DE10163845A1 - Desinfektion für Absauganlagen im medizinischen Bereich - Google Patents
Desinfektion für Absauganlagen im medizinischen BereichInfo
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Abstract
Verdicktes, anwendungsfertiges Desinfektionsmittel für ärztliche oder zahnärztliche Absauganlagen, enthaltend einen speziellen Wirkstoff aus den aminischen Verbindungen mit einer Viskosität zwischen 100 und 2000 mPaÈs, vorzugsweise zwischen 350 und 1000 mPaÈs.
Description
- Die vorliegende Erfindung liegt auf dem Gebiet der Desinfektion für Absauganlagen im medizinischen Bereich. Sie betrifft Desinfektionsmittel für ärztliche oder zahnärztliche Absauganlagen sowie als weiteren Gegenstand die Verfahren zur Pflege entsprechender Anlagen und die Verwendung eines derartigen Desinfektionsmittels zur Abtötung von Bakterien und/oder Pilzen in entsprechenden Absauganlagen.
- Insbesondere im medizinischen Sektor ist es erforderlich, alle sinnvollen Maßnahmen zu treffen, die sowohl die Sicherheit der Patienten durch Verhinderung einer möglichen Übertragung von pathogenen bzw. fakultativ pathogenen Keimen zu gewährleisten als auch eine Belästigung durch geruchsbildende Bakterien zu vermeiden.
- Ein möglicher Wachstumsherd für derartige Keime sind Absauganlagen im medizinischen Bereich, die deshalb regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden müssen. Beispielsweise wird mit zahnärztlichen Absauganlagen ein Gemischstrom aus Luft, Wasser, Speichel, Zahnsubstanz und dergleichen aus dem Patientenmund angesaugt, von der Luft getrennt und der Rest einem Abfluß zugeführt. In den Saugschläuchen und Rohrleitungen setzen sich Bestandteile des Gemischstromes, insbesondere auch Bakterien, Blutreste und weitere Verschmutzungen ab. Durch regelmäßiges Spülen oder anderweitige Behandlung mit Desinfektionsmittel-Wasser-Gemischen versucht man, den hygienischen Anforderungen zu genügen. Zum Zwecke der Desinfektion sind bisher üblicherweise flüssige Desinfektionsmittel-Konzentrate auf der Basis von quartären Ammoniumverbindungen zum Einsatz gekommen, welche vor der Anwendung verdünnt werden. Der Nachteil dieses Verfahrens besteht in einer unzureichenden Verweildauer der Desinfektionslösung in der Absauganlage, da sich strömungstechnisch im Absaugschlauch Rinnsale bilden, wodurch keine gleichmäßige Benetzung der inneren Oberflächen der Schläuche gegeben ist. Des weiteren besitzen die eingesetzten quartären Ammoniumverbindungen nur ein begrenztes Wirkungsspektrum gegen Bakterien, Pilze und behüllte Viren. Insbesondere die Wirkung gegenüber Mycobakterien ist mit diesen Wirkstoffen nicht gewährleistet.
- Eine weitere Anwendungsmöglichkeit des Stands der Technik stellt die Verwendung von pulverförmigen oder granulierten Desinfektionsmitteln gemäß der DE 40 10 615 dar. Erfolgt die Anwendung nach vorheriger Befeuchtung des Absaugsystems, so ist eine längere Verweildauer sowie eine ausreichende gleichmäßige Benetzung bei dem Verfahren gemäß der DE 40 10 615 möglich. Der Nachteil dieses Verfahrens besteht jedoch in der Gewährleistung einer homogenen Verteilung des Desinfektionswirkstoffes im eingesetzten Produktgemisch, welches weitere feste Rezepturbestandteile, wie beispielsweise Builder, Reinigungskomponenten und weitere Inhaltsstoffe enthält. Die geforderte Homogenität und Stabilität der Pulvermischung bzw. des Granulates ist nur durch technisch aufwendige Verfahren erreichbar. Ein Nachteil besteht auch in der Begrenzung der Auswahl von möglichen mikrobiziden Wirkstoffen, da vorzugsweise feste Substanzen, wie beispielsweise quartäre Ammoniumverbindungen oder Salze der Chlorisocyanursäure bzw. des Tosylchloramids zum Einsatz kommen können. Die Nachteile der Verwendung von quartären Ammoniumverbindungen wurden bereits beschrieben. Die chlorhaltigen Wirkstoffe sind demgegenüber AOX-bildende Substanzen, deren Einleitung in kommunale Abwassersysteme begrenzt ist. Unter AOX-bildenden Substanzen wird gemäß vorliegender Erfindung verstanden, daß diese Verbindungen zur Bildung von an Aktivchlor absorbierbaren organischen Halogenverbindungen führen können.
