anliegt.
Auf diese Art und Weise ist zwischen diesen beiden Ausrückteilen 60, 62 eine
ringartige Druckfluidkammer 76 gebildet. Ein Anschlussstutzen 78,
welcher an dem ringartigen Ausrückteil 60 getragen
ist, führt
mit seiner Durchgangsöffnung 80 in
diese Druckfluidkammer 76. Dabei durchsetzt der Anschlussstutzen 78 eine
in der Trägerkomponente 54 gebildete
langlochartige und in Richtung der Drehachse A sich erstreckende Öffnung 82,
wodurch gleichzeitig auch eine drehfeste Ankopplung zumindest des
Ausrückteils 60 an
die Trägerkomponente 54 vorgesehen
ist. Eine Kontermutter 84, welche den Anschlussstutzen
78 am Ausrückteil 60 festhält, ist
in einer beispielsweise ringartigen Vertiefung 86 an der
Innenseite der Trägerkomponente 54 aufgenommen.
In diese Vertiefung 86 ragt ferner ein nach radial außen vorstehender
Abstützbereich 88 des
Ausrückteils 60.
An diesem Abstützbereich 88 stützt sich
eine Feder 90 ab, die andernends an einer die Vertiefung 86 begrenzenden Wandung 92 der
Trägerkomponente 54 abgestützt ist.
-
Auf diese Art und Weise ist durch
diese Feder 90 das Ausrückteil 60 und
mit diesem auch das Ausrückteil 62 in
der Darstellung der 3 nach rechts
vorgespannt, also in einer Richtung, in welcher auch die Anpressplatte 18 bei
Durchführung
eines Ausrückvorgangs
zu verlagern ist.
-
Über
jeweilige Ausrücklager 94, 96,
die als herkömmliche
Wälzkörperlager
ausgebildet sein können,
sind die beiden Ausrückteile 60 und 62 mit
den mit Bezug auf die 1 bereits
angesprochenen Beaufschlagungsteilen 46, 48 in
axialer Richtung fest, ansonsten jedoch relativ drehbar gekoppelt.
Auf diese Art und Weise wird eine Drehentkopplung zwischen den sich
an sich nicht drehenden Bauteilen des Ausrückersystems 40 und
den mit der Reibungskupplung sich drehenden Bauteilen desselben,
insbesondere den Beaufschlagungsteilen 46, 48,
hergestellt.
-
Im Folgenden wird die Funktion dieses
in 3 gezeigten Ausrückersystems 40 bei
der Durchführung
von Ausrückvorgängen beispielsweise der
in 1 gezeigten Reibungskupplung 10 beschrieben.
-
Es sei beispielsweise angenommen,
dass in 1 ein Zustand
dargestellt ist, in welchem durch entsprechende Beaufschlagung vermittels
der Membranfedern 24, 26 die Anpressplatte 18 in
einer einem Einrückzustand
entsprechenden Lage ist. Soll nun die Reibungskupplung ausgerückt werden,
d.h. in der Darstellung der 1 die
Anpressplatte nach rechts und in Richtung von den durch diese beaufschlagten
Lamellen bzw. Reibplatten weg bewegt werden, so wird über den
Anschlussstutzen 78 Druckfluid, beispielsweise Druckflüssigkeit
oder Druckluft, in die Fluidkammer 76 eingeleitet. Dabei wird
eine Kraft erzeugt, welche ein erstes Ausrückorgan 97, im Wesentlichen
umfassend das Ausrückteil 62,
das Ausrücklager 96 und
das erste Beaufschlagungsteil 46, und ein zweites Ausrückorgan
98, im Wesentlichen umfassend das Ausrückteil 60, das Ausrücklager 94 und
das Beaufschlagungsteil 48 bezüglich einander verschiebt,
so dass die beiden Beaufschlagungsabschnitte 50, 52 sich
einander annähern.
Man erkennt in der Darstellung der 3,
dass bei dieser Relativverlagerung der beiden Ausrückorgane 97, 98 grundsätzlich keine
Reaktionskraftabstützung
an irgendeiner Antriebsstrangkomponente erforderlich ist. Durch
diese Relativverlagerung werden die in 1 erkennbaren Kräfte F1 und
F2 erzeugt und auf die Beaufschlagungsbereiche 42, 44 der
Membranfedern 24, 26 übertragen, so dass diese sich
einander annähern.
Durch die Vorspannwirkung der Feder 90 ist der ganze durch
diese beaufschlagte Systembereich, nämlich das erste Ausrückorgan 97, das
zweite Ausrückorgan 98 und
mit diesen auf die beiden Membranfedern 24, 26 zusammen
mit dem Abstützring 27 so
vorgespannt, dass dieser Systembereich die Tendenz hat, sich in
der Darstellung der 3 nach
rechts zu verlagern, also in derjenigen Richtung, in welcher auch
die Anpressplatte 18 sich bewegen soll. Das Widerlager
für diese
Bewegung bildet der Abstützbereich 34 am
Gehäusedeckel 14. Somit
werden, obwohl die zum Erzeugen eines Aus rückzustands erforderlichen Kräfte F1, F2 sehr groß sind,
nämlich
so groß,
dass die Membranfedern 24, 26 entgegen ihrer eigenen
Vorspannung sich verformen, keine im Zusammenhang mit der Ausrückkrafterzeugung
stehenden Kräfte
in den Antriebsstrang selbst in Richtung der Drehachse A eingeleitet.