- Dementsprechend stellte sich die vorliegende Erfindung die Aufgabe, ein Desinfektionsmittel für Absauganlagen zur Verfügung zu stellen, welches eine gleichmäßige Verteilung der Wirksubstanzen in der Absauganlage gewährleistet und eine ausreichende Verweildauer für die Abtötung bzw. Inaktivierung eines umfassenden Keimspektrums, insbesondere von Mycobakterien und Adenoviren sicherstellt.
- Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist demzufolge ein verdicktes anwendungsfertiges Desinfektionsmittel für ärztliche oder zahnärztliche Absauganlagen, enthaltend einen Wirkstoff ausgewählt aus der Gruppe der Alkylpropylendiamine mit der allgemeinen Formel I
worin R1 eine Alkyl- oder Alkenylgruppe mit 8 bis 18 Kohlenstoffatomen und R2 Wasserstoff, eine Alkylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder eine Aminoalkylgruppe mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen bedeuten und/oder der Gruppe der als Glucoprotamin® bekannten Produkte, wie sie aus Alkylpropylendiamin der Formel II
R3-NH-CH2-CH2-CH2-NH2 (II)
in der R3 für eine lineare Alkylgruppe mit 12 bis 14 Kohlenstoffatomen steht, durch Umsetzung mit Verbindungen der Formel III
in der R4 für Wasserstoff oder eine Akylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen steht, im Molverhältnis 1 : 1 bis 1 : 2 bei 60 bis 175°C zugänglich sind, dadurch gekennzeichnet, daß das anwendungsfertige Mittel eine Viskosität zwischen 100 und 2000 mPa.s, vorzugsweise zwischen 350 und 1000 mPa.s aufweist, gemessen mit einem Brookfield-Digitalviskosimeter, Modell LVTDV-11 bei einer Probentemperatur von 20°C unter Verwendung der Spindel Nr. 2 (LV-Serie Codierzahl 62) mit einer Spindeldrehung von 12 Umdrehungen/Minute, wobei der Wert nach 60 Sekunden abgelesen wurde. Dabei bedeutet anwendungsfertig, daß das Mittel, das unmittelbar in die Absauganlage eingebracht wird, die genannten Eigenschaften hat. - Das erfindungsgemäße Desinfektionsmittel enthält vorzugsweise als genannten Wirkstoff Glucoprotamin®, N,N-Bis(3-aminopropyl)-laurylamin, N-Dodecyl-1,3-propandiamin, N-Kokos-1,3-propandiamin oder ein Gemisch hieraus.
- Vorzugsweise sind in dem erfindungsgemäßen Desinfektionsmittel, bezogen auf das gesamte Mittel, 0,01 bis 30 Gew.-%, insbesondere 0,1 bis 15 Gew.-% von einem oder mehreren der genannten Wirkstoffe enthalten.
- In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält das erfindungsgemäße Desinfektionsmittel zusätzlich einen zweiten Wirkstoff ausgewählt aus der Gruppe der quartären Ammoniumverbindungen der Formel I
in der R5 eine Alkylgruppe mit 6-16 C-Atomen, R6 eine Alkylgruppe mit 1-12 C- Atomen oder eine Benzylgruppe, R7 und R8 Alkylgruppen mit 1-4 C-Atomen oder Hydroxyalkylgruppen mit 2-4 C-Atomen und A(-) die äquivalente Menge eines korrespondierenden Anions darstellt, enthalten ist. - Besonders bevorzugte Wirkstoffe gemäß Formel I sind dabei Benzalkoniumchlorid und/oder Dimethyl-dioctylammoniumchlorid.
- Dabei ist es weiterhin bevorzugt, daß in dem erfindungsgemäßen Desinfektionsmittel, bezogen auf das gesamte Mittel, von 0,01 bis 30 Gew.-%, insbesondere 0,1 bis 15 Gew.-% des genannten zweiten Wirkstoffes enthalten sind.
- Der Vorteil des vorliegenden erfindungsgemäßen Desinfektionsmittels ist, daß es nach Anwendung auf der Innenfläche des Saugschlauches oder der Rohre eine zusammenhängende Schicht bildet, wobei diese Schicht während einer bestimmten Zeitdauer, die abhängig ist von der Viskosität des Desinfektionsmittels im wesentlichen nicht völlig zerfließt. Ein flüssig vorliegendes Desinfektionsmittel ist deshalb keine Zusammensetzung im Sinne der vorliegenden Erfindung, da eine solche Lösung nach Einbringen in die Absauganlage fast augenblicklich zerfliesst.
- Voraussetzung ist auch, daß das erfindungsgemäße Desinfektionsmittel nach dem Auftragen und Einwirken wieder abgewaschen werden kann.
- Im Prinzip kann jedes beliebige Gel aus Dispersum und Dispergiermittel als Grundlage der Zubereitung dienen, sofern die Bestandteile nicht unerwünscht mit den erfindungsgemäßen Wirkstoff-Komponenten reagieren. Bevorzugt setzt man Gele auf Wasserbasis ein, insbesondere Gele auf Wasserbasis mit dispergierten organischen Gelbildnern. Beispielsweise sind solche Gele einsetzbar, wie sie in der deutschen Offenlegungsschrift DE-OS 38 36 138 beschrieben sind. Hydrophile organische Gele auf Basis von modifizierter Fettalkoholalkoxylate sowie von synthetisch erzeugten Polymeren, vorzugsweise Gele auf Basis von Polyvinylalkohol oder Polyacrylsäurederivate, sind besonders bevorzugt.
- Bevorzugte handelsübliche Verdicker sind die Rohstoffe Optiflo® H 6001E der Firma SÜD-CHEMIE und PLURIOL A 5000 T 85 der Firma BASF.
- Optiflo H 600/E ist ein nichtionisches, hydrophob modifiziertes Polymer und PLURIOL A 5000 T 85 ist ein modifiziertes Fettalkoholethoxylat.
- Es kommen aber auch andere Verdicker, wie Carboxymethylcellulose, nichtionisch und kationisch modifizierte Polyacrylate in Frage.
- Die Zubereitung kann noch übliche Zusatzstoffe enthalten wie farbgebende Komponenten, Duftstoffe, etc.
- Zur Herstellung der erfindungsgemässen Desinfektionsmittel vermischt man die Bestandteile miteinander. So kann man das Lösungsmittel, vorzugsweise Wasser, die Wirkstoff-Komponenten sowie Verdickungsmittel, Thixotropiermittel, Gelbildner, bzw. Filmbildner, gegebenenfalls Tenside, insbesondere schaumarme, und andere Hilfsstoffe, wie beispielsweise Entschäumer, Korrosionsinhibitoren und Komplexbildner, miteinander vermischen.
- Das erfindungsgemäße anwendungsfertige Desinfektionsmittel liegt vorzugsweise bei einem pH-Wert von 8 bis 12, besonders bevorzugt 9 bis 11 vor.
- Außerdem ist es bevorzugt, wenn das erfindungsgemäße Desinfektionsmittel zusätzlich eine oder mehrere Komponenten enthält, die unterschiedlich zu den bisher genannten und ausgewählt sind aus den Gruppen der tertiären Aminoxide, anionischen Tenside, Ethersulfate, Alkylpolyglycoside, Kationtenside, Niotensiden, Amphotenside, Silikonentschäumer, Cumolsulfonat, Xylolsulfonat, Toluolsulfonat, hydrophob modifiziertes Polymer, Verdünnungsmittel, Chelatkomplexbildner, Enzyme, Konservierungsmittel, Sequestrierungsmittel, Oxidations-(Bleich)mittel, Farbstoffe und/oder Parfüme.
- Als Tenside kommen besonders vorrangig schaumarme Niotenside, wie Fettalkoholalkoxylate mit einer 8 bis 22 C-Atome enthaltenden Alkylgruppe mit oder ohne Verschluß der Endgruppe oder die bekannten verdickenden Aminoxide, zum Einsatz. Wenn Aniontenside zum Einsatz kommen, dann werden sie aufgrund des Schaumverhaltens und der Verträglichkeit mit kationischen Wirkstoffen und/oder Glucoprotamin nur in so geringen Mengen eingesetzt, daß sie bei der Anwendung nicht zu Reklamationen führen.
- Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Pflege einer ärztlichen oder zahnärztlichen Absauganlage, insbesondere von derem Saugschlauch, bei dem in den Saugbereich ein erfindungsgemäßes Desinfektionsmittel eingeführt wird.
- Außerdem ist Gegenstand der vorliegenden Erfindung die Verwendung eines erfindungsgemäßen Desinfektionsmittels zur Abtötung von Bakterien, insbesondere Mycobakterien und/oder Pilzen in ärztlichen oder zahnärztlichen Absauganlagen, insbesondere in derem Saugschlauch sowie in der Speischale.
- Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung weiter erläutern, ohne sie in ihrem Umfang einzuschränken.