Die einzige am Antriebsstrang über
das Kupplungsgehäuse 12 und
den Gehäusedeckel 14 abgestützte Kraft
ist die durch die Feder 90 erzeugte Kraft, die jedoch im
Vergleich zu den zum Ausrücken
erforderlichen Kräften
sehr klein ist.
-
Es wird durch das in 3 gezeigte Ausrückersystem 40 also
möglich,
eine Reibungskupplung 10, wie sie in 1 dargestellt ist, so zu betätigen, dass
die Betätigungskräfte, welche
zum Übergang
in einen Ausrückzustand
erforderlich sind, nicht über
die Kupplung in den Antriebsstrang eingeleitet werden, sondern dass
die Betätigungskräfte allein
in der Federanordnung 22 rückgeschlossen werden. Durch
das Bereitstellen der Feder 90, welche bei Erzeugung dieses
Kraftrückschlusses
dafür sorgt,
dass die Membranfedern 24, 26 sich in Richtung
zum Gehäusedeckel 14 bewegen
bzw. an diesem anliegen, wird für
die Anpressplatte 18 ausreichend Bauraum geschaffen, um
sich von den Reibscheiben bzw. Lamellen weg zu bewegen.
-
Eine Abwandlung der vorangehend mit
Bezug auf die 1 beschriebenen
Reibungskupplung ist in 2 gezeigt.
Kupplungskomponenten, welche vorangehend beschriebenen Komponenten
hinsichtlich Aufbau bzw. Funktion entsprechen, sind mit dem gleichen
Bezugszeichen unter Hinzufügung
eines Anhangs "a" bezeichnet. Es ist
selbstverständlich, dass
auch in Verbindung mit dieser Reibungskupplung 10a das
Ausrückersystem 40 der 3 eingesetzt werden kann.
-
In der in 2 gezeigten Ausgestaltungsform umfasst
die Federanordnung 22a nur eine Membranfeder 24a,
nämlich
diejenige Membranfeder 24a, welche am Abstützbereich 32a der
Anpressplatte 18a abgestützt ist bzw. diese beaufschlagt.
-
In ihrem radial äußeren Bereich ist diese Membranfeder 24a über den
Abstützring 27a nunmehr
an dem Gehäusedeckel 14a abgestützt. Man erkennt,
dass dieser Gehäusedeckel 14a im
Vergleich zu dem in 1 erkennbaren
Gehäusedeckel 14a weiter
nach radial innen verlängert
ist und sich radial bis in den Bereich des Beaufschlagungsteils 48 des
Ausrückersystems 40 erstreckt.
Am radial inneren Endbereich des Gehäusedeckels 14a ist
nunmehr der Beaufschlagungsbereich 44a gebildet, an welchem
der Beaufschlagungsabschnitt 52 des Ausrückteils 48 angreift.
Auch bei dieser Reibungskupplung wird bei Durchführung eines Ausrückvorgang durch
entsprechende Relativverlagerung der beiden Ausrückteile 46, 48 bezüglich einander
ein Kraftrückschluss
in der Federanordnung 22a generiert, welche Federanordnung 22a nunmehr
neben der Membranfeder 24a als zweites mit dieser Membranfeder 24a zusammenwirkendes
ringartiges Bauteil den Gehäusedeckel 14a umfasst.
Auf diese Art und Weise kann der für die zweite Membranfeder der 1 erforderliche Bauraum
eingespart werden, während
gleichwohl der gleiche Effekt, nämlich
das Freihalten des Antriebsstrangs von wesentlichen Kräften bei
Durchführung
von Ausrückvorgängen, erreicht
wird.
-
Es sei darauf hingewiesen, dass selbstverständlich auch
die Ausgestaltungsform der 1 noch
in anderer Art und Weise modifiziert werden kann, um gemäß den Prinzipien
der vorliegenden Erfindung wirken zu können. So könnte eine der Membranfedern 24, 26 durch
eine starre, also im Wesentlichen keinen eigenen Kraftbeitrag liefernde
Scheibe ersetzt werden, welche dann mehr oder weniger die Funktion
des Gehäusedeckels 14a bei
der Ausgestaltungsform der 2 übernimmt.
-
Ferner sei darauf hingewiesen, dass
selbstverständlich
auch im Bereich des Ausrückersystems andere
Varianten denkbar sind. So können
beispielsweise die beiden Ausrückteile 60, 62 auch
dadurch bezüglich
einander in Achsrichtung verlagert werden, dass sie bei Herstellung
eines gewindeartigen Eingriffs zwischen diesen beiden Bauteilen
bezüglich einander
verdreht werden.