-
- a) 18 g Carboxymethylcellulose wurden in 950 g Wasser eingestreut, mit 1,0 g einer 50 Gew.-%igen Kaliumhydroxid-Lösung versetzt und unter Rühren vermischt.
- b) Nach Abschluß des Quellungsprozesses der Carboxymethylcellulose (2 h-5 h) wurden der unter a) hergestellten Lösung 8 g einer 50 Gew.-%igen Glucoprotamin®-Lösung, 5 g einer 70 Gew.-%igen Lösung von Dioctyl-dimethylammoniumchlorid in einem Wasser-/Isopropanol-Gemisch im Verhältnis 2 : 3 und 5 g eines C12-18-Fettalkohol-EO-BuO-Adduktes mit 8 EO und 8 BuO zugesetzt und intensiv vermischt.
- Edelstahlkeimträger gem. DIN 10 510 wurden mit dem Testorganismus Enterococcus faecium in Bouillon mit einer zusätzlichen organischen Belastung durch 1 % Mucin und 20% Blut kontaminiert und 2 h bei Raumtemperatur angetrocknet. Diese Keimträger wurden im Spraynebelschlauch einer zahnärztlichen Absauganlage befestigt und zwar je ein Keimträger am Anfang und am Ende des Schlauches. Zur Desinfektion wurde der Schlauch durch Ansaugen von 200 ml Wasser befeuchtet; danach wurden 15 ml eines Gels gemäß Beispiel 1, dann weitere 100 ml Wasser und danach nochmals 15 ml eines Gels gemäß Beispiel 1 eingesaugt.
- Nach 60 Minuten Einwirkzeit erfolgte das Ausspülen des Gels durch Ansaugen von 500 ml Wasser.
- Anschließend wurden die Keimträger dem Schlauch entnommen, jeweils in 10 ml Bouillon ausgeschüttelt und die Koloniezahl dieser Bouillon durch Ausplattieren auf Agarplatten ermittelt.
- In entsprechenden Vergleichsversuchen wurde statt des erfindungsgemäßen Gels
- a) eine wäßrige Lösung mit gleicher Konzentration an gleichen antimikrobiellen Wirkstoffen, die
- b) jedoch ohne die Eigenschaft der verdickenden Konsistenz in gleichen Mengen, bezogen auf die Konzentration der antimikrobiellen Wirkstoffe, verwendet.
- Die Differenz der Logarithmen (Basis 10) der ermittelten Koloniezahlen wurden als Ergebnis (logarithmischer Reduktionsfaktor, log-Rf) ermittelt. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengefaßt:
Claims (12)
1. Verdicktes, anwendungsfertiges Desinfektionsmittel für ärztliche oder
zahnärztliche Absauganlagen, enthaltend einen Wirkstoff ausgewählt aus der
Gruppe der Alkylpropylendiamine mit der allgemeinen Formel I
worin R1 eine Alkyl- oder Alkenylgruppe mit 8 bis 18 Kohlenstoffatomen und R2 Wasserstoff, eine Alkylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder eine Aminoalkylgruppe mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen bedeuten und/oder der Gruppe der als Glucoprotamin® bekannten Produkte, wie sie aus Alkylpropylendiamin der Formel II
R3-NH-CH2-CH2-CH2-NH2 (II)
in der R3 für eine lineare Alkylgruppe mit 12 bis 14 Kohlenstoffatomen steht, durch Umsetzung mit Verbindungen der Formel III
in der R4 für Wasserstoff oder eine Akylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen steht, im Molverhältnis 1 : 1 bis 1 : 2 bei 60 bis 175°C zugänglich sind, dadurch gekennzeichnet, daß das anwendungsfertige Mittel eine Viskosität zwischen 100 und 2000 mPa.s, vorzugsweise zwischen 350 und 1000 mPa.s aufweist, gemessen mit einem Brookfield-Digitalviskosimeter, Modell LVTDV-II bei einer Probentemperatur von 20°C unter Verwendung der Spindel Nr. 2(LV- Serie Codierzahl 62) mit einer Spindeldrehung von 12 Umdrehungen/Minute, wobei der Wert nach 60 Sekunden abgelesen wurde.
worin R1 eine Alkyl- oder Alkenylgruppe mit 8 bis 18 Kohlenstoffatomen und R2 Wasserstoff, eine Alkylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen oder eine Aminoalkylgruppe mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen bedeuten und/oder der Gruppe der als Glucoprotamin® bekannten Produkte, wie sie aus Alkylpropylendiamin der Formel II
R3-NH-CH2-CH2-CH2-NH2 (II)
in der R3 für eine lineare Alkylgruppe mit 12 bis 14 Kohlenstoffatomen steht, durch Umsetzung mit Verbindungen der Formel III
in der R4 für Wasserstoff oder eine Akylgruppe mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen steht, im Molverhältnis 1 : 1 bis 1 : 2 bei 60 bis 175°C zugänglich sind, dadurch gekennzeichnet, daß das anwendungsfertige Mittel eine Viskosität zwischen 100 und 2000 mPa.s, vorzugsweise zwischen 350 und 1000 mPa.s aufweist, gemessen mit einem Brookfield-Digitalviskosimeter, Modell LVTDV-II bei einer Probentemperatur von 20°C unter Verwendung der Spindel Nr. 2(LV- Serie Codierzahl 62) mit einer Spindeldrehung von 12 Umdrehungen/Minute, wobei der Wert nach 60 Sekunden abgelesen wurde.
2. Desinfektionsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als
Wirkstoff Glucoprotamin®, N,N-Bis(3-aminopropyl)-laurylamin,
N-Dodecyl-1,3-propandiamin, N-Kokos-1,3-propandiamin oder ein Gemisch hieraus eingesetzt
wird.
3. Desinfektionsmittel nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß, bezogen auf das gesamte Mittel, von 0,01 bis 30 Gew.-%,
insbesondere 0,1 bis 15 Gew.-% von einem oder mehreren der genannten
Wirkstoffe enthalten sind.
4. Desinfektionsmittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich ein zweiter Wirkstoff ausgewählt aus
der Gruppe der quartären Ammoniumverbindungen der Formel I
in der R5 eine Alkylgruppe mit 6-16 C-Atomen, R6 eine Alkylgruppe mit 1-12 C-Atomen oder eine Benzylgruppe, R7 und R8 Alkylgruppen mit 1-4 C- Atomen oder Hydroxyalkylgruppen mit 2-4 C-Atomen und A(-) ein ladungsausgleichendes korrespondierendes Anion bedeutet, enthalten ist.
in der R5 eine Alkylgruppe mit 6-16 C-Atomen, R6 eine Alkylgruppe mit 1-12 C-Atomen oder eine Benzylgruppe, R7 und R8 Alkylgruppen mit 1-4 C- Atomen oder Hydroxyalkylgruppen mit 2-4 C-Atomen und A(-) ein ladungsausgleichendes korrespondierendes Anion bedeutet, enthalten ist.
5. Desinfektionsmittel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß als
zweiter Wirkstoff Benzalkoniumchlorid und/oder Dimethyl-dioctylammoniumchlorid
eingesetzt wird.
6. Desinfektionsmittel nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch
gekennzeichnet, daß bezogen auf das gesamte Mittel von 0,01 bis 30 Gew.-%,
insbesondere 0,1 bis 15 Gew.-% des genannten zweiten Wirkstoffes enthalten sind.
7. Desinfektionsmittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß als zusätzliche Komponente ein Verdicker
enthalten ist.
8. Desinfektionsmittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß das anwendungsfertige Mittel einen pH-Wert von 8
bis 12, vorzugsweise 9 bis 11 aufweist.
9. Desinfektionsmittel nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich eine oder mehrere Komponenten
enthalten sind, die unterschiedlich zu den bisher genannten und ausgewählt aus
den Gruppen der tertiären Aminoxide, anionischen Tenside, Ethersulfate,
Alkylpolyglycoside, Kationtenside, Niotensiden, Amphotenside,
Silikonentschäumer, Cumolsulfonat, Xylolsulfonat, Toluolsulfonat, hydrophob
modifiziertes Polymer, Verdünnungsmittel, Chelatkomplexbildner, Enzyme,
Konservierungsmittel, Sequestrierungsmittel, Oxidations-(Bleich)mittel, Farbstoffe
und/oder Parfüme sind.
10. Verfahren zur Pflege einer ärztlichen oder zahnärztlichen Absauganlage,
insbesondere deren Saugschlauch, bei dem in den Saugbereich ein
Desinfektionsmittel gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9 eingeführt wird.
11. Verwendung eines Desinfektionsmittels gemäß einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 9 zur Abtötung von Bakterien und/oder Pilzen in ärztlichen oder
zahnärztlichen Absauganlagen, insbesondere in deren Saugschläuchen sowie
in der Speischale.
12. Verwendung eines Desinfektionsmittels gemäß einem oder mehreren der
Ansprüche 1 bis 9 zur Abtötung von Mycobakterien in ärztlichen oder
zahnärztlichen Absaugeinrichtungen, insbesondere in deren Saugschläuchen sowie in
der Speischale.
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